Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.708/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_708/2008/don

Urteil vom 17. Dezember 2008
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Raselli, Präsident,
Bundesrichter Meyer, Bundesrichter Marazzi
Gerichtsschreiber von Roten.

Parteien
B.__________ (Ehemann),
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Brunner,

gegen

K.________ (Ehefrau),
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Werner Wunderlin.

Gegenstand
Ehescheidung (nachehelicher Unterhalt und Güterrecht),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
2. Kammer, vom 21. August 2008.

Sachverhalt:

A.
B.________ (Ehemann), Jahrgang 1965, und K.________ (Ehefrau), Jahrgang 1970,
beide italienische Staatsangehörige, heirateten xxxxxx 1990 in Zürich. Sie
wurden Eltern eines Sohnes und einer Tochter, geboren in den Jahren 1994 und
2000. Der Ehemann ist Geschäftsführer und Alleininhaber der Firma F.________
GmbH, einer Autoreparaturwerkstatt. Ihm gehört eine Liegenschaft in Italien,
die er vermietet. Die Ehefrau war während der Ehe zu durchschnittlich 70 % als
Verkäuferin in der Kosmetikbranche berufstätig. Daneben führte sie den Haushalt
und betreute die Kinder. Im Frühling 2002 trennten sich die Ehegatten. Das
Getrenntleben musste gerichtlich geregelt werden. Die Ehefrau ist seit Dezember
2004 in ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und erhält seit 1.
Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 %.

B.
Die Ehefrau reichte am 26. Juli / 16. November 2004 die Klage auf Scheidung
ein, der sich der Ehemann nicht widersetzte. Über die Scheidung, die elterliche
Sorge der Ehefrau und den persönlichen Verkehr zwischen dem Ehemann und den
zwei Kindern sowie über die Regelung der Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge
wurde erstinstanzlich am 16. November 2006 rechtskräftig entschieden. Auf
Appellation des Ehemannes und Anschlussappellation der Ehefrau hin setzte das
Obergericht des Kantons Aargau die gerichtsüblich indexierten
Unterhaltsbeiträge für die Kinder und die Ehefrau sowie die güterrechtlichen
Ansprüche neu fest. Es verpflichtete den Ehemann, an den Unterhalt der beiden
Kinder bis zu deren 16. Altersjahr monatlich je Fr. 660.-- und anschliessend
bis zu deren Mündigkeit monatlich je Fr. 810.--, zuzüglich Kinderzulagen, sowie
an den Unterhalt der Ehefrau monatlich Fr. 1'000.-- ab Rechtskraft des Urteils
im Scheidungspunkt bis und mit 30. Oktober 2016 zu bezahlen. Den
Unterhaltsbeiträgen lagen monatliche Einkommen des Ehemannes einschliesslich
Mieterträge von Fr. 7'000.-- und der Ehefrau von Fr. 4'200.-- bis 12. Dezember
2006 und danach von Fr. 3'342.-- (Renten der Invalidenversicherung) zugrunde.
Aus Güterrecht sprach das Obergericht der Ehefrau Fr. 127'009.-- zu. Es wies
das Gesuch des Ehemannes um unentgeltliche Rechtspflege ab und auferlegte ihm
zwei Drittel der obergerichtlichen Verfahrenskosten und einen Drittel der
Parteikosten der Ehefrau (Beschluss und Urteil vom 21. August 2008).

C.
Dem Bundesgericht beantragt der Ehemann, den nachehelichen Unterhalt auf
monatlich Fr. 275.-- ab Rechtskraft des Urteils im Scheidungspunkt bis und mit
30. Oktober 2016 zu bemessen, sein monatliches Einkommen auf Fr. 5'447.--
(exkl. Mieterträge) festzusetzen und der Ehefrau aus Güterrecht nichts und
lediglich aus Vertrag Fr. 25'000.-- zuzusprechen. Er ersucht, ihm rückwirkend
für das gesamte Scheidungsverfahren vor Obergericht und vor Bundesgericht die
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und seinen Anwalt als
unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bezeichnen. Es sind die kantonalen Akten,
hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen das kantonal letztinstanzliche Urteil
über die vermögensrechtlichen Scheidungsfolgen ist zulässig. Der
Beschwerdeführer wendet sich gegen die Beurteilung seiner Leistungsfähigkeit
(Einkommen und Vermögensertrag), gegen die Berechnung seiner Errungenschaft
(Drittschulden) und gegen die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege im
Scheidungsverfahren. Andere Beschwerdegründe werden nicht erhoben und sind
nicht zu prüfen (Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 134 III
102 E. 1.1 S. 104 f.). Auf die Beschwerde kann eingetreten werden. Formelle
Einzelfragen sind im Sachzusammenhang zu erörtern.

2.
Im Unterhaltspunkt wendet sich der Beschwerdeführer gegen die Bemessung seines
monatlichen Einkommens und gegen die Anrechnung von Erträgen aus der Vermietung
seiner Liegenschaft in Italien. Eine Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge
rechtfertigt sich seiner Ansicht nach um so mehr, weil die Beschwerdegegnerin
bereits seit Februar 2004 mit ihrem Freund zusammenwohne (S. 5 ff. Ziff. 1 der
Beschwerdeschrift).

2.1 Das Obergericht hat unangefochten festgestellt, der Beschwerdeführer
bemängle in seiner Appellation hinsichtlich der Unterhaltsfrage einzig das ihm
angerechnete Einkommen (E. 3.2 S. 12 f. des angefochtenen Urteils). Soweit der
Beschwerdeführer die erstinstanzlich verneinte Frage nach einem
rentenausschliessenden, sog. qualifizierten Konkubinat der Beschwerdegegnerin
erneut aufgreift (S. 7 f. Ziff. 1.6 der Beschwerdeschrift), ist sein Vorbringen
vor Bundesgericht deshalb unzulässig (vgl. Art. 75 Abs. 1 BGG; BGE 134 III 524
E. 1.3 S. 527).

2.2 Beide kantonalen Instanzen sind unangefochten davon ausgegangen, der
Beschwerdeführer sei zwar formell als Geschäftsführer der Firma F.________ GmbH
angestellt, wirtschaftlich aber als deren Alleineigentümer anzusehen und als
Selbstständigerwerbender zu betrachten. Sein Einkommen sei anhand der letzten
drei Geschäftsjahre der Firma zu bestimmen. Die kantonalen Instanzen haben auf
den Durchschnitt der Geschäftsjahre 2002 bis 2004 abgestellt (E. 3.3.2.1 S. 14
ff. des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer wendet ein, es sei auch
der (schlechte) Abschluss des Jahres 2005 einzubeziehen. Das monatliche
Einkommen betrage statt Fr. 6'402.-- lediglich Fr. 5'447.-- (S. 6 f. Ziff. 1.4
und 1.5 der Beschwerdeschrift).
2.2.1 Als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt der Reingewinn,
der entweder als Vermögensstandsgewinn (Differenz zwischen dem Eigenkapital am
Ende des laufenden und am Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres) oder als
Gewinn in einer ordnungsgemässen Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird.
Weil bei selbstständiger Erwerbstätigkeit die finanzielle Verflechtung zwischen
Unternehmerhaushalt und Unternehmung gross und intensiv ist und weil der
Gewinnausweis sich relativ leicht beeinflussen lässt, kann sich die Bestimmung
der Leistungskraft eines Selbstständigerwerbenden als äusserst schwierig
erweisen. Um ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu erreichen und
namentlich um Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, sollte auf das
Durchschnittsnettoeinkommen mehrerer - in der Regel der letzten drei - Jahre
abgestellt werden. Auffällige, d.h. besonders gute oder besonders schlechte
Abschlüsse können unter Umständen ausser Betracht bleiben. Nur bei stetig
sinkenden oder steigenden Erträgen gilt der Gewinn des letzten Jahres als
massgebendes Einkommen, korrigiert insbesondere durch Aufrechnungen von
ausserordentlichen Abschreibungen, unbegründeten Rückstellungen und
Privatbezügen (Urteil 5P.342/2001 vom 20. Dezember 2001 E. 3a, mit Hinweis
vorab auf BRÄM, Zürcher Kommentar, 1998, N. 73 ff. zu Art. 163 ZGB,
wiedergegeben von BASTONS BULLETTI, L'entretien après divorce, SJ 129/2007 II
77, S. 80 f. bei/in Anm. 19, mit weiteren Hinweisen; vgl. BÄHLER,
Scheidungsunterhalt - Methoden der Berechnung, Höhe, Dauer und Schranken,
Fampra.ch 2007 S. 461 ff., S. 477).
2.2.2 Das Obergericht hat das Einkommen des Beschwerdeführers nach dieser
Methode bestimmt. Gerichtlicher Erfahrung gemäss, dass Einnahmen oftmals
sinken, sobald Unterhaltspflichten gerichtlich festgelegt werden, ist das
Jahreseinkommen des Beschwerdeführers von Fr. 87'638.-- (2002) auf Fr.
69'564.-- (2003), Fr. 67'644.-- (2004) und schliesslich auf Fr. 40'595.--
(2005) zurückgegangen. Im Gleichschritt hat sich der Geschäftsgewinn von Fr.
22'729.-- (2003) in einen Verlust von Fr. 16'807.-- (2004) und von Fr.
55'193.77 (2005) verwandelt. Auf das Einkommen des Jahres 2006 (Fr. 10'978.--)
hat das Obergericht nicht abgestellt, weil der Beschwerdeführer wegen
Arbeitsunfähigkeit Taggelder im Umfang von Fr. 37'051.50 beziehen musste. Der
Geschäftsverlust 2006 hat noch Fr. 9'163.56 betragen.
Das Obergericht hat es abgelehnt, das Jahr 2005 zu berücksichtigen, weil der
Beschwerdeführer das sprunghafte Absinken des Einkommens um mehr als einen
Drittel und die plötzliche Zunahme des Geschäftsverlusts nicht nachvollziehbar
erklärt habe. Zum Beleg seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten im
Geschäftsbetrieb habe der Beschwerdeführer behauptet und teilweise durch
Unterlagen belegt, dass er vier von sechs Angestellten habe entlassen müssen.
Dieser Darstellung ist das Obergericht nicht gefolgt, weil die Lohnsumme in den
Jahren 2005 und 2006 nur unwesentlich weniger betragen habe als im Jahr 2004
und weil sich mit Bezug auf den Bestand der Angestellten dadurch
Ungereimtheiten ergeben hätten, dass im Jahr 2005 entlassene Angestellte in
einer Abrechnung vom Februar 2007 teilweise weiterhin als Beschäftigte
aufgeführt und trotz der angeblichen Kündigungen im Jahr 2006 neben dem
Beschwerdeführer selber noch weitere vier Mitarbeitende beschäftigt worden
seien.
Das Obergericht hat die Ergebnisse 2005 und 2006 insgesamt als ausserordentlich
und als nicht repräsentativ betrachtet, weil die vom Beschwerdeführer für beide
Jahre wegen der veränderten Umsatzsituation als dringend notwendig erachteten
Massnahmen zur Einsparung von Personalkosten entweder trotz Ankündigungen und
Dokumentierungen nicht vollzogen worden seien oder aus nicht erklärlichen und
vom Beschwerdeführer auch nicht erklärten Gründen keine Kostensenkungen im
Personalbereich bewirkt hätten. Auch der für 2005 verbuchte Verlust erscheine
ausserordentlich hoch. Aus den Jahresergebnissen 2002 bis 2004 und aus dem
Ergebnis 2006 könne geschlossen werden, dass das Jahr 2005 auch bezüglich
Geschäftsverlustes keineswegs repräsentativ für die Beurteilung der künftigen
Entwicklung (ab 2007) sei (E 3.3.2.1 S. 16 f. des abgefochtenen Urteils).
2.2.3 Was der Beschwerdeführer gegen die obergerichtliche Würdigung einwendet,
ist unbehelflich. Er beschränkt sich auf eine zusammenfassende Wiederholung
seiner Vorbringen im kantonalen Verfahren und vermag damit den formellen
Anforderungen an die Beschwerdeschrift nicht zu genügen (BGE 134 II 244 E. 2 S.
245 ff.). Dass er eben ein guter Automechaniker sein soll, hingegen weniger
Geschick für die Führung des Betriebs an den Tag lege, erklärt insbesondere
nicht, weshalb die Lohnkosten in den Jahren 2004 bis 2006 ungefähr gleich hoch
geblieben sind, obwohl wegen der Umstrukturierung des Betriebs hin zur
Einmann-Garage mehrere Angestellte entlassen worden sein sollen. Entgegen der
Darstellung des Beschwerdeführers erfolgte die drastische Reduktion des
Mitarbeiterbestandes offenkundig auch nicht erst im Jahr 2006 statt wie bisher
stets behauptet im Jahr 2005. Der im Abschluss 2006 verbuchte Lohnaufwand hat
sich zwar auf Fr. 189'378.50 vermindert (ohne Taggelder des Beschwerdeführers).
Unter Berücksichtigung der Taggelder von Fr. 37'021.50 haben die Lohnkosten
jedoch dem Aufwand für Löhne und Gehälter der Jahre 2004 (Fr. 228'058.--) und
2005 (Fr. 212'072.--) entsprochen. Seinen Schluss, die Zahlen des Jahres 2005
seien repräsentativ, vermag der Beschwerdeführer damit nicht überzeugend zu
begründen. Mehr oder Anderes bringt er nicht vor. Die obergerichtliche
Beurteilung kann deshalb insgesamt nicht beanstandet werden, namentlich auch
mit Rücksicht auf die den Beschwerdeführer treffende Auskunftspflicht nicht,
die er gemäss den bezirksgerichtlichen Feststellungen (E. 4 S. 14 ff. und E.
6.3.2 S. 30 f.) nicht oder nur unzureichend erfüllt hat (vgl. § 237 Abs. 3 ZPO/
AG und Art. 170 ZGB; BGE 118 II 27 E. 3a S. 29; Urteil 5C.219/2005 vom 1.
September 2006 E. 2.2, zusammengefasst in: Fampra.ch 2007 S. 166).

2.3 Zum durchschnittlichen Monatseinkommen von Fr. 6'402.-- hat das Obergericht
den Nettomietertrag aus der Liegenschaft des Beschwerdeführers in Italien von
Fr. 652.-- monatlich hinzugerechnet. Der Beschwerdeführer hat dagegen
eingewendet, es sei Teil der Kreditvereinbarung mit der Banca A.________, dass
mit den Mieterträgnissen laufend Abzahlungen an einen Kredit geleistet würden.
Das Obergericht ist der Darstellung nicht gefolgt mit der Begründung, dem
Abzahlungsplan vom 14. Oktober 2006 lasse sich zwar entnehmen, dass
halbjährliche Beträge von ? 7'363.34 teilweise an das Kapital von ? 142'822.95
und teilweise an die Zinsen angerechnet werden sollten. Eine entsprechende
Amortisationspflicht ergebe sich aus den eingereichten Unterlagen aber nicht
(E. 3.3.2.2 S. 17 des angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer wiederholt,
dass mit den Mieterträgnissen laufend Abzahlungen an den erwähnten Kredit
geleistet würden, begründet und belegt im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG hingegen
nicht, dass eine entsprechende Amortisationspflicht tatsächlich besteht (S. 7
Ziff. 1.5 der Beschwerdeschrift). Ist insoweit die Rechtspflicht zu Zahlungen
an die Bank als solche nicht nachgewiesen, kann dahingestellt bleiben, ob die
fraglichen Amortisationsraten unterhaltsrechtlich berücksichtigt werden dürften
(vgl. BGE 127 III 289 E. 2a/bb S. 292; Urteil 5A_131/2007 vom 8. Juni 2007 E.
2.2, zusammengefasst in: Fampra.ch 2007 S. 893 f.). Unter diesen Umständen
verletzt es kein Bundesrecht, dass das Obergericht die fraglichen Zahlungen
nicht berücksichtigt und den Ertrag aus der Vermietung der Liegenschaft in
Italien zum Einkommen hinzugerechnet hat (vgl. zur Massgeblichkeit des
Vermögens: BGE 129 III 7 E. 3.1.2 S. 9 f.).

2.4 Insgesamt bleibt die Beschwerde erfolglos, soweit sie sich gegen den
nachehelichen Unterhalt und das dessen Bemessung zugrunde liegende Einkommen
des Beschwerdeführers richtet.

3.
In güterrechtlicher Hinsicht wendet der Beschwerdeführer ein, er habe keinen zu
teilenden Vorschlag, weil von seiner Errungenschaft zwei Kredite in Abzug
gebracht werden müssten, die das Obergericht zu Unrecht nicht anerkannt habe
(S. 8 f. Ziff. 2 der Beschwerdeschrift).

3.1 Der Beschwerdeführer erhebt keine den formellen Anforderungen genügende
Rüge, indem er einfach behauptet, entgegen den Ausführungen der Vorinstanz sei
die Schuld der Bank UBS AG gegenüber von damals Fr. 68'863.50 von der
Errungenschaft in Abzug zu bringen (S. 8 Ziff. 2.1 der Beschwerdeschrift). In
seinen Ausführungen hat das Obergericht einlässlich begründet, weshalb diese
Schuld nicht zu berücksichtigen sei. Es hat dafürgehalten, zum einen handle es
sich um den Saldo des auf die Firma F.________ GmbH lautenden
Kontokorrentkredits und damit nicht um eine den Beschwerdeführer persönlich
belastende Schuld und zum anderen sei diese Schuld in der Bilanz und im
Schuldenverzeichnis der Firma als Fremdkapital berücksichtigt worden und kein
zweites Mal in Abzug zu bringen (E. 4.1.2 S. 19 f. des angefochtenen Urteils).
Der Beschwerdeführer setzt sich mit der verbindlichen Feststellung (Art. 105
Abs. 1 BGG) nicht auseinander, die fragliche Schuld sei in die Bewertung der
Errungenschaft bildenden Firma eingeflossen (vgl. BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62).
Ist aber von Letzterem auszugehen, kann güterrechtlich nicht beanstandet
werden, dass die Firma, deren Alleineigentümer der Beschwerdeführer
wirtschaftlich ist, als ein Vermögensgegenstand betrachtet und auch als
finanzielle Einheit, d.h. mit ihren Aktiven und Passiven und damit nur mit
ihrem Wert als Saldo, in der güterrechtlichen Auseinandersetzung erfasst wird
und deshalb Passiven der Firma nicht separat nochmals, gleichsam
verselbstständigt der Errungenschaft belastet werden (vgl. BGE 131 III 559 E.
2.2 S. 561; Urteil 5P.82/2004 vom 7. Oktober 2004 E. 2.2.2, in: Fampra.ch 2005
S. 318 mit Hinweisen).

3.2 Erstmals vor Obergericht hat der Beschwerdeführer geltend gemacht, seine
Errungenschaft sei mit einer Darlehensschuld gegenüber seiner inzwischen
verstorbenen Mutter belastet. Das Obergericht hat die zum Beweis des Darlehens
vorgelegten Urkunden gewürdigt und ist zum Ergebnis gelangt, der Bestand der
behaupteten Darlehensschuld sei nicht bewiesen (E. 4.1.2 S. 20 f. des
angefochtenen Urteils). Der Beschwerdeführer ficht die obergerichtliche
Urkundenbeweiswürdigung nicht an und räumt gegenteils ein, die ins Recht
gereichten Dokumente seien nicht frei von Widersprüchen, weshalb vor der
Vorinstanz auch die "besagten Zeugen" bzw. zum Beweis "diverse Personen"
offeriert worden seien (S. 9 Ziff. 2.2 der Beschwerdeschrift). Um welche Zeugen
und Personen es sich handeln könnte, ist weder ersichtlich noch dargetan. Auf
S. 6 der Appellationsschrift findet sich das Vorbringen betreffend das Darlehen
der Mutter und neben den Urkunden als zusätzliche Beweisofferte "Persönliche
Befragung der Parteien", die das Obergericht unangefochten abgelehnt hat (E.
4.1.2 S. 21 des angefochtenen Urteils). Erst in seiner
Anschlussappellationsantwort hat der Beschwerdeführer auf S. 3 f. Ziff. 3.2
mehrere Zeuginnen zum Beweis des Darlehens angeboten. Gerade diese Ausführungen
zum Güterrecht hat das Obergericht indessen als prozessual unzulässig und nach
kantonalem Recht verspätet nicht berücksichtigt (E. 2.2 S. 10 des angefochtenen
Urteils). Inwiefern das kantonale Novenrecht, das hier über den
bundesrechtlichen Minimalstandard hinausgeht (Art. 138 ZGB; BGE 131 III 189 E.
2.6 S. 196 f.), willkürlich angewendet worden sein könnte, rügt und begründet
der Beschwerdeführer nicht (Art. 106 Abs. 2 BGG). Ist aber davon auszugehen,
dass ein nach Form und Inhalt den Vorschriften des kantonalen Rechts
entsprechender Beweisantrag nicht gestellt wurde, kann der bundesrechtliche
Beweisführungsanspruch durch die Weigerung, weitere Beweise zu erheben, nicht
verletzt sein (Art. 8 ZGB; BGE 133 III 189 E. 5.2.2 S. 195). Vor Bundesgericht
wiederum haben die Beweisanträge, deren Zulässigkeit das Obergericht
unbeanstandet verneint hat, als neu und unzulässig zu gelten (vgl. Art. 99 Abs.
1 BGG; Urteil 5A_539/2007 vom 4. Januar 2008 E. 2.3, in: Pra 97/2008 Nr. 77 S.
518). Es bleibt insgesamt beim obergerichtlichen Ergebnis, dass ein Darlehen
der Mutter die Errungenschaft des Beschwerdeführers nicht belastet, weil sein
Bestehen nicht bewiesen werden konnte.

3.3 Aus den dargelegten Gründen erweist sich die Beschwerde erfolglos, soweit
sie die güterrechtliche Auseinandersetzung betrifft.

4.
Der Beschwerdeführer beantragt die unentgeltliche Rechtspflege nicht nur für
das bundesgerichtliche Verfahren, sondern auch für das gesamte
Scheidungsverfahren vor Obergericht. Unter welchen Voraussetzungen die
unentgeltliche Rechtspflege im kantonalen Verfahren zu gewähren ist, bestimmt
das kantonale Recht und subsidiär das Bundesverfassungsrecht (BGE 124 I 1 E. 2
S. 2; 134 I 12 E. 2.3 S. 14). Gegen die obergerichtliche Beurteilung seines
Anspruchs (E. 7 S. 27 des angefochtenen Urteils) erhebt und begründet der
Beschwerdeführer keinerlei Verfassungsrügen (Art. 9 und/oder Art. 29 Abs. 3
BV). Seine Vorbringen (S. 10 f. Ziff. 2 der Beschwerdeschrift) sind rein
appellatorisch und damit unzulässig (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.2
S. 246).

5.
Die Beschwerde muss abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist. Der
Beschwerdeführer wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die
vorstehenden Erwägungen, wonach die Rügen des Beschwerdeführers vorab
unbegründet, über weite Strecken aber auch unzulässig sind, verdeutlichen, dass
die gestellten Rechtsbegehren von Beginn an keinen Erfolg haben konnten. Dem
Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege darf deshalb nicht
entsprochen werden (vgl. Art. 64 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wird
abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Dezember 2008
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Raselli von Roten