Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.104/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_104/2010

Urteil vom 23. Juni 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Merkli,
nebenamtlicher Bundesrichter Locher,
Gerichtsschreiber Matter.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin Regula Bähler,

gegen

Kantonales Steueramt Zürich, Dienstabteilung Recht, Bändliweg 21, Postfach,
8090 Zürich.

Gegenstand
Staats- und Gemeindesteuern 2006,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2.
Abteilung, Einzelrichter, vom 4. November 2009.
Sachverhalt:

A.
X.________, geb. 1962, begann im Jahr 1982 nach Abschluss seiner Maturität ein
Geographie- und Musikstudium, das er nach einem Jahr abbrach. Seither ist er
als Journalist tätig. Im Frühjahr 2006 nahm er das berufsbegleitende,
anderthalbjährige Nachdiplomstudium "Philosophie und Management" an der
Universität Luzern auf. Hierzu erwuchsen ihm 2006 Auslagen von insgesamt Fr.
10'199.-- (Studiengebühren Fr. 8'800.--, Literatur Fr. 211.--, Reisespesen Fr.
170.--, Verpflegung und Übernachtungen Fr. 1'018.--).

B.
Für die Staats- und Gemeindesteuern 2006 liess das Kantonale Steueramt Zürich
die von X.________ geltend gemachten Weiterbildungskosten von Fr. 10'199.-- nur
im Umfang der Ausbildungspauschale von Fr. 400.-- zum Abzug zu. Das wurde von
den kantonalen Einsprache- und Rechtsmittelbehörden bestätigt, letztinstanzlich
vom Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 4. November 2009.

C.
Am 1. Februar 2010 hat X.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten beim Bundesgericht eingereicht. Er beantragt im Wesentlichen,
den verwaltungsgerichtlichen Entscheid aufzuheben und die im Zusammenhang mit
seinem Nachdiplomstudium angefallenen Kosten bei der Staatssteuer 2006 als
Gewinnungskosten anzuerkennen.

D.
Das Kantonale Steueramt Zürich und das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich
schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Die Eidgenössische Steuerverwaltung
hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zulässig (vgl.
Art. 82 ff. BGG in Verbindung mit Art. 73 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember
1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
[StHG; SR 642.14]).

2.
2.1 Gemäss § 25 des Steuergesetzes des Kantons Zürich vom 8. Juni 1997 (StG/ZH)
werden zur Ermittlung des Reineinkommens von den gesamten Einkünften die zu
ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen abgezogen. Bei unselbständiger
Erwerbstätigkeit sind nach § 26 StG/ZH die Berufskosten absetzbar. Dazu gehören
gemäss § 26 Abs. 1 lit. d StG/ZH die mit dem Beruf zusammenhängenden
Weiterbildungs- und Umschulungskosten mit Einschluss der Wiedereinstiegskosten.
Demgegenüber sind nach § 33 lit. b StG/ZH die Ausbildungskosten nicht
abzugsfähig. Diese Regelung stimmt sowohl mit Art. 9 Abs. 1 StHG als auch mit
der gesetzlichen Ordnung gemäss dem Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die
direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11) überein (vgl. Art. 25, Art. 26 Abs. 1
lit. d und Art. 34 lit. b DBG). Da alle drei Erlasse dieselben Rechtsbegriffe
verwenden und die gleichen Unterscheidungen treffen, drängt sich mit Blick auf
die vertikale Steuerharmonisierung eine einheitliche Auslegung auf (vgl. u.a.
StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 5; StR 61/2006 S. 41 E. 2.1 u. 2.2; mit weiteren
Hinweisen).

2.2 Als mit dem Beruf zusammenhängende Weiterbildungskosten sind gemäss der
Rechtsprechung nur solche Auslagen abziehbar, die im Rahmen des bereits
erlernten und ausgeübten Berufs anfallen. Abzugsfähig sind Aufwendungen, welche
dazu dienen, dass der Steuerpflichtige den Anforderungen der bisherigen
Tätigkeit besser gerecht wird. Dazu gehören nicht nur Anstrengungen, um den
Stand schon erworbener Fähigkeiten zu erhalten, sondern vor allem auch der
Erwerb verbesserter Kenntnisse, jedoch zur Sicherung der bisherigen Stelle,
ohne im Wesentlichen zusätzliche Berufschancen (vgl. u.a. ASA 72 S. 473 E.
4.1.2 u. 4.5.1; StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 3.2; 2006 B 22.3 Nr. 86 E. 2.1 u.
2.2; StR 61/2006 S. 41 E. 2.3.1; 59/2004 S. 451 E. 2.1). Diese Praxis zu Art. 9
Abs. 1 StHG und Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG ist in einen doppelten Zusammenhang
zu stellen:
2.2.1 Einerseits ist nach dem Willen des Gesetzgebers das gleiche Kriterium
anwendbar wie bei den Gewinnungskosten Selbständigerwerbender, wo nach Art. 27
Abs. 1 DBG und Art. 10 Abs. 1 StHG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten
Kosten abgezogen werden können. Aufwendungen sind im Rahmen einer Unternehmung
dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb
unternehmungswirtschaftlich in einem unmittelbaren und direkten Zusammenhang
stehen (vgl. u.a. BGE 124 II 29 E. 3c S. 33; 113 Ib 114 E. 2c S. 118; ASA 72 S.
473 E. 4.1.1; StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 3.1; 2006 B 22.3 Nr. 86 E. 2.1; StR 59/
2004 S. 451 E. 2.1).
2.2.2 Andererseits sind die abzugsfähigen Weiterbildungskosten im breiteren
Rahmen der Berufskosten zu sehen, die nur dann vom steuerbaren Einkommen
abgezogen werden können, wenn sie zur Erzielung dieses Einkommens notwendig
sind. Der früher gültige Bundesratsbeschluss vom 9. Dezember 1940 über die
Erhebung einer direkten Bundessteuer (BdBSt) sprach von "erforderlichen"
Gewinnungskosten (vgl. Art. 22 Abs. 1 lit. a BdBSt). Unter dem DBG und dem StHG
gilt die schon unter dem BdBSt entwickelte - und schon damals an den für
Selbständigerwerbende geltenden Grundsätzen orientierte - Praxis, dass die
genannte Erforderlichkeit bzw. Notwendigkeit weit auszulegen ist: Es sind alle
Kosten der Weiterbildung abzugsfähig, die objektiv mit dem gegenwärtigen Beruf
des Steuerpflichtigen im Zusammenhang stehen und die er zur Erhaltung seiner
beruflichen Chancen für angezeigt hält, auch wenn sich die Ausgabe als nicht
absolut unerlässlich erweist, um die gegenwärtige berufliche Stellung nicht
einzubüssen. Es wird nicht verlangt, dass das Erwerbseinkommen ohne die
streitige Auslage überhaupt nicht hätte erzielt werden können oder dass eine
rechtliche Pflicht zur Bezahlung der entsprechenden Aufwendungen bestünde. Es
genügt, dass die Kosten für die Erzielung des Einkommens nützlich sind und nach
der Verkehrsauffassung im Rahmen des Üblichen liegen (vgl. zum Ganzen schon BGE
113 Ib 114 E. 2c - 2e S. 118 f.; bestätigt in BGE 124 II 29 E. 3a - 3d S. 32
ff.; siehe auch u.a. ASA 72 S. 473 E. 4.1; StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 3.1 u.
3.2; 2006 B 22.3 Nr. 86 E. 2.1; StR 61/2006 S. 41 E. 2.3.1; 59/2004 S. 451 E.
2.1; je mit weiteren Hinweisen).

2.3 Nicht abzugsfähig sind die getätigten Auslagen aber zum einen, wenn es nur
um persönliche Bereicherung - etwa im Sinne kultureller Weiterbildung - geht
(vgl. ASA 72 S. 473 E. 4.1.2 u. StR 59/2004 S. 451 E. 2.2; siehe auch schon BGE
113 Ib 114 E. 3b S. 121; Frage offen gelassen hinsichtlich der "psychologischen
Astrologie" in ASA 72 S. 473 E. 4.5). Zum anderen können die
"Ausbildungskosten" (vgl. Art. 34 lit. b DBG u. § 33 lit. b StG/ZH) nicht
abgezogen werden, d.h. sowohl die Auslagen für die erstmalige Aufnahme einer
Berufstätigkeit (vgl. unten E. 2.3.1) wie auch diejenigen für eine neue (oder
zusätzliche) Berufstätigkeit (E. 2.3.2):
2.3.1 Ausbildungskosten für die erstmalige Aufnahme einer Berufstätigkeit
umfassen die Auslagen, die anfallen, um die notwendigen Fähigkeiten und
Kenntnisse zur Ausübung eines eigentlichen Berufs zu erlernen (z.B. Lehre,
Handelsschule, Matura, Studium; ebenfalls bejaht für eine juristische
Doktorarbeit in ASA 60 S. 356 E. 2c; vgl. zum Ganzen u.a. ASA 72 S. 473 E.
4.1.2; StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 3.2; 2006 B 22.3 Nr. 86 E. 2.2; StR 61/2006 S.
41 E. 2.3; 59/2004 S. 451 E. 2.2; RtiD 2006 II 524 E. 3.2 u. 3.3).
2.3.2 Ebenfalls nicht abziehbar sind diejenigen Kosten, welche der Pflichtige
auf sich nimmt, um einen Ausbildungsstand zu erlangen, der ihn befähigt, eine
höhere Stellung zu bekleiden, als es der gegenwärtige Beruf erlauben würde,
oder gar einen neuen Beruf auszuüben. Das sind Auslagen für eine Fortbildung,
die zum Aufstieg in eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheidende
höhere Berufsstellung (insbesondere mit Führungsaufgaben; sog.
Berufsaufstiegskosten) oder gar zum Umstieg in einen anderen Beruf dient;
solche Aufwendungen werden nicht für eine Weiterbildung im Rahmen des bereits
erlernten und ausgeübten Berufs erbracht, sondern letztlich für eine neue
Ausbildung (vgl. zum Ganzen BGE 124 II 29 E. 3a S. 32 und E. 3d S. 34; ASA 72
S. 473 E. 4.1; StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 3.2 u. 4.2; 2006 B 22.3 Nr. 85 E.
2.4.3; StR 61/2006 S. 41 E. 2.3.1; 59/2004 S. 451 E. 2.2; je mit weiteren
Hinweisen; zur Unterscheidung zwischen Ausbildungs- und Umschulungskosten: vgl.
u.a. StE 2006 B 22.3 Nr. 85 E. 2.2 u. 2.4.1; 2003 B 22.3 Nr. 73 E. 4.1.3). Um
Berufsaufstiegskosten handelt es sich namentlich dann, wenn die absolvierte
Ausbildung zu wesentlichen Zusatzkenntnissen mit eigenem Wert führt und die
Berufsaussichten deutlich verbessert, im Gegensatz zu einer blossen
Aktualisierung und Vertiefung vorhandener Kenntnisse (vgl. dazu u.a. StE 2006 B
22.3 Nr. 85 E. 2.4.4; StR 61/2006 S. 41 E. 3.1.2).

2.4 Im Bereich der Nachdiplomstudien ist ein solcher Erwerb wesentlicher
Zusatzkenntnisse bzw. eine deutliche Verbesserung der Berufsaussichten u.a. für
die mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt angenommen worden, aber auch für den
Besuch eines Nachdiplomstudiums in Unternehmungsführung durch einen
ausgebildeten Juristen, Mathematiker oder Computerfachmann. Das Gleiche gilt
für die Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Lehrgang zum diplomierten
Wirtschaftsinformatiker für einen Juristen oder die Auslagen des Primarlehrers,
der sich zum Mittelschullehrer ausbilden lässt (vgl. zum Ganzen u.a. StE 2006 B
22.3 Nr. 86 E. 2.2, 3.2 u. 3.3; StR 61/2006 S. 41 E. 2.3.2, 3.2 u. 3.3; 59/2004
451 E. 2.2; RtiD 2006 II pag. 524 E. 4.2 u. 4.3).
Handelt es sich um eine Zweit- bzw. Zusatzausbildung und nicht um eine
Weiterbildung im Rahmen der bereits ausgeübten Tätigkeit, so sind die Kosten
selbst dann nicht abzugsfähig, wenn das Studium berufsbegleitend absolviert
wird. Das Gleiche gilt, wenn es sich, wie bei der Ausbildung an einer
Fachhochschule, um ein praxisorientiertes und nicht um ein wissenschaftliches
Studium handelt (vgl. StE 2008 B 22.3 Nr. 96 E. 4.1; 61/2006 S. 41 E. 2.3.2; 59
/2004 S. 451 E. 2.2; vgl. auch schon BGE 113 Ib 114 E. 2a S. 117 u. ASA 60 S.
356 E. 2b).
Wesentlich für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit der Kosten für
Zusatzausbildungen ist nicht nur der Vergleich zwischen der bestehenden
Grundausbildung und den neu erworbenen Kenntnissen; zu berücksichtigen sind
auch der aktuell ausgeübte Beruf und die Auswirkungen der Zusatzausbildung auf
die gegenwärtige und künftige Berufstätigkeit (vgl. u.a. StR 61/2006 S. 41 E.
3.2).

3.
3.1 Im hier zu beurteilenden Fall hat die Vorinstanz angenommen, dass die vom
Beschwerdeführer im Jahr 2006 getätigten Aufwendungen keine vom steuerbaren
Einkommen abziehbare Weiterbildungs-, sondern nicht abzugsfähige Ausbildungs-
bzw. Berufsaufstiegskosten darstellten. Namentlich fehle der notwendige
Zusammenhang mit dem erlernten und ausgeübten bisherigen Beruf: Das
Nachdiplomstudium "Philosophie und Management" erlaube den Absolventen laut
Studienunterlagen zwar, am Schluss des Kurses die Komplexität des Arbeitsfeldes
anhand philosophischer Erkenntnisse vertieft zu analysieren und durch
systematisches Denken eine gute Ausgangslage für eine effiziente und umsichtige
Führungspraxis zu erlangen. Das weise aber keinen hinreichenden Bezug zur
Tätigkeit als Redaktor bzw. Journalist auf. Der Beschwerdeführer verfüge weder
über den Rahmen einer durchschnittlichen Allgemeinbildung übersteigende
Kenntnisse der Philosophie noch übe er Führungsaufgaben aus.

3.2 Diese Argumentation vermag in zweifacher Hinsicht nicht zu überzeugen:
3.2.1 Bezüglich der massgeblichen Beurteilungskriterien lässt die Vorinstanz
ausser Acht, dass es bei der hier zu treffenden Unterscheidung zwischen
Weiterbildungs- und Ausbildungs- bzw. Berufsaufstiegskosten nicht pauschal und
undifferenziert darum gehen kann, ob die getätigten Aufwendungen für die
Ausübung des bisherigen Berufs "notwendig" sind. Dieser Begriff wird zwar
abstrakt und konkretisierungsbedürftig in Art. 9 Abs. 1 StHG genannt, der (wie
§ 25 StG/ZH) den generellen Beurteilungsrahmen für die verschiedenen Kategorien
der Berufs- und Gewinnungskosten der unselbständig Erwerbenden festlegt. Die
gleiche Vorschrift führt aber weiter aus: "Zu den notwendigen Aufwendungen
gehören auch die mit dem Beruf zusammenhängenden Weiterbildungs- und
Umschulungskosten." Schon daraus wird klar, dass es die Aufgabe der Praxis ist,
allgemeingültige und gleichzeitig der Verschiedenheit der jeweiligen
Einzelfälle gerecht werdende Kriterien zu erarbeiten, um festzulegen, wie stark
der Zusammenhang zwischen den getätigten Kosten und dem ausgeübten Beruf sein
muss, um die notwendige Intensität aufzuweisen. Dieser Aufgabe ist die
Rechtsprechung differenziert nachgekommen (vgl. oben E. 2.2 u. 2.3, insb. E.
2.2.2). Namentlich hat sie (vor dem erwähnten doppelten Hintergrund)
festgehalten, dass das Kriterium der "Notwendigkeit" (bzw. der
"Erforderlichkeit" gemäss dem zuvor gültigen Bundesratsbeschluss) weit
auszulegen ist und es u.a. darauf ankommt, ob die getätigten Aufwendungen im
Rahmen des Üblichen liegen und sich als nützlich erweisen.
3.2.2 In Bezug auf den hier zu beurteilenden Fall hat das Verwaltungsgericht
namentlich zwei Besonderheiten nicht genügend berücksichtigt: Zuerst ist
wesentlich, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitpunkt schon mehr als
20 Jahre in seinem Beruf tätig war. In einer solchen Situation liegt es
durchaus im Rahmen des Üblichen und Nützlichen, eingehend(er) über die
Hintergründe bzw. Grundlagen und die breiteren Zusammenhänge der ausgeübten
Tätigkeit nachdenken zu wollen, was nicht einer Aktualisierung, aber einer
Vertiefung der für den bisherigen Beruf bedeutsamen Kenntnisse entspricht. Zwar
belegte der Beschwerdeführer nicht ein Nachdiplomstudium der Medienphilosophie,
-ökonomik, -soziologie, -psychologie, -geschichte usw., sondern einen
allgemeine(re)n Kurs. Das muss jedoch gerade aufgrund der zweiten Besonderheit
nicht gegen einen genügend engen Zusammenhang mit dem ausgeübten Beruf
sprechen: Weil der Beschwerdeführer im Journalismus tätig ist (und zwar, wie
unbestritten geblieben ist, als Generalist namentlich im Kulturbereich), können
die neu erworbenen, wenn auch allgemeinen, philosophischen und wirtschaftlichen
Kenntnisse durchaus zu einem besseren Verständnis der vom Beschwerdeführer in
seinem Beruf verfolgten und beschriebenen Gesellschafts- bzw.
Kulturerscheinungen geführt haben. Das gilt in doppelter Hinsicht, einerseits
für das durch die Referenten vermittelte Wissen, andererseits für die von den
anderen Kursteilnehmern aus ihren jeweiligen Berufssparten und
Erfahrungshintergründen mitgebrachten Informationen. Somit kann zumindest das
Zusammentreffen der beiden Besonderheiten unter Berücksichtigung aller
konkreten Umstände (vgl. oben E. 2.4 in fine) darauf schliessen lassen, dass
der von der Rechtsprechung verlangte Bezug zum erlernten und ausgeübten Beruf
hier im notwendigen bzw. genügenden Ausmass gegeben war. Dementsprechend
handelte es sich auch nicht bloss um eine persönliche Bereicherung bzw. eine
kulturelle, ausserberufliche Weiterbildung (vgl. oben E. 2.3).
3.3
3.3.1 Beim vorliegenden Fall handelt es sich somit um einen ausgesprochenen
Spezialfall: Das gilt vorab gegenüber den bisher zu beurteilenden Fällen, in
denen es bei Nachdiplomstudien um die Unterscheidung zwischen Weiterbildungs-
und Ausbildungs- bzw. Berufsaufstiegskosten ging: Einerseits kann vom befolgten
Kurs "Philosophie und Management" zumindest im speziellen Fall des
Beschwerdeführers nicht gesagt werden, dass es zu einem Titel mit
eigenständigem Wert geführt oder die beruflichen Aufstiegs- oder
Veränderungschancen deutlich verbessert hätte. Andererseits ist nicht dargetan,
dass der Beschwerdeführer solches überhaupt (primär) angestrebt hätte. Soweit
ersichtlich, hat er sich zwar im Jahr 2009 selbständig gemacht, wozu das
Verwaltungsgericht aber nichts festhält; das muss auch hier nicht näher geprüft
werden, weil der Zusammenhang mit dem bisherigen Beruf so oder anders im
erforderlichen Ausmass gegeben ist.
3.3.2 Der vorliegende Fall unterscheidet sich aber auch namentlich von einem
bestimmten Präzedenzfall, der eine gewisse Ähnlichkeit mit der Situation des
Beschwerdeführers aufweist:
In dem in StR 59/2004 S. 451 ff. publizierten Bundesgerichtsurteil 2A.277/2003
vom 18. Dezember 2003 ging es um einen Steuerpflichtigen, der nach der Matura
zwar ein Wirtschaftsstudium begonnen, aber nach rund zwei Jahren ohne Abschluss
abgebrochen hatte. Er stieg sodann direkt in die Praxis ein und dort aufgrund
von "learning by doing on the job" sukzessive auf. Die mit dem beruflichen
Aufstieg verbundenen neuen Aufgabenbereiche machten aber deutlich, dass er in
Bezug auf sein berufliches Wissen verschiedene Defizite aufwies, die es zu
schliessen galt. Demzufolge absolvierte er vorerst die Ausbildung zum Bachelor
of Business Administration (BBA) und anschliessend zum Master of Business
Administration (MBA). Diese Ausbildungsschritte erwiesen sich so als
eigentliche Erstausbildung, welche anstelle des abgebrochenen
Wirtschaftsstudiums trat. Damit holte der Pflichtige eine eigentliche
wirtschaftswissenschaftliche, praktisch und theoretisch ausgerichtete
Ausbildung nach. Die von ihm dafür getätigten Kosten konnten somit nicht zum
Abzug vom steuerbaren Einkommen zugelassen werden (vgl. dort insb. E. 2.3 u.
2.4).
Von diesem Fall unterscheidet sich die Situation des Beschwerdeführers
insbesondere dadurch, dass es bei dem von ihm befolgten Nachdiplomstudium
unbestrittenermassen nicht darum ging, an sich notwendiges, aber aufgrund des
Studienabbruchs nicht erlerntes und deshalb bei der konkreten Berufsausübung
fehlendes Wissen nachzuerwerben. Vielmehr befand sich der Beschwerdeführer nach
mehr als 20 Jahren Berufausübung in einer Lage, in der es - wie schon betont
(vgl. oben E. 3.2.2) - im Rahmen des Üblichen und Nützlichen lag, die
bestehenden Kenntnisse und Erfahrungen in einen breiteren und tieferen
Zusammenhang zu stellen, sogar mit einem allgemein(er) ausgerichteten Kurs,
weshalb ein genügend starker Bezug zur bisherigen Tätigkeit angenommen werden
kann.

3.4 Es erübrigt sich, für die Auslegung der (noch) gültigen Bestimmungen auf
die im Gange befindliche Revision der Gesetzesgrundlagen einzugehen. Ebenso
wenig erweist es sich als notwendig, sich mit dem von der kantonalen
Steuerverwaltung erarbeiteten Merkblatt zu den hier massgeblichen Fragen zu
befassen.

4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene
Entscheid aufzuheben, mit den sich daraus ergebenden, im Dispositiv
festgehaltenen Kosten-, Entschädigungs- und Verfahrensfolgen (vgl. Art. 65 ff.
BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen und
der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 4. November 2009
aufgehoben. Die Sache wird zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
des kantonalen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich und zur
Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an das Kantonale Steueramt Zürich
zurückgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Kanton Zürich auferlegt.

3.
Der Kanton Zürich hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche Verfahren
eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kantonalen Steueramt Zürich, dem
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich sowie der Eidgenössischen
Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juni 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Matter