Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.30/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_30/2010

Urteil vom 19. Mai 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Stadelmann,
nebenamtlicher Bundesrichter Locher,
Gerichtsschreiber Moser.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Legatax Advisors Limited,

gegen

Steueramt des Kantons Solothurn.

Gegenstand
Staats- und Bundessteuer 2002-2005,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonalen Steuergerichts Solothurn vom 21.
September 2009.
Sachverhalt:

A.
Die im Jahre 1987 gegründete X.________ AG mit Sitz in A.________, die über ein
Aktienkapital von Fr. 200'000.-- verfügt, betreibt das Treuhandgeschäft.
Alleinaktionär, einziger Verwaltungsrat und Geschäftsführer ist Y.________. Die
Gesellschaft beschäftigte in den hier massgebenden Geschäftsjahren rund ein
Dutzend Personen. Mitarbeiterin war ebenso die Ehefrau von Y.________,
Z.________, die seit 1994 bei der X.________ AG tätig ist. Auch nach ihrer
Verheiratung mit Y.________ und der Geburt von zwei Kindern (geb. 1996 und
1997) arbeitete sie in der Firma auf Teilzeitbasis weiter.

B.
Für die Steuerperioden 2002-2005 wurde die X.________ AG mit
Veranlagungsverfügung vom 18. Dezember 2007 vom Steueramt des Kantons Solothurn
eingeschätzt:

Staatssteuer
Direkte Bundessteuer

Stb. Gewinn
(Fr.)
Stb. Kapital
(Fr.)
Stb. Gewinn
(Fr.)
Gesamtkapital
(Fr.)
2002
189'202.--
944'874.--
189'200.--
944'874.--
2003
47'466.--
868'042.--
47'400.--
868'042.--
2004
185'658.--
894'214.--
185'600.--
894'214.--
2005
171'875.--
860'046.--
171'800.--
860'046.--

Dabei wurden u.a. der Lohn (inkl. Arbeitgeber-Beiträge) von Z.________, deren
Pauschalspesen sowie Auslagen für die Steuerberatung nicht als geschäftsmässig
begründeter Aufwand anerkannt. Eine Einsprache hiergegen wurde mit Entscheid
vom 30. Januar 2009 teilweise gutgeheissen. Während der fragliche Lohn
teilweise als Geschäftsaufwand anerkannt wurde, hielt das Steueramt des Kantons
Solothurn an den übrigen Aufrechnungen - soweit hier noch von Interesse - fest.
Die Zahlen gemäss Einspracheentscheid lauten:

Staatssteuer
Direkte Bundessteuer

Stb. Gewinn
(Fr.)
Stb. Kapital
(Fr.)
Stb. Gewinn
(Fr.)
Gesamtkapital
(Fr.)
2002
90'393.--
885'074.--
90'300.--
885'074.--
2003
88'618.--
896'042.--
88'600.--
896'042.--
2004
133'822.--
926'714.--
133'800.--
926'714.--
2005
118'907.--
892'046.--
118'900.--
892'046.--

Einen Rekurs bzw. eine Beschwerde hiergegen wies das Steuergericht des Kantons
Solothurn mit Entscheid vom 21. September 2009 ab.

C.
Gegen dieses Urteil des Steuergerichts des Kantons Solothurn vom 21. September
2009 führt die X.________ AG mit Eingabe vom 14. Januar 2010 Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die Kantons- sowie die
direkte Bundessteuer 2002-2005 an das Bundesgericht mit dem Antrag, das Urteil
des Steuergerichts des Kantons Solothurn vom 21. September 2009 sei aufzuheben
und die Sache sei zum Neuentscheid an das Steuergericht zurückzuweisen.

D.
Das Steueramt des Kantons Solothurn, das Steuergericht des Kantons Solothurn
sowie die Eidgenössische Steuerverwaltung (Hauptabteilung Direkte Bundessteuer,
Verrechnungssteuer, Stempelabgaben) schliessen auf Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:
I. Prozessuales

1.
1.1 Angefochten ist der Entscheid des Steuergerichts des Kantons Solothurn in
einer Angelegenheit des öffentlichen Rechts, die unter keinen Ausschlussgrund
gemäss Art. 83 BGG fällt und daher mit Beschwerde an das Bundesgericht
weitergezogen werden kann (Art. 82 lit. a BGG in Verbindung mit Art. 146 des
Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG, SR
642.11] sowie Art. 73 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG, SR.
642.14]). Die Beschwerdeführerin ist gestützt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zur
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten legitimiert; auf das
frist- und formgerecht eingereichte Rechtsmittel ist grundsätzlich einzutreten.

1.2 Mit der Beschwerde kann namentlich eine Rechtsverletzung nach Art. 95 BGG
geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an
(Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es
kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz
abweichenden Begründung abweisen. Das Bundesgericht legt sodann seinem Urteil
den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1
BGG), es sei denn, dieser sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 105 Abs. 2 bzw. Art. 97 Abs. 1
BGG).

1.3 Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG hat die Rechtsschrift Begehren und Begründung zu
enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der
angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Vorbringen müssen
sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen
Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Dies setzt
voraus, dass sich ein Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.).
Eine qualifizierte Rügepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von
Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht. Das Bundesgericht
prüft eine solche Rüge nur insofern, als sie in der Beschwerde präzise
vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E.
2.2 S. 246).

Eine den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG genügende
Begründung ist hier nur teilweise zu erkennen, werden doch die gerügten
Verstösse gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip (Art. 127 Abs. 2 BV) nicht
hinreichend begründet. Soweit es an einer genügenden Begründung fehlt, ist auf
die Beschwerde nicht einzutreten.
II. Direkte Bundessteuer

2.
2.1 Der steuerbare Reingewinn der juristischen Personen setzt sich gemäss Art.
58 DBG zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des
Saldovortrages des Vorjahres (lit. a), allen vor Berechnung des Saldos der
Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Geschäftsergebnisses, die nicht zur
Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (lit. b) sowie
den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen mit Einschluss der
Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne (lit. c). Zum steuerbaren
Reingewinn gehören namentlich Zuwendungen der Gesellschaft an die
Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, die einem Aussenstehenden nicht
oder zumindest nicht im gleichen Masse gewährt würden. Solche geldwerte
Leistungen sind nach der Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die
Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der
Aktionär direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm nahe stehende Person oder
Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem Dritten unter gleichen
Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern
ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die
Gesellschaftsorgane erkennbar war (BGE 131 II 593 E. 5.1 S. 607; Urteile 2C_265
/2009 vom 1. September 2009 E. 2.1, in: StR 64/2009 S. 915 ff.; 2A.204/2006 vom
22. Juni 2007 E. 6, in: RtiD 2008 I S. 946 ff., je mit Hinweisen).

2.2 Als geldwerte Leistung gilt wie ausgeführt insbesondere der geschäftsmässig
nicht begründete Aufwand. Dabei muss im Einzelfall unter Würdigung aller
Umstände bestimmt werden, ob ein steuerlich abzugsfähiger Aufwand vorliegt. Es
ist aber den Steuerbehörden untersagt, ihr eigenes Ermessen an die Stelle
desjenigen des Geschäftsführers zu setzen. Wie das Bundesgericht wiederholt
festgehalten hat, ist das Unternehmen bei der Festsetzung von Vergütungen für
Arbeitsleistungen grundsätzlich frei bzw. kommt ihm bei der Beurteilung dessen,
was eine angemessene Arbeitsvergütung ist, ein erheblicher Ermessensspielraum
zu, in den der Richter nur mit Zurückhaltung eingreifen darf. Als Unkosten
müssen aber von den Steuerbehörden offensichtlich übersetzte Beträge nicht
anerkannt werden, wenn sich das Missverhältnis zwischen Leistung und
Gegenleistung geschäftsmässig nicht begründen lässt. Der geschäftsmässig
begründete Wert der Arbeitsleistung entspricht dabei dem Betrag, den das
Unternehmen einem unabhängigen Dritten für die gleiche Leistung unter den
gleichen Verhältnissen vergüten müsste. Massgebend ist mithin der sog.
Drittvergleich. Dabei sind alle objektiven und subjektiven Faktoren zu
berücksichtigen, die bei der Entlöhnung beachtet werden, insbesondere die
allgemeine Salärpolitik und die Salarierung von rang- und funktionsmässig
ähnlichgestellten Mitarbeitern und ihrer Stellvertreter; speziell sind die
Stellung des Salärempfängers im Unternehmen und seine Aufgaben zu würdigen,
wobei zu beachten ist, wie der Salärempfänger seine Aufgaben erfüllt, was von
seiner Ausbildung, seinen Spezialkenntnissen, Begabungen, Erfahrungen und
Beziehungen abhängt. Mitbestimmend sind ferner Grösse, Umsatz sowie Kapital-
und Gewinnverhältnisse des Unternehmens. Ergänzend zu den innerbetrieblichen
sind schliesslich die Verhältnisse in vergleichbaren Unternehmen in die
Gesamtbeurteilung einzubeziehen (Urteil 2A.71/2004 vom 4. Februar 2005 E. 2,
in: StE 2005 B 72.13.22 Nr. 44 mit Hinweisen).

2.3 Was die Beweislast anbetrifft, so gilt die Grundregel, dass die
Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen und
die steuerpflichtige Person für steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen
trägt (BGE 133 II 153 E. 4.3 S. 158). Bei geldwerten Leistungen ist es
grundsätzlich an der Steuerbehörde, den Nachweis zu erbringen, dass einer
Leistung der Gesellschaft keine oder keine angemessene Gegenleistung
gegenübersteht. Gelingt ihr dies nicht, so trägt sie die Folgen der
Beweislosigkeit (Urteil 2C_76/ 2009 vom 23. Juli 2009 E. 2.2, in: StR 64/2009
S. 834 mit Hinweis). Hat hingegen die Steuerbehörde ein solches Missverhältnis
zwischen Leistung und Gegenleistung dargetan, so ist es Sache der
steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu entkräften
und die geschäftsmässige Begründetheit des Aufwandpostens zu beweisen. Gelingt
ihr dies nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit (PETER LOCHER,
Kommentar zum DBG, II. Teil, Therwil/Basel 2004, Rz. 170 zu Art. 58 DBG; FELIX
RICHNER/WALTER FREI/STEFAN KAUFMANN/HANS ULRICH MEUTER, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl., Zürich 2009, N 68 zu Art. 123 DBG; MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER,
Steuerverfahrensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm's length",
Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG: Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei
der Prüfung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswinkel des
Drittvergleichs ["dealing at arm's length"], in: ASA 77 S. 657 ff.,
insbesondere S. 677 ff.).

3.
3.1 Beim Lohn (inkl. Arbeitgeberbeiträge) von Z.________ rechnete das Steueramt
des Kantons Solothurn - nebst den Pauschalspesen von jährlich Fr. 3'600.-- -
folgende Beträge auf:

Lohn inkl. AG-
Beiträge (Fr.)
Steuerlich anerkannt
(Fr.)
Aufrechnung (Fr.)
2002
73'900.--
26'400.--
47'500.--
2003
87'600.--
29'700.--
57'900.--
2004
87'500.--
31'200.--
56'300.--
2005
88'000.--
33'500.--
54'500.--

Das Steueramt stellte aufgrund der - nachträglich erstellten und nur bedingt
beweiskräftigen - "Auflistung der Aktivitäten" von Z.________ fest, dass sie -
entgegen dem angeblich immer noch gültigen, auf einem Beschäftigungsgrad von 90
% beruhenden Arbeitsvertrag vom 29. März 1994 - nur ein reduziertes
Arbeitspensum erfüllte. Dabei führte sie hauptsächlich Hilfstätigkeiten aus
(Wäschearbeiten, Waschen der Fahrzeuge, Archivarbeiten, Ablage- und
Aufräumarbeiten, Postverteilung, Chauffeurdienste, Lagerbewirtschaftung des
Weins, Reinigen der Vorhänge, Bepflanzen der Terrasse, Bilderpflege etc.) und
bezog zudem verhältnismässig viel Ferien. Nach dem Steueramt sei deshalb nicht
vom Lohn für eine qualifizierte Sekretärin auszugehen, sondern für die
tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten sei ein Jahressalär von Fr. 60'000.--
angemessen. Dieses kürzte das Steueramt noch entsprechend den nachträglich
dokumentierten Beschäftigungsgraden (2002: 59 %, 2003: 65 %, 2004: 65 % und
2005: 68 %) sowie aufgrund der klar übersetzten Ferienbezüge um weitere 25 %.
Auf diese Weise ermittelte das Steueramt die oben aufgeführten, steuerlich
zulässigen Saläre bzw. die entsprechenden Aufrechnungen. Dieses Vorgehen
schützte die Vorinstanz in vollem Umfang.
Dazu ist zunächst festzustellen, dass der Steuerbehörde der Nachweis eines
Missverhältnisses zwischen der Leistung der Beschwerdeführerin und der
Gegenleistung von Z.________ grundsätzlich gelungen ist. Die Beschwerdeführerin
selbst erachtet nämlich Aufrechnungen als gerechtfertigt, allerdings in viel
geringerem Ausmass (vgl. die von ihr erstellte Tabelle "Salärberechnungen Frau
Z.________", Beschwerdebeilagen [act. 3] pag. 138). Damit obliegt es der
Beschwerdeführerin, die Annahmen der Steuerbehörde bzw. der Vorinstanz zu
entkräften (vgl. E. 2.3). Zunächst rügt die Beschwerdeführerin mit Blick auf
die Salärauszahlungen an die gleichstufig wie Z.________ angestellten
Mitarbeiterinnen der F.________ AG eine Verletzung des Grundsatzes des
Drittvergleichs. Allerdings ist dieser Drittvergleich nicht schlüssig. Im
Vordergrund steht nämlich der innerbetriebliche Vergleich (vgl. E. 2.2), und
diesbezüglich fällt auf, dass Z.________ - abgesehen von ihrem Ehemann - zu den
bestbezahlten Mitarbeitenden gehörte. Bezüglich des bloss hilfsweise
massgebenden ausserbetrieblichen Vergleichs ist festzustellen, dass Z.________
bei der Beschwerdeführerin gar nicht als eigentliche Sekretärin, sondern
vielmehr als Allrounderin bzw. Gewissermassen als "Hausmutter" eingesetzt
wurde. Insofern ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz auf diesen
"Drittvergleich" nicht näher eingegangen ist. Von einer Verweigerung der
Beweisabnahme kann keine Rede sein, zumal die angebotenen Beweise nicht
geeignet waren, die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen
(Art. 115 DBG). Dasselbe gilt für die Gehaltsreduktion wegen übermässigem
Ferienbezug. Nach der Vorinstanz würde ein "aussenstehender" Arbeitgeber einer
nicht nahestehenden Arbeitnehmerin nicht in diesem Umfang bezahlte Ferien
gewähren. Dieser Feststellung entgegnet die Beschwerdeführerin, Z.________ habe
viele Arbeitsstunden am Abend sowie an Samstagen und Sonntagen erbracht, welche
gemäss Art. 321c Abs. 2 OR auch durch Freizeit ausgeglichen werden könnten.
Wenn daher Z.________ ihren Ehemann - in der Freizeit - für Anlässe mit mehr
oder weniger geschäftlichem Hintergrund begleite, erwachse ihr ein
entsprechender Ferienanspruch. Folgte man dieser abwegigen Argumentation, wäre
dem Missbrauch ein grosses Tor geöffnet: Jeder Patron müsste seine Partnerin
nur arbeitsvertraglich einbinden, damit sich diese ihre "Begleitung" durch
Freitage abgelten lassen könnte. Die Beschwerdeführerin ist damit
offensichtlich nicht imstande, die Annahmen des Steueramtes bzw. der Vorinstanz
als völlig unrealistisch erscheinen zu lassen. Sie trägt damit die Folgen der
Beweislosigkeit.

3.2 Das Steueramt des Kantons Solothurn rechnete ebenfalls Pauschalspesen von
jährlich Fr. 3'600.-- auf. Es erwog, Z.________ habe gemäss "Auflistung der
Aktivitäten" überwiegend im Büro gearbeitet. Pauschalspesen seien nur bei einer
Aussendiensttätigkeit mit entsprechenden Auslagen gerechtfertigt.
Repräsentationspflichten seien hier nicht nachgewiesen. Auch diese
Argumentation schützt die Vorinstanz.
Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, solange Z.________ nicht die Ehefrau
des Patrons gewesen sei, seien diese Pauschalspesen stets als geschäftsmässig
begründet anerkannt worden. Mit der Heirat habe sich diesbezüglich nichts
geändert. Dabei kann die Beschwerdeführerin aus einer früheren, möglicherweise
unzutreffenden Beurteilung nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie macht nicht
geltend, ihr Spesenreglement sei von der Steuerbehörde genehmigt worden (vgl.
Urteil 2C_326/2008 vom 23. September 2008 E. 4.1). Pauschalspesen, die weder
auf einem genehmigten Spesenreglement beruhen, noch nachgewiesenermassen
geschäftsmässig begründet sind, können steuerlich nicht anerkannt werden (vgl.
Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts vom 20. Mai 2009 E. 2.5, in: ZStP 18/
2009 S. 310 ff.).

3.3 Schliesslich hat die Vorinstanz die Kosten der Steuerberatung der
Beschwerdeführerin nur im Ausmass von Fr. 2'400.-- für 2004 (Aufrechnung Fr.
17'000.--) bzw. von Fr. 2'100.-- für 2005 (Aufrechnung von Fr. 11'600.--) als
geschäftsmässig begründet anerkannt. Sie erwägt, bei den bestrittenen
geldwerten Leistungen habe es sich grösstenteils um Privataufwand gehandelt,
der gerichtlich bestätigt wurde, weshalb die bezüglichen Beratungskosten
ebenfalls dem Privataufwand zuzuordnen seien.
In dieser Hinsicht kann dem Steueramt und der Vorinstanz nicht gefolgt werden:
Der Auftrag zur Steuerberatung an die Legatax Advisors Limited wurde
unbestrittenermassen durch die Beschwerdeführerin erteilt. Es ging zunächst
darum, deren steuerbaren Gewinn gesetzeskonform zu bestimmen. Wohl vermochte
und vermag die Beraterin grösstenteils nicht durchzudringen, womit der
steuerbare Gewinn der Beschwerdeführerin entsprechen höher anfällt.
Gleichzeitig liegen geldwerte Leistungen vor, welche zugleich als Einkunft aus
beweglichem Vermögen zu versteuern sind. Dies ist eine Folge der
wirtschaftlichen Doppelbelastung von AG und Aktionär. Hierbei nun die
rechtliche Selbständigkeit der Beschwerdeführerin zu negieren und die
Steuerberatungskosten der AG dem Alleinaktionär anzulasten, geht nicht an.
Sämtliche Verfahrenskosten (Gerichts- und Parteikosten) bilden für die
unterliegende Beschwerdeführerin geschäftsmässig begründeten Aufwand. Sonst
müssten - konsequenterweise - ebenfalls die ihr auferlegten Gerichtskosten dem
Alleinaktionär überwälzt werden. Die bei Personenunternehmen richtige
Feststellung, das Privatvermögen betreffende Kosten von Prozessen bilde nicht
Geschäftsaufwand des Unternehmers (Ernst Känzig, Wehrsteuer [Direkte
Bundessteuer], 2. Aufl., I. Teil, Basel 1982, N 45 zu Art. 22 Abs. 1 lit. a
BdBSt; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, Therwil/Basel 2001, Rz. 41 zu
Art. 27 DBG), darf nicht unbesehen auf selbständig steuerpflichtige
Aktiengesellschaften übertragen werden. Die Aufrechnungen von Fr. 17'000.--
(2004) bzw. Fr. 11'600.-- (2005) sind mithin zu streichen, und die vollen
Steuerberatungskosten der Beschwerdeführerin als geschäftsmässig begründeter
Aufwand zum Abzug zuzulassen.

4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
betreffend die direkte Bundessteuer bezüglich der Steuerperioden 2002 und 2003
als unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bezüglich der
Steuerperiode 2004 ist sie hingegen im Betrag von Fr. 17'000.-- und bezüglich
der Steuerperiode 2005 im Betrag von Fr. 11'600.-- begründet und insofern
teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Insoweit ist das
angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur Neuveranlagung im Sinne der
Erwägungen an das Steueramt sowie zur Neuregelung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen an das Steuergericht zurückzuweisen.
III. Staatssteuer

5.
§ 91 Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons Solothurn vom 1. Dezember 1985 (StG/
SO; BGS 614.11) sowie Art. 24 Abs. 1 StHG entsprechen weitestgehend Art. 58
Abs. 1 DBG. Daraus folgt, dass das zum DBG Festgestellte ebenfalls für die
kantonalen Steuern massgebend ist. Damit resultiert für die Kantonssteuer
dasselbe Ergebnis wie bei der direkten Bundessteuer.

6.
Damit ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend
die Staatssteuer bezüglich der Steuerperioden 2002 und 2003 als unbegründet
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bezüglich der Steuerperiode 2004 ist
sie im Betrag von Fr. 17'000.-- und bezüglich der Steuerperiode 2005 im Betrag
von Fr. 11'600.-- begründet und insofern teilweise gutzuheissen, soweit darauf
einzutreten ist. Insoweit ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache
zur Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an das Steueramt sowie zur
Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an das Steuergericht
zurückzuweisen.
IV. Kosten und Entschädigung

7.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des bundesgerichtlichen
Verfahrens zu sieben Achteln der Beschwerdeführerin und zu einem Achtel dem
Kanton Solothurn, welcher Vermögensinteressen verfolgt, aufzuerlegen (Art. 65
f. BGG). Der Kanton Solothurn hat der Beschwerdeführerin zudem eine reduzierte
Parteientschädigung auszurichten (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die direkte
Bundessteuer wird bezüglich der Steuerperioden 2002 und 2003 abgewiesen, soweit
darauf einzutreten ist, bezüglich der Steuerperioden 2004 und 2005 teilweise
gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, das Urteil des Steuergerichts des
Kantons Solothurn vom 21. September 2009 insoweit aufgehoben und die Sache zur
Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an das Steueramt des Kantons Solothurn
sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an das Steuergericht
des Kantons Solothurn zurückgewiesen.

2.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die
Staatssteuer wird bezüglich der Steuerperioden 2002 und 2003 abgewiesen, soweit
darauf einzutreten ist, bezüglich der Steuerperioden 2004 und 2005 teilweise
gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, das Urteil des Steuergerichts des
Kantons Solothurn vom 21. September 2009 insoweit aufgehoben und die Sache zur
Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an das Steueramt des Kantons Solothurn
sowie zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an das Steuergericht
des Kantons Solothurn zurückgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden zu sieben Achteln, d.h. mit Fr.
2'625.--, der Beschwerdeführerin, und zu einem Achtel, d.h. mit Fr. 375.--, dem
Kanton Solothurn auferlegt.

4.
Der Kanton Solothurn hat der Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 300.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonalen Steuergericht Solothurn sowie
der Eidgenössischen Steuerverwaltung (Hauptabteilung Direkte Bundessteuer,
Verrechnungssteuer, Stempelabgaben) schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Mai 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Moser