Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.364/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_364/2010

Urteil vom 23. September 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Merkli, Karlen,
Gerichtsschreiber Winiger.

Verfahrensbeteiligte
AX.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Caterina Nägeli,

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich,
Postfach, 8090 Zürich,
Regierungsrat des Kantons Zürich,
Kaspar Escher-Haus, 8090 Zürich.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung / Wegweisung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 4.
Kammer, vom 24. März 2010.
Sachverhalt:

A.
Die kosovarische Staatsangehörige AX.________ (geb. 1976) reiste am 18.
November 2003 in die Schweiz ein und ersuchte unter dem Namen AY.________ um
Asyl. Mit Entscheid vom 19. Mai 2004 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge
(heute: Bundesamt für Migration) das Gesuch ab. Nachdem die
Asylrekurskommission (heute: Bundesverwaltungsgericht) eine dagegen erhobene
Beschwerde abgelehnt hatte, wurde AX.________ am 25. Oktober 2004 nach Pristina
(Kosovo) ausgeschafft. Am 27. Oktober 2004 heiratete sie den über eine
Niederlassungsbewilligung für den Kanton Zürich verfügenden BX.________ (geb.
1956), welcher ebenfalls aus dem Kosovo stammt.
Am 29. Januar 2005 reiste AX.________ erneut in die Schweiz ein, worauf ihr das
Migrationsamt des Kantons Zürich eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleib
beim Ehegatten erteilte, welche letztmals bis zum 28. Januar 2007 verlängert
wurde. Noch bevor am 17. April 2006 ihr gemeinsamer Sohn C.________ zu Welt
kam, trennten sich die Ehegatten X.________ im November 2005. C.________ wurde
in die Niederlassungsbewilligung des Vaters einbezogen. Mit Verfügung vom 27.
September 2006 stellte der zuständige Eheschutzrichter fest, dass die Eheleute
vorläufig zum Getrenntleben berechtigt seien. C.________ wurde zudem unter die
elterliche Obhut der Mutter gestellt und BX.________ ein eingeschränktes
Besuchsrecht eingeräumt.

B.
Mit Verfügung vom 9. August 2007 wies das Migrationsamt des Kantons Zürich das
Gesuch von AX.________ vom 17. November 2006 um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ab, verweigerte ihr den weiteren Aufenthalt und setzte
ihr eine Frist bis 10. Oktober 2007 zum Verlassen des zürcherischen
Kantonsgebiets. Das beim Regierungsrat des Kantons Zürich hiergegen erhobene
Rechtsmittel blieb erfolglos. Mit Urteil vom 24. März 2010 hiess das
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich die gegen den Regierungsratsentscheid
erhobene Beschwerde hinsichtlich der Kostenauflage und Verweigerung der
unentgeltlichen Rechtspflege gut. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 28. April 2010
beantragt AX.________ die Aufhebung des Entscheids des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich vom 24. März 2010 "betreffend Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung/Wegweisung". Eventualiter sei die Sache "im Sinne der
gutzuheissenden Rügen" an das Verwaltungsgericht zur Neubeurteilung
zurückzuweisen. Falls auf die Beschwerde in öffentlich-rechtliche
Angelegenheiten nicht eingetreten werden könne, sei die Eingabe subeventualiter
als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu prüfen. Sie beantragt zudem, es sei ihr
die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung für das Verfahren vor dem
Bundesgericht zu gewähren. Gerügt wird die Verletzung von Bundes- und
Völkerrecht.

D.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich verzichtet auf eine Vernehmlassung
und das Bundesamt für Migration beantragt die Abweisung der Beschwerde,
währenddem sich der Regierungsrat und die Sicherheitsdirektion des Kantons
Zürich nicht geäussert haben.

Mit Verfügung vom 6. Mai 2010 hat der Präsident der II. öffentlich-rechtlichen
Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde antragsgemäss aufschiebende Wirkung
zuerkannt.

Erwägungen:

1.
1.1 Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG schliesst die Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide über
ausländerrechtliche Bewilligungen aus, auf deren Erteilung weder nach dem
Bundes- noch dem Völkerrecht ein Rechtsanspruch besteht.

1.2 Das streitige Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung wurde vor
Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen
und Ausländer (AuG; SR 142.20) am 1. Januar 2008 eingereicht und beurteilt sich
daher noch nach dem inzwischen aufgehobenen Bundesgesetz vom 26. März 1931 über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; BS 1 121) und seinen
Ausführungserlassen (Art. 126 Abs. 1 AuG).

1.3 Da die Beschwerdeführerin getrennt von ihrem Ehemann lebt und die Ehe
mittlerweile rechtskräftig geschieden ist, hat sie keinen Bewilligungsanspruch
(mehr) gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG. Hingegen verfügt der Sohn der
Beschwerdeführerin über eine Niederlassungsbewilligung und damit über ein
gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Die Beziehung zu ihrem Sohn ist
intakt und wird tatsächlich gelebt, nachdem sie das Sorgerecht über diesen
ausübt. Gestützt darauf kann die Beschwerdeführerin aus dem gemäss Art. 8 EMRK
(bzw. Art. 13 Abs. 1 BV) gewährleisteten Recht auf Achtung des Familienlebens
einen potentiellen Bewilligungsanspruch ableiten (so genannter "umgekehrter
Familiennachzug"; vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146; Urteil 2C_174 vom 14.
Juli 2009 E. 2.3.3; je mit Hinweisen).
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist demzufolge einzutreten. Ob die
Bewilligung verweigert werden durfte, betrifft nicht das Eintreten, sondern
bildet Gegenstand der materiellen Beurteilung (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.5 S.
150 mit Hinweisen).

1.4 Die Verfassungsbeschwerde ist im Verhältnis zur Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten subsidiär (Art. 113 BGG). Da hier die
Letztere zur Verfügung steht, ist auf die von der Beschwerdeführerin -
subeventualiter - erhobene Verfassungsbeschwerde nicht einzutreten.

1.5 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1
BGG). Es ist daher weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente
noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden. Immerhin prüft das
Bundesgericht, unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und
Begründungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend
gemachten Rügen, sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich
sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Eine qualifizierte Rügepflicht gilt u.a.
hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten. Das Bundesgericht prüft solche
Rügen nur, wenn sie in der Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden
sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254 mit Hinweisen).

1.6 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten
Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts
kann nur gerügt bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder ergänzt
werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 bzw. Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine
entsprechende Rüge, welche rechtsgenüglich substantiiert vorzubringen ist (Art.
42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.),
setzt zudem voraus, dass die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Neue Tatsachen und
Beweismittel dürfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der
Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG).

1.7 Nicht zu hören ist die Beschwerdeführerin mit ihren Beweisanträgen, soweit
sie die Befragung von Zeugen bzw. den Beizug von Berichten durch das
Bundesgericht verlangt. Der rechtserhebliche Sachverhalt ergibt sich mit
hinreichender Klarheit aus den Akten (vgl. auch E. 4.2 hiernach).

2.
2.1 Der Beschwerdeführerin obliegt das Sorgerecht über ihren minderjährigen
Sohn; die beiden bilden zusammen eine Familiengemeinschaft. Der Vater hat
gegenüber dem niederlassungsberechtigten Sohn ein Besuchsrecht, und er kann die
Vater-Sohn-Beziehung nicht im Rahmen eines familiären Zusammenlebens in enger
Gemeinschaft pflegen; als ehemaliger Ehemann der Beschwerdeführerin hat er
sodann zu dieser nach der Scheidung keine in fremdenpolizeirechtlicher Hinsicht
massgebliche Beziehung mehr. Das Verwaltungsgericht geht davon aus, dass es
unter solchen Umständen für ein niedergelassenes Kleinkind zumutbar ist, der
Mutter in deren Heimatland zu folgen; die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin sei daher nicht geboten, und die
Bewilligungsverweigerung verletze Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht.
2.2
2.2.1 Kann sich die Beschwerdeführerin auf Art. 8 EMRK berufen, kommt die
Verweigerung einer Anwesenheitsbewilligung einem Eingriff in den darin
gewährleisteten Anspruch auf Achtung des Familienlebens gleich. Dieser Anspruch
gilt jedoch nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff
in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er eine Massnahme
darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale
Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung und zur Verhinderung von
strafbaren Handlungen, zum Schutze der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte
und Pflichten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt insofern eine
Abwägung der sich gegenüberstehenden Interessen an der Erteilung der
Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei
letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (vgl. BGE 122 II 1 E. 2 S. 6 mit Hinweis; 116 Ib 353 E. 3 S. 357 ff.).
Analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen
Eingriff in Art. 13 BV.
2.2.2 Nach der langjährigen Rechtsprechung des Bundesgerichts fällt als
zulässiges öffentliches Interesse insbesondere das Durchsetzen einer
restriktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche ist im Hinblick auf
ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer
Wohnbevölkerung, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die
Eingliederung der in der Schweiz fest ansässigen Ausländer und die Verbesserung
der Arbeitsmarktstruktur sowie eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung im
Lichte von Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig (BGE 120 Ib 1 E. 4b S. 5, 22 E. 4a S.
25). Nach einer lange geübten Praxis liegt eine Verletzung von Art. 8 EMRK
nicht vor, wenn es (auch) den fest anwesenheitsberechtigten Familienmitgliedern
zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen. Grundsätzlich hat dabei
auch ein schweizerisches oder ausländisches Kind, namentlich ein solches im
Kleinkindalter, als Konsequenz der in einem Eheschutz- oder Scheidungsverfahren
getroffenen Regelung das Lebensschicksal des sorge- bzw. obhutsberechtigten
Elternteils zu teilen und ihm gegebenenfalls ins Ausland zu folgen (vgl. BGE
127 II 60 E. 2a S. 67; 122 II 289 E. 3c S. 298).

Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht - mit Blick auf die
Kinderrechtskonvention und verfassungsrechtliche Zusammenhänge (vgl. Art. 24
und 25 Abs. 1 BV) - für Aufenthaltsbewilligungen im "umgekehrten
Familiennachzug" an den ausländischen, sorgeberechtigten Elternteil eines
Schweizer Kindes präzisiert: Allein die Zumutbarkeit der Ausreise und das
öffentliche Interesse, eine restriktive Einwanderungspolitik betreiben zu
können, genügen danach für die Verweigerung einer Bewilligung nicht (mehr),
sondern es braucht besondere, namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeiliche
Gründe, welche diese Folgen zu rechtfertigen vermögen (BGE 135 I 143 E. 3 und 4
S. 148 ff; 135 I 153 E. 2.2.4 S. 158). Hingegen hat sich durch die
Neuausrichtung der bundesgerichtlichen Praxis die Rechtslage bei der analogen
Situation eines anwesenheitsberechtigten, selbst niedergelassenen,
ausländischen Kindes nicht wesentlich verändert: Diesfalls kann die
Zumutbarkeit der Ausreise weiterhin für eine Bewilligungsverweigerung an den
sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil genügen (vgl. Urteil 2A.508/2005 vom
16. September 2005 E. 2.2), wobei immerhin für die Beurteilung der Zumutbarkeit
die Möglichkeit und Ernsthaftigkeit der Ausübung des Besuchsrechts des in der
Schweiz anwesenheitsberechtigten anderen Elternteils mit zu berücksichtigen ist
(Peter Uebersax, Die EMRK und das Migrationsrecht aus der Sicht der Schweiz,
in: Breitenmoser/Ehrenzeller [Hrsg.], EMRK und die Schweiz, 2010, S. 228 f.).
2.2.3 Die Beschwerdeführerin befindet sich seit etwas mehr als fünf Jahren mit
einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz. Sie hat ihre Heimat erst im Alter
von fast 29 Jahren verlassen, womit davon ausgegangen werden darf, dass sie mit
den dortigen Verhältnissen noch vertraut ist, zumal das Zusammenleben mit ihrem
ebenfalls aus dem Kosovo stammenden Ehegatten nicht einmal ein Jahr gedauert
hat. Ihr in der Schweiz geborener Sohn, welcher erst nach der Trennung von
ihrem Ehemann zur Welt kam und für welchen sie sorgt, ist vier Jahre alt und
befindet sich somit noch in einem anpassungsfähigen Alter; es ist ihm - wie die
Vorinstanz ohne Verletzung von Bundesrecht annehmen durfte - grundsätzlich
zumutbar, seiner Mutter in die Heimat zu folgen, nachdem diese als
Sorgeberechtigte ihre Hauptbezugsperson bildet.
2.2.4 Zwar trifft es zu, dass das Besuchsrecht des in der Schweiz
niederlassungsberechtigten Vaters zu seinem Sohn durch die Nichtverlängerung
der Aufenthaltsbewilligung der Mutter beeinträchtigt werden könnte; dennoch
muss deren Bewilligung nicht erneuert werden: Wie das Bundesgericht
festgestellt hat, gelten in solchen Fällen analog die Voraussetzungen, unter
denen nach der Rechtsprechung dem nicht sorgeberechtigten Ausländer eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt werden muss, wenn diesem gegenüber seinem Kind,
das mit dem anderen Elternteil in der Schweiz bleibt und hier ein gefestigtes
Bleiberecht hat, ein Besuchsrecht zusteht. Erforderlich ist danach, dass eine
intensive Beziehung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht zwischen dem
hier anwesenden besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind besteht und sich
der obhutsberechtigte Elternteil, welcher um die Bewilligung ersucht, tadellos
verhalten hat. Dabei ist mit noch grösserer Zurückhaltung auf eine Pflicht zur
Bewilligungserteilung zu schliessen als im Falle des besuchsberechtigten
Ausländers, der selber, im Hinblick auf die Ausübung seines Besuchsrechts, um
die Bewilligung ersucht; der obhutsberechtigte Elternteil, der die Bewilligung
einzig zur Erleichterung der Ausübung des Besuchsrechts zwischen dem Kind und
dem anderen Elternteil erhältlich machen will, soll dies nur bei Vorliegen
besonderer Umstände tun können (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 2C_372/2008
vom 25. September 2008 E. 3.2.1; 2A.508/2005 vom 16. September 2005 E. 2.2.3
mit Hinweisen).
2.2.5 Solche besonderen Umstände liegen hier nicht vor. Gemäss den für das
Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz (vgl.
dazu auch E. 4 hiernach) wurde die Beziehung zwischen C.________ und
BX.________ - wie auch die Beschwerdeführerin einräumt - lange nicht gelebt.
Dieser drängte die Beschwerdeführerin zunächst sogar, das Kind abzutreiben.
Noch vor der Geburt von C.________ kam es zur Trennung der Eltern, so dass
BX.________ gar nie mit seinem Sohn zusammengewohnt hat. Die Klage auf
Anfechtung der Vaterschaft zog BX.________ erst zurück, als ein Test vorlag,
der seine Vaterschaft als praktisch erwiesen bezeichnete. Dazu kommen weitere
Zweifel an der Glaubwürdigkeit BX.________ im Zusammenhang mit Erklärungen über
seine Kinder aus früheren Beziehungen. Selbst wenn es zutreffen sollte, dass
mittlerweile eine intakte und gelebte Beziehung zwischen C.________ und seinem
Vater besteht, lassen weder Ausmass noch Ausgestaltung des Besuchsrechts noch
andere Umstände auf eine aussergewöhnlich intensive Beziehung schliessen, die
über das hinausginge, was im Falle getrennt lebender Eltern üblich ist. Dazu
kommt, dass gemäss Ehescheidungsurteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 11. Juni
2008 sich die Unterhaltsverpflichtung von BX.________ in der Weiterleitung der
ihm zustehenden Kinderrenten erschöpft und dieser nicht in der Lage ist,
weitere Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
2.2.6 Die Beschwerdeführerin führt mit Bezug auf BGE 135 I 153 aus, für den
Zwang zur Ausreise eines Kindes sei das Argument der restriktiven
Einwanderungspolitik grundsätzlich nicht mehr zulässig; vielmehr seien neu die
Kindesinteressen vorrangig zu berücksichtigen. Die neue Praxis müsse auch für
ein niedergelassenes Kind in Analogie gelten (vgl. Beschwerdeschrift Ziff.
18.1.3.1.6). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die oben
zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung jedoch nur in Bezug auf Kinder mit
schweizerischer Staatsangehörigkeit präzisiert worden. Für ein
anwesenheitsberechtigtes ausländisches Kind lässt sich - wie erwähnt - aus der
neuen Praxis nichts zu seinen Gunsten ableiten, da es von Art. 24 BV
(Niederlassungsfreiheit) und Art. 25 Abs.1 BV (Verbot der Ausweisung von
Schweizer Bürgern) grundsätzlich nicht erfasst wird (vgl. auch E. 2.2.2
hiervor). Anders als in BGE 135 I 143 und 135 I 153 wäre es hier auch nicht
möglich, dass das Kind bei Erreichen der Volljährigkeit selbständig wieder in
die Schweiz zurückkehren könnte, da es nicht über die Schweizer
Staatsbürgerschaft verfügt. Damit liegen die - auch im vorliegenden Fall zu
berücksichtigenden - Kindesinteressen gerade anders als in der Konstellation
eines Kindes mit Schweizer Staatsangehörigkeit.
2.2.7 Soweit die Beschwerdeführerin noch geltend macht, durch Nichtbeachtung
von Beweisanträgen seien die familienrechtlichen Grundrechtsansprüche der
Familie X.________, welche ebenfalls aus Art. 8 EMRK abzuleiten seien, verletzt
worden, erweisen sich die entsprechenden Rügen als zu wenig substantiiert (vgl.
E. 1.5 hiervor sowie E. 4 hiernach).
2.2.8 Im Ergebnis überwiegen damit die Gründe, welche gegen die Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung für die Mutter sprechen, die gegenläufigen privaten
Interessen. Das (fast immer gegebene) Interesse, die besseren wirtschaftlichen
Verhältnisse in der Schweiz bzw. die hiesigen Sozialleistungen zu nutzen, kann
für die Abwägung nicht entscheidend sein. Die Berufung auf Art. 8 EMRK vermag
daher nicht durchzudringen.

3.
Nichts anderes ergibt sich in diesem Zusammenhang aus der in der Beschwerde
ebenfalls angerufenen Bestimmung von Art. 14 EMRK in Verbindung mit dem
UNO-Übereinkommen vom 18. Dezember 1979 zur Beseitigung jeder Form von
Diskriminierung der Frau (SR 0.108).

3.1 Die Beschwerdeführerin schliesst aus Art. 16 Abs. 1 lit. c und d bzw. Art.
5 lit. b des Abkommens in Verbindung mit Art. 14 EMRK, dass der angefochtene
Entscheid diskriminierend sei und vorliegend die "frauenspezifische Problematik
der häuslichen Gewalt" der Beschwerdeführerin Ansprüche vermitteln könne (vgl.
Beschwerdeschrift Ziff. 19.2.10).

3.2 Dem in Art. 14 EMRK verankerten Diskriminierungsverbot kommt kein
selbständiger Charakter zu, sondern es setzt die Anwendbarkeit einer anderen
Grundrechtsgarantie der EMRK voraus (BGE 134 I 257 E. 3 S. 260; 130 II 137 E.
4.2 S. 146). Ob hier eine andere EMRK-Garantie in ihrem Geltungsbereich
betroffen ist, kann aber offen gelassen werden: Die von der Beschwerdeführerin
in Verbindung mit Art. 14 EMRK genannten Bestimmungen des UNO-Übereinkommens
(Art. 16 Abs. 1 lit. c und d bzw. Art. 5 lit. b) verpflichten die
Vertragsstaaten lediglich, "alle geeigneten Massnahmen zu treffen". Damit
enthält das Übereinkommen - zumindest im Bereich der genannten Artikel - keine
konkreten Verpflichtungen, sondern überlässt den Vertragsstaaten die Mittel,
mit denen sie die Diskriminierung von Frauen beseitigen wollen. Die
Bestimmungen haben somit vor allem programmatischen Charakter (vgl. BGE 125 I
21 E. 4b S. 36; vgl. auch Hausammann/Schläppi, Menschenrechte und Frauenrechte:
Das UNO-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau
und seine Bedeutung in der Schweiz, AJP 1995 S. 38 und 42). Die Beschwerde
wegen Verletzung von Staatsvertragsrecht (vgl. Art. 95 lit. b BGG) setzt jedoch
voraus, dass die staatsvertragliche Bestimmung, deren Verletzung gerügt wird,
direkt anwendbar ("self-executing") ist. Dies trifft nur zu, wenn die
Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, um im Einzelfall
Grundlage eines Entscheides zu bilden. Die Norm muss mithin justiziabel sein,
d.h. es müssen die Rechte und Pflichten des Einzelnen umschrieben und der
Adressat der Norm die rechtsanwendenden Behörden sein (BGE 133 I 286 E. 3.2 S.
291 mit Hinweis). Diese Voraussetzungen sind hier in Bezug auf die geltend
gemachten Bestimmungen - wie oben dargelegt - nicht erfüllt.

4.
4.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich die Verletzung von Art. 29 Abs. 2
BV (Anspruch auf rechtliches Gehör), welche zu einer unrichtigen
Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG und folglich zu einer
Verletzung der Rechtsweggarantie gemäss Art. 29a BV geführt habe. Der
Vorinstanz wird unter anderem vorgeworfen, in Bezug auf die Befragung des
Kindsvaters, das Vorliegen von massiver häuslicher Gewalt sowie die berufliche
Integration der Beschwerdeführerin wichtige prozessuale Grundsätze verletzt
bzw. kantonale prozessuale Bestimmungen willkürlich angewendet und insbesondere
Beweisofferten und Beweisanträge übergangen zu haben.

4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass
die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung
Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung
berücksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a S. 51, 241 E. 2 S. 242; je mit Hinweisen).
Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei
ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene
über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis
der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 S.
88 mit Hinweisen).

Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vor, wenn ein Gericht auf die
Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil es auf Grund der bereits
abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in
vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch
weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131
I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
erfüllt: Die Vorinstanz durfte aufgrund der bereits getätigten, umfangreichen
Sachverhaltsermittlungen davon ausgehen, dass die Anhörung des Vaters bzw. der
Beizug weiterer Berichte zu keinen neuen Erkenntnissen in Bezug auf die
Intensität der Beziehung zu seinem Sohn in affektiver und wirtschaftlicher
Hinsicht führen würde. Dies umso weniger, als davon ausgegangen werden kann,
der Vater sei - im Hinblick auf die mögliche Beeinträchtigung seines
Besuchsrechts - den ersuchenden Personen gegenüber wohlwollend eingestellt und
beabsichtige, diesen zu helfen. Dass das Verwaltungsgericht in dieser Situation
auf die beantragten Einvernahmen verzichtet hat, ist daher nachvollziehbar und
stellt - ebenso wie die Beweiswürdigung in Bezug auf die geltend gemachte
massive häusliche Gewalt bzw. das Vorliegen der sozialen und beruflichen
Integration - keine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV dar. Unter diesen
Umständen liegen weder eine Gehörsverletzung noch eine unvollständige
Feststellung des Sachverhalts und auch keine Verletzung der Rechtsweggarantie
vor. Ebensowenig ist eine willkürliche, Art. 9 BV verletzende
Sachverhaltsfeststellung oder eine willkürliche Beweiswürdigung durch die
Vorinstanz auszumachen.
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich neu erstmals vorbringt, die Eltern
hätten sich im April 2010 um einen neuen Beistand für ihren Sohn bemüht,
handelt es sich um ein unzulässiges Novum; der Protokollauszug der
Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich vom 15. April 2010 sowie das Schreiben
des neu ernannten Beistandes vom 23. April 2010 sind als unzulässige "echte"
Noven aus dem Recht zu weisen (BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 344 mit Hinweisen).

5.
5.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden kann. Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde
ist nicht einzutreten (vgl. E. 1.4). Bei diesem Ergebnis besteht auch kein
Anlass, dem Eventualantrag (Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur
Neubeurteilung) stattzugeben.

5.2 Damit wird die Beschwerdeführerin an sich kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1
BGG). Da die Beschwerde aber nicht gerade als von vornherein aussichtslos zu
bezeichnen ist und die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin als erstellt gelten
kann, was das Verwaltungsgericht auch für das vorinstanzliche Verfahren und
dasjenige vor dem Regierungsrat angenommen hat, ist dem Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung der beigezogenen Rechtsanwältin
zu entsprechen (Art. 64 BGG). Dabei ist für die Festsetzung der Entschädigung
jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Rechtsschrift als übermässig
weitschweifig erwiesen hat.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen,
soweit darauf einzutreten ist.

2.
Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

3.
Der Beschwerdeführerin wird für das Verfahren vor Bundesgericht die
unentgeltliche Rechtspflege gewährt.

a) Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

b) Rechtsanwältin Caterina Nägeli, Zürich, wird zur unentgeltlichen
Rechtsbeiständin bestellt und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 2'000.--
entschädigt.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Sicherheitsdirektion des Kantons
Zürich, dem Regierungsrat des Kantons Zürich, dem Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich, 4. Kammer, und dem Bundesamt für Migration schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 23. September 2010
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Winiger