Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.401/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 1/2}
2C_401/2010

Urteil vom 14. Dezember 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Seiler, Donzallaz, Stadelmann,
Gerichtsschreiber Errass.

Verfahrensbeteiligte
Stadt Opfikon,
vertreten durch Rechtsanwältin Elisabeth Brüngger,
Beschwerdeführerin,

gegen

Erdgas Zürich AG,
vertreten durch Dr. iur. Beat Badertscher, Dr. iur. Mischa Morgenbesser,
Rechtsanwälte,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kündigung Gasversorgungsvertrag; Eigentum und Nutzung von Gasleitungen und
-anlagen,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3.
Abteilung / 3. Kammer, vom 25. Februar 2010.

Sachverhalt:

A.
Die Gemeinde Opfikon erteilte der Stadt Zürich im Jahre 1925 eine Konzession
zur Gasversorgung auf ihrem Gebiet. Der ursprüngliche Gasversorgungsvertrag von
1925 wurde 1980 durch einen neuen ersetzt. Infolge der Ausgliederung der
Gasversorgung aus der Stadtverwaltung übernahm die Erdgas Zürich AG die Rechte
und Pflichten aus dem Vertrag von 1980. Sie kündigte den Vertrag auf den 30.
September 2010. Die Vertragsparteien konnten sich nicht über die Folgen der
Vertragsauflösung einigen. Die Stadt Opfikon erhob deshalb beim
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Klage und beantragte die Feststellung,
dass die Leitungen und Anlagen der Gasversorgung nach dem 30. September 2010
ihr Eigentum geworden seien und die Erdgas Zürich AG nach diesem Datum weder
ein Recht auf Weiternutzung des Verteilnetzes noch auf irgendwelche
Entschädigungen habe. Das Verwaltungsgericht wies die Klage am 25. Februar 2010
ab und hiess die von der Erdgas Zürich AG erhobene Widerklage gut. Es stellte
fest, dass Letztere nach dem 30. September 2010 Eigentümerin der Leitungen und
Anlagen zur Gasversorgung im öffentlichen Grund der Klägerin sei.

B.
Die Stadt Opfikon beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, den Entscheid des Verwaltungsgerichts
vom 25. Februar 2010 aufzuheben und festzustellen, dass sich die Leitungen und
Anlagen der Gasversorgung Opfikon ab dem 1. Oktober 2010 in ihrem Eigentum
befänden und die Erdgas Zürich AG weder ein Recht auf Weiternutzung des
Verteilnetzes noch auf irgendwelche Entschädigungen habe. Eventuell sei die
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

C.
Der Präsident der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung hat der
Beschwerdegegnerin am 23. September 2010 vorsorglich untersagt, die der
Gasversorgung der Stadt Opfikon dienenden Leitungen und Anlagen zu veräussern.
Zugleich hat er erklärt, dass die Beschwerdegegnerin vorläufig berechtigt und
verpflichtet bleibe, die Gasversorgung der Beschwerdeführerin nach Massgabe des
Gasversorgungsvertrags vom 20. Mai/20. Juni/28. Juli 1980 weiter zu betreiben.

D.
Eine Delegation der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung führte am 7. März 2012
mit den Verfahrensbeteiligten eine Vorbereitungs-/Einigungsverhandlung durch.
Mit Blick auf deren Vergleichsverhandlungen sistierte der Instruktionsrichter
am 13. März 2012 das bundesgerichtliche Verfahren. Mit Schreiben vom 20. Juli
2012 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass die Vergleichsgespräche zwischen
den Verfahrensbeteiligten gescheitert seien. Der Instruktionsrichter verfügte
darauf am 21. August 2012 die Wiederaufnahme des Verfahrens und gab den
Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, sich zum Verfahrensstand zu äussern, was die
Verfahrensbeteiligten auch wahrnahmen.

Erwägungen:

1.
Streitgegenstand bilden das Eigentums- und Nutzungsrecht an den Leitungen und
Anlagen der Gasversorgung in Opfikon, nachdem der zwischen den Parteien 1980
abgeschlossene Gasversorgungsvertrag aufgelöst worden ist, sowie allfällige
Entschädigungspflichten aus der Vertragsauflösung. Die Zugehörigkeit der
fraglichen Gegenstände zum Verwaltungsvermögen schliesst die Anwendbarkeit des
Zivilrechts nicht von vornherein aus. Denn öffentliche Sachen sind der
privatrechtlichen Eigentumsordnung unterstellt, soweit dies mit ihrer
Zweckbestimmung vereinbar ist und sofern das Gesetz nicht ausdrücklich etwas
anderes bestimmt (BGE 120 II 321 E. 2b S. 323; 112 II 107 E. 1 S. 109). Da auf
die zu beurteilenden Fragen hier indessen die zwischen den Parteien
geschlossenen verwaltungsrechtlichen Verträge aus den Jahren 1925 und 1980
Anwendung finden, ist vorliegende Streitsache öffentlich-rechtlicher Natur.
Der angefochtene Entscheid berührt die beschwerdeführende Gemeinde in ihrer
hoheitlichen Stellung als Inhaberin der Sachherrschaft über die kommunalen
Strassen und Plätze, in denen sich die Leitungen und Anlagen befinden. Sie ist
daher legitimiert, eine Verletzung ihrer Autonomie geltend zu machen (Art. 89
Abs. 2 lit. c BGG; BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45). Ihre Beschwerdebefugnis ergibt
sich darüber hinaus auch aus Art. 89 Abs. 1 BGG (vgl. BGE 138 I 143 E. 1.3.1 S.
149).
Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einzutreten.

2.
2.1 Die Gasversorgung ist im Kanton Zürich gleich wie in den meisten anderen
Kantonen eine kommunale Aufgabe (vgl. RICCARDO JAGMETTI, Energierecht,
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band VII, 2005, N. 3701).
Dementsprechend räumt das kantonale Recht den Gemeinden auf diesem Gebiet eine
erhebliche Entscheidungsfreiheit und damit Autonomie ein (vgl. § 2 Abs. 1 und §
7 des Energiegesetzes des Kantons Zürich vom 19. Juni 1983 [EnerG; LS 730.1]).
Dasselbe gilt für die Herrschaft über die Gemeindestrassen (vgl. §§ 5 Abs. 2, 6
Abs. 1 und 26 des Strassengesetzes des Kantons Zürich vom 27. September 1981
[StrG; LS 722.1]).
Soweit eine Verletzung der Gemeindeautonomie gerügt wird, überprüft das
Bundesgericht die Anwendung des eidgenössischen und kantonalen
Verfassungsrechts mit freier Kognition, jene des kantonalen Gesetzes- und
Verordnungsrechts dagegen nur unter dem Gesichtswinkel der Willkür (BGE 136 I
316 E. 2.2.1 S. 318).
2.2
2.2.1 Nach Auffassung der Vorinstanz standen die Gasleitungen und Anlagen in
den Strassen und Plätzen der Beschwerdeführerin bis zur Vertragsauflösung am
30. September 2010 im Eigentum der Beschwerdegegnerin. Sie stützt sich dabei
auf das kantonale Recht (§§ 3 lit. a-l sowie 37 StrG), eine langjährige Praxis,
wonach der Konzessionär in Durchbrechung des Akzessionsprinzips als Eigentümer
von Leitungen im öffentlichen Grund gilt (BGE 131 II 420 E. 3.1 S. 424), sowie
auf die Regelungen in den beiden Verträgen von 1925 (Art. 1 Ziff. 4) bzw. 1980
(Art. 1 Ziff. 5, Art. 4 Ziff. 1 und Art. 9). Die Beschwerdeführerin bestreitet
zu Recht nicht mehr, dass die Beschwerdegegnerin im Lichte der genannten
Regelungen bis zum Vertragsende Eigentümerin der Leitungen und Anlagen war.
2.2.2 Die Vorinstanz gelangt zum Schluss, dass die Auflösung des
Gasversorgungsvertrags von 1980 an dieser Rechtslage nichts ändere. Die
Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, mit der Auflösung des Vertrags
fielen die auf ihrem öffentlichen Grund befindlichen Leitungen und Anlagen in
ihr Eigentum. Der angefochtene Entscheid verletze ihre Gemeindeautonomie, weil
er auf offensichtlich unzutreffenden und den Anspruch auf rechtliches Gehör
(Art. 29 Abs. 2 BV) verletzenden Sachverhaltsfeststellungen, einer falschen
Anwendung von Art. 42 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1963 über
Rohrleitungsanlagen zur Beförderung flüssiger oder gasförmiger Brenn- oder
Treibstoffe (Rohrleitungsgesetz, RLG; SR 746.1), einer willkürlichen Auslegung
des Gasversorgungsvertrags von 1980 und der Missachtung der Eigentumsgarantie
(Art. 26 BV) beruhe.
2.3
2.3.1 Weder der Gasversorgungsvertrag von 1980 noch Bestimmungen des
eidgenössischen oder kantonalen Rechts regeln ausdrücklich, welche Auswirkungen
die Kündigung des Vertrags durch die Beschwerdegegnerin auf ihr Eigentum und
ihre Nutzungsrechte an den Leitungen und Anlagen zur Gasversorgung in Opfikon
hat. Insbesondere findet § 18 der Sondergebrauchsverordnung des Kantons Zürich
vom 24. Mai 1978 (LS 700.3) keine Anwendung, weil lediglich die
Rechtsverhältnisse an kommunalem und nicht an kantonalem öffentlichem Grund
umstritten sind. Es ist daher erforderlich, die im Gasversorgungsvertrag
geregelten Rechtsverhältnisse näher zu bestimmen.
2.3.2 Nach den vorinstanzlichen Ausführungen handelt es sich beim fraglichen
Gasversorgungsvertrag um ein standardisiertes Regelwerk. Die Stadt Zürich
teilte die Gemeinden, die sie mit Gas belieferte, in verschiedene Kategorien
ein und schloss mit ihnen entsprechende Verträge ab (vgl. auch JAGMETTI,
a.a.O., N. 3705). Für A-Gemeinden lieferte die Stadt Zürich zwar Gas, doch
führten diese die Gasversorgung selbständig durch und besassen ein eigenes
Leitungsnetz. In den B-Gemeinden dagegen besorgte die Stadt Zürich die
Gasversorgung vollständig, indem sie auch das Leitungsnetz sowie die
erforderlichen Anlagen erstellte und unterhielt. O-Gemeinden schliesslich
verzichteten auf einen besonderen Versorgungsauftrag, ermächtigten aber die
Stadt Zürich, das Gemeindegebiet auf eigenes Risiko mit Gas zu versorgen.
2.3.3 Die Beschwerdeführerin zählte zu den B-Gemeinden. Die mit ihr
abgeschlossenen Gasversorgungsverträge von 1925 und 1980 enthalten die für
B-Gemeinden typischen zwei Hauptelemente. Einerseits beauftragen sie die Stadt
Zürich, auf dem Gebiet der Gemeinde Opfikon die Gasversorgung zu betreiben. Zu
diesem Versorgungsauftrag gehören neben der Lieferung des Gases und dem
gesamten Verkehr mit den Gaskonsumenten auch der Bau und Unterhalt des
Leitungsnetzes (vgl. Art. 1-3 des Gasversorgungsvertrags von 1980; ebenso Art.
1-3 des früheren Vertrags von 1925). Andererseits erteilt die
Beschwerdeführerin der Stadt Zürich unentgeltlich eine Sondernutzungskonzession
für die Benützung ihres öffentlichen Grundes durch das zu erstellende
Leitungsnetz (Art. 4 Ziff. 4; ebenso Art. 1 Ziff. 1 und Art. 4 des Vertrags von
1925). Der Gasversorgungsvertrag von 1980 verknüpft dabei die eingeräumte
Sondernutzungskonzession mit dem Versorgungsauftrag, also der Wahrnehmung einer
öffentlichen Aufgabe. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht hervorhebt, wurde die
Sondernutzungskonzession nur mit Blick auf die Erfüllung des vertraglichen
Leistungsauftrags eingeräumt. Eine solche Rechtsgestaltung wird auch als
Konzession des öffentlichen Dienstes bezeichnet (vgl. etwa BERNHARD WALDMANN,
Die Konzession - Eine Einführung, in: Häner/Waldmann [Hrsg.], Die Konzession,
2011, S. 1 ff., 10 f.). Durch die Verknüpfung der Sondernutzungskonzession mit
dem Versorgungsauftrag unterscheidet sich die Rechtslage der B-Gemeinden von
jenen in den O-Gemeinden, wo keine Pflicht zur Gasversorgung besteht.
Mit der Auflösung des Gasversorgungsvertrags fallen sowohl der
Versorgungsauftrag der Stadt Zürich bzw. ihrer Rechtsnachfolgerin als auch die
der Letzteren erteilte Sondernutzungskonzession dahin. Die Beschwerdeführerin
wird mit der Beendigung des Vertrags also nicht zu einer O-Gemeinde, in der die
Beschwerdegegnerin den öffentlichen Grund auch ohne Wahrnehmung eines
Versorgungsauftrags benützen dürfte.
2.4
2.4.1 Nachfolgend ist zu prüfen, welche Folgen der Wegfall der
Sondernutzungskonzession für das Eigentum an den Leitungen und Anlagen in den
kommunalen Strassen und Plätzen sowie für das Nutzungsrecht des öffentlichen
Grunds der Beschwerdeführerin hat. Unbestritten erscheint zunächst, dass die
Beschwerdegegnerin mit dem Erlöschen der Sondernutzungskonzession im
öffentlichen Grund der Beschwerdeführerin keine neuen Leitungen und Anlagen
mehr bauen darf. Dagegen bestehen zwischen den Parteien unterschiedliche
Auffassungen darüber, wie sich der Wegfall der Sondernutzungskonzession auf die
Leitungen und Anlagen auswirkt, die in diesem Zeitpunkt bereits existieren und
im Eigentum der Beschwerdegegnerin stehen. Der Gasversorgungsvertrag von 1980
regelt wie erwähnt die Frage nicht. Er sieht lediglich ein Heimschlagsrecht der
Beschwerdegegnerin für den Fall vor, dass die Beschwerdeführerin den Vertrag
kündigt (Art. 1 Ziff. 5). Die Vorinstanz lehnt es ab, bei einer
Vertragsauflösung durch die Beschwerdegegnerin einen Heimfall der Leitungen und
Anlagen an die Beschwerdeführerin zu bejahen. Letztere kritisiert diese
Vertragsauslegung als willkürlich, weil sie der Beschwerdegegnerin die
Möglichkeit eröffne, durch Kündigung B-Gemeinden zu O-Gemeinden werden zu
lassen. Ausserdem verletze sie die Eigentumsgarantie, weil sie dadurch in der
Nutzung ihrer öffentlichen Sachen erheblich eingeschränkt werde.
2.4.2 Mit dem Untergang der Sondernutzungskonzession verliert der Konzessionär
sein Recht, den öffentlichen Grund weiterhin für die bisher zugelassene
Tätigkeit zu benützen. Das bedeutet, dass er die fragliche Nutzung einzustellen
und den ursprünglichen Zustand der öffentlichen Sache wiederherzustellen hat.
Das - hier nicht anwendbare - kantonale Recht hält diese Folge des Erlöschens
von Konzessionen, die eine Nutzung des kantonalen öffentlichen Grunds
betreffen, ausdrücklich fest (§ 18 Abs. 1 der Sondergebrauchsverordnung; § 56
Abs. 1 des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 [LS 724.11]). Diese
Wirkung des Konzessionsuntergangs erscheint wenig problematisch, solange die
Einrichtungen und Anlagen, die der Konzessionär errichtet hat, geringfügiger
Art sind und ohne weiteres wieder beseitigt werden können. Weisen diese jedoch
einen bedeutenden Wert auf, drängt sich auf, die Folgen der
Konzessionsbeendigung vertraglich näher zu regeln, um den gegenseitigen
Interessen angemessen Rechnung zu tragen. Insbesondere kann durch die
Vereinbarung des Heimfalls erreicht werden, dass die betriebliche Einheit
erstellter Infrastrukturanlagen auch nach der Konzessionsauflösung erhalten
bleibt (vgl. TOMAS POLEDNA, Staatliche Bewilligungen und Konzessionen, 1994, N.
303).
Wo an den vom Konzessionär erstellten Einrichtungen ein grosses Interesse
besteht, kommt der Regelung des Heimfalls eine zentrale Bedeutung zu. Von ihr
hängt ab, ob eine Konzession wirtschaftlich interessant erscheint und wie von
ihr Gebrauch gemacht wird. Der Gesetzgeber verzichtet häufig auf verbindliche
Vorschriften, damit die Beteiligten im Einzelfall eine ihrer Interessenlage
entsprechende Ordnung treffen können (vgl. POLEDNA, a.a.O., N. 304 mit Blick
auf die offene Regelung in Art. 66 f. WRG).
2.4.3 Die von der Beschwerdegegnerin gebauten Leitungen und Anlagen weisen
einen erheblichen Wert auf und bilden eine betriebliche Einheit. Im Lichte der
obigen Erwägungen hätte es sich aufgedrängt, im Gasversorgungsvertrag von 1980
den Heimfall vorzusehen und dessen Modalitäten zu ordnen. Wie erwähnt fehlt
jedoch eine solche Regelung. Da der Heimfall die wirtschaftlichen Interessen
der Beteiligten erheblich beeinflusst, kann eine solche Wirkung der
Vertragsbeendigung nicht nachträglich in den Vertrag hineininterpretiert
werden, wie dies der Beschwerdeführerin vorschwebt. Ein solcher Schritt würde
das Vertragswerk in einem zentralen Punkt verändern und kann nach Treu und
Glauben nicht als Willen der Parteien unterstellt werden. Die vorinstanzliche
Vertragsauslegung erweist sich insoweit keineswegs als willkürlich. Die
Beschwerdeführerin übersieht auch, dass sie es bei Bejahung des Heimfalls in
der Hand hätte, ihren Status als B-Gemeinde durch blosse Kündigung in jenen
einer A-Gemeinde umzuwandeln. Sie könnte damit die von der Stadt Zürich
angewandte Typisierung der Verträge mit A-, B- und O-Gemeinden unterlaufen.
Nicht weiter einzugehen ist auf die Kritik, welche die Beschwerdeführerin an
den vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen übt, da die verlangten
zusätzlichen Abklärungen an der rechtlichen Beurteilung in dieser Hinsicht
nichts zu ändern vermögen.
2.4.4 Da der Gasversorgungsvertrag von 1980 somit bei Vertragsauflösung weder
den automatischen Heimfall noch ein Heimfallsrecht der Beschwerdeführerin
vorsieht, kann die Letztere gestützt auf den Vertrag das Eigentum an den
Leitungen und Anlagen der Beschwerdegegnerin nicht beanspruchen. Wie erwähnt
besteht auch keine gesetzliche Bestimmung, die bei Erlöschen der
Sondernutzungskonzession den Heimfall anordnet. Das hat zur Folge, dass die
Beschwerdegegnerin weiterhin Eigentümerin der Leitungen und Anlagen im
öffentlichen Grund der Beschwerdeführerin bleibt.
Entgegen der Vorinstanz bedarf dieses Ergebnis keiner weiteren Begründung, weil
ein Rechtstitel für einen Eigentumsübergang fehlt, soweit kein Heimfall
eintritt bzw. beansprucht werden kann. Im Übrigen vermöchte die vorinstanzliche
Argumentation, wonach sich das Eigentum der Beschwerdegegnerin in analoger
Anwendung von Art. 32c RLG ergeben soll, kaum zu überzeugen. Selbst wenn diese
Norm entgegen dem Wortlaut von Art. 41 RLG auch auf Leitungen angewendet wird,
die lediglich der kantonalen Aufsicht unterstehen (in diesem Sinn JAGMETTI,
a.a.O., N. 3721), regelt sie das Eigentum an den Leitungen nur, soweit ein
Durchleitungsrecht besteht. Ein solches bedarf jedoch einer besonderen
Rechtsgrundlage (vgl. mit Bezug auf den öffentlichen Grund JAGMETTI, a.a.O., N.
3724). Welche Rechtsfolgen bei Wegfall des Durchleitungsrechts eintreten, lässt
sich Art. 32c RLG nicht entnehmen. Jedenfalls vermag die in Art. 32c RLG
erwähnte Betriebsbewilligung die Sondernutzungskonzession nicht zu ersetzen.
Die Bewilligung nach Art. 42 RLG vermittelt dem Inhaber keinen
bundesrechtlichen Anspruch auf Benützung fremder Grundstücke, denn das
Rohrleitungsgesetz regelt bei kantonalen Anlagen lediglich die Bewilligung und
Aufsicht, gewährt kein Enteignungsrecht und beeinflusst die dingliche
Berechtigung an Grundstücken nicht.

2.5 Aus den vorangehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin
auch nach Beendigung des Gasversorgungsvertrags am 30. September 2010
Eigentümerin der Leitungen und Anlagen im öffentlichen Grund der
Beschwerdeführerin geblieben ist. Der angefochtene Entscheid erweist sich in
diesem Punkt nicht als willkürlich und verletzt die Gemeindeautonomie der
Beschwerdeführerin nicht.
Die Vorinstanz folgert, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund des
Weiterbestehens des Eigentums die Leitungen und Anlagen im öffentlichen Grund
der Beschwerdeführerin weiterhin nutzen dürfe. Das trifft zwar aus
zivilrechtlicher Sicht zu, lässt aber ausser Acht, dass sich die fraglichen
Sachen im öffentlichen Grund befinden, der den Regeln des kantonalen
öffentlichen Rechts untersteht (Art. 664 Abs. 1 ZGB). Nach dem Erlöschen der
Sondernutzungskonzession hat die Beschwerdegegnerin kein Recht mehr, den
öffentlichen Grund weiterhin zur Durchleitung von Gas und zum Betreiben der
dafür erforderlichen Anlagen zu benützen. Wie bereits dargelegt (oben E. 2.4.2)
könnte die Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin sogar verlangen, dass
sie ihre Leitungen und Anlagen aus dem kommunalen öffentlichen Grund entfernt
und wieder den ursprünglichen Zustand herstellt.
Der angefochtene Entscheid erweist sich daher offenkundig unzutreffend und
verletzt die Gemeindeautonomie der Beschwerdeführerin, soweit er der
Beschwerdegegnerin aus zivilrechtlichen Erwägungen das Nutzungsrecht an den
Leitungen und Anlagen in ihrem öffentlichen Grund zuerkennt.

2.6 Die Vorinstanz hat erwogen, dass die Beschwerdegegnerin für die
Weiternutzung ihrer Anlagen ein Leitungsbaurecht gemäss § 105 PBG bzw. gemäss §
37 StrG beanspruchen könnte, diese Frage aber offen gelassen und dazu auch
keine tatsächlichen Feststellungen getroffen. Das Bundesgericht kann daher
nicht darüber befinden, ob die Beschwerdegegnerin allenfalls gestützt auf die
genannten Bestimmungen ein Recht hat, ihre Anlagen weiter zu nutzen. Die Sache
ist zur Beurteilung dieser Frage an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das gilt
ebenfalls mit Bezug auf die beantragte Feststellung des Nichtbestehens von
Entschädigungsansprüchen der Beschwerdegegnerin.

3.
3.1 Aus diesen Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der
angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung eines
allfälligen Weiternutzungsrechts der Anlagen durch die Beschwerdegegnerin und
eines allfälligen Entschädigungsanspruchs der Beschwerdegegnerin an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Bezüglich der Feststellung des Eigentums an den
Anlagen ist das Rechtsmittel abzuweisen.

3.2 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen
Verfahrens den Parteien, die Vermögensinteressen verfechten, je zur Hälfte
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Die Parteientschädigungen sind
wettzuschlagen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der angefochtene Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 25. Februar 2010 wird aufgehoben und
die Sache zur Neubeurteilung eines allfälligen Weiternutzungsrechts der Anlagen
durch die Beschwerdegegnerin und eines allfälligen Entschädigungsanspruchs der
Beschwerdegegnerin an die Vorinstanz zurückgewiesen. Bezüglich der Feststellung
des Eigentums an den Anlagen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 12'000.-- werden den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.

3.
Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich, 3. Abteilung / 3. Kammer, und dem Bundesamt für Energie
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Dezember 2012

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Errass