Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.404/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_404/2010

Urteil vom vom 20. Februar 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Karlen,
Bundesrichter Seiler,
Bundesrichter Donzallaz,
Bundesrichter Stadelmann,
Gerichtsschreiber Merz.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Erhard Pfister,

gegen

Wasserversorgung Wangen,
Postfach 122, 8855 Wangen SZ,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Heribert Trachsel, Breitenstrasse 16, 8852
Altendorf,
Gemeinderat Wangen (SZ),
Postfach 264, 8855 Wangen SZ.

Gegenstand
Wasseranschlussgebühren (Art. 5 Abs. 1, Art. 29 Abs. 2, Art. 36 Abs. 1, Art.
127 Abs. 1 und Art. 164 Abs. 1 lit. d BV),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz,
Kammer II, vom 18. März 2010.

Sachverhalt:

A.
Die X.________ AG erstellte in Wangen (SZ) eine neue Fabrikationshalle mit
einem Bürotrakt. Die Wasserversorgung Wangen setzte mit Verfügung vom 29.
August 2007 eine Gebühr für den Wasseranschluss des neuen Gebäudes auf Fr.
165'831.70 fest. Die dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben ohne
Erfolg.

B.
Die X.________ AG beantragt dem Bundesgericht mit Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, die in dieser Sache ergangenen
Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 18. März 2010, des
Gemeinderats Wangen vom 8. Oktober 2008 und der Wasserversorgung Wangen vom 29.
August 2007 aufzuheben. Ausserdem stellt sie mehrere Eventualanträge,
namentlich auf Rückweisung zur Neubeurteilung durch die Vorinstanz.

Die Wasserversorgung Wangen, der Gemeinderat Wangen und das Verwaltungsgericht
stellen Antrag auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den kantonal
letztinstanzlichen Endentscheid des Verwaltungsgerichts, durch welchen die
Beschwerdeführerin als Abgabepflichtige betroffen wird, ist grundsätzlich
zulässig (vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 89 Abs. 1 BGG). Es geht um eine
Angelegenheit des öffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG; vgl. allg. BGE
2C_561/2010 vom 28. Juli 2011 E. 1.1; 132 V 303 E. 4.4.2 S. 307). Denn auch
wenn die Wasserversorgung Wangen als Genossenschaft gegenüber der
Beschwerdeführerin auftritt, handelt es sich bei der Erhebung einer
Wasseranschlussgebühr den kantonalen Regelungen zufolge um die Erfüllung einer
öffentlichen Aufgabe, welche der Kanton den Gemeinden übertragen bzw.
überlassen hat (s. Näheres in E. 3.1 hienach; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 4C.382/1995 vom 27. September 1996 E. 1, in: ZBl 98/1997 S.
410). Zudem ist die Wasserversorgung Wangen eine öffentlich-rechtliche
Körperschaft. Wegen des Devolutiveffekts ist allerdings auf die Anträge der
Beschwerdeführerin, nicht nur das Urteil des Verwaltungsgerichts, sondern auch
die vorangegangenen Entscheide des Gemeinderats und der Wasserversorgung
aufzuheben, nicht einzutreten (vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG; BGE 134 II 142
E. 1.4 S. 144). Immerhin gelten sie inhaltlich als mit angefochten.

2.
Streitgegenstand bildet die Verfassungsmässigkeit der Wasseranschlussgebühr von
Fr. 165'831.70, welche die Wasserversorgung Wangen der Beschwerdeführerin
auferlegt. Letztere macht geltend, diese Abgabe beruhe nicht auf einer
genügenden gesetzlichen Grundlage. Zudem verletze sie das Kostendeckungs- und
Äquivalenzprinzip. Weiter wirft die Beschwerdeführerin den kantonalen Instanzen
vor, das Reglement der Wasserversorgung willkürlich anzuwenden und ihren
Anspruch auf rechtliches Gehör zu missachten.

3.
3.1 Im Kanton Schwyz erheben die Gemeinden nach § 51 des kantonalen Planungs-
und Baugesetzes vom 14. Mai 1987 (PBG/SZ; SRSZ 400.100) für den Anschluss an
die Ver- und Entsorgungsnetze der Gemeinde oder ihrer Anstalten einmalige
Anschlussbeiträge oder Anschlussgebühren und für die Benützung wiederkehrende
Betriebsgebühren (Abs. 1). Schuldpflicht, Voraussetzungen und Höhe der Abgaben
sind in den Grundsätzen in einem Reglement festzulegen (Abs. 2). Die Gemeinden
können die Versorgung mit Wasser oder Energie selber übernehmen oder sie einem
externen Versorgungswerk (einer öffentlich- oder privatrechtlichen
Wassergenossenschaft bzw. einem Elektrizitätswerk) übertragen (vgl. § 38 Abs. 3
PBG/SZ). Im zuletzt genannten Fall ist das Rechtsverhältnis zwischen Gemeinde
und Versorgungswerk durch eine Konzession zu regeln, die unter anderem
mindestens Bestimmungen über die Grundsätze der Abgabenordnung des
Konzessionärs enthalten muss (§ 38 Abs. 4 PBG/SZ).

3.2 Die Gemeinde Wangen hat die Wasserversorgung auf ihrem Gebiet gemäss § 38
Abs. 3 PBG/SZ mit einem vom Regierungsrat des Kantons Schwyz zuletzt am 7.
Januar 2002 genehmigten Konzessionsvertrag einer Genossenschaft - der
Wasserversorgung Wangen - übertragen. Dieser Vertrag regelt entsprechend § 38
Abs. 4 PBG/SZ die Grundsätze der Abgabenerhebung durch die Wasserversorgung.
Art. 14 des Konzessionsvertrages lautet wie folgt:
"1 Die Wasserversorgung ist berechtigt, folgende Beiträge und Gebühren zu
erheben:
a) Beiträge für die Erweiterung des Hauptleitungsnetzes
(Erschliessungsbeiträge),
b) Gebühren für den Anschluss von Bauten und Anlagen (Anschlussgebühren),
c) Gebühren für den Wasserbezug (Betriebsgebühren),
d) Gebühren für Ersatzinvestitionen (Erneuerungsgebühren).

2 Erschliessungsbeiträge können von Grundeigentümern erhoben werden, wenn ein
Anschluss die Verlängerung oder Verlegung der Hauptleitung erfordert oder wenn
eine Hauptleitung vorsorglicherweise verlängert oder verlegt wird und dadurch
einzelnen Grundeigentümern ein wirtschaftlicher Sondervorteil erwächst.

3 Anschlussgebühren sind von jenen zu erheben, die an das Netz der
Wasserversorgung angeschlossen werden.

4 Jährliche Betriebsgebühren werden für den Bezug von Trink- und Brauchwasser
erhoben.

5 Erneuerungsgebühren können von den Grundeigentümern angeschlossener Bauten
und Anlagen bei erheblichen Sanierungen oder bei Ersatz bestehender
Wasseranlagen erhoben werden."
Art. 15 Abs. 2 des Konzessionsvertrages bestimmt weiter, dass die
Anschlussgebühren nach Massgabe des Gebäudevolumens bemessen werden, wobei die
Bemessung je nach Gebäudezweck (Wohn-, Gewerbebaute, öffentliches Gebäude,
Garage, Lagerhalle, landwirtschaftliches Objekt etc.) differenziert werden
kann. Nach Art. 16 Abs. 1 des Konzessionsvertrages sind die konkreten
Abgabesätze in einem Gebührentarif festzulegen, der von der Hauptversammlung
der Wasserversorgung erlassen wird.

Die Wasserversorgung Wangen hat am 31. März 2007 ein Reglement für Wasserabgabe
erlassen, das in Art. 60 Abs. 1 lit. b die Erhebung einer einmaligen
Anschlussgebühr vorsieht und in den Art. 62 und 63 deren Erhebung näher regelt.
Der ebenfalls am 31. März 2007 verabschiedete Gebührentarif der
Wasserversorgung enthält die Ansätze für die Festsetzung der Anschlussgebühren.
Im interessierenden Zeitpunkt belief sich der Ansatz für Industrie- und
Fabrikationsbauten auf Fr. 7.-- pro Kubikmeter Gebäudeinhalt. Bei solchen
Bauten werden pro genutztem Geschoss maximal 3.50 Meter Höhe für die
Kubaturenberechnung berücksichtigt, wenn sie überdurchschnittlich hohe Räume
aufweisen (Ziff. 2 mit Fussnote 1 des Gebührentarifs).

3.3 Nach den kantonalen Instanzen beläuft sich der anrechenbare Gebäudeinhalt
der von der Beschwerdeführerin neu erstellten Fabrikationshalle auf 23'135 m3.
In Anwendung des für Fabrikationsbauten massgebenden Ansatzes von Fr. 7.-- pro
Kubikmeter legen sie die geschuldete Anschlussgebühr auf Fr. 161'945.-- fest
und stellen der Beschwerdeführerin unter Hinzurechnung der Mehrwertsteuer von
2,4 % den bereits erwähnten Betrag von Fr. 165'831.70 in Rechnung.

Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass die Anwendung der genannten
Vorschriften die von der Wasserversorgung verlangte Anschlussgebühr ergibt. Sie
stellt auch nicht in Frage, dass die Gemeinde Wangen die Erhebung von
Anschlussgebühren der Wasserversorgung übertragen kann. Sie ist jedoch der
Auffassung, dass der Konzessionsvertrag die gemäss § 38 Abs. 4 PBG/SZ bzw.
bundesgerichtlicher Rechtsprechung erforderlichen Grundsätze der Abgabenordnung
nicht einhalte und es daher an einer ausreichenden Regelung der Abgabe auf
Stufe eines formellen Gesetzes fehle.

4.
4.1 Öffentliche Abgaben bedürfen abgesehen von den Kanzleigebühren einer
Grundlage in einem formellen Gesetz. Dieses muss zumindest den Kreis der
Abgabepflichtigen, den Gegenstand und die Bemessung der Abgabe regeln (vgl.
Art. 127 Abs. 1 und Art. 164 Abs. 1 lit. d BV; BGE 136 I 142 E. 3.1 S. 144 f.).
Die Rechtsprechung lockert die Anforderungen an die Umschreibung der
Abgabenbemessung im formellen Gesetz, wenn das Mass der Abgabe durch
überprüfbare verfassungsrechtliche Prinzipien (Kostendeckungs- und
Äquivalenzprinzip) begrenzt wird und nicht allein der Gesetzesvorbehalt diese
Schutzfunktion erfüllt (vgl. BGE 135 I 130 E. 7.2 S. 140; 132 II 371 E. 2.1 S.
374; 121 I 230 E. 3e und g/aa S. 235 ff.).

4.2 Die Gemeinde Wangen hat die Grundzüge der Abgabenerhebung durch die
Wasserversorgung Wangen in dem mit der Letzteren abgeschlossenen
Konzessionsvertrag geregelt. Da der Konzessionsvertrag nicht bloss von der
Gemeindeexekutive und vom Regierungsrat, sondern auch von der
Gemeindeversammlung als Gemeindelegislative (vgl. das Gesetz des Kantons Schwyz
über die Organisation der Gemeinden und Bezirke vom 29. Oktober 1969 [SRSZ
152.100], insb. §§ 7 und 31) genehmigt worden ist, stellt die Vorinstanz die
darin enthaltenen Bestimmungen über die Abgabenerhebung zu Recht einem
formellen Gesetz gleich (vgl. zur Gleichstellung eines kommunalen Erlasses mit
einem eigentlichen formellen Gesetz: BGE 127 I 60 E. 2e S. 66; 120 Ia 265 E. 2a
S. 266 f.). Daran ändert nichts, dass der Konzessionsvertrag zunächst zwischen
der Gemeindeverwaltung und der Wasserversorgung ausgehandelt und abgeschlossen
worden ist (vgl. Thierry Tanquerel, La nature juridique des contrats de
prestations, in: Bellanger/Tanquerel, Les contrats de prestations, 2002, S.
27). Die nähere Regelung der Abgaben kann die Gemeinde sodann im gleichen
Umfang an die Wasserversorgung übertragen, als eine Delegation an die
Gemeindeexekutive zulässig ist (vgl. BGE 136 I 316 E. 2.4.1 S. 320 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2010 vom 25. Oktober 2011 E. 3.3;
August Mächler, Rechtsfragen um die Finanzierung privater Träger öffentlicher
Aufgaben, AJP 2002 S. 1179; Arnold Marti, Aufgabenteilung zwischen Staat und
Privaten auf dem Gebiet der Rechtsetzung, AJP 2002 S. 1155).

5.
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin umschreibt die im Konzessionsvertrag
getroffene Regelung weder den Gegenstand der Anschlussgebühren noch den Kreis
der Abgabepflichtigen in hinreichender Bestimmtheit.

Wie erwähnt, sieht Art. 14 Abs. 3 des Konzessionsvertrages vor, dass
Anschlussgebühren von jenen zu erheben sind, die an das Netz der
Wasserversorgung angeschlossen werden. Daraus gehen Gegenstand und Pflichtige
genügend klar hervor. Gemäss dem Wortlaut von Art. 14 Abs. 1 des
Konzessionsvertrages wird der Wasserversorgung aber lediglich das Recht gewährt
(vgl. "ist berechtigt"), neben anderen Abgaben auch Anschlussgebühren zu
erheben; er verpflichtet sie nicht dazu. Der Bürger kann daher aus dem Gesetz
im formellen Sinn - hier dem von der Gemeindeversammlung genehmigten
Konzessionsvertrag - nicht entnehmen, welche Abgaben er tatsächlich schuldet.
Verfassungsrechtlich genügt es indessen, wenn der mögliche Gegenstand und der
mögliche Kreis der Abgabepflichtigen aus dem formellen Gesetz hervorgehen. Art.
14 des Konzessionsvertrages bildet daher unter Vorbehalt des Folgenden eine
genügende gesetzliche Grundlage für die Erhebung der umstrittenen
Anschlussgebühr.

6.
Die Beschwerdeführerin kritisiert hauptsächlich, dass der Konzessionsvertrag
keine ausreichende Begrenzung der Anschlussgebühren vornehme.

6.1 Art. 15 Abs. 2 des Konzessionsvertrages beschränkt sich auf die Nennung des
Bemessungskriteriums - das Gebäudevolumen - und die möglichen Abstufungen des
Tarifs nach Nutzungen. Hingegen delegiert Art. 16 Abs. 1 des
Konzessionsvertrages die Festlegung des Tarifs ausdrücklich an die
Wasserversorgung. Es trifft deshalb zu, dass der Konzessionsvertrag die
Gebührenhöhe nicht begrenzt. Die Wasserversorgung ist insoweit frei, den pro
Kubikmeter Gebäudeinhalt zu bezahlenden Betrag festzusetzen.

6.2 Nach der angeführten Rechtsprechung (s. E. 4.1 hievor) kann aber auf eine
Begrenzung der Abgabenhöhe im formellen Gesetz verzichtet werden, wenn das
Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip diese Funktion übernehmen. Die Vorinstanz
erachtet diese Voraussetzung als erfüllt. Sie geht unter Verweis auf ihre
eigene Rechtsprechung (VGE 706/00 vom 15. November 2000, in: ZBl 102/2001 S.
156 ff.) auch davon aus, dass die in Art. 16 Abs. 2 des Konzessionsvertrages
enthaltenen Vorgaben für die Abgabenbemessung eine hinreichende - wenn auch
nicht zahlenmässige - Begrenzung sicherstellen. Die genannte Bestimmung sieht
vor, dass Beiträge und Gebühren die Deckung der eigenen laufenden
Betriebskosten (lit. a), die Amortisation und Verzinsung der Investitionen
(lit. b), die Bildung von angemessenen Reserven zwecks Gewährleistung einer
ausreichenden Selbstfinanzierung (lit. c) und die Erzielung eines im
Gemeindevergleich üblichen wirtschaftlichen Ertrages (lit. d) ermöglichen.

6.3 Das Kostendeckungsprinzip besagt, dass die Gesamteingänge den Gesamtaufwand
für den betreffenden Verwaltungszweig nicht oder höchstens geringfügig
überschreiten sollen. Zum Gesamtaufwand zählen nicht nur die laufenden
Ausgaben, sondern auch angemessene Rückstellungen, Abschreibungen und Reserven.
Dagegen lässt es das Kostendeckungsprinzip nicht zu, dass die Eingänge höher
als der im obigen Sinne grosszügig umschriebene Aufwand festgelegt werden, dass
also ein Gewinn angestrebt wird (vgl. BGE 124 I 11 E. 6c S. 20 sowie E. 7c und
e S. 22 f.).

Wie ausgeführt, sieht allerdings Art. 16 Abs. 2 lit. d des Konzessionsvertrages
ausdrücklich die Erzielung eines wirtschaftlichen Ertrages vor. Ob und
inwiefern es grundsätzlich zulässig ist, dem Konzessionär bei Auslagerung einer
öffentlichen Aufgabe die Erzielung eines Gewinns zu ermöglichen, kann an dieser
Stelle offen bleiben. Auf jeden Fall kann das Kostendeckungsprinzip die
verfassungsrechtlich gebotene Begrenzung der Abgabenhöhe nicht übernehmen,
soweit von vornherein höhere Einnahmen erzielt werden sollen, als Kosten
anfallen (vgl. auch Mächler, a.a.O., AJP 2002 S. 1180). Die angefochtene
Anschlussgebühr, welche einen wirtschaftlichen Ertrag mitumfassen soll,
entbehrt damit der erforderlichen Grundlage in einem formellen Gesetz.

6.4 Eine Gebührenerhebung muss deshalb aber nicht von vornherein vollständig
ausscheiden. Sie ist vielmehr in dem Umfang zulässig, als das Kostendeckungs-
und Äquivalenzprinzip eingehalten und dadurch die Abgabenhöhe begrenzt werden
kann. Dabei ist nach dem Dargelegten (E. 6.3 hievor) eine Gewinnerzielung
gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. d des Konzessionsvertrages jedoch ausgeschlossen.
Andernfalls könnten die erwähnten Prinzipien nicht an Stelle eines formellen
Gesetzes die erforderliche Begrenzungsfunktion übernehmen. In der Folge ist zu
untersuchen, ob eine teilweise Gebührenerhebung dementsprechend möglich ist.

6.5 In der Gemeinde Wangen bildet die Wasserversorgung einen einheitlichen
Verwaltungszweig, der seinen gesamten Aufwand mit mehreren Abgabearten
(Erschliessungsbeiträge, Anschluss-, Betriebs- und Erneuerungsgebühren), für
die allenfalls unterschiedliche Abgabepflichtige aufkommen müssen, finanziert
(vgl. Art. 14 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 2 des Konzessionsvertrages).

Das Kostendeckungsprinzip schreibt eine Aufgliederung eines Verwaltungszweiges
in Teilbereiche nicht vor. Fehlt es an einer weiteren Unterteilung, bezieht
sich dieses Prinzip nur auf den gesamten Verwaltungszweig. Es sind dann
Querfinanzierungen zwischen den Teilbereichen denkbar (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 2C_644/2009 vom 16. August 2010 E. 4.2; 2P.45/2003 vom 28.
August 2003 E. 5.1, in: ZBl 105/2004 S. 263 und URP 2004 S. 111; Adrian
Hungerbühler, Grundsätze des Kausalabgabenrechts, ZBl 104/2003 S. 520 f.). Das
Kostendeckungsprinzip hat dabei eine abgabenbegrenzende Funktion aber nur
bezüglich aller Abgabearten zusammen, die für die Wasserversorgung erhoben
werden, hingegen nicht für jede einzelne Abgabenart wie z.B. die
Wasseranschlussgebühr allein.

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann in einer solchen Situation
das Kostendeckungsprinzip die dem Gesetzesvorbehalt zugedachte Schutzfunktion
für die einzelne Abgabenart - wie z.B. die Anschlussgebühren - jedoch nicht
übernehmen, falls auch die Finanzierung des Versorgungswerks nicht näher
abgegrenzt und auf einzelne Kategorien von Abgabepflichtigen bzw. Abgaben
verteilt ist. Es ist dann nämlich offen, in welcher Form und in welchem Ausmass
die jeweiligen Kategorien zur Finanzierung herangezogen werden sollen (vgl. BGE
120 Ia 265 E. 2b S. 267 f.; 118 Ia 320 E. 4 S. 325 f.; Urteil 2C_150/2007 vom
9. August 2007 E. 4, in: ZBl 109/2008 S. 277).

6.6 Im Gebiet der Wasserversorgung Wangen sind die laufenden Betriebskosten
durch die Betriebsgebühren zu decken (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. c und Abs. 4
sowie Art. 16 Abs. 2 lit. b des Konzessionsvertrages). Demgegenüber werden die
Investitionskosten - namentlich die Amortisation und Verzinsung der
Investitionen gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b des Konzessionsvertrages - mit den
Erschliessungsbeiträgen und den Erneuerungsgebühren finanziert, soweit die
Voraussetzungen von Art. 14 Abs. 2 bzw. Abs. 5 des Konzessionsvertrages erfüllt
sind. Die verbleibenden Investitionskosten sind über die Anschlussgebühren zu
finanzieren (vgl. Art. 14 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 des Konzessionsvertrages).
Schliesslich können alle erwähnten Abgabearten zur Bildung von angemessenen
Reserven zwecks Gewährleistung einer ausreichenden Selbstfinanzierung im Sinne
von Art. 16 Abs. 2 lit. c des Konzessionsvertrages anteilsmässig herangezogen
werden. Der von der Gemeindeversammlung genehmigte Konzessionsvertrag sieht
mithin eine hinreichende Abgrenzung der verschiedenen Abgabearten vor.

Werden die Betriebs- und Investitionskosten einschliesslich der Reserven wie
dargelegt definiert und auch nach anerkannten Buchhaltungsgrundsätzen präzise
zugeordnet, ist eine Überprüfung der Einhaltung des Kostendeckungs- und
Äquivalenzprinzips nach den jeweiligen Kategorien möglich. Dazu hat das
Wasserwerk aber entsprechend getrennte Investitions- und Betriebsrechnungen zu
führen. Unter diesen Vorgaben erscheint eine Überprüfung der Höhe der
angefochtenen Anschlussgebühr im Lichte des Kostendeckungs- und
Äquivalenzprinzips nicht zum Vornherein ausgeschlossen.

6.7 Die Vorinstanz hat - wie erwähnt - die Einhaltung des
Kostendeckungsprinzips nur mit Blick auf die gesamte Wasserversorgung geprüft.
Sie hat hingegen nicht untersucht, ob die Wasserversorgung ihre Rechnungen nach
anerkannten Buchhaltungsgrundsätzen mit der erwähnten Aufgliederung zwischen
den einzelnen Abgabearten bzw. Abgabepflichtigen erstellt hat und ob diese
Rechnungen in Bezug auf die Anschlussgebühren insoweit richtig sind. Nur falls
diese Zuordnungen korrekt vorgenommen wurden, kann die Einhaltung des
Kostendeckungsprinzips anschliessend betreffend die hier streitige
Anschlussgebühr geprüft werden bzw. ihre Höhe unter Beachtung dieses Prinzips
neu festgesetzt werden.

Die Sache ist deshalb zur Neubeurteilung im Sinne obenstehender Erwägungen an
die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG).

6.8 Die Beschwerde erweist sich nach dem Dargelegten - zumindest im
Eventualantrag - als begründet. Sie ist gutzuheissen und der angefochtene
Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben. Die Sache wird zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückgewiesen.

7.
Bei diesem Ausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten der Beschwerdegegnerin
(Wasserversorgung Wangen), die finanzielle Interessen verficht, aufzuerlegen
(Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Diese hat ausserdem die Beschwerdeführerin für das
bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen (Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und der
Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 18. März 2010
aufgehoben. Die Sache wird zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht
zurückgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des
Kantons Schwyz, Kammer II, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Februar 2012

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Merz