Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.472/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_472/2010

Urteil vom 18. Januar 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Bundesrichter Stadelmann,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch K-vis GmbH

gegen

Kantonales Steueramt Aargau,
Gemeinderat Remetschwil.

Gegenstand
Feststellung der Steuerpflicht,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 2.
Kammer, vom 21. April 2010.

Sachverhalt:

A.
X.________ hatte sein Steuerdomizil bis zum April 2003 unbestrittenermassen in
Remetschwil AG, wo er in einer eigenen Liegenschaft lebte. Am 12. April 2003
meldete er sich bei der Einwohnerkontrolle Remetschwil ab, wobei er im
Fragebogen an "Wegzüger ins Ausland" die voraussichtliche Dauer des
Auslandaufenthaltes mit 3 Jahren angab. Zum Zeitpunkt der Abmeldung aus
Remetschwil war X.________ Chief Financial Officer und Mitglied der
Geschäftsleitung des Y.________ Verbandes. Ab dem 1. Januar 2004 war er noch zu
80% und ab dem 1. Januar 2006 noch zu 50% für diesen Verband tätig. Ab dem 15.
Januar 2003 war er gleichzeitig "First Vice Chairman of the Board of Directors"
und Chief Financial Officer der Z.________ Holding, Singapur. Dabei bewohnte er
in Singapur ein Appartement.
Am 4. Februar 2008 hielt die Steuerkommission Remetschwil fest, X.________ sei
kraft persönlicher Zugehörigkeit weiterhin ab 15. April 2003 in der Gemeinde
Remetschwil unbeschränkt steuerpflichtig. Eine gegen diesen
Steuerdomizilentscheid gerichtete Einsprache wies die Steuerkommission
Remetschwil am 28. April 2008 ab.

B.
Gegen den Einspracheentscheid erhob X.________ Rekurs beim Steuerrekursgericht
des Kantons Aargau, wobei er geltend machte, es bestehe keine unbeschränkte
Steuerpflicht ab dem 15. April 2003 in Remetschwil.
Mit Entscheid vom 22. Oktober 2009 wies das Steuerrekursgericht des Kantons
Aargau den Rekurs ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 21. April 2010 ebenfalls
ab.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 27. Mai 2010
beantragt X.________, die Feststellungsverfügung über seine unbeschränkte
Steuerpflicht im Kanton Aargau bzw. in der Gemeinde Remetschwil ab April 2003
sei - unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - vollumfänglich aufzuheben und
festzustellen, dass er ab diesem Datum in Remetschwil nicht mehr unbeschränkt
steuerpflichtig sei.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau schliesst auf Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Kantonale Steueramt Aargau und
die Eidgenössische Steuerverwaltung schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
Die Gemeinde Remetschwil hat auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:

1.
1.1 Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen kantonal
letztinstanzlichen Steuerdomizilentscheid, d.h. um eine Angelegenheit des
öffentlichen Rechts, die unter keinen Ausschlussgrund gemäss Art. 83 BGG fällt
und daher mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art.
82 ff. BGG in Verbindung mit Art. 146 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990
über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) sowie Art. 73 des Bundesgesetzes
vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden (StHG; SR 642.14) an das Bundesgericht weitergezogen werden kann.
Der Beschwerdeführer ist gestützt auf Art. 89 Abs. 1 BGG zur Beschwerde
legitimiert. Auf sein frist- und formgerecht eingereichtes Rechtsmittel ist
einzutreten (Art. 100 BGG).

1.2 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG
geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an
(Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend
gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann
eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es
kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz
abweichenden Begründung abweisen. Das Bundesgericht legt sodann seinem Urteil
den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1
BGG), es sei denn, dieser werde in rechtsgenüglicher Form beanstandet (Art. 106
Abs. 2 BGG) und sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (Art. 105 Abs. 2 bzw. Art. 97 Abs. 1
BGG). Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur soweit vorgebracht werden, als
erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl.
BGE 135 I 143 E. 1.5 S. 146 f.).

2.
2.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 DBG, Art. 3 Abs. 1 StHG sowie § 16 Abs. 1 des
Steuergesetzes [des Kantons Aargau] vom 15. Dezember 1998 (StG/AG) sind
natürliche Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn
sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz bzw. im
Kanton haben. Einen solchen Wohnsitz hat eine Person, wenn sie sich hier mit
der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht hier
einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist (Art. 3 Abs. 2 DBG, Art. 3 Abs.
2 StHG, § 16 Abs. 2 StG/AG).

2.2 Das Bundesgericht hat bereits verschiedentlich festgehalten, dass als
Wohnsitz einer Person der Ort gilt, an dem sich faktisch der Mittelpunkt ihrer
Lebensinteressen befindet. Dieser bestimmt sich nach der Gesamtheit der
objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen,
nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person. Der
steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wählbar; eine bloss affektive
Bevorzugung des einen oder anderen Ortes fällt nicht ins Gewicht (BGE 125 I 54
E. 2a S. 56; 123 I 289 E. 2b S. 294).

Sodann hat das Bundesgericht ausgeführt, dass für eine Wohnsitzverlegung nicht
genügt, die Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz zu lösen; entscheidend ist
vielmehr, dass nach den gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet worden
ist. Obschon das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer - anders als noch
Art. 4 Abs. 1 des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 über die Erhebung
einer direkten Bundessteuer (BdBSt; BS 6 350; in Kraft bis 31. Dezember 1994) -
zur Umschreibung des steuerlichen Wohnsitzes nicht mehr (ausdrücklich) auf das
Zivilgesetzbuch (Art. 23 bis 26 ZGB) verweist, hat sich der rechtliche Gehalt
dieses Begriffs nicht verändert und lehnt sich weitgehend an den
Wohnsitzbegriff des ZGB an (vgl. dazu auch Botschaft vom 25. Mai 1983 über die
Steuerharmonisierung, BBl 1983 III 86 und 155): Nach wie vor gilt, dass niemand
an mehreren Orten zugleich Wohnsitz haben kann. Gleichermassen bleibt der
einmal begründete Wohnsitz - grundsätzlich - bis zum Erwerb eines neuen
bestehen. Nicht entscheidend ist deshalb in der Regel, wann der
Steuerpflichtige sich am bisherigen Wohnort abgemeldet oder diesen verlassen
hat. Begibt er sich ins Ausland, bleibt er in der Schweiz steuerpflichtig, bis
er nachweisbar im Ausland einen neuen Wohnsitz begründet. Im vorliegenden Fall
erweist es sich allerdings aufgrund der nachfolgend aufgeführten Erwägungen als
unnötig, für das Fortbestehen des Steuerdomizils des Beschwerdeführers auf die
- im Übrigen in der Lehre teilweise umstrittene - Wohnsitzfiktion von Art. 24
Abs. 1 ZGB abzustellen (vgl. auch Urteil 2C_355/2010 vom 7. Dezember 2010, E.
4.2).

Die Steuerbehörden haben die den Steuerwohnsitz konstituierenden
Sachverhaltselemente zwar von Amtes wegen abzuklären (Art. 123 Abs. 1 DBG). Der
Steuerwohnsitz ist als steuerbegründende Tatsache grundsätzlich von den
Steuerbehörden nachzuweisen. Der Steuerpflichtige ist jedoch zur Mitwirkung und
namentlich zu umfassender Auskunftserteilung über die für die Besteuerung
massgebenden Umstände verpflichtet (vgl. Art. 124 ff. DBG, §§ 180 ff. StG/AG).
Dass eine Wohnsitzverlegung stattgefunden hat, ist somit vom Steuerpflichtigen
im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht darzulegen. Dazu gehört nicht nur die
endgültige Lösung der Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz, sondern auch die
Darstellung der Umstände, welche zur Begründung des neuen Wohnsitzes geführt
haben (Urteile 2A.350/1990 vom 15. März 1991 E. 3a, in: ASA 60 S. 499; 2P.145/
1998 vom 29. September 1999 E. 3c, in: Pra 2000 Nr. 7 S. 29; vgl. auch Urteil
2A.475/2003 E. 2.3).

2.3 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil erwogen, der ausschliessliche
Wohnsitz des Beschwerdeführers bis zu seiner Abmeldung sei in Remetschwil
gewesen. Er habe seine Liegenschaft dort auch nach der Abmeldung beibehalten
und keine Fremdvermietung vorgenommen. Zwar sei er danach beruflich einerseits
im asiatischen Raum tätig gewesen, aber die Arbeitstätigkeit in der Schweiz
habe andererseits doch ca. 20-30% seiner Gesamttätigkeit ausgemacht. Zur
Ausübung dieser Arbeitstätigkeit habe er sich zumindest teilweise in
Remetschwil aufgehalten. Zudem habe er auch aus privaten Gründen in Remetschwil
geweilt. Das berufliche Engagement in Singapur sei von vornherein befristet
gewesen. Die Vorinstanz kommt im Anschluss an diese Erwägungen zum Schluss, die
Umstände würden nicht dafür sprechen, dass sich der Mittelpunkt der beruflichen
und persönlichen Beziehungen des Beschwerdeführers von Remetschwil
wegverschoben hätten. Ergänzend weist sie darauf hin, Änderungen im
Handelsregister seien stets mit Wohnsitzangabe Remetschwil erfolgt.
Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, die tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz seien offensichtlich unrichtig bzw. willkürlich (Art. 97 Abs. 1
BGG). Er bestreitet an sich auch die Überlegungen zum Mittelpunkt der
persönlichen Beziehungen nicht, sondern macht im Wesentlichen geltend, bei
Führungskräften der Wirtschaft seien die wirtschaftlichen Beziehungen stärker
zu gewichten als die persönlichen Beziehungen. Insgesamt seien die persönlichen
Beziehungen sowohl in der Schweiz wie in Singapur vernachlässigbar. Diesen
Überlegungen des Beschwerdeführers kann so nicht gefolgt werden: Die
geschäftlichen Interessen können für die Bestimmung des Mittelpunktes der
Interessen des Steuerpflichtigen nur dann von Bedeutung sein, wenn sie einen
überwiegenden Teil seiner Gesamtinteressen darstellen (vgl. Kurt Locher/Walter
Meier/Rudolf von Siebenthal/Andreas Kolb, Doppelbesteuerungsabkommen
Schweiz-Deutschland 1971 und 1978, B 4.2 Nr. 3). Der Beschwerdeführer übersieht
bei seiner Argumentation, dass auch Führungskräfte der Wirtschaft soziale
Beziehungen pflegen und dass insbesondere derartige Beziehungen ein gewichtiges
Element bei der Bestimmung des Mittelpunktes der Lebensinteressen darstellen,
woran nichts zu ändern vermag, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum
interkantonalen Doppelbesteuerungsrecht ausnahmsweise bei leitenden
Angestellten, welche Wochenaufenthalter sind, den Arbeitsort als
Hauptsteuerdomizil bezeichnet (vgl. dazu Ernst Höhn/Peter Mäusli,
Interkantonales Steuerrecht, 4. Auflage, § 7 N 68 ff.).
Unter diesen Umständen und aufgrund der festgestellten tatsächlichen
Gegebenheiten ist der Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe nach
wie vor Wohnsitz in Remetschwil, nicht zu beanstanden.

3.
3.1 Damit stellt sich die Frage, ob der angefochtene Entscheid im Einklang mit
dem Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik
Singapur zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom
Einkommen und vom Vermögen vom 25. November 1975 (DBA-SGP; SR 0.672.968.91)
steht.

3.2 Ist eine natürliche Person in beiden Vertragsstaaten ansässig, so gilt
gemäss Art. 4 Abs. 2 DBA-SGP für die Bestimmung ihres Wohnsitzes Folgendes: a)
Die Person gilt als in dem Vertragsstaat ansässig, in dem sie über eine
ständige Wohnstätte verfügt. Verfügt sie in beiden Vertragsstaaten über eine
ständige Wohnstätte, so gilt sie als in dem Vertragsstaat ansässig, zu dem sie
die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat; b) Kann nicht
bestimmt werden, zu welchem Vertragsstaat die Person die engeren persönlichen
und wirtschaftlichen Beziehungen hat, oder verfügt sie in keinem der
Vertragsstaaten über eine ständige Wohnstätte, so gilt sie als in dem
Vertragsstaat ansässig, in dem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat; c) Hat
die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Vertragsstaaten oder in
keinem der Vertragsstaaten, so regeln die zuständigen Behörden der
Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem Einvernehmen.

Gemäss Art. 4 Abs. 1 DBA-SGP bedeuten die Ausdrücke «eine in einem
Vertragsstaat ansässige Person» und «eine in dem anderen Vertragsstaat
ansässige Person», je nach dem Zusammenhang, eine in Singapur ansässige Person
oder eine in der Schweiz ansässige Person; der Ausdruck «eine in Singapur
ansässige Person» bedeutet eine Person, die bei Anwendung der singapurischen
Steuer als in Singapur ansässig betrachtet wird; der Ausdruck «eine in der
Schweiz ansässige Person» bedeutet eine Person, die bei Anwendung der
schweizerischen Steuer als in der Schweiz ansässig betrachtet wird.

3.3 Die Vorinstanz hat die gemäss Art. 4 Abs. 2 DBA-SGP vorgesehene
kaskadenartige Prüfung für die Bestimmung des doppelbesteuerungsrechtlich
massgebenden Wohnsitzes (vgl. dazu Peter Locher, Einführung in das
internationale Steuerrecht der Schweiz, 3. Aufl. 2005 S. 244) nicht
vorgenommen, mit der Begründung, der Beschwerdeführer habe nicht geltend
gemacht, er sei in Singapur wegen einer dort bestehenden Ansässigkeit im Sinne
von Art. 4 DBA-SGP der Besteuerung unterworfen gewesen, weshalb die
schweizerische Steuerhoheit zurückzutreten habe (vgl. E. 4 des angefochtenen
Urteils). Ferner hat die Vorinstanz festgestellt, der Beschwerdeführer könne
eine unbeschränkte Steuerpflicht in Singapur nicht nachweisen.

Der Beschwerdeführer hatte bereits im Verfahren vor dem Steuerrekursgericht
eine Kopie der von ihm in Singapur eingereichten Steuererklärungsformulare B1
aufgelegt. Das Formular B1 ist von Steuerpflichtigen einzureichen, welche als
"tax resident" besteuert werden. Mit Urteil vom 22. Oktober 2009 stellte das
Steuerrekursgericht fest, der Beschwerdeführer habe bloss die in Singapur
eingereichten Steuererklärungen 2004 bis 2006 ins Recht gelegt, nicht jedoch
ein Nachweis, wonach er tatsächlich besteuert worden sei; es könne jedoch offen
gelassen werden, ob er in Singapur tatsächlich besteuert worden sei. Das
Steuerrekursgericht nahm sodann die Prüfung nach Art. 4 Abs. 2 DBA-SGP vor und
kam zum Schluss, der Beschwerdeführer habe die engeren persönlichen Beziehungen
zur Schweiz, weshalb von einer Ansässigkeit in der Schweiz auszugehen sei.

Mit seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer einen Beleg ins Recht, woraus
sich für das Jahr 2005 die Bezahlung von Steuern in Singapur ergibt. Entgegen
der Ansicht der Vorinstanz ist dieses Beweismittel zu berücksichtigen, da erst
deren angefochtener Entscheid Anlass zur Einreichung gab (vgl. E.1.2, am Ende):
Währenddem das Steuerrekursgericht noch festgestellt hatte, es könne offen
gelassen werden, ob der Beschwerdeführer in Singapur tatsächlich besteuert
worden sei und ungeachtet dieser Frage die Ansässigkeitsprüfung nach Art. 4
Abs. 2 DBA-SGP vorgenommen hat, erachtete die Vorinstanz die Frage der
tatsächlichen Besteuerung erstmals als entscheidend und verweigerte mangels
Nachweis die Ansässigkeitsprüfung nach den Regeln des
Doppelbesteuerungsabkommens (vorne E. 3.2).
Aufgrund der vorinstanzlich und - nach dem Gesagten in zulässiger Weise - vor
Bundesgericht neu aufgelegten Beweismittel ist erstellt, dass der
Beschwerdeführer bei Anwendung der singapurischen Steuer als in Singapur
ansässig betrachtet wird. Demzufolge ist die Bestimmung der Ansässigkeit gemäss
Art. 4 Abs. 2 DBA-SGP vorzunehmen.
3.4
3.4.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer sowohl in der Schweiz wie
auch in Singapur über eine ständige Wohnstätte verfügt. Aufgrund von Art. 4
Abs. 2 Bst. a DBA-SGP ist daher in einem nächsten Schritt zu prüfen, zu welchem
der beiden Staaten er die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen
hat.
3.4.2 Bei der Beurteilung des Orts der engeren persönlichen und
wirtschaftlichen Beziehungen einer Person sind ihre familiäre Anbindung, ihre
berufliche, politische, kulturelle und sonstige Tätigkeit, der Ort ihrer
Geschäftstätigkeit, der Ort, von wo aus sie ihr Vermögen verwaltet, und
Ähnliches zu berücksichtigen. Wirtschaftliche Beziehungen bestehen vor allem zu
örtlich gebundenen Tätigkeiten, Einnahmequellen und Vermögensgegenständen.
Dabei sind die Umstände als Ganzes zu prüfen. Der Mittelpunkt der
Lebensinteressen ist damit auf der Grundlage einer zusammenfassenden Wertung
sowohl der persönlichen als auch der wirtschaftlichen Beziehungen im konkreten
Fall zu ermitteln (vgl. LOCHER/MEIER/VON SIEBENTHAL/KOLB, a.a.O., B4.2 Nr. 59).
Der Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die wirtschaftlichen Beziehungen
bei Führungskräften der Wirtschaft stärker zu gewichten sind als die
persönlichen Beziehungen, kann im Übrigen auch im Rahmen der Anwendung von Art.
4 Abs. 2 Bst. a DBA-SGP so nicht gefolgt werden. Wie bereits im Zusammenhang
mit der Feststellung des Wohnsitzes nach Landesrecht ist auch in Bezug auf das
internationale Doppelbesteuerungsrecht festzuhalten, dass geschäftliche
Interessen für die Bestimmung des Mittelpunktes der Interessen des
Steuerpflichtigen nur dann von Bedeutung sein können, wenn sie einen
überwiegenden Teil seiner Gesamtinteressen darstellen (vgl. LOCHER/MEIER/ VON
SIEBENTHAL/KOLB, a.a.O., B 4.2 Nr. 3). Bestehen zu einem Vertragsstaat die
deutlich engeren persönlichen Beziehungen und ausserdem noch ins Gewicht
fallende wirtschaftliche Beziehungen, und zu dem anderen Vertragsstaat nur
gegenwartsbezogene wirtschaftliche Beziehungen, die sich voraussichtlich in der
Zukunft abbauen werden, so liegt der Mittelpunkt der Lebensinteressen im
erstgenannten Staat (LOCHER/MEIER/VON SIEBENTHAL/KOLB, a.a.O., B 4.2 Nr. 17).
In diesem Sinne kann insbesondere der Umstand, dass eine Person, welche in
einem zweiten Staat sich neu eine Wohnstätte zur Verfügung hält, währenddem sie
im ersten Staat in derjenigen Umgebung, in welcher sie immer gewohnt hat, wo
sie gearbeitet hat und wo sie ihre Familie und Vermögenswerte hat, die
bisherige Wohnstätte beibehält, aufzeigen, dass das Zentrum der
Lebensinteressen weiterhin im ersten Staat liegt (vgl. Kommentar zum OECD
Musterabkommen, Article 4, II., Paragraph 2, Ziff. 15).
3.4.3 Die Vorinstanz hat im Einzelnen ausgeführt, aufgrund welcher persönlichen
und wirtschaftlichen Beziehungen zur Schweiz bzw. zu Remetschwil sie die
Ansässigkeit in der Schweiz als gegeben erachtet (Vgl. E. 2.3). Es kann auf
diese Ausführungen verwiesen werden. Der Beschwerdeführer bestreitet diese
Beziehungen in keiner Weise, sondern bringt lediglich vor, er habe
selbstverständlich persönliche Beziehungen zu Personen in Singapur. Mit einem
derart pauschalierten Vorbringen vermag der Beschwerdeführer offensichtlich die
detaillierten Feststellungen der Vorinstanz bezüglich der Anknüpfungspunkte zur
Schweiz nicht zu entkräften. Zu berücksichtigen ist dabei insbesondere, dass
der Beschwerdeführer bis zu seinem Wegzug seinen Lebensmittelpunkt
unbestrittenermassen - offenbar während mehreren Jahren - in Remetschwil hatte.
Er hat die schweizerische Staatsbürgerschaft und war in der Schweiz
erwerbstätig. Sein Aufenthalt in Singapur war bloss für die Dauer von drei
Jahren geplant. Hinzu kommt, dass er seine Arbeitstätigkeit in der Schweiz auch
während seiner Aufenthalte im asiatischen Raum nicht aufgegeben hatte: Nach den
für das Bundesgericht grundsätzlich verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz
(vorne E. 1.2) machte diese Arbeitstätigkeit ca. 20 - 30% seiner
Gesamttätigkeit aus (vgl. E. 3.1 des angefochtenen Entscheides).

Aufgrund der genannten Umstände und der Beibehaltung der Wohnstätte in
Remetschwil kann nach allgemeiner Lebenserfahrung nicht davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer mit seiner Abmeldung sämtliche persönlichen
Beziehungen an seinem früheren Wohnort aufgegeben hat (vgl. Locher/Meier/
Siebenthal/Kolb, a.a.O., B 4.2 Nr. 29). Angesichts der gesamten Gegebenheiten
spielen demgegenüber die Überlegungen des Beschwerdeführers zum Umfang der
Arbeitstätigkeit in der Schweiz bzw. in Singapur eine untergeordnete Rolle. Die
- trotz der Bemerkung, die Steuerpflicht in Singapur sei nicht nachgewiesen -
getroffene Feststellung der Vorinstanz, es sei eine engere persönliche und
wirtschaftliche Beziehung des Beschwerdeführers zu Remetschwil anzunehmen, ist
demnach nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz kam im Ergebnis zu Recht zur
Auffassung, der Beschwerdeführer sei als in Remetschwil steuerlich ansässig zu
qualifizieren.

4.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist abzuweisen. Diesem
Ausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65 f. BGG).
Parteientschädigungen werden nicht geschuldet (Art. 68 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonalen Steueramt Aargau, dem
Gemeinderat Remetschwil, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer,
und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. Januar 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Klopfenstein