Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.505/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_505/2010

Urteil vom 7. April 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Bundesrichter Stadelmann,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB, Postfach 6023, 3001 Bern.

Gegenstand
Zulassung als Revisionsexperte / Revisor,

Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung II, vom 6.
Mai 2010.
Sachverhalt:

A.
X.________ stellte am 31. Dezember 2007 bei der Eidgenössischen
Revisionsaufsichtsbehörde (RAB) das Gesuch um Zulassung seiner Gesellschaft
Y.________ AG (ab 13. Januar 2009 umfirmiert in Z.________ AG) als
Revisionsexpertin und um entsprechenden Eintrag in das Revisorenregister. Am
23. Januar 2008 bat die Revisionsaufsichtsbehörde die Y.________ AG, ihre
Mitarbeitenden aufzufordern, sich beim Register der RAB anzumelden bzw. sich
mit der Unternehmung zu verbinden. Am 28. Januar 2008 stellte X.________ das
Gesuch um persönliche Zulassung als Revisionsexperte. Am 9. September 2009
teilte die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde der Z.________ AG u.a. mit,
sie habe festgestellt, dass letztere als Revisionsstelle bei verschiedenen
Gesellschaften im Handelsregister eingetragen sei und zwar ein Gesuch um
Zulassung gestellt habe, jedoch aktuell über keine Zulassung der
Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde verfüge. X.________ und die
Z.________ AG liessen darauf am 2. November 2009 u.a. antworten, es seien die
Gesuche der Gesellschaft und von X.________ hängig und gestützt auf die
Übergangsbestimmungen von Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember
2005 über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
(Revisionsaufsichtsgesetz, RAG; SR 221.302) seien sie davon ausgegangen, dass
sie bis zum definitiven Entscheid über die Zulassung als Revisor/in bzw.
Revisionsexperte/in Revisionsdienstleistungen erbringen dürften.

B.
Mit Verfügung vom 19. November 2009 wies die Eidgenössische
Revisionsaufsichtsbehörde das Gesuch von X.________ um Zulassung als
Revisionsexperte ab, soweit sie darauf eintrat. Das in diesem Gesuch enthaltene
Gesuch um Zulassung als Revisor wies sie ebenfalls ab. Die
Revisionsaufsichtsbehörde erwog im Wesentlichen, X.________ habe nach dem 1.
Januar 2008 Revisionsdienstleistungen erbracht, ohne über eine entsprechende
Zulassung zu verfügen. Sie verwarf dessen Auffassung, wonach er gutgläubig habe
davon ausgehen können, mit Einreichung des Zulassungsgesuches seiner
Gesellschaft über eine persönliche Zulassung zu verfügen. Es ergebe sich
daraus, dass der Gesuchsteller nicht für eine einwandfreie Erbringung von
Revisionsdienstleistungen bürge. Ferner hielt sie fest, X.________ verfüge auch
nicht über die notwendige (beaufsichtigte) Fachpraxis, um als Revisionsexperte
zugelassen werden zu können.
Mit Urteil vom 6. Mai 2010 wies das Bundesverwaltungsgericht eine gegen diese
Verfügung erhobene Beschwerde ab.

C.
Mit Eingabe vom 7. Juni 2010 führt X.________ beim Bundesgericht Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Anträgen, das genannte Urteil
sowie die diesem zugrunde liegende Verfügung aufzuheben, ihn als
Revisionsexperte gemäss Art. 4 RAG zuzulassen und ins Register aufzunehmen
sowie ihn als Revisor gemäss Art. 5 der Verordnung vom 22. August 2007 über die
Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren
(Revisionsaufsichtsverordnung, RAV; SR 221.302.3) zuzulassen und ins Register
aufzunehmen.
Die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde beantragt, die Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesverwaltungsgericht
verzichtet auf Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.
Das angefochtene Urteil, ein Endentscheid des Bundesverwaltungsgerichts (Art.
86 Abs. 1 lit. a, Art. 90 BGG), stützt sich auf das Bundesgesetz vom 16.
Dezember 2005 über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und
Revisoren (Revisionsaufsichtsgesetz, RAG; SR 221.302) und die zugehörige
Verordnung vom 22. August 2007 (Revisionsaufsichtsverordnung, RAV; SR
221.302.3). Die genannten Erlasse regeln die Zulassung und die Beaufsichtigung
von Personen, die Revisionsdienstleistungen erbringen, mithin also eine
Angelegenheit des öffentlichen Rechts im Sinne von Art. 82 lit. a BGG.
Allerdings ist gemäss Art. 83 lit. t BGG die Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide ausgeschlossen, welche
die Beurteilung geistiger oder körperlicher Fähigkeiten zum Gegenstand haben.
Die Bundesbehörden stützen ihren Entscheid über die Verweigerung der Zulassung
als Revisionsexperte und als Revisor darauf, dass sie dem Beschwerdeführer - im
Rahmen ihrer Aufsicht - den unbescholtenen Leumund und damit seine
Vertrauenswürdigkeit absprechen (vgl. Art. 4 Abs. 1 RAG, Urteil 2C_58/2008 vom
14. April 2008, E. 2.1). Dem angefochtenen Entscheid liegt somit nicht eine
Bewertung seiner geistigen oder körperlichen Fähigkeiten zugrunde, so dass der
erwähnte Ausschlussgrund keine Anwendung findet (vgl. Urteile 2C_834/2010 vom
11. März 2011, E.1, 2C_655/2009 vom 23. März 2010, E. 1, und 2C_191/2008 vom
24. Juni 2008, E. 1). Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
ist demnach zulässig. Von vornherein nicht eingetreten werden kann aber auf das
Rechtsmittel, soweit damit die Aufhebung der Verfügung der Eidgenössischen
Revisionsaufsichtsbehörde verlangt wird (Devolutiveffekt, vgl. BGE 134 II 142
E. 1.4 S. 144).

2.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Appellatorische Kritik und die
blosse Gegenüberstellung der eigenen Sichtweise genügen grundsätzlich nicht
(vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den
Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1
BGG). Die Feststellung des Sachverhaltes kann nur gerügt werden, wenn sie
offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens
entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Im Bereich der Beweiswürdigung
steht dem Sachgericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 120 Ia 31 E.
4b S. 40). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das
Sachgericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare
Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser
Acht lässt (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40;
118 Ia 28 E. 1b S. 30).

3.
3.1 Natürliche Personen und Unternehmen, die Revisionsdienstleistungen (als
Revisionsexperte oder Revisor) erbringen, bedürfen einer Zulassung durch die
Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde (Art. 3 Abs. 1 und Art. 28 RAG). Eine
natürliche Person wird (unbefristet) als Revisionsexpertin zugelassen, wenn sie
die Anforderungen an die Ausbildung und Fachpraxis erfüllt und über einen
unbescholtenen Leumund verfügt (Art. 4 Abs. 1 RAG). Als Revisorin wird eine
natürliche Person zugelassen, wenn sie über einen unbescholtenen Leumund
verfügt, eine Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG abgeschlossen hat und eine
Fachpraxis von einem Jahr nachweist (Art. 5 Abs. 1 RAG).
Ein Unternehmen wird (für die Dauer von fünf Jahren) als Revisionsexperte oder
als Revisor zugelassen, wenn u.a. die Mehrheit seines obersten Leitungs- oder
Verwaltungsorgans sowie seines Geschäftsführungsorgans über die entsprechende
Zulassung verfügt, wenn mindestens ein Fünftel der Personen, die an der
Erbringung von Revisionsdienstleistungen beteiligt sind, über die entsprechende
Zulassung verfügt, sowie wenn sichergestellt ist, dass alle Personen, die
Revisionsdienstleistungen leiten, über die entsprechende Zulassung verfügen
(Art. 6 Abs. 1 lit. a - c RAG).
Über die Zulassung u.a. von Revisorinnen und Revisoren sowie
Revisionsexpertinnen und Revisionsexperten entscheidet die Aufsichtsbehörde auf
Gesuch hin (Art. 15 Abs. 1 lit. a und b RAG). Gemäss den Übergangsbestimmungen
dürfen natürliche Personen und Revisionsunternehmen, die bis vier Monate nach
Inkrafttreten des Gesetzes bei der Aufsichtsbehörde ein Gesuch um Zulassung als
Revisorin, Revisor, Revisionsexpertin, Revisionsexperte oder staatlich
beaufsichtigtes Revisionsunternehmen einreichen, bis zum Entscheid über die
Zulassung Revisionsdienstleistungen im Sinne von Art. 2 lit. a RAG erbringen.
Die Aufsichtsbehörde bestätigt der Gesuchstellerin oder dem Gesuchsteller
schriftlich die fristgerechte Einreichung des Gesuchs (Art. 43 Abs. 3 RAG). Das
Revisionsaufsichtsgesetz trat per 1. September 2007 in Kraft.

3.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer innert der Frist von
Art. 43 Abs. 3 RAG lediglich ein Gesuch um Zulassung als Revisionsexpertin für
die Y.________ AG bzw. für die Z.________ AG einreichte, nicht jedoch für sich
persönlich, und dass er jenes Gesuch (also für sich persönlich) erst am 28.
Januar 2008 elektronisch bzw. am 4. Juni 2008 schriftlich, je auf Aufforderung
durch die Aufsichtsbehörde hin, einreichte.
Die Vorinstanz hat festgestellt, durch die rechtzeitige Einreichung des Gesuchs
für die Gesellschaft gelte das Gesuch um persönliche Zulassung nicht ebenfalls
als rechtzeitig eingereicht, denn beim persönlichen Zulassungsgesuch handle es
sich nicht um eine Ergänzung oder Präzisierung des Gesuchs des
Revisionsunternehmens, sondern um ein selbständiges Gesuch, das ein vom
Zulassungsverfahren des Revisionsunternehmens getrenntes Zulassungsverfahren
eröffne.

Diesen Ausführungen der Vorinstanz ist beizupflichten: Aufgrund der Regelung in
Art. 4 und 5 RAG für natürliche Personen einerseits und in Art. 6 für
Revisionsunternehmen andererseits ergibt sich ohne Weiteres, dass es sich bei
den jeweiligen Zulassungsgesuchen bzw. den daraus folgenden Zulassungsverfahren
um voneinander unabhängige Verfahren handelt, auch wenn die Zulassung von im
gesuchstellenden Unternehmen tätigen natürlichen Personen Voraussetzung für die
Zulassung des Unternehmens darstellt. In diesem Sinne hält Art. 47 Abs. 3 RAV -
welcher Ausführungsbestimmungen zur provisorischen Zulassung enthält - explizit
fest, dass natürliche Personen, die bei einem Revisionsunternehmen angestellt
oder an einem solchen beteiligt sind, und das jeweilige Revisionsunternehmen
die Einreichung ihrer Gesuche koordinieren müssen. An den zutreffenden
Feststellungen der Vorinstanz vermag das Vorbringen des Beschwerdeführers
nichts zu ändern, wonach er nie die Absicht gehabt habe, ohne Zulassung
Revisionsdienstleistungen zu erbringen, sondern davon ausgegangen sei, er dürfe
durch das rechtzeitige Stellen des Gesuches für die Gesellschaft gestützt auf
die Übergangsbestimmungen bis zum Entscheid über die Zulassung weitere
Revisionsdienstleistungen erbringen. Die Vorinstanz hat diesbezüglich
einerseits zu Recht festgestellt, Art. 43 RAG schaffe keine Vertrauensgrundlage
dafür, dass der Beschwerdeführer davon hätte ausgehen können, persönlich über
eine provisorische Zulassung zu verfügen. Andererseits hat sie festgehalten,
die von der Revisionsaufsichtsbehörde zur Verfügung gestellten Gesuchsformulare
würden divergieren, je nachdem, ob es sich beim Gesuchsteller um eine
natürliche Person, ein Einzelunternehmen (in dem nur der Inhaber
Revisionsdienstleistungen erbringe), ein Revisionsunternehmen oder ein
staatlich beaufsichtigtes Revisionsunternehmen handle. Wenn das
Bundesverwaltungsgericht aufgrund dieser Sachverhaltsumstände den Schluss zog,
der Hinweis des Beschwerdeführers auf die irrtümliche Ausfertigung des Gesuchs
auf die Gesellschaft statt auf den Beschwerdeführer persönlich sei
unbehelflich, so ist dem beizupflichten. Massgeblich ist, dass der
Beschwerdeführer persönlich effektiv nicht fristgerecht ein Gesuch um Zulassung
eingereicht hat.
Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz zum Ergebnis kam, das
Zulassungsgesuch des Beschwerdeführers sei hinsichtlich der Anwendbarkeit der
Übergangsbestimmung als verspätet zu qualifizieren.

4.
Der Beschwerdeführer erfüllt unbestrittenermassen die Anforderungen an die
Ausbildungen; bezüglich der Zulassung zum Revisor erfüllt er zudem
unbestrittenermassen auch die Anforderungen an die Fachpraxis; streitig ist, ob
er die Anforderungen an den unbescholtenen Leumund sowie - lediglich betreffend
die Zulassung als Revisionsexperte - an die Fachpraxis erfüllt, wobei die
Vorinstanz die Prüfung der letzteren Frage offen gelassen hat.

4.1 Der Begriff des unbescholtenen Leumunds wird in den Art. 4 Abs. 1 RAG bzw.
5 Abs. 1 lit. a RAG nicht näher umschrieben. Die Revisionsaufsichtsverordnung
legt dazu fest, dass der Gesuchsteller zugelassen wird, wenn er über einen
unbescholtenen Leumund verfügt und es sich aus keinen anderen persönlichen
Umständen ergibt, dass er keine Gewähr für eine einwandfreie Prüftätigkeit
bietet; zu berücksichtigen sind insbesondere im Zentralstrafregister noch nicht
entfernte strafrechtliche Verurteilungen und bestehende Verlustscheine (Art. 4
RAV).

4.2 Die Vorinstanz geht unter Bezugnahme auf die eigene und die
bundesgerichtliche Rechtsprechung sowie vergleichbare Regelungen in der
Banken-, Börsen- und Geldwäschereigesetzgebung davon aus, dass bei der Gewährs-
und Leumundsprüfung verschiedene Elemente wie Integrität, Gewissenhaftigkeit
und einwandfreie Sorgfalt als berufsspezifische Leumundsmerkmale oder
allgemeine Eigenschaften wie Ansehen, Achtung und Vertrauenswürdigkeit zu
berücksichtigen seien. Unter Umständen könnten auch Aktivitäten, die über die
Tätigkeit als Revisor und Revisionsexperte hinausgingen, die Beurteilung einer
einwandfreien Prüftätigkeit beeinflussen. Nach dem Zweckartikel des
Revisionsgesetzes diene dieses der ordnungsgemässen Erfüllung und der
Sicherstellung der Qualität von Revisionsdienstleistungen. Die Umschreibung des
Zwecks sei für die Auslegung des Revisionsaufsichtsgesetzes heranzuziehen.

Dieser Auslegung ist beizupflichten (vgl. dazu auch Urteil 2C_834/2010 vom 11.
März 2011, E. 3.2).

4.3 Bei der Frage, ob die genannten Verfehlungen des Beschwerdeführers seinen
beruflichen Leumund und guten Ruf beeinträchtigen und er keine Gewähr für die
vertrauenswürdige Ausübung seiner Revisionstätigkeit sowie die getreue
Einhaltung der entsprechenden Pflichten zu bieten vermag, verfügt die
Aufsichtsbehörde über einen grossen Beurteilungsspielraum; sie hat indessen
stets den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten, d.h. für die
Verneinung eines guten Leumundes muss stets eine gewisse Schwere der
Verfehlungen vorliegen und diese muss mit der Verweigerung der Zulassung in
einem vernünftigen Verhältnis stehen (vgl. letztgenanntes Urteil, E. 6.2, und
Urteil 2C_183/2010 vom 21. Juli 2010, E. 2.3). Bei dieser
Verhältnismässigkeitsprüfung ist insbesondere zu beachten, dass die
Revisionspflicht den Schutz von Investoren, von Personen mit
Minderheitsbeteiligungen, von Gläubigern bezweckt und der
Unternehmensüberwachung dient (zur Sicherung von Arbeitsplätzen und einer
nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung; vgl. dazu die Botschaft vom 23. Juni
2004 zur Änderung des Obligationenrechts [Revisionspflicht im
Gesellschaftsrecht] sowie zum Bundesgesetz über Zulassung und Beaufsichtigung
der Revisorinnen und Revisoren, BBl 2004 3969 ff., 3989). Der Revisionsstelle
kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie soll die Zuverlässigkeit der Jahres-
und Konzernrechnung sicherstellen und damit alle geschützten Personengruppen in
die Lage versetzen, die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens verlässlich zu
beurteilen. Dieses Ziel der gesetzlichen Regelung von Revisionsdienstleistungen
kann nur erreicht werden, wenn diese durch fachlich hinreichend qualifizierte
Personen erbracht werden (vgl. BBl 2004 3975 ff.), deren Qualifikation im
Rahmen der Zulassung anhand der strengen Zulassungsvoraussetzungen zu prüfen
ist. Die Sicherung der Qualität der Revisionsdienstleistungen ist daher von
erheblichem öffentlichen Interesse (vgl. Urteil 2C_438/2008 vom 16. Oktober
2008, E. 3; BBl 2004 3970 ff.). Im Zusammenhang mit dem Entzug der Zulassung
hat das Bundesgericht immerhin festgestellt, diese solle die ultima ratio
bilden für den Fall, dass zum Schutz der in Frage stehenden öffentlichen
Interessen und zur Abwendung von weiteren Störungen einzig die Möglichkeit
bleibe, den Betroffenen von der weiteren Berufsausübung auszuschliessen (vgl.
Urteil 2C_834/2010 E. 6.2.3).

4.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen, ein Verstoss gegen Art. 40 Abs. 1
lit. a RAG sei in Bezug auf die Leumundsbeurteilung offenkundig relevant. Eine
einwandfreie Prüftätigkeit erfordere fachliche Kompetenz und ein korrektes
Verhalten im Geschäftsverkehr, worunter in erster Linie die Einhaltung der
Rechtsordnung, namentlich des Revisionsrechts, aber auch des Zivil- und
Strafrechts, sowie die Beachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben zu
verstehen sei. Verstösse gegen einschlägige Rechtsnormen bzw. gegen die Treue-
und Sorgfaltspflichten seien mit dem Gebot der einwandfreien Prüftätigkeit
nicht zu vereinbaren.
Diesen Ausführungen der Vorinstanz ist beizupflichten. Mit Recht hat sie
festgestellt, der Beschwerdeführer könne sich nicht auf seinen guten Glauben
berufen. Er hat schlicht die einschlägigen, klaren Vorschriften der
Revisionsaufsichtsgesetzgebung missachtet (vgl. E. 3.2). Angesichts der
Bestimmung in Art. 47 Abs. 4 RAV, wonach die Gesuchstellerin oder der
Gesuchsteller eine elektronische Bestätigung der provisorischen Zulassung
erhält, sowie des Umstandes, dass die Aufsichtsbehörde in ihren
Eingangsbestätigungen explizit darauf hinwies, diese würden nicht als Zulassung
gelten und nicht zur Erbringung von Revisionsdienstleistungen berechtigen,
vielmehr solle eine provisorische oder definitive Zulassung abgewartet werden,
ist nicht nachvollziehbar, wie der Beschwerdeführer in guten Treuen hätte davon
ausgehen dürfen, er sei zu Revisionsdienstleistungen berechtigt. Entgegen dem
vom Beschwerdeführer offenbar Angenommenen handelt es sich nicht um eine
unbedeutende Ordnungswidrigkeit, sondern der Beschwerdeführer hat die
grundlegenden Vorschriften, die seine Berufsausübung regeln, nicht eingehalten.
In diesem Kontext hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass der
Gesetzgeber Zuwiderhandlungen gegen die Voraussetzungen für das Erbringen von
Revisionsdienstleistungen als erheblich qualifiziert: So wird nach Art. 40 Abs.
1 lit. a RAG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 und 2 StGB derjenige, welcher
eine Revisionsdienstleistung ohne die erforderliche Zulassung oder trotz Verbot
zur Ausübung einer Tätigkeit erbringt mit Gefängnis oder Geldstrafe bis zu
1'080'000 Franken bestraft. Für fahrlässige Tatbegehung wird als Strafe Busse
bis zu 100'000 Franken angedroht (Art. 40 Abs. 2 RAG). Der Schluss der
Vorinstanz, der Beschwerdeführer erfülle die Anforderungen an den
unbescholtenen Leumund nicht, ist daher nicht zu beanstanden.
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers erscheint die Verweigerung der
Zulassung sowohl im öffentlichen Interesse als auch zum Schutze der Kunden
erforderlich, setzt doch die Revisionstätigkeit zwingend voraus, dass den
einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen vollumfänglich Beachtung geschenkt
wird. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Verweigerung sei
wirtschaftlich nicht zumutbar, weil er einen Drittel des Umsatzes der
Z.________ AG verlieren würde, kann ihm nicht gefolgt werden. Zum einen belegt
er den befürchteten Umsatzrückgang nicht. Zum anderen hat die Z.________ AG ihr
Gesuch um Zulassung als Revisionsexpertin bereits während des vorinstanzlichen
Verfahrens zurückgezogen, kann also den geltend gemachten Umsatz aus
Revisionstätigkeit aktuell gar nicht erzielen. Aus diesen Gründen ist auf den
geltend gemachten Umsatzrückgang nicht näher einzugehen und kann die
Verweigerung der Zulassung daher auch unter diesem Aspekt nicht als
unverhältnismässig qualifiziert werden.
Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, die Zulassung sei ihm
aufgrund eines Härtefalls zu erteilen, über die vorstehend geprüfte
Verhältnismässigkeit hinaus Ansprüche geltend machen will, übersieht er, dass
das Gesetz geminderte Anforderungen in Härtefällen lediglich in Bezug auf die
Fachpraxis vorsieht (vgl. Art. 43 Abs. 6 RAG). Kein derartiges Entgegenkommen
ist jedoch möglich, soweit die Zulassung infolge des fehlenden unbescholtenen
Leumundes verweigert werden muss, erfolgt doch die Berücksichtigung allfälliger
Härten diesfalls im Rahmen der Verhältnismässigkeitsüberprüfung.

4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam,
der Leumund des Beschwerdeführers sei durch seine in Frage stehenden
Pflichtverletzungen in einem Masse beeinträchtigt, welches zur Verweigerung der
Zulassung führen müsse.

5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Entsprechend diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 65 f. BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Eidgenössischen
Revisionsaufsichtsbehörde und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung II,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. April 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

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