Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.87/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_87/2010

Urteil vom 7. September 2010
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Merkli, Stadelmann,
Gerichtsschreiber Klopfenstein.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Dina Raewel,

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich,
Regierungsrat des Kantons Zürich.

Gegenstand
Widerruf der Niederlassungsbewilligung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 4.
Kammer,
vom 21. Dezember 2009.

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende X.________ (geb. 1974) reiste 1998 in die Schweiz
ein und stellte erfolglos ein Asylgesuch. Im Juni 2000 kehrte er in den Kosovo
zurück, wo er am 26. März 2001 die in der Schweiz niederlassungsberechtigte
Y.________ (geb. 1976) heiratete und gestützt auf diese Ehe eine
Aufenthaltsbewilligung erhielt. Am 30. August 2006 gelangte er in den Besitz
der Niederlassungsbewilligung. Y.________ hatte für ihren Mann im Jahre 2001 in
A.________ - am Wohnort ihrer Eltern - zunächst eine Einzimmerwohnung gemietet;
sie selber blieb bei ihren Eltern an der ________strasse in A.________
wohnhaft. Per 15. Oktober 2002 mietete sie zusammen mit ihrem Mann eine
Zweizimmerwohnung an der ________strasse in B.________.

Am 13. August 2007 wurde die kinderlos gebliebene Ehe geschieden. Kurz darauf,
am 19. Oktober 2007, heiratete X.________ im Kosovo seine Landsfrau Z.________,
welche unverzüglich einen Visumsantrag zur Einreise in die Schweiz im Rahmen
des Familiennachzugs stellte.

B.
Bereits am 15. Dezember 2006 hatte Y.________ der Sicherheitsdirektion des
Kantons Zürich (Migrationsamt) über einen bevollmächtigten Vertreter mitteilen
lassen, X.________ sei die Ehe mit ihr nur eingegangen, um in den Besitz der
Niederlassungsbewilligung in der Schweiz zu gelangen. Sie habe immer bei den
Eltern gelebt, nie mit ihrem Mann zusammengewohnt und sei auch nach wie vor
Jungfrau (was sie mit einem Zeugnis des Triemlispitals Zürich, wonach das Hymen
intakt sei, belegte). X.________ habe bloss ein Spiel gespielt und - kaum habe
er die Niederlassungsbewilligung erhalten - zu ihr gesagt, nun habe er keine
Verpflichtungen mehr ihr gegenüber und sein Ziel sei erreicht.

C.
Nachdem das Migrationsamt weitere Abklärungen vorgenommen hatte, eröffnete es
am 14. Dezember 2007 ein Verfahren auf Widerruf der Niederlassungsbewilligung
von X.________ und gewährte diesem das rechtliche Gehör. Im Rahmen dieses
Verfahrens wurde auch die ehemalige Ehefrau befragt und das entsprechende
Befragungsprotokoll eröffnet; X.________ erhielt die Möglichkeit zu einer
weiteren Stellungnahme, welche er wahrnahm und weitere Beweismittel einreichte.
Er machte geltend, beim angestrengten Verfahren handle es sich um einen
Racheakt seiner Frau und deren Familie, von welcher er abgelehnt und bedroht
worden sei, so dass die intimen Kontakte (mit einem Privatvideo dokumentiert)
hätten verheimlicht werden müssen. Das Migrationsamt werde von seiner
geschiedenen Frau - nach dem Scheitern der Ehe, welche ursprünglich eine
Liebesheirat gewesen sei - offensichtlich instrumentalisiert, um dem
traditionellen Rollenverständnis der Frau in der Familie gerecht zu werden. Mit
Blick auf das ärztliche Attest habe Y.________ offensichtlich nicht nur ihr
Hymen wieder vernähen lassen, sondern sei auch bestrebt, sich von offizieller
Seite bestätigen zu lassen, dass sie nie verheiratet gewesen sei bzw.
allenfalls eine Scheinehe geführt habe. Von gesellschaftlichen Zwängen
gesteuert, stelle sie sich selber als Opfer dar.

D.
Mit Verfügung vom 19. August 2008 widerrief die Sicherheitsdirektion des
Kantons Zürich (Migrationsamt) die Niederlassungsbewilligung von X.________ und
setzte ihm Frist zum Verlassen des Kantonsgebietes. Zur Begründung führte das
Amt im Wesentlichen aus, der Betroffene sei die Ehe nur eingegangen, um eine
Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz zu erhalten. Wäre dies bekannt gewesen,
hätte er weder eine Aufenthalts-, noch eine Niederlassungsbewilligung erhalten.
Damit sei der Widerrufsgrund von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG (Erschleichen der
Bewilligung durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher
Tatsachen) erfüllt.
Der gegen diese Verfügung erhobene Rekurs beim Regierungsrat des Kantons Zürich
blieb erfolglos, und mit Urteil vom 21. Dezember 2009 wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich die gegen den regierungsrätlichen
Beschluss vom 26. August 2009 erhobene Beschwerde ebenfalls ab.

E.
Mit Eingabe vom 29. Januar 2010 führt X.________ "gegen den
Verwaltungsgerichtsentscheid (...) vom 21. Dezember 2009" Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht mit dem sinngemässen
Antrag, diesen sowie die Verfügung des Migrationsamtes vom 19. August 2008
aufzuheben und das Amt anzuweisen, ihm - dem Beschwerdeführer - die
Niederlassungsbewilligung zu belassen. Der Beschwerdeführer sei in diesem
Zusammenhang - offenbar mündlich - anzuhören.

Die Sicherheitsdirektion bzw. der Regierungsrat des Kantons Zürich haben sich
nicht vernehmen lassen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat auf
Vernehmlassung verzichtet. Das Bundesamt für Migration schliesst auf Abweisung
der Beschwerde.

Erwägungen:

1.
1.1 Gemäss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten auf dem Gebiet des Ausländerrechts
unzulässig gegen Entscheide betreffend Bewilligungen, auf die weder das
Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt.

1.2 Am 1. Januar 2008 ist das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die
Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) in Kraft getreten. Nach dessen
Art. 126 Abs. 1 bleibt auf Gesuche, die vor diesem Zeitpunkt eingereicht worden
sind, das bisherige Recht - d.h. das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG; BS 1 121) und die dazu
gehörige Verordnung (ANAV; AS 1949 228) - anwendbar. Übergangsrechtlich gilt
das bisherige materielle Recht - über seinen engen Wortlaut hinaus - für alle
ausländerrechtlichen Verfahren, die erstinstanzlich vor Inkrafttreten des neuen
Rechts eingeleitet worden sind, ob sie nun von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
eröffnet wurden (Urteil 2C_329/ 2009 vom 14. September 2009, E. 2.1, mit
Hinweisen). Da das Migrationsamt dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör am
14. Dezember 2007 gewährt und damit das Widerrufsverfahren eingeleitet hat, ist
das bisherige Recht massgebend, auch wenn dem Beschwerdeführer die
entsprechende Verfügung erst am 19. August 2008 eröffnet worden ist. Soweit im
Übrigen mit der vorliegenden Rechtsmitteleingabe die Aufhebung dieser Verfügung
verlangt wird, ist darauf von Vornherein nicht einzutreten: Diese Verfügung ist
durch das Urteil des Verwaltungsgerichts ersetzt worden (Devolutiveffekt) und
gilt inhaltlich als mitangefochten (vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144).

1.3 Die Aufenthalts- und (später) die Niederlassungsbewilligung wurden dem
Beschwerdeführer gestützt auf die inzwischen geschiedene Ehe mit der in der
Schweiz niederlassungsberechtigten Y.________ erteilt: Gemäss Art. 17 Abs. 2
Satz 1 ANAG (in der Fassung vom 23. März 1990) hat der ausländische Ehegatte
eines niedergelassenen Ausländers Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat er gemäss
Satz 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung. Sind
die Voraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG erfüllt, so erwirbt der
ausländische Ehegatte ein eigenes und selbständiges Niederlassungsrecht,
welches mit dem Wegfall der Ehe nicht automatisch erlischt, sondern allenfalls
widerrufen werden kann (und zwar nicht nach den allgemeinen Regeln über den
Widerruf von Verfügungen, sondern ausschliesslich unter den Voraussetzungen von
Art. 9 Abs. 4 ANAG, BGE 112 Ib 161 E. 3 S. 162 f., 473 E. 2 S. 475). Gegen
solche kantonal letztinstanzliche Entscheide ist die Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig (BGE 135 II 1 E. 1.2.1).

2.
2.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1
BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten
Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden. Das Bundesgericht
prüft, unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht
(Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grundsätzlich nur die geltend gemachten Rügen,
sofern die rechtlichen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II
249 E. 1.4.1 S. 254).
Eine qualifizierte Rügepflicht gilt hinsichtlich der Verletzung von
Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht. Das Bundesgericht
prüft solche Rügen nur, wenn sie in der Beschwerde präzise vorgebracht und
begründet worden sind (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S.
254; 133 IV 286 E. 1.4 S. 287).

Der Beschwerdeführer soll in der Beschwerdeschrift nicht bloss die
Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut
bekräftigen, sondern mit seiner Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten
Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE 121 III 397 E. 2a S. 400 sowie
Urteil 4A_22/2008 vom 10. April 2008, E. 1, mit Hinweisen). Dabei muss die
Begründung in der Rechtsmitteleingabe selbst enthalten sein; Verweise auf
andere Rechtsschriften, insbesondere auf solche, die im kantonalen Verfahren
eingereicht wurden, genügen nicht und sind unbeachtlich (BGE 133 II 396 E. 3.2
S. 400, 130 I 290 E. 4.10 S. 302).

Soweit die vorliegende Beschwerde, welche wiederholt (vgl. insbesondere S. 3-5)
auf die Darstellungen in der Rekursschrift an den Regierungsrat und auf
diejenigen in der Beschwerdeschrift an das Verwaltungsgericht verweist - die
letztere gar zum "Bestandteil" der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten an das Bundesgericht erklärt (S. 5) - den genannten
Begründungsanforderungen nicht genügt, ist darauf nicht einzutreten.

2.2 Das gilt auch für die Rügen der Verletzung von Art. 6 EMRK bzw. des
Anspruchs auf rechtliches Gehör: Verfahren, in denen über die Zuerkennung oder
Verweigerung eines Anwesenheitsrechts in einem Staatsgebiet entschieden wird,
zählen nicht zu den zivilrechtlichen Verfahren nach Art. 6 EMRK (vgl. Christoph
Grabenwarter, Europäische Menschenrechtskonvention, 3. Aufl., München/Basel/
Wien 2008, S. 315). Der Beschwerdeführer kann sich insoweit somit nicht auf die
Menschenrechtskonvention berufen. Er, der bei sämtlichen Instanzen anwaltlich
vertreten war und ausreichend Gelegenheit hatte, alles schriftlich vorzutragen,
was seinen Standpunkt stützte, tut in der Beschwerdeschrift auch nicht dar,
dass und weshalb er im kantonalen Verfahren persönlich hätte angehört werden
müssen; der Anspruch auf rechtliches Gehör für sich allein räumt indes
grundsätzlich keinen Anspruch auf eine mündliche Anhörung ein (BGE 134 I 140 E.
5.3 S. 148 mit Hinweis). Soweit der Beschwerdeführer seinen Antrag auf
persönliche Anhörung auf das bundesgerichtliche Verfahren bezieht, besteht
vorliegend ebenfalls keine Anhörungspflicht (Art. 57 BGG).

2.3 Das Bundesgericht legt sodann seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den
die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhaltes kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist
oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 133 II 249 E. 1.2.2). Im Bereich der Beweiswürdigung steht dem Sachgericht
ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 120 Ia 31 E. 4b S. 40). Das
Bundesgericht greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das Sachgericht sein
Ermessen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht,
erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl.
BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b
S. 30). Nach der Rechtsprechung kann das Gericht das Beweisverfahren
schliessen, wenn die Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen
oder offensichtlich untauglich sind oder wenn es aufgrund bereits abgenommener
Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener
Beweiswürdigung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere
Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 130 II 425 E. 2.1 S. 428; 124 I 208
E. 4a S. 211).

3.
3.1 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung gemäss Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG
setzt voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den
Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (Urteil 2A.423/2006 vom
26. Oktober 2006, E. 2.1). Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausländer
verpflichtet, der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für
den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hievon ist er selbst dann nicht
befreit, wenn die Fremdenpolizeibehörde die fragliche Tatsache bei gebotener
Sorgfalt selbst hätte ermitteln können. Wesentlich sind dabei nicht nur
Umstände, nach denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch
solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den
Bewilligungsentscheid massgeblich sind (Urteile 2A. 595/2006 vom 6. Februar
2007, E. 4.3, 2A.511/2001 vom 10. Juni 2002, publ. in: Pra 2002 Nr. 163, E.
3.2; 2A.57/2002 vom 20. Juni 2002, publ. in: Pra 2002 Nr. 165, E. 2.2, je mit
Hinweisen). Dazu gehört etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen
bzw. der Begründung einer neuen Ehe (vgl. Urteil 2C_235/2008 vom 16. Oktober
2008, E. 2.1). Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach der
Praxis auch darin liegen, dass die Angaben, auf die sich die Behörden bei der
seinerzeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestützt hatten oder die
bei späteren Verlängerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei der Erteilung
der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend
betrachtet werden durften, falsch oder unvollständig waren. Es ist nicht
erforderlich, dass die Bewilligung bei richtigen und vollständigen Angaben
notwendigerweise zu verweigern gewesen wäre (Urteil 2A.432/2002 vom 5. Februar
2003, E. 3.5, mit Hinweisen). Immerhin ist die kantonale Behörde ihrerseits
verpflichtet, vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung "das bisherige
Verhalten des Ausländers nochmals eingehend zu prüfen" (Art. 11 Abs. 1 ANAV).

3.2 Ein täuschendes Verhalten könnte hier allenfalls darin liegen, dass der
Beschwerdeführer im Verfahren um Erteilung der Niederlassungsbewilligung, d.h.
bereits vor Ende August 2006, wissentlich verschwiegen oder aktiv darüber
hinweggetäuscht hätte, dass die Ehe bereits während der für den Erwerb der
Niederlassungsbewilligung massgeblichen fünfjährigen Dauer definitiv
gescheitert gewesen sei. Insofern kann für diese Vorfrage auf die
Rechtsprechung zur rechtsmissbräuchlichen Berufung auf eine Ehe zurückgegriffen
werden, auch wenn sie für sich allein nicht ausschlaggebend, sondern lediglich
indirekt von Bedeutung ist. Ein entsprechender Sachverhalt darf allerdings
nicht leichthin angenommen werden, entzieht sich in der Regel einem direkten
Beweis bzw. ist oft bloss durch Indizien zu erstellen (BGE 128 II 145 E. 2.3,
mit Hinweisen) und muss bereits vor Ablauf der Fünfjahresfrist gemäss Art. 7
Abs. 1 zweiter Satz ANAG, d.h. vor Erlangung des grundsätzlichen Anspruches auf
die Niederlassungsbewilligung, vorgelegen haben (BGE 135 II 1 E. 4.2 S. 9 f.,
121 II 97 E. 4c S. 104 f.).

3.3 Das Verwaltungsgericht hat - zum Teil unter Hinweis auf die Ausführungen
des Regierungsrates - erwogen, schon die zeitlichen Abläufe (vgl. vorne lit. A)
begründeten den Verdacht, dass der Beschwerdeführer planmässig und
zielgerichtet zum Zweck der Erlangung eines gefestigten Anwesenheitsrechts
vorgegangen sei. Nur wenige Monate nach Erteilung der Niederlassungsbewilligung
hätten sich die Eheleute zur Scheidung entschlossen, worauf der
Beschwerdeführer keine zwei Monate später Z.________ geheiratet habe. Dies
deute zwar nicht zwingend auf eine mit Y.________ eingegangene Scheinehe hin,
sei aber jedenfalls Indiz für eine rechtsmissbräuchliche Berufung auf die
frühere Ehe vor Ablauf der Fünfjahresfrist von Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG.
Sodann schützte das Verwaltungsgericht die Auffassung des Regierungsrates, im
Gegensatz zu der schlüssigen und nachvollziehbaren Schilderung des
Sachverhaltes durch die Ehefrau seien die Aussagen des Beschwerdeführers
grossenteils widersprüchlich und in ihrer Gesamtheit unglaubhaft. Das Gericht
erwog, selbst wenn man der Darstellung des Beschwerdeführers folge, habe dessen
Ehefrau auch nach seinem Wegzug an die ________strasse in B.________ (bereits
im Jahre 2002) weiterhin bei ihren Eltern in A.________ übernachtet. Spätestens
im Verlängerungsgesuch vom 19. August 2003 betreffend die
Aufenthaltsbewilligung hätte er daher nicht ohne Hinweis auf das faktische
Getrenntleben angeben dürfen, mit seiner damaligen Gattin an der
________strasse in B.________ zusammenzuwohnen (S. 12 des angefochtenen
Entscheides).

3.4 In der Beschwerdeschrift wird nichts vorgebracht, was diese tatsächlichen
Feststellungen des Verwaltungsgerichts und die von ihm daraus gezogenen
rechtliche Schlussfolgerungen, wonach der Beschwerdeführer sich
rechtsmissbräuchlich verhalten und seine Niederlassungsbewilligung durch
Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen habe, als bundesrechtswidrig
erscheinen liessen. Entgegen den Darlegungen in der Beschwerde hat das
Verwaltungsgericht eben gerade nicht "allein" auf die Wohnsituation der
Eheleute abgestellt, sondern es hat die mehrfach vorhandenen Indizien
(zeitliche Abläufe, schlüssiges Aussageverhalten der Ehefrau, widersprüchliche
Darstellungen des Beschwerdeführers [vgl. dazu insbesondere E. 7 des
regierungsrätlichen Beschlusses vom 26. August 2009]) für das
rechtsmissbräuchliche Verhalten umfassend geprüft und gewürdigt. Wenn das
Gericht gestützt auf diese Indizienlage zum Ergebnis gelangt ist, der
Beschwerdeführer hätte spätestens ab August 2003 nicht mehr angeben dürfen,
dass er mit seiner Frau an der ________strasse in B.________ im gemeinsamen
Haushalt zusammenwohne, ist dies nicht zu beanstanden; weitere Beweiserhebungen
über die Gründe des faktischen Getrenntlebens erübrigten sich und sind auch
vorliegend nicht notwendig (vorne E. 2.3). Hätten die zuständigen Behörden von
der wahren Situation in der Ehe gewusst, wäre dem Beschwerdeführer weder die
Aufenthaltsbewilligung verlängert (vgl. den Wortlaut von Art. 17 Abs. 2 Satz 1
ANAG) noch später die Niederlassungsbewilligung erteilt worden. Der
Widerrufsgrund von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG ist erfüllt.

3.5 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich vorliegend auch
nicht als unverhältnismässig: Wie das Verwaltungsgericht zutreffend
festgestellt hat, ist der Beschwerdeführer erst im Erwachsenenalter in die
Schweiz gekommen und darf berücksichtigt werden, dass sein hiesiges
Anwesenheitsrecht jedenfalls seit Mitte September 2003 auf falschen bzw.
unterlassenen Angaben gegenüber den Ausländerbehörden beruht. Es ist ihm nach
den gesamten Umständen (vgl. dazu E. 5 des angefochtenen Entscheides)
zuzumuten, in den Kosovo zurückzukehren, wo auch noch einer seiner Brüder und
seine heutige Ehefrau leben.

4.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist.

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen (Art. 65, Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteienschädigung ist nicht
geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Sicherheitsdirektion, dem
Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht (4. Kammer) des Kantons Zürich sowie
dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. September 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Klopfenstein