Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.934/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_934/2010

Urteil vom 10. März 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Karlen, Seiler,
Gerichtsschreiber Uebersax.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Beeler,

gegen

Kanton Schwyz,
handelnd durch den Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, 6431
Schwyz.

Gegenstand
Staatshaftung (Schadenersatz nach § 3 des Gesetzes über die Haftung des
Gemeinwesens und die Verantwortlichkeit seiner Funktionäre/Verantwortlichkeit
aus Beschlagnahmung von Hanfpflanzen, Hanfrohstoff und Infrastrukturanlagen; 2.
Rechtsgang aus Verfahren III 07 101),

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz, Kammer
III, vom 21. Oktober 2010.
Sachverhalt:

A.
X.________ war Gesellschafter der Kollektivgesellschaft A.________, welche
unter anderem den Betrieb einer Gärtnerei für ethnobotanische Pflanzen
bezweckte. Seit 1. Juni 2003 hatte die Gesellschaft ihren Betrieb an in
Brunnen, wo sie in einer Indoor-Anlage auf einer Fläche von rund 585 m2 Hanf
anbaute. Gestützt auf einen vom Verhöramt Schwyz erteilten Durchsuchungsbefehl
führte die Kantonspolizei Schwyz am 7. Juni 2004 am Geschäftsdomizil der
Gesellschaft Hausdurchsuchungen durch und stellte unter anderem insgesamt rund
26,4 kg Hanf mit einem THC-Gehalt von über 0,3 % sicher (15,12 kg Hanfblüten;
11,28 kg Hanfpflanzen mit Stängel). Der zuständige Untersuchungsrichter
verfügte gleichentags im Strafverfahren gegen X.________ und die weiteren
Kollektivgesellschafter Y.________ und Z.________ den amtlichen Beschlag über
die Hanfpflanzen. Das Kantonsgericht Schwyz hiess am 17. Mai 2005 eine dagegen
erhobene Beschwerde teilweise gut und wies die Sache im Übrigen zur
Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen und zur Aufhebung der Beschlagnahme an
das Verhöramt zurück. Mit Verfügung vom 13. Juni 2005 hielt der zuständige
Untersuchungsrichter fest, dass sämtliche beschlagnahmten Hanfpflanzen
beschlagnahmt blieben. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Kantonsgericht Schwyz am 26. Mai 2006 wiederum gut, gab die
Infrastrukturanlagen samt Hanfrohstoff frei und ermächtigte das Verhöramt,
geeignete Auflagen und Kontrollen zu verfügen.
Am 5. Juli 2006 wurde die Kollektivgesellschaft A.________ gelöscht. Am 8.
September 2006 teilte X.________ dem Untersuchungsrichter mit, der Hanfrohstoff
sei zufolge falscher Lagerung verschimmelt und mehr oder weniger wertlos
geworden. Die Mitgesellschafter Y.________ und Z.________ traten am 13. Mai
2007 allfällige Ansprüche gegenüber dem Kanton aus Staatshaftung an X.________
ab.

B.
X.________ erhob am 30. Mai 2007 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Klage gegen den Kanton Schwyz mit dem Rechtsbegehren, der Beklagte sei zu
verpflichten, ihm Fr. 391'141.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 7. Juni 2004 zu
bezahlen. Zudem beantragte er unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung. In der Replik vom 19. November 2007 verlangte X.________
zudem die Durchführung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung. Mit Urteil
vom 2. April 2008 wies das Verwaltungsgericht die Klage ab, ohne eine
öffentliche Verhandlung durchgeführt zu haben. Eine gegen dieses Urteil
erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht am 1. September 2008 gut und wies
die Sache zu neuem Entscheid an das Verwaltungsgericht zurück (BGE 134 I 331);
es erwog, das Verwaltungsgericht habe Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt, indem es
trotz rechtzeitig gestelltem Antrag keine öffentliche Verhandlung durchgeführt
habe.

C.
In der Folge bestellte das Verwaltungsgericht den Spruchkörper samt
Gerichtsschreiber neu und zog die Strafakten bei, aus denen sich ergab, dass
X.________ letztinstanzlich mit Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2009
(Urteil 6B_421/2009) der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG schuldig
gesprochen und mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen bestraft worden war.
Mit Eingabe vom 9. September 2010 änderte X.________ das Rechtsbegehren dahin
ab, dass er die Schadenersatzforderung auf Fr. 105'612.-- (nebst Zins zu 5 %
seit 7. Juni 2004) reduzierte. Am 16. September 2010 führte das
Verwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung durch und wies mit Urteil vom 21.
Oktober 2010 die Klage und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.

D.
X.________ erhebt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht mit dem Antrag, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben
und der Kanton Schwyz sei zu verpflichten, ihm Fr. 105'612.-- nebst Zins zu 5 %
seit 7. Juni 2004 zu bezahlen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Zudem beantragt er die unentgeltliche
Prozessführung für das vorinstanzliche und das bundesgerichtliche Verfahren.
Das Verwaltungsgericht schliesst auf Abweisung der Beschwerde und der
Regierungsrat des Kantons Schwyz auf Abweisung, soweit auf die Beschwerde
einzutreten sei.

Erwägungen:

1.
Gegen den angefochtenen kantonal letztinstanzlichen Endentscheid in
Staatshaftungssachen ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten zulässig (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. b und Art. 90
BGG), da der Streitwert mehr als Fr. 30'000.-- beträgt (Art. 85 Abs. 1 lit. a
BGG).

2.
Die Vorinstanz hat ihr Urteil auf kantonales Recht gestützt (Gesetz des Kantons
Schwyz vom 20. Februar 1970 über die Haftung des Gemeinwesens und die
Verantwortlichkeit seiner Funktionäre; StHG-SZ; SRSZ 140.100). Das
Bundesgericht überprüft, abgesehen von den hier nicht massgebenden Fällen von
Art. 95 lit. c und d BGG, die Anwendung von kantonalem Recht nur daraufhin, ob
dadurch Bundesrecht (mit Einschluss der Bundesverfassung), Völkerrecht oder
interkantonales Recht verletzt ist (Art. 95 lit. a, b und e BGG). Für die
Verletzung von Grundrechten sowie von kantonalem und interkantonalem Recht gilt
zudem die qualifizierte Rügepflicht gemäss Art. 106 Abs. 2 BGG.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer hatte seine Klage vor der Vorinstanz damit begründet,
die Beschlagnahmeverfügung vom 7. Juni 2004 und die darauf folgende falsche
Einlagerung des Hanfrohstoffs seien widerrechtlich gewesen; der Kanton hafte
daher für den Schaden, der ihm durch die Vernichtung des Hanfs entstanden sei.
Gegenüber dem ursprünglichen Klagebegehren hatte er in der Stellungnahme vom 9.
September 2010 die Schadenersatzforderung auf Fr. 105'612.-- reduziert. Diese
Summe begründete er mit dem Erlösausfall für den infolge seines Erachtens
unsachgemässer Lagerung durch die Behörden verschimmelten Hanf; wäre der Hanf
sachgerecht gelagert worden, hätte er ihn nach der Freigabe zu einem Preis von
Fr. 4'000.-- pro Kilogramm an die Firma B.________ verkaufen können.

3.2 Die Vorinstanz erwog, die Beschlagnahmeverfügung vom 7. Juni 2004 sei nicht
widerrechtlich gewesen, auch wenn sie durch Kantonsgerichtsurteil vom 17. Mai
2005 bzw. 26. Mai 2006 aufgehoben worden sei. Die rechtsmittelweise Aufhebung
eines Entscheid sei im staatshaftungsrechtlichen Sinne nur widerrechtlich, wenn
der Funktionär vorsätzlich oder grobfahrlässig gehandelt habe. Dass das
Kantonsgericht zu einem anderen Entscheid gekommen sei als der
Untersuchungsrichter, begründe keine Widerrechtlichkeit. Auch die befristete
Einlagerung des beschlagnahmten Hanfs sei nicht widerrechtlich, zumal das
Strafgericht in seinem Urteil vom 14. Dezember 2007 gemäss Art. 69 StGB die
beschlagnahmten Hanfpflanzen der Kantonspolizei Schwyz zur Vernichtung
übergeben habe und die Rechtsmittelinstanzen diese Einziehung nicht als
unrechtmässig, sondern lediglich die dagegen erhobene Beschwerde als
gegenstandslos qualifiziert hätten. Der aus dem illegalen Verkauf des
Deliktsguts geltend gemachte Erlös von Fr. 4000.-- pro Kilogramm wäre ohnehin
eingezogen worden. Es sei demnach fraglich, ob zwischen der angeblich
unsachgerechten Lagerung des Hanfs und dem geltend gemachten Schaden überhaupt
ein adäquater Kausalzusammenhang bestehe. Zudem habe der Beschwerdeführer den
Untersuchungsrichter nicht genügend auf die sachgerechte Lagerung des Hanfs
hingewiesen, so dass zumindest in gewissem Ausmass ein den Kausalzusammenhang
unterbrechendes Selbstverschulden vorliege. Zudem wäre der Verkauf des Hanfs
ohnehin nicht rechtmässig möglich gewesen, da dieser angesichts seines hohen
THC-Gehalts kein verkehrsfähiges Gut sei; es könne daher kein haftungsrechtlich
relevanter Schaden entstanden sein. Selbst wenn von einem Schaden auszugehen
wäre, würde die Haftung daran scheitern, dass es an einem adäquat kausalen
Zusammenhang zwischen den amtlichen Handlungen des Untersuchungsrichters und
dem geltend gemachten Schaden fehle. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
sei abzuweisen, da der Beschwerdeführer bei einem monatlichen
Einkommensüberschuss von Fr. 253.15 nicht bedürftig sei.

3.3 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 9, 26 sowie Art. 29 Abs.
2 BV. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt offensichtlich unrichtig und
willkürlich festgestellt, seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und
sich über die Eigentumsgarantie hinweggesetzt. Zudem sei die unentgeltliche
Rechtspflege willkürlich verweigert worden.

4.
Die Staatshaftung steht, auch im Kanton Schwyz, unter mehreren kumulativen
Voraussetzungen; eine davon ist, dass ein Schaden eingetreten ist (vgl. § 3
StHG-SZ). Das hat die Vorinstanz im vorliegenden Fall verneint. Trifft dies zu,
ist die Klage mit Recht abgewiesen worden, ohne dass auf die anderen Aspekte
und die diesbezüglichen Beschwerderügen eingegangen werden müsste.

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Kantonsgericht habe in seinem
Entscheid vom 26. Mai 2006 festgestellt, dass die Beschlagnahme des
Hanfrohstoffs widerrechtlich gewesen sei; er hätte in der Folge dieses
Entscheids den Hanf bei der Kantonspolizei abholen dürfen, habe aber - als er
am 29. August 2006 den Hanf abholen wollte - festgestellt, dass dieser zufolge
falscher Lagerung verschimmelt und wertlos geworden war. Das Verwaltungsgericht
habe den Sachverhalt willkürlich festgestellt, indem es nicht auf die mit dem
Kantonsgerichtsentscheid erfolgte Freigabe des Hanfs eingegangen sei; aufgrund
dieser Freigabe hätte der Hanf legal verkauft werden können, wenn er noch
brauchbar gewesen wäre.

4.2 Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil ausdrücklich festgestellt, dass das
Kantonsgericht am 26. Mai 2006 den Hanfrohstoff freigegeben hatte. Der
Sachverhalt ist insoweit weder offensichtlich unrichtig noch unvollständig
festgestellt worden (vgl. dazu Art. 105 Abs. 1 BGG).

4.3 Nach Art. 1 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 BetmG ist Hanfkraut ein Betäubungsmittel.
Betäubungsmittel sind ferner das Harz der Drüsenhaare des Hanfkrauts (Art. 1
Abs. 2 lit. b Ziff. 3 BetmG) und der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC; Art.
1 Abs. 3 und 4 BetmG i.V.m. Art. 3 lit. a BetmV sowie Art. 1 Abs. 1 und Anhang
a der Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinstituts vom 12. Dezember 1996
über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe, BetmV-Swissmedic; SR
812.121.2). Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung darf nicht angebaut,
eingeführt, hergestellt oder in Verkehr gebracht werden (Art. 8 Abs. 1 lit. d
BetmG). Das Verbot, Hanfkraut zur Betäubungsmittelgewinnung in Verkehr zu
bringen, betrifft die gesamte Cannabispflanze (BGE 126 IV 60 E. 2a; Urteil des
Bundesgerichts 6P.51/2000 E. 2a). Verschiedene gesetzliche Regelungen legen
zulässige Grenzwerte für den THC-Gehalt von Produkten fest (Lebensmittel: 0,2
bis 50 mg/kg [Anhang Ziff. 4 der Verordnung des EDI vom 26. Juni 1995 über
Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, Fremd- und Inhaltsstoffverordnung,
FIV; SR 817.021.23]; Kosmetikprodukte: max. 50 mg/kg im Fertigprodukt [Anhang 4
Ziff. 306/Betäubungsmittel der Verordnung des EDI über kosmetische Mittel,
VKos; SR 817.023.31]; Oel- und Faserpflanzen: 0,3 % [Art. 4 und Anhang 4 der
Verordnung des BLW über den Sortenkatalog für Getreide, Kartoffeln,
Futterpflanzen, Öl- und Faserpflanzen sowie Betarüben,
Sortenkatalog-Verordnung; SR 916.151.6]). Nach der Rechtsprechung können diese
Grenzwerte als Massstab dafür dienen, ab welchem Gehalt an THC ein Hanfprodukt
als Betäubungsmittel dienen kann und unter Art. 8 BetmG fällt (BGE 130 IV 83 E.
1.1; 126 IV 198 E. 1 und 2; Urteile des Bundesgerichts 6S.715/2001 vom 3.
Oktober 2002 E. 2, 6S.22/2002 vom 14. Mai 2002 E. 2.2, und 6S.189/2001 vom 31.
Mai 2001 E. 2). Die Vorinstanz hat verbindlich (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG)
festgestellt, dass der streitige Hanf einen THC-Gehalt von zwischen 3 und 19 %
hatte. Sie leitet daraus ab, der Hanf sei zumindest im konkreten Fall kein
verkehrsfähiges Gut gewesen und habe keinen Vermögenswert gehabt, so dass durch
seine Vernichtung kein haftungsrechtlich relevanter Schaden entstanden sein
könne.

4.4 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, mit den Urteilen des
Kantonsgerichts vom 17. Mai 2005 und vom 26. Mai 2006 sei rechtskräftig
entschieden worden, dass der fragliche Hanf weder als Deliktsgut zu
qualifizieren noch sein Verkauf illegal sei.
4.4.1 Im Entscheid vom 17. Mai 2005 hatte das Kantonsgericht die
Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft aufgehoben und die Sache zur
Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen und zur Aufhebung der Beschlagnahme im
Übrigen an das Verhöramt zurückgewiesen. In den Erwägungen hatte das
Kantonsgericht ausgeführt, durch die Beschlagnahme von Produktionsmitteln und
-anlagen sei es den Beschwerdeführern faktisch verunmöglicht, weiterhin
wirtschaftlich tätig zu werden und den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten,
obwohl sie unbestrittenermassen auch legalen Geschäften nachgegangen seien. Bis
klare Indizien vorlägen, dass es sich bei diesen Geschäften nur um prozentual
vernachlässigbare oder reine Tarngeschäfte handle, sei die Beschlagnahme auf
ein Mass zu reduzieren, welches zumindest die beantragte Weiterführung der
Lieferungen an die Firma B.________ zur legalen Weiterverwendung, aber auch die
Herstellung von Eingussartikeln usw. erlaube. Für Infrastrukturanlagen und
Rohstoffe sei die Beschlagnahmung daher - unter geeigneten Auflagen oder
polizeilicher Überwachung - im Umfang der beantragten Lieferungen an die Firma
B.________ sowie für allfällige weitere legale Tätigkeiten wie die Herstellung
von Eingussartikeln aufzuheben, solange nicht klare Indizien vorlägen, dass es
sich bei diesen Geschäften um reine Tarngeschäfte handle.
4.4.2 In der Folge verfügte das Verhöramt am 13. Juni 2005, sämtliche
beschlagnahmte Hanfpflanzen blieben vollumfänglich beschlagnahmt, da aufgrund
der neuen Aktenlage klare Indizien dafür bestünden, dass der verkaufte Hanf
grösstenteils illegal verwendet werde und es sich bei den Hanflieferungen an
die Firma B.________ sowie der legalen Tätigkeit im Zusammenhang mit den
Eingussartikeln um reine Tarngeschäfte handle.
4.4.3 Auf dagegen erhobene Beschwerde hin erwog das Kantonsgericht mit
Beschluss vom 26. Mai 2006, das Verhöramt nenne keine neuen Erkenntnisse. Zudem
belege ein hoher THC-Gehalt allein noch keinen illegalen Verwendungszweck. Die
Infrastrukturanlagen samt Hanfrohstoff seien daher aus dem Beschlag zu
entlassen "vorbehältlich von Auflagen, die legale Lieferungen und allfällige
weitere legale Tätigkeiten wie die Herstellung von Eingussartikeln
ermöglichen". Demgemäss hob das Kantonsgericht die angefochtene Verfügung
insoweit auf, "als Infrastrukturanlagen samt Hanfrohstoff unverzüglich
freizugeben sind und das Verhöramt ermächtigt wird, geeignete Auflagen und
Kontrollen zu verfügen".
4.4.4 Das Kantonsgericht hat somit nicht entschieden, der Verkauf des
streitigen Hanfs sei in jedem Fall legal, sondern es hat bloss festgestellt,
dass eine legale Verwendung denkbar sei und die Indizien für die Feststellung
einer illegalen Verwendung nicht ausreichten. Indem es das Verhöramt
ermächtigte, geeignete Auflagen und Kontrollen zu verfügen, ging es immerhin
davon aus, dass eine illegale Verwendung möglich sei.
4.4.5 Am 14. Dezember 2007 sprach das Strafgericht Schwyz den Beschwerdeführer
schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. c BetmG
wegen des Anbaus des Hanfs und des Verkaufs an (unter anderem) B.________ und
verurteilte ihn zu 13 Monaten Freiheitsstrafe. Der beschlagnahmte Hanf wurde
vorbehältlich einer Inanspruchnahme durch das Verwaltungsgericht der
Kantonspolizei Schwyz zur gutscheinenden Verwendung überlassen (Ziff. 5 des
Urteils).
4.4.6 Dagegen erhoben die Angeklagten Berufung an das Kantonsgericht Schwyz.
Dieses erwog mit Urteil vom 30. September 2008, der zur Diskussion stehende
Hanf sei grundsätzlich zur Verwendung als Betäubungsmittel geeignet. Die
Angeklagten hätten jedoch aufgrund der vorangehenden Einstellungsverfügung vom
31. Oktober 2001 begründet annehmen können, der von ihnen kultivierte Hanf
stelle kein Betäubungsmittel dar, so dass sie sich auf einen Sachverhaltsirrtum
stützen könnten. Es dürften ihnen daher nur Verkäufe an zwei Abnehmer
vorgeworfen werden, weil sie diesbezüglich um die illegale Verwendung gewusst
hätten. Das Kantonsgericht sprach deshalb den Angeklagten nur wegen des
Betäubungsmittelumsatzes an diese beiden Abnehmer sowie wegen Eigenkonsums
schuldig und sprach ihn im Übrigen frei, soweit das Verfahren nicht
einzustellen war (Ziff. 2 des Urteils des Kantonsgerichts). Der Freispruch in
Bezug auf die übrigen Verkäufe (unter anderem an B.________) erfolgte somit
nicht, weil diese Verkäufe objektiv rechtmässig gewesen wären, sondern aufgrund
von Sachverhaltsirrtum des Beschwerdeführers. In Bezug auf die Beschlagnahmung
erwog das Kantonsgericht, der Hanf sei inzwischen vernichtet worden; auch wenn
eine diesbezügliche Verfügung damit gegenstandslos geworden sei, wäre der
Argumentation der Vorinstanz beizupflichten, nachdem die Angeklagten in einigen
Teilpunkten schuldig gesprochen worden seien und eine weitere, objektiv
unerlaubte Verwendung nicht ausgeschlossen werden könne. Demgemäss hob das
Kantonsgericht die Dispositivziffer 5 des Strafgerichtsurteil nicht auf,
sondern berichtigte sie nur infolge eines offensichtlichen Verschriebs
bezüglich der Menge (Ziff. 5 des Urteils des Kantonsgerichts).
4.4.7 Das Bundesgericht (Urteil 6B_421/2009 vom 25. August 2009) hiess die
dagegen erhobene Beschwerde in Bezug auf die Verurteilung wegen Eigenkonsums
(wegen Verjährung) gut und fasste dementsprechend Ziff. 2 des
kantonsgerichtlichen Urteils neu. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab, soweit
es darauf eintrat. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge, die
Voraussetzungen für die Einziehung seien nicht erfüllt, führte das
Bundesgericht aus, die Bestätigung der erstinstanzlichen Einziehung durch das
Kantonsgericht sei zwar unhaltbar, weil eine nicht mehr existierende Ware nicht
eingezogen werden könne. Die Beschwerdeführer würden dadurch allerdings auch
nicht belastet. Sie hätten kein rechtlich geschütztes Interesse daran, sich vor
Bundesgericht gegen die unmögliche Einziehung zu wehren. Auf die entsprechende
Rüge sei daher nicht einzutreten. Ob der Kanton Schwyz die Ware unrechtmässig
beschlagnahmt oder untergehen liess, sei nicht Thema des vorliegenden
Strafprozesses, sondern des hängigen Staatshaftungsverfahrens.

4.5 Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers war der streitige Hanf somit
nicht rechtskräftig aus dem Strafverfahren ausgeschieden; vielmehr wurde über
die Rechtmässigkeit einer Einziehung bisher nicht rechtskräftig entschieden.
Sodann ist im vorliegenden Zusammenhang unerheblich, dass der Beschwerdeführer
in Bezug auf den Verkauf an (unter anderem) B.________ freigesprochen wurde;
denn einerseits ist die Einziehung (Art. 69 StGB) ohne Rücksicht auf die
Strafbarkeit einer bestimmten Person zulässig (vgl. in Bezug auf die
Vernichtung von Hanfpflanzen das Urteil des Bundesgerichts 2C_147/2007 vom 23.
Januar 2008 E. 4) und andererseits geht es hier ohnehin nicht um eine
strafrechtliche Beurteilung, sondern darum, ob ein Schaden im
haftpflichtrechtlichen Sinne vorliegt. Dazu ist einzig erheblich, ob der
fragliche Hanf ohne seine Verschimmelung und anschliessende Vernichtung legal
zu dem geltend gemachten Preis hätte verkauft werden können.

4.6 Nach den Feststellungen der Vorinstanz beträgt der (Schwarz-) Marktpreis
für Haschisch zwischen Fr. 2'000.-- und 5'000.-- pro Kilogramm, derjenige für
legalen Industriehanf Fr. 0,10 pro Kilogramm Trockenmasse, Fr. 70.-- pro
Kilogramm Dolden bzw. Fr. 800.-- pro Kilogramm aussortierte Blüten. B.________,
der am Schluss wichtigste Abnehmer des Beschwerdeführers, sei mit
rechtskräftigem Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 7.
September 2004 wegen der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG
schuldig gesprochen worden. Diese Feststellungen werden vom Beschwerdeführer
nicht bestritten, erscheinen auch sonst nicht als offensichtlich unrichtig und
sind deshalb für das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG). Im
Übrigen hat der Kläger selber in seiner Klage vom 30. Mai 2007 ausführlich
dargelegt, der beschlagnahmte Hanf sei falsch gelagert worden; der massgebliche
Wirkstoff des Hanfs sei der THC, der durch Luft und Wärme zerstört werde. Bei
Raumtemperatur und im Dunkeln gelagerter Hanf verliere nur einen unerheblichen
Teil seiner ursprünglichen Potenz. Bei 35°C oder darüber gelagertes Marihuana
verliere hingegen innerhalb von zwei Jahren beinahe alle seine Potenz.
Cannabisprodukte sollten daher trocken, kühl und unter Luftabschluss gelagert
werden. Auf diese Weise seien sie mehrere Jahre ohne grossen Wirkstoffverlust
lagerbar. Der beste Lagerplatz für Marihuana sei ein dunkler Behälter in einem
Kühlschrank. Cannabis sollte dort ungereinigt gelagert werden, so dass die das
THC enthaltenden Drüsen nicht beschädigt würden. Im vorliegenden Fall seien die
Hanfpflanzen weder trocken, dunkel, kühl noch unter Luftabschluss gelagert
worden. Die Pflanzen seien daher verschimmelt und zur Weiterveräusserung an die
Firma B.________ unbrauchbar geworden. Indem der Beschwerdeführer sich darum
besorgt zeigt, dass der Hanf so hätte gelagert werden sollen, dass der
Wirkstoff THC nicht zerstört wird, räumt er indirekt selber ein, dass der Hanf
zur Betäubungsmittelgewinnung hätte dienen sollen, denn für legale Zwecke ist
kein Wirkstoffgehalt erforderlich.

4.7 Unter diesen Umständen hätte der Hanf eingezogen werden müssen, wenn er
nicht schon vernichtet gewesen wäre. Jedenfalls wäre der vom Beschwerdeführer
geltend gemachte Verkauf des fraglichen Hanfs an B.________ zum Preis von Fr.
4'000.-- pro Kilogramm legal nicht möglich gewesen, weil ein solcher Preis nur
für die illegale Betäubungsmittelverwendung erzielt werden kann. Das Ausbleiben
eines Gewinns, der nur infolge einer objektiv rechtswidrigen Handlung hätte
erzielt werden können, kann keinen haftpflichtrechtlich ersatzfähigen Schaden
darstellen. Dass der Beschwerdeführer in Bezug auf die (früheren) Verkäufe an
B.________ wegen Sachverhaltsirrtums freigesprochen worden war, ist
unerheblich, da es für den Begriff des Schadens im haftpflichtrechtlichen Sinne
nicht auf die Strafbarkeit ankommt, sondern darauf, ob der geltend gemachte
Vermögensvorteil objektiv rechtmässig möglich gewesen wäre.

4.8 Demnach entfällt eine Staatshaftung schon wegen Fehlens eines
haftpflichtrechtlich massgeblichen Schadens.

5.
Diese klare Rechtslage führt dazu, dass die Verantwortlichkeitsklage von
vornherein als aussichtslos zu bezeichnen war. Die Vorinstanz hat deshalb
jedenfalls im Ergebnis mit Recht die unentgeltliche Rechtspflege verweigert,
ohne dass zu prüfen wäre, ob der Beschwerdeführer tatsächlich prozessual
bedürftig ist, was er behauptet und die Vorinstanz verneint hat. Aus dem
gleichen Grund war auch die Beschwerde vor dem Bundesgericht aussichtslos und
ist das hier gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung
abzuweisen (vgl. Art. 64 BGG).

6.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet. Die Kosten sind dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 BGG). Der obsiegende Beschwerdegegner
hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 68 Abs. 3 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten im Betrag von Fr. 3'000.-- werden dem Beschwerdeführer
auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Kanton Schwyz und dem
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz, Kammer III, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. März 2011
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Uebersax