Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1073/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_1073/2010

Urteil vom 21. Juni 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichter Schneider,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari
Gerichtsschreiberin Koch.

Verfahrensbeteiligte
S.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Fäh,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus, Burgstrasse 16, 8750 Glarus,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Effektive Verteidigung; Betrug; Urkundenfälschung; Strafzumessung; Willkür,
rechtliches Gehör,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Glarus vom 29. Oktober
2010.

Sachverhalt:

A.
Am 17. September 2008 verurteilte das Kantonsgericht Glarus S.________ wegen
Widerhandlung und versuchter Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 25. Juni
1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) zu
einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 70.-- und zu einer Busse
von Fr. 2'000.--, als Zusatzstrafe zum Strafbescheid des Untersuchungsamtes
Gossau vom 30. November 2005. Vom Vorwurf der Urkundenfälschung sowie des
Betrugs sprach es ihn frei. Gleichzeitig beurteilte es die Vorwürfe gegen neun
Mitangeklagte. Von diesen sprach es acht schuldig und einen frei. Gegen das
Urteil des Kantonsgerichts erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus
Appellation.

B.
Das Obergericht des Kantons Glarus verurteilte S.________ am 29. Oktober 2010
wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfachen vollendeten Betrugs, mehrfachen
versuchten Betrugs sowie mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe
von 34 Monaten, als teilweise Zusatzstrafe zum erwähnten Strafbescheid. Es
widerrief den bedingten Strafvollzug für die Gefängnisstrafe von 7 Monaten,
welcher ihm mit Urteil des Bezirksgerichts St. Gallen vom 20. Mai 2003 gewährt
wurde.

C.
Gegen dieses Urteil erhebt S.________ Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an
das Obergericht des Kantons Glarus zurückzuweisen. Eventualiter sei er von
Schuld und Strafe freizusprechen. Der bedingte Strafvollzug sei nicht zu
widerrufen.

D.
Sieben Mitangeklagte führen ebenfalls Beschwerde in Strafsachen. Diese werden
separat beurteilt (Verfahren 6B_1076/2010 und 6B_1071/2010).

E.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Stellungnahme, Ziffer 5 des
Urteilsdispositivs betreffend den Widerruf des bedingten Strafvollzugs der
Vorstrafe aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus schliesst sich
den Ausführungen von S.________ an, wonach ein Widerruf des bedingten
Strafvollzugs aufgrund des Fristablaufs nicht mehr möglich ist.

Erwägungen:

1.
1.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze den Anspruch auf ein
faires Verfahren und eine wirksame Verbeiständung nach Art. 29 Abs. 3 BV i.V.m.
Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMKR sowie Art. 31 und Art. 32 BV i.V.m. Art. 6 Ziff. 1
EMRK. Sie verstosse auch gegen Art. 12 lit. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni
2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA;
SR 935.61). Aufgrund der anwaltlichen Treuepflicht ergebe sich ein Verbot der
Doppelvertretung. Sein amtlicher Verteidiger habe "acht" Mitangeklagte
vertreten. Diese Mehrfachvertretung sei nicht zulässig gewesen.
1.2
1.2.1 Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK
garantieren namentlich den Anspruch eines strafrechtlich Angeklagten auf einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand, sofern dies zur Wahrung seiner Rechte
erforderlich ist. Der amtliche wie der private Verteidiger müssen die
Interessen des Angeschuldigten in ausreichender und wirksamer Weise wahrnehmen
und die Notwendigkeit von prozessualen Vorkehrungen in seinem Interesse
sachgerecht und kritisch abwägen. Der Angeschuldigte hat Anspruch auf eine
sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung seiner Parteiinteressen. Wird
von den Behörden untätig geduldet, dass der Verteidiger seine anwaltlichen
Berufs- und Standespflichten zum Schaden des Angeschuldigten in schwerwiegender
Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der in Art. 29 Abs. 3 BV und
Art. 6 Ziff. 3 EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen. Der zuständige
Richter ist im Falle einer offenkundig ungenügenden Verteidigung verpflichtet,
den amtlichen Verteidiger zu ersetzen (BGE 124 I 185 E. 3a und 3b S. 189 f. mit
Hinweisen).
1.2.2 Bei Mehrfach-Verteidigungsmandaten desselben Rechtsvertreters für
verschiedene Mitangeschuldigte besteht grundsätzlich ein Interessenkonflikt,
der einen Verfahrensausschluss eines Verteidigers (gestützt auf das
Anwaltsberufs- und Strafprozessrecht) rechtfertigen kann. Von besonderen
Ausnahmefällen abgesehen, dürfen Anwältinnen und Anwälte keine
Mehrfachverteidigungen von Mitangeschuldigten ausüben. Dies selbst dann nicht,
wenn die Mandanten der Doppelvertretung zustimmen, oder wenn der Verteidiger
beabsichtigt, für alle Angeschuldigten auf Freispruch zu plädieren. Bei seinem
Entscheid über die Nichtzulassung bzw. Abberufung von Anwälten hat der
verfahrensleitende Strafrichter entsprechenden Interessenkonflikten in jedem
Verfahrensstadium vorausschauend Rechnung zu tragen (Urteil 1B_7/2009 vom 16.
März 2009 E. 5.5, E. 5.9 und E. 5.11 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 135 I
261, aber in: SJ 2009 I S. 386 und in JDT 2010 I 282; Urteil 1P.587/1997 vom 5.
Februar 1998 E. 3c, in: Pra 1998 Nr. 98 S. 560 ff.). Eine Mehrfachverteidigung
könnte allenfalls (im Interesse der Verfahrenseffizienz) ausnahmsweise erlaubt
sein, sofern die Mitangeschuldigten durchwegs identische und widerspruchsfreie
Sachverhaltsdarstellungen geben und ihre Prozessinteressen nach den konkreten
Umständen nicht divergieren (Urteil 1B_7/2009, a.a.O., E. 5.8 mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung steht im Einklang mit den Standesregeln, wonach
Rechtsanwälte Konflikte mit den Interessen ihrer Klientschaft vermeiden sollen
(Art. 12 lit. c BGFA).
1.3
1.3.1 Der Beschwerdeführer wurde zusammen mit den damals (im
Ermittlungsverfahren) zwölf Mitangeschuldigten seit dem 16. November 2007 vom
gleichen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt C.________, vertreten. Zuvor hatte
er am 11. Juni 2007 zusammen mit den Mitangeklagten einen gemeinsamen privaten
Rechtsvertreter mandatiert (act. 679, 821, 862 Ordner Act. I). Im
Appellationsverfahren waren nebst dem Beschwerdeführer acht weitere Angeklagte
vom selben amtlichen Verteidiger vertreten (act. 38 Ordner V). Der
Beschwerdeführer bringt vor Bundesgericht erstmals vor, er sei ungenügend
verteidigt gewesen, nachdem das Ergebnis des kantonalen Verfahrens für ihn
nachteilig ausgefallen ist. Weder vor Vorinstanz noch vor der ersten Instanz
verlangte er einen Verteidigerwechsel. Er und die Mitangeklagten wählten noch
vor Bestellung des amtlichen Verteidigers eine gemeinsame
Verteidigungsstrategie mit einem einzigen Rechtsvertreter. Dies und die
Aussageverweigerung dienten dazu, einen "stimmigen Gesamteindruck" zu
hinterlassen, um den Nachweis eines strafbaren Verhaltens zu erschweren (Brief
von S.________ an die ehemaligen Mitarbeiter der D.________ GmbH vom 24. April
2007, Akten Q.________ I/6). Der vorinstanzliche Sachverhalt ist in Bezug auf
den Inhalt dieses Schreibens zu ergänzen (Art. 105 Abs. 2 BGG).
1.3.2 Die Rechtspositionen der verschiedenen Angeklagten schlossen eine
einheitliche Prozesstaktik nicht aus. Der Sachverhalt war aufgrund der
schriftlichen Unterlagen der Arbeitslosenkassen bereits zu Beginn des
Ermittlungsverfahrens weitgehend geklärt. So ergeben sich aus den Aussagen der
Angeklagten keine konkreten gegenläufigen Interessen. Sie belasteten sich nicht
gegenseitig, sondern verweigerten in der Untersuchung die Aussagen. Dies ist
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht dem Umstand der gemeinsamen
amtlichen Verteidigung zuzuschreiben. Er und seine Mitangeklagten machten schon
vor dessen Bestellung von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (z.B. der
Beschwerdeführer: act. 5 ff. und act. 171 ff. Ordner III.1: Einvernahmen vom
19. Juli 2006 und 29. März 2007; T.________: act. 5 ff. und act. 161 ff. Ordner
V: Einvernahmen vom 17. Juli 2006 und 30. März 2007; U.________: act. 4 ff. und
act. 150 ff. Ordner II: Einvernahmen vom 24. Juli 2006 und 4. Mai 2007;
W.________: act. 5 ff. und act. 167 ff. Ordner IV: Einvernahmen vom 18. Juli
2006 und 29. März 2007). Insgesamt bestehen keine wesentlichen Differenzen in
der Sachverhaltsdarstellung und rechtlichen Würdigung der Angeklagten.
Sämtliche Mitangeklagten waren hinsichtlich der zentralen Frage, ob die
Arbeitsverträge mit den konkursiten Gesellschaften fingiert waren, nicht
geständig und verlangten einen Freispruch, soweit sie Angaben zur Sache
machten.
1.3.3 Die Aussagen der Angeklagten sind auch nicht das entscheidende
Beweismittel. Die Vorinstanz nimmt ihre Beweiswürdigung im Wesentlichen anhand
der umfangreichen schriftlichen Unterlagen und der Aussagen von Drittpersonen
(vgl. etwa angefochtenes Urteil S. 12 ff., S. 76: Aussagen der früheren
Geschäftsführer zur Geschäftstätigkeit der D.________ GmbH, der E.________
GmbH, der F.________ GmbH und der G.________ GmbH) vor. In diesem Ausnahmefall
bestehen keine gegenläufigen Interessen der Angeklagten. Die Gefahr einer
Interessenkollision ist ausnahmsweise zu verneinen. Im Übrigen verpflichtet der
Grundsatz von Treu und Glauben die Verfahrensparteien, welche einen
mutmasslichen Verfahrensmangel feststellen, diesen unverzüglich geltend zu
machen. Es ist nicht zulässig, formelle Rügen, welche in einem frühen Stadium
hätten geltend gemacht werden können, bei ungünstigem Ausgang noch später
vorzubringen (vgl. 133 III 638 E. 2. S. 640 mit Hinweis auf BGE 119 Ia 221).
Der Beschwerdeführer beauftragte zusammen mit den Mitangeklagten zu Beginn des
Verfahrens einen privaten Anwalt. Darauf akzeptierte er während drei Jahren
vorbehaltlos, dass sein amtlicher Verteidiger weitere Mitangeklagte vertrat,
obwohl er schon den Ernennungsentscheid hätte anfechten können. Das Zuwarten
mit der Rüge der ungenügenden Verteidigung bis zur Rechtsmittelinstanz
verstösst gegen Treu und Glauben (vgl. 133 III 638 E. 2. S. 640 mit Hinweisen).

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die amtliche Verteidigung sei nicht effektiv
gewesen. Sämtliche Angeklagten hätten auf Anraten des Verteidigers die Aussage
verweigert, obwohl sie unterschiedliche Tatbeiträge geleistet hätten und der
Sachverhalt bereits zu Beginn des Strafverfahrens aufgrund der Akten erstellt
gewesen sei. Bei dieser Beweislage müsse die Verteidigungsstrategie des
Schweigens als unvertretbar bezeichnet werden. Die Aussageverweigerung habe ihm
zum Nachteil gereicht, da die Vorinstanz daraus auf seine Renitenz schliesse
und ihm den bedingten Strafvollzug verweigere. Sie habe mangels Geständnis
weder Reue noch Einsicht strafmindernd berücksichtigen können. Zudem seien die
Tatbeiträge nicht verbindlich geklärt worden. Schliesslich sei über seine
persönliche Situation nur wenig bekannt gewesen. Unberücksichtigt sei
geblieben, dass er alleinerziehender Vater und seine von ihm getrennt lebende
Frau gesundheitlich angeschlagen sei. Er weise eine höhere Strafempfindlichkeit
auf.

2.2 Als schwere Pflichtverletzung, welche als Verletzung des Rechts auf
wirksame Verteidigung nach Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6
Ziff. 3 lit. c EMRK zu werten ist, kann nur sachlich nicht vertretbares bzw.
offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten des Verteidigers in Frage kommen
(vgl. zum Anspruch auf effektive Verteidigung E. 1.2.1; Urteil 6B_100/2010 vom
22. April 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Schwere Pflichtverletzungen des
Offizialverteidigers können namentlich in krassen Frist- und
Terminversäumnissen, mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen
und anderen Prozesshandlungen, fehlender Vorsorge für Stellvertretungen oder
groben Unregelmässigkeiten bei der Rechnungsstellung liegen (vgl. BGE 126 I 194
E. 3d S. 198 ff.; 120 Ia 48 E. 2c - d S. 52 ff., je mit Hinweisen). Die blosse
Schlechterfüllung des Mandats genügt für eine schwere Pflichtverletzung nicht.

2.3 Der Beschwerdeführer zeigt keine groben Pflichtverletzungen auf, welche
eine wirksame Verteidigung ausschliessen. Der Umstand, dass ihm der Verteidiger
nicht riet, ein Geständnis abzulegen bzw. die Tatbeiträge der anderen
Mitbeteiligten offenzulegen, ist nicht von vornherein unvertretbar oder
offensichtlich fehlerhaft. Dies weist auf eine durchdachte
Verteidigungsstrategie hin, welche in Einklang mit der konstanten
Aussageverweigerung steht (vgl. Urteil 6B_100/2010 a.a.O.). Dass diese
Prozesstaktik nicht grundsätzlich untauglich war, zeigt das erstinstanzliche
Urteil, worin der Beschwerdeführer wegen eines wesentlich geringfügigeren
Tatbestandes schuldig gesprochen wurde als vor Vorinstanz.

2.4 Der Einwand, sein früherer amtlicher Verteidiger habe massgebliche Angaben
zu seiner Person wegen der Mehrfachvertretung nicht vorgebracht, geht an der
Sache vorbei. Entgegen seinen aktenwidrigen Vorbringen nahm die Vorinstanz
davon Kenntnis, dass der Beschwerdeführer und dessen Ehefrau angaben, nach
einer Trennung wieder zusammenzuleben (angefochtenes Urteil S. 90 f., S. 129).
Dabei handelt es sich um einen persönlichen Umstand, der nur bei der
Strafzumessung des Beschwerdeführers eine Rolle spielen kann und deshalb keinen
Konflikt zu den Strafverfahren der anderen Mitangeklagten eröffnet. Der
Beschwerdeführer legt nicht hinreichend dar, wieweit die Verteidigung der
anderen Mitangeklagten das Ergebnis seines Verfahrens, insbesondere in Bezug
auf den Schuldpunkt oder die Strafe, negativ beeinflusst hätte. Die Gefahr
einer Interessenkollision ist ausnahmsweise zu verneinen. Die Rüge der
unwirksamen Verteidigung erweist sich als unbegründet.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet die Feststellung des Sachverhalts
(Beschwerde S. 13). Er führt diese auf die ungenügende amtliche Verteidigung
zurück. Die Vorinstanz gehe unter Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo"
davon aus, dass er die verschiedenen Schreiben an die Arbeitslosenkassen
verfasst habe. Dazu sei er aufgrund seines fehlenden
sozialversicherungsrechtlichen Wissens und seiner Ausbildung nicht fähig
gewesen. Dies ergebe sich aus dem Vergleich des Schreibstils in seiner
Korrespondenz während der Inhaftierung und demjenigen in den Schreiben an die
Arbeitslosenkassen. Alleine aus der Unterzeichnung der Schreiben lasse sich
nicht auf seine Urheberschaft schliessen. Wer die Briefe aufgesetzt habe, sei
nie geklärt worden. Die Vorinstanz ermittle die unterschiedlichen Tatbeiträge
der Beteiligten zu Unrecht nicht.

3.2 Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn
sie willkürlich ist (Art. 9 BV) oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1
S. 39 mit Hinweis). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung
ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die
Annahme von Willkür nicht. Die Rüge der Willkür muss in der Beschwerde anhand
des angefochtenen Entscheids präzise vorgebracht und begründet werden,
ansonsten darauf nicht einzutreten ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E.
1.4.1 S. 53 mit Hinweisen).

3.3 Die Vorinstanz geht davon aus, der Anstoss zum ersten Betrugsfall im
Insolvenzverfahren der I.________ AG sei insbesondere vom Beschwerdeführer
ausgegangen. Weil die Arbeitslosenkasse St. Gallen infolge von Ungereimtheiten
die an den Beschwerdeführer ausgerichteten Arbeitslosentaggelder im Oktober
2004 rückwirkend ab Mai 2003 kürzte, stellte dieser Ende 2004 bei der
Arbeitslosenkasse Baselland (ALK BL) zusammen mit den Mitangeklagten einen
Antrag auf Insolvenzentschädigung. Weil der Beschwerdeführer einen Teil der
Mitangeklagten als angebliche "Mitarbeiter" rekrutierte und ihre Interessen im
Insolvenzverfahren wahrnahm (z.B. Betreibungen für Lohnforderungen einreichte),
und aufgrund der zeitlichen Nähe zur rückwirkenden Verweigerung der
Arbeitslosenentschädigung des Beschwerdeführers im Kanton St. Gallen, der
nacheinander abgeschlossenen Arbeitsverträge mit derselben Gesellschaft, der
Ähnlichkeit der Schreiben an die Arbeitslosenkassen sowie der Unterschrift
(angefochtenes Urteil S. 33 ff., S. 35 f., S. 38, S. 64, S. 71 f., S. 89)
durfte die Vorinstanz den Schluss ziehen, der Beschwerdeführer sei Verfasser
dieser Schreiben und somit auch massgeblicher Tatbeteiligter des Betrugs. Dass
die Mehrfachverteidigung einen Einfluss auf diese Feststellungen gehabt hätte,
welche im Wesentlichen aufgrund der Akten erfolgten, ist nicht ersichtlich. Die
Rüge erweist sich als unbegründet.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle am Tatbestandsmerkmal der
Arglist im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB. Zwar habe er den Arbeitslosenkassen
nicht wahrheitsgemäss ausgefüllte Antragsformulare um Insolvenzentschädigung
und simulierte Schreiben eingereicht. Es sei aber eine zumutbare Aufgabe der
Amtsstellen, seine Angaben zu überprüfen. Sie hätten beispielsweise
Arbeitsrapporte oder einen anderen Nachweis für die Arbeitsleistung verlangen
können. Bei der Opfermitverantwortung sei die Stellung der Parteien zu
berücksichtigen. Die Arbeitslosenkassen verfügten als öffentlich-rechtliche
Institutionen über ein grosses Wissen. Sie könnten in Zweifelsfällen auf
juristische Mitarbeiter zurückgreifen. Deshalb seien erhöhte Anforderungen an
ihre Opfermitverantwortung zu stellen.

4.2
4.2.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges unter anderem
schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu
bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen
arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
4.2.2 Der Tatbestand des Betrugs nach Art. 146 StGB setzt eine arglistige
Täuschung voraus. Betrügerisches Verhalten ist strafrechtlich erst relevant,
wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit handelt.
Wesentlich ist, ob die Täuschung in einer hypothetischen Prüfung unter Einbezug
der dem Opfer nach Wissen des Täters zur Verfügung stehenden
Selbstschutzmöglichkeiten als nicht oder nur erschwert durchschaubar erscheint.
Erforderlich ist eine qualifizierte Täuschungshandlung. Einfache Lügen, plumpe
Tricks oder leicht überprüfbare falsche Angaben genügen nicht. Für die Frage
der Arglist ist nicht entscheidend, ob die Täuschung gelingt. Nebst dem
Erfordernis einer qualifizierten Lüge ist die Eigenverantwortlichkeit des
Opfers zu berücksichtigen. Die vom Opfer erwartete Aufmerksamkeit richtet sich
nach einem individuellen Massstab. So sind allfällige besondere Fachkenntnisse
und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch unter dem
Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen
erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer
die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen ihm zur
Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es
die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt
der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern
nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den
Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden
führende Opferverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE
135 IV 76 E. 5.2 S. 79 ff. mit Hinweisen).
4.2.3 Diese Rechtsprechung gilt auch im Bereich der Sozialhilfe. Die Behörde
handelt leichtfertig, wenn sie die eingereichten Belege nicht prüft oder es
unterlässt, die um Sozialhilfe ersuchende Person aufzufordern, die für die
Abklärung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse relevanten Unterlagen, wie
beispielsweise die letzte Steuererklärung und Steuerveranlagung oder
Kontoauszüge, einzureichen. Hingegen kann ihr eine solche Unterlassung
angesichts der grossen Zahl von Sozialhilfeersuchen nicht zum Vorwurf gemacht
werden, wenn diese Unterlagen (voraussichtlich) keine Hinweise auf nicht
deklarierte Einkommens- und Vermögenswerte enthalten (vgl. Urteil 6B_22/2011
vom 23. Mai 2011 E. 2.1.2 mit Hinweisen).
4.2.4 Arglist wird, soweit das Opfer sich nicht in leichtfertiger Weise seiner
Selbstschutzmöglichkeiten begibt, unter anderem bejaht, wenn der Täter ein
ganzes Lügengebäude errichtet. Ein solches liegt vor, wenn mehrere Lügen derart
raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit
zeugen, dass sich selbst ein kritisches Opfer täuschen lässt (BGE 135 IV 76
a.a.O.).

4.3 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen unterzeichnete der
Beschwerdeführer in den Jahren 2004 und 2005 als Arbeitnehmer fiktive
Arbeitsverträge mit der I.________ AG, der D.________ GmbH, der G.________
GmbH, der E.________ GmbH und der F.________ GmbH. Diese Verträge ging er nur
zum Schein ein. Zudem warb er andere Arbeitnehmer an, die, wie er selbst, trotz
der Arbeitsverträge nie für die Arbeitgeberinnen tätig waren. Nachdem die
Geschäftsführer der Gesellschaften plangemäss den Konkurs erwirkt hatten,
verlangte der Beschwerdeführer im eigenen und im Namen der anderen Arbeitnehmer
Insolvenzentschädigungen für die letzten vier Monatslöhne bei den zuständigen
Arbeitslosenkassen. Er reichte aufeinander abgestimmte Schriftstücke
(Antragsformulare jedes Arbeitnehmers, Mahnschreiben hinsichtlich der
Lohnausstände, Bestätigungsschreiben des jeweiligen Geschäftsführers über die
ausstehenden Löhne, Zahlungsbefehl) ein, welche inhaltlich unwahr waren und die
ausstehenden Lohnforderungen bzw. die vergeblichen Bemühungen um Auszahlung der
Löhne dokumentieren sollten. Zwei Arbeitslosenkassen liessen sich täuschen und
zahlten, zumindest teilweise, Insolvenzentschädigungen an die Beteiligten aus.

4.4 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz sein
Verhalten im Zusammenhang mit den von ihm verlangten Insolvenzentschädigungen
als arglistig bezeichnen. Er erstellte zusammen mit seinen Mittätern ein
raffiniertes Lügengebäude. Die Arglistigkeit ergibt sich aus dem koordinierten
Vorgehen des Beschwerdeführers, der Geschäftsführer der Gesellschaften und der
angeblichen Arbeitnehmer. Sie stimmten zahlreiche fingierte Schriftstücke
verschiedener Beteiligter (Arbeitnehmer, Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber)
aufeinander ab. Diese verfolgten aus Sicht des aussenstehenden Dritten
unterschiedliche Interessen. Die falschen Schriftstücke liessen keine Zweifel
an der Anspruchsberechtigung auf Insolvenzentschädigung offen. Es handelt sich
um ein ausgeklügeltes System, mit welchem der Beschwerdeführer und seine
Mittäter der Arbeitslosenkasse die Zuspitzung des Konflikts um die offenen
Lohnforderungen plausibel präsentierten.
Die Arbeitslosenkassen liessen ausreichende Sorgfalt walten. Sie durften davon
ausgehen, dass der Arbeitgeber nur gewillt ist, Lohn auszuzahlen, wenn die
Angestellten Arbeit geleistet haben. Genau dies wird ihnen in den
Schriftstücken des Beschwerdeführers und seiner Mittäter suggeriert (z.B. auf
dem Arbeitnehmerformular "letzter Arbeitstag", Bestätigungen der konkursiten
Gesellschaften über die Lohnausstände, Schuldscheine für unbezahlte Löhne,
Betreibungen, Lohnabrechnung von R.________). Aufgrund des Beweismasses des
Glaubhaftmachens, welches Art. 74 der Verordnung vom 31. August 1983 über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02) für die Auszahlung der
Insolvenzentschädigung genügen lässt, und der umfassenden und stimmigen
Dokumentationen durch den Beschwerdeführer und seine Mittäter drängten sich
keine weiteren Abklärungen seitens der Arbeitslosenkassen auf. Die Rüge erweist
sich als unbegründet.

5.
5.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz verletze Art. 251 Ziff. 1 StGB.
Die simulierten Arbeitsverträge und die Antragsformulare um
Insolvenzentschädigung seien nicht geeignet, die effektive Arbeitsleistung zu
beweisen. Es fehle am Erfordernis der erhöhten Beweiseignung. Dies zeige sich
daran, dass die Arbeitslosenkassen nebst den Antragsformularen weitere
beweiskräftige Unterlagen verlangt hätten.

5.2 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er habe unechte Urkunden im
Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB benutzt, indem er die vier Arbeitsverträge der
D.________ GmbH, der G.________ GmbH, der E.________ GmbH sowie der F.________
GmbH zur Täuschung der Arbeitslosenkassen eingesetzt habe.

5.3 Gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB macht sich der Urkundenfälschung schuldig, wer
in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu schädigen oder
sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, eine
Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte
Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder
eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt.
Die Tatbestände des Urkundenstrafrechts schützen das Vertrauen, welches im
Rechtsverkehr einer Urkunde als einem Beweismittel entgegengebracht wird.
Mittel zum Beweis kann nur sein, was generell geeignet ist, Beweis zu
erbringen. Als Urkunden gelten deshalb unter anderem nur Schriften, die
bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen
(Art. 110 Ziff. 4 StGB). Die Urkundenfälschung im engeren Sinn erfasst das
Herstellen einer unechten Urkunde, deren wirklicher Aussteller mit dem aus ihr
ersichtlichen Urheber nicht identisch ist. Demgegenüber betrifft die
Falschbeurkundung die Errichtung einer echten, aber unwahren Urkunde, bei der
also der wirkliche und der in der Urkunde enthaltene Sachverhalt nicht
übereinstimmen (BGE 132 IV 12 E. 8.1 S. 14 f. mit Hinweisen).
Ein nicht zeichnungsberechtigter Angestellter einer juristischen Person, der im
Namen der Gesellschaft und auf Briefpapier mit dem Briefkopf der Gesellschaft
Garantieerklärungen errichtet und unterschreibt, stellt unechte Urkunden her
(BGE 123 IV 17 E. 2b und 2c S. 19 f. mit Hinweisen). An die Beweiseignung
bestehen bei der Urkundenfälschung im engeren Sinn nicht dieselben restriktiven
Voraussetzungen wie bei der Falschbeurkundung. Zu prüfen ist bloss, ob die
Urkunde bestimmt und geeignet ist, die Tatsache zu beweisen, welche falsch ist.
Im zitierten Entscheid stellte sich die Frage der Beweisbestimmung und -eignung
nicht hinsichtlich des gesamten Briefinhalts, sondern bloss hinsichtlich der
Bindungswirkung für die vertretene Gesellschaft (BGE 123 IV 17 E. 2c mit
Hinweisen).

5.4 Gleich verhält es sich auch im vorliegenden Fall. Nach den unangefochtenen
vorinstanzlichen Feststellungen war U.________ im Zeitpunkt der Unterzeichnung
der Arbeitsverträge für die vier Gesellschaften formell nicht
zeichnungsberechtigt (angefochtenes Urteil S. 95 bis S. 97). Sie erstellte eine
unechte Urkunde, indem sie wahrheitswidrig vorgab, sie sei für die D.________
GmbH, die G.________ GmbH, die E.________ GmbH sowie die F.________ GmbH
zeichnungsberechtigt und könne diese rechtsgültig vertreten. Die
Arbeitsverträge wurden von U.________ im Namen der Arbeitgeberinnen und vom
Beschwerdeführer als Arbeitnehmer unterzeichnet. Diese Verträge waren dazu
bestimmt und geeignet, gegenüber Dritten die Verpflichtung der Vertragsparteien
zu beweisen. Der Beschwerdeführer benutzte die gefälschten Arbeitsverträge
gegenüber den Arbeitslosenkassen zum Nachweis eines Arbeitsvertrages bzw.
seiner Lohnforderungen, im Wissen um die Unstimmigkeiten (angefochtenes Urteil
S. 97). Die Verurteilung wegen mehrfacher Urkundenfälschung verletzt kein
Bundesrecht.

6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz verletze Art. 47 StGB,
indem sie bei der Strafzumessung nicht berücksichtige, dass er
alleinerziehender Vater sei. Sie hätte dies strafmindernd in ihre Beurteilung
einfliessen lassen müssen (Beschwerde S. 22).

6.2 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen lebte der Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Appellationsverhandlung wieder mit seiner Ehefrau zusammen (vgl.
oben Ziff. 2.4; angefochtenes Urteil S. 129). Seine diesbezügliche Kritik an
der vorinstanzlichen Strafzumessung geht fehl.

7.
7.1 Der Beschwerdeführer sieht die Regeln über den teilbedingten Strafvollzug
nach Art. 43 StGB verletzt. Die Vorinstanz verweigere ihm den teilbedingten
Strafvollzug aus denselben Gründen, mit welchen sie die Strafe erhöhe. Sie
begründe dies mit seiner fehlenden Einsicht und der angeblich "kaltschnäuzigen"
Art. Diese Beurteilung sei wenig objektiv. Zudem lasse die Vorinstanz sein
Wohlverhalten während der letzten sechs Jahre zu Unrecht ausser Betracht.
7.2
7.2.1 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger
Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens
zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig
erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen
abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf
Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von
mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180
Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders
günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Das Gericht kann den Vollzug
einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von
mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn
dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen
(Art. 43 Abs. 1 StGB).
7.2.2 Der Strafaufschub ist die Regel, von der grundsätzlich nur bei
ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld der
Ungewissheit den Vorrang. Auch die bloss teilbedingte Strafe gemäss Art. 43
StGB setzt das Fehlen einer ungünstigen Prognose voraus. Wenn und soweit die
Legalprognose nicht schlecht ausfällt, muss der Vollzug zumindest eines Teils
der Strafe bedingt aufgeschoben werden. Andererseits ist bei einer schlechten
Prognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe ausgeschlossen (BGE 134
IV 1 E. 5.3.1 S. 10 mit Hinweisen).
7.2.3 Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die
verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift
auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den
gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich
nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte
ausser Acht gelassen bzw. in Überschreitung oder Missbrauch ihres Ermessens
falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61 mit Hinweisen).

7.3 Die Vorinstanz fällt eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten als Zusatzstrafe
zur bedingten Strafe von einer Woche Gefängnis gemäss Strafbescheid des
Untersuchungsamtes Gossau vom 30. November 2005 aus. Sie berücksichtigt bei der
Verweigerung des teilbedingten Strafvollzugs, dass sich der Beschwerdeführer
von der bedingten Vorstrafe von sieben Monaten Gefängnis nicht hat beeindrucken
lassen. Er wurde bereits kurze Zeit später (ca. nach 1 ½ Jahren) erneut im
einschlägigen Bereich straffällig. Den Grund für die Taten sieht die Vorinstanz
in der fehlenden beruflichen Eingliederung des Beschwerdeführers. Sie hat
erhebliche Bedenken hinsichtlich des künftigen Wohlverhaltens, weil die Ursache
der Taten, d.h. die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers und seine
finanziellen Probleme, nicht behoben sind. Die Vorinstanz berücksichtigt auch
das unkooperative Verhalten des Beschwerdeführers im Strafverfahren sowie seine
Uneinsichtigkeit trotz erdrückender Beweislast. Insbesondere versuchte er
mittels eines Briefes, einen geständigen Mitbeteiligten (Q.________) zum
Schweigen zu bringen. Angesichts dieser Feststellungen verletzt es kein
Bundesrecht, wenn die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine schlechte Prognose
stellt und den bedingten Strafvollzug verweigert. Sie würdigt die rechtlich
massgeblichen Kriterien in zutreffender Weise. Soweit der Beschwerdeführer
beanstandet, die Vorinstanz berücksichtige teilweise dieselben Kriterien wie
bei der Strafzumessung, ist ihm entgegenzuhalten, dass Art. 43 Abs. 1 StGB
vorsieht, das Verschulden des Täters, und damit auch strafzumessungsrelevante
Kriterien in die Prognosestellung miteinzubeziehen. Seine Rügen gehen fehl.

8.
8.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 46 Abs. 5 StGB. Die
Vorinstanz widerrufe den bedingten Vollzug für die Gefängnisstrafe von sieben
Monaten, welcher ihm mit Urteil des Bezirksgerichts St. Gallen vom 20. Mai 2003
gewährt worden sei. Die damals angesetzte Probezeit von 2 Jahren endete am 20.
Mai 2005. Ein Widerruf der Strafe sei gestützt auf Art. 46 Abs. 5 StGB nur noch
bis am 20. Mai 2008 möglich gewesen. Der von der Vorinstanz am 29. Oktober 2010
angeordnete Widerruf verletze Bundesrecht.

8.2 Nach Art 46 Abs. 5 StGB darf der Widerruf nicht mehr angeordnet werden,
wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergangen sind. Der
Beschwerdeführer bringt zu Recht vor, dass die Vorinstanz den bedingten
Strafvollzug aufgrund von Art. 46 Abs. 5 StGB nicht mehr widerrufen durfte.
Denn seit dem Ablauf der Probezeit sind mehr als drei Jahre verstrichen.
Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft ist dieser Umstand nicht dem
Beschwerdeführer zuzuschreiben. Schon das erstinstanzliche Urteil erging nach
der dreijährigen Frist, in welcher ein Widerruf zulässig gewesen wäre. Die
Staatsanwaltschaft legt nicht substanziiert dar, ob und wieweit der
Beschwerdeführer das Ermittlungsverfahren ungebührlich verzögert hätte. Die
Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen und die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG).

9.
Der Beschwerdeführer obsiegt teilweise. Im Umfang seines Unterliegens wird er
kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Der Kanton Glarus ist zu verpflichten,
ihm eine reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, Ziff. 5 des Dispositivs des Urteils
des Obergerichts des Kantons Glarus vom 29. Oktober 2010 wird aufgehoben und
die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde
abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Kanton Glarus wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer Fr. 500.-- an seine
Parteikosten zu bezahlen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Glarus
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Juni 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Mathys Koch