Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1076/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_1076/2010

Urteil vom 21. Juni 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichter Schneider,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiberin Koch.

Verfahrensbeteiligte
1. U.________,
2. V.________,
3. W.________,
4. X.________,
5. Y.________,
6. Z.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus, Burgstrasse 16, 8750 Glarus,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Amtliche Verteidigung; vollendeter Betrug, gewerbsmässiger Betrug, mehrfache
Urkundenfälschung etc.,

Beschwerde gegen die Entscheide des Obergerichts des Kantons Glarus vom 29.
Oktober 2010.
Sachverhalt:

A.
Am 17. September 2008 verurteilte das Kantonsgericht Glarus V.________,
W.________, X.________ und Y.________ wegen teilweise mehrfacher vollendeter
und teilweise mehrfacher versuchter Vergehen gegen das Bundesgesetz vom 25.
Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) zu
bedingten Geldstrafen und Bussen. Von den Vorwürfen des teilweise
gewerbsmässigen Betrugs und der teilweise mehrfachen Urkundenfälschung sprach
es diese Angeklagten frei. Die Strafe für W.________ fällte es als Zusatzstrafe
zum Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 6. September 2005 aus. Z.________
sprach es wegen Übertretung des AVIG schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse
von Fr. 500.--. Vom Vorwurf des Betrugs und der Urkundenfälschung sprach es ihn
frei. U.________ sprach es von allen Anklagepunkten frei.
Gegen vier weitere Mitangeklagte verhängte das Kantonsgericht ebenfalls
Schuldsprüche. Diese Urteile des Kantonsgerichts focht die Staatsanwaltschaft
des Kantons Glarus mit Appellation an.

B.
Das Obergericht des Kantons Glarus fällte am 29. Oktober 2010 folgende Urteile:
betreffend U.________:
Schuldspruch wegen vollendeten und mehrfachen versuchten Betrugs sowie
mehrfacher Urkundenfälschung zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von
18 Monaten und zu einer Busse von Fr. 5'000.--;
betreffend V.________:
Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer bedingt vollziehbaren
Freiheitsstrafe von 12 Monaten und zu einer Busse von Fr. 3'000.--,
Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung;
betreffend W.________:
Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfachen vollendeten Betrugs,
mehrfachen versuchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung zu einer
teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten, davon 16 Monate bedingt
vollziehbar, als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts
Basel-Stadt vom 6. September 2005;
betreffend X.________:
Schuldspruch wegen vollendeten Betrugs und mehrfachen versuchten Betrugs zu
einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 Monaten und zu einer Busse
von Fr. 2'500.--,
Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung;
betreffend Y.________:
Schuldspruch wegen vollendeten Betrugs und mehrfachen versuchten Betrugs zu
einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 6 Monaten und zu einer Busse
von Fr. 1'800.--,
Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung;
betreffend Z.________:
Schuldspruch wegen vollendeten Betrugs und teilweise versuchten Betrugs zu
einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 80.-- und zu
einer Busse von Fr. 1'500.--.

C.
Gegen dieses Urteil erheben U.________, V.________, W.________, X.________,
Y.________ und Z.________ Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragen, die
angefochtenen Urteile seien wegen nicht gehöriger Verteidigung aufzuheben. Die
Vorinstanz sei anzuweisen, ihnen je einen einzelnen Rechtsvertreter zuzuweisen,
welchem eine angemessene Zeit zur Prozessvorbereitung eingeräumt werde. Es sei
ihnen die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu gewähren. Zur
Ergänzung der Beschwerdeschrift sei die Beschwerdefrist nach Zuweisung eines
ordentlichen Rechtsvertreters angemessen zu erstrecken. Es sei ihnen die
vollständige Akteneinsicht zu gewähren, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. Eventualiter seien sie
vollumfänglich freizusprechen, subeventualiter zu einer Busse zu verurteilen.
Die Pauschalgerichtsgebühren seien aufzuheben bzw. im Falle eines
Schuldspruches wesentlich tiefer festzulegen. Eventualiter seien die
Zivilforderungen gegen V.________ und gegen W.________ abzuweisen,
subeventualiter seien sie auf den Zivilweg zu verweisen.

D.
Zwei Mitangeklagte führen je separat Beschwerde in Strafsachen, welche im
parallelen Verfahren beurteilt werden (Verfahren 6B_1071/2010 und 6B_1073/
2010).
Erwägungen:

1.
Soweit die Beschwerdeführer namens von S.________ Beschwerde führen, ist darauf
nicht einzutreten. Er hat die Beschwerde nicht unterzeichnet (Art. 42 Abs. 1
BGG) und eine solche durch einen eigenen Rechtsvertreter einreichen lassen
(separates Verfahren 6B_1073/2010).

2.
2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, ihr Anspruch auf ein faires Verfahren
sei verletzt. Sie seien vor erster und zweiter Instanz alle durch denselben
amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt C.________, vertreten gewesen. Dieser habe
vor Vorinstanz "zehn" Mitangeklagte vertreten. Die standesrechtlichen Regeln
würden eine solche Mehrfachvertretung verbieten. Sie hätten gegenläufige
Interessen, zumal ihnen nicht derselbe Tatbeitrag zur Last gelegt werde (z.B.
W.________ in der Eigenschaft als Drahtzieher, U.________ als Vertreterin der
Arbeitgeberinnen).
2.2
2.2.1 Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK
garantieren namentlich den Anspruch der strafrechtlich Angeklagten auf einen
unentgeltlichen Rechtsbeistand, sofern dies zur Wahrung ihrer Rechte
erforderlich ist. Der amtliche wie der private Verteidiger müssen die
Interessen der Angeschuldigten in ausreichender und wirksamer Weise wahrnehmen
und die Notwendigkeit von prozessualen Vorkehrungen in ihrem Interesse
sachgerecht und kritisch abwägen. Die Angeschuldigten haben Anspruch auf eine
sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung ihrer Parteiinteressen. Wird
von den Behörden untätig geduldet, dass der Verteidiger seine anwaltlichen
Berufs- und Standespflichten zum Schaden der Angeschuldigten in schwerwiegender
Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der in Art. 29 Abs. 3 BV und
Art. 6 Ziff. 3 EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen. Der zuständige
Richter ist im Falle einer offenkundig ungenügenden Verteidigung verpflichtet,
den amtlichen Verteidiger zu ersetzen (BGE 124 I 185 E. 3a und 3b S. 189 f. mit
Hinweisen).
2.2.2 Bei Mehrfach-Verteidigungsmandaten desselben Rechtsvertreters für
verschiedene Mitangeschuldigte besteht grundsätzlich ein Interessenkonflikt,
der einen Verfahrensausschluss eines Verteidigers (gestützt auf das
Anwaltsberufs- und Strafprozessrecht) rechtfertigen kann. Von besonderen
Ausnahmefällen abgesehen, dürfen Anwältinnen und Anwälte keine
Mehrfachverteidigungen von Mitangeschuldigten ausüben. Dies selbst dann nicht,
wenn die Mandanten der Doppelvertretung zustimmen, oder wenn der Verteidiger
beabsichtigt, für alle Angeschuldigten auf Freispruch zu plädieren. Bei seinem
Entscheid über die Nichtzulassung bzw. Abberufung von Anwälten hat der
verfahrensleitende Strafrichter entsprechenden Interessenkonflikten in jedem
Verfahrensstadium vorausschauend Rechnung zu tragen (Urteil 1B_7/2009 vom 16.
März 2009 E. 5.5, E. 5.9 und E. 5.11 mit Hinweisen, nicht publ. in: BGE 135 I
261, aber in: SJ 2009 I S. 386 und in JDT 2010 I 282; Urteil 1P.587/1997 vom 5.
Februar 1998 E. 3c, in: Pra 1998 Nr. 98 S. 560 ff.). Eine Mehrfachverteidigung
könnte allenfalls (im Interesse der Verfahrenseffizienz) ausnahmsweise erlaubt
sein, sofern die Mitangeschuldigten durchwegs identische und widerspruchsfreie
Sachverhaltsdarstellungen geben und ihre Prozessinteressen nach den konkreten
Umständen nicht divergieren (Urteil 1B_7/2009, a.a.O., E. 5.8 mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung steht im Einklang mit den Standesregeln, wonach
Rechtsanwälte Konflikte mit den Interessen ihrer Klientschaft vermeiden sollen
(Art. 12 lit. c BGFA).
2.3
2.3.1 Die Beschwerdeführer wurden zusammen mit damals (im Ermittlungsverfahren)
sechs Mitangeschuldigten seit dem 16. November 2007 vom gleichen amtlichen
Verteidiger, Rechtsanwalt C.________, vertreten. Zuvor hatten sie am 11. Juni
2007 zusammen mit den weiteren Mitangeklagten einen gemeinsamen privaten
Rechtsvertreter mandatiert (act. 679, 821, 862 Ordner Act. I). Im
Appellationsverfahren waren nebst den Beschwerdeführern drei weitere Angeklagte
vom selben amtlichen Verteidiger vertreten (act. 95 Ordner III.2). Die
Beschwerdeführer bringen vor Bundesgericht erstmals vor, sie seien ungenügend
vertreten gewesen, nachdem die Ergebnisse des kantonalen Verfahrens für sie
nachteilig ausgefallen sind. Sie und die Mitangeklagten wählten noch vor
Bestellung des amtlichen Verteidigers eine gemeinsame Verteidigungsstrategie
mit einem einzigen Rechtsvertreter. Dies und die Aussageverweigerung dienten
dazu, einen "stimmigen Gesamteindruck" zu hinterlassen, um den Nachweis eines
strafbaren Verhaltens zu erschweren (Brief von S.________ an die ehemaligen
Mitarbeiter der D.________ GmbH vom 24. April 2007, Akten Q.________ I/6). Der
vorinstanzliche Sachverhalt ist in Bezug auf den Inhalt dieses Schreibens zu
ergänzen (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.3.2 Die Rechtspositionen der verschiedenen Angeklagten schlossen eine
einheitliche Prozesstaktik nicht aus. Der Sachverhalt war aufgrund der
schriftlichen Unterlagen der Arbeitslosenkassen bereits zu Beginn des
Ermittlungsverfahrens weitgehend geklärt. So ergeben sich aus den Aussagen der
Angeklagten keine konkreten gegenläufigen Interessen. Sie belasteten sich nicht
gegenseitig, sondern verweigerten in der Untersuchung die Aussagen. Dies ist
nicht dem Umstand der gemeinsamen amtlichen Verteidigung zuzuschreiben. Die
Mitangeklagten machten schon vor dessen Bestellung von ihrem
Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (z.B. U.________: act. 4 ff. und act. 150
ff. Ordner II: Einvernahmen vom 24. Juli 2006 und 4. Mai 2007; W.________: act.
5 ff. und act. 167 ff. Ordner IV: Einvernahmen vom 18. Juli 2006 und 29. März
2007). Insgesamt bestehen keine wesentlichen Differenzen in der
Sachverhaltsdarstellung und rechtlichen Würdigung der Angeklagten. Sämtliche
Mitangeklagten waren hinsichtlich der zentralen Frage, ob die Arbeitsverträge
mit den konkursiten Gesellschaften fingiert waren, nicht geständig und
verlangten einen Freispruch, soweit sie Angaben zur Sache machten.
2.3.3 Die Aussagen der Angeklagten sind auch nicht das entscheidende
Beweismittel. Die Vorinstanz nimmt ihre Beweiswürdigung im Wesentlichen anhand
der umfangreichen schriftlichen Unterlagen und der Aussagen von Drittpersonen
vor (vgl. angefochtene Urteile: Aussagen der früheren Geschäftsführer zur
Geschäftstätigkeit der D.________ GmbH, der E.________ GmbH, der F.________
GmbH und der G.________ GmbH). In diesem Ausnahmefall bestehen keine
gegenläufigen Interessen der Angeklagten. Die Gefahr einer Interessenkollision
ist ausnahmsweise zu verneinen. Im Übrigen verpflichtet der Grundsatz von Treu
und Glauben die Verfahrensparteien, welche einen mutmasslichen Verfahrensmangel
feststellen, diesen unverzüglich geltend zu machen. Es ist nicht zulässig,
formelle Rügen, welche in einem frühen Stadium hätten geltend gemacht werden
können, bei ungünstigem Ausgang noch später vorzubringen (vgl. 133 III 638 E.
2. S. 640 mit Hinweis auf BGE 119 Ia 221). Die Beschwerdeführer beauftragten
zusammen mit den Mitangeklagten zu Beginn des Verfahrens einen privaten Anwalt.
Darauf akzeptierten sie während drei Jahren vorbehaltlos, dass ihr amtlicher
Verteidiger weitere Mitangeklagte vertrat, obwohl sie schon den
Ernennungsentscheid hätte anfechten können. Das Zuwarten mit der Rüge der
ungenügenden Verteidigung bis zur Rechtsmittelinstanz verstösst gegen Treu und
Glauben (vgl. 133 III 638 E. 2. S. 640 mit Hinweisen).

3.
3.1 Die Beschwerdeführer rügen sinngemäss, die amtliche Verteidigung sei nicht
effektiv gewesen (Beschwerde S. 22 f.). Eine sorgfältige Verteidigung sei bei
der grossen Anzahl der Angeklagten nicht gewährleistet gewesen. Zudem habe es
Rechtsanwalt C.________ abgelehnt, die Vertretung vor Bundesgericht zu
übernehmen. Die Neumandatierung eines anderen Rechtsanwaltes sei innert der
dreissigtägigen Beschwerdefrist nicht möglich gewesen. Eine sorgfältige und
wirksame Verteidigung sei verunmöglicht gewesen. Schliesslich seien W.________,
S.________ und T.________ zu teilweise unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafen
verurteilt worden.

3.2 Als schwere Pflichtverletzung, welche als Verletzung des Rechts auf
wirksame Verteidigung nach Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6
Ziff. 3 lit. c EMRK zu werten ist, kann nur sachlich nicht vertretbares bzw.
offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten des Verteidigers in Frage kommen
(vgl. zum Anspruch auf effektive Verteidigung E. 1.2.1; Urteil 6B_100/2010 vom
22. April 2010 E. 2.1 mit Hinweisen). Schwere Pflichtverletzungen des
Offizialverteidigers können namentlich in krassen Frist- und
Terminversäumnissen, mangelnder Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen
und anderen Prozesshandlungen, fehlender Vorsorge für Stellvertretungen oder
groben Unregelmässigkeiten bei der Rechnungsstellung liegen (vgl. BGE 126 I 194
E. 3d S. 198 ff.; 120 Ia 48 E. 2c - d S. 52 ff., je mit Hinweisen). Die blosse
Schlechterfüllung des Mandats genügt für eine schwere Pflichtverletzung nicht.

3.3 Die Beschwerdeführer zeigen keine groben Pflichtverletzungen auf, welche
eine wirksame Verteidigung ausschliessen. Es ist gerichtsnotorisch, dass sich
ein Rechtsanwalt von Berufs wegen gleichzeitig um zahlreiche Mandate kümmert.
Daraus kann nicht abgeleitet werden, er verfüge über zu wenig Zeit für eine
sorgfältige Ausführung des einzelnen Auftrags der Mitangeklagten. Die
Mehrfachvertretung brachte aufgrund des weitgehend übereinstimmenden
Sachverhalts auch zeitliche Vorteile. Zudem kümmerte sich der amtliche
Verteidiger effektiv um die Interessen der einzelnen Mandanten, indem er für
sie sowohl im erstinstanzlichen als auch im Berufungsverfahren je ein separates
Plädoyer erstellte. Die Auffassung der Beschwerdeführer, die Anzahl der vom
amtlichen Verteidiger vertretenen Angeklagten schliesse eine wirksame
Verteidigung aus, ist nicht stichhaltig. Auch die unterschiedliche Strafhöhe
zeigt nicht, dass die Wirksamkeit der Verteidigung beeinträchtigt gewesen wäre,
denn die Strafzumessung erfolgt für jeden Angeklagten individuell nach den in
Art. 47 ff. StGB genannten Kriterien. Selbst gleich oder ähnlich gelagerte
Fälle unterscheiden sich durchwegs in zumessungsrelevanten Punkten (BGE 135 IV
191 E. 3.1). Nichts ableiten lässt sich daraus, dass der amtliche Verteidiger
von einer weiteren Vertretung der Beschwerdeführer vor Bundesgericht absah.
Dieser Umstand ist für die Qualität der Verteidigung nicht entscheidend.
Ungeachtet eines Wechsels in der Verteidigung stand ihnen jedenfalls die volle
Beschwerdefrist zur Verfügung.

4.
4.1
4.1.1 Die Beschwerdeführer beantragen, die Frist zur Beschwerdebegründung sei
nach Art. 43 BGG zu erstrecken.
4.1.2 Nach Art. 43 BGG räumt das Bundesgericht den beschwerdeführenden Parteien
auf Antrag eine angemessene Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung ein,
wenn es eine Beschwerde auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in
Strafsachen als zulässig erachtet (lit. a) und der aussergewöhnliche Umfang
oder die besondere Schwierigkeit der Beschwerdesache eine Ergänzung erfordert
(lit. b).
4.1.3 Die Voraussetzungen für eine ergänzende Frist zur Beschwerdebegründung
von Art. 43 lit. a und lit. b BGG sind kumulativ. Dies bedeutet, dass auf
anderen Gebieten als in solchen internationaler Rechtshilfe in Strafsachen
keine weitere Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung angesetzt werden
darf. Vorliegend stellen sich keine Fragen internationaler Rechtshilfe, weshalb
der Antrag der Beschwerdeführer abzuweisen ist.
4.2
4.2.1 Die Beschwerdeführer ersuchen vor Bundesgericht um je einen separaten
unentgeltlichen Rechtsvertreter. Zudem sei ihnen die vollständige Akteneinsicht
zu gewähren, um die Beschwerdeschrift zu ergänzen (Beschwerde S. 23, S. 25 und
S. 29 ff.).
4.2.2 Die Beschwerdeführer gaben ihre Beschwerde wenige Tage vor Ablauf der
dreissigtägigen Beschwerdefrist, bei der Schweizerischen Post als "Postpac Eco"
auf. Es wäre deshalb keinesfalls möglich gewesen, fristgemäss über die Gesuche
um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu entscheiden und sechs
Anwälten Gelegenheit zu geben, noch innerhalb der Frist die
Beschwerdebegründung nach Akteneinsicht zu ergänzen. Die rechtliche
Argumentation der Beschwerdeführer könnte daher nur erfolgsversprechend sein,
wenn ein Anspruch darauf bestünde, die Beschwerde nach Ablauf der Frist zu
vervollständigen (vgl. Urteil 2D_3/2011 vom 20. April 2011 E. 2.3). Dies ist
jedoch nicht der Fall (vgl. oben E. 4.1 zu Art. 43 BGG). Die Beschwerde ist in
jedem Fall innert 30 Tagen einzureichen (Art. 100 Abs. 1 BGG). Eine
Fristerstreckung ist nicht möglich, da es sich um eine gesetzliche Frist
handelt (Art. 47 Abs. 1 BGG). Dass die Voraussetzungen für eine
Wiederherstellung der Frist nach Art. 50 BGG gegeben wären, wird in der
Beschwerde nicht dargetan. Hinzu kommt, dass die Beschwerde (hinsichtlich der
Form, der Einhaltung der Fristen und der materiellen Vorbringen) durchaus
juristischen Sachverstand erkennen lässt. Die prozessualen Anträge sind
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.
5.1 Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz verletze ihren Anspruch auf
rechtliches Gehör, indem sie ihnen die vollständige Akteneinsicht verweigere.
Die Befragungsprotokolle des Zeugen Q.________ seien ihnen nicht bekannt
(Beschwerde S. 33).

5.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerte Anspruch auf
rechtliches Gehör umfasst unter anderem das Recht des Betroffenen, sich vor
Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu
äussern, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört
zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn darauf abgestellt werden soll
(BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 494 mit Hinweis).

5.3 Aus den Verfahrensakten ergibt sich, dass dem privaten und dem amtlichen
Verteidiger der Beschwerdeführer auf Gesuch hin die Akteneinsicht gewährt wurde
(z.B. act. 679, 696, 808, 819, 863 Ordner I). Das Wissen der Verteidiger
hinsichtlich des Inhalts der Akten ist den Beschwerdeführern anzurechnen. Es
ist nicht ersichtlich und auch nicht hinreichend substanziiert, dass die
Beschwerdeführer erfolglos darum nachgesucht hätten, die separaten
Verfahrensakten des Mitangeschuldigten Q.________ einzusehen. Die Rüge ist
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.4 Soweit die Beschwerdeführer die Akteneinsicht vor Bundesgericht beantragen,
ist ihr Begehren gegenstandslos. Denn die Ergänzung der Beschwerde nach Ablauf
der Beschwerdefrist ist nicht zulässig. (vgl. E. 4.1. und 4.2).

6.
6.1 Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung ihrer Verteidigungsrechte nach
Art. 43 der Strafprozessordnung vom 2. Mai 1965 des Kantons Glarus und des
Anspruchs auf rechtliches Gehör infolge der unterbliebenen Konfrontation mit
dem Zeugen Q.________ geltend (Beschwerde S. 28 f.).

6.2 Das Bundesgericht prüft die Frage der Verletzung von Grundrechten und von
kantonalem Recht nur, sofern eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und
begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Diesbezüglich gelten erhöhte
Begründungsanforderungen. Die Beschwerdeschrift muss die wesentlichen Tatsachen
und eine kurz gefasste Darlegung darüber enthalten, welche Rechtssätze
inwiefern durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das
Bundesgericht prüft nur klar und detailliert erhobene und, soweit möglich,
belegte Rügen. Auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt
es nicht ein (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 134 II 349 E. 3 S. 351; je mit
Hinweisen).

6.3 Die Beschwerdeführer legen nicht dar, zu welchen Punkten der Aussagen des
Zeugen Q.________ sie angehört werden wollten bzw. wieweit diese für den
Ausgang des Verfahrens entscheidend gewesen sein sollen. Auf ihre Rüge ist
mangels näherer Begründung nicht einzutreten.

7.
7.1 Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz wende das kantonale Prozessrecht
willkürlich an. Sie seien zur Sache "I.________ AG" nie in rechtsgenügender
Form im Sinne von Art. 42 ff. aStPO/GL befragt worden (Beschwerde S. 28).
7.2
7.2.1 Nach Art. 42 Abs. 1 Satz 2 aStPO/GL eröffnet der Verhörrichter dem
Angeschuldigten die gegen ihn vorliegende Anzeige sowie die Verdachtsgründe und
fordert ihn auf, die Wahrheit anzugeben.
7.2.2 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1
BGG). Ungeachtet dessen ist nach Art. 42 Abs. 2 BGG in der Begründung der
Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt das
massgebliche Recht verletzt, das Beschwerdegrund (vgl. dazu Art. 95 ff. BGG)
einer Beschwerde beim Bundesgericht bilden kann. Eine qualifizierte Rügepflicht
gilt insbesondere hinsichtlich der Verletzung von kantonalem Recht (BGE 134 II
244; 134 II 349 E. 3 S. 351; vgl. a.a.O. E. 6.2). Wird eine Verletzung des
Willkürverbots geltend gemacht, muss im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern
der angefochtene Erlass an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel
leidet (BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53 mit Hinweisen).
7.2.3 Nach Art. 80 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde zulässig gegen Entscheide
letzter kantonaler Instanzen und des Bundesstrafgerichts. Neue Tatsachen und
Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der
Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Neue Begehren sind unzulässig
(Art. 99 Abs. 2 BGG). Diese Grundsätze ergeben sich auch aus dem Erfordernis
der Letztinstanzlichkeit des angefochtenen Entscheides (Prinzip der relativen
Subsidiarität). Sie fussen auf dem Gedanken, dass der Instanzenzug nicht nur
prozessual durchlaufen, sondern auch materiell erschöpft sein muss (BGE 133 III
639 E. 2 S. 640 mit Hinweisen).

7.3 Die Beschwerdeführer bringen den Einwand der ungenügenden Ermittlungen
erstmals vor Bundesgericht vor, obschon sie Gelegenheit gehabt hätten, dies im
kantonalen Verfahren zu beanstanden. Dabei setzen sie sich nicht mit den
Befragungen jedes einzelnen Mitangeklagten auseinander. Es ist nicht Sache des
Bundesgerichts, die nicht näher konkretisierte Rüge der Verletzung kantonalen
Rechts allseitig zu prüfen und in den Akten nach Belegstellen für die
unsubstanziierte Behauptung zu suchen. Auf die Rüge der ungenügenden Befragung
im Ermittlungsverfahren ist mangels Letztinstanzlichkeit und mangels näherer
Begründung nicht einzutreten. Im Übrigen wäre sie ohnehin aus folgenden Gründen
abzuweisen.
7.4
7.4.1 Der Beschwerdeführer W.________ wurde im Ermittlungsverfahren
aufgefordert anzugeben, was bei der I.________ AG geschehen sei. Ihm wurde
vorgehalten, dass der dortige Arbeitsvertrag jenen bei den anderen vier
Gesellschaften sehr ähnlich sei. Auf diese Fragen verweigerte er die Aussagen.
Auch vor dem Untersuchungsrichter äusserte er sich nicht weiter (z.B. act. 12,
act. 167 ff. Ordner IV). Es bestehen keine Hinweise auf eine unzureichende
Befragung.
7.4.2 Hingegen wurde V.________ weder durch die Polizei noch den Verhörrichter
zur I.________ AG befragt. Indessen wurde ihr von der ersten kantonalen Instanz
und vor Vorinstanz Gelegenheit geboten, sich zum Vorwurf zu äussern
(insbesondere Protokoll der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 30. April
2009 S. 72 f., Ordner "S.________ Act. III Ordner 2"). Somit wäre eine
allfällige Verletzung des in Art. 42 Abs. 1 aStPO/GL verankerten Rechts auf
Äusserung hinsichtlich der Tatvorwürfe geheilt (BGE 133 I 201 E. 2.2 S. 204 f.
mit Hinweis).
7.4.3 Den Beschwerdeführern U.________, X.________, Y.________ und Z.________
wurden hinsichtlich der I.________ AG keine Delikte angelastet. Sie legen nicht
dar, weshalb ihre Befragung im Untersuchungsverfahren nicht zureichend sein
sollte bzw. wieweit sie sich zur I.________ AG hätten äussern können. Ihre Rüge
erwiese sich als unbegründet, soweit darauf einzutreten wäre.

8.
8.1
8.1.1 Die Beschwerdeführer machen in mehrerer Hinsicht eine willkürliche
Beweiswürdigung durch die Vorinstanz geltend.
8.1.2 Die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn
sie willkürlich (Art. 9 BV) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1
S. 39 mit Hinweis). Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung
ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die
Annahme von Willkür nicht. Die Rüge der Willkür muss in der Beschwerde anhand
des angefochtenen Entscheids präzise vorgebracht und begründet werden,
ansonsten darauf nicht einzutreten ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E.
1.4.1 S. 53 mit Hinweisen).
8.1.3 Soweit die Beschwerdeführer bloss ihre eigene Sichtweise der Ereignisse
darlegen und nicht auf die angefochtenen Entscheide eingehen (z.B. Beschwerde
S. 19 zur Verletzung der Unschuldsvermutung durch die vorinstanzliche
Beweiswürdigung; S. 48, S. 51 f., S. 55 f., S. 60, S. 68, S. 71: hinsichtlich
der Frage, ob sie gegenüber den kantonalen Arbeitslosenkassen immer
wahrheitsgemäss Auskunft erteilt hätten bzw. zur Existenz der belastenden
Beweise; S. 29: zur Bekanntschaft von S.________ und Q.________; S. 34: die
Vorinstanz missachte alle entlastenden Umstände; S. 51, S. 55: die Schreiben an
die Arbeitslosenkassen seien nicht fingiert; S. 35 bis S. 37: zur Behauptung,
der Zeuge Q.________ sei ein "Kronzeuge", zu seinen persönlichen Umständen und
zur Würdigung seiner Aussagen; S. 55: die Arbeitslosenkasse Graubünden hätte
ohne jede Abklärung die Insolvenzentschädigung ausbezahlt; S. 52: die
Beschwerdeführerin V.________ sei während August bis Dezember 2004 und Mai bis
August 2005 nicht arbeitstätig gewesen; S. 49: zur Frage, was die
Beschwerdeführerin U.________ wusste; S. 55: die Arbeitslosenkasse habe die
fingierten Schreiben selbst einverlangt), ist mangels hinreichender
Substanziierung nicht auf die Beschwerde einzutreten. Auch der blosse Verweis
auf den in früheren Rechtsschriften dargestellten Sachverhalt genügt nicht
(insbesondere auf S. 28 f. zu den Aussagen von Q.________). Denn die Begründung
muss in der Beschwerde selbst enthalten sein (vgl. BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399
f. mit Hinweisen).
8.2
8.2.1 Die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz gehe unter Verletzung des
Willkürverbots nicht davon aus, dass U.________ ab dem 1. Januar 2005 faktisch
eine Organstellung bei der D.________ GmbH, der G.________ GmbH, der E.________
GmbH und der F.________ GmbH hatte, obwohl sie noch nicht als Geschäftsführerin
im Handelsregister eingetragen war. Dies ergebe sich aus dem "Dealmemo"/
Vertragsprotokoll vom 15. Dezember 2004. Die Vorinstanz gehe auf dieses
Dokument nicht ein (Beschwerde S. 27 und S. 46 f.). Die Beschwerdeführer machen
damit zugleich sinngemäss eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
geltend.
8.2.2 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in
seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und
ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die
grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen. Der Bürger
soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die
Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene
ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn
sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des
Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf
welche sich ihr Entscheid stützt. Das bedeutet indessen nicht, dass sich diese
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinander setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 III 235 E. 5.2 S.
248 mit Hinweis).
8.2.3 Die Vorinstanz erwägt gestützt auf Aussagen der früheren Geschäftsführer
(J.________, K.________, L._________) sowie eines Revisionsberichts der
Ausgleichskasse, die vier Gesellschaften seien völlig inaktiv und illiquid
gewesen. Sie hätten bis im Juni bzw. August 2005 keinerlei Tätigkeit entfaltet
und keine Angestellten beschäftigt (vgl. z.B. angefochtenes Urteil gegen
U.________ S. 38 f., wobei die Vorinstanz den Sachverhalt in allen
angefochtenen Urteilen identisch feststellt). Zudem geht die Vorinstanz
aufgrund der persönlichen Befragung von U.________ und deren Ausbildung als
Krankenschwester davon aus, diese sei geschäftlich absolut unbedarft gewesen,
habe sie doch nicht einmal die Frage nach der Rechtsform der Gesellschaften und
den Gesellschaftern beantworten können. Erst aufgrund eines Zwischenrufs von
W.________, sie sei Gesellschafterin gewesen und habe die Gesellschaften für
Fr. 1.-- gekauft, habe sie dessen Antworten stereotyp wiederholt (angefochtenes
Urteil gegen U.________ S. 40). Sie habe keinerlei Erfahrung in der Führung
eines Unternehmens gehabt. Auch die Abläufe seien ihr nicht bekannt gewesen.
Zudem habe sie weiterhin zu 50% als Krankenpflegerin gearbeitet (angefochtenes
Urteil gegen U.________ S. 39 bis S. 42, analoge Feststellungen in den
angefochtenen Urteilen gegen sämtliche Beschwerdeführer).
8.2.4 Die Vorinstanz berücksichtigt alle entscheidwesentlichen Argumente zur
Frage, ab welchem Zeitpunkt U.________ das Amt als Geschäftsführerin der vier
Gesellschaften bekleidete. Sie bezieht nicht nur den formellen
Handelsregistereintrag, sondern auch die fehlenden Fähigkeiten von U.________
zur Ausübung dieses Amtes und die Inaktivität der Gesellschaften vor Mitte des
Jahres 2005 in ihre Würdigung ein. Aufgrund dieser Umstände durfte die
Vorinstanz zum vertretbaren Ergebnis gelangen, U.________ habe erst ab
Handelsregistereintrag das Amt als Geschäftsführerin ausgeübt. Das von den
Beschwerdeführern angeführte "Dealmemo"/Vertragsprotokoll vom 15. Dezember 2004
durfte die Vorinstanz unberücksichtigt lassen, nachdem die Beschwerdeführer
sämtliche Dokumente für die Korrespondenz mit den Arbeitslosenkassen fingiert
hatten.

8.3
8.3.1 Die Beschwerdeführer machen sinngemäss geltend, die Vorinstanz gehe unter
Verletzung des Willkürverbots und der Unschuldsvermutung von einer
Rückdatierung der Arbeitsverträge aus. Sie habe für diesen Vorwurf keine Belege
und ziehe ihre Schlüsse aufgrund reiner Mutmassungen. Die von ihr als
Anhaltspunkt für die Rückdatierung erwähnte Umfirmierung der M.________ GmbH in
G.________ GmbH sei bereits im Frühjahr 2005 beschlossen worden, ebenso die
Sitzverlegung der E.________ GmbH von Zug nach Zürich. Die Vorinstanz verkenne,
dass bei kleinen Gesellschaften die Entscheide häufig vor der Eintragung im
Handelsregister gefällt würden (Beschwerde S. 47 f.).
8.3.2 Die Vorinstanz zieht für ihren Schluss die in den Arbeitsverträgen
schriftlich festgehaltenen Angaben zu den Vertragsparteien sowie die auf den
Arbeitsverträgen angegebenen Daten bei. Anhand eines Vergleichs dieser Daten
gelangt sie zur Erkenntnis, dass die Datierung nicht korrekt ist. Denn die
Arbeitsverträge weisen Inhalte (wie z.B. Firmenbezeichnungen, Sitz, Adresse von
Q.________) auf, welche erst in einem späteren Zeitpunkt als in jenem der
angegebenen Daten Geltung hatten. Zudem stützt sich die Vorinstanz zur Frage
der Rückdatierung auf den Zeitpunkt der Unterschriftsberechtigung von
U.________ ab der zweiten Jahreshälfte 2005 sowie auf die Angaben der im
(angeblichen) Vertragszeitpunkt noch eingetragenen Geschäftsführer, welche
aussagten, kein Personal beschäftigt zu haben. Schliesslich berücksichtigt sie
auch die Aussage von Q.________ in ihrer Beweiswürdigung. Insgesamt durfte die
Vorinstanz willkürfrei zum Ergebnis gelangen, die Arbeitsverträge seien
allesamt rückdatiert worden.
8.4
8.4.1 Die Beschwerdeführer erachten es als willkürlich, dass die Vorinstanz
W.________ und S.________ als "Drahtzieher" des Betrugs der Arbeitslosenkassen
bezeichne, nur weil sie die Arbeitnehmer der vier Gesellschaften vertreten
hätten (Beschwerde S. 41).
8.4.2 Soweit die Beschwerdeführer das vorinstanzliche Urteil gegen S.________
beanstanden, fehlt es ihnen an der Beschwerdelegitimation (vgl. E. 1).
Hinsichtlich der Tatbeteiligung von W.________ gehen die Beschwerdeführer nicht
auf das angefochtene Urteil ein. Insbesondere leitet die Vorinstanz diese
Tatsache nicht aus der Vertretung der Mitarbeiter her, welche durch S.________
erfolgte. Auf diese Rügen ist nicht einzutreten.
8.5
8.5.1 Die Beschwerdeführer sehen eine Verletzung des Willkürverbots in der
vorinstanzlichen Feststellung, alle Arbeitsverträge seien simuliert gewesen. Es
sei nicht verboten, vier periodengleiche Arbeitsverträge abzuschliessen. Aus
der Unmöglichkeit der Vertragserfüllung dürfe nicht auf ein strafrechtlich
relevantes Verhalten geschlossen werden (Beschwerde S. 42 f., S. 49, S. 51, S.
54, S. 59, S. 67, S. 70).
8.5.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass alle Arbeitsverträge der
Beschwerdeführer nur zum Schein abgeschlossen wurden. Sie zieht diesen Schluss
aus mehreren Umständen. Einerseits entfalteten die Arbeitgebergesellschaften
keine Geschäftstätigkeit und waren finanziell illiquid. Andererseits schlossen
mehrere Arbeitnehmer (so die Beschwerdeführer W.________, V.________,
X.________ und Y.________) vier zeitgleich laufende Arbeitsverträge mit den
Gesellschaften D.________ GmbH, G.________ GmbH, E.________ GmbH und F.________
GmbH ab. U.________ unterzeichnete diese Verträge als Geschäftsführerin für die
vier rechtlich nicht miteinander verbundenen Gesellschaften. Die Verträge sahen
jeweils eine Arbeitstätigkeit zu 100% bei 42 Wochenstunden vor, wobei der
Wortlaut mit Ausnahme der Personalien und der Berufsbezeichnung identisch war.
Als Lohn wurden Beträge zwischen Fr. 4'000.-- bis Fr. 8'000.-- für Funktionen
als Dolmetscher, Technischer Kaufmann, Sachbearbeiterin, Sekretärin/Backoffice,
vereinbart. Daraus ergibt sich pro Mitarbeiter ein monatlicher Lohn zwischen
Fr. 16'000.-- und Fr. 32'000.--, bei vier parallel laufenden Verträgen. Dabei
arbeiteten insbesondere die Beschwerdeführerin V.________ und der Mitangeklagte
T.________ zugleich bei anderen Arbeitgebern mit einem Arbeitspensum von 100%
bzw. 60% (angefochtenes Urteil gegen V.________ S. 67). Zudem wurden in den
Verträgen Funktionen vereinbart, welche die Beschwerdeführer aufgrund ihrer
fehlenden beruflichen Qualifikationen nicht ausüben konnten (z.B. schlechte
Deutschkenntnisse der Dolmetscherinnen). In dieser umfassenden vorinstanzlichen
Beweiswürdigung, welche sich mit den zahlreichen Indizien auseinandersetzt, ist
keine Willkür zu erblicken.
8.6
8.6.1 Die Beschwerdeführer rügen sinngemäss, die Vorinstanz gehe willkürlich
von ihrem Tatwillen aus. Das Schreiben an das SECO vom vom 6. Januar 2005
(recte: 2006) zeige, dass sie abklären wollten, ob es möglich war, gleichzeitig
für vier parallel laufende Arbeitsverhältnisse Insolvenzentschädigung zu
beantragen. Ihre Anfrage sei nie beantwortet, sondern stattdessen Strafanzeige
eingereicht worden (Beschwerde S. 26, S. 39 - 41, S. 45, S. 52).
8.6.2 Das von den Beschwerdeführern angeführte Schreiben vom 6. Januar 2006
wurde in einem Zeitpunkt verfasst, als bereits zum Vorschein gekommen war, dass
sie bei mehreren Arbeitslosenkassen für denselben Zeitraum
Insolvenzentschädigungen beantragt hatten, einige Arbeitslosenkassen die
Leistungen verweigert hatten und die Strafanzeige vom 23. Januar 2006 absehbar
war. Die Vorinstanz durfte diesem Schreiben in Bezug auf den Tatwillen keine
entscheidende Bedeutung zumessen und musste daher nicht näher darauf eingehen.
Sie stellte vielmehr zurecht darauf ab, dass die Beschwerdeführer gleichzeitig
für vier Arbeitsverhältnisse Ansprüche geltend gemacht hatten und diesen
Umstand im Zeitpunkt der Anträge verschwiegen hatten. Ebenso behielten sie für
sich, dass sie für keine der Gesellschaften Arbeit geleistet hatten und die
Verträge simuliert waren. Nicht einzutreten ist auf die Vorbringen im
Zusammenhang mit dem Konkurs der N.________ AG, welche einen anderen
Sachverhalt betreffen. Ihre Rüge erweist sich als unbegründet.

9.
9.1
9.1.1 Die Beschwerdeführer machen hinsichtlich des Tatbestands des Betruges
geltend, U.________ habe mit ihren Schreiben, in welchen sie als
Geschäftsführerin der D.________ GmbH, der G.________ GmbH, der E.________ GmbH
und der F.________ GmbH die Lohnforderungen der Mitarbeiter anerkannt habe,
keine Vermögensdisposition ausgelöst (Beschwerde S. 48).
9.1.2 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges unter anderem
schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu
bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen
arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Voraussetzung des
vollendeten Betrugs ist, dass der Täter den Irrenden zu einer
Vermögensdisposition veranlasst. Es ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem
Irrtum und der Vermögensdisposition erforderlich (BGE 128 IV 255 E. 2e/aa S.
256).
9.1.3 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen verfasste die Beschwerdeführerin
U.________ in den Konkursen der vier Gesellschaften ein Schreiben an S.________
als Arbeitnehmervertreter. Sie bestätigte am 3. Oktober 2005 namens der
G.________ GmbH, dass die geschuldeten Löhne nicht ausbezahlt werden konnten,
mit Lohnzahlungen infolge Illiquidität nicht mehr zu rechnen sei und die
Arbeitsverhältnisse per 31. August 2005 infolge Betriebseinstellung endeten.
Die Überschuldungsanzeige sei beim Konkursgericht hinterlegt worden
(angefochtenes Urteil gegen U.________ S. 24). Gestützt auf dieses Schreiben
sowie auf weitere Unterlagen (Anträge um Insolvenzentschädigung durch die
Arbeitnehmer, Brief von W.________ betreffend Sicherstellung wegen
Lohngefährdung, Betreibungsbeleg, Begleitbrief von S.________) zahlte die
Arbeitslosenkasse des Kantons Graubünden einen Teil der Insolvenzentschädigung
aus. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer war das Schreiben von
U.________ für die Zahlung entscheidend, bestätigte sie doch aus Sicht der
Arbeitgeberin die Darstellung der Arbeitnehmer betreffend die Lohnausstände.
Die Bejahung des Kausalzusammenhangs zwischen ihrem Schreiben, dem Irrtum und
der Vermögensdisposition ist bundesrechtskonform. Nicht einzutreten ist auf die
Rüge betreffend die anderen drei Gesellschaften, da der Beschwerdeführerin
U.________ diesbezüglich bloss Betrugsversuch und damit keine
Vermögensdisposition zur Last gelegt wird.
9.2
9.2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die Arbeitslosenkassen treffe eine
Opfermitverantwortung. Es sei an den Kassen, die Anspruchsberechtigung auf
Insolvenzentschädigung zu überprüfen. Sie dürften sich nicht bloss auf die
eingereichten Unterlagen verlassen (Beschwerde S. 49, S. 52, S. 55, S. 58, S.
60, S. 68, S. 71).
9.2.2
9.2.2.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges unter anderem
schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu
bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen
arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
9.2.2.2 Der Tatbestand des Betrugs nach Art. 146 StGB setzt eine arglistige
Täuschung voraus. Betrügerisches Verhalten ist strafrechtlich erst relevant,
wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit handelt.
Wesentlich ist, ob die Täuschung in einer hypothetischen Prüfung unter Einbezug
der dem Opfer nach Wissen des Täters zur Verfügung stehenden
Selbstschutzmöglichkeiten als nicht oder nur erschwert durchschaubar erscheint.
Erforderlich ist eine qualifizierte Täuschungshandlung. Einfache Lügen, plumpe
Tricks oder leicht überprüfbare falsche Angaben genügen nicht. Für die Frage
der Arglist ist nicht entscheidend, ob die Täuschung gelingt. Nebst dem
Erfordernis einer qualifizierten Lüge ist die Eigenverantwortlichkeit des
Opfers zu berücksichtigen. Die vom Opfer erwartete Aufmerksamkeit richtet sich
nach einem individuellen Massstab. So sind allfällige besondere Fachkenntnisse
und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch unter dem
Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen
erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer
die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen ihm zur
Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es
die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt
der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern
nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den
Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden
führende Opferverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen bejaht werden (BGE
135 IV 76 E. 5.2 S. 79 ff. mit Hinweisen).
9.2.2.3 Diese Rechtsprechung gilt auch im Bereich der Sozialhilfe. Die Behörde
handelt leichtfertig, wenn sie die eingereichten Belege nicht prüft oder es
unterlässt, die um Sozialhilfe ersuchende Person aufzufordern, die für die
Abklärung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse relevanten Unterlagen, wie
beispielsweise die letzte Steuererklärung und Steuerveranlagung oder
Kontoauszüge, einzureichen. Hingegen kann ihr eine solche Unterlassung
angesichts der grossen Zahl von Sozialhilfeersuchen nicht zum Vorwurf gemacht
werden, wenn diese Unterlagen (voraussichtlich) keine Hinweise auf nicht
deklarierte Einkommens- und Vermögenswerte enthalten (vgl. Urteil 6B_22/2011
vom 23. Mai 2011 E. 2.1.2 mit Hinweisen).
9.2.2.4 Arglist wird, soweit das Opfer sich nicht in leichtfertiger Weise
seiner Selbstschutzmöglichkeiten begibt, unter anderem bejaht, wenn der Täter
ein ganzes Lügengebäude errichtet. Ein solches liegt vor, wenn mehrere Lügen
derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer
Hinterhältigkeit zeugen, dass sich selbst ein kritisches Opfer täuschen lässt
(BGE 135 IV 76 a.a.O.).
9.2.3 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen unterzeichneten die
Beschwerdeführer in den Jahren 2004 und 2005 als Arbeitnehmer bzw. als
Geschäftsführer fiktive Arbeitsverträge mit der I.________ AG, der D.________
GmbH, der G.________ GmbH, der E.________ GmbH und der F.________ GmbH. Sie
arbeiteten nie für die inaktiven, illiquiden Gesellschaften. Nachdem die
Geschäftsführer der Gesellschaften plangemäss den Konkurs erwirkt hatten,
machten die Beschwerdeführer bei den zuständigen Arbeitslosenkassen
Insolvenzentschädigungen für die vier letzten Monatslöhne geltend. Dabei
liessen sie sich von S.________ vertreten. Dieser reichte aufeinander
abgestimmte Schriftstücke (Antragsformulare jedes Arbeitnehmers, Mahnschreiben
hinsichtlich der Lohnausstände, Bestätigungsschreiben des jeweiligen
Geschäftsführers über die ausstehenden Löhne, Zahlungsbefehl) ein, welche alle
inhaltlich unwahr waren und die ausstehenden Lohnforderungen bzw. die
erfolglosen Bemühungen um Auszahlung der Löhne dokumentieren sollten. Zwei
Arbeitslosenkassen liessen sich täuschen und zahlten, zumindest teilweise,
Insolvenzentschädigungen an die Beteiligten aus.
9.2.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer durfte die Vorinstanz ihr
Verhalten im Zusammenhang mit den von ihnen verlangten Insolvenzentschädigungen
in den Konkursen der I.________ AG, der D.________ GmbH, der G.________ GmbH,
der E.________ GmbH und der F.________ GmbH ohne Bundesrechtsverletzung als
arglistig bezeichnen. Sie erstellten zusammen mit den weiteren
Verfahrensbeteiligten ein raffiniertes Lügengebäude. Die Arglistigkeit ergibt
sich aus dem koordinierten Vorgehen der Beschwerdeführer, der Geschäftsführer
der Gesellschaften und den angeblichen Arbeitnehmern. Sie stimmten zahlreiche
fingierte Schriftstücke verschiedenster Beteiligter (Arbeitnehmer,
Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber) aufeinander ab. Diese verfolgten aus
Sicht des aussenstehenden Dritten unterschiedliche Interessen. Die falschen
Schriftstücke liessen keine Zweifel an der Anspruchsberechtigung auf
Insolvenzentschädigung offen. Es handelt sich um ein ausgeklügeltes System, mit
welchem die Beschwerdeführer den Arbeitslosenkassen die Zuspitzung des
Konflikts um die offenen Lohnforderungen plausibel präsentierten. Diese
Auseinandersetzung wurde nur zum Schein geführt. Die Arbeitslosenkassen liessen
ausreichende Sorgfalt walten. Sie durften davon ausgehen, dass die Arbeitgeber
nur gewillt sind, Lohn auszuzahlen, wenn die Angestellten Arbeit geleistet
haben. Genau dies wird ihnen in den Schriftstücken von den Beschwerdeführern
und den Mittätern suggeriert (z.B. auf dem Arbeitnehmerformular "letzter
Arbeitstag", Bestätigungen der konkursiten Gesellschaften über die
Lohnausstände, Schuldscheine für unbezahlte Löhne, Betreibungen, Lohnabrechnung
von R.________). Aufgrund des Beweismasses des Glaubhaftmachens, welches Art.
74 der Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02) für die Auszahlung der
Insolvenzentschädigung genügen lässt, und der umfassenden und stimmigen
Dokumentationen durch die Beschwerdeführer drängten sich keine weiteren
Abklärungen seitens der Arbeitslosenkassen auf. Die Rüge ist unbegründet.

9.3 Das Argument der Beschwerdeführer, es treffe sie keine Garantenstellung
(Beschwerde S. 51, S. 55, S. 59, S. 68, S. 70), zielt ins Leere. Eine solche
ist nebst der Arglist für den Tatbestand des Betrugs nach Art. 146 StGB nicht
erforderlich.

10.

10.1 Die Beschwerdeführer V.________ und W.________ halten die Verurteilung
wegen Gewerbsmässigkeit des Betrugs (Art. 146 Abs. 2 StGB) für
bundesrechtsverletzend (Beschwerde S. 51 f., S. 55 f.).

10.2 Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln,
die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der
Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und
erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art
eines Berufes ausübt. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf
einrichtet, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu
erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung
darstellen, und dass er die Tat bereits mehrfach begangen hat. Ein grosser
Umsatz liegt ab Fr. 100'000.--, ein grosser Gewinn ab Fr. 10'000.-- vor (BGE
129 IV 188 E. 3.1.2 S. 190 ff. mit Hinweisen). Gewerbsmässigkeit ist nur
gegeben, wenn der Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat (BGE 119 IV 129
E. 3a S. 133). Blosse versuchte Taten erfüllen diese Voraussetzung nicht
(Urteil 6S.89/2005 vom 11. Mai 2006 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 105 IV 157 E. 2
S. 159).

10.3 Nach den vorinstanzlichen Feststellungen ertrogen V.________ und
W.________ in den Konkursen der I.________ AG und der G.________ GmbH
Insolvenzentschädigungen von den kantonalen Arbeitslosenkassen. In beiden
Konkursen leisteten die Arbeitslosenkassen Basel-Land bzw. Graubünden
Entschädigungen für den Zeitraum von vier Monaten bei einer Arbeitstätigkeit zu
100%. Der Deliktsbetrag beläuft sich bei V.________ auf Fr. 53'817.20 brutto
(angefochtenes Urteil gegen V.________ S. 97) und bei W.________ auf Fr.
60'520.-- brutto (angefochtenes Urteil gegen W.________ S. 117). Dieses Geld
verbrauchten sie gemeinsam für die Lebenshaltungskosten (a.a.O.). Gleichzeitig
erzielte die Beschwerdeführerin V.________ einen nicht sehr hohen Verdienst als
Serviceangestellte (angefochtenes Urteil gegen V.________ S. 67, S. 97, S. 99,
Einkommen bei 80% rund Fr. 2'700.-- netto, wobei sie im Deliktszeitraum zu 100%
tätig war), während der Beschwerdeführer W.________ arbeitslos war
(angefochtenes Urteil gegen W.________ S. 117). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer enthalten die angefochtenen Urteile hinreichende
Sachverhaltsfeststellungen zur Gewerbsmässigkeit. Die Vorinstanz durfte den
hohen Deliktserlös innert des Zeitraumes von einem Jahr als namhaften Beitrag
an die Kosten zur Finanzierung der Lebensgestaltung der Beschwerdeführer
würdigen, weil dieser den Grossteil ihres Einkommens ausmachte. Die
Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs verletzt kein Bundesrecht.

11.

11.1 Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung des Anspruchs auf
Gleichbehandlung geltend. V.________ sei vom Vorwurf des mehrfachen versuchten
Betrugs freigesprochen worden, weshalb die übrigen Beschwerdeführer
diesbezüglich ebenfalls freizusprechen seien (Beschwerde S. 49 f., S. 57, S.
61, S. 69, S. 72).

11.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer ergibt sich aus der
Begründung des angefochtenen Urteil gegen die Beschwerdeführerin V.________,
dass sie des mehrfach versuchten Betrugs schuldig gesprochen wurde
(angefochtenes Urteil gegen V.________ S. 96). Dass der Schuldspruch nicht im
Urteilsdispositiv (angefochtenes Urteil S. 103) erscheint, ist ein blosses
redaktionelles Versehen. Dies ist schon daran ersichtlich, dass die Appellation
der Beschwerdeführerin vollumfänglich abgewiesen bzw. jene der
Staatsanwaltschaft gutgeheissen wird und das Dispositiv keinen Freispruch
enthält. Eine Verletzung des Anspruchs auf Gleichbehandlung ist nicht
ersichtlich.

12.

12.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die vorinstanzliche Strafzumessung
verletze Bundesrecht. Sie verlangen sinngemäss eine erhebliche Reduktion der
Strafhöhe. Die Aussageverweigerung dürfe nicht straferhöhend berücksichtigt
werden. Das renitente Verhalten, welches ihnen angelastet werde, gründe in der
aggressiven und vorverurteilenden Befragung der Vorinstanz. Weiter sei die
Opfermitverantwortung der Arbeitslosenkassen strafmindernd zu veranschlagen.
Diese hätten es in der Hand gehabt, die Forderungen sorgfältiger zu beurteilen.
Ebenso sei die lange Verfahrensdauer zu ihren Gunsten zu werten (Beschwerde S.
17, S. 29, S. 49, S. 53, S. 57 f., S. 60 f., S. 68 f., S. 71 f.). Hinsichtlich
der Strafzumessung gegenüber W.________ beanstanden die Beschwerdeführer die im
Vergleich zu den anderen Verfahrensbeteiligten härtere Strafe (Beschwerde S.
18, S. 56). Zudem weise er aufgrund seines Alters eine erhöhte
Strafempfindlichkeit aus. Durch den Vollzug der Strafe werde er bis zur
Pensionierung arbeitslos bleiben (Beschwerde S. 57).

12.2 Die Vorinstanz stellt die persönlichen Verhältnisse jedes
Beschwerdeführers eingangs der Strafzumessung kurz dar. Sie nimmt eine Wertung
des Verschuldens der einzelnen Beschwerdeführer gestützt auf die Zeitdauer der
Deliktstätigkeit, die koordinierte und raffinierte Vorgehensweise, die
erhebliche kriminelle Energie, die Höhe der Deliktsbeträge und des Schadens für
die Allgemeinheit vor. Minim strafmindernd wertet sie die Taten, welche nur ins
Versuchsstadium gelangten. Das Ausbleiben des Erfolgs sei bloss dem Zufall zu
verdanken. Die Verfahrensdauer von fünf Jahren veranschlagt die Vorinstanz
angesichts des aufwändigen Verfahrens mit vielen unkooperativen Tatbeteiligten
leicht strafmindernd. Anhand des Verschuldens und der Rolle der jeweiligen
Tatbeteiligten stuft sie die Strafen ab. Bei W.________ berücksichtigt sie die
Vorstrafe und die leitende Funktion unter den Tatbeteiligten als straferhöhend.

12.3 Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die
verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesgericht greift
auf Beschwerde hin nur in die Strafzumessung ein, wenn die Vorinstanz den
gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich
nicht massgebenden Kriterien ausgegangen ist oder wesentliche Gesichtspunkte
ausser Acht gelassen beziehungsweise in Überschreitung oder Missbrauch ihres
Ermessens falsch gewichtet hat (BGE 136 IV 55 E. 5.6 S. 61 mit Hinweis).

12.4 Das Aussageverhalten im letztinstanzlichen kantonalen Verfahren
berücksichtigt die Vorinstanz einzig bei der Beschwerdeführerin U.________. Sie
erwägt, diese habe das Lügenkonstrukt an der Appellationsverhandlung weiterhin
zu verdecken versucht und vorgegaukelt, die verschiedenen Gesellschaften hätten
sich tatsächlich im Eventbereich etablieren wollen. Dies lege ihre
Unverfrorenheit offen. Denn sie wisse selber am allerbesten, dass die
Arbeitsverträge nachträglich erstellt wurden und die Arbeitgeberfirmen nie
irgendwelche Aktivitäten entfalteten (angefochtenes Urteil gegen U.________ S.
69 f.). Damit berücksichtigt die Vorinstanz die Uneinsichtigkeit der
Beschwerdeführerin trotz erdrückender Beweislage. Diese Wertung wirkt sich
nicht massgeblich auf das Strafmass aus, da die fehlende Einsicht im
Zusammenhang mit dem Tatverschulden steht und lediglich eines von weiteren
massgeblichen Strafzumessungskriterien ist. Im Übrigen kann fehlende Reue und
Einsicht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sogar straferhöhend
gewertet werden (BGE 113 IV 56 E. 4b S. 56). Soweit die anderen fünf
Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz berücksichtigte das Schweigen im
vorinstanzlichen Verfahren zu ihren Lasten, ist die Rüge offensichtlich
unbegründet. Ihr Aussageverhalten wurde in der vorinstanzlichen Strafzumessung
nicht straferhöhend gewertet.

12.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer wirkt sich die
Opfermitverantwortung, welche zu verneinen ist (vgl. E. 9.2), nicht
strafmindernd aus. Auch die lange Verfahrensdauer wurde, in
bundesrechtskonformer Weise, leicht strafmindernd zu ihren Gunsten gewertet.

12.6 Bei der Strafzumessung im Verfahren gegen W.________ berücksichtigt die
Vorinstanz nebst den bei den anderen Beschwerdeführern in Rechnung gestellten
Kriterien die Vorstrafe, die teilweise während laufender Probezeit begangenen
Delikte, den grösseren Tatbeitrag und die wesentlich höhere Deliktssumme als
straferhöhend. Die Strafe fällt sie als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des
Strafgerichts Basel-Stadt vom 6. September 2005 aus, welches den
Beschwerdeführer damals zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilte.
Nicht ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer eine erhöhte
Strafempfindlichkeit aufweist. Insbesondere ist er nach den vorinstanzlichen
Feststellungen seit langer Zeit nicht erwerbstätig, weshalb sich ein
Strafvollzug nicht auf seine Berufstätigkeit auswirkt. Die Vorinstanz bezieht
alle relevanten Strafzumessungsfaktoren in ihre Beurteilung ein. Insbesondere
stehen die Strafen der verschiedenen Tatbeteiligten in einem angemessenen
Verhältnis untereinander (BGE 135 IV 191 E. 3.2 S. 193 f. mit Hinweisen). Eine
ermessensverletzende Gewichtung ist nicht ersichtlich.

12.7 Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit W.________ den bedingten
Strafvollzug verlangt. Er begründet seine Rüge nicht näher (Art. 42 Abs. 2
BGG). Deshalb kann offen bleiben, welche Auswirkungen die fehlende
Berücksichtigung der Vorstrafe durch die Vorinstanz auf den bedingten
Strafvollzug hat.

13.
Die Beschwerdeführer V.________ und W.________ beantragen, die Zivilforderungen
der öffentlichen Arbeitslosenkasse Basellandschaft seien abzuweisen,
eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (Beschwerde S. 39). Auf diesen nicht
näher begründeten Antrag ist nicht einzutreten (Art. 42 Abs. 2 BGG).

14.

14.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die vorinstanzliche Kostenverteilung
verstosse gegen die Unschuldsvermutung nach Art. 32 Abs. 1 BV. Selbst bei einer
Verurteilung seien die Kosten auf ein verhältnismässiges Niveau zu senken, und
alle Beschwerdeführer seien gleich zu behandeln (Beschwerde S. 50, S. 53, S.
58, S. 61, S. 69, S. 72).

14.2 Die Vorinstanz verpflichtet die Beschwerdeführer gestützt auf Art. 138,
Art. 139 und Art. 141 Ziff. 1 aStPO/GL zur Bezahlung einer
Pauschalgerichtsgebühr für das gesamte erst- und vorinstanzliche
Strafverfahren. Die Gerichtsgebühr beträgt für U.________ Fr. 9'000.--, für
V.________ Fr. 8'000.--, für W.________ Fr. 11'000.--, für X.________ Fr.
6'000.--, für Y.________ Fr. 6'000.-- und für Z.________ Fr. 4'000.--.

14.3 Infolge der Verurteilung aller Beschwerdeführer wird die in Art. 32 Abs. 1
BV garantierte Unschuldsvermutung durch die Kostenauflage nicht verletzt. Im
Übrigen ist die Höhe der Gerichtsgebühren im kantonalen Recht geregelt.
Hinsichtlich der Verletzung kantonalen Rechts gelten erhöhte
Begründungsanforderungen (Art. 106 Abs. 2 BGG, BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 mit
Hinweisen). In der Beschwerde wird nicht dargetan, inwiefern das im
Urteilszeitpunkt anwendbare kantonale Recht es verbietet, Gerichtskosten in der
ausgefällten Höhe festzusetzen bzw. diese den Beschwerdeführern nach Massgabe
ihres Verschuldens zu überbinden. Auf die Rüge ist nicht einzutreten.

15.
Der Antrag der Beschwerdeführer um Änderung der personellen Zusammensetzung des
Obergerichts für den Fall der Rückweisung (Beschwerde S. 24) kann infolge
Abweisung der Beschwerde offen bleiben.

16.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das Gesuch der
Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege (Beschwerde S. 25 f) ist
ebenfalls abzuweisen, da die Beschwerde von Vornherein aussichtslos war. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art.
66 Abs. 1 BGG), wobei sie solidarisch für die Kosten haften. Bei der Bemessung
der Gerichtskosten ist ihrer angespannten finanziellen Situation Rechnung zu
tragen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'800.-- werden den Beschwerdeführern unter
solidarischer Haftung auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Glarus
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Juni 2011
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Mathys Koch