Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.1087/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_1087/2010

Urteil vom 24. Januar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Lämmli,
Beschwerdeführer,

gegen

1. Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Staubeggstrasse 8, 8510 Frauenfeld,
2. A.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Veruntreuung),

Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons Thurgau vom 24.
August 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der angefochtene Entscheid datiert vom 24. August 2010, und die Beschwerde vom
23. Dezember 2010 ging am Bundesgericht am 24. Dezember 2010 ein. In Bezug auf
die Frage der Legitimation ist Art. 81 BGG in der bis zum 31. Dezember 2010
geltenden Fassung anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG).

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass eine Strafuntersuchung gegen den
Beschwerdegegner 2 wegen Veruntreuung eingestellt und im angefochtenen
Entscheid eine dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen wurden.

Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war (s.
angefochtenen Entscheid S. 4 Ziff. 4), ist der Beschwerdeführer indessen nicht
Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch
die angezeigte Veruntreuung in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen
Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt wurde, ist er auch nicht Opfer im
Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1
OHG. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, war er nach dem alten Recht zur
vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29).

Der Geschädigte konnte nur die Verletzung von Rechten rügen, die ihm als am
Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar
aufgrund der Verfassung zustehen. Zulässig waren Rügen, die formeller Natur
sind und von der Prüfung der Sache selber getrennt werden können. Denn auf eine
solche Prüfung in der Sache haben nicht Legitimierte keinen Anspruch (BGE 136
IV 29, 120 Ia 101 E. 3b, 119 Ib 205 E. 3).

Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Anwendung von § 74 Abs. 1 der
Strafprozessordnung des Kantons Thurgau. Die kantonalen Behörden hätten nicht
alle sachlichen und persönlichen Umstände abgeklärt, welche für eine
Anklageerhebung von Bedeutung sein könnten. Aus diesem Grund seien sie zu
Unrecht zum Schluss gekommen, dass zureichende Gründe für eine weitere
Strafverfolgung fehlten (Beschwerde S. 2/3). Die Beurteilung dieses Vorwurfs
bedürfte einer Prüfung der Sache selber. Darauf hatte der Beschwerdeführer nach
dem alten Recht keinen Anspruch. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art.
108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Dem Beschwerdegegner 2 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor
Bundesgericht keine Umtriebe hatte.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Anklagekammer des Kantons Thurgau
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Januar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn