Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.108/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_108/2010

Urteil vom 22. Februar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Mathys,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari
Gerichtsschreiberin Koch.

Verfahrensbeteiligte
1. W.________,
vertreten durch Fürsprecher RAh.________,
2. RAh.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Bundesanwaltschaft, Taubenstrasse 16, 3003 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unterstützung einer kriminellen Organisation; Entschädigung des amtlichen
Verteidigers,

Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Strafkammer, vom 8.
Juli 2009.

Sachverhalt:

A.
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona verurteilte W.________ und V.________ am
8. Juli 2009 wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation. Hingegen
sprach es beide vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei frei. Die weiteren
sieben Mitangeklagten, R.________, S.________, X.________, Y.________,
Z.________, T.________ und U.________ sprach es von den Vorwürfen der
Beteiligung an sowie der Unterstützung einer kriminellen Organisation und der
qualifizierten Geldwäscherei bzw. der Gehilfenschaft dazu frei. Das
Bundesstrafgericht bestrafte W.________ mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe
von zwei Jahren und neun Monaten, davon neun Monate unbedingt vollziehbar. Für
den Rest der Strafe gewährte es ihm den bedingten Strafvollzug bei einer
Probezeit von zwei Jahren. Die Kosten im Umfang von Fr. 93'148.65 auferlegte es
W.________. Seinem amtlichen Verteidiger sprach es eine Entschädigung von Fr.
265'000.-- zu Lasten der Gerichtskasse zu und verpflichtete W.________, für
diese Kosten Ersatz zu leisten.

B.
Gegen dieses Urteil erheben W.________ sowie RAh.________ bezüglich der ihm
zugesprochenen Entschädigung als amtlicher Verteidiger Beschwerde in
Strafsachen. W.________ beantragt, der angefochtene Entscheid sei in Bezug auf
den Schuldspruch, die Sanktion sowie hinsichtlich Ziff. III.5 (Freigabe der
Kaution), III.6 (Kostenfolgen) sowie III.7 (Kosten amtliche Verteidigung)
aufzuheben, und er sei vollumfänglich freizusprechen. Es sei ihm für das
erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung auszurichten von Fr. 34'800.--
für die Untersuchungshaft, Fr. 50'000.-- als Genugtuung, Fr. 10'000.-- für
persönliche Umtriebe sowie Fr. 415'396.25 für die Anwaltskosten. Die erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien der Schweizerischen Eidgenossenschaft
aufzuerlegen, und es sei ihm eine Entschädigung für das bundesgerichtliche
Verfahren zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden
Sachverhaltsfeststellung an die Vorinstanz zurückzuweisen unter Festlegung von
Italienisch als Verfahrenssprache. Subeventualiter sei im Falle eines
Schuldspruches eine bedingte Geldstrafe, ev. eine bedingte Freiheitsstrafe von
nicht mehr als 24 Monaten, auszusprechen.
W.________ beantragt weiter, es sei die italienische Übersetzung des
angefochtenen Urteils anzuordnen, und es sei ihm die Möglichkeit zur Ergänzung
der Beschwerde einzuräumen. Von den beschlagnahmten Vermögenswerten sei ein
Betrag von Fr. 40'000.-- für die oberinstanzlichen Anwaltskosten freizugeben.
Eventualiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu
bewilligen.

C.
Das Bundesstrafgericht beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft stellt den Antrag, die
Verfahren 6B_609/2009 sowie das vorliegende Verfahren zu vereinigen. Die
Beschwerden von W.________ und RAh.________ seien abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei.

D.
Die Schweizerische Bundesanwaltschaft führte gegen das Urteil des
Bundesstrafgerichts ebenfalls Beschwerde in Strafsachen (vgl. Urteil 6B_609/
2009), über welche das Bundesgericht am 22. Februar 2011 entschieden hat.

Erwägungen:

1.
Eine Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem Verfahren 6B_609/2009
drängt sich nicht auf. Zwar besteht ein Zusammenhang zwischen beiden Verfahren.
Sie behandeln aber unterschiedliche Themen und Problemstellungen.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz verletze den Grundsatz "ne bis
in idem". Sie habe den Verfahrensantrag auf Sistierung zu Unrecht abgelehnt und
verletze damit das Verbot der Doppelverfolgung. Die Annahme, er habe sich
bisher der Strafverfolgung in Italien entzogen, sei falsch. Bei einem Beizug
der italienischen Akten hätte sich unter Umständen eine Fortsetzung des
Verfahrens in der Schweiz erübrigt.

2.2 Die Vorinstanz erwägt, der Grundsatz "ne bis in idem" stelle im nationalen
Verfahren sicher, dass eine Person nicht zweimal wegen derselben Tat bestraft
werde. Dieser Grundsatz gelte nicht im Verhältnis mehrerer Staaten zueinander.
Die internationale Umsetzung sei primär in Art. 3 Abs. 2 bis Abs. 4 sowie Art.
6 Abs. 3 und Abs. 4 StGB geregelt. Die hierorts angeklagten Taten hätten im
Ausland bisher weder zu einem endgültigen Freispruch noch zu einer
rechtskräftigen Verurteilung geführt. Aus dem italienischen Strafregisterauszug
seien zwar Vorstrafen ersichtlich. Jene würden aber nicht den zur Anklage
gebrachten Sachverhalt und die Tatzeiten betreffen (angefochtenes Urteil S. 32
mit Hinweis auf TPF S. 240.8 ff.).

2.3 Der Grundsatz "ne bis in idem" ist gemäss ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ein Prinzip des materiellen eidgenössischen Strafrechts. Er
lässt sich auch aus der Bundesverfassung ableiten und ist in Art. 4 Abs. 1 des
Protokolls Nr. 7 vom 22. November 1984 zur EMRK (SR 0.101.07) und Art. 14 Abs.
7 des UNO-Pakts II verankert. Das Prinzip besagt, dass niemand wegen der
gleichen Straftat zweimal verfolgt werden darf. Einem zweiten Strafverfahren
steht das erste Urteil entgegen. Derselbe Schutz folgt aus dem Institut der
materiellen Rechtskraft, welche bewirkt, dass eine formell rechtskräftig
beurteilte Tat nicht mehr Gegenstand eines späteren Verfahrens gegen dieselbe
Person bilden kann. Eine neue Entscheidung ist sowohl prozessual als auch
inhaltlich ausgeschlossen. Voraussetzung für diese Sperrwirkung sind die
Identität von Tat und Täter (vgl. BGE 120 IV 10 E. 2b S. 12 f.; 119 IB 311 E.
3a S. 318; 118 IV 269 E. 2 S. 271 ff.; je mit Hinweisen).

2.4 Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 29 Abs. 1
BGG). Erachtet sich das Bundesgericht als nicht zuständig, so tritt es auf die
Sache nicht ein (Art. 30 Abs. 1 BGG). Soweit der Beschwerdeführer 1
beanstandet, die Vorinstanz verletze den Grundsatz "ne bis in idem", erweist
sich die Rüge als unbegründet. Ein transnationales Strafverfolgungshindernis
käme allenfalls bei Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils in einem anderen
Staat in Frage (Urteil 1 S. 13/2004 vom 1. Dezember 2004 E. 6 mit Hinweis). Wie
die Vorinstanz gestützt auf den Strafregisterauszug des Beschwerdeführers 1 zu
Recht ausführt, beziehen sich die Verurteilungen in Italien auf Zeiträume,
welche vor dem Januar 1993 und damit vor den vorliegend angeklagten Taten
liegen.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz verletze den Anklagegrundsatz
nach Art. 126 des seit dem 1. Januar 2011 aufgehobenen Bundesgesetzes vom 15.
Juni 1934 über die Bundesstrafrechtspflege (BStP; BS 3 303). Sie habe die
Anklageschrift zu Unrecht nicht an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Die
Anklageschrift enthalte weitgehend Begründungen, welche nach Art. 126 aBStP (in
der bis 31. Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung) unzulässig seien. Sie
umschreibe den Sachverhalt nicht, welcher der strafbaren Handlung nach Art.
260ter StGB und Art. 305bis StGB zugrunde liege. Insbesondere fehlten Angaben,
wer was wo wann und wie getan habe. Die Anforderungen an die Umgrenzung des
angeklagten Sachverhalts und die Information des Beschuldigten seien nicht
erfüllt.

3.2 Die Anklagebehörde legt dem Beschwerdeführer 1 zur Last, er habe sich nach
Art. 260ter StGB strafbar gemacht, indem er sich vom 1. August 1994 bis Anfang
2001 im Kanton Tessin an einer kriminellen Organisation beteiligt oder
eventuell eine solche unterstützt habe. Er habe die seit anfangs der 1990er
Jahre durch D3.________ ausgeübte Geschäftstätigkeit weitergeführt und bis
Anfang 2001 für Vertreter der Camorra und Sacra Corona Unita auf dem
internationalen Graumarkt Zigaretten diverser Marken eingekauft, diese nach
Montenegro transportiert, dort gelagert und für die kriminellen Organisationen
bereit gehalten. Damit habe er Gewinnmöglichkeiten für die
Verbrechensorganisationen auf den Schwarzmärkten geschaffen. Zusammen mit dem
Mitangeklagten S.________ habe er per 1. Juli 1996 eine Exklusivlizenz für den
Transit unversteuerter Zigaretten in Montenegro erwirkt und es dadurch der
Camorra und der Sacra Corona Unita ermöglicht, die montenegrinische
Infrastruktur für den Zigarettenschmuggel nach Italien zu nutzen und diesen in
den Jahren 1996 bis Ende 2000 weiterzuführen.
Die Exklusivlizenz habe er zusammen mit S.________ als Unterlizenz an die
Mitangeklagten X.________, U.________ und T.________, den verstorbenen
Mitangeklagten Q.________ sowie K.________ und ab Ende 1999 an O.________
weitergegeben. Ab Juli 1996 bis Ende 2000 habe er unter der Firma c.________,
welche dem Mitangeklagten S.________ gehöre, die Transitgebühren für die
montenegrinischen Behörden einkassiert und dafür gesorgt, dass die kriminellen
Organisationen die Zigaretten erst nach Bezahlung der Gebühr entgegennehmen
konnten. Er habe bereits bezahlte Lagerbestände bzw. Schmuggelboote blockiert,
um die Zahlung der Transitgebühren bzw. die Zahlung noch offener Rechnungen für
Zigaretten zu erwirken. Nach der Zahlung habe er zusammen mit S.________ dafür
gesorgt, dass die Zigaretten für den Verlad auf die Boote freigegeben wurden.
Der Beschwerdeführer 1 habe die Geschäfte mit der Camorra und Sacra Corona
Unita grösstenteils durch den Mitangeklagten S.________ bzw. über
Offshore-Firmen wie die o.________, ck.________ oder i.________ abwickeln
lassen. Ansonsten sei er nur mit seinem Vornamen oder den Decknamen "il
marchese" bzw. "Pasa" aufgetreten. Im Frühjahr 2000 habe er auch nach aussen
die operativen Geschäfte mit dem Zigarettentransit übernommen und diese
zusammen mit dem Mitangeklagten S.________ und den Unterlizenznehmern
T.________ und U.________ bis im Jahr 2001 weitergeführt. Er habe dadurch die
Voraussetzungen für den Zigarettenschwarzmarkt in Italien geschaffen, den
kriminellen Organisationen zu grossen Gewinnen und zur Stärkung ihres
Machtpotentials geholfen und sich mit diesen Aktivitäten in die Camorra und
Sacra Corona Unita eingegliedert. Er habe mit zwei US Dollar pro
Zigarettenkiste, einem zusätzlichen Gewinnanteil sowie dem Ertrag der
persönlichen bzw. über die Firmen o.________ und ck.________ abgewickelten
Geschäfte an den kriminell erwirtschafteten Geldern partizipiert. Insgesamt
habe er mindestens 15 Mio. US Dollar auf diese Art eingenommen.
3.3
3.3.1 Die Anforderungen an den Anklagegrundsatz werden auf unterschiedlichen
Stufen umschrieben. Für Verfahren vor dem Bundesstrafgericht legt das
zwischenzeitlich ausser Kraft gesetzte Bundesgesetz vom 15. Juni 1934 über die
Bundesstrafrechtspflege (a.a.O.) die formellen Erfordernisse an die
Anklageschrift fest. Nach Art. 126 Abs. 1 aBStP (in der bis 31. Dezember 2010
gültig gewesenen Fassung) bezeichnet die Anklageschrift unter anderem (1.) den
Angeklagten; (2.) das strafbare Verhalten, dessen er beschuldigt wird, nach
seinen tatsächlichen und gesetzlichen Merkmalen; (3.) die Bestimmungen des
Strafgesetzes, die anzuwenden sind sowie (4.) die Beweismittel für die
Hauptverhandlung. Die Anklageschrift enthält keine weitere Begründung (Art. 126
Abs. 2 aBStP [in der bis 31. Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung]). Gemäss
Art. 169 Abs. 1 aBStP hat das Gericht nur die Tat zu beurteilen, auf die sich
die Anklage bezieht. Das Gericht berücksichtigt die während des Vorverfahrens
und in der Hauptverhandlung gemachten Feststellungen (Art. 169 Abs. 2 aBStP [in
der bis 31. Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung]). Sodann räumt Art. 6 Ziff.
3 lit. a EMRK zur Sicherstellung eines fairen Verfahrens und zur Ermöglichung
einer effektiven Verteidigung einen Anspruch darauf ein, sowohl über den
zugrunde gelegten Sachverhalt als auch über die rechtliche Bewertung informiert
zu werden. Schliesslich muss nach Art. 32 Abs. 2 BV jede angeklagte Person
möglichst rasch und umfassend über die gegen sie erhobenen Beschuldigungen
unterrichtet werden und die Möglichkeit haben, die ihr zustehenden
Verteidigungsrechte wahrzunehmen.
3.3.2 Gemäss dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand
des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die dem
Beschuldigten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu
umschreiben, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind. Das Anklageprinzip
bezweckt damit zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Angeklagten und
dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). In der Anklage
sind namentlich die Umstände aufzuführen, welche zum gesetzlichen Tatbestand
gehören (vgl. BGE 133 IV 235 E. 6.3 S. 245; 126 I 19 E. 2c S. 22; je mit
Hinweisen). Ist nur die vorsätzliche Tatbegehung strafbar, erübrigen sich
weitere Ausführungen zum subjektiven Tatbestand (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c S.
355 ff. mit Hinweisen).
3.3.3 Nach Art. 260ter StGB macht sich strafbar, wer sich an einer Organisation
beteiligt, die ihren Aufbau und ihre personelle Zusammensetzung geheim hält und
die den Zweck verfolgt, Gewaltverbrechen zu begehen oder sich mit
verbrecherischen Mitteln zu bereichern (Ziff. 1 Abs. 1), bzw. wer eine solche
Organisation in ihrer verbrecherischen Tätigkeit unterstützt (Ziff. 1 Abs. 2).
Charakteristisch für die kriminelle Organisation ist eine etablierte,
längerfristig angelegte Gruppenstruktur, eine hochgradige Arbeitsteilung, das
Gewinnstreben, ein stark hierarchischer Aufbau, die Abschottung nach Innen und
Aussen, das Vorhandensein wirksamer Durchsetzungsmechanismen für interne
Gruppennormen sowie die Bereitschaft, zur Verteidigung und zum Ausbau ihrer
Stellung Gewaltakte zu begehen und Einfluss auf Politik und Wirtschaft zu
gewinnen. Sie ist gekennzeichnet durch Professionalität von Planung, Logistik,
Tatausführung, Verwertung der Beute, Legalisierung der Erträge und kann ihre
Strukturen informeller Natur rasch und flexibel anpassen. Ihre Aktivitäten sind
darauf ausgerichtet, entweder Gewaltverbrechen zu begehen und/oder sich mit
verbrecherischen Mitteln zu bereichern. Sie müssen keineswegs ausschliesslich,
sondern bloss im wesentlichen die Verbrechensbegehung betreffen (vgl. BGE 132
IV 132 E. 4 S. 133 ff. mit Hinweisen; Botschaft vom 30. Juni 1993 über die
Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes BBl
1993 III ZIff. 212.1 297 ff.). Für die Beteiligung an bzw. die Unterstützung
einer kriminellen Organisation ist der Nachweis einer bestimmten einzelnen Tat
nicht erforderlich (vgl. BGE 132 IV 132 E. 4.2 S. 136 mit Hinweisen).
3.4
3.4.1 Der Vorwurf der Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer kriminellen
Organisation umfasst die lange Zeitspanne vom 1. August 1994 bis Anfang 2001.
Die Anklage umschreibt in ausführlicher Weise den Einstieg des
Beschwerdeführers 1 in den Zigarettenhandel seit Beginn der 90er Jahre durch
seine Bekanntschaft mit D3.________ (S. 70 bis S. 75 Mitte) sowie die Rolle der
involvierten Gesellschaften, z.B. der Gesellschaft o.________ und der
Gesellschaft ck.________. Diese Handlungen liegen teils auch vor dem
angeklagten Zeitraum, dienen aber dem Verständnis des Sachverhalts und sind
nicht zu beanstanden. Die Anklageschrift legt (auf den S. 75 Mitte bis S. 84)
detailreich und unter Hinweis auf zahlreiche Aktenstellen, Beweismittel und
Aussagen dar, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführer 1 im Zigarettengeschäft
entfaltete und mit welchen Personen und Gesellschaften er Kontakte pflegte (so
etwa S. 75: Freistellungsauftrag vom 9. November 1994 durch den
Beschwerdeführer 1; S. 76: zu der vom Beschwerdeführer 1 gekauften Menge
Zigaretten der Gesellschaft cl.________ in den Jahren 1994, welche er unter dem
Decknamen "il marchese" mit Booten nach Italien transportieren liess; S. 76:
Fax-Verkehr zwischen W.________ und S.________ zur Kooperation im
Zigarettenhandel in den Jahren 1995 und 1996; S. 77 f. persönliche Bemühungen
und Reisen des Beschwerdeführers 1 nach Montenegro, damit der Mitangeklagte
S.________ ab Mitte 1996 eine Exklusivlizenz zum Transit von Zigaretten in
Montenegro erhielt; S. 78 und 79 f.: übergeordnete Stellung des
Beschwerdeführers 1 gegenüber S.________). Diese Belegstellen dienen dazu, den
strafrechtlichen Vorwurf in zeitlicher, sachlicher und örtlicher Hinsicht (wer,
wo, was, wann, wie) zu begrenzen und zu einer Indizienkette bzw. zu einem
Gesamtbild zu verdichten. Ein solches Vor-gehen ist bei dem angeklagten
Tatbestand konventions-, verfassungs- und bundesrechtskonform, da der Nachweis
des einzelnen Verbrechens der kriminellen Organisationen nicht notwendig ist.
Der massgebende Sachverhalt, insbesondere die personelle und organisatorische
Verflechtung zwischen den Beteiligten, kann nur durch einen umfassenden
Überblick über die Geschäftstätigkeit des Beschwerdeführers 1 erbracht werden,
weil dieser die angeklagten Vorwürfe bestreitet. Auch hinsichtlich des
subjektiven Tatbestandes genügt die Anklage den gesetzlichen Anforderungen,
denn die Beteiligung und Unterstützung einer kriminellen Organisation ist nur
bei vorsätzlicher Tatbegehung strafbar, weshalb sich weitere Ausführungen
erübrigen (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c S. 355 ff. mit Hinweisen). Im Übrigen
erwähnt sie explizit die wissentliche und willentliche Tatbegehung (vgl.
Anklage S. 76 oben; S. 80 unten).
3.4.2 Das Argument des Beschwerdeführers 1, die Anklage dürfe keine Begründung
enthalten, verfängt nicht. Nebst der Umschreibung des strafbaren Verhaltens
nach seinen tatsächlichen und gesetzlichen Merkmalen sind die anwendbaren
strafrechtlichen Bestimmungen sowie die Beweismittel für die Hauptverhandlung
anzugeben (Art. 126 Abs. 1 aBStP). Die Anklagebehörde hat bereits eine
rechtliche Würdigung vorzunehmen, welche Straftatbestände sie zur Anklage
bringt. Diese muss sie nach ihren tatsächlichen und gesetzlichen Merkmalen
begründen, damit dem Angeklagten die ihm zur Last gelegten Vorwürfe hinreichend
bekannt sind (Umgrenzungs- und Informationsfunktion). Im vorliegenden Fall sind
die Untersuchung und die Akten umfangreich, der Sachverhalt ist komplex (z.B.
infolge organisatorischer und personeller Verflechtungen). Hinzu kommt, dass
der Vorwurf der Unterstützung einer bzw. der Beteiligung an einer kriminellen
Organisation sich beim angeklagten Sachverhalt nur aus der Gesamtheit der
Handlungen der Angeklagten herauskristallisieren lässt. Deshalb ist es geboten,
dass die Anklagebehörde die einzelnen Dokumente und Beweismittel bezeichnet und
Aussagen zitiert, auf welche sie den angeklagten Sachverhalt stützt. Bei Art.
126 Abs. 2 aBStP handelt es sich um eine blosse Ordnungsvorschrift, welche so
auszulegen ist, dass die Anklagebehörde nebst den in Art. 126 Abs. 1 aBStP
umschriebenen Angaben keine umfassende Beweiswürdigung vornehmen soll, indem
sie beispielsweise Aussagen allseitig gegeneinander abwägt, wie dies bei einer
Urteilsbegründung der Fall wäre. Hingegen sind gerade in umfangreichen Fällen
gewisse Begründungen erforderlich, um den angeklagten Sachverhalt zu
verdeutlichen und inhaltlich den Anforderungen an den Anklagegrundsatz zu
genügen. Eine Verletzung von Art. 126 Abs. 2 aBStP ist nicht ersichtlich.
3.4.3 Hinsichtlich des Tatbestands der Geldwäscherei (Anklageschrift S. 78 f.
und S. 208 f.) kann offen bleiben, ob der Anklagegrundsatz verletzt ist. Denn
der Beschwerdeführer 1 wurde vom entsprechenden Vorwurf freigesprochen, weshalb
es ihm an der Beschwer fehlt (Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG).

4.
4.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, dem Urteilsdispositiv könne nicht entnommen
werden, wo und wann er eine kriminelle Organisation unterstützt habe. Das
vorinstanzliche Urteil verletze Art. 179 aBStP.

4.2 Nach Art. 179 Abs. 2 Ziff. 1 aBStP stellt das Urteil im Fall der
Verurteilung folgende Punkte fest: die erwiesenen Tatsachen (lit. a), welche
von diesen Tatsachen die einzelnen Merkmale des Vergehens begründen (lit. b),
die Gründe der Strafzumessung (lit. c), die gesetzlichen Bestimmungen, die
angewendet worden sind (lit. d) und den Urteilsspruch (lit. e). Das
Urteilsdispositiv ist eine formelhafte Zusammenfassung des Urteils. Es enthält
den Schuldspruch, die verhängte Sanktion, den Entscheid über die
Zivilansprüche, die Kosten und die Rechtsmittelbelehrung (Hauser/Schweri/
Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005, N. 13 zu § 45;
Niklaus Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2009, N. 589).
Das Dispositiv eines Entscheids soll weder unklar, unvollständig noch
zweideutig sein (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O. N. 22 zu § 45).

4.3 Angaben im Urteilsdispositiv, welche über die Nennung des Tatbestandes und
der Gesetzesbestimmungen (z.B. X ist schuldig des Diebstahls nach Art. 139
Ziff. 1 Abs. 1 StGB) hinausgehen, sind dort sinnvoll, wo zahlreiche,
gleichartige Delikte (z.B. Einbruchdiebstähle) Gegenstand der Anklage bilden
und der Täter in einem Teilpunkt freigesprochen wird. Solche präzisierende
Angaben drängen sich vorliegend nicht auf. Der Beschwerdeführer 1 wurde
lediglich wegen zwei unterschiedlichen Delikten, der Beteiligung an einer bzw.
der Unterstützung einer kriminellen Organisation sowie der qualifizierten
Geldwäscherei angeklagt. Von der Geldwäscherei wurde er im Urteilsdispositiv
freigesprochen. Welcher Deliktszeitraum und welche Tatorte dem Schuldspruch
zugrunde liegen, ist der Urteilsbegründung zu entnehmen, worin die erwiesenen
Tatsachen enthalten sind. Die Rüge, das Urteilsdispositiv sei nicht klar, weil
es weder Tatzeit noch -ort enthalte, ist unbegründet.

5.
5.1
5.1.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz habe Deutsch als
Verfahrenssprache der Hauptverhandlung unter Verletzung von Bundesrecht
festgelegt. Der Präsident des Bundesstrafgerichts, welcher die entsprechende
Verfügung am 18. Februar 2009 erlassen habe, sei lediglich für die Bestimmung
der Verfahrenssprache für das Verfahren bis zur Hauptverhandlung, nicht aber
während der Hauptverhandlung zuständig. Dieser Entscheid sei in
Dreier-Besetzung zu fällen.
5.1.2 Nach Art. 146 Abs. 1 aBStP leitet der Präsident die Verhandlungen und
trifft die Verfügungen, die nicht dem Gericht vorbehalten sind. Vor dem
Bundesstrafgericht wird in der Sprache des Angeklagten verhandelt, wenn er
deutsch, französisch oder italienisch spricht. Bei einer Mehrheit von
Angeklagten und in zweifelhaften Fällen entscheidet der Präsident (Art. 97 Abs.
1 aBStP [in der bis 31. Dezember 2010 gültig gewesenen Fassung]).
5.1.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 1 regelt Art. 97 Abs. 1
aBStP nicht nur die Zuständigkeit des Präsidenten über den Entscheid der
Sprache für das Verfahren bis zur Hauptverhandlung, sondern für das gesamte
Verfahren. Denn der Gesetzeswortlaut spricht von der Verhandlung ("verhandelt")
selbst. Nichts zur Zuständigkeit betreffend die Verhandlungssprache ergibt sich
aus den vom Beschwerdeführer 1 angeführten generellen Vorschriften zur
Besetzung des Gerichts, insbesondere aus Art. 27 Abs. 1 des seit dem 1. Januar
2011 aufgehobenen Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das
Bundesstrafgericht (Strafgerichtsgesetz, SSG; AS 2003 2133). Denn darin wird
lediglich die Kompetenz in Einer-, Dreier- oder Fünferbesetzung zur Ausfällung
einer bestimmten Strafhöhe oder Massnahme, nicht aber die Zuständigkeit
hinsichtlich der verfahrensleitenden Fragen geregelt.

5.2 Soweit der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz gehe tatsachenwidrig
davon aus, dass die Verfahrenssprache schon diverse Male angeordnet und
bestätigt wurde, erweist sich seine Rüge als offensichtlich unbegründet und ist
abzuweisen. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts hatte sich bereits
mehrmals (TPF 2004 48; Urteil BB.2005.114 vom 13. Februar 2006) mit der
Verfahrenssprache des vorliegenden Verfahrens zu befassen und einen Wechsel von
Deutsch zu Italienisch oder Französisch abgelehnt. Zudem wurde auch das
Bundesgericht zur Frage der Verhandlungssprache angerufen, welches auf die
Beschwerden nicht eingetreten ist (Urteil 6B_75/2009 vom 16. April 2009 mit
Verweis auf Urteil 6B_70/2009 vom 7. April 2009).
5.3
5.3.1 Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Verfügung vom 18. Februar 2009,
welche die Verfahrenssprache festlege, sei nicht begründet worden. Deshalb
könne sie inhaltlich nicht überprüft werden.
5.3.2 Das Bundesgericht hat den Beschwerdeführer 1 bereits im Urteil 6B_75/2009
vom 16. April 2009 (E. 2.3 und 2.5) darauf hingewiesen, dass ihm die
Legitimation zur Anfechtung der Verfügung vom 18. Februar 2009 fehle. Da nicht
diese Verfügung, sondern der Endentscheid vom 8. Juli 2009 Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist, geht seine Rüge an der Sache vorbei. Im
Übrigen enthält der angefochtene Endentscheid eine Begründung zur Wahl der
Verfahrenssprache (S. 36 f.).
5.4
5.4.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Festlegung von Deutsch als
Verhandlungssprache verletze Konventions- Verfassungs- und Bundesrecht nach
Art. 6 Ziff. 3 lit. a und lit. e EMRK, Art. 14 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und
lit. f UNO-Pakt II, Art. 18 BV, Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 97 Abs. 1 und Art. 98
aBStP. Es sei nach Art. 97 Abs. 1 aBStP zwingend, dass in der Sprache einer
beteiligten Person zu verhandeln sei. An der Hauptverhandlung seien keine
deutschsprachigen Angeklagten mehr beteiligt gewesen, nachdem der Mitangeklagte
Q.________ im Januar 2009 verstorben sei. Bereits im Ermittlungsverfahren habe
es erhebliche Verständigungsprobleme gegeben, weshalb er teilweise seine
Aussage verweigert habe. Eine Verständigung zwischen ihm und der
einvernehmenden Behörde sei trotz Übersetzer nicht möglich gewesen. Diese
Umstände hätten zu einer negativen Beurteilung seines Verhaltens durch die
Vorinstanz geführt, welche seine Aussagen als unglaubhaft bezeichnet habe. Auch
an der Hauptverhandlung seien die Übersetzungen teilweise unvollständig, nicht
korrekt oder unverständlich gewesen. Zudem seien gewisse verlangte
Übersetzungen und entsprechende Unterbrechungen der Verhandlung nicht gewährt
worden. Er sei dadurch in seinen Parteirechten eingeschränkt worden. Die
Verfahrenssprache habe einen erheblichen, unverhältnismässigen
Übersetzungsaufwand mit sich gebracht. Die Mehrheit der Angeklagten sei nicht
deutschsprachig. Die Wahl von Deutsch sei willkürlich und bundesrechtswidrig,
da der grösste Teil der Akten in Italienisch abgefasst sei, der angeklagte
Sachverhalt sich im italienischen Sprachraum zugetragen habe und die meisten,
an der Hauptverhandlung einvernommenen Personen italienischsprachig seien. Der
Beschwerdeführer beantragt, Italienisch sei als Verfahrenssprache festzusetzen,
falls die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen werde.
5.4.2 Der in einem Strafverfahren Beschuldigte verfügt über Minimalgarantien,
die direkt aus der Bundesverfassung sowie der Europäischen
Menschenrechtskonvention und dem internationalen Pakt über bürgerliche und
politische Rechte fliessen (insbesondere Art. 4 BV sowie Art. 6 Ziff. 3 lit. a
und lit. e EMRK und Art. 14 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und lit. f UNO-Pakt II
[SR 0.103.2]). Der Angeschuldigte, der der verwendeten Sprache nicht mächtig
ist, hat im Sinne des rechtlichen Gehörs und zur Wahrung eines fairen Prozesses
Anspruch darauf, in allen Einzelheiten über die Art und den Grund der gegen ihn
erhobenen Beschuldigungen und die wesentlichen Verfahrensschritte in einer ihm
verständlichen Sprache informiert zu werden, Übersetzungen zu bekommen und
allenfalls einen amtlichen Übersetzer beigeordnet zu erhalten. Er ist
persönlich anzuhören und darf Fragen an Belastungszeugen zu stellen, was nur in
einer ihm verständlichen Sprache bzw. unter Beizug von Übersetzungshilfen
erfolgen kann. Ferner kann einem Angeschuldigten unter Umständen auch aus
sprachlichen Gründen ein amtlicher Verteidiger beigegeben werden. Diese
verfassungsrechtlichen Minimalgarantien sollen sicherstellen, dass der
Angeschuldigte über hinreichende Möglichkeiten verfügt, sich wirksam zu
verteidigen. Welche Beihilfen und Übersetzungen im einzelnen erforderlich sind,
ergibt sich aufgrund der konkreten Umstände (vgl. etwa BGE 121 I 196 E. 5a S.
204 f. mit Hinweisen). Indessen besteht kein Anspruch auf die Übersetzung
sämtlicher Verfahrensakten oder eine Simultanübersetzung der Hauptverhandlung
(a.a.O.; BGE 118 Ia 462 E. 2a und b S. 464 f.; je mit Hinweisen).
5.4.3 Bei Verfahren mit mehreren Parteien unterschiedlicher Sprachen, ist die
Verfahrenssprache in Berücksichtigung aller Umstände und Interessen festzulegen
(Art. 97 Abs. 1 aBStP), welche gegeneinander abzuwägen sind. Es kann nicht rein
arithmetisch darauf abgestellt werden, ob von mehreren Verfahrensbeteiligten
eine Mehrheit die eine oder andere Sprache spricht (vgl. BGE 121 I 196 E. 5a S.
204 f. mit Hinweisen).
Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 7. Januar 2003 ein gerichtspolizeiliches
Ermittlungsverfahren. Das Untersuchungsrichteramt leitete am 1. November 2005
die Voruntersuchung ein. Beide Verfahren wurden auf Deutsch geführt. Die
Anklage vom 26. September 2008 wurde auf Deutsch verfasst (vgl. angefochtenes
Urteil S. 18 ff.). Die Mehrheit der ursprünglich zehn Angeklagten spricht
Italienisch (die Angeklagten R.________, S.________, T.________, V.________ und
der Beschwerdeführer 1), zwei sprechen Französisch (die Angeklagten Y.________
und Z.________), einer Spanisch (der Angeklagte X.________) und einer Deutsch
(der Angeklagte Q.________). Der deutschsprachige Angeklagte ist am 10. Januar
2009, vor der Hauptverhandlung, verstorben. Zwar ist dem Beschwerdeführer
beizupflichten, dass es zu Beginn des Ermittlungsverfahrens angesichts der
Mehrheit der italienischsprachigen Beschuldigten und der angeblich im
italienischen Sprachraum verübten Taten zweckmässig gewesen wäre, Italienisch
als Verfahrenssprache festzusetzen. Nachdem aber das Verfahren während rund
sieben Jahren auf Deutsch geführt wurde und daher wichtige Beweismittel wie
z.B. die Einvernahmen der Angeklagten auf Deutsch protokolliert sind, überwiegt
das Interesse an der Beibehaltung der ursprünglich gewählten Verfahrenssprache
bis zur Beendigung des Verfahrens, auch bei einer Rückweisung an die
Vorinstanz. Ein Wechsel der Verfahrenssprache würde aus heutiger Sicht zu einer
erheblichen Verfahrensverzögerung führen. Denn es müssten wesentliche Akten,
welche nun in Deutsch geführt sind, in Italienisch übersetzt werden. Zudem
müssten die nicht italienischsprachigen Verteidiger der Angeklagten sowie die
Vertreter der Anklagebehörde ausgewechselt werden. Diese benötigten darauf
wiederum Zeit, um sich in die äusserst umfangreichen Akten einzuarbeiten. Ein
solcher zusätzlicher Aufwand ist im Interesse des Beschleunigungsgebotes und
der weiteren Mitangeklagten zu vermeiden.
5.4.4 Im Übrigen war die Vorinstanz trotz der Verfahrenssprache in der Lage,
die Parteirechte zu gewährleisten. Die Bedenken zur Richtigkeit der Übersetzung
an der Hauptverhandlung wurden unmittelbar auf Fragen des Beschwerdeführers 1
ausgeräumt, entsprechende Fragen wurden wiederholt und in einem Fall wurde das
Tonband der Verhandlung konsultiert (vgl. z.B. act. 910 0112 bis 910 0114, 910
0125, 910 0127 f., 310 0129 f.).
Soweit der Beschwerdeführer 1 die ersten zehn Protokollseiten (TPF 910 0001 bis
TPF 910 0010) unmittelbar während der Verhandlung übersetzt erhalten wollte,
legt er nicht dar, inwieweit diese wesentlich gewesen wären, handelt es sich
doch lediglich um administrative Bemerkungen des Vorsitzenden zum
Verfahrensablauf (TPF 910 0010). Insbesondere besteht kein Anspruch auf
Übersetzung der in den Vorbemerkungen enthaltenen, kurzen mündlichen Begründung
des Präsidenten zur Wahl der Verfahrenssprache (TPF 910 0023 bis 00225). Wie
das Bundesgericht bereits entschieden hat, kann die Wahl der Verfahrenssprache
mit dem Endentscheid angefochten werden und ist mit diesem zu begründen (Urteil
6B_75/2009 vom 16. April 2009 E. 2.3 und 2.5). Im Übrigen substanziiert der
Beschwerdeführer 1 nicht näher, welche wichtigen Informationen ihm nicht
übersetzt worden wären, und solches ist aus den von ihm zitierten
Protokollstellen auch nicht ersichtlich. Nicht zutreffend ist, dass die
Vorinstanz die durch den Beschwerdeführer 1 verweigerten Aussagen zu seinen
Lasten ausgelegt hätte. Vielmehr erklärt sie dessen Aussagen aufgrund des
Inhalts und der zahlreichen gegenteiligen Indizien für unglaubhaft
(angefochtenes Urteil S. 87 bis 98). In Bezug auf das Stadium vor der
Anklageerhebung erweist sich die vom Beschwerdeführer 1 erhobene Rüge der
ungenügenden Übersetzung als verspätet. Solche Rügen sind unverzüglich
anzubringen (vgl. Urteil 1P.482/2003 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 118 Ia 462 E.
2b).
5.5
5.5.1 Der Beschwerdeführer 1 beantragt, das angefochtene Urteil sei in
italienische Sprache zu übersetzen, und es sei im eine Nachfrist zur Ergänzung
der Beschwerde einzuräumen.
5.5.2 Die vom Beschwerdeführer 1 eingereichte Beschwerde zeigt, dass er das
Urteil mit Hilfe seines amtlichen Verteidigers verstehen und sachgerecht
anfechten konnte. Es besteht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein
Anspruch auf Übersetzung des schriftlichen Urteils (BGE 115 Ia 64 E. 6b und c
S. 65 mit Hinweisen).

6.
6.1
6.1.1 Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Vorinstanz lege unter Erwägung
2.1.1 bis 2.1.7 und 2.1.2, 2.2.2, 2.3.6 lit. e und lit. f (hinsichtlich des
erzielten Gewinns) sowie 2.3.8 (hinsichtlich der finanziellen Stärkung
krimineller Organisationen) den Sachverhalt als erstellt und unbestritten dar,
obwohl er diesen bestreite. Sie nehme keine Beweiswürdigung vor und gebe nicht
an, worauf (auf welche Beweismittel) sie sich bei der Feststellung des
Sachverhalts stütze. Eine sachgerechte Anfechtung sei nicht möglich. Die in
Erwägung 2.2.2 genannten beiden Aktenstellen, darunter die Aussage des
Mitangeklagten T.________, genügten nicht als Beweismittel. Die Vorinstanz
verletze die aus dem Anspruch des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV und
Art. 6 Ziff. 1 EMRK fliessende Begründungspflicht (Beschwerde S. 31 unten bis
S. 38). Es fehle an einer Begründung, wer was wo wann und wie gemacht habe.
Sinngemäss rügt er auch die Verletzung der Begründungspflicht hinsichtlich
Ziffer 2.3.4 des angefochtenen Urteils. Die Vorinstanz beurteile den
Sachverhalt undifferenziert und für alle Angeklagten gleichzeitig (Beschwerde
S. 45 unten).
6.1.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich
für den Richter die Pflicht, seinen Entscheid zu begründen. Er muss wenigstens
kurz die wesentlichen Überlegungen aufzeigen, von denen er sich leiten liess,
so dass der Betroffene den Entscheid in voller Kenntnis der Sache anfechten
kann. Der Bürger soll wissen, warum entgegen seinem Antrag entschieden wurde.
Dabei muss sich der Richter nicht mit allen tatsächlichen Behauptungen und
rechtlichen Einwänden auseinandersetzen. Er kann sich vielmehr auf die für
seinen Entscheid erheblichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E.2b S.
102 f. mit Hinweisen).
6.1.3 Die Vorinstanz begründet den massgeblichen Sachverhalt zum objektiven
Tatbestand im Wesentlichen pauschal und ohne Unterscheidung der einzelnen
Angeklagten. Sie führt aus, die in der Anklageschrift geschilderten
Geschehensabläufe, die Identität der Käufer, Verkäufer, der weiteren
involvierten Personen, die Waren- und Geldflüsse, die Waren- und Geldumsätze,
die Finanzierungs- und Zahlungsmodalitäten sowie die Rollen der Beteiligten
seien in den Grundzügen nicht bestritten und durch eine nicht näher bezeichnete
"Vielzahl von Beweismitteln" erstellt (vgl. angefochtenes Urteil S. 45 Ziff.
2.1.1), ohne dass sie dies mit nachprüfbaren Aktenstellen und Beweismitteln
belegt. Es fehlen Aussagen, was der Beschwerdeführer 1 wo wann mit wem und wie
gemacht haben soll. Die Vorinstanz setzt sich weder mit dem in der Anklage
genannten Sachverhalt und den dortigen detaillierten Hinweisen auf einzelne
Aktivitäten des Beschwerdeführers 1 (z.B. zu dessen Handelspartnern, deren
Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen, den zahlreichen Offshorefirmen,
Decknamen, den unüblichen Geldanlagen und Finanztransaktionen bei
Geldwechselstuben, den Freistellungsaufträgen und dem anschliessenden Verlad
von Zigaretten auf Boote; vgl. z.B. zu den Details in der Anklageschrift E.
3.4.1), noch mit den in der Anklage genannten Indizien und Aktenstellen, den
Zeugenaussagen und deren Glaubhaftigkeit auseinander. Sie prüft auch, von
wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. zu prozessualen Anträgen, angefochtenes
Urteil S. 29 bis 44), keine allfälligen von der Verteidigung erhobenen
Einwendungen (z.B. gegen die zahlreichen Beweismittel). Eine umfassende,
nachvollziehbare Beweiswürdigung bleibt aus. Soweit sich die Vorinstanz mit den
Handlungen des Beschwerdeführers 1 auseinandersetzt (vgl. z.B. angefochtenes
Urteil S. 49), macht sie dies lediglich in summarischer Weise. Teilweise
beschränkt sie sich auf eine auszugsweise Wiederholung des angeklagten
Sachverhalts (so etwa auf S. 54 ff. und S. 64 ff. des angefochtenen Urteils),
teilweise finden sich Elemente des objektiven Tatbestandes unter dem
subjektiven Tatbestand (vgl. S. 87 ff.: z.B. S. 88 zu Unterschriften auf
Beweismitteln mit "Sig. Paolo" oder "Paolo"; S. 90 telefonische Kontakte mit
D3.________). Das vorinstanzliche Urteil erlaubt es mangels eines für jeden
Angeklagten erstellten Sachverhalts nicht, die korrekte Anwendung von
Bundesrecht (z.B. Art. 260ter StGB, Art. 305bis StGB und Art. 70 ff. StGB) zu
überprüfen. Die Vorinstanz verletzt die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör
fliessende Begründungspflicht nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 2 BV und
Art. 169 aBStP, wonach sie (nur) den angeklagten Sachverhalt zu beurteilen hat.
Die gestützt auf den ungenügenden Sachverhalt erfolgte Beweiswürdigung ist
unvollständig, einseitig und willkürlich nach Art. 9 BV. Das angefochtene
Urteil ist aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
6.2
6.2.1 Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, die Vorinstanz gehe ohne
ersichtlichen Grund und ohne Nennung von Beweismitteln davon aus, dass alle von
1996 bis 2000 nach Montenegro transportierten Zigaretten nach Italien
geschmuggelt worden seien, worauf die kriminellen Organisationen ihre Umsätze
erhoben hätten. Daraus errechne sie einen Deliktsbetrag von 40 Mrd.
italienische Lire. Dies sei willkürlich (Beschwerde S. 46).
Es ist nicht ersichtlich, weshalb der insgesamt von den kriminellen
Organisationen erzielte Gewinn für die Strafbarkeit bzw. die Strafzumessung des
Beschwerdeführers 1 entscheidend sein sollte. Denn dieser kann ihm nur insoweit
angelastet werden, als er durch seine strafbaren Handlungen dazu beigetragen
hat. Der Beschwerdeführer 1 legt nicht hinreichend dar, weshalb der von ihm
gerügte Sachverhalt für den Ausgang des Verfahrens entscheidend wäre (vgl. Art
97 Abs. 1 BGG). Auf seine Rüge ist nicht einzutreten.
6.2.2 Die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers 1 zur angeblich
willkürlichen Feststellung des für den objektiven und subjektiven Tatbestand
relevanten Sachverhalts können aufgrund der Gutheissung der Beschwerde offen
bleiben (vgl. S. 46 bis 61 der Beschwerde).

7.
7.1 Der Beschwerdeführer 1 rügt, die Vorinstanz habe Erkenntnisse aus
italienischen Telefonabhörungen unter Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör verwertet. Entgegen seiner Verfahrensanträge vom 19. Januar
und 20. Mai 2009 habe sie den Beizug der Akten verweigert, so dass er die
Zulässigkeit der Verwertung dieser Beweismittel nicht überprüfen könne
(Beschwerde S. 49/51).

7.2 Die Vorinstanz erwägt, aus den rechtshilfeweise beigezogenen Akten könne
entnommen werden, dass die zuständigen italienischen Gerichte die
Telefonkontrollen als rechtmässig erachtet hätten. Diese seien somit verwertbar
(vgl. angefochtenes Urteil S. 90 mit Hinweis auf RH Neapel 07 pag. 2492 sowie
pag. 2378 ff.).

7.3 Der Beschwerdeführer 1 substanziiert nicht näher, welche im angefochtenen
Urteil verwerteten Aussagen aus Telefonkontrollen nicht in den Akten
dokumentiert wären. Auf seine Rüge ist nicht einzutreten (vgl. Art. 106 Abs. 2
BGG; BGE 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f. mit Hinweisen).

8.
Die Rügen des Beschwerdeführers 1 zur Verletzung von Art. 260ter StGB (Frage
des unmittelbaren Förderns der kriminellen Tätigkeit und des subjektiven
Tatbestandes: Beschwerde S. 61 f.), zur Strafzumessung, Entschädigung für die
Untersuchungshaft bzw. persönlichen Auslagen, Genugtuung, Freigabe der Kaution
sowie zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten (Beschwerde S. 63 bis 73)
brauchen nicht beurteilt zu werden, da die Beschwerde gutzuheissen und die
Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Im Übrigen
wurde auch die Beschwerde der Bundesanwaltschaft im parallelen Verfahren 6B_609
/2009 am 22. Februar 2011 gutgeheissen.

9.
9.1
9.1.1 Der Beschwerdeführer 2 rügt, die Vorinstanz habe das von ihm geltend
gemachte Honorar von Fr. 415'396.25 in Bezug auf den entschädigten Zeitaufwand
und den Stundenansatz unter Verletzung des Willkürverbotes nach Art. 9 BV, des
Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV sowie von Art. 1 Abs. 1,
Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 des seit dem 1. Januar 2011 aufgehobenen Reglements
vom 26. September 2006 über die Entschädigung in Verfahren vor dem
Bundesstrafgericht; AS 2006 4467) gekürzt. Er habe eine Zeiterfassung vom 1.
September 2004 bis zum 8. Juli 2009 eingereicht und 1'243 Stunden zu Fr. 300.--
geltend gemacht. Die Vorinstanz habe ihm vor der Kürzung des Honorars keine
Möglichkeit eingeräumt, sich zur beabsichtigten Kürzung zu äussern. Zudem habe
sie die Honorarnote pauschal gekürzt, ohne dies zu begründen. Die
Besprechungen, Telefonate und Korrespondenz mit dem vom Beschwerdeführer 1
privat mandatierten Verteidiger, Rechtsanwalt RAj.________, seien erforderlich
gewesen. Dieser habe ihn als amtlichen Verteidiger massgeblich entlastet und
Korrespondenz an den Beschwerdeführer 1 weitergeleitet. Zudem habe Rechtsanwalt
RAj.________ mit dem Beschwerdeführer 1 die Anklageschrift besprochen und an
der Verhandlung mitgewirkt, was zu einem Aufwand von 58 Stunden geführt habe.
Ohne den privaten Verteidiger wäre der zeitliche Aufwand nicht geringer
ausgefallen. Auch im Vergleich zu den anderen Angeklagten könne der Zeitaufwand
nicht als überhöht bezeichnet werden. So hätten die Mitangeklagten V.________,
T.________, X.________ und U.________ für ihre Verteidigung einen höheren
zeitlichen Aufwand geltend gemacht. Der ihm (dem Beschwerdeführer 2)
entschädigte Aufwand von 900 Stunden für die während 59.5 Monaten dauernde
Tätigkeit erweise sich im Vergleich zum Aufwand, welcher etwa dem
Mitangeklagten U.________ zugestan-den worden sei (1'050 Stunden während einer
amtlichen Verteidigungstätigkeit von 25.5. Monaten), als willkürlich tief.
9.1.2 Die Vorinstanz erwägt, der Straffall habe in mehreren Punkten Probleme in
tatsächlicher Hinsicht gestellt. Die Anklageschrift umfasse 233 Seiten, die
Einvernahmen, Akten und Verhandlungen hätten erhöhte Sprachkompetenzen
erfordert. In rechtlicher Hinsicht seien die Schwierigkeiten auf ein
Rechtsgebiet begrenzt gewesen, in welchem noch keine umfassende und eindeutige
Rechtsprechung bestehe. Es seien jedoch nur ein Sachverhalt und zwei
Anklagevorwürfe zu beurteilen gewesen. Der immense Aktenumfang schlage sich
weniger im Stundenansatz als in der Anzahl Stunden nieder und sei bei der
Festlegung des Stundenansatzes nur am Rande zu beachten. Der Stundenansatz sei
unter Berücksichtigung dieser Punkte auf Fr. 260.-- festzusetzen.
Der Beschwerdeführer 2 sei am 1. September 2004 zum amtlichen Verteidiger des
Beschwerdeführers 1 ernannt worden. Er mache einen Zeitaufwand von 1'243
Stunden zu Fr. 300.-- geltend, was überhöht sei. Er habe in viereinhalb Jahren
252 Korrespondenzen, 25 Besprechungen und 140 Telefonate mit Rechtsanwalt
RAj.________, dem privat mandatierten Verteidiger des Beschwerdeführers 1,
verrechnet. Wann genau die Kontakte stattgefunden hätten, könne der Kostennote
nicht entnommen werden. Hinsichtlich der geltend gemachten 58 Stunden für den
Beizug von RAj.________ als zweiten, internen Verteidiger fehle es an der
Nachvollziehbarkeit des geltend gemachten Arbeitsaufwandes. Insgesamt sei der
Aufwand auf 900 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 260.-- zu kürzen. Für
die zu einem überhöhten Stundenansatz berechnete Reisezeit werde ein
Pauschalabzug von Fr. 2'000.-- vorgenommen. Insgesamt ergebe sich zusammen mit
den geltend gemachten Auslagen von Fr. 13'156.-- eine Entschädigung von Fr.
265'000.-- (inkl. MWST).
9.1.3 Nach Art. 38 Abs. 1 aBStP setzt das Bundesstrafgericht die Entschädigung
des amtlichen Verteidigers fest. Diese umfasst das Honorar für den notwendigen
und ausgewiesenen Zeitaufwand von 200 bis 300 Franken pro Stunde und die
notwendigen Auslagen (Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 des Reglements vom 26. September
2006 über die Entschädigung in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; a.a.O.).
Für Reisen werden die Kosten eines Bahnbilletts erster Klasse vergütet (Art. 4
Abs. 2 lit. a des Reglements). Anstelle der Bahnkosten kann ausnahmsweise,
insbesondere bei erheblicher Zeitersparnis, für die Benutzung eines privaten
Motorfahrzeugs eine Entschädigung ausgerichtet werden (Art. 4 Abs. 3 des
Reglements).
Auch wenn die Entschädigung des Beschwerdeführers 2 vom Bundesrecht geregelt
wird, überprüft das Bundesgericht deren Bemessung nur mit Zurückhaltung. Als
erstinstanzliches Sachgericht ist das Bundesstrafgericht am besten in der Lage,
die Angemessenheit der anwaltlichen Bemühungen zu beurteilen, weshalb ihm ein
erheblicher Ermessensspielraum zusteht (vgl. 133 IV 187 E. 6.1 S. 196 mit
Hinweis). In Fällen, in denen es den vom Anwalt in Rechnung gestellten
Arbeitsaufwand als übersetzt bezeichnet und entsprechend kürzt, schreitet das
Bundesgericht nur ein, wenn es Bemühungen nicht honoriert hat, die zu den
Obliegenheiten eines amtlichen Verteidigers gehören und die Entschädigung nicht
in einem vernünftigen Verhältnis zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht
(vgl. Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 mit Hinweis auf BGE 122 I 1 E. 3a S.
2 f. zur Entschädigung des amtlichen Verteidigers im kantonalen Verfahren). Bei
der Beurteilung der konkreten Honorarfestsetzung ist auf die Umstände des
Einzelfalles abzustellen. Obwohl die Entschädigung des amtlichen Anwalts
gesamthaft gesehen angemessen sein muss, darf sie tiefer angesetzt werden als
bei einem privaten Rechtsanwalt (BGE 132 I 201 E. 7.3.4 S. 209 mit Hinweisen).
Sie ist allerdings so zu bemessen, dass es den Rechtsanwälten möglich ist,
einen bescheidenen - nicht bloss symbolischen - Verdienst zu erzielen (a.a.O.
E. 8.5 S. 216 f.).
Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet das Bundesstrafgericht, seinen Entscheid
wenigstens summarisch zu begründen. Hat der amtliche Verteidiger eine
detaillierte Kostennote eingereicht, so ergibt sich aus dem Grundsatz des
rechtlichen Gehörs, dass das Bundesstrafgericht, wenn es diese nicht unbesehen
übernimmt, wenigstens kurz in nachvollziehbarer Weise zu begründen hat, weshalb
es welche der in Rechnung gestellten Aufwandspositionen für übersetzt hält
(Urteil 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009 E. 2.3 mit Hinweisen).
9.1.4 Die Vorinstanz geht auf die Kostennote des Beschwerdeführers 2 nur
ungenügend ein. Insbesondere ergibt sich aus dem vorinstanzlichen Urteil nicht
ausreichend, weshalb sie die Anzahl der verrechenbaren Stunden auf 900
herabsetzt. Konnte sie den geltend gemachten Aufwand nicht im Detail
nachvollziehen, hatte sie dem Beschwerdeführer 2 Gelegenheit zu geben,
allfällige Unklarheiten zu beseitigen. Dies gilt, selbst wenn sie ihn vorher
aufgefordert hatte, eine detaillierte Kostennote einzureichen. Denn immerhin
waren die einzelnen Leistungen aufgelistet. Der Mangel, dass diese nicht
beschrieben waren, hätte sich beheben lassen. Die Vorinstanz wäre damit in der
Lage gewesen, die Kürzungen hinreichend darzutun. Ohne diese Begründung lässt
sich die Herabsetzung des Honorars nicht überprüfen. Die Beschwerde des
Beschwerdeführers 2 ist in diesem Punkt wegen Verletzung der Begründungspflicht
gutzuheissen.
Im Übrigen ist der Zeitaufwand für jedes Mandat anders (z.B. aufgrund von
Anreiserouten, Initiative/Fragen des Klienten, Geständigkeit, etc.), selbst bei
mehreren mitangeklagten Personen. Unterschiede bestehen auch zwischen dem
Verteidigungsaufwand für den Beschwerdeführer 1 und den Mitangeklagten
U.________. Dieser war durch mehrere Rechtsanwälte verteidigt, was eine
entsprechende Einarbeitungszeit der Rechtsvertreter in den Fall und damit einen
höheren zeitlichen Gesamtaufwand bedingte. Nicht aussagekräftig ist das vom
Beschwerdeführer 2 vorgebrachte Verhältnis zwischen zeitlichem Aufwand und
Mandatsdauer, da auch eine kurzzeitige Vertretung - je nach Umfang und
Komplexität der Sache - einen grossen Zeitaufwand erfordern kann.
9.2
9.2.1 Der Beschwerdeführer 2 beanstandet die Höhe des von der Vorinstanz
zugesprochenen Stundenansatzes von Fr. 260.--. Es handle sich um einen
mittleren Honoraransatz. Das Verfahren sei aber keinesfalls durchschnittlich,
sondern ausserordentlich umfangreich und anspruchsvoll gewesen. Der Sachverhalt
sei komplex, und es hätten sich schwierige Rechtsfragen gestellt, bei denen er
auch ausländisches Recht habe berücksichtigten und über Sprachkenntnisse
verfügen müssen. Zudem seien Vermögenswerte in der Höhe von mehreren Millionen
Franken beschlagnahmt worden. Der Stundenansatz von Fr. 300.-- dürfe nicht
unterschritten werden.
9.2.2 Nach Art. 3 des Reglements über die Entschädigung in Verfahren vor dem
Bundesstrafgericht beträgt der Stundenansatz zwischen Fr. 200.-- und Fr.
300.--. Wie der Beschwerdeführer 2 zutreffend ausführt, ist zahlreiches
Aktenmaterial vorhanden, es sind mehrere Angeklagte beteiligt und der Fall ist
nicht einfach zu beurteilen. Die Komplexität des Falls schlägt sich aber in
erster Linie nicht in der Höhe des Stundenansatzes, sondern im zu
entschädigenden zeitlichen Aufwand nieder. Je schwieriger ein Fall ist, desto
mehr Stunden sind dem amtlichen Verteidiger zur Erarbeitung einer sachgemässen
Verteidigungsstrategie (z.B. Aktenstudium, Besprechungen mit dem Klienten,
Rechtsabklärungen) zuzugestehen. Hingegen ist bei der Bemessung des
Stundenansatzes zu berücksichtigen, dass die im Verfahren verwendeten
verschiedenen Fremdsprachen die Verteidigung zusätzlich erschwerten. Die
Vorinstanz hat mit Fr. 260.-- einen über dem Durchschnitt liegenden
Stundenansatz gewählt. Auch die Gerichtsgebühr von Fr. 150'000.-- hat sie in
vergleichbarem Rahmen festgesetzt. Die ordentliche Gerichtsgebühr beträgt bei
Dreierbesetzung zwischen Fr. 3'000.-- und Fr. 60'000.-- (Art. 2 Abs. 1 lit. b
des seit dem 1. Januar 2011 aufgehobenen Reglements über die Gerichtsgebühren
vor dem Bundesstrafgericht vom 11. Februar 2004; AS 2004 1585). Sie kann, wenn
besondere Gründe es rechtfertigen, insbesondere bei umfangreichen Verfahren und
mehreren Angeklagten, bis auf Fr. 200'000.-- erhöht werden (vgl. Art. 4 lit. b
des Reglements). Zu beachten ist, dass die von der Vorinstanz festgesetzte
Gerichtsgebühr, im Gegensatz zum Stundentarif für die anwaltlichen Leistungen,
auch den grossen Zeitaufwand abdeckt. Im vorliegenden Fall liegt die Höhe des
Stundenansatzes von Fr. 260.-- für die Leistungen des amtlichen Verteidigers
gerade noch innerhalb des vorinstanzlichen Ermessens.

10.
10.1
10.1.1 Die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 ist teilweise gutzuheissen,
soweit darauf einzutreten ist. Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist
gutzuheissen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Es sind keine Kosten zu erheben, und dem
Vertreter des Beschwerdeführers 1 ist eine volle Entschädigung aus der
Bundesgerichtskasse zuzusprechen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Im Verfahren vor
Bundesgericht werden Pauschalentschädigungen zugesprochen. Der Antrag des
Beschwerdeführers 2 auf eine Entschädigung bzw. eine Akontozahlung von Fr.
40'000.-- für seine anwaltlichen Bemühungen erweist sich als übersetzt.
10.1.2 Der Beschwerdeführer 1 stellt ein Gesuch um Freigabe von Fr. 40'000.--
der beschlagnahmten Vermögenswerte zur Deckung der Verfahrens- und
Anwaltskosten vor Bundesgericht. Da die Beschwerde der Bundesanwaltschaft
(Verfahren 6B_609/2009) und die vorliegende Beschwerde gutzuheissen sind, muss
das Verfahren von der Vorinstanz neu beurteilt werden. Deshalb ist offen, ob
die Vermögenswerte nach Art. 69 bis Art. 72 StGB einzuziehen sind. Solange
ungewiss ist, ob es sich bei den beschlagnahmten Vermögenswerten z.B. um
Deliktsgut, Surrogate oder Vermögenswerte einer kriminellen Organisation
handelt, dürfen diese nicht für private Zwecke des Beschwerdeführers 1, wie
z.B. Anwalts- und Gerichtskosten, herangezogen werden. Das Gesuch ist deshalb
abzuweisen.

10.2 Die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 ist teilweise gutzuheissen. Dieser
hat die auf seine Beschwerde entfallenden reduzierten Gerichtskosten selbst zu
tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er ist für seine Aufwendungen von der
Schweizerischen Eidgenossenschaft angemessen zu entschädigen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
1.1 Die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 wird teilweise gutgeheissen, soweit
darauf einzutreten ist. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

1.2 Die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 wird teilweise gutgeheissen. Im
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

1.3 Das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 8. Juli 2009 wird aufgehoben und die
Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.
Das Gesuch des Beschwerdeführers 1 um unentgeltliche Rechtspflege wird
gutgeheissen.

3.
3.1 Für die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 werden keine Gerichtskosten
erhoben.
3.2
Dem Beschwerdeführer 2 werden Gerichtskosten von Fr. 500.-- auferlegt.

4.
4.1 Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 1, Fürsprecher RAh.________,
Bern, wird aus der Bundesgerichtskasse eine Entschädigung von Fr. 3'000.--
ausgerichtet.

4.2 Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat den Beschwerdeführer 2 für das
bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bundesstrafgericht, Strafkammer,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Februar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Koch