Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.258/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_258/2010

Urteil vom 27. April 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Peter Hübner,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus,
5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintretensverfügung (Amtsmissbrauch usw.),

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau,
Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 16. Februar 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Mit Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG kann grundsätzlich jede
Rechtsverletzung geltend gemacht werden, die bei der Anwendung von materiellem
Strafrecht oder Strafprozessrecht begangen wird (BGE 134 I 36 E. 1.4.3). Dies
gilt auch für die Verletzung von Verfassungsrecht (Art. 95 BGG). Die subsidiäre
Verfassungsbeschwerde ist somit ausgeschlossen (Art. 113 BGG). Soweit der
Beschwerdeführer dieses Rechtsmittel erheben will, ist die Eingabe als
Beschwerde in Strafsachen entgegenzunehmen.

2.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons
Aargau auf eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs und Begünstigung nicht
eingetreten ist und die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid eine dagegen
gerichtete Beschwerde abgewiesen hat. In Bezug auf die Legitimation verweist
der Beschwerdeführer zu Unrecht auf Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4, 5 und 6 BGG.
Die Staatsanwaltschaft war am kantonalen Verfahren beteiligt, weshalb der
Beschwerdeführer nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b
Ziff. 4 BGG ist. Er wurde durch die angezeigten Straftaten in seiner
körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar
beeinträchtigt, weshalb er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b
Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Und schliesslich geht es
ihm nicht um das Strafantragsrecht im Sinne von Art. 30 ff. StGB als solches
(Art. 81 Abs. 1 lit. Ziff. 6 BGG). Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist
er zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 133 IV
228).

Der Geschädigte kann nur die Verletzung von Rechten rügen, die ihm als am
Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar
aufgrund der BV oder der EMRK zustehen (BGE 6B_540/2009 vom 22. Oktober 2009).
Zulässig sind Rügen, die formeller Natur sind und von der Prüfung der Sache
selber getrennt werden können. Denn auf eine solche Prüfung in der Sache haben
nicht Legitimierte keinen Anspruch. Sie können sich nicht zum Beispiel auf dem
Umweg über die Behauptung einer Verletzung des rechtlichen Gehörs die
Beschwerdelegitimation in der Sache selber verschaffen (BGE 120 Ia 101 E. 3B;
119 Ib 205 E. 3).

Der Begründung der recht weitschweifigen Beschwerde (vgl. S. 4 - 26) ist zu
entnehmen, dass alle Vorbringen eine Prüfung der Sache selber erfordern würden.
Auf die Rügen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 27 Ziff. 31) ist somit
im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. April 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn