Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.30/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_30/2010

Urteil vom 1. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Mathys,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiberin Unseld.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt Marc Engler,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, 6300 Zug,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Veruntreuung (Beweiswürdigung); Prozessentschädigung

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Strafrechtliche
Abteilung, vom 17. November 2009.

Sachverhalt:

A.
A.a Die Staatsanwaltschaft Zug ermittelte gegen mehrere Personen, darunter
X.________, im Zusammenhang mit Vermögens- und Urkundendelikten zum Nachteil
des A._______Verbands und weiterer Geschädigter.
A.b Das Strafgericht des Kantons Zug sprach X.________ am 26. Juni 2008 wegen
Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zum Nachteil der B.________SA
schuldig und verurteilte ihn, als Zusatzstrafe zum Urteil des
Einzelrichteramtes des Kantons Zug vom 29. September 2004, zu einer bedingten
Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu Fr. 350.--. Vom Vorwurf der mehrfachen
Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), ev. des mehrfachen Betrugs (Art.
146 Abs. 1 StGB) zum Nachteil des A._______Verbands, des Betrugs zum Nachteil
der W.________Inc., der mehrfachen Gläubigerschädigung durch
Vermögensverminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB), des betrügerischen Konkurses
(Art. 163 Ziff. 1 StGB), der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1
StGB) und der mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung (Art. 253 StGB)
sprach es ihn frei. Es auferlegte X.________ Untersuchungskosten von Fr.
39'561.80 sowie Gerichtskosten im Umfang von Fr. 5'995.05 (19,6 %) und sprach
ihm eine Prozessentschädigung von gesamthaft Fr. 128'000.-- zu, welche es mit
den auferlegten Untersuchungs- und Gerichtskosten verrechnete.
A.c Gegen dieses Urteil reichte X.________ Berufung und die Staatsanwaltschaft
Anschlussberufung ein. Das Obergericht des Kantons Zug bestätigte am 17.
November 2009 das erstinstanzliche Urteil im Schuld- und Strafpunkt. Es
auferlegte X.________ Untersuchungskosten von Fr. 19'780.90, die
erstinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 5'995.05 sowie die Hälfte der Kosten
des Berufungsverfahrens, d.h. Fr. 3'553.--. Es entschädigte diesen für das
Untersuchungs- und vorinstanzliche Verfahren mit Fr. 162'804.40 (inkl. MWSt.)
und für das Berufungsverfahren mit Fr. 12'083.10 (inkl. MWSt.), wobei es die
Entschädigungen mit den auferlegten Kosten verrechnete.

B.
X.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das Urteil des Obergerichts
vom 17. November 2009 aufzuheben, ihn vom Vorwurf der Veruntreuung
freizusprechen, die Untersuchungskosten sowie die erst- und zweitinstanzlichen
Gerichtskosten vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen und ihm eine
Prozesskostenentschädigung von Fr. 592'162.50 sowie eine Entschädigung für die
verbüsste Untersuchungshaft von acht Tagen auszurichten. Eventualiter sei die
Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

C.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.
Erwägungen:

1.
Der Verurteilung wegen Veruntreuung liegt folgende Sachverhaltsfeststellung
zugrunde:
Um sog. Rechteerwerbskosten (Parallelzahlungen im Zusammenhang mit dem Kauf und
Verkauf von Rechten) bezahlen zu können, wurden Geldmittel von der C.________AG
/D.________ AG auf die E.________Stiftung bzw. die B.________SA ausgelagert.
Auf diese Weise wurden ab dem Konto der B.________SA in der Zeit vom 3. Juni
1999 bis zum 15. Januar 2001 Beträge von insgesamt rund Fr. 18 Mio. an
natürliche und juristische Personen, welche den Rechtserwerb der
D.________Gruppe begünstigt hatten, überwiesen. Mit Valuta vom 28. November
2000 liess der Beschwerdeführer zusammen mit dem Beschuldigten F.________ Fr.
90'000.-- vom Konto der B.________SA auf sein Privatkonto bei der
G.________Bank überweisen. Die Vorinstanz hält für erwiesen, dass der
Beschwerdeführer die Fr. 90'000.-- durch die Überweisung auf sein Privatkonto
zweckwidrig für sich abzweigen wollte.

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes
(Beschwerde Rz. 16 ff., 96 und 161 ff.). Da weder das Strafgericht noch das
Obergericht auf die Rüge eingegangen seien, sei auch sein Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt worden (Beschwerde Rz. 25).

2.2 Aus dem in Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK verankerten
Anklagegrundsatz ergibt sich ein Anspruch, in der Anklage sowohl über den
zugrunde gelegten Sachverhalt als auch über die rechtliche Würdigung informiert
zu werden. Die Anklageschrift hat die Person des Angeklagten und die ihm zur
Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die
Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind (BGE
126 I 19 E. 2a; 120 IV 348 E. 2b).

2.3 Die Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes ist unbegründet. In der
Anklageschrift wird zum Vorwurf der Veruntreuung zum Nachteil der B.________SA
zusammengefasst ausgeführt, dem Beschwerdeführer seien die Gelder (bzw.
Forderungen) auf dem Konto der B.________SA anvertraut gewesen. Er habe diese
allein für enger umschriebene Zwecke einsetzen dürfen. Durch die Überweisung
auf sein Privatkonto habe er die Fr. 90'000.-- dem Zugriff der Berechtigten
entzogen. Anhaltspunkte, dass dieses Geld anschliessend zweckmässig verwendet
worden sei, bestünden keine. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass ihm die
auf dem Konto der B.________SA liegenden Gelder bloss anvertraut waren und nur
für bestimmte Zwecke eingesetzt werden durften. Dennoch habe er sich den Betrag
für eigene Zwecke und zum Schaden der B.________SA auf sein Konto überweisen
lassen. Er sei offensichtlich nicht gewillt gewesen, die zweckwidrig
verwendeten Beträge an den Treugeber zurückzuführen (Anklageschrift S. 180 f.).
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde wird demnach nicht nur der Vorwurf
der Überweisung der Fr. 90'000.--, sondern auch die fehlende zweckgebundene
Verwendung und die Absicht des Beschwerdeführers, diesen Betrag zweckwidrig zu
entwenden, ausreichend präzise umschrieben.

2.4 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung
des rechtlichen Gehörs in einem Rechtsmittelverfahren vor einer oberen Instanz
geheilt werden, wenn dieser die gleiche bzw. eine nicht engere
Überprüfungsbefugnis wie der unteren Instanz zusteht (BGE 127 V 431 E. 3d/aa;
126 I 68 E. 2; 124 II 132 E. 2d; je mit Hinweisen). Ob die Rüge der Verletzung
des Anklageprinzips im vorinstanzlichen Verfahren rechtsgenüglich vorgebracht
wurde, kann dahingestellt bleiben. Das Bundesgericht prüft die Anwendung von
Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK mit voller Kognition (Art. 95
lit. a und b BGG). Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs in diesem
Punkt kann im bundesgerichtlichen Verfahren daher als geheilt gelten. Eine
Verletzung von § 37 der Strafprozessordnung des Kantons Zug (StPO/ZG), welcher
die Anforderungen an die Anklageschrift konkretisiert, rügt der
Beschwerdeführer nicht.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung
geltend. Der Geldfluss vom Konto der B.________SA zu den Endempfängern sei aus
Gründen der Vertraulichkeit regelmässig über mehrere Stationen (Gesellschaften
und Personen) erfolgt, wobei bis zum Eingang der Zahlung beim Endbegünstigten
mehrere Monate hätten verstreichen können. Die erste Überweisung vom Konto der
B.________SA weg habe meist keine Hinweise auf den Empfänger geliefert.
Vorgaben, auf welchem Weg die Zahlung an den Endempfänger gelangen sollte, habe
es nicht gegeben. Der Umstand, dass eine Überweisung auf sein Privatkonto
erfolgt sei, lasse daher nicht den Schluss zu, er habe diesen Betrag für sich
abzweigen wollen (Beschwerde Rz. 60 ff.). Auch am 15. Dezember 1999 seien Fr.
100'000.-- auf sein Konto überwiesen worden. Dieses Geld sei anschliessend
rechtmässig und zweckentsprechend weitergeleitet worden. Im selben Vorgang
könne daher im Falle der Fr. 90'000.-- keine Zweckentfremdung gesehen werden
(Beschwerde Rz. 66 f., 78 f., 92 ff.). Seine Aussage, er könne sich nicht mehr
erinnern, weshalb die Zahlung von Fr. 90'000.-- über sein Konto gelaufen sei,
er glaube aus Dringlichkeitsgründen, sei zu Unrecht als nicht glaubhaft abgetan
worden (Beschwerde Rz. 114 ff.).

3.2 Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie
willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne
von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 IV 36 E. 1.4.1).
Die Rüge der Willkür muss in der Beschwerdeschrift anhand des angefochtenen
Entscheids präzise vorgebracht und begründet werden, ansonsten darauf nicht
eingetreten wird (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 134 II 244 E. 2.2).
Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid
offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar
erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Annahme von Willkür nicht
(BGE 134 I 140 E. 5.4 mit Hinweisen).

3.3 Die Vorinstanz erwägt im angefochtenen Entscheid, durch die Überweisung der
Fr. 90'000.-- auf sein Privatkonto habe der Beschwerdeführer zum Ausdruck
gebracht, dass er diesen Betrag nicht zweckentsprechend verwenden, sondern für
sich abzweigen wolle. In den Akten befänden sich keinerlei Belege oder sonstige
Hinweise, wonach die vom Konto der B.________SA auf das Konto des
Beschwerdeführers transferierten Fr. 90'000.-- anschliessend für sog.
Rechteerwerbskosten der D.________-Gruppe an eine Drittperson oder Gesellschaft
weitergeleitet worden wären. Ebensowenig seien Hinweise auszumachen, dass es
sich hierbei um einen Ausgleich für eine oder mehrere zuvor aus eigenen Mitteln
vorfinanzierte Zahlungen für solche Rechteerwerbskosten gehandelt habe. Aus der
früheren Überweisung von Fr. 100'000.-- auf sein Konto könne der
Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da für jene Überweisung
eine zeitnahe und nachvollziehbare Weiterleitung der Geldmittel erkennbar sei
(angefochtener Entscheid E. 2.3.4). Die Vorinstanz verweist sodann auf die
Ausführungen des Strafgerichts, wonach die Begründung des Beschwerdeführers,
die Zahlung von Fr. 90'000.-- sei möglicherweise aus Dringlichkeitsgründen über
sein Konto gelaufen, als unglaubhaft und völlig unplausibel einzustufen sei.
Diesbezüglich wird argumentiert, der Beschwerdeführer wolle sonst alle
Begünstigten und Rechteerwerbskosten über Jahre hinweg gekannt und exakt
abgewickelt haben. Dass er sich genau im Spezialfall, in welchem das Geld über
sein Konto gelaufen sei, nicht mehr an die Hintergründe erinnern könne, sei
nicht glaubhaft. Ausserdem sei keine Situation denkbar, welche die Zahlung
derart dringlich erscheinen lassen könnte, dass sie entgegen jeglicher
Gepflogenheiten den Weg über das Privatkonto des "Geldkuriers" nehmen müsste
(Entscheid des Strafgerichts S. 134).

3.4 Diese Argumentation ist nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz durfte mangels
Anhaltspunkten für eine Weiterüberweisung willkürfrei zum Schluss kommen, die
Erklärung des Beschwerdeführers, er sei nicht Endbegünstigter der Fr. 90'000.--
gewesen, sei eine blosse Schutzbehauptung. Die Einwände des Beschwerdeführers
lassen die vorinstanzlichen Ausführungen nicht willkürlich erscheinen.

3.5 Auch die übrigen Vorbringen sind nicht geeignet, Willkür darzutun. Der
Beschwerdeführer verkennt, dass die Sachverhaltsfeststellung auch im Ergebnis
willkürlich sein muss. Es genügt nicht, wenn er in der Beschwerde darlegt,
weshalb einzelne Beweiselemente anders zu würdigen gewesen wären. Nicht
einzutreten ist daher auf die Ausführungen zu seiner finanziellen Lage und zu
den Geldflüssen auf seinen Konten (Beschwerde Rz. 68 ff. und 107 ff.). Die
Vorinstanz erwägt, der Minussaldo auf dem Gutschriftenkonto des
Beschwerdeführers zum Zeitpunkt der Überweisung lasse eher den Schluss zu, dass
es sich bei den Fr. 90'000.-- um einen willkommenen Geldeingang ohne jegliches
Ausgabenäquivalent gehandelt habe. Der Minussaldo spricht gemäss der Vorinstanz
mithin eher gegen eine zweckgebundene Weiterleitung dieses Betrages bzw. gegen
eine Rückzahlung für einen entsprechenden Vorschuss. Dass sich der
Beschwerdeführer damals in finanziellen Schwierigkeiten befand, wird von der
Vorinstanz nicht behauptet.
An der Sache vorbei geht die Argumentation, die Kontounterlagen seien zu
Unrecht nur für die Zeit vom 31. Mai 1999 bis Ende 2000 auf Anzeichen für eine
zweckgebundene Verwendung untersucht worden. Die Vorinstanz lasse ausser Acht,
dass eine Weiterleitung auch nach Ende 2000 oder gar nach der Eröffnung des
Konkurses über die D.________AG am 21. Mai 2001 zulässig gewesen wäre
(Beschwerde Rz. 100 ff.). Dass eine solche nach dem von der Vorinstanz
untersuchten Zeitraum tatsächlich stattfand, legt der Beschwerdeführer nicht
dar. Der Einwand, welcher ausschliesslich den Gang der Untersuchung betrifft,
ist unbehelflich.
Wie der Beschwerdeführer selber ausführt, liess die Vorinstanz offen, ob
weitere Beträge über insgesamt Fr. 5'873'224.--, welche dieser über die
H._________Anstalt bar in Empfang genommen haben soll, zweckentsprechend
verwendet wurden. Fehl geht somit die Rüge, die Vorinstanz habe diesen Vorwurf
in Verletzung der Unschuldsvermutung im Rahmen der Urteilsbegründung als
Beweiselement beigezogen (Beschwerde Rz. 118 ff.).
Nichts am vorinstanzlichen Beweisergebnis zu ändern vermögen schliesslich die
Einwände, die Vorinstanz habe fälschlicherweise angenommen, das Geld auf dem
Konto der B.________SA hätte nur für fällige Rechteerwerbskosten verwendet
werden dürfen und seine Beweisanträge zu dieser Frage seien zu Unrecht
abgewiesen worden (Beschwerde Rz. 81 ff.). Der Beschwerdeführer behauptet
nicht, diese Gelder seien auch für ihn bestimmt gewesen. Die Vorinstanz durfte
daher in antizipierter Beweiswürdigung zum Schluss kommen, dass weitere
Abklärungen zum Verwendungszweck am Beweisergebnis nichts zu ändern vermöchten
(vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3). Der Beschwerdeführer zeigt nicht
auf, welche rechtzeitig und formgültig angebotenen Beweisanträge in Verletzung
seiner Verfahrensrechte nicht abgenommen wurden. Die Beschwerde genügt in
diesem Punkt den Begründungsanforderungen nicht.

4.
Der Beschwerdeführer sieht die Unschuldsvermutung als Beweislastregel und das
Aussageverweigerungsrecht verletzt (Beschwerde Rz. 127 ff.).

4.1 Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz in dubio pro reo, dass es Sache
der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen. Der Grundsatz
ist verletzt, wenn der Strafrichter einen Angeklagten (einzig) mit der
Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen bzw. er habe
bestimmte Entlastungsbeweise nicht beigebracht (BGE 127 I 38 E. 2a mit
Hinweis). Die Behörden würdigen die Beweise jedoch frei (Art. 249 BStP). Der
Richter kann aus der Weigerung des Beschuldigten, nähere Angaben zum
Sachverhalt zu machen, seine Schlüsse ziehen, sofern eine Erklärung des
Beschuldigten angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise
erwartet werden dürfte und dieser sich nicht zu Recht auf ein
Zeugnisverweigerungsrecht beruft. Weigert sich der Beschuldigte, zu seiner
Entlastung erforderliche Angaben zu machen und fehlen Anhaltspunkte für die
Richtigkeit seiner entlastenden Behauptungen, darf das Gericht in freier
Beweiswürdigung zum Schluss kommen, dessen Vorbringen seien als unglaubhaft zu
qualifizieren. Darin liegt weder eine Verletzung des Aussageverweigerungsrechts
des Beschuldigten noch eine verfassungswidrige Umkehr der Beweislast (Urteile
des Bundesgerichts 1P.684/2001 vom 3. Juni 2002 E. 2.2; 1P.641/2000 vom 24.
April 2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3 und 4 mit Hinweisen; 1P.496/
1993 vom 12. November 1993 E. 3b).
Da keine Hinweise für eine Weiterleitung der Fr. 90'000.-- oder eine
Vorfinanzierung von Rechteerwerbskosten in diesem Umfang auszumachen sind,
durfte die Vorinstanz die unsubstanziierte Behauptung des Beschwerdeführers,
dieser Betrag sei nicht für ihn bestimmt gewesen, in freier Würdigung der
Beweise als unglaubhafte Schutzbehauptung qualifizieren, und davon ausgehen, er
habe die Fr. 90'000.-- durch die Überweisung auf sein Privatkonto in
Wirklichkeit für sich abzweigen wollen (vgl. supra E. 3.4). Eine Verletzung der
Unschuldsvermutung oder des Aussageverweigerungsrechts des Beschwerdeführers
liegt nicht vor.

4.2 Soweit der Beschwerdeführer auch unter diesem Titel geltend macht, es
bestünden keine genügenden Anhaltspunkte, welche nach einer Erklärung verlangt
hätten (Beschwerde Rz. 133 ff.), belastende Beweise würden fehlen und die
Untersuchung sei unvollständig geführt worden (Beschwerde Rz. 150 ff.),
wiederholt er, was er bereits im Zusammenhang mit der Rüge der willkürlichen
Sachverhaltsfeststellung vorbrachte. Darauf ist nicht mehr einzugehen.

5.
5.1 Der Beschwerdeführer ficht die ihm von der Vorinstanz im Umfang des
Freispruchs zugesprochene Prozessentschädigung an. Die zu vergütenden Stunden
wie auch der Stundenansatz seien zu tief angesetzt worden. Zudem seien
Nebenkosten im Zusammenhang mit zwei Gutachten sowie die Kopierkosten nicht
bzw. nicht vollständig entschädigt worden (Beschwerde Rz. 179).

5.2 Wird der Beschuldigte freigesprochen, so trägt gemäss Art. 56bis Abs. 1 der
Strafprozessordnung des Kantons Zug vom 3. Oktober 1940 (StPO/ZG) in der Regel
der Staat die Untersuchungs- und Gerichtskosten. Werden dem Freigesprochenen
keine Kosten auferlegt, so ist ihm - wenn ihm durch das Strafverfahren
wesentliche Kosten und Umtriebe erwachsen sind - eine Entschädigung zulasten
des Staates auszurichten (§ 57 Abs. 1 StPO/ZG). Das von den Justizbehörden
festzulegende Honorar für die Parteivertretung durch Rechtsanwälte vor den
Strafgerichten sowie vor den Untersuchungs- und Anklagebehörden ist im Kanton
Zug in der Verordnung des Obergerichts vom 3. Dezember 1996 über den
Anwaltstarif (AnwT) geregelt. Danach bemisst sich das Honorar in Strafsachen
nach dem angemessenen Zeitaufwand des Rechtsanwalts (§ 15 Abs. 1 AnwT). Es wird
festgesetzt, nachdem der Rechtsanwalt eine spezifizierte Aufstellung über seine
Tätigkeit und die Barauslagen vorgelegt hat. Wird die spezifizierte Rechnung
nicht rechtzeitig vor der Fällung des Entscheids eingereicht, kann das Gericht
die Entschädigung nach Ermessen festsetzen (§ 15 Abs. 2 i.V.m. § 14 Abs. 3
AnwT). Nicht zu entschädigen sind nutzlose, überflüssige und verfahrensfremde
Aufwendungen (BGE 117 Ia 22 E. 4b).
Das Bundesgericht prüft die Anwendung der kantonalen Kostenbestimmungen nur auf
Willkür (Art. 9 BV; Art. 95 BGG). Die Rüge der Verletzung kantonalen Rechts
unterliegt den qualifizierten Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG.
5.3
5.3.1 Der Beschwerdeführer macht für das Untersuchungs- und Hauptverfahren
Verteidigungskosten inklusive Auslage von Fr. 562'363.85 geltend. Das
Strafgericht führt dazu aus (S. 163), dieser Betrag sei zwar (ab September
2003) mittels Kopien der im Laufe der Zeit ausgestellten Honorarnoten sowie der
zugehörigen Leistungsübersichten teilweise dokumentiert. Indessen sei nicht
ersichtlich, für welche spezifische Tätigkeit die aufgelisteten
Zeitaufwendungen erfolgt seien. Nachdem somit keine genügend spezifizierte
Entschädigungsforderung vorliege, und ein dem Verfahren angepasster notwendiger
Verteidigungsaufwand in dieser Höhe unter keinem Titel auch nur ansatzweise
plausibel erscheine, müsse die Entschädigung gerichtlich festgesetzt werden.
Das Strafgericht erachtete für das Untersuchungs-, Überweisungs- und
Hauptverfahren einen Aufwand von insgesamt 680 Stunden für angemessen. Die
Vorinstanz verweist auf die Ausführungen des Strafgerichts.
5.3.2 Der Beschwerdeführer beanstandet, der verrechnete Aufwand von 1'184.95
Stunden lasse sich angesichts der chronologischen Zuordnung auf den
eingereichten Honorarnoten und den beiliegenden Tabellen durchaus den einzelnen
Verfahrensstadien zuordnen. Der geltend gemachte Zeitaufwand sei plausibel und
angemessen. Die Detaillierung der Honorarnote unterliege dem Anwaltsgeheimnis
und hätte vom Gericht gar nicht verlangt werden dürfen (Beschwerde Rz. 219
ff.). Die von der Vorinstanz als angemessen erachteten Aufwendungen seien
willkürlich und ungenügend begründet. Inwiefern der von der Verteidigung
geltend gemachte Stundenaufwand unangemessen bzw. unverhältnismässig sein
solle, gehe aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor. Ebensowenig werde der
von der Vorinstanz veranschlagte Stundenaufwand begründet (Beschwerde Rz. 202
und 221 ff.).
5.3.3 Das Anwaltsgeheimnis ist in Art. 13 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000
über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR
935.61) geregelt. Es gilt auch gegenüber Gerichten und Behörden (BGE 119 II 222
E. 2b/dd; 106 IV 132). Es bezweckt den Schutz des Vertrauens des Mandanten in
seinen Rechtsanwalt und stellt eine unverzichtbare Voraussetzung für eine
umfassende und vorbehaltlose Information des Anwalts im Interesse einer
wirksamen Verteidigung dar. Es bildet notwendiger Bestandteil für eine
ordnungsgemässe Ausübung des Anwaltsberufes und die Rechtsstaatlichkeit der
Rechtspflege (BGE 117 Ia 341 E. 6a mit Hinweisen; Kaspar Schiller,
Schweizerisches Anwaltsrecht, 2009, N. 376 ff. S. 89 f.; François Bohnet/
Vincent Martenet, Droit de la profession d'avocat, 2009, N. 1805 f. S. 744 f.;
Michael Pfeifer, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2005, N. 4 f. zu Art. 13
BGFA). Geheimnisherr ist der Mandant. Dieser kann seine Geheimnisse selber an
Dritte weitergeben oder den Anwalt von der Schweigepflicht entbinden (BGE 131 I
223 E. 4.5.6). Grundsätzlich kann er dazu jedoch nicht gezwungen werden. Könnte
der freigesprochene Angeschuldigte den ihm zustehenden Entschädigungsanspruch
gegen den Staat nur unter Verzicht auf das Anwaltsgeheimnis (vollumfänglich)
geltend machen, wäre dieses seines Sinns und Zwecks entleert.
5.3.4 Zu den Tatsachen, welche vom Anwaltsgeheimnis erfasst werden, gehört
schon der Umstand des Bestehens eines Mandats zwischen dem Rechtsanwalt und
seinem Klienten (vgl. Urteile 2C_508/2007 vom 27. Mai 2008 E. 2.1; 1S.5/2006
vom 5. Mai 2006, publ. in: SJ 2006 I S. 489, E. 5.3.1). Ist das
Mandatsverhältnisses, wie im Zusammenhang mit der Entschädigungsfrage bei einem
Freispruch, schon bekannt, fällt allerdings nicht jede Information über
erbrachte Verteidigungsleistungen unter das Anwaltsgeheimnis, wenn daraus keine
Schlüsse auf deren materiellen Inhalt oder die Verteidigungsstrategie gezogen
werden können (Urteil 1S.5/2006 vom 5. Mai 2006 E. 5.3.1). Unproblematisch ist
es daher, wenn vom Freigesprochenen im Zusammenhang mit der Beurteilung der
Prozessentschädigung verlangt wird, dass die Rechnungspositionen in den
eingereichten Honorarnoten auch nach der Art der Tätigkeit (Aktenstudium,
Korrespondenz, Besprechung, Telefonate, Verfassen von Rechtsschriften,
juristische Recherchen, Teilnahme an Verhandlungen, Reisezeit etc.)
spezifiziert werden. Der Freigesprochene wird damit nicht zur Preisgabe von
Informationen gezwungen, welche dem Anwaltsgeheimnis unterliegen. Allzu
detaillierte Angaben über Art, Ort und Zeit der Vornahme bestimmter Leistungen,
welche Rückschlüsse z.B. auf das Verhalten des Beschuldigten oder die
Verteidigungsstrategie zulassen, dürfen hingegen nicht verlangt werden (vgl.
Urteil 1S.5/2006 vom 5. Mai 2006 E. 5.3.1).
5.3.5 Aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Honorarnoten ergibt sich der
pro Tag (Datum) erfolgte Zeitaufwand in Stunden unter Angabe des Kürzels des
Anwalts und des Honorars in Schweizerfranken. Obschon auch mit Blick auf das
Anwaltsgeheimnis zumutbar, fehlen Erläuterungen zur Art der Tätigkeit gänzlich.
Dem Gericht war es somit nicht möglich, den geltend gemachten Stundenaufwand,
welcher sich als ausgesprochen hoch erweist, auf seine Verhältnismässigkeit und
allfällige unnütze oder verfahrensfremde Aufwendungen zu überprüfen. Unter
Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden ist deshalb die Auffassung der
Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe keine spezifizierte Honorarrechnung
eingereicht, weshalb die Entschädigung durch das Gericht in Anwendung von § 15
Abs. 2 i.V.m. § 14 Abs. 3 AnwT nach Ermessen festzusetzen sei.
5.3.6 Die Vorinstanz begründet die gerichtliche Festsetzung der
Prozessentschädigung zwar knapp, jedoch genügend. Sie nimmt auf die
verschiedenen Verfahrensabschnitte (Untersuchungs-, Überweisungs- und
Hauptverfahren) sowie die im jeweiligen Zusammenhang erfolgten Tätigkeiten
(Aktenstudium, Einvernahmen, Hauptverhandlung inklusive Vorbereitung,
Besprechung mit Klient und Reisezeit, Verfassen von Rechtsschriften) und
allfällige besondere Schwierigkeiten Bezug. Dabei setzt sie für die
Hauptverhandlung und die rechtshilfeweisen Einvernahmen in Brasilien und Japan
Tagespauschalen ein und präzisiert die für die verfassten Rechtsschriften sowie
weitere Tätigkeiten jeweils zu honorierende Stundenzahl. Zudem vergleicht sie
den von den fünf Mitbeschuldigten geltend gemachten Aufwand bzw. die
tatsächlich ausgerichteten Entschädigungen miteinander. Der Beschwerdeführer
setzt sich mit den vorinstanzlichen Ausführungen nicht auseinander und legt
nicht dar, weshalb diese willkürlich sein sollen.
5.4
5.4.1 Der Beschwerdeführer wendet ein, aus § 57 StPO/ZG ergebe sich ein
Anspruch auf volle Entschädigung. Es sei daher der zwischen ihm und seinem
Rechtsvertreter vereinbarte Stundenansatz von Fr. 400.-- verbindlich. Es sei
notorisch, dass die Stundenansätze von spezialisierten Strafverteidigern über
Fr. 300.-- lägen bzw. Fr. 400.-- nicht unüblich seien. Das Beharren auf den
tiefen Ansätzen gemäss Verordnung verletzte das Recht auf freie Wahl des
Verteidigers nach Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK. Müsse der Beschuldigte davon
ausgehen, dass im Falle eines Freispruchs lediglich ein reduzierter
Stundenansatz von Fr. 250.-- oder gar Fr. 180.-- ersetzt werde und ihm damit
auch bei vollständigem Obsiegen ein erheblicher haftpflichtrechtlicher
Vermögensschaden erwachse, werde er faktisch in seiner Wahlfreiheit
verfassungswidrig eingeschränkt, da er nur aus einer kleinen Minderheit von
Strafverteidigern auswählen könne, die bereit seien, für den reduzierten
Stundenansatz zu arbeiten (Beschwerde Rz. 229 ff.).
5.4.2 § 15 Abs. 2 AnwT sieht einen Stundenansatz von Fr. 180.-- bis Fr. 300.--
vor. Für die Bestimmung des Honoraransatzes ist im Einzelfall auf die
allgemeinen Regeln von § 2 AnwT zurückzugreifen, wonach die Honorare innerhalb
der im Tarif festgelegten Grenzen nach der Schwierigkeit des Falles sowie nach
dem Umfang und der Art der angemessenen Bemühungen festzulegen sind. Entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers gilt dies auch für private Mandate mit
einem vereinbarten Honoraransatz (Urteil des Bundesgerichts 6B_497/2007 vom 13.
November 2007 E. 2.5.1). Die Vorinstanz führt zusammengefasst aus, es handle
sich vorliegend zwar um ein Verfahren im Bereich der Wirtschaftskriminalität.
Dennoch sei der Fall weder als besonders komplex noch als sehr anspruchsvoll
einzustufen. Der Minimalsatz von Fr. 180.-- bzw. (seit dem 1. Januar 2007) Fr.
200.-- decke nicht nur leichte, sondern bis zu einem gewissen Grad auch
anspruchsvollere Fälle ab. Da auch weniger anspruchsvolle Tätigkeiten wie
Reisen und Teilnahme an Einvernahmen abzugelten seien und auch der amtliche
Verteidiger mit Fr. 200.-- pro Stunde entschädigt werde, sei ein Stundenansatz
von Fr. 250.-- angemessen (angefochtener Entscheid E. 5.3.2). Diese
Ausführungen sind entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers nicht
willkürlich.
Zwar kann dies im Ergebnis zur Folge haben, dass der Freigesprochene einen Teil
seiner privaten Verteidigungskosten aufgrund des mit seinem Anwalt vereinbarten
höheren Stundenansatzes selber tragen muss. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass
den Beschuldigten auch eine gewisse Schadensminderungspflicht trifft, weshalb
er mit seinem Verteidiger nicht einen beliebigen, vom Staat zu entschädigenden
Stundenansatz vereinbaren kann. Der Stundenansatz von Fr. 250.-- ist im
Verhältnis zu den heute unter Strafverteidigern im freien
Dienstleistungsverkehr teilweise (zu Recht oder Unrecht) praktizierten Ansätzen
eher tief. Das Bundesgericht erachtete im Entscheid BGE 132 I 201 E. 7 einen
Ansatz in der Grössenordnung von Fr. 150.-- pro Stunde als kostendeckend, womit
dem anwaltlichen Vertreter beim angewendeten Satz von Fr. 250.-- pro Stunde ein
dem Berufsstand angemessener Verdienst verbleibt. Dem Beschuldigten sollte es
daher auch zu diesen Bedingungen möglich sein, einen Anwalt seiner Wahl zu
mandatieren. Ein Stundenansatz von Fr. 250.-- in Fällen mittlerer Komplexität
bzw. von Fr. 200.-- oder Fr. 220.-- in weniger komplexen Verfahren wurde auch
in unlängst ergangenen Entscheiden als mit dem Willkürverbot vereinbar erklärt
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 6B_668/2009 vom 5. März 2010 E. 3.2 mit
Hinweis; 6B_347/2009 vom 10. September 2009 E. 2; 6B_194/2008 vom 11. August
2008 E. 3.3.2 sowie BGE 131 V 153 E. 7 für das Sozialversicherungsrecht).
5.4.3 Der Angeschuldigte hat Anspruch darauf, sich durch einen Verteidiger
seiner Wahl verteidigen zu lassen (Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK). Das Recht auf
freie Verteidigung kann der Angeklagte nur beanspruchen, wenn er diesen
bezahlen kann (Hans-Heiner Kühne, Internationaler Kommentar zur Europäischen
Menschenrechtskonvention, 11. Aufl. 2009, N. 546 zu Art. 6 EMRK; Wolfgang
Peukert, Europäische Menschenrechtskonvention, 3. Aufl. 2009, N. 300 zu Art. 6
EMRK). Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK statuiert bei Mittellosigkeit des Angeklagten
einen Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung, regelt im Übrigen jedoch die
Kostenfolge der Verteidigung beispielsweise im Falle eines Freispruchs nicht.
Reichen die dem Angeschuldigten zur Verfügung stehenden Mittel lediglich aus,
um einen Rechtsanwalt mit einem durchschnittlichen oder relativ tiefen
Stundenansatz zu mandatieren, kann ihm dies nicht schaden. Bietet auch dieser
Gewähr für eine wirksame Verteidigung, kann darin keine Verletzung von Art. 6
Ziff. 3 lit. c EMRK gesehen werden, nachdem auch der gänzlich mittellose
Angeschuldigte seinen amtlichen Verteidiger nicht frei wählen kann. Die
Entschädigung eines tieferen Stundenansatzes als den mit dem privaten
Verteidiger vereinbarten verstösst nicht gegen Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK.
5.5
5.5.1 Die Nebenkosten entschädigt die Vorinstanz mit einer Pauschale von 2.5%,
was bei einem Aufwand von 680 Stunden zu Fr. 250.-- eine Entschädigung von Fr.
4'250.-- ergibt. Der Beschwerdeführer macht für die Kopie der Verfahrensakten
Kosten von Fr. 8'525.15 geltend. Er rügt, der vorinstanzliche Entscheid sei
ungenügend begründet sowie willkürlich und unverhältnismässig (Beschwerde Rz.
246 ff.).
5.5.2 Die Kopierkosten sind nur ungenügend ausgewiesen. Die Vorinstanz durfte
diese daher pauschal entschädigen. Weshalb die Kleinspesenpauschale von 2.5%
willkürlich sein soll, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Dieser verlangte im
vorinstanzlichen Verfahren erneut eine volle Rückerstattung der geltend
gemachten Kosten von Fr. 8'252.15, focht den angewendeten Satz von 2.5% für die
pauschale Entschädigung jedoch nicht explizit an. Der Vorinstanz kann in diesem
Punkt daher auch keine Verletzung der Begründungspflicht vorgeworfen werden.

5.6 Der Beschwerdeführer verlangt die Rückerstattung der Kosten von Fr.
4'950.-- für ein bei Prof. I.________ in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten. Die
Vorinstanz erwägt dazu unter Verweis auf die Ausführungen des Strafgerichts,
die Aufwendungen für das Rechtsgutachten würden keine Auslagen darstellen,
welche im Zusammenhang mit einer angemessenen Verteidigung notwendig und
angebracht gewesen seien. Das Gutachten habe keinerlei Erkenntnisse oder
Neuigkeiten zu Tage gebracht, welche nicht auch sonst - beispielsweise mittels
eigener einschlägiger Recherchen der Verteidiger - hätten erhoben werden
können. Zudem müsse einem Gericht zugemutet werden können, dass es das
massgebliche Recht kenne und auch ohne Rechtsgutachten an-zuwenden vermöge oder
bei weiteren Problemfeldern und Fragestellungen selbst bzw. von Amtes wegen ein
Rechtsgutachten anordne. Die Kosten des Rechtsgutachtens seien daher nicht zu
erstatten (angefochtener Entscheid E. 5.3.2; Urteil des Strafgerichts S. 151
f.).
Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, mit der gleichen Begründung könnten
alle rechtlichen Ausführungen von Verteidigern im Strafverfahren für obsolet
und nicht entschädigungswürdig taxiert werden, wenn das Gericht zum selben
Schluss wie der Strafverteidiger komme. Eine solche retrospektive Beurteilung
sei unzulässig. Der a.o. Untersuchungsrichter und der Staatsanwalt hätten das
Recht in der Überweisungsverfügung bzw. in der Anklage falsch wiedergegeben.
Die anklägerische These sei mit einem Gutachten von Prof. J.________ begründet
worden. Es widerspreche daher dem Prinzip der Waffengleichheit, das Gutachten
der Verteidigung im Nachhinein als unnötig zu bezeichnen (Beschwerde Rz. 250
ff.)
Dem kann nicht gefolgt werden. Auch wenn die Anklage ihre rechtlichen
Ausführungen ihrerseits auf ein Rechtsgutachten stützte, so ist die Auffassung
der Vorinstanz, wonach das Gericht das Recht von Amtes wegen anwendet und
gegebenenfalls bei Unklarheiten auf Antrag der Parteien oder von Amtes wegen
selber ein Gutachten hätte einholen können, unter Willkürgesichtspunkten nicht
zu beanstanden. Wendet das Gericht das Recht falsch an, stehen den Betroffenen
zudem die gesetzlichen Rechtsmittel zur Verfügung.
5.7
5.7.1 Die Gesamtkosten von Fr. 100'000.-- für das von den fünf Beschuldigten in
Auftrag gegebene Gutachten K.________/L.________ zur Frage der Illiquidität und
Überschuldung erstattet die Vorinstanz im Umfang von insgesamt Fr. 25'000.--,
d.h. von Fr. 5'000.-- pro Angeschuldigter. Sie erwägt mit dem Strafgericht, im
Rahmen der zentralen und sicher nicht einfachen Frage einer möglichen
Überschuldung und Illiquidität sei durchaus ein gewisser Berateraufwand
angezeigt gewesen. Indessen sei die selbständige Einholung eines vollständigen
und umfassenden Gutachtens nicht notwendig gewesen. Eine Expertenmeinung zur
grundsätzlichen Fragestellung und gegebenenfalls ein anschliessender
Beweisantrag an das Gericht hätten genügt (angefochtener Entscheid E. 5.3.2;
Urteil des Strafgerichts S. 152).
5.7.2 Entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers ist auch diesbezüglich keine
unzulässige retrospektive Beurteilung oder eine Verletzung des Prinzips der
Waffengleichheit auszumachen. Hätte das Gericht das Gutachten, beschränkt auf
die rechtserheblichen Fragen, selbst eingeholt, ist anzunehmen, dass sich die
Kosten dafür nicht auf Fr. 100'000.-- belaufen hätten. Nicht willkürlich ist
es, den Beschuldigten nur die mutmasslichen Kosten eines gerichtlichen
Gutachtens zu erstatteten. Der Beschwerdeführer beanstandet, im angefochtenen
Entscheid werde nicht dargelegt, inwiefern das Gutachten K.________/L.________
irrelevante Fragen behandle bzw. welche Teile davon nicht notwendig gewesen
wären (Beschwerde Rz. 256 ff.). Damit verkennt er, dass es grundsätzlich an ihm
ist, seinen Schaden zu substanziieren (BGE 113 IV 93 E. 3e; 107 IV 155 E. 5)
und somit auch darzulegen, weshalb das eingeholte Gutachten und die damit
einhergehenden Kosten notwendig waren. Der Vorinstanz kann nicht zum Vorwurf
gemacht werden, dass sie im angefochtenen Entscheid nicht im Detail aufzeigt,
in welchen Punkten eine Kosteneinsparung möglich gewesen wäre.

6.
Der Antrag auf Entschädigung für die ausgestandene Untersuchungshaft wird nicht
näher begründet (Beschwerde Rz. 261), weshalb darauf nicht einzutreten ist.

7.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 66 Abs.
1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auf-erlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug,
Strafrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Unseld