Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.370/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_370/2010

Urteil vom 15. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, präsidierendes Mitglied, Bundesrichter Mathys,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verletzung von Verkehrsregeln,

Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden, I.
Strafkammer, vom 24. März 2010.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass sie wegen Verletzung von
Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 300.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe
von fünf Tagen bestraft wurde. Es wird ihr vorgeworfen, am 23. August 2008 in
Graubünden mit ihrem Personenwagen rückwärts fahrend auf einem Parkplatz ein
parkiertes Fahrzeug beschädigt zu haben.

Die Beschwerdeführerin macht vor Bundesgericht geltend, sie sei nicht einmal in
die Nähe des angeblich beschädigten Fahrzeugs gekommen. Die Feststellung des
Sachverhalts im angefochtenen Entscheid kann vor Bundesgericht indessen nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1
BGG bzw. willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist. Willkürlich ist eine
Feststellung, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist oder zur tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht (BGE 135 V 2 E. 1.3).

Die kantonalen Richter stützen sich bei der Beweiswürdigung auf die Aussagen
einer Zeugin, die unter Hinweis auf die Strafdrohung von Art. 307 StGB mehrfach
übereinstimmende Aussagen gemacht hat (vgl. Urteil Bezirksgerichtsausschuss
Hinterrhein vom 28. Januar 2010 S. 8). Die Beschwerdeführerin beruft sich
demgegenüber auf einen Polizeirapport der Kantonspolizei Tessin vom 5. Dezember
2008. Diesem Rapport ist indessen nur zu entnehmen, dass den Polizisten am
Personenwagen der Beschwerdeführerin keine offenkundigen Anzeichen für eine
Kollision ("segni evidenti di collisione") aufgefallen sind. Sie hielten aber
weiter fest, dass sich hinten links drei Reibungsspuren ("tracce di
sfregamento") befinden. Auf diesen Umstand hat bereits das Kreisamt Thusis
hingewiesen (Strafmandat vom 3. Februar 2009 S. 2). Aus dem Rapport der
Kantonspolizei Tessin lässt sich folglich nicht herleiten, dass die kantonalen
Richter, die auf die genannte Zeugin abstellten, in Willkür im oben
umschriebenen Sinn verfallen wären.

Die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn