Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.395/2010
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_395/2010

Urteil vom 8. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintreten auf Strafanzeige (Betrug etc.),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, vom 30. März 2010.
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Am 10. September 2009 trat die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl auf eine vom
Beschwerdeführer im Namen einer Drittperson eingereichte Strafanzeige wegen
Betrugs nicht ein. Dagegen liess die Drittperson durch den Beschwerdeführer
Rekurs beim Obergericht des Kantons Zürich erheben. Nachdem die Drittperson
darauf aufmerksam gemacht worden war, dass der Beschwerdeführer sie aufgrund
des Anwaltsmonopols nicht vertreten könne, reichte sie den Rekurs nochmals im
eigenen Namen ein. Im angefochtenen Entscheid wies das Obergericht den Rekurs
ab.

Der Beschwerdeführer wendet sich mit Beschwerde in Strafsachen ans
Bundesgericht. Die Drittperson sei "am Prozess nicht mehr beteiligt". Gestützt
auf eine "Abtretungserklärung" der Drittperson vom 8. Dezember 2009 sei er
jetzt "Kläger und Beschwerdeführer".

Zur Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht ist unter den Voraussetzungen
von Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG von vornherein nur berechtigt, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme
erhalten hat (Art. 81 Abs. 1 lit. a BGG). Am Verfahren vor der Vorinstanz hat
die Drittperson teilgenommen und nicht der Beschwerdeführer. Dieser wurde
aufgrund des Anwaltsmonopols sogar als Vertreter der Drittperson
ausgeschlossen. Auf dem Umweg über die "Abtretungserklärung" kann er sich keine
Legitimation zur Beschwerde in Strafsachen verschaffen. Auf die Beschwerde ist
im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn