Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.552/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_552/2010

Urteil vom 1. Juli 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

1. Generalprokurator des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
2. A.________,
3. B.________,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintretensentscheid (schwere Körperverletzung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern,
Anklagekammer, vom 6. Mai 2010.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Im angefochtenen Entscheid wurde auf einen kantonalen Rekurs nicht eingetreten,
weil das Rechtsmittel nicht hinreichend begründet war und es sich überdies
zumindest teilweise auf eine frühere Anzeige und damit auf ein anderes
Verfahren bezog (angefochtener Entscheid, S. 3 und 4). Vor Bundesgericht
befasst sich die Beschwerdeführerin weder hinreichend mit der Frage der
Begründungsanforderungen an einen kantonalen Rekurs noch mit derjenigen nach
dem zu beurteilenden Verfahrensgegenstand bzw. damit, dass es beim vorliegenden
Verfahren nur um die Anzeige vom 29. Januar 2010 geht und die früheren Anzeigen
vom 21. Juli 2008 bzw. 13. Juni 2009 vom Kantonsgericht Freiburg mit Urteil vom
11. Februar 2010 rechtskräftig beurteilt worden sind. Sie macht im Wesentlichen
vielmehr nur geltend, sie habe bewiesen, im Jahre 2008 eine Anzeige eingereicht
zu haben. Es sei unzulässig, eine Anzeige-Erweiterung abzulehnen und die
Anzeige nicht zu beurteilen. Der Willkür, die Anzeige vom 21. Juli 2008
verschwinden zu lassen, sei deshalb mit aller Härte entgegenzutreten. Die
Beschwerde genügt damit den gesetzlichen Begründungsanforderungen im Sinne von
Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art.
108 BGG nicht einzutreten.

2.
Ausnahmsweise kann auf eine Kostenauflage verzichtet werden. Damit ist das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos geworden.

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern,
Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Juli 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill