Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.623/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_623/2010

Urteil vom 19.Oktober 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintreten auf Strafanzeige (üble Nachrede, Verleumdung, falsche
Anschuldigung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern,
Anklagekammer, vom 1. Juni 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass auf eine Strafanzeige wegen
übler Nachrede, Verleumdung und falscher Anschuldigung und einen dagegen
gerichteten Rekurs nicht eingetreten wurden. Gemäss Art. 81 Abs. 1 BGG ist die
Beschwerdeführerin zur Beschwerde nicht legitimiert, weil nicht ersichtlich
ist, inwieweit sie als Anzeigestellerin bzw. Geschädigte ein rechtlich
geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen
Entscheids haben könnte (BGE 133 IV 228). Sie kann aber die Verletzung von
Rechten rügen, die ihr als am Verfahren beteiligte Partei nach dem massgebenden
Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund der BV oder der EMRK zustehen (BGE 136
IV 29 E. 1.9). Soweit sie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
geltend macht, genügt die Beschwerde den Begründungsanforderungen von Art. 106
Abs. 2 BGG nicht. Aus der Beschwerde ergibt sich nicht, inwieweit die
Beschwerdeführerin, nachdem sie sich bereits im Rahmen der Anzeigeerstattung
äussern konnte, noch ein weiteres Mal hätte angehört werden müssen.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1
BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit
abzuweisen (Art. 64 BGG). Der angespannten finanziellen Lage kann mit
reduzierten Gerichtsgebühren Rechnung getragen werden (Art. 65 Abs. 2 und Art.
66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auf-erlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern,
Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 19. Oktober 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill