Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.704/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_704/2010

Urteil vom 13. Dezember 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Mathys, Bundesrichterin
Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiber Borner.

Verfahrensbeteiligte
W.________, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Dormann,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB), mehrfache Veruntreuung (Art. 138 Ziff.
1 Abs. 1 StGB),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, vom 21. April 2010.

Sachverhalt:

A.
Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte W.________ am 21. April 2010
zweitinstanzlich wegen Misswirtschaft und mehrfacher Veruntreuung zu einer
unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten - als Zusatzstrafe zu einem Urteil
des Amtsgerichts D-Hof vom 26. November 2007.

B.
W.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, das angefochtene
Urteil sei aufzuheben, und er sei von Schuld und Strafe freizusprechen;
eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Erwägungen:

1.
Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV).

1.1 Er macht geltend, eine Aktiengesellschaft mit ungenügendem Kapital zu
übernehmen, könne nicht mit einer Überschuldung gleichgesetzt werden. Es sei
nicht untersucht worden, ob eine Überschuldung vorgelegen noch ob eine solche
während seiner Zeit als Verwaltungsrat weiter zugenommen habe. Entsprechend
fänden sich auch keine derartigen Angaben in der Anklageschrift. Ohne
rechtsgenügliche Beweise nehme die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer habe
durch eine defizitäre Geschäftstätigkeit die Überschuldung der Gesellschaft
herbeigeführt. Diese Annahme verletze in willkürlicher Weise den
Untersuchungsgrundsatz, das Anklageprinzip und die Unschuldsvermutung.

1.2 In der Anklageschrift wird unter anderem ausgeführt, die fragliche AG
(Aktienkapital Fr. 200'000.--) habe in der Übernahmebilanz einen Verlust von
Fr. 198'030.95 ausgewiesen. Als verantwortlicher Verwaltungsrat habe der
Beschwerdeführer weder das Aktienkapital neu liberiert noch sonstwie die
Gesellschaft saniert. Er habe auf Kosten der Firma Leistungen im Wert von über
Fr. 20'000.-- bezogen. Der Konkursrichter habe am 16. Juli 2003 das
Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt (Anklageschrift S. 10 f.).

Die Vorinstanz rechnet dem Beschwerdeführer vor, er habe mehr Geld aus der AG
abgezogen als eingeschossen. Dass er sich darum bemüht habe, die AG zu
sanieren, sei eine reine Schutzbehauptung. Inwiefern diese Beweiswürdigung
willkürlich sein sollte, legt der Beschwerdeführer nicht dar.

Sowohl in der Anklageschrift als auch im angefochtenen Entscheid wird
festgehalten, dass das Kapital der AG bei der Übernahme durch den
Beschwerdeführer zum grossen Teil nicht mehr gedeckt war. Wenn nun im Konkurs
keine Aktiven mehr vorhanden waren (Einstellung des Konkurses "mangels
Aktiven"), durfte die Vorinstanz willkürfrei feststellen, der Beschwerdeführer
habe die Vermögenslage der AG in der Zwischenzeit weiter verschlechtert.

Inwiefern die Vorinstanz unter diesen Umständen die gerügten Grundsätze
verletzt haben soll, ist nicht ersichtlich.

1.3 Der Beschwerdeführer beanstandet die vorinstanzliche Annahme als
willkürlich, er habe beabsichtigt, sich die drei geleasten Fahrzeuge
anzueignen.

Die Vorinstanz hat die verschiedenen Vorbringen des Beschwerdeführers in der
Berufungsschrift detailliert geprüft und begründet ausführlich, weshalb sie ihm
die Halterwechsel der Fahrzeuge als Aneignungsabsicht zuschreibt (angefochtener
Entscheid S. 18 ff. Ziff. B/1). Mit dieser Begründung setzt sich der
Beschwerdeführer nicht auseinander. Er wiederholt bloss seine eigene Sicht der
Dinge und gelangt entsprechend zu anderen Schlussfolgerungen. Auf diese
appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung ist nicht
einzutreten.

2.
Die Beschwerde ist kostenfällig abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden
kann (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Dezember 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Borner