Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.747/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_747/2010

Urteil vom 21. September 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. Andreas Landtwing,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, 6300 Zug,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichtanhandnahme einer Strafanzeige,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Justizkommission,
Strafrechtliche Kammer, vom 23. Juli 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft eine
Strafanzeige wegen Betrugs, Urkundenfälschung, arglistiger Vermögensschädigung,
unwahrer Angaben über kaufmännische Gewerbe, Veruntreuung und ungetreuer
Geschäftsbesorgung nicht an die Hand nahm und im angefochtenen Entscheid eine
dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen wurde. Der Beschwerdeführer ist
indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4
BGG, weil er die Anklage nicht ohne Beteiligung der Staatsanwaltschaft
vertreten hat. Durch die angezeigten Straftaten wurde er in seiner
körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar
beeinträchtigt, weshalb er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b
Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Als Geschädigter, der
nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht
legitimiert (BGE 136 IV 29).

Er kann nur die Verletzung von Rechten rügen, die ihm als am Verfahren
beteiligter Partei nach dem massgebenden Prozessrecht oder unmittelbar aufgrund
der BV oder der EMRK zustehen (BGE 136 IV 29). Zulässig sind Rügen, die
formeller Natur sind und von der Prüfung der Sache selber getrennt werden
können. Denn auf eine solche Prüfung in der Sache haben nicht Legitimierte
keinen Anspruch (BGE 120 Ia 101 E. 3b; 119 Ib 205 E. 3). Der Begründung der
Beschwerde ist zu entnehmen, dass alle Vorbringen den Sachverhalt betreffen und
eine Prüfung der Sache selbst erfordern würden, so zum Beispiel, wenn der
Beschwerdeführer geltend macht, die Staatsanwaltschaft müsste ihm zumindest die
Möglichkeit zur Substantiierung geben, sofern die "strafrechtlich
möglicherweise relevanten" Akten "nicht komplett" wären, aber beigebracht
werden könnten (vgl. Beschwerde, S. 11). Ohne dass sich das Bundesgericht zu
allen ähnlichen Vorbringen des Beschwerdeführers ausdrücklich äussern müsste,
ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug,
Justizkommission, Strafrechtliche Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. September 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill