Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.825/2010
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_825/2010

Urteil vom 27. April 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,
Gerichtsschreiber Boog.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt Willy Bolliger,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 18. August 2010.

Sachverhalt:

A.
Das Bezirksgericht Bremgarten erklärte X.________ mit Urteil vom 14. Januar
2010 der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig und verurteilte ihn zu 12
Monaten Zuchthaus, mit bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von 2 Jahren,
sowie zu einer Busse von Fr. 2'000.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung innert 3
Monaten umwandelbar in 66 Tage Haft. Von der Anklage der Misswirtschaft sprach
es ihn frei. Die Zivilforderungen verwies es auf den Zivilweg.

In teilweiser Gutheissung einer vom Beurteilten geführten Berufung änderte das
Obergericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 18. August 2010 das
erstinstanzliche Urteil im Strafpunkt ab und verurteilte X.________ zu einer
Zuchthausstrafe von 12 Monaten. Von der Auferlegung einer Busse sah es ab.
Ferner änderte es von Amtes wegen den erstinstanzlichen Kostenentscheid.

B.
X.________ führt Beschwerde beim Bundesgericht, mit der er beantragt, das
angefochtene Urteil sei aufzuheben und es sei auf das vorliegende
Strafverfahren zufolge fehlender örtlicher Zuständigkeit der aargauischen
Behörden nicht einzutreten. Eventualiter stellt er den Antrag, er sei von der
Anklage der ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen.

C.
Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau haben auf
Vernehmlassung verzichtet.
Erwägungen:

1.
1.1 Dem zu beurteilenden Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

Der Beschwerdeführer war Verwaltungsratspräsident der 1995 gegründeten
Y.________ AG. Am 20. Dezember 2002 wurde die Gesellschaft in Z.________ AG
umbenannt und A.________ als Direktor der Gesellschaft mit
Kollektivunterschrift zu zweien ins Handelsregister eingetragen. Damit
verbunden war der Verkauf von 50% der Inhaberaktien vom Beschwerdeführer an
A.________ per 1. Januar 2003. Dieser übernahm als Gegenleistung für die Aktien
die Hälfte der Schuld des Beschwerdeführers gegenüber der Z.________ AG in Höhe
von Fr. 156'923.50. Die Darlehen der Z.________ AG gegenüber A.________
erhöhten sich in der Folge auf Fr. 185'771.50.

In der Folge gewährte der Beschwerdeführer A.________ per 26. Mai 2003 und per
21. November 2003 zwei Privatdarlehen in der Höhe von USD 50'000.-- (CHF
62'000.--) und von Fr. 28'900.--. Am 17. Juli 2004 verstarb A.________. Am 10.
Oktober 2004 wurde über seine Verlassenschaft der Konkurs eröffnet und per 16.
Februar 2005 mangels Aktiven eingestellt.

Der Beschwerdeführer verblieb somit als einziger Verwaltungsrat mit
Einzelunterschrift der Z.________ AG. Als solcher trat er per 31. Dezember 2004
die persönlichen Darlehensguthaben gegenüber A.________ von total Fr.
100'000.-- (Fr. 90'900.-- zuzüglich Zinsen von Fr. 9'100.--) an die Z.________
AG ab. Dadurch stieg die Darlehensforderung der Z.________ AG gegenüber
A.________ von Fr. 185'771.50 per 31. Dezember 2003 auf Fr. 285'771.50 per 31.
Dezember 2004. Gleichzeitig reduzierte der Beschwerdeführer mit der Abtretung
der Forderung seine eigene Schuld gegenüber der Z.________ AG um Fr.
100'000.--. Im Geschäftsjahr 2005 der Z.________ AG wurde das Darlehen gegen
A.________ in der Höhe von Fr. 285'771.50 vollständig abgeschrieben. Damit
geriet die Z.________ AG in eine Unterbilanz. Nachdem im Geschäftsjahr 2007 das
Guthaben der Z.________ AG gegenüber dem Beschwerdeführer von Fr. 26'868.15 auf
minus Fr. 3'061.50 sank, war die Unternehmung überschuldet. Am 28. April 2008
wurde über sie der Konkurs eröffnet. Am 21. Mai 2008 wurde der Konkurs mangels
Aktiven eingestellt (angefochtenes Urteil S. 2 ff. [Anklageschrift];
erstinstanzliches Urteil S. 2, 6 f.; vgl. auch Beschwerde S. 6 f.).

1.2 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, er habe als alleiniger
Verwaltungsrat der Z.________ AG vorsätzlich mit Wissen um den Konkurs über die
Verlassenschaft von A.________ eine praktisch wertlose persönliche Forderung
gegenüber A.________ in der Höhe von Fr. 100'000.-- an die Z.________ AG
abgetreten und diese mit einer werthaltigen Forderung der Z.________ AG ihm
selbst gegenüber verrechnet. Dadurch habe er seine Pflicht, die Interessen der
Gesellschaft in guten Treuen zu wahren, verletzt, die Gesellschaft im Betrag
von Fr. 100'000.-- geschädigt und sich in entsprechendem Umfang bereichert.
Ohne dieses Verhalten hätte der Beschwerdeführer im Rahmen einer ordentlichen
Liquidation der Z.________ AG den Betrag von Fr. 100'000.-- einbringen müssen,
wovon die frühere Ehefrau von A.________ als Inhaberin von 50% der Aktien der
Z.________ AG in diesem Umfang finanziell profitiert hätte (angefochtenes
Urteil S. 4 [Anklageschrift], 10; erstinstanzliches Urteil S. 2, 10 ff.).

2.
2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, auf das vorliegende
Strafverfahren sei zufolge fehlender örtlicher Zuständigkeit der aargauischen
Behörden nicht einzutreten. Die Z.________ AG habe ihren Sitz im Kanton Zug
gehabt. Die Buchhaltung sei von der B.________ AG in Dietikon/ZH vorgenommen
worden. Er selbst habe im Kanton Zug und zuvor in Dietikon/ZH gearbeitet. Die
ihm vorgeworfenen strafbaren Handlungen seien allesamt in Dietikon/ZH begangen
worden. Im Kanton Aargau liege lediglich sein privater Wohnsitz, an welchem er
kein Geschäft betreibe und dementsprechend auch über keine Geschäftsräume
verfüge (Beschwerde S. 9 ff.).

2.2 Die Vorinstanz führt aus, die Exfrau von A.________ habe am 30. Mai 2008
bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau Strafanzeige eingereicht. Diese
habe der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug mit Schreiben vom 3. Juni 2008
mitgeteilt, sie erachte die Zuständigkeit des Kantons Zug als gegeben. Am
Wohnsitz des Beschwerdeführers seien keine strafbaren Handlungen ersichtlich.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug habe eine Übernahme der
Strafuntersuchung mit Schreiben vom 9. Juni 2008 indes abgelehnt, da vom Kanton
Zug aus keine Geschäftstätigkeit der Z.________ AG erfolgt sei. Daraufhin habe
der Präsident der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Aargau auf
Ersuchen der Staatsanwaltschaft die Strafsache mit Verfügung vom 16. Juli 2008
dem kantonalen Untersuchungsamt übertragen.
Die Vorinstanz nimmt an, es spreche einiges dafür, dass der Beschwerdeführer
die ihm zur Last gelegte ungetreue Geschäftsbesorgung auch von seinem Wohnort
aus begangen habe. Ausserdem seien die Ermittlungen und Untersuchungen im
Kanton Aargau durchgeführt worden. Entscheidend sei aber, dass die
interkantonale Zuständigkeit in Strafsachen auch durch konkludente Anerkennung
erfolgen könne. Indem die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau nach der
abschlägigen Antwort der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug bei der
Beschwerdekammer des Obergerichts die Übertragung der Strafuntersuchung an das
kantonale Untersuchungsamt beantragt habe, habe sie die Zuständigkeit des
Kantons Aargau anerkannt. Diese Anerkennung sei für alle anderen kantonalen
Instanzen verbindlich. Der Beschwerdeführer habe hiegegen keine Beschwerde an
das Bundesstrafgericht erhoben (angefochtenes Urteil S. 9 f.).

Die erste Instanz ging in dieser Hinsicht davon aus, der Beschwerdeführer habe
die Tathandlungen an seinem Wohnsitz und teilweise in Dietikon, wo die
C.________ AG zum Tatzeitpunkt ihren Sitz gehabt habe, vorgenommen. Da das
Strafverfahren zuerst im Kanton Aargau eingeleitet worden sei und der
Beschwerdeführer seinen Wohnsitz im Bezirk Bremgarten habe, sei die örtliche
Zuständigkeit des Bezirksgerichts gegeben (erstinstanzliches Urteil S. 4 f.).

2.3 Gemäss Art. 340 Abs. 1 StGB in der bis zum 31. Dezember 2010 geltenden
Fassung sind für die Verfolgung und Beurteilung einer strafbaren Handlung die
Behörden des Ortes zuständig, wo die strafbare Handlung ausgeführt wurde. Liegt
nur der Ort, wo der Erfolg eingetreten ist oder eintreten sollte, in der
Schweiz, so sind die Behörden dieses Ortes zuständig. Ist die strafbare
Handlung an mehreren Orten ausgeführt worden, oder ist der Erfolg an mehreren
Orten eingetreten, so sind gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung die Behörden des
Ortes zuständig, wo die Untersuchung zuerst angehoben wurde (vgl. nunmehr Art.
31 Abs. 1 und 2 StPO).

Vom gesetzlichen Gerichtsstand darf in Anwendung von Art. 262 und 263 BStP nur
abgewichen werden, wenn triftige Gründe - insbesondere solche der
Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Prozessökonomie - dafür vorliegen.
Voraussetzung ist aber ein örtlicher Anknüpfungspunkt zum Gebiet jenes Kantons,
der die Strafverfolgung übernehmen soll (BGE 120 IV 280, 282 E. 2b). Dabei
begründet der Wohnsitz im Strafverfahren keinen Anknüpfungspunkt für die
Bestimmung des Gerichtsstands (vgl. Entscheid der I. Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts BG.2009.25 vom 16.11.2009 E. 2.3). Abweichungen vom
gesetzlichen Gerichtsstand müssen dem Sinn und Zweck der Regelung, die richtige
und rasche Anwendung des materiellen Rechts zu ermöglichen, Rechnung tragen
(BGE 123 IV 23 E. 2a).

2.4 Das Gesuch um Bestimmung des Gerichtsstandes kann grundsätzlich jederzeit
gestellt werden. Doch muss es rechtzeitig, d.h. sobald dies nach den konkreten
Umständen zumutbar ist, eingereicht werden (BGE 120 IV 1146 E. 1). Wenn die
Untersuchung nahezu abgeschlossen ist, rechtfertigt sich in der Regel eine
Änderung des Gerichtsstandes nicht mehr (BGE 129 IV 202 E. 2 a.E.).

Gemäss Art. 279 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG kann gegen den
Entscheid der kantonalen Strafverfolgungsbehörde über die Gerichtsbarkeit des
betreffenden Kantons sowie wegen Säumnis beim Erlass eines solchen Entscheids
bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden. Das
Bundesgericht kann zur Beurteilung dieser Frage mithin nicht angerufen werden.
Die örtliche Unzuständigkeit bildet in der Regel auch keinen Nichtigkeitsgrund.

Im Übrigen richtet sich die Bestimmung des Gerichtsstandes nach den
Tatvorwürfen, die aufgrund der Verdachtslage durch die Strafverfolgungsbehörden
abgeklärt werden sollen und bei denen sich die Beschuldigung nicht zum
Vornherein als haltlos erweist. Ob dem Beschuldigten die Tat letztlich
nachgewiesen werden kann, ist für den Gerichtsstand nicht entscheidend (BGE 130
IV 68 E. 2.1; 113 IV 108 E. 1). Im zu beurteilenden Fall haben die
Untersuchungsbehörden jedenfalls ihr Ermessen nicht verletzt, wenn sie davon
ausgingen, die Tathandlungen seien auch vom Wohnort des Beschwerdeführers aus
begangen worden.

Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt im Weiteren vor, er habe zu Beginn der
erstinstanzlichen Verhandlung erklärt, keine Aussagen machen zu wollen. Das
Bezirksgericht Bremgarten habe sein Recht auf Aussageverweigerung verletzt,
indem die Gerichtspräsidentin ihn mit dem Hinweis, dass sich "klärende
Ausführungen seinerseits auch zu seinen Gunsten auswirken könnten" (Protokoll
HV Bezirksgericht Bremgarten S. 2), versucht habe, ihn zu einer Aussage zu
bewegen. Damit habe die erste Instanz Art. 14 Ziff. 3 lit. g IPBPR, Art. 6
Ziff. 2 EMRK und Art. 32 Abs. 2 BV verletzt. Soweit sich die Vorinstanz mit
seinen gegen die Äusserungen der erstinstanzlichen Präsidentin erhobenen
Einwänden nicht auseinandergesetzt habe, verletze sie Bundesrecht (Beschwerde
S. 12 f.).

3.2 Die Vorinstanz nimmt an, es sei nicht zu beanstanden, dass sich die
Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts davon überzeugt habe, dass der
Beschwerdeführer wirklich keine Aussagen, weder zur Sache noch zur Person, habe
machen wollen. Auf jeden Fall könne der Beschwerdeführer aus der Frage der
Gerichtspräsidentin im Rahmen der Strafzumessung nichts zu seinen Gunsten
ableiten (angefochtenes Urteil S. 15).

3.3 Nach einem im Strafprozessrecht allgemein anerkannten Grundsatz ist im
Strafverfahren niemand gehalten, zu seiner Belastung beizutragen ("nemo tenetur
se ipsum accusare"). Der Beschuldigte ist demnach nicht zur Aussage
verpflichtet. Vielmehr ist er aufgrund seines Aussageverweigerungsrechts
berechtigt zu schweigen, ohne dass ihm daraus Nachteile erwachsen dürfen.
Namentlich darf er nicht mit Druckmitteln zur Aussage gezwungen werden und darf
sein Schweigen nicht als Indiz für seine Schuld gewertet werden (BGE 130 I 126
E. 2.1, mit Hinweisen; vgl. auch Art. 14 Ziff. 3 lit. g IPBPR und Art. 6 Ziff.
1 EMRK).

3.4 Im Hinweis der Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts, dass sich klärende
Ausführungen zur Sache auch zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirken könnten,
liegt keine Verletzung des Rechts auf Aussageverweigerung. Der Hinweis ist
lediglich so zu verstehen, dass allfällige Ergänzungen zu den im
Untersuchungsverfahren gemachten Angaben zur Klärung des Sachverhalts beitragen
könnten, was sich naturgemäss auch zu Gunsten des Angeklagten auswirken kann.
Dass das Bezirksgericht das Schweigen des Beschwerdeführers im
erstinstanzlichen Verfahren zu seinen Ungunsten gewürdigt hätte, macht dieser
zu Recht nicht geltend. Die kantonalen Instanzen haben auf ihn auch nicht Druck
ausgeübt, indem sie ihm in Aussicht stellten, ein Geständnis würde in der
Strafzumessung wesentlich strafmindernd berücksichtigt.

Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt unbegründet.

4.
4.1 Der Beschwerdeführer wendet sich schliesslich gegen den Schuldspruch der
ungetreuen Geschäftsbesorgung. Er macht geltend, im zu beurteilenden Fall sei
niemand zu Schaden gekommen. Er sei Alleinaktionär der Z.________ AG gewesen.
Dass ausser ihm noch eine andere Person Aktionär der Gesellschaft gewesen sei,
sei nicht belegt. Es widerspreche dem Sinn von Art. 158 StGB, bei einem
Alleinaktionär, welcher als Verwaltungsrat bestimmte Handlungen für seine
Gesellschaft vornehme, auf eine Vermögensschädigung eines anderen zu
schliessen. Bei einem Alleinaktionär sei die Verschiedenheit zwischen
juristischer und natürlicher Person durchbrochen. Eine allfällige
Vermögensschädigung wäre daher bei ihm selbst eingetreten. Im Übrigen sei nicht
erwiesen, dass die Z.________ AG durch die Abtretung der Darlehensforderung
überhaupt geschädigt worden sei. Eine blosse Vermögensgefährdung genüge nicht.
Die kantonalen Behörden hätten auch nicht nachgewiesen, dass er der bessere
Schuldner als A.________ gewesen sei, zumal er gemäss der definitiven
Steuerveranlagung per 2004 Schulden von Fr. 1.02 Mio und Vermögen von Fr. 1.12
Mio ausgewiesen habe. Bei hohem Aktienanteil und bei Liegenschaften dürften
solche Vermögenswerte nur mit grösster Vorsicht bewertet werden. Zudem habe er
Darlehensschulden gegenüber der Z.________ AG von Fr. 300'000.-- gehabt. Durch
die Abtretung der Darlehensforderung seien die Grundsätze ordnungsgemässer
Geschäftsführung nicht verletzt worden. Dementsprechend habe er auch nicht
pflichtwidrig gehandelt. Die Abtretung der Forderung sei in einem Zeitpunkt
erfolgt, in welchem noch keine Klarheit in Bezug auf den Privatkonkurs von
A.________ bestanden habe. Die Einstellung mangels Aktiven sei erst eineinhalb
Monate nach der Abtretung erfolgt (Beschwerde S. 16 ff.).

4.2 Die Vorinstanz nimmt an, der Beschwerdeführer sei im Handelsregister
eingetragenes Mitglied des Verwaltungsrats der Z.________ AG mit
Einzelunterschrift gewesen. Es sei ihm somit die Stellung eines
Geschäftsführers im Sinne von Art. 158 StGB zugekommen.

Durch die Abtretung der wertlosen Forderung sei das Vermögen der Gesellschaft
schadensgleich gefährdet worden. Für den Vermögensschaden sei von Bedeutung,
dass der Beschwerdeführer die Forderung erst abgetreten habe, nachdem der
Schuldner A.________ verstorben und über dessen Nachlass der Konkurs eröffnet
worden sei. Er habe sich mit anderen Worten einer persönlichen Verbindlichkeit
gegenüber der Z.________ AG im Umfang von Fr. 100'000.-- dadurch entledigt,
dass er diese mit einer praktisch wertlosen Forderung gegen A.________ bzw.
dessen Nachlass bezahlt habe. Darin liege eine Pflichtverletzung. Nach der
Steuerveranlagung 2004 habe der Beschwerdeführer über ein Reinvermögen von Fr.
109'932.-- sowie über Einkünfte von Fr. 154'579.-- (steuerbares Einkommen Fr.
100'066.--) verfügt. Im wesentlichen Tatzeitpunkt von Abtretung und Verrechnung
sei die finanzielle Situation des Beschwerdeführers deutlich besser gewesen als
diejenige der konkursiten Verlassenschaft des verstorbenen A.________. Die
Z.________ AG habe die Forderung in der Folge denn auch abschreiben müssen,
wodurch sie selbst in eine Unterbilanz geraten sei. Der Einwand des
Beschwerdeführers, er sei nicht der bessere Schuldner als A.________ gewesen,
sei nicht stichhaltig.

Schliesslich nimmt die Vorinstanz in subjektiver Hinsicht an, der
Beschwerdeführer habe über die finanzielle Situation von A.________ Bescheid
gewusst und sei nach dessen Tod selbst davon ausgegangen, dass die Forderung
kaum mehr einen Wert aufweise (angefochtenes Urteil S. 10 ff.;
erstinstanzliches Urteil S. 10 ff.).

5.
5.1 Nach dem sogenannten Treubruchtatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung
im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren
oder Geldstrafe bestraft, wer auf Grund des Gesetzes, eines behördlichen
Auftrages oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, das Vermögen eines
andern zu verwalten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und
dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere
am Vermögen geschädigt wird (Abs. 1). Handelt der Täter in der Absicht, sich
oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Freiheitsstrafe von
einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Abs. 3).

5.2 Täter im Sinne von Art. 158 StGB ist, wer in tatsächlich oder formell
selbständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für
einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat. Der Tatbestand des
Treuebruchs ist namentlich auf Geschäftsführer sowie auf operationell leitende
Organe von juristischen Personen bzw. Kapitalgesellschaften anwendbar, mit
Einschluss derjenigen, die unter Benutzung von Strohmännern die tatsächliche
Leitung innehaben oder die sich als Strohmänner benutzen lassen (BGE 123 IV 17
E. 3b; 105 IV 106 E. 2; 100 IV 113 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_66/2008 vom
9.5.2008 E. 6.3)

Die Stellung als Geschäftsführer erfordert ein hinreichendes Mass an
Selbständigkeit, mit welcher dieser über das fremde Vermögen oder über
wesentliche Bestandteile desselben, über Betriebsmittel oder das Personal eines
Unternehmens verfügen kann (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190
E. 2b). Geschäftsführer ist mithin, wer unter Berücksichtigung der rechtlichen
wie auch der tatsächlichen Umstände den Vermögensinhaber mit Bezug auf
wesentliche Bestandteile des verwalteten Vermögens nach aussen oder innen in
leitender Stelle selbständig vertritt.

5.3 Die Tathandlung der ungetreuen Geschäftsbesorgung liegt in der Verletzung
jener spezifischen Pflichten, die den Täter in seiner Stellung als
Geschäftsführer allgemein, aber auch in Bezug auf spezielle Geschäfte zum
Schutz des Auftraggebers bzw. des Geschäftsherrn treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b;
118 IV 244 E. 2b). Diese Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen
Grundverhältnis und sind im Einzelfall näher zu konkretisieren. Tätigkeiten,
die sich im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung bewegen, sind nicht
tatbestandsmässig, auch wenn die geschäftlichen Dispositionen zu einem Verlust
führen. Strafbar ist einzig das Eingehen von Risiken, die ein umsichtiger
Geschäftsführer in derselben Situation nicht eingehen würde.

5.4 Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung setzt einen
Vermögensschaden voraus, wobei ein bloss vorübergehender Schaden genügt. Ein
solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven,
Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung
der Aktiven liegen. Ein Schaden wird auch bejaht, wenn das Vermögen in einem
Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermindert ist.
Dies ist der Fall, wenn der Gefährdung im Rahmen einer sorgfältigen
Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstellung Rechnung getragen werden
muss (vgl. BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3d S. 22; 122 IV 279 E. 2a S.
281; 121 IV 104 E. 2c mit Hinweisen).

6.
Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz war der Beschwerdeführer
alleiniger Verwaltungsrat des Z.________ AG. Dass er darüber hinaus auch
alleiniger Aktionär gewesen wäre, trifft nicht zu. Der Beschwerdeführer war
lediglich Inhaber eines Anteils von 50% der Aktien der Z.________ AG. Die
anderen 50% der Aktien waren im Besitz von A.________ und fielen nach dessen
Ableben in den Nachlass. Mit Kaufvertrag vom 28. Juli 2008 übernahm die
geschiedene Ehefrau des verstorbenen A.________ den Aktienanteil von der durch
das Konkursamt St. Gallen vertretenen Konkursmasse (vgl. Untersuchungsakten
Ordner 1 act. 34 [Beilage 1 zur Strafanzeige]). Soweit der Beschwerdeführer
vorbringt, es sei nicht belegt, dass noch eine andere Person Aktionär der
Z.________ AG gewesen sei, beschränkt er sich auf eine blosse Behauptung.
Inwiefern die Vorinstanz in diesem Punkt den Sachverhalt offensichtlich falsch
festgestellt haben soll, begründet er jedenfalls nicht hinreichend.

Damit kann nicht von einer wirtschaftlichen Identität zwischen der Z.________
AG und dem Beschwerdeführer ausgegangen werden. Es lässt sich daher nicht
sagen, die Gesellschaft habe nicht geschädigt werden können, weil ihr Wille
materiell dem Willen des Alleinaktionärs entsprochen und die Gesellschaft
mithin in die Vermögensverfügung eingewilligt habe (vgl. TRECHSEL/CRAMERI,
Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 2008, Art. 158 N 8). Bei
dieser Sachlage bejahen die kantonalen Instanzen zu Recht eine
Pflichtverletzung des Beschwerdeführers. Sie stützen sich hierfür zutreffend
auf Art. 717 Abs. 1 OR. Nach dieser Bestimmung sind der Verwaltungsrat und
Dritte, die mit der Geschäftsführung befasst sind, zur Sorgfalt und Wahrung der
Gesellschaftsinteressen verpflichtet. Die Abtretung einer wertlosen Forderung
unter gleichzeitiger Verrechnung mit einer werthaltigen Forderung in gleicher
Höhe verletzt in klarer Weise die Interessen der Gesellschaft. Dass ein solches
Vorgehen noch im Rahmen einer ordnungsgemässen Geschäftsführung liegen soll,
wie der Beschwerdeführer geltend macht, ist nicht ersichtlich. Selbst wenn von
einer Einpersonengesellschaft ausgegangen werden müsste, wäre im zu
beurteilenden Fall nach der Rechtsprechung der Tatbestand der ungetreuen
Geschäftsbesorgung erfüllt, da die Gesellschaft in der Folge die gesamte
Darlehensforderung gegenüber A.________ abschreiben musste und daher in eine
Unterbilanz geriet (BGE 117 IV 259 E. 4 und 5).

Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil im Weiteren, soweit die
Vorinstanz zum Schluss gelangt, die Forderung gegenüber dem Beschwerdeführer
sei werthaltig gewesen. Soweit sich der Beschwerdeführer in diesem Punkt gegen
die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz wendet, erschöpft sich seine
Beschwerde in einer blossen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil.
Aus dem Umstand, dass die abgetretene Forderung hätte wertberichtigt werden
müssen, ergibt sich auch der von der Gesellschaft erlittene Vermögensschaden.
Daran ändert nichts, dass die Gesellschaft ihrerseits erst später in Konkurs
gefallen ist.

Schliesslich verletzt die Vorinstanz auch insofern kein Bundesrecht, als sie
den subjektiven Tatbestand bejaht. Für den Vorsatz stützt sie sich namentlich
auf die Bemerkung des Beschwerdeführers anlässlich einer Besprechung mit dem
Konkursamt betreffend den Nachlass von A.________, es schaue wahrscheinlich
nichts heraus. Es sei ihm nicht bekannt, dass jener noch irgendwelche
Vermögenswerte habe (angefochtenes Urteil S. 13). Zu Recht bejaht die
Vorinstanz auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherung. Die Bereicherung
liegt in der Verminderung der persönlichen Schuld des Beschwerdeführers
gegenüber der Z.________ AG. Dass dieser insgesamt aus den mit A.________
betriebenen Geschäften selbst einen Verlust erlitten hat, ändert daran nichts.
Ohne Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob der Beschwerdeführer
gegebenenfalls ersatzbereit war. Die Ersatzbereitschaft erlangt als Kriterium
nur dort Bedeutung, wo die Pflichtverletzung des Täters darin liegt, dass er
Vermögenswerte, die er dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat,
in seinem Nutzen verwendet, was regelmässig als Veruntreuung Bedeutung erlangt.
In einem solchen Fall wird die Absicht unrechtmässiger Bereicherung verneint,
wenn der Täter fähig und gewillt ist, die Vermögenswerte jederzeit, jedenfalls
aber zum im Voraus bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung zu halten (BGE 118 IV 27
E. 3a). Im Rahmen der ungetreuen Geschäftsbesorgung kann die Ersatzbereitschaft
nur in vergleichbaren Konstellationen Bedeutung erlangen (vgl. BGE 121 IV 104
E. 2e). Eine solche liegt hier nicht vor. Die Fähigkeit, den verursachten
Schaden wieder auszugleichen, ist mit dem die Bereicherungsabsicht
ausschliessenden Merkmal der Ersatzbereitschaft nicht identisch.

Insgesamt verletzt das angefochtene Urteil kein Bundesrecht. Die Beschwerde
erweist sich daher als unbegründet.

7.
Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Ausgang trägt der Beschwerdeführer die Kosten des
bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. April 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Boog