Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.941/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_941/2010

Urteil vom 9. Juni 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Denys,
Gerichtsschreiber Näf.

Verfahrensbeteiligte
X._________, vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Rothacher,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus,
5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Fahrlässige Tötung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht,
1. Kammer, vom 30. September 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a X._________ wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft des Kantons
Aargau vom 24. August 2009 zur Last gelegt, sie habe am 20. August 2007, um ca.
10.40 Uhr, fahrlässig den Tod des siebenjährigen Schülers A._________ durch
Ertrinken verursacht, indem sie die ihr als Lehrerin im Rahmen eines
Schwimmunterrichts obliegenden Instruktions- und Überwachungspflichten
missachtet habe.
A.b Das Bezirksgericht Brugg sprach X._________ mit Urteil vom 12. Januar 2010
von Schuld und Strafe frei. Auf die Zivilforderungen der Eltern des Opfers trat
es nicht ein.

Gegen dieses Urteil erhoben sowohl die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau
wie auch die Eltern des Opfers Berufung.
A.c Das Obergericht des Kantons Aargau trat mit Urteil vom 30. September 2010
auf die Berufung der Eltern des Opfers im Strafpunkt und im Zivilpunkt nicht
ein mit der Begründung, dass nach den massgebenden kantonalen Bestimmungen
allfällige Zivilansprüche (Schadenersatz, Genugtuung) aus der X._________ zur
Last gelegten Straftat allein gegen das Gemeinwesen, nicht auch gegen die
beschuldigte Lehrerin bestehen.

Das Obergericht hiess mit Entscheid vom gleichen Tag hingegen die Berufung der
Staatsanwaltschaft gut und verurteilte X._________ wegen fahrlässiger Tötung
(Art. 117 StGB) zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 120.--, bedingt
vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren.

B.
X._________ erhebt Beschwerde in Strafsachen mit den Anträgen, das Urteil des
Obergerichts sei aufzuheben, und sie sei vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung
freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die
Vorinstanz zurückzuweisen.

C.
Die Staatsanwaltschaft und das Obergericht des Kantons Aargau haben unter
Hinweis auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil auf eine Vernehmlassung
verzichtet.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Vorinstanz geht in tatsächlicher Hinsicht unter anderem von folgendem
Sachverhalt aus:

Der Badeunfall ereignete sich am 20. August 2007, um ca. 10.40 Uhr, im
Hallenbad einse Schulhauses. Die Beschwerdeführerin sollte in der Zeit von
10.20 bis 11.00 Uhr im Lernschwimmbecken des Hallenbades mit zwölf Kindern der
1. und 2. Einschulungsklasse eine Schwimmlektion durchführen. Für rund zwei
Drittel der Schülerinnen und Schüler, unter ihnen auch das Opfer, war es die
erste Schwimmlektion in der Schule. Während des Schwimmunterrichts hielten sich
ausser den zwölf Schülerinnen und Schülern keine weiteren Personen im Becken
auf. Das rechteckige Becken ist 16 m lang und 9,5 m breit und weist somit eine
Fläche von 152 m² auf. Der Beckenboden fällt entlang den 9,5 m langen
Stirnseiten kontinuierlich ab. Das Wasser ist minimal 74 cm und maximal 130 cm
tief. Die Beschwerdeführerin gab den Kindern unter anderem zu verstehen, dass
sie sich nur in dem Bereich des Beckens aufhalten durften, wo sie noch - mit
dem Kopf über dem Wasser - stehen konnten. Sie liess die Kinder um ca. 10.30
Uhr ins Wasser. Um ca. 10.40 Uhr stellte sie fest, dass ein Knabe mit dem Kopf
nach unten bewegungslos auf dem Wasser lag. Der 130 cm grosse, siebenjährige
Knabe befand sich in einem Bereich des Beckens, wo das Wasser ca. 1 m tief war.
Er war nicht versunken. Die Beschwerdeführerin sprang sogleich in das Becken
und holte den Knaben aus dem Wasser. Hierauf begannen die Massnahmen zur
Rettung des Kindes. Der Knabe wurde in der Folge mit der Rega in die
Universitäts-Kinderklinik Zürich verbracht, wo am folgenden Tag, um 16.00 Uhr,
sein Hirntod festgestellt werden musste.

Gemäss dem Obduktionsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität
Zürich vom 30. Oktober 2007 zeigte sich in der rechtsmedizinischen Untersuchung
des Gehirns ein schwerer sauerstoffmangel-bedingter Hirnschaden, welcher
schliesslich todesursächlich war. Der Todesfall entspricht gemäss dem Gutachten
aus rechtsmedizinischer Sicht einem Ertrinkungsunfall im Sinne eines sog.
Near-Drowning (Beinahe-Ertrinken). Dies ist definiert als ein
Ertrinkungszwischenfall, welcher nach einer Zeitspanne von über 24 Stunden zum
Tod führt. Der Tod tritt in der Regel als zentrales Regulationsversagen infolge
schwerer, irreversibler sauerstoffmangel-bedingter Hirnschäden ein. Zudem kommt
es durch die Aspiration (Einatmen) von Wasser in die Lungenbläschen zu einer
Zerstörung des sog. Surfactant, einer für die Stabilität der Lungenbläschen
verantwortlichen Substanz, und so zu einer schweren Schädigung der Lunge. Die
Sektion und feingewebliche Untersuchung der übrigen Organe ergab keine Hinweise
auf vorbestehende Erkrankungen, welche den Tod hätten erklären können oder
Einfluss auf den Todeseintritt hatten (kant. Akten p. 125 ff.). Gemäss dem
Bericht des Kinderspitals Zürich vom 28. August 2007 hatten auch keine
krankhaften vorbestehenden Veränderungen den Ablauf der Ereignisse beeinflusst
und gab es keine Hinweise auf Umstände der Verletzung, mit denen üblicherweise
nicht gerechnet werden muss und welche sich erschwerend auf den Verlauf
ausgewirkt hätten (kant. Akten p. 120).

1.2 Die Vorinstanz hält bei der Prüfung der Frage der
Sorgfaltspflichtverletzung vorab fest, dass der Beschwerdeführerin vom
Augenblick an, als sie das Opfer regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem
Wasser wahrgenommen habe, keine Pflichtwidrigkeiten vorzuwerfen seien, zumal
sie unverzüglich eingeschritten sei und das Opfer aus dem Wasser geborgen habe.
Irgendwelche Sorgfaltspflichtverletzungen hinsichtlich ihres Verhaltens bei der
Bergung und Reanimation des Opfers bildeten denn auch nicht Gegenstand der
Anklage (angefochtenes Urteil S. 17). Die Vorinstanz erwägt im Weiteren, dass
der Beschwerdeführerin, die nicht nur über die erforderliche Zusatzausbildung
für die Erteilung von Schwimmunterricht durch Primarlehrerinnen, sondern
ebenfalls über das Rettungsschwimmer-Brevet verfüge, auch nicht die Missachtung
von irgendwelchen geschriebenen Normen vorzuwerfen sei, welche den
Schwimmunterricht und die dabei zu beachtenden Pflichten regeln (angefochtenes
Urteil S. 17).

Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin Sorgfaltspflichtverletzungen in
dreifacher Hinsicht vor, nämlich in Bezug auf deren Standort, die Intensität
der Überwachung und die Instruktion der Kinder.
1.2.1 Die Beschwerdeführerin hielt sich an einer Stirnseite des Beckens auf.
Zunächst stand sie dort während ca. 5 Minuten, wobei sie auch in Bewegung war.
Danach setzte sie sich auf eine Stufe der Treppe. Sie war ca 3,6 m vom
Beckenrand entfernt. Neben ihr sass die Therapeutin B._________, die einen
autistischen Schüler, welcher ebenfalls am Schwimmunterricht teilnahm, zu
betreuen hatte. Die beiden Frauen unterhielten sich zeitweise miteinander, doch
hatte die Beschwerdeführerin ihren Blick dauernd auf das Geschehen im
Wasserbecken gerichtet.

Nach der Auffassung der Vorinstanz hätte die Beschwerdeführerin bei Anwendung
der gebotenen Sorgfalt sich nicht 3,6 m vom Beckenrand entfernt setzen dürfen,
sondern das Geschehen stehend vom Beckenrand aus überwachen müssen. Die
Beschwerdeführerin habe, nachdem sie sich hingesetzt habe, nicht mehr die
Möglichkeit gehabt, sich frei und flexibel zu bewegen und ihren Standort
jederzeit der Position der Kinder im Becken anzupassen. Sie sei zwar einmal
aufgestanden und zu einem Kind gegangen, welches auf der Fensterseite habe aus
dem Wasser klettern wollen, und sie habe dieses Kind zurecht gewiesen. Danach
sei sie aber wieder zur Treppe gegangen, wo sie sitzend nicht stets die
uneingeschränkte Sicht über das Becken gehabt habe. Für rund zwei Drittel der
Kinder sei es die erste Schwimmlektion gewesen, und die Beschwerdeführerin habe
daher noch über keine Erfahrung betreffend deren Verhalten im Wasser verfügt.
Der erste Schwimmunterricht erfordere eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Es
reiche nicht aus, dass die Beschwerdeführerin nur die ersten fünf Minuten
stehend am Beckenrand verbracht habe. Eine Aufsicht und eine Präsenz, die
gegebenenfalls ein sofortiges Eingreifen erlaubt hätten, sei durch das Sitzen
auf der Treppe rund 3,6 m vom vorderen und fast 20 m vom hinteren Beckenrand
entfernt nicht mehr gewährleistet gewesen. Die Beschwerdeführerin habe somit in
Bezug auf ihren Standort fremde Rechtsgüter einer über das erlaubte Risiko
hinausgehenden Gefahr ausgesetzt. Es liege in dieser Hinsicht eine
Sorgfaltspflichtverletzung vor (angefochtenes Urteil S. 17 f.).

Gemäss den weiteren Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 18) hätte eine
Minderheit der Vorinstanz - in Übereinstimmung mit der (Mehrheit der) ersten
Instanz - in Bezug auf den Standort der Beschwerdeführerin eine
Sorgfaltspflichtverletzung verneint. Die Beschwerdeführerin habe an ihrem
Standort die Übersicht über den Beckenbereich mit der grössten Gefahrenquelle
(grösste Wassertiefe von 130 cm) gehabt.
1.2.2 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin als zweite
Sorgfaltspflichtverletzung vor, dass die permanente Überwachung aller Kinder
nicht gewährleistet gewesen sei. Zur Begründung hält sie fest, dass es für rund
zwei Drittel der Kinder um die erste Schulschwimmstunde gehandelt habe. Der
Beschwerdeführerin habe bekannt sein müssen, dass die Kinder verschiedene
Vorkenntnisse und Fähigkeiten aufgewiesen hätten, und ihr Verhalten im Wasser
deshalb sehr unterschiedlich habe sein können. Insofern habe "auch hinsichtlich
des konkreten Verhaltens des Opfers" Anlass für eine erhöhte Aufmerksamkeit
bestanden, auch wenn sich dieses mit den anderen Kindern in einem Bereich
befunden habe, wo es noch habe stehen können, und "es sich dort offenbar völlig
unauffällig" verhalten habe. Die Kinder hätten sich im Wasser individuell
bewegen können und nicht etwa einzeln vorschwimmen müssen. Dies habe eine
besonders intensive Überwachung erfordert. Es liege auf der Hand, dass bei
zwölf im Wasser spielenden Kindern eine gewisse Unübersichtlichkeit entstehe.
Die Beschwerdeführerin könne sich nicht dadurch entlasten, dass sie nicht alle
Kinder gleichzeitig im Auge habe behalten können. Es wäre ihr möglich gewesen,
die zwölf Kinder im Sinne eines Gesamtüberblicks dauernd im Augenwinkel zu
behalten beziehungsweise das Schwimmbecken zu "scannen" und bei Auffälligkeiten
sofort einzuschreiten. Dazu hätte sie alle ihr zumutbaren organisatorischen
Massnahmen ergreifen und unter anderem den bestmöglichen Standort wählen
müssen, um den nötigen Überblick zu haben. Falls die Beschwerdeführerin sich
trotzdem nicht in der Lage gefühlt hätte, alle Kinder genügend zu
beaufsichtigen, hätte sie zum Beispiel zwei Gruppen bilden und nur jeweils eine
Gruppe ins Becken lassen dürfen (angefochtenes Urteil S. 19).

Gemäss den weiteren Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 19) kann der
Beschwerdeführerin nach der Auffassung einer Minderheit der Vorinstanz keine
Sorgfaltspflichtverletzung durch nicht permanente Überwachung aller Kinder
vorgeworfen werden. Es sei nicht möglich, zwölf Kinder durchgehend im Auge zu
behalten. Zudem habe kein Anlass für eine erhöhte Aufmerksamkeit hinsichtlich
des konkreten Verhaltens des Opfers bestanden. Aus dem Umstand, dass die
Beschwerdeführerin "die erste Phase des lautlosen und raschen
Ertrinkungsvorgangs nicht bemerkt" habe, könne nicht abgeleitet werden, sie sei
ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Die gegenteilige Schlussfolgerung
käme einem unzulässigen Umkehrschluss vom Ertrinken auf eine
Sorgfaltspflichtverletzung gleich.
1.2.3 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin schliesslich vor, die Kinder
mangelhaft instruiert zu haben.

Die Beschwerdeführerin instruierte die Kinder dahingehend, dass sie sich nur in
Wassertiefen aufhalten dürften, in denen sie - mit dem Kopf über Wasser - noch
stehen könnten. Diese Instruktion war nach der Auffassung der Vorinstanz
mangelhaft. Da Vorkehrungen fehlten, welche die einzelnen Bereiche des Beckens
mit grösseren Wassertiefen trennten beziehungsweise markierten, habe die Gefahr
bestanden, dass die Kinder im Grenzbereich überraschend den Boden unter den
Füssen verlieren konnten. Zudem würden Kinder solche an den Intellekt
gerichtete Instruktionen ohnehin und erst recht in herausfordernden Situationen
leicht wieder vergessen. Die Beschwerdeführerin hätte daher nach der Auffassung
der Vorinstanz zusätzliche organisatorische Massnahmen (z.B. mit deutlich
sichtbaren Bändern) treffen müssen, um der Instruktion Nachachtung verschaffen
zu können. Indem sie dies unterlassen habe, habe sie sorgfaltswidrig gehandelt
(angefochtenes Urteil S. 20).

1.3 Die Vorinstanz qualifiziert die von ihr als sorgfaltswidrig erkannten
Verhaltensweisen der Beschwerdeführerin als Unterlassungen. Sie bejaht eine
Garantenstellung sowohl aus Obhut als auch aus Ingerenz (siehe angefochtenes
Urteil S. 16).
1.4
1.4.1 Die der Beschwerdeführerin vorgeworfene mangelhafte Instruktion der
Kinder ist nach der Auffassung der Vorinstanz nicht in einem rechtlich
relevanten Sinne kausal für den Tötungserfolg. Die Vorinstanz geht davon aus,
dass das 1,30 m grosse Opfer ungefähr an derjenigen Stelle ertrank, an welcher
es geborgen wurde, mithin in einem Bereich des Beckens, wo das Wasser lediglich
ca. 1 m tief war und daher das Opfer noch - mit dem Kopf über Wasser - stehen
konnte (angefochtenes Urteil S. 21/22).
1.4.2 Nach der Auffassung der Vorinstanz wäre der Erfolg bei einer permanenten
Überwachung in einer stehenden Position höchstwahrscheinlich verhindert worden.
Zur Begründung erwägt die Vorinstanz, bei einer permanenten Überwachung in
einer stehenden Position an der Längsseite des Nichtschwimmerbeckens hätte die
Beschwerdeführerin "das besondere und deshalb auffällige Verhalten" des Opfers
"frühzeitig" entdeckt und "unmittelbar" eingreifen können, "bevor der Knabe
regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem Wasser gelegen wäre" (angefochtenes
Urteil S. 21). Damit hätte eine Schädigung vermieden werden können. Selbst wenn
der Knabe aber bereits Wasser eingeatmet und einen reflektorischen
Stimmlippenkrampf erlitten hätte, hätten die Rettungsmassnahmen früher greifen
können. Wäre die Beschwerdeführerin nämlich "so nahe beim Becken" gewesen,
hätte sie auch festgestellt, wie sich die Kinder verhielten und wie sich die
einzelnen Kinder im Wasser bewegten. Dabei wäre ihr mit grosser
Wahrscheinlichkeit "das Opfer spätestens in dem Moment aufgefallen, als es sich
merkwürdig zu verhalten" begonnen habe respektive - falls der Blick in diesem
Zeitpunkt auf einen anderen Ort des Beckens gerichtet gewesen wäre - "kurze
Zeit später". Aufgrund "dieses entscheidenden Zeitgewinns" hätte der Knabe
gerettet und jedenfalls am Leben erhalten werden können (angefochtenes Urteil
S. 21).

1.5 Zusammenfassend gelangt die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der
Beschwerdeführerin hinsichtlich des Standorts und der Überwachung ein
fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen ist, welches für den Tötungserfolg kausal
war, da bei der gebotenen Sorgfalt in Bezug auf den Standort und die
Überwachung der Erfolg höchstwahrscheinlich nicht eingetreten wäre. Daher habe
sich die Beschwerdeführerin der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht
(angefochtenes Urteil S. 22).

2.
Die Beschwerdeführerin erhebt in ihrer umfangreichen Beschwerdeschrift gegen
den angefochtenen Entscheid in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht
zahlreiche Einwände. Sie rügt eine Missachtung des Anklagegrundsatzes, eine
Verletzung der Begründungspflicht und willkürliche Beweiswürdigung in Bezug auf
mehrere tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz betreffend den
Ertrinkungsvorgang, die gegen sie erhobenen Vorwürfe des falschen Standorts und
der nicht permanenten Überwachung sowie den hypothetischen Kausalzusammenhang
zwischen ihrem Verhalten und dem eingetretenen Erfolg. Im Weiteren macht sie
geltend, selbst auf der Grundlage des von der Vorinstanz festgestellten
Sachverhalts falle eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung ausser Betracht,
da sie nicht fahrlässig gehandelt habe und es an einem rechtlich relevanten
Kausalzusammenhang fehle.

3.
3.1 Die Vorinstanz erwägt, die Beschwerdeführerin habe "die erste Phase des
Ertrinkungsvorganges nicht bemerkt" (angefochtenes Urteil S. 19). Bei einer
permanenten Überwachung in einer stehenden Position an der Längsseite des
Nichtschwimmerbeckens hätte die Beschwerdeführerin "das besondere und deshalb
auffällige Verhalten des Opfers" frühzeitig entdeckt und unmittelbar eingreifen
können, "bevor der Knabe regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem Wasser
gelegen wäre", beziehungsweise wäre der Beschwerdeführerin mit grosser
Wahrscheinlichkeit das Opfer spätestens in dem Moment aufgefallen, "als es sich
merkwürdig zu verhalten" begonnen habe (angefochtenes Urteil S. 21).

Die Beschwerdeführerin rügt in Bezug auf diese Feststellungen und Annahmen der
Vorinstanz eine Missachtung des Anklagegrundsatzes, eine Verletzung der
Begründungspflicht sowie willkürliche Beweiswürdigung (Beschwerde S. 5-12).
3.2
3.2.1 Aus dem angefochtenen Urteil wird nicht ersichtlich, was die Vorinstanz
mit dem "besonderen und deshalb auffälligen" beziehungsweise mit dem
"merkwürdigen" Verhalten des Opfers meint, welches die Beschwerdeführerin bei
der nach Ansicht der Vorinstanz gebotenen Sorgfalt "frühzeitig entdeckt" hätte.
In der Anklageschrift ist von einem derartigen Verhalten des Opfers nicht die
Rede. Die Vorinstanz geht selber davon aus, dass sich das Opfer mit den anderen
Kindern in einem Bereich des Beckens befand, wo es noch stehen konnte, und dass
"es sich dort offenbar völlig unauffällig verhielt" (angefochtenes Urteil S.
19). In einer späteren Phase des Geschehens lag das Opfer "regungslos mit dem
Kopf nach unten auf dem Wasser" (angefochtenes Urteil S. 21). Aber offenbar
nicht darin sieht die Vorinstanz das "besondere und deshalb auffällige
Verhalten"; denn dieses Verhalten soll sich, wie dem angefochtenen Urteil (S.
21) entnommen werden kann, in einer Phase manifestiert haben, "bevor" das Opfer
regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem Wasser lag. Die Vorinstanz meint mit
dem "besonderen und deshalb auffälligen" respektive "merkwürdigen" Verhalten
des Opfers möglicherweise die von ihr an einer anderen Stelle des Urteils (S.
19) erwähnte "erste Phase des lautlosen und raschen Ertrinkungsvorganges",
welche die Beschwerdeführerin nicht bemerkt habe, doch wird auch aus dieser
Umschreibung nicht ersichtlich, in welchen konkreten Vorgängen sich diese erste
Phase manifestiert haben soll. Die Vorinstanz scheint davon auszugehen, dass
sich zwischen der Phase, als sich das Opfer "offenbar völlig unauffällig
verhielt", und der Phase, als es "regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem
Wasser lag", eine Phase ereignete, in der sich Vorgänge abspielten, welche die
Vorinstanz als "besonderes und deshalb auffälliges" respektive als
"merkwürdiges" Verhalten des Opfers umschreibt.
3.2.2 Von einem "besonderen und deshalb auffälligen" respektive "merkwürdigen"
Verhalten des Opfers ist in der Anklageschrift weder ausdrücklich noch implizit
die Rede. Die Anklage wirft der Beschwerdeführerin vor, sie habe mangels
permanenter Überwachung von einem optimalen Standort aus nicht "sofort"
bemerkt, dass das Opfer "mit dem Kopf unter das Wasser geraten ist" (siehe
angefochtenes Urteil S. 5). Gemäss der Anklageschrift ist davon auszugehen,
dass das Opfer "aus welchen Gründen auch immer" "lautlos im Wasser abgesunken
ist, ohne dass es durch die Angeklagte bemerkt wurde" (siehe angefochtenes
Urteil S. 4). Für die Angeklagte sei vorhersehbar gewesen, dass ein
siebenjähriges Kind "mit dem Kopf unter Wasser geraten konnte"; damit sei bei
Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren "immer zu rechnen, da diese entweder
gar noch nicht schwimmen können oder dann sicherlich noch keine geübten
Schwimmer sind" (siehe angefochtenes Urteil S. 4). Von der Angeklagten sei zu
erwarten gewesen, "dass sie ständig darauf achtet, wie viele Köpfe von
schwimmenden Kindern sich über dem Wasser befinden" (siehe angefochtenes Urteil
S. 5). Die Anklage begründet mithin den Vorwurf der Fahrlässigkeit damit, dass
die Beschwerdeführerin mangels genügender Sorgfalt nicht sofort bemerkt habe,
dass das Opfer "mit dem Kopf unter das Wasser geraten" war. Die Vorinstanz
stellt demgegenüber offenbar nicht auf einen solchen Umstand ab, sondern erwägt
stattdessen, dass sich das Opfer "besonders und deshalb auffällig"
beziehungsweise "merkwürdig" verhalten habe.
3.2.3 Es ist davon auszugehen, dass das Opfer sich in einer ersten Phase völlig
unauffällig verhielt und in einer späteren Phase mit dem Kopf nach unten
regungslos auf dem Wasser lag. Was zwischen diesen beiden Phasen allenfalls
geschah, ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil nicht. Die Annahme der
Vorinstanz, das Opfer habe sich, bevor es mit dem Kopf nach unten regungslos
auf dem Wasser lag, "besonders und deshalb auffällig" respektive "merkwürdig"
verhalten, findet in der Anklageschrift keine Grundlage. Der angefochtene
Entscheid verstösst insoweit gegen den Anklagegrundsatz.

3.3 Die Vorinstanz verletzt zudem ihre Begründungspflicht, da mangels
diesbezüglicher Erläuterungen unklar ist, was sie mit dem von ihr im
angefochtenen Entscheid (S. 21) genannten "besonderen und deshalb auffälligen"
respektive "merkwürdigen" Verhalten des Opfers meint, welches die
Beschwerdeführerin bei der nach der Ansicht der Vorinstanz gebotenen
permanenten Überwachung in stehender Position von der Längsseite des Beckens
frühzeitig entdeckt hätte. Ebenso ist unklar, was die Vorinstanz mit der im
angefochtenen Urteil (S. 19) erwähnten "ersten Phase des lautlosen und raschen
Ertrinkungsvorganges" meint, welche die Beschwerdeführerin nicht bemerkt habe.
Unklar ist ferner, worin das "konkrete Verhalten des Opfers" (angefochtenes
Urteil S. 19) bestanden haben soll, welches nach der Ansicht der Vorinstanz
Anlass für eine erhöhte Aufmerksamkeit seitens der Beschwerdeführerin gewesen
wäre. Die Vorinstanz stellt mit den zitierten Ausführungen nicht konkrete
Tatsachen fest, sondern sie interpretiert ein allfälliges Verhalten des Opfers,
ohne darüber tatsächliche Feststellungen zu treffen.
3.4
3.4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe im Berufungsverfahren wie
schon vor der ersten Instanz eingehend dargelegt, dass ein Ertrinkungsvorgang
bei Kindern nur sehr schwer erkennbar sei, und sich zum Beweis auf das
Ergänzungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom
13. Januar 2009 und auf eine von ihr eingereichte Informationsschrift
"Ertrinkungsnotfall" der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft berufen. Sie habe
zudem vorgetragen, dass sie den Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
bildenden Ertrinkungsnotfall in einer allerersten Phase bemerkt und darauf
sofort reagiert habe, und sich zum Beweis auf die Aussagen der Zeuginnen
C._________ und B._________ berufen. Die Vorinstanz habe sich mit diesen
Vorbringen und den diesbezüglichen Beweismitteln nicht auseinandergesetzt und
auch dadurch ihre Begründungspflicht verletzt. Die Annahme der Vorinstanz, das
Opfer habe sich, bevor es mit dem Kopf nach unten regungslos auf dem Wasser
gelegen habe, "besonders und deshalb auffällig" respektive "merkwürdig"
verhalten, stehe im Widerspruch zum Gutachten und sei willkürlich.
3.4.2 Die Vorinstanz gibt in ihren allgemeinen Erwägungen zusammenfassend den
Inhalt des Obduktionsgutachtens des Instituts für Rechtsmedizin der Universität
Zürich (nachfolgend: IRM Zürich) vom 30. Oktober 2007 und des
Ergänzungsgutachtens des IRM Zürich vom 13. Januar 2009 wieder (angefochtenes
Urteil S. 14 ff.). Sie hält unter Hinweis auf das Ergänzungsgutachten des IRM
Zürich fest, dass es durch das Einatmen von Wasser und somit durch den ersten
Wasserkontakt mit der Kehlkopf-Innenseite sehr häufig zuerst zu einem
sogenannten Kehlkopf-Schock und einem damit verbundenen reflektorischen
Stimmlippenkrampf (reflektorischer Verschluss der Atemwege durch die
Stimmbänder) komme. Dies könne sehr rasch zu einem Bewusstseinsverlust führen,
was dem Betroffenen das Ergreifen von Selbstrettungsmassnahmen verunmögliche
(keine Gegenwehr, lautloses und daher oftmals unbemerktes Versinken)
(angefochtenes Urteil S. 15). Mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen setzt
sich die Vorinstanz bei der Beurteilung des konkreten Falles jedoch nicht
auseinander. Auch in Anbetracht der zitierten wissenschaftlichen Erkenntnisse
betreffend den Ertrinkungsvorgang hätte die Vorinstanz erläutern müssen, worin
ihres Erachtens das "besondere und deshalb auffällige" beziehungsweise
"merkwürdige" Verhalten des Opfers bestanden habe, welches die
Beschwerdeführerin bei der gebotenen Sorgfalt hätte erkennen können.
3.4.3 Für die Frage sowohl der Fahrlässigkeit als auch des Kausalzusammenhangs
ist zudem von Bedeutung, wie lange ein allfälliges "besonderes und deshalb
auffälliges" respektive "merkwürdiges" Verhalten des Opfers dauerte. Auch damit
befasst sich die Vorinstanz nicht. Insoweit können auch die Aussagen der beiden
Zeuginnen C._________ und B._________ von Bedeutung sein, mit welchen sich die
Vorinstanz nicht auseinandersetzt.

3.5 Die Vorinstanz verstösst mit ihrer Annahme, das Opfer habe sich, bevor es
mit dem Kopf nach unten regungslos auf dem Wasser gelegen habe, "besonders und
deshalb auffällig" respektive "merkwürdig" verhalten, gegen den
Anklagegrundsatz. Sie verletzt zudem ihre Begründungspflicht, da sie weder
erläutert, worin dieses Verhalten des Opfers sich konkret manifestiert und wie
lange es angedauert habe, noch sich mit den von der Beschwerdeführerin
angerufenen Beweismitteln auseinandersetzt, die eher gegen ein auffälliges
Verhalten des Opfers zu sprechen scheinen. Die Beschwerde ist deshalb
begründet, soweit sie sich gegen die Annahmen der Vorinstanz betreffend den
konkreten Ertrinkungsvorgang richtet.

4.
4.1 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Standorts eine
Sorgfaltspflichtverletzung vor. Sie hält fest, die Beschwerdeführerin habe sich
an der Stirnseite des Beckens, etwa in der Mitte, neben B._________ auf die
Treppe gesetzt. Entgegen ihrem Einwand in der Berufungsantwort lasse sich den
Akten nicht entnehmen, dass sie sich auf die zweite beziehungsweise obere der
beiden Treppenstufen gesetzt habe, mindestens aber sei sie rund 3,6 m vom
Beckenrand entfernt gewesen. Nachdem sie sich hingesetzt habe, habe sie nicht
mehr die Möglichkeit gehabt, sich frei und flexibel zu bewegen und ihre
Position jederzeit derjenigen der Kinder anzupassen. Sitzend habe sie nicht
stets die uneingeschränkte Übersicht über das Becken gehabt. Die
Beschwerdeführerin habe ein 16 m langes und - selbst bei Beschränkung auf den
Bereich, in welchem sämtliche Kinder noch (mit dem Kopf über dem Wasser) stehen
konnten - einige Meter breites Becken beobachten müssen. Eine Aufsicht und eine
Präsenz, die gegebenenfalls ein sofortiges Eingreifen erlaubt hätten, sei durch
das Sitzen auf der Treppe rund 3,6 m vom vorderen und fast 20 m vom hinteren
Becken (recte: Beckenrand) entfernt nicht mehr gewährleistet gewesen
(angefochtenes Urteil S. 18). In ihren Erwägungen zum Kausalzusammenhang hält
die Vorinstanz fest, bei einer permanenten Überwachung in einer stehenden
Position an der Längsseite des Nichtschwimmerbeckens hätte die
Beschwerdeführerin das besondere und deshalb auffällige Verhalten des Opfers
frühzeitig entdeckt und unmittelbar eingreifen können (angefochtenes Urteil S.
21).

Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz Missachtung des Anklagegrundsatzes,
Verletzung der Begründungspflicht, willkürliche Beweiswürdigung und Verletzung
der Maxime "in dubio pro reo" sowie ferner Verletzung des kantonalen
Strafprozessrechts in Bezug auf verschiedene Annahmen vor, die dem Vorwurf des
falschen Überwachungsstandorts zu Grunde liegen (Beschwerde S. 12-21).
4.2
4.2.1 Indem die Vorinstanz der Beschwerdeführerin entgegenhält, dass sich für
deren Darstellung, sie sei nicht auf der ersten beziehungsweise unteren,
sondern auf der zweiten respektive oberen Treppenstufe gesessen, den Akten
nichts entnehmen lasse, auferlegt sie der Beschwerdeführerin in unzulässiger
Weise die Beweislast, wodurch sie die Maxime "in dubio pro reo" als
Beweislastregel verletzt.

Auch in einer sitzenden Position auf der oberen respektive zweiten Treppenstufe
war indessen nach der im Ergebnis willkürfreien Schlussfolgerung der Vorinstanz
die Sichthöhe niedriger als in einer stehenden Position, da die beiden Stufen
lediglich 34 cm respektive 35 cm hoch waren, wie sich aus der Darstellung in
der Beschwerdeschrift (S. 15) ergibt.
4.2.2 Soweit die Vorinstanz in ihren Erwägungen zum Kausalzusammenhang der
Beschwerdeführerin vorwirft, dass sich diese statt an der Stirnseite zum Zwecke
einer besseren Übersicht an einer Längsseite des Beckens hätte aufhalten
sollen, verletzt sie den Anklagegrundsatz, da ein solcher Vorwurf in der
Anklageschrift nicht erhoben wird. Die Vorinstanz begründet im Übrigen nicht,
weshalb die Beschwerdeführerin auf der Längsseite eine bessere Übersicht über
die Gesamtheit der Kinder im Becken gehabt hätte als auf der Stirnseite. Dem
genannten Vorwurf kommt indessen keine wesentliche Bedeutung zu, wie sich aus
dem Gesamtzusammenhang der vorinstanzlichen Erwägungen ergibt (siehe E. 4.3
hiernach).

4.3
4.3.1 Nach der Auffassung der Vorinstanz hätte die Beschwerdeführerin bei der
gebotenen Sorgfalt am Beckenrand stehen und ihre Position jederzeit der
Position der Kinder anpassen müssen. Indem die Beschwerdeführerin stattdessen
3,6 m vom Beckenrand entfernt gesessen sei, habe sie sich sorgfaltswidrig
verhalten, da sie in dieser Position nicht stets die uneingeschränkte Übersicht
über das Becken gehabt habe und ein sofortiges Eingreifen nicht mehr
gewährleistet gewesen sei.
4.3.2 Mit diesen Ausführungen wirft die Vorinstanz der Beschwerdeführerin
entgegen deren Einwand (Beschwerde S. 16) nicht vor, dass zufolge der gewählten
Position auch nach Wahrnehmung des Vorfalls eine Intervention nur mit einer
zeitlichen Verzögerung möglich gewesen sei, da die Beschwerdeführerin nicht
sofort habe ins Wasser springen können, sondern zunächst habe aufstehen und die
Strecke von 3,6 m zum Beckenrand zurücklegen müssen. Die Vorinstanz hält an
einer anderen Stelle ihres Urteils ausdrücklich fest, dass der
Beschwerdeführerin vom Augenblick an, als sie das Opfer regungslos mit dem Kopf
nach unten auf dem Wasser liegend wahrgenommen habe, keine Pflichtwidrigkeiten
vorzuwerfen seien, zumal sie unverzüglich eingeschritten sei und das Opfer aus
dem Wasser geborgen habe (siehe angefochtenes Urteil S. 17 E. 2.6.3). Die
Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin lediglich vor, dass diese zufolge ihrer
sitzenden Position 3,6 m vom Beckenrand entfernt nicht stets die
uneingeschränkte Übersicht über das Becken gehabt habe und daher ein
allfälliges Ereignis nicht rasch möglichst habe erkennen und aus diesem Grunde
nicht sofort habe eingreifen können.
4.3.3 Es ist nach einem insoweit zutreffenden Einwand in der Beschwerdeschrift
nicht ersichtlich, wie die Beschwerdeführerin, entsprechend den Anforderungen
der Vorinstanz, ihren Standort stets der Position der Kinder hätte anpassen
sollen. Die zwölf Kinder hatten nicht eine einzige Position, welche sie jeweils
in gleicher Weise veränderten, sondern jedes Kind hatte seine eigene Position
im Becken, die es jeweils individuell veränderte. Es wäre der
Beschwerdeführerin daher gar nicht möglich gewesen, ihren Standort am
Beckenrand stets jeweils "der Position" der Kinder im Becken anzupassen.
4.3.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Feststellung im angefochtenen
Urteil, sie habe aus ihrer Position nicht stets die uneingeschränkte Übersicht
über das Becken gehabt, weiche von der Feststellung im erstinstanzlichen
Entscheid ab, wonach sie aus ihrer Position das gesamte Becken in seiner
Totalen habe überblicken können. Die Vorinstanz hätte, wie sich aus § 222 Abs.
2 aStPO/AG ergebe, von dem durch die erste Instanz festgestellten Sachverhalt
in diesem wesentlichen Punkt nicht abweichen dürfen, ohne die diesbezügliche
Beweisabnahme zu wiederholen. Dies habe sie jedoch unterlassen. Die
Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, im angefochtenen Entscheid werde
weder begründet noch durch Aktenstücke belegt, weshalb und inwiefern sie von
ihrem Standort aus keine genügende Übersicht über das Becken gehabt habe. Aus
den Akten (Fotos) ergebe sich im Gegenteil klar und deutlich, dass sie aus
ihrer Position - 3,6 m vom stirnseitigen Beckenrand entfernt auf der oberen
Treppenstufe sitzend - das ganze Becken und sämtliche Kinder in ihrem Blickfeld
gehabt habe.
4.3.5 In der Tat hatte die Beschwerdeführerin aus ihrer Position durchaus das
ganze Becken und sämtliche Kinder im Blickfeld, wie sich aus den in den Akten
enthaltenen Fotos (kant. Akten p. 47 ff., 69, 76) ergibt. Indem die Vorinstanz
festhält, die Beschwerdeführerin habe aus ihrer Position nicht "stets" die
uneingeschränkte Übersicht über das Becken gehabt, bringt sie indessen zum
Ausdruck, dass aus der Position der Beschwerdeführerin die Übersicht über
einzelne Kinder, je nach deren Position im Becken, zeitweise eingeschränkt war.
Die Beschwerdeführerin war 3,6 m vom stirnseitigen Beckenrand beziehungsweise
knapp 20 m von denjenigen Kindern entfernt, die sich allenfalls an der
gegenüberliegenden Stirnseite des 16 m langen Beckens aufhielten. In Anbetracht
dieser Entfernung sowie mit Rücksicht darauf, dass die Beschwerdeführerin nicht
stand, sondern auf der oberen Treppenstufe und somit 69 cm über dem Boden sass,
ist die Feststellung der Vorinstanz, verstanden in dem Sinne, dass die
Beschwerdeführerin aus ihrer Position nicht stets die uneingeschränkte
Übersicht über alle zwölf Kinder im Becken hatte, nicht willkürlich. In einem
so verstandenen Sinne weicht die vorinstanzliche Feststellung auch nicht in
einem wesentlichen Punkt von der Feststellung der ersten Instanz ab, wonach die
Beschwerdeführerin aus ihrer Position das gesamte Becken in seiner Totalen habe
überblicken können.

Wäre die Beschwerdeführerin am stirnseitigen Beckenrand gestanden, so hätte sie
nach der im Ergebnis willkürfreien sinngemässen Feststellung der Vorinstanz
eine bessere Übersicht insbesondere über diejenigen Kinder gehabt, welche sich
allenfalls am jenseitigen stirnseitigen Beckenrand aufhielten.

4.4 Eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung setzt voraus, dass das
sorgfaltswidrige Verhalten für den Eintritt des Erfolgs relevant war, dass mit
andern Worten der tatbestandsmässige Erfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht
eingetreten wäre, wenn die Beschuldigte sich sorgfaltsgemäss verhalten hätte.
Somit stellt sich unter anderem die Frage, ob die Beschwerdeführerin ein
allfälliges "besonderes und deshalb auffälliges" respektive "merkwürdiges"
Verhalten des Opfers früher wahrgenommen hätte, wenn sie nicht 3,6 m vom
Beckenrand entfernt gesessen, sondern am Beckenrand gestanden wäre. Mit dieser
Frage setzt sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil nicht auseinander, wie
die Beschwerdeführerin mit Recht beanstandet (Beschwerde S. 15 f.). Aus dem
Umstand, dass aus der Position der Beschwerdeführerin die Übersicht über das
Becken nicht stets uneingeschränkt war, dass mit anderen Worten die
Beschwerdeführerin aus ihrer Position nicht sämtliche Kinder ungeachtet von
deren Position stets uneingeschränkt sehen konnte, folgt nicht, dass auch die
Sicht der Beschwerdeführerin auf das konkrete Opfer im massgebenden Zeitraum
eingeschränkt war und daher die Beschwerdeführerin allfällige Anzeichen, die
auf ein Ertrinken des Opfers hindeuteten, nur mit zeitlicher Verzögerung hatte
wahrnehmen können. Die Sicht und damit die Wahrnehmungsmöglichkeiten der
Beschwerdeführerin hingen nicht allein von deren Standort, sondern auch von der
Position des konkreten Opfers im massgebenden Zeitraum ab. Damit setzt sich die
Vorinstanz nicht auseinander. Es ist somit mangels diesbezüglicher
tatsächlicher Feststellungen im angefochtenen Entscheid offen, ob die
Beschwerdeführerin ein allfälliges "besonderes und deshalb auffälliges"
respektive "merkwürdiges" Verhalten des konkreten Opfers aus einer stehenden
Position am Beckenrand eher wahrgenommen hätte als aus der von ihr tatsächlich
eingenommenen sitzenden Position 3,6 m vom Beckenrand entfernt. Die
Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht unter Hinweis auf die in den
kantonalen Akten enthaltenen Fotos (kant. Akten p. 69, 76, 77, 104) geltend,
dass sich das Opfer im massgebenden Zeitraum ziemlich nahe an jenem
stirnseitigen Beckenrand aufgehalten habe, an dessen Nähe sie selbst
positioniert gewesen sei, und dass sich der Vorfall in ihrem direkten,
unmittelbaren und uneingeschränkten Blickfeld ereignet habe (Beschwerde S. 15/
16, 30/31).

5.
5.1 Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin als zweite
Sorgfaltspflichtverletzung vor, dass die permanente Überwachung aller Kinder
nicht gewährleistet gewesen sei. Unter den gegebenen Umständen sei eine
besonders intensive Überwachung erforderlich gewesen. Es liege auf der Hand,
dass bei zwölf spielenden Kindern eine gewisse Unübersichtlichkeit entstanden
sei. Die Beschwerdeführerin könne sich nicht dadurch entlasten, dass sie nicht
alle Kinder gleichzeitig im Auge habe behalten können. Es wäre ihr möglich
gewesen, die zwölf Kinder im Sinne eines Gesamtüberblicks dauernd im
Augenwinkel zu behalten beziehungsweise das Schwimmbecken zu "scannen" und bei
Auffälligkeiten sofort einzuschreiten. Dazu hätte sie alle ihr zumutbaren
organisatorischen Massnahmen ergreifen und unter anderem den bestmöglichen
Standort wählen müssen, um den nötigen Überblick zu behalten (angefochtenes
Urteil S. 19).

Die Beschwerdeführerin macht geltend, diese Ausführungen der Vorinstanz seien
weder sprachlich noch inhaltlich nachvollziehbar und offensichtlich unrichtig.
Was ihr die Vorinstanz damit konkret vorwerfe, lasse sich dem angefochtenen
Urteil nicht entnehmen. Die darin verwendeten Begriffe beispielsweise des
"Scannens" seien im konkreten Zusammenhang unklar. Sie habe sich entgegen der
schlicht aktenwidrigen Unterstellung der Vorinstanz nie mit dem Argument zu
entlasten versucht, dass sie nicht alle Kinder habe im Auge behalten können. Im
Gegenteil habe sie stets ausgesagt, dass sie dauernd das Becken überblickt und
alle Kinder in ihrem Blickfeld gehabt habe (Beschwerde S. 21 f.).

5.2 Den Ausführungen im angefochtenen Urteil kann in der Tat nicht entnommen
werden, was die Vorinstanz der Beschwerdeführerin unter dem Gesichtspunkt der
nicht permanenten Überwachung konkret vorwirft. Aus dem angefochtenen Entscheid
geht nicht hervor, was die Beschwerdeführerin nach der Auffassung der
Vorinstanz im Einzelnen noch hätte tun müssen, aber unterlassen hat. Die
Vorinstanz erwähnt konkret einzig die Wahl des bestmöglichen Standorts, und sie
wiederholt damit den Vorwurf, dass der Standort der Beschwerdeführerin
mangelhaft gewesen sei (siehe dazu E. 4 hievor). Welche konkreten weiteren "ihr
zumutbaren organisatorischen Massnahmen" die Beschwerdeführerin nach der
Auffassung der Vorinstanz noch hätte ergreifen müssen, ergibt sich aus dem
angefochtenen Urteil nicht. Die Beschwerdeführerin versuchte sich entgegen
einer Bemerkung im angefochtenen Entscheid nicht mit dem Argument zu entlasten,
sie habe nicht alle Kinder im Auge behalten können. Sie machte im Gegenteil
geltend, sie habe aus ihrer Position das ganze Becken überblickt und alle
Kinder im Blickfeld gehabt.

Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die Beschwerdeführerin beispielsweise
zwei Gruppen hätte bilden müssen und jeweils nur eine Gruppe in das Becken
lassen dürfen, falls sie sich "nicht in der Lage gefühlt hätte, alle Kinder
genügend zu beaufsichtigen" (angefochtenes Urteil S. 19). Diese Voraussetzung
ist indessen nicht erfüllt, da sich die Beschwerdeführerin sehr wohl in der
Lage fühlte, die zwölf Kinder genügend zu beaufsichtigen. Das Becken ist 16 m
lang und 9,5 m breit, und alle zwölf Kinder, einschliesslich das Opfer, hielten
sich - entsprechend den Instruktionen der Beschwerdeführerin - in dem Bereich
des Beckens auf, in welchem sie (mit dem Kopf über dem Wasser) stehen konnten,
mithin innerhalb einer Fläche 16 m x ca. 5 m. Im Übrigen verstiesse es gegen
den Anklagegrundsatz, die Fahrlässigkeit auch mit dem Argument zu begründen,
die Beschwerdeführerin habe es unterlassen, zwei Gruppen zu bilden. Ein solcher
Vorwurf wird in der Anklageschrift nicht erhoben.

6.
6.1 Gemäss den Ausführungen im angefochtenen Urteil hätte die
Beschwerdeführerin bei einer permanenten Überwachung in einer stehenden
Position an der Längsseite des Nichtschwimmerbeckens das besondere und deshalb
auffällige Verhalten des Opfers frühzeitig entdeckt und unmittelbar eingreifen
können, bevor der Knabe regungslos mit dem Kopf nach unten auf dem Wasser
gelegen wäre. Damit hätte eine Schädigung vermieden werden können. Selbst wenn
der Knabe aber bereits Wasser eingeatmet und einen reflektorischen
Stimmlippenkrampf erlitten hätte, hätten die Rettungsmassnahmen früher greifen
können. Wäre die Beschwerdeführerin nämlich so nahe am Becken gewesen, hätte
sie auch festgestellt, wie sich die Kinder verhielten und wie sich die
einzelnen im Wasser bewegten. Dabei wäre ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit das
Opfer spätestens in dem Moment aufgefallen, als es sich merkwürdig zu verhalten
begonnen habe respektive - falls der Blick der Beschwerdeführerin in diesem
Zeitpunkt auf einen anderen Ort des Beckens gerichtet gewesen wäre - kurze Zeit
später. Aufgrund dieses entscheidenden Zeitgewinns hätte der Knabe gerettet und
jedenfalls am Leben erhalten werden können. Die Reanimationsmassnahmen hätten
schneller begonnen werden können, und angesichts der Wiederbelebungszeit für
das Gehirn, die gemäss dem Ergänzungsgutachten des IRM Zürich vom 13. Januar
2009 zirka fünf bis maximal zehn Minuten dauere, hätte höchstwahrscheinlich
nicht nur die Kreislauffunktion wieder hergestellt, sondern auch vermieden
werden können, dass das Gehirn derart geschädigt worden wäre, dass der Hirntod
eingetreten wäre (angefochtenes Urteil S. 21).

Die Beschwerdeführerin rügt auch in diesem Punkt eine Verletzung der
Begründungspflicht und willkürliche Beweiswürdigung in mehrfacher Hinsicht
(Beschwerde S. 23 - 26).
6.2
6.2.1 Aus dem angefochtenen Urteil geht, wie erwähnt, mangels diesbezüglicher
Erläuterungen nicht hervor, was die Vorinstanz mit dem "besonderen und deshalb
auffälligen" respektive "merkwürdigen" Verhalten des Opfers meint, welche
tatsächlichen Vorgänge mithin damit festgestellt werden sollen (siehe E. 3
hievor). Somit ist auch offen, ob allfällige Vorgänge, die sich ereignet haben
sollen, bevor das Opfer mit dem Kopf nach unten regungslos auf dem Wasser lag,
überhaupt als erste Anzeichen für den Beginn eines möglichen Ertrinkens zu
interpretieren gewesen wären.

Aus dem angefochtenen Entscheid geht ebenfalls nicht hervor, wann und wie lange
sich das Opfer "besonders und deshalb auffällig" respektive "merkwürdig"
verhielt, bevor es mit dem Kopf nach unten regungslos auf dem Wasser lag und
alsdann von der Beschwerdeführerin geborgen wurde. Im angefochtenen Urteil ist
lediglich von einem "entscheidenden Zeitgewinn" die Rede, aufgrund dessen der
Knabe hätte gerettet und jedenfalls am Leben erhalten werden können. Wie viel
Zeit bei Anwendung der nach der Ansicht der Vorinstanz gebotenen Sorgfalt
tatsächlich gewonnen worden wäre, ergibt sich - wie in der Beschwerde mit Recht
eingewendet wird - aus dem angefochtenen Urteil nicht. Damit ist auch offen, ob
dieser allfällige Zeitgewinn für die Rettung des Lebens des Opfers entscheidend
gewesen wäre, was eine Fachfrage ist.
6.2.2 Die Vorinstanz gibt zwar in ihren allgemeinen Urteilserwägungen das
Gutachten des IRM Zürich vom 30. Oktober 2007 und das Ergänzungsgutachten des
IRM Zürich vom 13. Januar 2009 ausführlich wieder (angefochtener Entscheid S.
14 ff.). Sie setzt sich aber mit diesen Gutachten nicht auseinander und führt
nicht aus, welche Konsequenzen sich aus den Gutachten für den vorliegenden Fall
ergeben. Im Ergänzungsgutachten wird ausgeführt, dass laut Literatur ein
Ertrinkungsvorgang vom Verlegen der Atemwege durch Wasser (Unmöglichkeit der
Sauerstoffaufnahme durch die Lungen) bis zum Herz-Kreislaufstillstand ca. 3 - 5
Minuten dauert. Durch das Einatmen von Wasser und somit durch den ersten
Wasserkontakt mit der Kehlkopf-Innenseite komme es sehr häufig zuerst zu einem
sogenannten Kehlkopf-Schock und einem damit verbundenen reflektorischen
Stimmlippenkrampf (reflektorischer Verschluss der Atemwege durch die
Stimmbänder). Dies könne sehr rasch zu einem Bewusstseinsverlust führen, was
dem Betroffenen das Ergreifen von Selbstrettungsmassnahmen verunmögliche (keine
Gegenwehr, lautloses und daher oftmals unbemerktes Versinken). In dieser Phase
des Ertrinkens - bis zum Nachlassen des Stimmlippenkrampfes - würden oft
grössere Mengen Wasser verschluckt, was zum Erbrechen führen könne. Da der
Atemantrieb anfangs noch erhalten sei, gelange nun Wasser in die Lungen
(Ergänzungsgutachten S. 2, kant. Akten p. 146). Das Ergänzungsgutachten hält
fest, da die zeitlichen Abläufe des Ereignisses vom Morgen des 20. August 2007
nicht im Detail bekannt seien, lasse sich nicht bestimmen, ob ein rascherer
Beginn der Reanimationsbemühungen quod ad vitam und insbesondere auch bezüglich
des neurologischen Outcomes zum Erfolg geführt hätte. Daher konnte der Experte
auch die Fragen, ob das Leben des Opfers bei sofortiger Reanimation
beziehungsweise bei einem Einsatz der Ambulanz um einige Minuten früher hätte
gerettet werden können, nicht abschliessend beantworten (Ergänzungsgutachten S.
3, kant. Akten p. 147). Mit diesen Ausführungen des Gutachters setzt sich die
Vorinstanz im angefochtenen Urteil nicht auseinander. Statt dessen geht sie
ohne Begründung davon aus, dass bei Anwendung der ihres Erachtens gebotenen
Sorgfalt ein entscheidender Zeitgewinn resultiert hätte und dadurch das Leben
des Opfers höchstwahrscheinlich gerettet worden wäre.
6.2.3 Unklar ist im Weiteren, was die Vorinstanz mit ihrer Erwägung zum
Ausdruck bringen will, dass die Rettungsmassnahmen früher hätten greifen
können, selbst wenn der Knabe bereits Wasser eingeatmet und einen
reflektorischen Stimmlippenkrampf erlitten hätte.
6.2.4 Die zusammenfassende Schlussfolgerung der Vorinstanz, der Erfolg wäre bei
einer permanenten Überwachung in einer stehenden Position höchstwahrscheinlich
verhindert worden, ist mangels diesbezüglicher tatsächlicher Feststellungen im
angefochtenen Urteil nicht begründet.

7.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 12 Abs. 3 und Art. 117
StGB. Sie macht geltend, selbst auf der Grundlage der tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz falle eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung
ausser Betracht, da ihr Verhalten nicht pflichtwidrig unvorsichtig und für den
eingetretenen Erfolg nicht im rechtlichen Sinne relevant kausal gewesen sei
(Beschwerde S. 28 ff.).

7.1 Die Beschwerdeführerin anerkennt mit Recht, dass sie als verantwortliche
Lehrerin während des Schwimmunterrichts von Gesetzes wegen eine Obhutspflicht
traf und ihr daher eine Garantenstellung zukam. Ob sie entsprechend den
Erwägungen im angefochtenen Urteil (S. 16 E. 2.5) durch das Abhalten des
Schwimmunterrichts eine Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Schulkinder
schuf und auch aus diesem Grunde eine Obhutspflicht traf, was in der Beschwerde
(S. 28/29) bestritten wird, kann hier dahingestellt bleiben.

7.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Wahl des Standorts sei nicht
pflichtwidrig unvorsichtig gewesen. Selbst wenn aus nachträglicher Sicht ein
anderer Standort möglicherweise vorteilhafter gewesen wäre, könne daraus nicht
ohne weiteres auf eine Sorgfaltswidrigkeit geschlossen werden. Andernfalls
würde der "richtige" Standort je nach Ablauf des Unfalls an allen möglichen
Stellen liegen.
7.2.1 Es war grundsätzlich nicht pflichtwidrig unvorsichtig, dass die
Beschwerdeführerin ihre Position nicht an einer der beiden 16 m langen
Längsseiten, sondern an einer der beiden 9,5 m langen Stirnseiten des
rechteckigen Beckens wählte. Der Beckenboden verläuft entlang den Stirnseiten
des Beckens kontinuierlich nach unten. Die Beschwerdeführerin hatte, indem sie
sich ungefähr in der Mitte der Stirnseite aufhielt, linkerhand den weniger
tiefen und rechterhand den tieferen Bereich des gesamten Beckens im Blickfeld.
7.2.2 Wäre die Beschwerdeführerin am stirnseitigen Beckenrand gestanden, so
hätte sie nach der im Ergebnis willkürfreien sinngemässen Feststellung der
Vorinstanz eine bessere Übersicht über diejenigen Kinder gehabt, welche sich
allenfalls am jenseitigen stirnseitigen Beckenrand aufhielten (siehe E. 4.3.5
hievor). Indem die Beschwerdeführerin stattdessen 3,6 m vom stirnseitigen
Beckenrand entfernt auf der zweiten respektive oberen Treppenstufe und somit
lediglich 69 cm über dem Boden sass, handelte sie nach der im Ergebnis
zutreffenden Auffassung der Vorinstanz sorgfaltswidrig. Ob diese
Sorgfaltswidrigkeit auch relevant war, ist jedoch mangels diesbezüglicher
tatsächlicher Feststellungen im angefochtenen Urteil offen (siehe E. 4.4
hievor).

7.3 Mangels diesbezüglicher tatsächlicher Feststellungen im angefochtenen
Urteil ist auch unklar, inwiefern die Beschwerdeführerin nach der Auffassung
der Vorinstanz die Kinder nicht "permanent" überwacht habe, aus welchen Gründen
die von der Beschwerdeführerin tatsächlich praktizierte Überwachung
sorgfaltswidrig und inwiefern eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung
relevant gewesen sei. Der Vorwurf der Sorgfaltspflichtverletzung durch nicht
permanente beziehungsweise nicht genügend intensive Überwachung der Kinder ist
mangels diesbezüglicher tatsächlicher Feststellungen im angefochtenen Entscheid
nicht begründet (siehe E. 5 hievor).

7.4 Mangels diesbezüglicher tatsächlicher Feststellungen im angefochtenen
Urteil ist sodann offen, wie viel Zeit bei Anwendung der nach der Ansicht der
Vorinstanz gebotenen Sorgfalt gewonnen und ob bei einem entsprechend früheren
Beginn der Reanimationsmassnahmen der Tod des Opfers höchstwahrscheinlich
verhindert worden wäre (siehe E. 6 hievor).

8.
Die vorinstanzlichen Erwägungen reichen somit mangels tatsächlicher
Feststellungen im angefochtenen Entscheid zur Begründung des Schuldspruchs
wegen fahrlässiger Tötung nicht aus. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen, das
Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 30. September 2010 aufzuheben
und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Es ist den kantonalen Behörden von Bundesrechts wegen unbenommen, den
Sachverhalt näher abzuklären und hernach, unter Beachtung des
Anklagegrundsatzes, neu darüber zu entscheiden, ob die Beschwerdeführerin durch
ihr Verhalten im Sinne von Art. 117 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 3 StGB
fahrlässig den Tod des Opfers verursacht hat. Die Vorinstanz wird insbesondere
klarstellen, in welchen konkreten tatsächlichen Vorgängen sich das von ihr so
bezeichnete "besondere und deshalb auffällige" respektive "merkwürdige"
Verhalten des Opfers manifestierte; wie lange dieses Verhalten andauerte;
inwiefern zufolge der von der Beschwerdeführerin gewählten sitzenden Position
3,6 m vom stirnseitigen Beckenrand entfernt die Sicht der Beschwerdeführerin
auf das konkrete Opfer unter Berücksichtigung von dessen Position im
massgebenden Zeitraum eingeschränkt war; um wie viel Zeit früher die
Beschwerdeführerin das von der Vorinstanz so bezeichnete "besondere und deshalb
auffällige" respektive "merkwürdige" Verhalten des Opfers wahrgenommen hätte,
wenn sie die zwölf Kinder im Becken aus einer stehenden Position am
stirnseitigen Beckenrand überwacht hätte, und weshalb bei einem entsprechend
früheren Eingreifen und somit entsprechend früheren Beginn der
Reanimationsmassnahmen unter Berücksichtigung des Zustands des Opfers in jenem
Zeitpunkt der Tod höchstwahrscheinlich verhindert worden wäre.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1
und 4 BGG) und hat der Kanton Aargau der Beschwerdeführerin eine Entschädigung
zu zahlen (Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des Kantons
Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, vom 30. September 2010 aufgehoben und die
Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Der Kanton Aargau hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr.
3'000.-- zu zahlen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Juni 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mathys Näf