Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.948/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_948/2010

Urteil vom 12. Mai 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Bundesrichter Denys,
Gerichtsschreiber Keller.

Verfahrensbeteiligte
X.________, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Grimmer,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin 1 und
Gebäudeversicherung des Kantons Zürich, Thurgauerstrasse 56, 8050 Zürich,
Beschwerdegegnerin 2.

Gegenstand
Fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst (Art. 222 Abs. 1 StGB),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, vom 15. September 2010.

Sachverhalt:

A.
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte X.________ wegen mehrfacher grober
Verkehrsregelverletzung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 140.--,
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse
von Fr. 1'800.--. Vom Vorwurf der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst
sprach es ihn frei und verwies die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen
der Geschädigten auf den Zivilweg.

B.
Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich als Geschädigte erklärte gegen den
Freispruch Berufung beim Obergericht des Kantons Zürich. Dieses stellte die
Rechtskraft der Verurteilung wegen mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung
sowie des Verweises der Geschädigten auf den Zivilweg fest. Es verurteilte
X.________ zusätzlich wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst und
sanktionierte ihn mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 140.--,
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse
von Fr. 1'800.--.

C.
X.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, das Urteil des
Obergerichts des Kantons Zürich sei aufzuheben, und er sei vom Vorwurf der
fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst freizusprechen. Die
Verfahrenskosten am Bezirksgericht Zürich seien ihm nur zu zwei Dritteln
aufzuerlegen. Diejenigen des Obergerichts sowie des Bundesgerichts seien auf
die Staatskasse zu nehmen. Zudem sei ihm für jede Instanz eine
Prozessentschädigung auszurichten.

D.
Die Vorinstanz sowie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich verzichten
auf eine Vernehmlassung. Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich beantragt,
die Beschwerde sei abzuweisen, und das Urteil des Obergerichts des Kantons
Zürich sei zu bestätigen. Eventualiter sei die Sache zur Erhebung weiterer
Feststellungen zum Sachverhalt an das Obergericht zurückzuweisen.
Erwägungen:

1.
Die Vorinstanz geht von folgendem - grundsätzlich unbestrittenen - Sachverhalt
aus:
Der Beschwerdeführer begab sich am 17. Juli 2008 auf den Estrich im 3. Stock
eines Mehrfamilienhauses in Zürich, in dem er wohnte, um das Futter seiner
Motorradjacke, das er dort vermutete, zu suchen. Um ca. 22.12 Uhr lief er in
eine Spinnwebe, die in seinem Gesicht und den Haaren haften blieb, was er als
eklig empfand. Als er vor ihm auf Brusthöhe eine zweite Spinnwebe erblickte,
nahm er ein zufällig mitgeführtes Feuerzeug aus seiner Hosentasche und zündete
die Spinnwebe - ca. 50-60 cm unterhalb des Isolationsmaterials der
Dachverkleidung - an, wobei eine leicht bläuliche Flamme entstand, die sich dem
Netz entlang bis zur Dachverkleidung ausbreitete. Dabei begann die aus
unverarbeiteten und mit blossem Krepppapier umhüllten Kokosmatten bestehende
Dachisolation zu glimmen. Der Beschwerdeführer erstickte die münzengrosse Glut
mit seinen Händen. Er wandte sich daraufhin ab und suchte wieder nach dem
Jackenfutter. Wenige Momente später nahm er Rauch wahr und sah, dass sich von
der ursprünglichen Glimmstelle aus ein Feuer ausbreitete. Trotz sofortigen
Löschversuchen des Beschwerdeführers geriet der Dachstock innert kürzester Zeit
in Vollbrand.

2.
2.1.1 Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer habe gewusst, dass es sich
um einen alten Dachstock gehandelt habe. Seine Tätigkeit im Zusammenhang mit
Dachisolationsmatten in einer Schreinerei im Jahre 1992 könne ihn nicht
entlasten. Er sei selber davon ausgegangen, der Dachstock stamme aus den
30er-Jahren, weshalb er aufgrund seiner beruflichen Erfahrung nicht habe darauf
schliessen können, man habe früher dasselbe feuerfeste Material verwendet. Er
habe ausgesagt, das Isolationsmaterial bei früheren Begehungen als
strohähnliche Matten eingestuft zu haben. Er habe daher mit der leichten
Entzündbarkeit des Materials rechnen müssen. Er habe zwar das offene Feuer
nicht direkt gegen die Kokosmatten gehalten. Ein verständiger Erwachsener müsse
berücksichtigen, dass sich eine Spinnwebe bei Feuerkontakt nicht einfach
auflöse, sondern auch brennen könne. Der Kausalverlauf (vorsätzliches Anbrennen
der Spinnweben, Weiterleitung der Flamme zum leicht brennbaren
Isolationsmaterial, rasches Ausbreiten der Flamme auf das gesamte
Isolationsmaterial und Abbrennen des Dachstocks mit entsprechendem Schadenbild)
sei für den Beschwerdeführer bei Beginn der Verwendung seines Feuerzeugs
vorhersehbar gewesen. Seine Unsorgfalt habe entgegen der ersten Instanz darin
gelegen, dass er unter den konkreten Umständen mit Feuer hantiert habe
(angefochtenes Urteil, S. 10 f.).
2.1.2 Die Aussage des Leiters der kantonalen Feuerpolizei habe deutlich
gemacht, dass keine feuerpolizeiliche Verpflichtung bestanden habe, das
Isolationsmaterial auszutauschen. Kokosfasermatten seien vor 40 Jahren und mehr
ein gängiges Isolationsmaterial gewesen. Bei bestehenden Bauten gelte die
Bestandesgarantie, ausser bei einem gefährlichen polizeilichen Missstand, was
bei der in Frage stehenden Liegenschaft nicht zugetroffen habe (angefochtenes
Urteil, S. 12).
2.1.3 Nach Auffassung der Vorinstanz hätte der Brand allenfalls mit einem
sofort greifbaren Feuerlöscher frühzeitig gelöscht werden können. Die
Eigentümerschaft sei jedoch nicht verpflichtet gewesen, im Dachgeschoss, das
lediglich als Winde verwendet worden sei, Brandschutzvorrichtungen wie
Brandmelder, Sprinkler etc. einzubauen. Mit dem Vorgehen des Beschwerdeführers
- dies sei auch die Meinung der kantonalen Feuerpolizei - habe die
Hauseigentümerschaft nicht rechnen müssen (angefochtenes Urteil, S. 14). Da er
bereits durch das Inbrandsetzen der Spinnwebe den Tatbestand der fahrlässigen
Verursachung einer Feuersbrunst erfüllt habe, könne offenbleiben, ob er seine
Sorgfaltspflichten durch nachlässiges Löschen der Glut verletzt habe
(angefochtenes Urteil, S. 16).
2.1.4 Die nachträglich eingebaute Lukarne am anderen Ende des Daches hätte auch
bei Einholen einer Baubewilligung nicht dazu geführt, das gesamte Dach mit
modernen feuerfesten Matten zu isolieren. Im Übrigen könne offenbleiben, ob die
Begehung der Liegenschaft durch die Beschwerdegegnerin 2 im Jahre 2004 nur der
Schätzung des Gebäudewerts gedient oder eine Besichtigung allfälliger
technischer Mängel stattgefunden habe (angefochtenes Urteil, S. 15).
2.2
2.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe den Tatbestand der
fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst weder durch eine Handlung
(Entfernen der Spinnwebe mittels Feuerzeugs) noch durch Unterlassen
(Nachlässigkeit beim Löschen der Glut) erfüllt, weshalb er freizusprechen sei
(Beschwerde, S. 13). Selbst wenn er von der Brennbarkeit hätte ausgehen müssen,
habe er nicht damit rechnen müssen, dass das Isolationsmaterial wie ein
eigentlicher Brandbeschleuniger wirke (Beschwerde, S. 15). Aus dem
Erscheinungsbild der Isolationsmatten lasse sich nichts ableiten. Sowohl die
Kokosmatten wie auch zum Beispiel schwer entflammbare Hanffaserdämmwolle sähen
wie Stroh aus. Entgegen der Vorinstanz habe er aufgrund seiner persönlichen
Verhältnisse, seiner Berufserfahrungen und Kenntnisse aufgrund eines Ferienjobs
im Jahre 1992 in einer Schreinerei, die Dachisolationen herstellte, davon
ausgehen dürfen und müssen, dass die in Frage stehenden Isolationsmatten nicht
oder nur sehr schwer brennbar gewesen seien (Beschwerde, S. 16). Er habe
anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung geschätzt, dass das Haus aus
den 30er-Jahren stamme. Dieses Wissen sei ihm zugerechnet worden, während seine
beruflichen Erfahrungen von der Vorinstanz keine Berücksichtigung gefunden
hätten. Dies sei willkürlich und verletze Art. 9 BV (Beschwerde, S. 14 f.).
Es könne daher dahingestellt bleiben, ob Spinnweben leicht entzündbar seien
oder sich bei Hitze in Luft auflösten. Die Annahme der Vorinstanz, Spinnweben
entzündeten sich bei Hitzeexposition in jedem Fall unter Flammenbildung, sei
nicht erstellt. Vielmehr löse sich eine Spinnwebe im Normalfall nur auf, ohne
selbst Feuer zu fangen (Beschwerde, S. 17).
2.2.2 Der Beschwerdeführer macht zudem ein grobes Drittverschulden geltend,
welches den Kausalzusammenhang unterbreche. So sei zu berücksichtigen, dass die
Isolationsmatten aus unbehandelten Kokosmatten seit Jahrzehnten nicht mehr
verbaut werden dürften. Die Eigentümerschaft hätte im Gegensatz zu ihm von der
hohen Brandgefährlichkeit wissen müssen. Sie hätte daher aufgrund von § 12 des
Gesetzes über die Feuerpolizei und das Feuerwesen des Kantons Zürich vom 24.
September 1978 (LS 861.1) alles Zumutbare vorkehren müssen, um Brandschäden zu
verhindern. Dasselbe ergebe sich aus Art. 18 der Brandschutznorm der
Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen vom 23. März 2003. Zum technischen
Brandschutz gehörten gemäss Art. 54 der Brandschutznorm Löscheinrichtungen wie
etwa Wasserlöschposten, Handfeuerlöscher, Brandmelde- und Sprinkleranlagen
(Beschwerde, S. 17 ff.). Die Eigentümerin wäre zumindest - ungeachtet der
Bestandesgarantie des nicht mehr zugelassenen Isolationsmaterials -
verpflichtet gewesen, einen Handfeuerlöscher sowie Warnhinweise anzubringen.
Auch wenn die Eigentümerschaft (so die Vorinstanz) nicht habe damit rechnen
müssen, dass jemand im Dachstock mit offenem Feuer hantiere, ändere dies nichts
an ihrer Eigenverantwortung. Die Vorinstanz urteile willkürlich, wenn sie ihm
die Brandschutznorm entgegenhalte und die Eigentümerschaft von sämtlichen
Verpflichtungen und jeglicher Verantwortung freispreche (Beschwerde, S. 20 f.).
2.2.3 Der Beschwerdeführer verweist weiter auf einen seiner Auffassung nach
vergleichbaren Fall, bei dem ein Elektromonteur mit einem ungeeigneten Bohrer
eine Holztrennwand durchbohrt habe. Aufgrund der hohen Reibwärme habe sich die
aus Kokosfasermatten bestehende Wandisolation entzündet. Das Gericht habe den
Elektromonteur freigesprochen, da der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
dessen Verhalten sowie dem Brand durch die Verwendung des unerlaubten und
leicht brennbaren Isolationsmaterials unterbrochen worden sei. Dieser Fall habe
sich 1986 ereignet und gelte heute - Jahrzehnte nach dem Verbot der Verwendung
unbehandelter Kokosfasermatten - umso mehr, weshalb er wegen groben
Drittverschuldens der Eigentümerin freizusprechen sei (Beschwerde, S. 21 f.).
2.2.4 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die eine Dachwohnung sei
vor etwa 30 Jahren nachträglich ohne Bewilligung eingebaut worden. Dieses
Bauvorhaben sei nicht feuerpolizeilich abgenommen worden, weshalb auch eine
Anpassung der Dachisolation an die feuerpolizeilichen Vorgaben unterblieben
sei. Der Kausalzusammenhang sei auch deshalb unterbrochen. Im Jahr 2003 hätten
weitere Umbauarbeiten im Haus stattgefunden, was eine Begehung der Liegenschaft
durch die Beschwerdegegnerin 2 nach sich gezogen habe. Dass es sich hierbei
lediglich um eine Gebäudeschätzung gehandelt habe, sei nicht erstellt. Wären
die Isolationsmatten als feuergefährlich erkennbar gewesen, hätte die
Beschwerdegegnerin 2 auf diesen Umstand, die mangelhafte Beschilderung sowie
die fehlenden Feuerlöscher hinweisen müssen. Die Vorinstanz habe diesbezüglich
aktenwidrig und willkürlich argumentiert (Beschwerde, S. 23 ff.).

2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat. Die Feststellung des Sachverhalts durch die
Vorinstanz kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h.
willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (BGE 133 II 249 E. 1.2.2), oder wenn sie
auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht
(Art. 97 Abs. 1 BGG). Die Rüge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des
Sachverhalts (Art. 105 Abs. 2 BGG) prüft das Bundesgericht ebenfalls unter den
in Art. 106 Abs. 2 BGG vorgegebenen Bedingungen.

2.4 Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, muss substantiiert darlegen, inwiefern die Voraussetzungen
einer Ausnahme gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind und das Verfahren bei
rechtskonformer Ermittlung des Sachverhalts anders ausgegangen wäre. Der
Beschwerdeführer kann sich nicht damit begnügen, den bestrittenen
Feststellungen eigene tatsächliche Behauptungen gegenüberzustellen oder
darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach zu würdigen gewesen wären.
Vielmehr hat er klar und substantiiert aufzuzeigen, inwiefern die gerügten
Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich
unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG
beruhen. Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz,
die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (BGE 133 III 462
E. 2.4).

2.5 Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher
Ermessensspielraum zu (Urteil des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 2. Dezember
2010 E. 5.3.3; BGE 120 Ia 31 E. 4b). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde
hin nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere
offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder
solche willkürlich ausser Acht lässt (BGE 132 III 209 E. 2.1). Inwiefern das
kantonale Gericht sein Ermessen im dargelegten Sinn missbraucht haben soll, ist
in der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 130 I 258 E. 1.3).
Namentlich genügt es nicht, einzelne Beweise anzuführen, die anders als im
angefochtenen Entscheid gewichtet werden sollen, und dem Bundesgericht in
appellatorischer Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten, als ob diesem
die freie Prüfung aller Tat- und Rechtsfragen zukäme (Urteil 6B_209/2010 vom 2.
Dezember 2010 E. 5.3.3).

2.6 Der Beschwerdeführer setzt sich zwar ausführlich mit den Feststellungen der
Vorinstanz zum Sachverhalt auseinander, vermag allerdings keine Willkür der
vorinstanzlichen Beweiswürdigung aufzuzeigen. Dies betrifft etwa den von ihm
geschilderten Fall des freigesprochenen Elektromonteurs, der mit einem
ungeeigneten Bohrer eine Holztrennwand durchbohrt und die aus Kokosfasermatten
bestehende Wandisolation entzündet hatte. Dieser Fall ist mit dem vorliegenden
schon deshalb nicht vergleichbar, weil der Elektromonteur kein Feuer entfacht
und das Isolationsmaterial hinter der Wand optisch nicht sichtbar war. Die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte berufliche Erfahrung, welche die Vorinstanz
nicht berücksichtigt habe, kann ihm ebenfalls nicht zum Vorteil gereichen.
Vielmehr hätte er im Gegenteil aufgrund seiner Erfahrung wissen müssen, dass
sich die früher verwendeten Isolationsmaterialien von den heutigen
unterscheiden (hierzu E. 3.3). Unbeheflich ist auch der Hinweis auf die
Begehung der Liegenschaft anfangs 2004 durch die Beschwerdegegnerin 2, zumal
die Ausführungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden sind, wonach zu diesem
Zeitpunkt bei der Liegenschaft keine technischen Mängel bestanden, die hätten
gerügt werden können und müssen.

3.
3.1.1 Wer fahrlässig zum Schaden eines andern oder unter Herbeiführung einer
Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei
Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 222 Abs. 1 StGB). Fahrlässig begeht ein
Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger
Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig
ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er
nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist
(Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Herbeiführung einer
Feuersbrunst setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung
einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, wenn
der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse
und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte
erkennen können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten
Risikos überschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten
gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie
nach diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der
Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze, wie etwa den allgemeinen
Gefahrensatz, gestützt werden kann. Denn einerseits begründet nicht jeder
Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte Tätigkeiten allgemein
anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, und andererseits kann
ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte
Verhaltensnorm verstossen wurde. Dabei bestimmt sich die Vorsicht durch die
konkreten Umstände und die persönlichen Verhältnisse des Täters, weil
naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst
werden können (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen).
3.1.2 Im konkreten Fall legt Art. 17 der Brandschutznorm der Vereinigung
kantonaler Feuerversicherungen vom 26. März 2003 fest, dass mit Feuer und
offenen Flammen, Wärme, Elektrizität und anderen Energiearten, feuer- oder
explosionsgefährlichen Stoffen sowie mit Maschinen, Apparaten usw. so umzugehen
ist, dass keine Brände oder Explosionen entstehen.
3.1.3 Grundvoraussetzung für eine Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die
Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg
führenden Geschehensabläufe müssen für den Beschwerdeführer mindestens in ihren
wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Es ist daher zu prüfen, ob dieser eine
Gefährdung der Rechtsgüter hätte voraussehen beziehungsweise erkennen können
und müssen. Zur Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz.
Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
und der allgemeinen Lebenserfahrung einen Erfolg wie den eingetretenen
herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Dies ist ex ante, d.h. im
Zeitpunkt des Handelns, zu beurteilen. Die Adäquanz ist zu verneinen, wenn ganz
aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Geschädigten
beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als
Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und
die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste
Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren -
namentlich das Verhalten des Beschwerdeführers - in den Hintergrund drängen
(BGE 135 IV 56 E. 2.1 und E. 2.2. mit Hinweisen).
3.1.4 Neben der Voraussehbarkeit bildet die Vermeidbarkeit eine weitere
Voraussetzung, um ein pflichtwidriges Verhalten des Beschwerdeführers zu
bejahen. Dabei wird der hypothetische Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob
der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung
des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Beschwerdeführers mindestens mit
einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 135
IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen).

3.2 Der Beschwerdeführer hätte die Feuersbrunst zweifellos vermeiden können,
hätte er darauf verzichtet, die Spinnwebe im Dachstock anzuzünden. Eine
plausible Veranlassung hierzu hatte er nicht. Er bringt denn auch lediglich
vor, Ekel gegenüber den Spinnweben verspürt zu haben. Andere Massnahmen, wie
etwa die Spinnweben mit einem Besen zu entfernen, ergriff er nicht und zog sie
nicht einmal in Erwägung. Er bildete damit unbestrittenermassen die Ursache des
Dachstockbrandes. Das Anzünden der Spinnweben durch den Beschwerdeführer ist
zweifelsohne als unüberlegt und als unnötig einzustufen. Die Sinn- und
Zwecklosigkeit einer Handlung darf freilich nicht mit einer Sorgfaltswidrigkeit
gleichgesetzt werden. Näher zu untersuchen ist vorliegend, ob der
Beschwerdeführer den eingetretenen Erfolg vorausgesehen hat beziehungsweise
hätte voraussehen müssen. Die Vorinstanz bejaht dies mit Blick auf das dem
Beschwerdeführer bekannte Alter des Dachstocks, sein Wissen um die leichte
Entzündbarkeit der "strohähnlichen" Isolationsmatten sowie die leichte
Brennbarkeit von Spinnweben. Zudem habe er den Kausalverlauf vom vorsätzlichen
Anbrennen der Spinnweben bis zum Dachstockbrand voraussehen müssen.

3.3 Wie die Vorinstanz festhält, durfte der Beschwerdeführer aufgrund des
Alters des Dachstockes (Baujahr 1949) nicht auf die schwere Brennbarkeit der
verwendeten Dachisolation schliessen. Seine Kenntnisse über die Entflammbarkeit
von Dachisolationen, die er bei seiner Tätigkeit in einer Schreinerei im Jahre
1992 erworben hatte, können hieran nichts ändern. Schwer entflammbare
Dachisolationen, zunächst insbesondere asbesthaltige Isolationsmaterialien,
fanden erst später Verwendung und wurden ab den 80er-Jahren durch asbestfreie
Produkte ersetzt. Dem Beschwerdeführer, der schätzte, die Hauserrichtung habe
in den 30er-Jahren stattgefunden, musste daher klar sein, dass die von ihm in
den 90er-Jahren verarbeiteten Isolationsprodukte nicht bereits 40-50 Jahre
vorher Verwendung fanden. Hierauf deutet auch hin, dass er die in Frage
stehende Dachisolation als strohähnliche Isolationsmatten beschrieben hat.

3.4 Aufgrund der gesamten Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten
musste und konnte der Beschwerdeführer den Kausalverlauf zwischen dem
vorsätzlichen Anbrennen der Spinnwebe bis zum Dachstockbrand zumindest in
seinen wesentlichen Zügen voraussehen, weshalb der Tatbestand der fahrlässigen
Verursachung einer Feuersbrunst erfüllt ist.

3.5 Unbehelflich ist sein Vorbringen, dass die Eigentümerschaft des Wohnhauses
den Kausalzusammenhang durch grobes Eigenverschulden unterbrochen hat. Zwar
hätte der Brand gemäss Vorinstanz mit einem sofort greifbaren Feuerlöscher
allenfalls frühzeitig gelöscht werden können. Die Brandschutzrichtlinie über
die Löscheinrichtungen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen vom 26.
März 2003 legt in Ziff. 3.1.2 Abs. 1 denn auch fest, dass Löschgeräte so
anzuordnen sind, dass ein Brand an jeder Stelle von Bauten und Anlagen bekämpft
werden kann. Die Gehweglinie zum nächsten Löschgerät darf dabei nicht mehr als
40 m betragen. Abs. 2 derselben Bestimmung präzisiert, dass in Bereichen mit
besonderen Brandgefahren an geeigneten Stellen zusätzliche Löschgeräte zu
installieren sind. Indessen ist diese Richtlinie für Altbauten, von hier nicht
zutreffenden Ausnahmen abgesehen, nicht anwendbar (Art. 2 Abs. 2 der
Richtlinie), weshalb hieraus keine Vorschrift über den Einbau von
Brandschutzvorrichtungen abgeleitet werden kann.
Der Verzicht der Hauseigentümerschaft, einen Warnhinweis anzubringen, der etwa
das Rauchen untersagt und die Bewohner auf die Gefahr offenen Feuers im
Dachstock aufmerksam gemacht hätte, stellt ebenfalls kein grobes
Eigenverschulden dar, das den adäquaten Kausalzusammenhang unterbrechen würde.
Keinen Unterbruch bewirkt auch der ohne Bewilligung durchgeführte nachträgliche
Einbau einer Dachwohnung. Die Vorinstanz führt richtigerweise aus, dass sich
der Brandherd am anderen Ende des Daches befand und auch eine allfällige
feuerpolizeiliche Sanierungspflicht im Bereich der Dachwohnung nicht das ganze
Haus betroffen hätte.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegegnerin 2 obsiegt mit ihrem
Hauptantrag, die Beschwerde sei abzuweisen. Der Beschwerdeführer hat ihr daher
eine angemessene Entschädigung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Der
Beschwerdegegnerin 1 ist keine Entschädigung auszurichten (Art. 68 Abs. 3 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin 2 eine Entschädigung von Fr.
2'000.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Mai 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mathys Keller