Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.949/2010
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_949/2010

Urteil vom 11. April 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,
Gerichtsschreiber Borner.

Verfahrensbeteiligte
N.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Widerhandlungen gegen das SVG,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1. Strafkammer,
vom 1. Oktober 2010.

Sachverhalt:

A.
Der Gerichtspräsident 6 des Gerichtskreises V Burgdorf büsste N.________ am 23.
Juni 2010 wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Überschreiten der
allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 16 km/h) mit Fr. 400.--.

Auf Appellation des Gebüssten bestätigte das Obergericht des Kantons Bern am 1.
Oktober 2010 das erstinstanzliche Urteil.

B.
N.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben, eventuell sei die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen.

Erwägungen:

1.
Der Beschwerdeführer macht geltend, der Radar habe seine Geschwindigkeit
unzulässigerweise in einer Kurve gemessen.

Die Vorinstanz erwägt, die Messdatenbildung für den abschliessenden Messwert
finde erst ein paar Meter vor der Triggerlinie statt, so dass sich die
Messphase auf einem geraden Stück befinde (vgl. act. 70). Mit dieser Begründung
setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Deshalb ist auf seine
Ausführungen nicht einzutreten.

2.
Der Beschwerdeführer argumentiert mit einem Toleranzabzug von 5 km/h und kommt
so auf eine Geschwindigkeit von 65.6 km/h, die noch im Ordnungsbussenbereich
liege.

Die Geschwindigkeit des Beschwerdeführers wurde mit folgenden Komponenten
gemessen: Überwachungssystem für Rotlicht und Geschwindigkeit Gatso
GTC-D_NID_LTR, Radar Detektor Gatso NID und Radarsensor Gatso LTR
(angefochtener Entscheid S. 6 Ziff. 1). Der Gutachter beziffert im konkreten
Fall die Unsicherheit des gemessenen Wertes mit maximal 2.0 km/h (S. 10 Mitte).
Nach Abzug dieses Wertes bestimmt die Vorinstanz die relevante Geschwindigkeit
mit 68.6 km/h (S. 14 Abs. 2). Mit diesen zutreffenden Erwägungen setzt sich der
Beschwerdeführer nicht auseinander. Seine Ausführungen (die stufenweisen
Sanktionen der OBV bei Geschwindigkeitsübertretungen seien angesichts der
grösseren Messgenauigkeiten der neuen Geräte nicht mehr zeitgemäss; das
Aufrunden der gemessenen Geschwindigkeit von 70.6 auf 71 km/h sei willkürlich)
gehen an der Sache vorbei bzw. sind nicht von Bedeutung, weil der
Beschwerdeführer die Höchstgeschwindigkeit um mindestens 16 km/h überschritten
hat.

3.
Der Beschwerdeführer bezeichnet 3 Fotos als nicht verwertbar, weil genaue
Angaben fehlten, zu welchem Zeitpunkt (100/Sek.) sie gemacht worden seien.

Die Vorinstanz hält dazu unter anderem fest, die Uhrzeiten auf den Fotos seien
für die gutachterlichen Feststellungen und Schlussfolgerungen ohne Belang
gewesen (angefochtener Entscheid S. 14). Damit setzt sich der Beschwerdeführer
nicht auseinander, weshalb auf seine Rüge nicht einzutreten ist.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 1.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. April 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Borner