Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.976/2010
Zurück zum Index Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010
Retour à l'indice Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 2010


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
6B_976/2010

Urteil vom 16. Dezember 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

1. A.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Sonja Vollenweider,
2. Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Üble Nachrede,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer,
vom 1. September 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdegegner 1 ist Rechtsanwalt. Im Zusammenhang mit einer
mietrechtlichen Streitigkeit bezeichnete er den Beschwerdeführer einer
Sachbearbeiterin der Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht des Kantons Luzern
gegenüber am Telefon als Querulanten und Psychopathen. Das Obergericht des
Kantons Luzern sprach den Beschwerdegegner 1 mit Urteil vom 1. September 2010
im Appellationsverfahren vom Vorwurf der üblen Nachrede frei. Der
Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss einen
Schuldspruch des Beschwerdegegners 1. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen
Verfahren beteiligt war, ist er indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von
Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch die angebliche üble Nachrede in
seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar
beeinträchtigt wurde, ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit.
b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG. Als Geschädigter, der nicht
Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 136 IV
39). Eine Verletzung von Rechten, die ihm als am Verfahren beteiligte Partei
nach dem Prozessrecht oder aufgrund der BV oder der EMRK zustehen, macht er
nicht geltend. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht
einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG
abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen
Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu
tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Dem Beschwerdegegner 1 ist keine Entschädigung
auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte. Damit ist dessen
Gesuch um Sicherstellung einer Parteientschädigung gegenstandslos.
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, II.
Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Dezember 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn