Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 1B.437/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
1B_437/2011

Urteil vom 14. September 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Bundesrichter Raselli, Merkli,
Gerichtsschreiber Forster.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer, handelnd durch den Inhaber der elterlichen Sorge
Y.________, vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Bernard,

gegen

Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt, Josefstrasse 59, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Jugendstrafprozess, vorsorgliche stationäre Unterbringung,

Beschwerde gegen den Beschluss vom 12. August 2011 des Obergerichtes des
Kantons Zürich, III. Strafkammer.

Sachverhalt:

A.
Die Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt führt eine Strafuntersuchung gegen (den
noch nicht ganz 16-jährigen) X.________ wegen versuchter Tötung. Der
Beschuldigte wurde am 15. Juni 2011 deswegen verhaftet und in Untersuchungshaft
versetzt. Mit Verfügung vom 18. Juli 2011 hob die Jugendanwaltschaft die
Untersuchungshaft auf und ordnete stattdessen den weiteren Verbleib des
Beschuldigten in der Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal im Rahmen einer
vorsorglichen (stationären) Unterbringung an.

B.
Mit Eingaben vom 26. bzw. 27. Juli 2011 fochten der Beschuldigte und dessen
Vater (als gesetzlicher Vertreter) die Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 18.
Juli 2011 an. Sie beantragten die Entlassung des Beschuldigten aus der
vorsorglichen stationären Unterbringung. Die Jugendanwaltschaft leitete die
Rechtsschriften zuständigkeitshalber an das Obergericht des Kantons Zürich
weiter, welches die Eingaben als jugendstrafprozessuale Beschwerde
entgegennahm. Mit Beschluss vom 12. August 2011 wies das Obergericht des
Kantons Zürich, III. Strafkammer, die Beschwerde ab.

C.
Gegen den Entscheid des Obergerichtes gelangte X.________ mit Beschwerde vom
26. August 2011 an das Bundesgericht. Er beantragt im Hauptstandpunkt, die
vorsorgliche Unterbringung sei zwar fortzusetzen, "dies jedoch in einer
geeigneten Institution" und "nicht in einem Gefängnis". Eventualiter sei die
vorsorgliche stationäre Unterbringung in der Jugendabteilung des Gefängnisses
Limmattal bis auf den 19. Oktober 2011 zeitlich zu begrenzen und anschliessend
in einer geeigneten Institution fortzusetzen.
Die kantonale Oberjugendanwaltschaft beantragt mit Stellungnahme vom 2.
September 2011 die Abweisung der Beschwerde, während die Jugendanwaltschaft
Zürich-Stadt und das Obergericht auf Vernehmlassungen je ausdrücklich
verzichtet haben. Der Beschwerdeführer hat am 13. September 2011 auf eine
Replik verzichtet.

Erwägungen:

1.
Am 1. Januar 2011 sind die Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0)
und die Schweizerische Jugendstrafprozessordnung (JStPO; SR 312.1) in Kraft
getreten. Steht gegen jugendstrafprozessuale Entscheide kein Rechtsmittel nach
bisherigem Recht zur Verfügung, so richtet sich deren Anfechtung nach den
Bestimmungen des neuen Rechts (Art. 51 Abs. 2 JStPO; vgl. auch Art. 454 Abs. 1
StPO). Der streitige erstinstanzliche Entscheid der Jugendanwaltschaft datiert
vom 18. Juli 2011, der angefochtene Rechtsmittelentscheid vom 12. August 2011.
Damit ist hier neues Recht (JStPO/ StPO) anwendbar.

2.
Die Beschwerde ans Bundesgericht gegen eine vorsorgliche stationäre
Unterbringung im Jugendstrafprozess ist grundsätzlich zulässig (vgl. Urteil des
Bundesgerichtes 1B_32/2011 vom 15. Februar 2011 E. 1). Die
Sachurteilserfordernisse von Art. 78 ff. BGG sind hier erfüllt.

3.
Der Beschwerdeführer macht Folgendes geltend: Zwar sei er unterdessen mit einer
vorsorglichen Unterbringung grundsätzlich einverstanden. Deren (auch nur
provisorischer) Vollzug in einem Jugendgefängnis auf unbestimmte Zeit verletze
jedoch Bundesrecht bzw. seine Grundrechte (Art. 15 Abs. 2 JStG, Art. 10 Abs. 2
und Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 5 Ziff. 1 lit. d EMRK). Es dränge sich daher seine
Umplatzierung (innert 7 Tagen nach Eingang des bundesgerichtlichen Urteils) in
eine besser geeignete Einrichtung auf. Eventualiter habe die Versetzung bis
spätestens 19. Oktober 2011 zu erfolgen. Der Jugendanwaltschaft sei in diesem
Sinne "eine Art Übergangsfrist zur dringlichen Suche eines passenden Orts zu
gewähren". Der angefochtene Entscheid (inklusive Kostendispositiv) sei insofern
aufzuheben.

4.
4.1 Während der jugendstrafprozessualen Untersuchung kann die zuständige
Behörde gemäss Art. 5 JStG vorsorglich die jugendstrafrechtlichen
Schutzmassnahmen nach Art. 12-15 JStG anordnen. Art. 14 JStG regelt die
Schutzmassnahme der ambulanten Behandlung, Art. 15 JStG jene der Unterbringung.
Nach Art. 15 Abs. 1 JStG ordnet die urteilende Behörde die Unterbringung des
Jugendlichen an, wenn dessen notwendige Erziehung und Behandlung nicht anders
sichergestellt werden kann. Die Unterbringung erfolgt namentlich bei
Privatpersonen oder in Erziehungs- oder Behandlungseinrichtungen, die in der
Lage sind, die erforderliche erzieherische oder therapeutische Hilfe zu
leisten. Die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung darf gemäss Art.
15 Abs. 2 JStG nur angeordnet werden, wenn sie für den persönlichen Schutz oder
für die Behandlung der psychischen Störung des Jugendlichen unumgänglich (lit.
a) oder für den Schutz Dritter vor schwer wiegender Gefährdung durch den
Jugendlichen notwendig ist (lit. b). Nach Art. 15 Abs. 3 JStG ordnet die
urteilende Behörde vor der Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung
eine medizinische oder psychologische Begutachtung des Jugendlichen an, falls
eine solche nicht bereits erstellt wurde. Zur Anordnung der vorsorglichen
Schutzmassnahmen nach Art. 12-15 JStG ist die Untersuchungsbehörde zuständig
(Art. 26 Abs. 1 lit. c JStPO).

4.2 Sämtliche vorsorglichen Schutzmassnahmen im Sinne von Art. 12 ff. i.V.m.
Art. 5 JStG müssen den Verfassungsgrundsatz der Verhältnismässigkeit gemäss
Art. 36 Abs. 3 BV wahren, das heisst, die Massnahme muss zur Zielerreichung
geeignet und erforderlich sein, und es muss eine vernünftige Relation bestehen
zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Ziel (Urteil des Bundesgerichtes
1B_32/2011 vom 15. Februar 2011 E. 2.6; vgl. Hansueli Gürber/Christoph Hug/
Patrizia Schläfli, in: Basler Kommentar StGB, 2. Aufl. 2007, vor Art. 1 JStG N.
20 und Art. 10 JStG N. 5; vgl. auch Marianne Heer, in: Basler Kommentar StGB,
2. Aufl. 2007, Art. 56 StGB N. 34 ff.). Als für den Schutz des Jugendlichen
unumgänglich (i.S.v. Art. 15 Abs. 2 lit. a JStG) kann sich eine vorsorgliche
stationäre Massnahme etwa erweisen, wenn er während einer laufenden
Schutzmassnahme immer wieder entweicht, da insoweit nur mittels Unterbringung
in einer geschlossenen Einrichtung sichergestellt werden kann, dass der
Jugendliche die erforderliche psychotherapeutische Behandlung erhält (Urteil
des Bundesgerichtes 1B_32/2011 vom 15. Februar 2011 E. 2.7; vgl. Gürber/Hug/
Schläfli, a.a.O., Art. 15 JStG N. 11). Gemäss der Fachliteratur könne sich eine
solche Massnahme (besonders bei Drittgefährdung im Sinne von Art. 15 Abs. 2
lit. b JStG) auch aufdrängen, wenn ein Jugendlicher jegliche Zusammenarbeit
verweigert, therapeutisch-erzieherisch "unerreichbar" ist und zudem weitere
schwere Delikte begeht bzw. sich in immer grössere Schwierigkeiten verstrickt
(vgl. Gürber/Hug/Schläfli, a.a.O., Art. 15 JStG N. 11). Zwar werde die
Möglichkeit einer kurzfristigen vorläufigen Unterbringung "in
Krisensituationen" in einer geschlossenen Einrichtung von Art. 15 Abs. 2 JStG
nicht ausdrücklich erwähnt. Aus den Materialien ergebe sich jedoch eine
entsprechende Kompetenz der zuständigen Behörde (etwa bis zum Vorliegen einer
psychiatrischen Begutachtung oder zur Bewältigung einer akuten Krise bzw. zur
Planung und Einleitung der geeigneten Schutzmassnahmen). Kurzfristig bzw.
vorübergehend bedeute nach der bisherigen Praxis insgesamt ca. 3-6 Monate (vgl.
Gürber/Hug/Schläfli, a.a.O., Art. 15 JStG N. 10; Nicole Holderegger, Die
Schutzmassnahmen des Jugendstrafgesetzes unter besonderer Berücksichtigung der
Praxis in den Kantonen Schaffhausen und Zürich, Diss. Zürich 2009, S. 291 f.;
Marcel Riesen-Kupper, in: Andreas Donatsch [Hrsg.], Kommentar StGB/JStG, 18.
Aufl., Zürich 2010, Art. 15 JStG N. 8-12; Botschaft zum JStG vom 21. September
1998, BBl 1999 2235).

4.3 Im Übrigen handelt es sich bei der vorsorglichen Unterbringung in einer
geschlossenen Einrichtung - während der Strafuntersuchung und vor Erlass eines
jugendstrafgerichtlichen Urteils - um strafprozessuale Haft im Rahmen des
vorsorglichen Vollzugs einer jugendstrafrechtlichen Schutzmassnahme (vgl. Art.
5 JStG). In diesem Zusammenhang dürfen die einschlägigen Verfahrensbestimmungen
(und grundrechtlichen Garantien) der Jugend-Untersuchungshaft nicht faktisch
unterlaufen werden. Untersuchungs- und Sicherheitshaft werden im
Jugendstrafprozess nur in Ausnahmefällen und erst nach Prüfung sämtlicher
Möglichkeiten von Ersatzmassnahmen angeordnet (Art. 27 Abs. 1 JStPO). Ausserdem
muss die Jugend-Untersuchungshaft nach spätestens einem Monat von Amtes wegen
überprüft (bzw. jeweils neu verlängert) werden (Art. 27 Abs. 3 JStPO i.V.m.
Art. 227 StPO).

5.
Die Jugendanwaltschaft hat im vorliegenden Fall (anstelle von
Untersuchungshaft) eine vorsorgliche Unterbringung in einer geschlossenen
Einrichtung (Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal) verfügt. Daher ist zu
prüfen, ob die Voraussetzungen von Art. 15 Abs. 2 JStG erfüllt sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichtes 1B_32/2011 vom 15. Februar 2011 E. 2.6-2.8).

5.1 Im angefochtenen Entscheid wird Folgendes dargelegt:
Der Beschwerdeführer sei erstmals 2005 (im Alter von 10 Jahren) wegen massiver
Verhaltensauffälligkeiten in die Tagesklinik des Zentrums für Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie eingewiesen worden. Mit 11 Jahren (am 13.
Oktober 2006) sei er wegen Straftaten zum ersten Mal polizeilich verhaftet
worden. Anschliessend sei der Beschuldigte von den Jugendfürsorge- bzw.
Jugendstrafbehörden in verschiedenen Institutionen (auch in Pflegefamilien und
im Ausland) untergebracht worden. Dazwischen seien immer wieder neue
Verhaftungen erfolgt. Die Platzierungen in diversen Erziehungs- und
Betreuungseinrichtungen hätten wegen des unkooperativen und (teils massiv)
aggressiven Verhaltens des Beschwerdeführers gegen Personen und Material
jeweils nach einiger Zeit wieder abgebrochen werden müssen. In dieser Zeit habe
er vorübergehend auch bei seinem Vater gewohnt. Regelmässig sei es zu neuen
Delikten und Verhaftungen gekommen.
Nach den Abbrüchen der Unterbringungen hätten sich die zuständigen Behörden
zwar immer wieder um neue Platzierungen in anderen Erziehungs- und
Betreuungseinrichtungen bemüht. Ab 2008 (als der Beschwerdeführer 13 Jahre alt
wurde) sei es jedoch wegen des andauernden aggressiven Verhaltens des
Beschuldigten immer schwieriger geworden, eine geeignete Institution zu finden,
welche ihn aufnehmen wollte. Mit Urteil des Jugendgerichtes Zürich vom 16.
November 2009 sei er wegen Angriffes, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen
Hausfriedensbruches sowie Vergehen und Übertretungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz (begangen zwischen 2006 und 2009) verurteilt worden. Als
Schutzmassnahme habe das Jugendgericht eine Unterbringung (i.S.v. Art. 15 Abs.
1 JStG) sowie eine ambulante Behandlung (i.S.v. Art. 14 Abs. 1 JStG)
angeordnet. Zudem sei der Jugendliche zu einer unbedingten persönlichen
Leistung während sechs Tagen verpflichtet worden. Am 5. November 2010 habe die
Jugendanwaltschaft wegen zahlreicher weiterer Delikte eine Erziehungsverfügung
(persönliche Betreuung und ambulante Behandlung i.S.v. Art. 13-14 JStG)
erlassen. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2010 habe sie gegen den
Beschwerdeführer ein Verfahren betreffend Änderung der Massnahme eröffnet und
rückwirkend eine vorsorgliche Unterbringung angeordnet. Am 13. Februar 2011 sei
er wegen Gewalt und Drohung gegenüber Beamten vorübergehend inhaftiert worden.
Am 15. Juni 2011 sei der Beschwerdeführer wegen versuchter Tötung mit einem
Messer erneut verhaftet und in Untersuchungshaft versetzt worden.

5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet diese Vorgeschichte nicht. Seine
vorsorgliche Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung erweist sich bei
dieser Sachlage als unumgänglich bzw. notwendig (im Sinne von Art. 15 Abs. 2
lit. a und b JStG sowie der dargelegten Lehre und Praxis). Auch besteht
zwischen dem eingesetzten Mittel und den verfolgten Zwecken kein objektives
Missverhältnis. Insbesondere sprechen weder das Alter des Beschwerdeführers
noch die Art der untersuchten und früher begangenen Delikte gegen eine
vorsorgliche stationäre Massnahme. Er macht vor Bundesgericht denn auch
geltend, er bestreite (anders als noch vor der Vorinstanz) die Zulässigkeit der
vorsorglichen stationären Unterbringung nicht mehr grundsätzlich. Er wendet
sich jedoch gegen deren (nicht befristeten) Vollzug in der Jugendabteilung des
Gefängnisses Limmattal. Zu prüfen bleibt daher noch, ob die Vollzugsmodalitäten
der vorsorglichen Unterbringung bundesrechtskonform bzw. verhältnismässig
erscheinen.

5.3 Im vorliegenden Fall wird der Beschuldigte, der sich zuvor im
Jugendgefängnis in Untersuchungshaft befunden hatte, im Rahmen der verfügten
vorsorglichen Schutzmassnahme vorläufig im Jugendgefängnis zurückbehalten, bis
ein geeigneter Platz in einer spezialisierten Massnahmeneinrichtung gefunden
werden kann. Der provisorische Vollzug der vorsorglichen Unterbringung in der
Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal wurde von den kantonalen Instanzen
nicht befristet. Im angefochtenen Entscheid wird erwogen, bei der
Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal handle es sich um eine geeignete
Einrichtung im Sinne von Art. 15 JStG. Die Jugendlichen würden dort (von
Erwachsenen getrennt) separat betreut. Auf der Internet-Homepage des
Jugendgefängnisses werde auf dessen spezielle Ausrichtung hingewiesen,
insbesondere auf "optimale" Unterbringungs-, Arbeits- und
Schulungsmöglichkeiten für Jugendliche sowie auf sozialpädagogisch
ausgerichtete Arbeitsprogramme. Es bestünden "feste Strukturen im Sinne von
klar strukturierten Tagesabläufen".

5.4 Für eine möglichst baldige Umplatzierung des Beschuldigten in Nachachtung
des Verhältnismässigkeitsgebotes spricht zunächst, dass (auch stationäre)
vorsorgliche Unterbringungen in der Regel (und soweit möglich) in einer
spezialisierten erzieherisch-therapeutischen Massnahmeneinrichtung für
Jugendliche erfolgen sollten. Jugendgefängnisse dienen (vor dem gerichtlichen
Entscheid) primär dem Vollzug von Untersuchungs- und Sicherheitshaft (vgl. Art.
28 JStPO). In diesem Zusammenhang ist auch den grundrechtlichen Garantien des
jugendstrafprozessualen Freiheitsentzuges sinngemäss Rechnung zu tragen (vgl.
Art. 27 Abs. 1 und 3 JStPO; Art. 31 Abs. 4 und Art. 32 Abs. 1 BV). Als
vorübergehende Notlösung (bis zum Freiwerden eines besser geeigneten Platzes)
erscheint die provisorische und zeitlich beschränkte Unterbringung in einem
Jugendgefängnis jedoch nicht bundesrechtswidrig (vgl. Gürber/Hug/Schläfli,
a.a.O., Art. 15 JStG N. 10-11; Riesen-Kupper, a.a.O., N. 8-12). Ein völliger
Ausschluss einer entsprechenden befristeten Übergangslösung erschiene (gerade
in schwierigen Fällen wie dem vorliegenden) jedenfalls wenig sachgerecht und
widerspäche dem Sinn und Zweck von Art. 15 Abs. 2 JStG.

5.5 Wie sich aus den Akten ergibt, hat es der Beschwerdeführer angesichts
seines jahrelangen aggressiven und unkooperativen Verhaltens zunächst selbst
mitzuverantworten, dass es in seinem Fall für die Jugendanwaltschaft sehr
schwierig geworden ist, eine geeignete therapeutische Massnahmeneinrichtung zu
finden. Er bestreitet nicht, dass er in entsprechenden Institutionen mehrfach
Gewalt gegen Personen und Gegenstände angewendet hat. Im Übrigen wird in der
Beschwerdeschrift keine konkrete geeignete Erziehungs- oder
Behandlungseinrichtung mit freien Plätzen genannt. Ebenso wenig bestreitet der
Beschwerdeführer den untersuchten dringenden Tatverdacht eines (versuchten)
Tötungsdeliktes.
Die Oberjugendanwaltschaft weist in ihrer Stellungnahme vom 2. September 2011
darauf hin, dass die angefochtene vorsorgliche Unterbringung im Jugendgefängnis
nur "vorübergehend" angeordnet worden sei, nämlich "bis eine geeignete
Anschlussplatzierung möglich ist". Für solche vorübergehenden Einweisungen
genüge das Vollzugsregime der Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal den
Anforderungen von Art. 15 Abs. 2 JStG. Allerdings sei klar, dass die
vorsorgliche Unterbringung "nicht längerfristig" im Jugendgefängnis vollzogen
werden könne. Sobald sich eine geeignete Institution bereit erkläre, den
Beschwerdeführer aufzunehmen, werde ein Übertritt verfügt werden. Er befinde
sich auf der Warteliste für einen Eintritt in die jugendforensische Station der
Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, welche "voraussichtlich im
November 2011 eröffnet" werde. Die Jugendanwaltschaft kläre auch noch weitere
Platzierungsmöglichkeiten ab.

5.6 In Abwägung sämtlicher Gesichtspunkte drängt sich im vorliegenden Fall
folgendes Vorgehen auf: Zwar erscheint im jetzigen Zeitpunkt ein
(provisorischer) Vollzug der vorsorglichen stationären Unterbringung in der
Jugendabteilung des Gefängnisses Limmattal (bis zum Auffinden einer
geeigneteren Einrichtung) noch bundesrechtskonform. Eine provisorische
vorsorgliche Schutzmassnahme nach Art. 15 Abs. 2 JStG verletzt in Fällen wie
dem vorliegenden auch nicht die Unschuldsvermutung von Art. 32 Abs. 1 BV. Die
Jugendanwaltschaft ist jedoch anzuhalten, weiterhin intensiv nach einem Platz
in einer geeigneten erzieherisch-therapeutischen Massnahmeneinrichtung Ausschau
zu halten. Spätestens einen Monat nach Eröffnung des vorliegenden Urteils wird
sie zu entscheiden haben, ob eine Versetzung aus dem Jugendgefängnis in eine
spezialisierte Massnahmeneinrichtung für Jugendliche möglich ist. Nötigenfalls
(und auf einen beschränkte Zeithorizont hin) haben analoge weitere Prüfungen
(nach jeweils spätestens einem Monat) zu erfolgen. Die Beschwerde ist in diesem
Sinne teilweise gutzuheissen (vgl. Art. 107 Abs. 2 BGG).

6.
Die Beschwerde ist (im Sinne der obigen Erwägungen) teilweise gutzuheissen.
Bei diesem Verfahrensausgang (und angesichts des Gesuches des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozessführung) kann auf die Erhebung von Gerichtskosten
verzichtet werden (vgl. Art. 64 Abs. 1 i.V.m. Art. 66 Abs. 1 und Abs. 4 BGG).
Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist antragsgemäss eine angemessene
Parteientschädigung zuzusprechen (pauschal, inkl. Mehrwertsteuer). Dabei
rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall nicht, im Rahmen des Eventualantrages
auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung (und im Umfange des teilweisen
Unterliegens) einen spezifischen Honoraranteil auszusondern und auf die
Bundesgerichtskasse zu nehmen (vgl. Art. 68 i.V.m. Art. 64 Abs. 2 BGG). Über
die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens hat das Obergericht neu zu befinden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und der Beschluss vom 12. August
2011 des Obergerichts des Kantons Zürich wird wie folgt ergänzt:
Spätestens einen Monat nach Eröffnung des vorliegenden Urteils hat die
Jugendanwaltschaft zu prüfen, ob im Rahmen der vorsorglichen Unterbringung eine
Versetzung des Beschwerdeführers aus dem Jugendgefängnis in eine geeignete
erzieherisch-therapeutische Massnahmeneinrichtung für Jugendliche möglich ist.
Die Jugendanwaltschaft wird angehalten, entsprechende konkrete Anstrengungen im
Hinblick auf eine Umplatzierung zu unternehmen. Nötigenfalls haben (auf einen
beschränkten Zeithorizont hin) weitere solche Prüfungen nach jeweils einem
Monat zu erfolgen.

2.
Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses (Gerichtsgebühr) wird aufgehoben. Im
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Der Kanton Zürich (Kasse des Obergerichtes) hat dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu entrichten.

5.
Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen
Verfahrens an das Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer,
zurückgewiesen.

6.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt
sowie dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, und der
Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. September 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Forster