Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Öffentlich-rechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 2C.934/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
2C_934/2011

Urteil vom 25. Juli 2012
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichter Seiler, Stadelmann,
Gerichtsschreiberin Genner.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, Migrationsamt, Postfach, 8090 Zürich,
Regierungsrat des Kantons Zürich,
Kaspar Escher-Haus, 8090 Zürich.

Gegenstand
Aufenthaltsbewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 2.
Kammer, vom 21. September 2011.

Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1974), Staatsangehöriger von Gambia, reiste am 28. April 1999
in die Schweiz ein und ersuchte unter falscher Identität erfolglos um Asyl.
Nach seiner Wegweisung kam er seiner Ausreiseverpflichtung nicht nach. Am 17.
Juli 2000 heiratete er die Schweizer Bürgerin Y.________ (geb. 1966) und
erhielt am 9. November 2000 die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der
Ehefrau. Das Ehepaar hat eine Tochter (geb. im September 2000) und einen Sohn
(geb. im Juni 2011).
Zwischen Dezember 2000 und Juni 2009 wurden gegen X.________ elf Strafverfahren
geführt, welche mit Strafbefehlen oder gerichtlichen Verurteilungen endeten.
Die Taten betrafen in den meisten Fällen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121), vereinzelt Verstösse gegen
fremdenpolizeiliche Vorschriften sowie in einem Fall Hehlerei. X.________ wurde
mit Freiheitsstrafen von insgesamt 29 Monaten und 15 Tagen sowie einer
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 70.-- bestraft, wobei die höchste Strafe -
ausgesprochen am 9. Juni 2009 vom Bezirksgericht Zürich - 6 Monate
Freiheitsstrafe betrug.
Als Folge seiner Straffälligkeit wurde X.________ insgesamt fünf Mal
fremdenpolizeilich verwarnt. Zwischen 2005 und 2007 wurde er zudem im Umfang
von Fr. 24'667.90 von der Sozialhilfe unterstützt.

B.
Ein Gesuch von X.________ um Erteilung der Niederlassungsbewilligung wies das
Migrationsamt des Kantons Zürich (nachfolgend: Migrationsamt) am 25. August
2008 ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Nach Gewährung
des rechtlichen Gehörs gegenüber X.________ und Y.________ betreffend
Entfernungsmassnahmen wies das Migrationsamt das Gesuch von X.________ um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung am 11. November 2009 ab.
Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat des Kantons Zürich
(nachfolgend: Regierungsrat) am 9. März 2011 ab. Das Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich bestätigte diesen Entscheid auf Beschwerde hin mit Urteil vom
21. September 2011.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 16. November 2011
beantragt X.________, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das
Migrationsamt sei anzuweisen, das Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gutzuheissen. Eventualiter sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und die Wegweisung anzudrohen; subeventualiter sei der
Entscheid aufzuheben und eine humanitäre Aufnahme anzuordnen.
Das Migrationsamt und der Regierungsrat lassen sich nicht vernehmen. Das
Bundesamt für Migration schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich beantragt die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei.

D.
Am 25. November 2011 hat der Präsident der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung erteilt.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid auf dem Gebiet
des Ausländerrechts, welcher grundsätzlich der Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unterliegt (Art. 82 lit. a BGG und Art.
90 BGG). Gemäss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde unzulässig gegen
Entscheide betreffend ausländerrechtliche Bewilligungen, auf die weder das
Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch einräumt. Aufgrund seiner Ehe
mit einer Schweizer Bürgerin beruft sich der Beschwerdeführer auf Art. 42 Abs.
1 AuG (SR 142.20), wonach ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und
Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
haben, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, sowie auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK (Recht
auf Achtung des Familienlebens). Ob der Anspruch auf Verlängerung der
Bewilligung im konkreten Fall zu bejahen ist, betrifft nicht die
Eintretensfrage, sondern die materielle Behandlung der Beschwerde (BGE 136 II
177 E. 1.1 S. 179). Auf die Anordnung einer humanitären Aufnahme besteht kein
Rechtsanspruch. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Im
Übrigen ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig.

1.2 Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer gemäss
Art. 89 Abs. 1 BGG zur Erhebung der Beschwerde legitimiert.

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.

2.
Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine
Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das
Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist
daher weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die
Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen
als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von
der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen.
Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten
Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts
kann nur beanstandet bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder
ergänzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer
Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. Art.
105 Abs. 2 BGG). Die Rüge, der Sachverhalt sei offensichtlich unrichtig
festgestellt worden, ist gleichzusetzen mit der Willkürrüge (BGE 137 I 58 E.
4.1.2 S. 62; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252). Bei der Erhebung dieser Rüge ist
gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels für den
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur so weit vorgebracht werden, als erst
der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Tatsachen,
welche sich erst nach Erlass des angefochtenen Entscheids ereignet haben (echte
Noven), sind in jedem Fall unbeachtlich, da sie von vornherein nicht durch den
vorinstanzlichen Entscheid veranlasst sein können (Urteil 2C_833/2011 vom 6.
Juni 2012 E. 1.2).

3.
Der Beschwerdeführer rügt vorab eine unvollständige und teilweise unrichtige
Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz. Diese habe nur die negativen
Aspekte des Falls hervorgehoben und die Geburt des zweiten Kindes sowie die
Gründe seiner Straffälligkeit ausgeklammert. Durch den angefochtenen Entscheid
sehe sich der Beschwerdeführer zudem veranlasst mitzuteilen, dass er sich "seit
einer Weile" mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) angesteckt habe und
seitdem unter der Immunschwächekrankheit Aids leide. Obwohl er seit einiger
Zeit gesundheitliche Beschwerden gehabt habe, habe er eine ärztliche
Untersuchung immer wieder verschoben.

3.1 Der Beschwerdeführer reicht in diesem Zusammenhang ein Attest von Dr.
A.________ vom 10. November 2011 ein, wonach ein am 9. November 2011
durchgeführter erster HIV-Test positiv ausgefallen sei. Im nachgereichten
Attest der Dres. B.________ und C.________ vom 28. Dezember 2011 wird die
HIV-1-Infektion (CDC Stadium A2) und die Notwendigkeit einer Therapie
bestätigt. Die Erkrankung ist demnach ab dem 9. November 2011 bescheinigt, so
dass sie als neue, nach dem angefochtenen Urteil entstandene Tatsache zu werten
ist. Als unzulässiges echtes Novum kann diese Tatsache daher im
bundesgerichtlichen Verfahren nicht vorgebracht werden (BGE 133 IV 342 E. 2.1
S. 343; vgl. auch E. 2 am Ende). Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer davon
ausgegangen werden könnte, dass - wie er sinngemäss geltend macht - die
Erkrankung bereits vor Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens bestanden hat,
wäre diese Tatsache als unzulässiges (unechtes) Novum zu werten, da der
Beschwerdeführer es ohne Not unterlassen hat, die Erkrankung im Verfahren vor
der Vorinstanz geltend zu machen (vgl. BGE 136 II 123 E. 4.4.3 S. 128 f.;
Urteil 2C_452/2008 vom 13. Februar 2009 E. 3.3). Auf das Vorbringen des
Beschwerdeführers, er leide an der Immunschwächekrankheit Aids, kann daher
nicht eingegangen werden.

3.2 Was die Geburt des zweiten Kindes und die geltend gemachten Gründe für die
Straffälligkeit des Beschwerdeführers betrifft, handelt es sich nicht um
Sachverhaltsrügen, sondern um Beanstandungen betreffend die rechtliche
Würdigung des Sachverhalts im Licht der vom Beschwerdeführer angerufenen
Bestimmungen. Deswegen ist darauf im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
einzugehen.

4.
Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung von Art. 63 Abs. 1 Bst. b AuG in
Verbindung mit Art. 96 Abs. 1 AuG, Art. 5 BV, Art. 8 Abs. 1 EMRK, Art. 13 BV
sowie Art. 3 und 16 des Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des
Kindes (SR 0.107) geltend.

4.1 Die Aufenthaltsbewilligung wurde dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 42
Abs. 1 AuG erteilt. Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG erlöschen die Ansprüche
nach Art. 42 AuG, wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen. Die
Vorinstanz hat zu Recht erkannt, dass - im Gegensatz zu den Erwägungen des
Regierungsrates - der Widerrufsgrund des Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in
Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer längerfristigen
Freiheitsstrafe) nicht erfüllt ist, weil unterjährige Freiheitsstrafen in
diesem Zusammenhang nicht addiert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2). Hingegen
sei - so die Vorinstanz - der Widerrufsgrund des Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG
offensichtlich erfüllt.

4.2 Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erlaubt es, einem ausländischen Ehegatten einer
Schweizerin oder eines Schweizers die Aufenthaltsbewilligung zu entziehen bzw.
nicht zu verlängern, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland
verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit
gefährdet. Gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) liegt ein
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung insbesondere bei einer
Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen vor. Mit
dem Widerrufsgrund des Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG wollte der Gesetzgeber
erschwerte Voraussetzungen schaffen im Vergleich zum Entzug bzw. zur
Nichtverlängerung von Aufenthaltsbewilligungen ausländischer Ehegatten, die mit
niedergelassenen Personen verheiratet sind: In dieser Konstellation kann die
Aufenthaltsbewilligung des ausländischen Ehegatten schon unter den weniger
strengen Voraussetzungen des Art. 62 lit. c AuG entzogen bzw. nicht mehr
verlängert werden (vgl. BGE 137 II 297 E. 3.2). Der entscheidende Unterschied
besteht darin, dass ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung (bzw. eine entsprechende Gefährdung) vorliegen muss,
damit die Aufenthaltsbewilligung des ausländischen Ehegatten einer Schweizerin
oder eines Schweizers nicht verlängert wird.
Ein schwerwiegender Verstoss im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG kann mit
Blick auf den Wortlaut des "milderen" Widerrufsgrundes des Art. 62 lit. c AuG
und die nötige Differenzierung der Tatbestände nicht leichthin angenommen
werden. Ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung liegt in der Regel vor, wenn besonders hochwertige Rechtsgüter wie
namentlich die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines Menschen
verletzt oder gefährdet wurden; vergleichsweise weniger gravierende Verstösse
können gegebenenfalls in ihrer Gesamtheit schwerwiegend im Sinn von Art. 63
Abs. 1 lit. b AuG erscheinen (BGE 137 II 297 E. 3.3). Nach der Lehre ist aber
die Qualifikation "schwerwiegend" auch bei mehreren vergleichsweise niedrigen
Strafen von maximal drei Monaten und bei Widerhandlungen gegen das
Ausländerrecht nicht angemessen (MARC SPESCHA UND ANDERE, Migrationsrecht,
Kommentar, 3. Aufl. 2012, N. 10 zu Art. 63 AuG).

4.3 Zu prüfen ist nachfolgend, ob die vom Beschwerdeführer begangenen
Straftaten in ihrer Gesamtheit einen schwerwiegenden Verstoss im Sinn der
zitierten Rechtsprechung und Lehre gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz bzw. eine schwerwiegende Gefährdung dieser Güter darstellen.
4.3.1 Der Beschwerdeführer hat während achteinhalb Jahren elf Strafbefehle und
Verurteilungen erwirkt, welche Freiheitsstrafen von insgesamt 29 Monaten und 15
Tagen sowie eine Geldstrafe nach sich zogen. Nachdem der Beschwerdeführer am
27. August 2003, am 28. Juli 2004, am 10. Januar 2005 und am 15. September
2006, mithin vier Mal förmlich verwarnt worden war, wurde er anlässlich der
Nichterteilung der Niederlassungsbewilligung noch einmal formlos verwarnt,
indem in der Begründung der Verfügung vom 25. August 2008 darauf hingewiesen
wurde, der Beschwerdeführer habe mit dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zu
rechnen, falls er nochmals Anlass zu Klagen geben sollte. Nichtsdestotrotz kam
es am 25. Oktober 2008 erneut zu einer Widerhandlung gegen das BetmG, welche in
der letzten Verurteilung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe (Urteil des
Bezirksgerichts Zürich vom 9. Juni 2009) führte. Die Reihe der Straftaten
endete erst, als dem Beschwerdeführer und seiner Frau am 7. Oktober 2009 das
rechtliche Gehör betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
gewährt wurde.
4.3.2 Der Beschwerdeführer kann nichts zu seinen Gunsten daraus ableiten, dass
er angeblich stets nur Kleinstmengen Kokain für den einmaligen Konsum abgesetzt
und das Kokain nur an Menschen verkauft habe, die bereits Kokain konsumierten.
Auch wenn das Verschulden in Bezug auf die einzelnen Straftaten eher leicht
ist, so ergibt sich dennoch aus der immer erneuten Begehung der Delikte, dass
der Beschwerdeführer das Unrecht seiner Taten nicht einsehen konnte oder
wollte.
4.3.3 Im Gegensatz zu dem, was der Beschwerdeführer vorbringt, spielt auch die
Anzahl der Delikte eine Rolle: Die Häufung der Verfehlungen lässt darauf
schliessen, dass der Beschwerdeführer sich von strafrechtlichen Massnahmen
nicht beeindrucken lässt und auch nach zahlreichen Verurteilungen und
Verwarnungen weder willens noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten
- ein Verhalten, welches die Nichtverlängerung der Bewilligung rechtfertigt (
BGE 137 II 297 E. 3.3 S. 303 mit Hinweis auf die Botschaft vom 8. März 2002 zum
AuG, BBl 2002 3709 ff. Ziff. 2.9.2). Die wiederholte Begehung von - für sich
allein genommen eher leichten - Betäubungsmitteldelikten und die fehlende
Einsicht in das begangene Unrecht lassen die darin liegende Missachtung der
gesetzlichen Vorschriften im vorliegenden Fall als schwerwiegenden Verstoss
gegen die öffentliche Ordnung in der Schweiz erscheinen (vgl. dazu Urteile
2C_839/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.1 und 2C_310/2011 vom 17. November 2011
E. 5.1). Zu beachten ist auch, dass die Schwere der Taten im Lauf der Zeit
leicht zugenommen hat: Die beiden Delikte, welche zu den höchsten Strafen
geführt haben (Urteile des Bezirksgerichts Zürich vom 6. Juni 2006: fünf Monate
Gefängnis bzw. vom 9. Juni 2009: sechs Monate Freiheitsstrafe) liegen zeitlich
der Verfügung des Migrationsamtes vom 11. November 2009 am nächsten.
4.3.4 Schliesslich ist der zwischen Deliktsbegehung und Verweigerung der
Bewilligung verstrichene Zeitraum zu berücksichtigen (vgl. BGE 137 II 297 E.
3.4). Beim Erlass der Verfügung des Migrationsamtes vom 11. November 2009 war
seit der Begehung der letzten Straftat am 25. Oktober 2008 ungefähr ein Jahr
vergangen, so dass der Beschwerdeführer nichts daraus ableiten kann, dass er in
dieser Zeit nicht delinquiert hat.

4.4 Der Schluss, dass im vorliegenden Fall von einem schwerwiegenden Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszugehen ist, steht auch im
Einklang mit der Lehre, wonach ein schwerwiegender Verstoss bei wiederholten
kleineren Delikten, für die eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten
ausgesprochen wurde, nicht ausgeschlossen ist (vgl. SPESCHA UND ANDERE,
Migrationsrecht, Kommentar, 3. Aufl. 2012, N. 10 zu Art. 63 AuG). Die im
Strafregister des Beschwerdeführers verzeichneten Strafen überschreiten diese
(ungefähre) Grenze klar. Demnach ist vorliegend der Widerrufsgrund des Art. 63
Abs. 1 lit. b AuG in der Variante "schwerwiegender Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz" erfüllt.

5.
5.1 Bei gegebenen Voraussetzungen rechtfertigt sich der Widerruf der
Bewilligung nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende
Interessenabwägung diese Massnahme als verhältnismässig erscheinen lässt, wobei
einerseits die öffentlichen Interessen, andererseits die persönlichen
Verhältnisse und der Grad der Integration der ausländischen Person zu
berücksichtigen sind (vgl. Art. 96 AuG). Die Notwendigkeit einer
Verhältnismässigkeitsprüfung ergibt sich zudem aus dem Anspruch auf Achtung des
Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK: Hat eine ausländische Person nahe
Angehörige in der Schweiz und wird die Beziehung zu diesen tatsächlich gelebt,
kann sie sich grundsätzlich auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, um sich der
drohenden Trennung von ihren Familienangehörigen zu widersetzen (vgl. BGE 130
II 281 E. 3.1 S. 285). Der Beschwerdeführer lebt nach den verbindlichen
Feststellungen der Vorinstanz in einer intakten Ehebeziehung mit seiner
schweizerischen Gattin; das Paar hat eine Tochter, die im Zeitpunkt des
angefochtenen Urteils elf Jahre alt, und einen Sohn, der in jenem Zeitpunkt
wenige Monate alt war. Der Beschwerdeführer kann sich somit grundsätzlich auf
Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen.

5.2 Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
gilt indessen nicht absolut. Gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das
durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen
und in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale oder öffentliche
Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der
Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral
oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Analoge
Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen Eingriff in
Art. 13 BV (BGE 135 I 143 E. 2.1 S. 147).
5.2.1 Bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 96 Abs. 1 AuG bzw. Art. 8
Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat
vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während dieser Periode, die
Auswirkungen auf die betroffene Person sowie deren familiäre Situation zu
berücksichtigen. Zudem sind die Dauer einer allfälligen ehelichen Beziehung und
weitere Gesichtspunkte relevant, welche Rückschlüsse auf deren Intensität
zulassen (Geburt und Alter allfälliger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die
Beziehung wegen der Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt werden
kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den
Kindern erwachsen würden, müssten sie dem Betroffenen in dessen Heimatstaat
folgen (Urteile 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf das
Urteil des EGMR Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2011, Recueil CourEDH
2001-IX S. 137 § 48, auch in: VPB 65.138; 2C_254/2010 vom 15. Juli 2010 E. 3.3
mit Hinweisen). Zu beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und
familiären Beziehungen zum Gast- bzw. zum Heimatland (Urteil 2C_711/2011 vom
27. März 2012 E. 4.2 mit Hinweisen).
5.2.2 Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 24 Jahren in die Schweiz ein,
hat also seine prägenden Jugendjahre sowie die Zeit als junger Erwachsener in
Gambia verbracht. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils betrug seine
Anwesenheitsdauer in der Schweiz ungefähr zwölf Jahre, wobei er einen Teil
dieser Zeit im Strafvollzug gelebt hatte. Im Zusammenhang mit seiner
beruflichen Integration reicht der Beschwerdeführer das bereits der Vorinstanz
vorgelegte Zwischenzeugnis seiner Arbeitgeberin vom 23. März 2011 ein, in dem
bestätigt wird, dass er seit August 2009 als Hilfsarbeiter (Eisenleger) tätig
ist. Angesichts der kurzen Dauer dieses Arbeitsverhältnisses kann die
berufliche Integration des Beschwerdeführers jedoch höchstens als normal
bezeichnet werden. Was die soziale Integration in der Schweiz betrifft, sind
keine Hinweise vorhanden, welche auf engere Bindungen ausserhalb der Familie
schliessen liessen.
5.2.3 Nachdem die Tochter des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des angefochtenen
Urteils bereits elf Jahre alt und somit seit mehreren Jahren eingeschult war,
könnte ihr eine Übersiedlung nach Gambia kaum zugemutet werden, ebenso wenig
der Frau des Beschwerdeführers, welche anscheinend - abgesehen von zwei
Besuchen in Gambia von je ein bis zwei Wochen - keine Beziehungen zum
Herkunftsland ihres Mannes unterhält. Der berufstätigen Schweizerin mit zwei
Kindern im Alter von 11 Jahren bzw. wenigen Monaten ist eine Übersiedlung nach
Gambia nicht zuzumuten. Der Beschwerdeführer würde somit von seiner Frau und
seinen Kindern getrennt.
5.2.4 In Anbetracht der Tatsache, dass das Ehepaar im Zeitpunkt des
angefochtenen Urteils elf Jahre verheiratet war und zwei gemeinsame Kinder hat,
ist die Trennung des Beschwerdeführers von seiner Familie als relativ schwerer
Eingriff in das Ehe- und Familienleben zu werten. Von den zahlreichen
Straftaten, welche sich über die gesamte Ehedauer erstreckten, vermochte ihn
seine Familie jedoch nicht abzuhalten; vielmehr hat der Beschwerdeführer mit
seinem Verhalten die Trennung von seiner Familie aufs Spiel gesetzt. Die
Vorinstanz hat zu Recht erwogen, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers für
die Familie nicht überraschend verfügt worden ist. Obwohl er insgesamt fünfmal
verwarnt wurde und seine Strafen teilweise auf Bewährung ausgesetzt wurden,
delinquierte er immer wieder und vertat damit die Chancen, die ihm geboten
wurden. Vor diesem Hintergrund ist nicht einzusehen, warum der
Beschwerdeführer, nachdem er jahrelang sämtliche Warnungen ignoriert hatte,
jetzt ein anderes Verhalten an den Tag legen sollte, falls ihm die
Aufenthaltsbewilligung wiederum verlängert würde. Bei dieser Sachlage muss das
öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung als erheblich bezeichnet werden. In
diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass bei ausländischen Personen,
welche sich nicht auf das FZA (SR 0.142.112.681) berufen können, im Rahmen der
Interessenabwägung abgesehen von der aktuellen Gefährdung der öffentlichen
Ordnung und Sicherheit, die von der betroffenen Person ausgeht, auch
generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden dürfen (Urteil 2C_679/
2011 vom 21. Februar 2012 E. 3. 1). Besondere Umstände, welche einen Verbleib
des Beschwerdeführers in der Schweiz rechtfertigen würden, liegen aus seiner
Sicht nicht vor, zumal er in Gambia noch zahlreiche (auch nahe) Verwandte hat.
Ihm ist es zumutbar, den Kontakt zu seiner Familie mittels Besuchen und Medien
zu pflegen.
5.2.5 Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern die angerufenen Garantien
des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes in der
vorliegenden Konstellation verletzt sein sollen. Das in Art. 3 des
Übereinkommens geschützte Wohl des Kindes, welches in erster Linie in Schutz
und Fürsorge besteht, wird durch die Mutter gewährleistet. Zudem stellt die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung keinen willkürlichen oder
rechtswidrigen Eingriff im Sinn von Art. 16 des Übereinkommens dar.
Nach der Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass dem hier lebenden Schweizer
Kind nicht zugemutet werden darf, dem sorgeberechtigten ausländischen
Elternteil in dessen Heimat zu folgen, wenn gegen den ausländischen,
sorgeberechtigten Elternteil eines Schweizer Kindes nichts vorliegt, was ihn
als "unerwünschten" Ausländer erscheinen lässt oder auf ein missbräuchliches
Vorgehen hinweist. Der Umstand, dass der ausländische Elternteil, der sich um
eine Aufenthaltsbewilligung bemüht, straffällig geworden ist, darf bei der
Interessenabwägung mitberücksichtigt werden, doch überwiegt nur eine
Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit von einer gewissen
Schwere das Interesse des Schweizer Kindes, mit dem sorgeberechtigten
Elternteil hier aufwachsen zu können (BGE 136 I 285 E. 5.2 S. 287). Dies aber
ist hier, wie im Rahmen der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK und
Art. 96 AuG dargelegt, angesichts der wiederholten Delinquenz des
Beschwerdeführers der Fall.

5.3 Nach dem Gesagten überwiegen die ordnungs- und sicherheitspolizeilichen
Interessen an der Fernhaltung des vielfach straffällig gewordenen
Beschwerdeführers seine privaten Interessen und diejenigen seiner Familie an
seinem Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit
als verhältnismässig im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 96 Abs. 1 AuG.

5.4 Mit Blick auf die ausgesprochenen Verwarnungen, die allesamt wirkungslos
blieben, erweist sich der angefochtene Entscheid auch als verhältnismässig in
dem Sinn, dass keine mildere Massnahme angezeigt ist (vgl. Art. 96 Abs. 2 AuG).
Demgemäss ist der Eventualantrag auf Aufhebung des angefochtenen Urteils und
Aussprechung einer Verwarnung abzuweisen.

5.5 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine strafrechtliche Verurteilung
die Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung nicht zwingend ein für allemal
verunmöglicht. Soweit die ausländische Person, gegen die Entfernungsmassnahmen
ergriffen wurden, nach wie vor einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung besitzt und es ihren hier anwesenden nahen Angehörigen
nicht zumutbar ist, ihr ins Heimatland zu folgen und dort das Familienleben zu
pflegen, kann eine Neubeurteilung angezeigt sein, wenn sich die betroffene
Person seit der Verurteilung bzw. Strafverbüssung bewährt und über eine
angemessene Dauer in ihrer Heimat klaglos verhalten hat, so dass eine
Integration in die hiesigen Verhältnisse absehbar und eine allfällige
Rückfallgefahr vernachlässigbar erscheint (Urteil 2C_36/2009 vom 20. Oktober
2009 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 130 II 493 E. 5 S. 504).

6.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist daher
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem
Beschwerdeführer zu auferlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich, 2. Kammer, und dem Bundesamt für Migration schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 25. Juli 2012
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Die Gerichtsschreiberin: Genner