Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.155/2011
Zurück zum Index I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2011
Retour à l'indice I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2011


Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_155/2011

Urteil vom 10. Januar 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Kolly,
Bundesrichterin Kiss,
nebenamtlicher Bundesrichter Al. Brunner,
Gerichtsschreiberin Schreier.

Verfahrensbeteiligte
C.X.________,
vertreten durch Advokatin Dr. Judith Natterer Gartmann,
Beschwerdeführer,

gegen

D.X.________,
vertreten durch Advokat Andreas Miescher, Beschwerdegegner.

Gegenstand
Herausgabe von Aktien,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
2. Kammer,
vom 23. Dezember 2010.

Sachverhalt:

A.
A.a C.X.________ (Beschwerdeführer) und D.X.________ (Beschwerdegegner) sind
Brüder. Ihr Grossvater, A.________, war der Gründer der Firma A.________ AG.
Nach einem Übernahmeversuch durch ein anderes Unternehmen, das 36 % der Aktien
der Firma A.________ AG erworben hatte, brachten die Familienaktionäre 1984 als
Abwehrmassnahme die restlichen Aktien, ausmachend 64 %, in die A.________
Holding AG ein. Ab dem Jahr 2000 standen sich die Familienaktionäre in zwei
Pools gegenüber. Die Familienaktionäre des so genannten Pool 2000 bildeten die
Mehrheit. Der zweite Pool wurde Verkäuferpool genannt, da dessen Mitglieder den
Verkauf aller ihrer Titel (Namen- und Inhaberaktien sowie
Partizipationsscheine) anstrebten. Zu diesem Verkäuferpool gehörten auch die
Parteien des vorliegenden Verfahrens.
A.b Die Mitglieder des Verkäuferpools legten in der Folge alle ihre Titel in
ein gemeinsames Depot bei der Bank Y.________. In einem am 10. September 2000
unterzeichneten entsprechenden Hinterlegungsvertrag beauftragte der
Beschwerdegegner B.E.________, seine Titel unwiderruflich für die Dauer von
zwei Jahren zu verwalten. Anfang Mai 2002 befanden sich im Bankdepot 1'833
Namenaktien, 40 Inhaberaktien und 1'075 Partizipationsscheine des
Beschwerdegegners.
A.c Im Mai 2002 unterbreitete der Pool 2000 dem Verkäuferpool zwei
Entflechtungsofferten. Der Pool 2000 bot entweder den Kauf aller von den
Mitgliedern des Verkäuferpools gehaltenen Titeln aller Kategorien (Namenaktien,
Inhaberaktien und Partizipationsscheine) zum fünffachen Nennwert an oder den
Kauf von mindestens 3'000 und höchstens 5'000 Namenaktien zum zehnfachen
Nennwert. Innerhalb des Verkäuferpools wurde in der Folge eine Mischvariante
diskutiert, wonach der Beschwerdegegner alle seine Titel zum fünffachen
Nennwert und die restlichen Mitglieder einen Teil ihrer Namenaktien zum
zehnfachen Nennwert verkaufen würden.
A.d Mit Kaufvertrag vom 11./12. Juli 2002 verkauften 12 Mitglieder des
Verkäuferpools, vertreten durch den Beschwerdeführer, insgesamt 5'000
Namenaktien, darunter auch die 1'833 vom Beschwerdegegner gehaltenen
Namenaktien. Am 22. August 2002 stellte der Beschwerdeführer dem
Beschwerdegegner die Verkaufsabrechnung zu, wonach 1'833 Namenaktien, 40
Inhaberaktien und 1'075 Partizipationsscheine zum fünffachen Nennwert,
ausmachend netto Fr. 1'252'560.--, verkauft worden seien.
A.e Mit Schreiben vom 30. Oktober 2002 verlangte der Beschwerdegegner von
B.E.________ die Herausgabe seiner hinterlegten Inhaberaktien und
Partizipationsscheine. Der Beschwerdegegner stützte sich auf den Kaufvertrag,
wonach nur seine Namenaktien verkauft worden seien. Mit Schreiben vom 7. Juni
2003 teilte B.E.________ dem Beschwerdegegner mit, dieser habe im Sommer 2002
all seine Titel verkauft, worauf die erwähnten Titel auf Anweisung des
Beschwerdeführers diesem ausgehändigt worden seien.

B.
B.a Mit Klage vom 17. November 2003 beantragte der Beschwerdegegner dem
Bezirksgericht Rheinfelden im Wesentlichen, es sei der Beschwerdeführer zur
Zahlung von Fr. 562'072.50 und zur Herausgabe von 40 Inhaberaktien und 1'075
Partizipationsscheinen zu verurteilen. Zur Begründung führte er aus, mit
Kaufvertrag vom 11./12. Juli 2002 seien nur seine Namenaktien verkauft worden.
Die Verkaufsabrechnung des Beschwerdeführers sei insofern nicht korrekt. Die
eingeklagte Forderung von Fr. 562'072.50 bestehe in der Differenz zwischen der
erfolgten Auszahlung und dem Betrag, welcher ihm bei korrekter Abrechnung zum
zehnfachen Nennwert zustehen würde.
Mit Urteil vom 26. November 2008 wies das Bezirksgericht Rheinfelden die Klage
ab.
B.b Gegen dieses Urteil erhob der Beschwerdegegner am 21. September 2009 beim
Obergericht des Kantons Aargau Appellation und wiederholte im Wesentlichen die
mit seiner Klage gestellten Begehren.
Mit Urteil vom 23. Dezember 2010 hob das Obergericht des Kantons Aargau das
Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden auf und verurteilte den Beschwerdeführer
zur Zahlung von Fr. 562'072.50 und zur Herausgabe von 40 Inhaberaktien und
1'075 Partizipationsscheinen an den Beschwerdegegner. Im Übrigen wies es die
Appellation ab.

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 2. März 2011 beantragt der Beschwerdeführer
dem Bundesgericht, es sei das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau
aufzuheben, soweit er zur Zahlung von Fr. 562'072.50 und zur Herausgabe der 40
Inhaberaktien und 1'075 Partizipationsscheine an den Beschwerdegegner sowie zur
Zahlung von Verfahrens- und Parteikosten verurteilt worden sei. Im Übrigen sei
das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. Eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Der Beschwerdegegner beantragt sinngemäss, es sei auf die Beschwerde nicht
einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Die Vorinstanz hat auf eine
Vernehmlassung verzichtet.

Erwägungen:

1.
Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein
Rechtsmittel zulässig ist (BGE 136 II 101 E. 1 S. 103, 470 E. 1 S. 472; 135 III
212 E. 1).

1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Entscheid
(Art. 90 BGG) einer oberen kantonalen Instanz, die auf ein Rechtsmittel hin
kantonal letztinstanzlich in einer Zivilsache entschieden hat (Art. 75 i.V.m.
Art. 72 BGG), die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sind im kantonalen
Verfahren nicht geschützt worden (Art. 76 Abs. 1 BGG), der massgebende
Streitwert beträgt mehr als Fr. 30'000.-- (Art. 51 i.V.m. Art. 74 Abs. 1 lit. b
BGG) und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG). Auf die
Beschwerde ist somit unter Vorbehalt einer hinreichenden Begründung (Art. 42
Abs. 2 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG) einzutreten.

1.2 Die Beschwerde hat ein Rechtsbegehren zu enthalten (Art. 42 Abs. 1 BGG). Da
die Beschwerde in Zivilsachen ein reformatorisches Rechtsmittel ist (Art. 107
Abs. 2 BGG), darf sich der Beschwerdeführer grundsätzlich nicht darauf
beschränken, die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen, sondern
muss einen Antrag in der Sache stellen. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts genügt es jedoch, wenn aus der Begründung, allenfalls in
Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ersichtlich ist, in welchem Sinn
das angefochtene Urteil abgeändert werden soll (BGE 125 III 412 E. 1b S. 414;
Urteil 4A.123/2010 vom 30. April 2010 E. 2; je mit Hinweisen).
Aus der Beschwerde ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Aufhebung und
Korrektur des vorinstanzlichen Urteils in den Punkten verlangt, in denen er
unterlegen ist. Sinngemäss beantragt er damit, dass die von der Vorinstanz
teilweise gutgeheissene Klage des Beschwerdegegners vollumfänglich abzuweisen
sei. Dieser Antrag ist zulässig.

1.3 Der Beschwerdeführer reicht mit seiner Beschwerde neue Beweismittel ein. Es
handelt sich dabei um zusätzliche Zustimmungserklärungen von Mitgliedern des
Verkäuferpools zum Vorschlag des Beschwerdeführers, wie der Aktienkaufvertrag
zwischen dem Verkäuferpool und dem Pool 2000 ausgestaltet werden könnte. Der
Beschwerdeführer macht geltend, erst das Urteil der Vorinstanz habe Anlass zur
Einreichung dieser Erklärungen gegeben. Die Vorinstanz sei im Gegensatz zum
erstinstanzlichen Gericht davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe beim
Verkauf nicht als Vertreter der einfachen Gesellschaft, bestehend aus den
Mitgliedern des Verkäuferpools, in Ausführung eines vorgängigen
Gesellschaftsbeschlusses gehandelt. Die neu eingereichten zusätzlichen
Zustimmungserklärungen würden belegen, dass sämtliche Aktionäre des
Verkäuferpools seinem Gestaltungsvorschlag zugestimmt hätten und er daher
durchaus in Ausführung eines Beschlusses der einfachen Gesellschaft gehandelt
habe.
1.3.1 Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nach Art. 99 Abs. 1 BGG nur soweit
vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt, was
in der Beschwerde näher darzulegen ist (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395 mit
Hinweis).
1.3.2 Zwischen den Parteien war schon im erstinstanzlichen Verfahren streitig,
ob der Beschwerdeführer gestützt auf einen Auftrag des Beschwerdegegners oder
in Vertretung der einfachen Gesellschaft und Ausübung eines
Gesellschaftsbeschlusses gehandelt hatte. Während das erstinstanzliche Gericht
zum Schluss kam, die Mitglieder des Verkäuferpools hätten ihre Aktien in die
einfache Gesellschaft eingebracht und der Beschwerdeführer habe die Aktien
kraft einer gesellschaftsrechtlichen Geschäftsführungskompetenz verkauft,
folgte die Vorinstanz der Ansicht des Beschwerdegegners, wonach die Titel nicht
zu Eigentum in die einfache Gesellschaft eingebracht worden waren und der
Beschwerdeführer nicht in Ausführung eines vorgängigen Gesellschaftsbeschlusses
gehandelt habe, sondern im Auftrag des Beschwerdegegners. Unter diesen
Umständen hatte der Beschwerdeführer bereits im erstinstanzlichen Verfahren,
spätestens aber als Reaktion auf die Appellation des Beschwerdegegners Anlass,
seinen Standpunkt durch die erst heute nachgereichten Dokumente zu untermauern.
Es war damit nicht erst das vorinstanzliche Urteil, welches Anlass zu deren
Einreichung gegeben hätte. Die neuen Beweismittel haben im vorliegenden
Verfahren folglich unbeachtet zu bleiben.

1.4 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt, indem diese seinen Einwand der
fehlenden Sachlegitimation in keiner Weise berücksichtigt und in der
Urteilsbegründung keine Stellung dazu genommen habe. Er habe im
vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, Streitgegenstand bilde ein
Aktienhandel, bei dem einfache Gesellschaften beteiligt gewesen seien, womit
sämtliche Gesellschafter in das Verfahren hätten einbezogen werden müssen. An
diesem rechtlichen Standpunkt halte er zwar nicht mehr fest. Dennoch liege eine
Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör vor.
Im Verfahren vorgebrachte Rügen sind nur zu beurteilen, wenn sie auf einem
hinreichenden Rechtsschutzinteresse gründen. Nachdem der Beschwerdeführer an
seinem rechtlichen Standpunkt nicht mehr festhält, hat er kein schutzwürdiges
Interesse an der Beurteilung seiner Rüge, welche auf Aufhebung des
vorinstanzlichen Urteils in diesem Punkt abzielt. Ist eine Partei an einer
Abänderung gar nicht interessiert, so ist auf ihr Vorbringen nicht einzutreten,
denn zur Beantwortung bloss theoretischer Fragen ist die Beschwerde nicht
gegeben (BGE 135 III 513 E. 7.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 120 II 5 E. 2a).
Auf diese Rüge ist somit nicht einzutreten.

2.
Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe in mehrfacher Hinsicht den
Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt, indem sie offenkundige
Fakten nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt habe und indem sie Fakten
unzutreffend gewürdigt habe.

2.1 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie
offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei
"willkürlich" (BGE 133 II 249 E. 1.2.2). Überdies muss die Behebung des Mangels
für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die
beschwerdeführende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die gerügten
Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich
unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen
(vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1, 462 E. 2.4).
Soweit die beschwerdeführende Partei den Sachverhalt ergänzen will, hat sie
zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante
Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen
prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2,
nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_526/2008 vom 21. Januar 2009 E. 3.2).
Wird Willkür in der Ermittlung des Sachverhalts geltend gemacht, ist zu
beachten, dass dem Sachrichter in der Beweiswürdigung ein breiter
Ermessensspielraum zusteht; die beschwerdeführende Partei hat daher darzulegen,
inwiefern das kantonale Gericht sein Ermessen missbraucht, insbesondere
offensichtlich unhaltbare Schlüsse gezogen, erhebliche Beweise übersehen oder
willkürlich ausser Acht gelassen habe (vgl. BGE 132 III 209 E. 2.1; 129 I 8 E.
2.1; 120 Ia 31 E. 4b S. 40; 118 Ia 28 E. 1b S. 30). Auf eine Kritik an den
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht
genügt, namentlich auf bloss appellatorische Vorbringen, ist nicht einzutreten
(BGE 133 II 249 E. 1.4.3, 396 E. 3.1 S. 399).

2.2 Diese Grundsätze verkennt der Beschwerdeführer in mehrerer Hinsicht:
2.2.1 Der Beschwerdeführer stellt seinen Rügen zunächst einen Sachverhalt aus
seiner Sicht voran. Soweit dieser von den vorinstanzlichen Feststellungen
abweicht, ohne dass diesbezüglich eine rechtsgenügliche Sachverhaltsrüge
erhoben wird, ist er damit nicht zu hören.
2.2.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die allgemeinen Umstände
des im Nachhinein strittigen Aktienhandels verkannt. Es habe sich um ein
Geschäft unter Laien gehandelt und vom Beschwerdeführer sei ein pragmatisches
Vorgehen gefordert worden. Zudem habe er unter zeitlichem und strategischem
Druck gestanden. Die Vorinstanz habe die wirklichen Umstände des Aktienhandels
nicht berücksichtigt und den Sachverhalt massiv verkürzt und daher
offensichtlich unrichtig festgestellt.
Mit diesen Ausführungen bringt der Beschwerdeführer lediglich eine allgemein
gehaltene Kritik vor und versäumt es, klar aufzuzeigen, welche Feststellungen
der Vorinstanz willkürlich seien bzw. welche Feststellungen willkürlich
unterlassen worden seien. Solch unsubstanziierte Rügen genügen den
Begründungsanforderungen nicht.
2.2.3 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe die Notwendigkeit
der asymmetrischen Gestaltung des Aktienhandels im Innen- und im
Aussenverhältnis verkannt. Das Kaufangebot des Pool 2000 habe vorgesehen, dass
entweder alle Mitglieder des Verkäuferpools sämtliche Titel zum fünffachen
Nennwert verkaufen würden oder aber lediglich zwischen 3'000 und 5'000
Namenaktien zum zehnfachen Nennwert. Eine Mischvariante, wonach der
Beschwerdegegner alle seine Titel zum fünffachen Nennwert und die restlichen
Mitglieder einen Teil ihrer Namenaktien zum zehnfachen Nennwert verkauft
hätten, sei ausgeschlossen gewesen. Obwohl der Beschwerdegegner intern
gewünscht habe, alle seine Titel seien zum fünffachen Nennwert zu verkaufen,
sei dem Beschwerdeführer damit nichts anderes übrig geblieben, als extern eine
beschränkte Anzahl Namenaktien zum zehnfachen Nennwert zu verkaufen und intern
sodann für einen Ausgleich zu sorgen. Die dadurch entstandene Asymmetrie habe
der Beschwerdegegner zu verantworten und könne dem Beschwerdeführer nicht
vorgeworfen werden.
Auch hier unterlässt es der Beschwerdeführer, auf die vorinstanzlichen
Ausführungen einzugehen und klar aufzuzeigen, welche Feststellungen willkürlich
sein sollen. Ohnehin trifft nicht zu, dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
vorwarf, er habe extern einen anderen Kaufvertrag abgeschlossen, als intern mit
dem Beschwerdegegner vorgängig vereinbart worden war. Vielmehr behaftete sie
den Beschwerdeführer im Ergebnis lediglich darauf und verurteilte ihn dazu, den
Kaufvertrag konsequenterweise auch intern nachzuvollziehen und dem
Beschwerdegegner dementsprechend seinen Erlös sowie die nicht verkauften
Wertpapiere herauszugeben. Die Rüge erweist sich damit als unbegründet, soweit
überhaupt darauf einzutreten ist.
2.2.4 Der Beschwerdeführer rügt, entgegen den vorinstanzlichen Feststellungen
hätten sämtliche Mitglieder des Verkäuferpools dem Vorschlag des
Beschwerdeführers vom 13. Mai 2002 zur Gestaltung des Aktienkaufvertrags
zugestimmt. Die Vorinstanz habe das Schreiben von B.E.________ vom 23. Mai 2002
unzutreffend gewürdigt. Dieser hätte zwar geschrieben, die Mitglieder der
Familie E.________ würden eine Bevorzugung einzelner Mitglieder des
Verkäuferpools ablehnen. Danach habe er aber weiter Folgendes geschrieben:
"Wenn ihr in der Familie X.________ eine andere Lösung treffen wollt, haben wir
nichts dagegen. Allfällig dadurch entstehender Mehraufwand sollte, soweit er
nicht durch den Pool 2000 übernommen wird, [...] durch die Familie X.________
übernommen werden." Darin sei eine Blanko-Zustimmung zu jedwelcher
Vorgehensweise zu erblicken.
Die Vorinstanz hat ausgeführt, dass zumindest der Familienstamm E.________
gegen den Vorschlag des Beschwerdeführers opponiert habe. Dieser Familienstamm
habe für sich beansprucht, am Verkauf der Namenaktien nach Massgabe ihres
Anteils an Namenaktien teilzunehmen und nicht nach Massgabe ihres Anteils am
Nennkapital, wie dies der Beschwerdeführer vorgeschlagen hatte. Dieser sei der
Forderung beim Abschluss des Kaufvertrags nachgekommen.
Mit diesen Ausführungen hat die Vorinstanz die angeführte Passage im Schreiben
von B.E.________ nicht willkürlich übersehen. Die Hinweise auf eine mögliche
abweichende Lösung innerhalb der Familie X.________ selbst sind entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers nicht zwingend als Blanko-Zustimmung zu werten,
zumal die Familie E.________ nach den verbindlichen Feststellungen der
Vorinstanz auf einem Verkauf nach Massgabe des Anteils am Namenaktienkapital
beharrt hat und der Beschwerdeführer dieser Forderung in Abweichung zu seinem
Gestaltungsvorschlag auch nachgekommen ist. Dagegen bringt der Beschwerdeführer
nichts vor. Die Rüge ist unbegründet. Da damit verbindlich feststeht, dass vor
Abschluss des Kaufvertrags kein Gesellschaftsbeschluss im Sinne des
Gestaltungsvorschlags des Beschwerdeführers gefällt, geschweige denn der
Gesellschaftsvertrag modifiziert worden wäre, erübrigen sich weitere
Ausführungen zu den übrigen Rügen des Beschwerdeführers, welche auf der
gegenteiligen Behauptung aufbauen.
2.2.5 Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe sein Verhalten
unzutreffend als eigenmächtige Vorteilsverschaffung gewürdigt. Nach dem
Aktienverkauf hätten bei der A.________ Holding AG zwei Kapitalerhöhungen
stattgefunden. Als Folge davon sei der vom Beschwerdeführer aus dem
Aktienhandel gelöste Kaufpreis um mehr als 50 % geschrumpft.
Diese Ausführungen gehen an der Sache vorbei und sind nicht geeignet, die
Feststellungen der Vorinstanz als willkürlich erscheinen zu lassen. Für die
Frage, ob sich der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Abwicklung des
Aktienkaufs einen Vorteil verschafft hat, spielt keine Rolle, ob ein solcher
Vorteil später allenfalls durch weitere Vorkommnisse kompensiert wird. Die Rüge
ist unbegründet.
2.2.6 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz weiter vor, sie sei
unzutreffend davon ausgegangen, es sei jedenfalls nicht von vornherein
unglaubwürdig, dass der Beschwerdegegner sich bei der Abgabe seiner Zustimmung
zum Gestaltungsvorschlag des Beschwerdeführers in einem Irrtum befunden habe.
Solches treffe nachweislich nicht zu.
Der Beschwerdeführer übersieht, dass die Vorinstanz lediglich festgehalten hat,
die Argumentation des Beschwerdegegners sei nicht von vornherein völlig
unglaubwürdig. Eine weitergehende Würdigung hat die Vorinstanz nicht
vorgenommen und hat in ihren Erwägungen auch nicht auf diese Ausführungen
abgestellt. Die Behebung des angeblichen Mangels wäre damit für den Ausgang des
Verfahrens nicht entscheidend. Auf die Rüge ist nicht einzutreten.
2.2.7 Schliesslich wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz eine willkürliche
Beweiswürdigung im Zusammenhang mit der Frage vor, ob die Titel in die einfache
Gesellschaft eingebracht worden seien.
Die Vorinstanz hat diese Frage verneint. Erstens habe der Zweck der einfachen
Gesellschaft ein Einbringen der Titel zu Eigentum nicht erfordert. Zweitens
spreche gegen ein Einbringen folgender Passus im Hinterlegungsvertrag mit
B.E.________: "Falls einer oder mehrere AktionärInnen den Vertrag brechen und
ihre Titel verkaufen oder dem Pool 2000 der Mehrheitsaktionäre beitreten (...)
". Drittens werde für den Rechtsübergang von Ordrepapieren wie Namenaktien ein
Indossament benötigt. Die Namenaktien des Verkäuferpools seien aber nicht
indossiert worden und damit im Eigentum der einzelnen Aktionäre verblieben.
Wenn die Namenaktien nicht in die einfache Gesellschaft eingebracht worden
seien, so gelte dies zumindest vermutungsweise auch für die Inhaberaktien und
Partizipationsscheine. Viertens habe die Zeugenbefragung keinen Hinweis darauf
ergeben, dass es die Meinung aller bzw. auch nur einzelner Mitglieder des
Verkäuferpools gewesen wäre, die Titel der einfachen Gesellschaft zu Eigentum
zu übertragen. Eine entsprechende Frage wurde etwa von einem Mitglied der
Familie E.________ ausdrücklich verneint. Fünftens hätte der Kaufvertrag im
Falle einer Einbringung der Titel zu Eigentum durch die einfache Gesellschaft
bzw. durch alle ihre Gesellschafter abgeschlossen werden müssen. Im Kaufvertrag
seien aber weder die Gesellschaft als solche noch alle ihre Gesellschafter
genannt, da vier Mitglieder des Verkäuferpools fehlten (F.X.________,
G.X.________, H.X.________ und I.X.________).
Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe verkannt, dass es im
vorliegenden Verfahren um Inhaberaktien und Partizipationsscheine gehe und
somit gerade nicht um Ordrepapiere, welche nur durch Indossament gültig
übertragen werden könnten. Das Argument, wonach die Namenaktien mangels
Indossament nicht auf die einfache Gesellschaft übertragen worden seien, womit
dies vermutungsweise auch für die Inhaberaktien und Partizipationsscheine
gelten müsse, sei in keiner Weise nachvollziehbar. G.X.________, I.X.________
und H.X.________ hätten auch Aktien verkauft, seien aber nicht namentlich
aufgetreten, weil ihre wenigen Titel mit denjenigen des Beschwerdeführers bzw.
denjenigen von K.X.________ konsolidiert betrachtet und behandelt worden seien.
Schliesslich sei es inopportun, rückwirkend darauf abzustellen, ob der
Gesellschaftszweck ein Einbringen erfordert habe. Der Beschwerdeführer verweist
auf einen Abschnitt in seinem Schreiben vom 13. Mai 2002 zur Gestaltung des
Kaufvertrags.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sind auch die Namenaktien von
Belang, wenn es um die Frage der Einbringung der Titel geht. Mangels
Indossament steht fest, dass die Namenaktien im Eigentum der jeweiligen
Mitglieder des Verkäuferpools verblieben sind. Es ist keineswegs willkürlich,
davon ausgehend darauf zu schliessen, dass auch die Inhaberaktien und
Partizipationsscheine im Eigentum der jeweiligen Mitglieder verblieben sind, da
kein Grund ersichtlich ist, die Titel unterschiedlich zu behandeln. Was die im
Kaufvertrag nicht aufgeführten Mitglieder des Verkäuferpools angeht, so bringt
der Beschwerdeführer lediglich bezüglich drei fehlender Mitglieder Erklärungen
vor, nicht jedoch bezüglich F.X.________. Warum im Kaufvertrag nicht die
einfache Gesellschaft als solche aufgeführt wurde, wenn doch neu diese die
Eigentümerin der Titel gewesen sein soll, erklärt der Beschwerdeführer nicht.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers zum Abschnitt in seinem Schreiben vom 13.
Mai 2002 findet keine Stütze im vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt.
Mangels diesbezüglicher Sachverhaltsrüge ist der Beschwerdeführer damit nicht
zu hören. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer auch nichts vor gegen die
Ausführungen der Vorinstanz zum Wortlaut des Hinterlegungsvertrags und zur
Würdigung der Zeugenaussagen. Insgesamt ist die Vorinstanz damit nicht in
Willkür verfallen, wenn sie zum Schluss kam, die von den Mitgliedern des
Verkäuferpools gehaltenen Titel seien nicht in die einfache Gesellschaft
eingebracht worden, sondern bis zum Verkauf an den Pool 2000 in deren Eigentum
verblieben. Die Rüge ist unbegründet.

3.
Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt,
indem sie von einem Auftragsverhältnis zwischen den Parteien ausgegangen sei.
Die Parteien seien sich nicht in einem bilateralen Vertragsverhältnis gegenüber
gestanden, sondern eingebettet in ein multilaterales gesellschaftsrechtliches
Verhältnis. Ohne die einfache Gesellschaft wäre es nicht zum Aktienkaufvertrag
gekommen. Der Pool 2000 habe seine Offerte an den Verkäuferpool als Kollektiv
gerichtet und nicht an die einzelnen Mitglieder des Pools.

3.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, der Beschwerdegegner habe dem
Beschwerdeführer einen Auftrag auf Verkauf seiner Titel erteilt. Der
Beschwerdeführer habe den Kaufpreis für die Aktien sodann nicht für die
einfache Gesellschaft eingenommen, sondern als direkter Stellvertreter der
jeweiligen Mitglieder des Verkäuferpools. Er habe den einzelnen Verkäufern
direkt deren Anteil am Gesamtkaufpreis weiterleiten müssen.

3.2 Diese Ausführungen sind nicht zu beanstanden. Nachdem der Beschwerdeführer
mit diversen Sachverhaltsrügen nicht durchgedrungen ist, steht verbindlich
fest, dass die Titel im jeweiligen Eigentum der Mitglieder des Verkäuferpools
verblieben sind (E. 2.2.7) und dass der Beschwerdeführer den Verkauf nicht
gestützt auf einen Beschluss der einfachen Gesellschaft abwickelte (E. 2.2.4).
Indem er im Namen der jeweiligen Mitglieder des Verkäuferpools einen Vertrag
schloss, handelte er als direkter Stellvertreter dieser Personen (Art. 32 Abs.
1 OR). Mit der Qualifikation des dabei zwischen den Parteien bestehenden
Verhältnisses als Auftrag hat die Vorinstanz kein Bundesrecht verletzt. Es
spielt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine Rolle, ob es ohne
die einfache Gesellschaft nicht zum Aktienkaufvertrag gekommen wäre bzw. ob
eine solche einfache Gesellschaft daneben bestand. Entscheidend ist, dass die
verkauften Titel im Eigentum des Beschwerdegegners standen und dieser den
Beschwerdeführer damit beauftragt hat, die Titel zu verkaufen. Damit standen
die Parteien in einem Auftragsverhältnis. Die Rüge erweist sich als
unbegründet.

4.
Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe seinen Anspruch auf rechtliches
Gehör verletzt, indem sie auf seine Vorbringen bezüglich teilweise fehlender
Passivlegitimation in keiner Weise Bezug genommen habe.

4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt, dass die
Gerichte die rechtserheblichen Vorbringen der Parteien anhören und bei der
Entscheidfindung berücksichtigen (BGE 124 I 241 E. 2 S. 242). Aus Art. 29 Abs.
2 BV wird zudem die Pflicht der Behörden abgeleitet, ihre Entscheide zu
begründen. Die Begründung muss kurz die Überlegungen nennen, von denen sich das
Gericht hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht
erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; 133 III 439 E. 3.3 S. 445; je mit
Hinweisen). Es genügt, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
angefochten werden kann (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188; 133 III 439 E. 3.3 S.
445; 129 I 232 E. 3.2 S. 236).

4.2 Diesen Anforderungen genügt der vorinstanzliche Entscheid. Aus der
Begründung geht hervor, dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer hinsichtlich
des Geldbetrages aufgrund dessen Stellung als Beauftragter als
passivlegitimiert für den ganzen Betrag betrachtete. Hinsichtlich der
Inhaberaktien und Partizipationsscheine leitete die Vorinstanz die
Passivlegitimation aus der Stellung des Beschwerdeführers als mittelbarer
Besitzer dieser Titel ab (vgl. unten E. 5.1). Damit hat die Vorinstanz zum
Ausdruck gebracht, dass sie den Beschwerdeführer sowohl hinsichtlich des
gesamten Geldbetrags als auch hinsichtlich sämtlicher Titel als
passivlegitimiert betrachte. Damit ist der Begründungspflicht Genüge getan. Die
Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unbegründet.

5.
Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe verkannt, dass er gar nicht im
vollen Umfang der Klage passivlegitimiert sei, da die Hälfte des eingeklagten
Betrags bzw. die Hälfte der Titel, welche herausverlangt würden,
unbestrittenermassen an den gemeinsamen Bruder der Parteien geflossen seien.
Selbst wenn er zur Zahlung des vollen Geldbetrags verurteilt werden könnte,
gelte dies aber sicherlich nicht für die Herausgabe der Titel, welche gestützt
auf Art. 641 Abs. 2 ZGB nur vom aktuellen Besitzer verlangt werden könne.

5.1 Die Vorinstanz hat ausgeführt, der Beschwerdeführer habe als direkter
Stellvertreter des Beschwerdegegners (lediglich) dessen 1'833 Namenaktien zum
zehnfachen Nennwert verkauft, obwohl der Auftrag des Beschwerdegegners auf
Verkauf der Namenaktien, der Inhaberaktien sowie der Partizipationsscheine zum
fünffachen Nennwert gelautet hatte. Ein ohne Ermächtigung geschlossener Vertrag
könne aber vom Vertretenen genehmigt werden (Art. 38 OR), wobei eine solche
Genehmigung als stillschweigend erteilt gelten könne, wenn wie im vorliegenden
Fall der Stellvertreter für den Vertretenen ein günstigeres Ergebnis erzielt
habe. Damit habe der Beschwerdegegner gegenüber dem Beschwerdeführer
grundsätzlich einen Anspruch auf Bezahlung des eingeklagten Betrages von Fr.
562'072.50 und auf Herausgabe der nicht verkauften 40 Inhaberaktien und 1'075
Partizipationsscheine, deren Eigentümer er geblieben sei.
Was die Herausgabe der Inhaberaktien und der Partizipationsscheine angehe, sei
zu beachten, dass diese zentral bei der SIX SIS AG (vormals SEGA)
sammelverwahrt würden. Die Titel seien nach wie vor im Depot der Bank
Y.________ eingebucht. Bei dieser Sachlage richte sich das Vindikationsbegehren
des Beschwerdegegners zwar in erster Linie gegen die Bank Y.________. Ein
dinglicher Herausgabeanspruch könne sich aber auch gegen einen mittelbaren
Besitzer richten. Als solcher sei der Beschwerdeführer zu betrachten, nachdem
dieser die Verwaltung des Depots von B.E.________ übernommen habe. Damit habe
der Beschwerdeführer die 40 Inhaberaktien und 1'075 Partizipationsscheine
herauszugeben.

5.2 Die Vorinstanz qualifizierte den Beschwerdeführer als mittelbaren Besitzer
der Titel und demzufolge bezüglich sämtlicher Titel als passivlegitimiert. Die
Argumentation der Vorinstanz setzt voraus, dass der Beschwerdegegner einen
dinglichen Herausgabeanspruch gegen den Beschwerdeführer hat.
5.2.1 Das vorinstanzliche Urteil erging am 23. Dezember 2010. Am 1. Januar 2010
ist das Bundesgesetz über Bucheffekten (BEG; SR 957.1) in Kraft getreten.
Bucheffekten sind vertretbare Forderungs- oder Mitgliedschaftsrechte gegenüber
dem Emittenten, die einem Effektenkonto gutgeschrieben sind und über welche der
Kontoinhaber nach den Vorschriften des BEG verfügen kann (Art. 3 Abs. 1 BEG).
Sie sind Vermögensobjekte sui generis (Botschaft vom 15. November 2006 zum
Bucheffektengesetz sowie zum Haager Wertpapierübereinkommen [Botschaft BEG],
BBl 2006 9339 Ziff. 2.1.1.1; MARTIN HESS/KATJA STÖCKLI, Das Bucheffektengesetz:
Grundzüge und Missverständnisse, Anwaltsrevue 3/2010, S. 115). Das an ihnen
bestehende Eigentum ist nicht im engen sachenrechtlichen Sinn zu verstehen
(Botschaft BEG, a.a.O., 9342 Ziff. 2.1.2 Art. 1 Abs. 2; vgl. zur
rechtssystematischen Einordnung HANS KUHN, Schweizerisches
Kreditsicherungsrecht, 2011, § 26 N. 20 mit Hinweisen; WIEGAND, Die Bucheffekte
- Ein neues Vermögensrecht?, in: Festschrift für Helmut Koziol zum 70.
Geburtstag, 2010, S. 1127, 1136 f.). Die sachenrechtliche Beziehung des
Hinterlegers zu den Urkunden wird indessen nicht aufgehoben, sondern lediglich
sistiert (HESS/STÖCKLI, a.a.O., S. 115). Sie lebt wieder auf, wenn die
Wertpapiere von der Verwahrungsstelle herausgegeben werden (vgl. Art. 8 BEG).
Diesen Grundsätzen entsprechend ist eine Vindikation von Bucheffekten und die
Restituierung nach den Regeln des Besitzesschutzes ausgeschlossen (Botschaft
BEG, a.a.O., 9378 Ziff. 2.1.6.3 Art. 29 Abs. 2; VON DER CRONE/BILEK,
Aktienrechtliche Querbezüge zum geplanten Bucheffektengesetz, SZW 2/2008 S.
206; KUHN, a.a.O., § 26 N. 25). Eine Rückabwicklung hat vielmehr nach
schuldrechtlichen Grundsätzen zu erfolgen, wobei sich ein entsprechender
Anspruch etwa auch aus einem Vertragsverhältnis ergeben kann (Botschaft BEG,
a.a.O., 9378 Ziff. 2.1.6.3 Art. 29 Abs. 2; VON DER CRONE/BILEK, a.a.O., S.
206).
5.2.2 Das BEG ist während des Rechtsmittelverfahrens in Kraft getreten. Neue
Gesetzesbestimmungen sind grundsätzlich auch in Rechtsmittelverfahren zu
berücksichtigen, wenn sie nach den intertemporalrechtlichen Regeln in der Sache
anwendbar sind (vgl. MEYER/DORMANN, in: Basler Kommentar, BGG, 2. Aufl. 2011,
N. 30 zu Art. 99 BGG; VON WERDT, in: Seiler/von Werdt/Güngerich [Hrsg.],
Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2007, N. 9 zu Art. 99 BGG; SPÜHLER/DOLGE/VOCK,
Kurzkommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2006, N. 5 zu Art. 99 BGG). Das
intertemporale Recht findet sich vorliegend in den Übergangsbestimmungen nach
Art. 35 BEG und subsidiär im Schlusstitel zum ZGB (Botschaft BEG, a.a.O., 9385
Ziff. 2.1.9 Art. 35).
Das BEG befasst sich in Artikel 35 Absatz 1 mit Wertrechten, auf welche das
Gesetz nur anwendbar ist, wenn sie im Hauptregister einer Verwahrungsstelle
eingetragen sind (vgl. Art. 6 Abs. 1 lit. c BEG). Übergangsrechtlich ist daher
vorgesehen, dass Emittenten von Wertrechten, die einem durch eine
Verwahrungsstelle geführten Effektenkonto gutgeschrieben sind, innerhalb von
sechs Monaten nach Inkrafttreten des BEG bei einer Verwahrungsstelle das
Hauptregister einzurichten und die Wertrechte darin eintragen zu lassen haben
(Art. 35 Abs. 1 BEG). Erst dann werden die Wertrechte in Bucheffekten
umgewandelt und vom Geltungsbereich des BEG erfasst (Botschaft BEG, a.a.O.,
9385 Ziff. 2.1.9 Art. 35 Abs. 1). Anders verhält es sich hingegen bei den
sammelverwahrten Wertpapieren, die einem Effektenkonto bei einer
Verwahrungsstelle wie einer Bank gutgeschrieben sind. Diese werden mit
Inkrafttreten des BEG automatisch zu Bucheffekten (Botschaft BEG, a.a.O., 9385
Ziff. 2.1.9 Art. 35 Abs. 1; LUCA DALLA TORRE/MARTIN GERMANN, 12 Antworten zum
neuen Bucheffektengesetz, GesKR 4/2009, S. 575; MARTIN LANZ, Aktientransfers
unter dem neuen Bucheffektengesetz, in: Thomas U. Reutter/Thomas Werlen
[Hrsg.], Kapitalmarkttransaktionen IV, 2009, S. 200; HARALD BÄRTSCHI, Die
rechtliche Umsetzung des Bucheffektengesetzes, AJP 2009, S. 1085). Dies hat zur
Folge, dass eine Vindikation von sammelverwahrten Wertpapieren, die einem
Effektenkonto bei einer Bank gutgeschrieben waren, ab dem Inkrafttreten des BEG
am 1. Januar 2010 nicht mehr möglich ist. Ein Wertpapier ist eine Urkunde, mit
der ein Recht derart verknüpft ist, dass es ohne die Urkunde weder geltend
gemacht noch auf andere übertragen werden kann (Art. 965 OR). Dazu gehören
sowohl Inhaberaktien als auch Partizipationsscheine (FURTER, in: Basler
Kommentar, Obligationenrecht, 3. Aufl. 2008, N. 15 zu Art. 965 OR; MEIER-HAYOZ/
VON DER CRONE, Wertpapierrecht, 2. Aufl. 2000, § 1 N. 17, § 2 N. 134, § 19 N.
64). Die streitgegenständlichen sammelverwahrten Inhaberaktien und
Partizipationsscheine, welche auf dem Bankdepot eingebucht sind, wurden somit
am 1. Januar 2010 zu Bucheffekten, mit der Konsequenz, dass eine Vindikation
vorliegend nicht mehr möglich ist. Der Beschwerdegegner ist damit auf
vertragliche Ansprüche verwiesen.

5.3 Die Parteien standen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Titel in einem
Auftragsverhältnis. Zu prüfen ist daher, ob der Beschwerdegegner aus diesem
Auftragsverhältnis einen vertraglichen Anspruch auf Herausgabe von als
Bucheffekten ausgestalteten 40 Inhaberaktien und 1'075 Partizipationsscheinen
hat. Zu prüfen ist zudem der vom Beschwerdeführer erhobene Einwand der teils
fehlenden Passivlegitimation in Bezug auf diese Titel und den Geldbetrag von
Fr. 562'072.50.
5.3.1 Durch die Annahme eines Auftrages verpflichtet sich der Beauftragte, die
ihm übertragenen Geschäfte oder Dienste vertragsgemäss zu besorgen (Art. 394
Abs. 1 OR). Er hat alles, was ihm infolge seiner Geschäftsführung aus
irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten (Art. 400 Abs. 1 OR). Die
Herausgabepflicht betrifft neben den Vermögenswerten, die der Beauftragte
direkt vom Auftraggeber zur Erfüllung des Auftrags erhält, auch indirekte
Vorteile, die der Beauftragte infolge der Auftragsausführung erlangt (BGE 137
III 393 E. 2.1; 132 III 460 E. 4.1 S. 464). Der Beauftragte soll durch den
Auftrag - abgesehen von einem allfälligen Honorar - weder gewinnen noch
verlieren. Er muss daher alle Vermögenswerte herausgeben, welche in einem
inneren Zusammenhang zur Auftragsausführung stehen. Wird ein Vermögenswert etwa
teurer verkauft, als der Auftraggeber vorgegeben hat, steht der Vorteil diesem
zu (VITO ROBERTO, Die auftragsrechtliche Herausgabepflicht des "Erlangten", ZSR
128/2009 I S. 35). Behalten darf der Beauftragte nur, was er lediglich bei
Gelegenheit der Auftragsausführung, ohne inneren Zusammenhang mit dem ihm
erteilten Auftrag, von Dritten erhält (BGE 132 III 460 E. 4.1 S. 464 mit
Hinweisen). Gegenstand der Herausgabepflicht können etwa Wertpapiere, Geld oder
auch obligatorische Rechte sein (FELLMANN, Berner Kommentar, 1992, N. 129 zu
Art. 400 OR).
5.3.2 Die Vorinstanz hat festgestellt, dass der Beschwerdegegner den
Beschwerdeführer ursprünglich damit beauftragt hatte, seine Namenaktien,
Inhaberaktien sowie Partizipationsscheine zum fünffachen Nennwert zu verkaufen.
Stattdessen hat der Beschwerdeführer lediglich die 1'833 Namenaktien des
Beschwerdegegners verkauft, diese hingegen zum zehnfachen Nennwert. Diese
Variante war für den Beschwerdegegner unbestrittenermassen günstiger, da daraus
ein Erlös von Fr. 1'833'000.-- resultierte und zudem die Inhaberaktien und
Partizipationsscheine in seinem Eigentum verblieben, wogegen nach der von ihm
gewünschten Variante sämtliche Titel zu einem Erlös von lediglich Fr.
1'265'250.-- verkauft worden wären. Die Vorinstanz hat ausgeführt, dass der
Beschwerdegegner den Abschluss des Kaufvertrags in dieser Form genehmigt hat.
In Kenntnis des Kaufvertrags forderte der Beschwerdegegner von B.E.________ die
Herausgabe seiner nicht verkauften hinterlegten Titel, worauf dieser mitteilte,
die erwähnten Titel seien auf Anweisung des Beschwerdeführers diesem
ausgehändigt worden. Festgestellt ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer
die Verwaltung des Bankdepots von B.E.________ übernommen hat und dass sich
sämtliche Titel noch in diesem Depot befinden.
5.3.3 Sowohl der Differenzbetrag aus dem Erlös als auch die als Bucheffekten
ausgestalteten Titel stellen Vermögenswerte dar und können Gegenstand der
Herausgabepflicht sein. Den Erlös hat der Beschwerdeführer als Stellvertreter
der Verkäufer und in Ausführung des Auftrags, die Wertpapiere zu verkaufen,
entgegengenommen. Die Inhaberpapiere und Partizipationsscheine hat er vom
damaligen Verwalter des Bankdepots, B.E.________, durch seine Stellung als
Beauftragter zur internen Abrechnung des Aktienverkaufs erlangt, nachdem
B.E.________ im Glauben war, der Beschwerdegegner hätte alle Titel verkauft.
Sowohl den Erlös als auch die Titel des Beschwerdegegners hat der
Beschwerdeführer damit infolge der Auftragsausführung erlangt. Die
Vermögenswerte stehen zudem in einem inneren Zusammenhang mit der Ausführung
des Auftrags, der gerade im Verkauf der Titel des Beschwerdegegners bestand.
Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, der von ihm nach Abschluss des
Kaufvertrags vorgenommene Ausgleich durch Aufteilung der Erlösdifferenz und der
Inhaberaktien und Partizipationsscheine auf sich und seinen Bruder sei ihm
nicht vorzuwerfen, da der Beschwerdegegner schliesslich genau das erhalten
habe, was er gefordert hatte. Er übersieht dabei, dass der Beschwerdegegner den
von ihm geschlossenen Kaufvertrag wie von der Vorinstanz ausgeführt genehmigt
hat, was auch konkludent möglich ist (BGE 101 II 222 E. 6b/bb S. 230). Dies
wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Nachdem der Vertrag aber vom
Beschwerdegegner genehmigt wurde, kann der Beschwerdeführer den gestützt auf
diesen Vertrag erzielten Erlös und die übrig gebliebenen Titel dem
Beschwerdegegner nicht mit dem blossen Hinweis auf die ursprünglich
beabsichtigte Lösung vorenthalten. Denn dies würde dem Grundsatz widersprechen,
dass der Beauftragte durch den Auftrag keinen Vermögensvorteil erlangen soll.
Der Beschwerdegegner verlangt lediglich die Herausgabe der nicht verkauften
Titel und des Differenzbetrags zwischen dem erhaltenen und dem höheren Erlös,
den der Beschwerdeführer durch den Verkauf der Namenaktien zum zehnfachen
Nennwert erzielt hat. Dieser Vorteil steht dem Beschwerdegegner zu. Eine
Herausgabepflicht ist damit zu bejahen. Der Beschwerdeführer hat dem
Beschwerdegegner sowohl den Differenzbetrag von Fr. 562'072.50 aus dem Erlös
als auch (nunmehr als Bucheffekten ausgestaltete) 40 Inhaberaktien und 1'075
Partizipationsscheine nach den Bestimmungen des BEG zu übertragen bzw.
herauszugeben.
5.3.4 Daran ändert entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nichts, dass ein
Teil dieses Geldbetrags sowie der Inhaberaktien und Partizipationsscheine an
den gemeinsamen Bruder der Parteien geflossen ist. Der Anspruch des
Beschwerdegegners auf Herausgabe des gesamten Erlöses und sämtlicher Titel
stützt sich auf einen obligatorischen Anspruch, der einzig gegen den
Beschwerdeführer kraft seiner Stellung als Beauftragter gerichtet ist. Ob der
Beschwerdeführer einen Teil des Erlöses und der Titel auf einen Dritten
übertragen hat, ist daher vorliegend für die Passivlegitimation nicht relevant.
Die Rüge ist unbegründet.

6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 15'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 17'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Januar 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Die Gerichtsschreiberin: Schreier