Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.246/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_246/2011

Urteil vom 7. November 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________ Sàrl,
vertreten durch Rechtsanwalt Antonio Rigozzi,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht; Zuständigkeit,

Beschwerde gegen den Zwischenentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom
17. März 2011.

Sachverhalt:

A.
A.a X.________ (Beschwerdeführer) ist ein Fussballclub mit Sitz in Z.________.
Er gehört dem Fussballverband von Q.________ an, der wiederum Mitglied der
Fédération Internationale de Football Association (FIFA) mit Sitz in Zürich
ist.
Y.________ Sàrl (Beschwerdegegnerin) ist eine Fussballagentur mit Sitz in
R.________.
A.b Am 19. Februar 2003 schloss der Beschwerdeführer mit der Beschwerdegegnerin
eine Vereinbarung betreffend den Transfer des Spielers A.________ ab. Nach
dieser Vereinbarung sollen die Parteien die Transfergebühr für einen
zukünftigen Transfer des Spielers A.________ zu einem ausländischen Club
gemeinsam tragen.
Ziffer 4 dieser Vereinbarung sieht (nach der unbestrittenen englischen
Übersetzung) Folgendes vor:
"The competent instance in case of a dispute concerning this Agreeement is the
FIFA Commission, or the UEFA Commission, which will have to decide the dispute
that could arise between the club and the agent".
Im Zusammenhang mit dem Transfer von A.________ sowie zwei weiteren
Fussballspielern kam es in der Folge zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den
Parteien hinsichtlich der geschuldeten Transfergebühren.

B.
B.a Am 10. September 2008 leitete die Beschwerdegegnerin gestützt auf Ziffer 4
der Vereinbarung vom 19. Februar 2003 beim FIFA Players' Status Committee
(Kommission für den Status von Spielern) ein Schiedsverfahren ein mit dem
Rechtsbegehren, der Beschwerdeführer sei zur Zahlung von EUR 534'186.-- sowie
USD 100'000.-- zu verurteilen.
Mit Schreiben vom 10. Dezember 2008 erklärte sich das FIFA Players' Status
Committee gestützt auf Artikel 6.1 ihrer Verfahrensordnung für unzuständig, da
es sich bei der klagenden Agentur um eine Gesellschaft und nicht um eine
natürliche Person handle. Nachdem die Beschwerdegegnerin diesen Entscheid in
Frage gestellt hatte, hielt die FIFA mit Schreiben vom 15. Januar 2009 an der
Unzuständigkeit ihres Players' Status Committee fest.
B.b Am 25. Februar 2009 ersuchte die Beschwerdegegnerin das Obergericht des
Kantons Zürich um die Benennung eines Schiedsrichters. Mit Entscheid vom 20.
Oktober 2009 erwog das Obergericht des Kantons Zürich, es bestünden genügend
Anhaltspunkte für das Bestehen einer Schiedsklausel und es sei dem
Beschwerdeführer nicht gelungen, den summarischen Gegenbeweis für das
Nichtbestehen einer Schiedsklausel zu erbringen, woraufhin es Urs Scherrer als
Einzelschiedsrichter ernannte.
B.c Mit Schiedsentscheid vom 13. April 2010 erklärte sich der
Einzelschiedsrichter für unzuständig. Er erwog, die Parteien seien sich
offensichtlich einig, dass der bestehende Rechtsstreit einem auf Sportrecht
spezialisierten Schiedsgericht unterbreitet werden soll, wobei der
Beschwerdeführer sogar davon ausgehe, dass der Streit einem nach den Regeln
einer Sportschiedsorganisation besetzten Sportschiedsgericht zu unterbreiten
sei. Entsprechend erachtete es der Einzelschiedsrichter für nicht
gerechtfertigt, die Schiedsklausel unwirksam werden zu lassen; allerdings
ergebe sich daraus weder direkt noch mittelbar der Wille der Parteien, ihren
Rechtsstreit einem Einzelschiedsrichter zu unterbreiten, weshalb er sich für
unzuständig erklärte.
Die Beschwerdegegnerin focht den Entscheid des Einzelschiedsrichters vom 13.
April 2010 beim Bundesgericht mit Beschwerde in Zivilsachen an (Verfahren
4A_280/2010). Das Verfahren wurde in der Folge bis zum Entscheid im vorliegend
zu beurteilenden Beschwerdeverfahren sistiert.
B.d Am 14. Mai 2010 erhob die Beschwerdegegnerin beim Tribunal Arbitral du
Sport (TAS) Schiedsklage gegen den Beschwerdeführer, im Wesentlichen mit den
Rechtsbegehren, es sei der Beschwerdeführer zur Zahlung von USD 100'000.--
zuzüglich Zins zu 6 % seit dem 9. Februar 2006 sowie von EUR 534'186.--
zuzüglich Zins zu 8 % seit dem 1. Februar 2008 zu verurteilen. Der
Beschwerdeführer bestritt die Zuständigkeit des TAS.
Mit Zwischenentscheid vom 17. März 2011 erklärte sich das TAS gestützt auf die
in der Vereinbarung vom 19. Februar 2003 enthaltene Schiedsklausel für
zuständig, über den zwischen den Parteien bestehenden Rechtsstreit im
Zusammenhang mit dem Transfer des Fussballspielers A.________ zu entscheiden
(Dispositiv-Ziffer 1). Gleichzeitig erachtete sich das Schiedsgericht
hinsichtlich der weiteren von der Beschwerdegegnerin eingeklagten Ansprüche für
unzuständig (Dispositiv-Ziffer 2). Weiter regelte es die Verfahrens- und
Parteikosten (Dispositiv-Ziffern 3 und 4).

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beschwerdeführer dem Bundesgericht,
es seien Dispositiv-Ziffern 1, 3 und 4 des Zwischenentscheids des TAS vom 17.
März 2011 aufzuheben und es sei festzustellen, dass das TAS nicht zuständig
sei.
Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde. Das
Schiedsgericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet.
Der Beschwerdeführer hat dem Bundesgericht eine Replik, die Beschwerdegegnerin
eine Duplik eingereicht.

Erwägungen:

1.
Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in
Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG (SR 291) zulässig
(Art. 77 Abs. 1 lit. a BGG).

1.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Sowohl
der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin hatten im massgebenden
Zeitpunkt ihren Wohnsitz bzw. Sitz ausserhalb der Schweiz. Da die Parteien die
Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht schriftlich ausgeschlossen haben,
gelangen diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1 und 2 IPRG).

1.2 Die Beschwerde in Zivilsachen im Sinne von Art. 77 Abs. 1 BGG ist
grundsätzlich rein kassatorischer Natur, d.h. sie kann nur zur Aufhebung des
angefochtenen Entscheids führen (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 107 Abs. 2 BGG ausschliesst, soweit dieser dem Bundesgericht erlaubt,
in der Sache selbst zu entscheiden). Soweit der Streit die Zuständigkeit des
Schiedsgerichts betrifft, gilt davon allerdings eine dahingehende Ausnahme,
dass das Bundesgericht selber die Zuständigkeit oder die Unzuständigkeit des
Schiedsgerichts feststellen kann (BGE 136 III 605 E. 3.3.4 S. 616 mit
Hinweisen). Der Antrag des Beschwerdeführers ist insofern zulässig.

2.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht für
zuständig erklärt (Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG).

2.1 Das Schiedsgericht prüfte gestützt auf Art. 178 Abs. 2 IPRG, ob die
Parteien nach schweizerischem Recht eine gültige Schiedsklausel abgeschlossen
haben. Nach Art. 1 Abs. 1 sowie Art. 2 Abs. 1 OR komme ein Vertrag zustande,
wenn sich die Parteien über alle wesentlichen Punkte geeinigt hätten. Zu den
objektiv wesentlichen Punkten einer Schiedsvereinbarung gehörten einerseits die
Absicht der Parteien, ihren Rechtsstreit einem Schiedsgericht zur verbindlichen
Entscheidung zu unterbreiten, und andererseits die Bestimmung des
Streitgegenstands, der den Schiedsrichtern unterbreitet werden soll. Weitere
Punkte, wie der Sitz des Schiedsgerichts, die Regeln hinsichtlich der
Zusammensetzung des Schiedsgerichts, die Bezeichnung einer Schiedsorganisation,
die Wahl der Verfahrenssprache sowie die Bestimmung der anwendbaren
Verfahrensregeln gehörten nicht zu den wesentlichen Vertragspunkten, es sei
denn, eine Partei habe diese - für die Gegenpartei erkennbar - als conditio
sine qua non für den Abschluss der Vereinbarung angesehen. Ergebe die Auslegung
der Schiedsvereinbarung, dass die Parteien ihren Rechtsstreit einem
Schiedsgericht unterbreiten wollten, dass jedoch hinsichtlich des Ablaufs des
Schiedsverfahrens keine Einigkeit bestehe, sei grundsätzlich nach einem
Vertragsverständnis zu suchen, das die Gültigkeit der Schiedsklausel
begünstige.
Aus dem Wortlaut von Ziffer 4 der Vereinbarung vom 19. Februar 2003 ergebe sich
klar der Wille der Parteien, die staatliche Gerichtsbarkeit auszuschliessen und
allfällige Streitigkeiten stattdessen in einem Schiedsverfahren entscheiden zu
lassen. Die Parteien hätten zunächst eine Organisation bezeichnet, nämlich die
FIFA oder die UEFA, die über einen Rechtsstreit entscheiden solle. Indem sie
vorgesehen hätten, dass eine FIFA- oder UEFA-Kommission einen allfälligen
Rechtsstreit im Zusammenhang mit ihrer Vereinbarung zu entscheiden habe, hätten
sich die Parteien klar auf eine Institution geeinigt, die kein staatliches
Gericht und nicht in einem der Staaten der Parteien ansässig, jedoch mit dem
möglichen Streitgegenstand besonders vertraut sei. Eine Auslegung von Ziffer 4
nach dem Vertrauensprinzip ergebe, dass die Parteien Streitigkeiten aus der
Vereinbarung einem Schiedsgericht unterbreiten wollten. Ausser in
aussergewöhnlichen Fällen sei die Bezeichnung einer Schiedsinstitution oder
eines Schiedsorgans als für die Parteien nicht subjektiv wesentlich zu
erachten. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer die in
der Schiedsklausel bezeichnete Institution als derart wichtig angesehen hätte,
dass er sich nicht für die Schiedsgerichtsbarkeit entschieden hätte, wäre ihm
die Weigerung der FIFA, über den Rechtsstreit zu befinden, bekannt gewesen.
Einen zusätzlichen Hinweise dafür, dass die in Ziffer 4 erwähnte "FIFA
Commission" kein wesentlicher Punkt gewesen sei, sah das TAS darin, dass die
Klausel neben der Zuständigkeit der FIFA alternativ auch diejenige der UEFA
vorsehe. Dies sei ein wesentliches Indiz für den Umstand, dass die Parteien
eine auf Sport spezialisierte Institution wollten, die mit Spielertransfers
betreffenden Streitigkeiten vertraut ist, dass sie jedoch nicht auf eine
einzelne Organisation fixiert waren. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die
FIFA-Statuten eine generelle Anfechtungsmöglichkeit des Entscheids der
FIFA-Kommission für den Status von Spielern beim TAS vorsähen. Hätte es die
FIFA-Kommission demnach nicht abgelehnt, über den zwischen den Parteien
entstandenen Rechtsstreit zu entscheiden, wäre das TAS demnach - auf Berufung
hin - zuständig gewesen.
Aus diesen Gründen sei von der Gültigkeit der abgeschlossenen Schiedsklausel
auszugehen. Diese sei jedoch unklar und müsse hinsichtlich des konkret
zuständigen Schiedsgerichts ausgelegt bzw. ergänzt werden. Dabei sei davon
auszugehen, dass die Parteien ein Schiedsgericht mit mehreren Schiedsrichtern
mit dem Entscheid über ihren Rechtsstreit betrauen wollten. Die Parteien hätten
den Rechtsstreit eindeutig einem Schiedsgericht mit Sitz in der Schweiz
unterbreiten wollen, wobei sie mit den beiden Alternativen FIFA (mit Sitz in
Zürich) und UEFA (mit Sitz in Nyon VD) den konkreten Sitz offen liessen. Eine
Zuständigkeit des TAS, das seinen Sitz in Lausanne - und damit ebenfalls im
Kanton Waadt - habe, entspreche demnach der Wahl des Sitzes gemäss der
abgeschlossenen Schiedsklausel. Die weitere Auslegung der Klausel ergebe, dass
die Parteien beabsichtigten, eine auf Sportrecht (insbesondere im Bereich des
Fussballs) spezialisierte Institution entscheiden zu lassen. Diesbezüglich sei
allgemein bekannt, dass das TAS seit dem Jahr 2003 zur Beurteilung von
Berufungen gegen Entscheide der FIFA zuständig sei. Das TAS habe daher eine
reichhaltige Rechtsprechung im Bereich des Fussballs entwickeln können,
insbesondere was die Regeln der FIFA angehe. Aus diesen Gründen sei das TAS am
besten geeignet, über den Rechtsstreit zwischen den Parteien zu befinden,
nachdem sich die FIFA für unzuständig erklärt und auch der Beschwerdeführer
nicht vorgebracht habe, die UEFA würde tatsächlich darüber entscheiden.
Entsprechend bejahte das TAS gestützt auf Ziffer 4 der Vereinbarung vom 19.
Februar 2003 seine Zuständigkeit hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin
eingeklagten Ansprüche im Zusammenhang mit dem Transfer des Spielers
A.________.
2.2
2.2.1 Das Bundesgericht prüft die Zuständigkeitsrüge nach Art. 190 Abs. 2 lit.
b IPRG einschliesslich materieller Vorfragen, von deren Beantwortung die
Zuständigkeit abhängt, in rechtlicher Hinsicht frei. Demgegenüber überprüft es
die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen Schiedsentscheids auch im
Rahmen der Zuständigkeitsrüge nur, wenn gegenüber diesen
Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG
vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 134 III 565 E.
3.1 S. 567; 133 III 139 E. 5 S. 141; 129 III 727 E. 5.2.2 S. 733).
2.2.2 Die Schiedsvereinbarung hat den Anforderungen von Art. 178 IPRG zu
genügen. Hinsichtlich des Formerfordernisses (Art. 178 Abs. 1 IPRG) prüft das
Bundesgericht in Sportangelegenheiten die Vereinbarung der Parteien darüber,
ein Schiedsgericht anzurufen, mit einem gewissen "Wohlwollen"; dies mit dem
Ziel, die rasche Streiterledigung durch spezialisierte Gerichte zu fördern, die
wie das TAS hinreichende Gewähr für Unabhängigkeit und Unparteilichkeit bieten
(BGE 133 III 235 E. 4.3.2.3 S. 244 f. mit Hinweisen). Die Grosszügigkeit, die
in diesem Bereich die bundesgerichtliche Rechtsprechung prägt, zeigt sich
namentlich in der Beurteilung der Wirksamkeit von Schiedsklauseln mittels
Verweisungen (Urteile 4A_460/2010 vom 18. April 2011 E. 3.2.2; 4A_548/2009 vom
20. Januar 2010 E. 4.1; 4A_460/2008 vom 9. Januar 2009 E. 6.2 mit Hinweisen).
Die Gültigkeit einer Schiedsvereinbarung beurteilt sich gemäss Art. 178 Abs. 2
IPRG in inhaltlicher Hinsicht nach dem von den Parteien gewählten, dem auf die
Streitsache, insbesondere dem auf den Hauptvertrag anwendbaren oder dem
schweizerischen Recht. Keine der Parteien stellte sich im schiedsgerichtlichen
Verfahren auf den Standpunkt, es müsse in Bezug auf die Gültigkeit der
Schiedsklausel zunächst das auf die Vereinbarung vom 19. Februar 2003
anwendbare Recht eruiert werden; insbesondere berief sich die
Beschwerdegegnerin nicht darauf, dieses sei hinsichtlich der materiellen
Gültigkeit der Schiedsklausel vorteilhafter als das schweizerische Recht. Das
TAS prüfte das Zustandekommen der fraglichen Schiedsvereinbarung - was auch vor
Bundesgericht von keiner Partei in Frage gestellt wird - in Anwendung von Art.
178 Abs. 2 IPRG nach schweizerischem Recht.

2.2.3 Unter einer Schiedsvereinbarung ist eine Übereinkunft zu verstehen, mit
der sich zwei oder mehrere bestimmte oder bestimmbare Parteien einigen, eine
oder mehrere, bestehende oder künftige Streitigkeiten verbindlich unter
Ausschluss der ursprünglichen staatlichen Gerichtsbarkeit einem Schiedsgericht
nach Massgabe einer unmittelbar oder mittelbar bestimmten rechtlichen Ordnung
zu unterstellen (BGE 130 III 66 E. 3.1 S. 70). Entscheidend ist, dass der Wille
der Parteien zum Ausdruck kommt, über bestimmte Streitigkeiten ein
Schiedsgericht, d.h. ein nichtstaatliches Gericht, entscheiden zu lassen (BGE
129 III 675 E. 2.3 S. 679 f.). Das zur Entscheidung berufene Schiedsgericht
muss entweder bestimmt oder jedenfalls bestimmbar sein. Die Bestellung des
Schiedsgerichts kann nach einer von den Parteien gewählten Regelung (Art. 179
Abs. 1 IPRG) oder durch Entscheid des Gerichts am Sitz des Schiedsgerichts
(Art. 179 Abs. 2 IPRG) erfolgen (BGE 130 III 66 E. 3.1 S. 70 f.; 129 III 675 E.
2.3 S. 680).
Bestimmungen in Schiedsvereinbarungen, die unvollständig, unklar oder
widersprüchlich sind, gelten als pathologische Klauseln. Sofern sie nicht
zwingende Elemente der Schiedsvereinbarung zum Gegenstand haben, namentlich die
verbindliche Unterstellung der Streitentscheidung unter ein privates
Schiedsgericht, führen sie nicht ohne Weiteres zu deren Ungültigkeit. Vielmehr
ist vorerst durch Auslegung und allenfalls Vertragsergänzung in Anlehnung an
das allgemeine Vertragsrecht nach einer Lösung zu suchen, die den
grundsätzlichen Willen der Parteien respektiert, sich einer
Schiedsgerichtsbarkeit zu unterstellen (BGE 130 III 66 E. 3.1 S. 71).
Steht bezüglich der Schiedsvereinbarung kein tatsächlich übereinstimmender
Wille der Parteien fest, so ist diese nach dem Vertrauensprinzip auszulegen,
d.h. der mutmassliche Wille ist so zu ermitteln, wie er vom jeweiligen
Erklärungsempfänger nach Treu und Glauben verstanden werden durfte und musste
(BGE 130 III 66 E. 3.2 S. 71; 129 III 675 E. 2.3 S. 680). Steht als
Auslegungsergebnis fest, dass die Parteien die Streitsache von der staatlichen
Gerichtsbarkeit ausnehmen und einer Entscheidung durch ein Schiedsgericht
unterstellen wollten, bestehen jedoch Differenzen hinsichtlich der Abwicklung
des Schiedsverfahrens, greift grundsätzlich der Utilitätsgedanke Platz; danach
ist möglichst ein Vertragsverständnis zu suchen, das die Schiedsvereinbarung
bestehen lässt. Eine unpräzise oder fehlerhafte Bezeichnung des Schiedsgerichts
führt daher nicht zwingend zur Ungültigkeit der Schiedsvereinbarung (BGE 130
III 66 E. 3.2 S. 71 f.; 129 III 675 E. 2.3 S. 681).
2.3
2.3.1 Der Beschwerdeführer bestreitet zunächst das Zustandekommen einer
Schiedsvereinbarung. Dabei stellt er zu Unrecht in Abrede, dass die in der
fraglichen Vertragsklausel enthaltene Willensäusserung nach Treu und Glauben so
auszulegen ist, dass die Parteien allfällige Streitigkeiten aus ihrem
Vertragsverhältnis durch Kommissionen der Fussballverbände FIFA oder UEFA
entscheiden lassen wollten, anstatt diese den jeweiligen staatlichen Gerichten
zu unterbreiten. Der Beschwerdeführer beanstandet lediglich in allgemeiner
Weise, der vom TAS festgestellte Verzicht auf die staatliche Gerichtsbarkeit
verstosse gegen den in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anerkannten
Grundsatz, wonach ein solcher Verzicht nicht leichthin angenommen werden könne,
sondern im Zweifelsfall eine restriktive Auslegung geboten sei (vgl. BGE 129
III 675 E. 2.3 S. 680 f.). Er legt jedoch nicht dar, inwiefern die
Vertragsklausel dahingehend zu verstehen wäre, dass die staatliche
Gerichtsbarkeit aufrechterhalten werde, bringt er doch selbst vor, nach Ziffer
4 der Vereinbarung solle "die jeweilige Kommission der Fussballverbände der
FIFA oder UEFA zur Streitbeilegung kompetent sein" und erblickt er darin an
anderer Stelle ebenfalls den eindeutigen Willen der Parteien, "ihre
Streitigkeit einer ... Schiedsinstitution, namentlich derjenigen der
FIFA-Kommission zu unterbreiten".
Ziffer 4 spricht zwar nicht ausdrücklich von "Schiedsgerichtsbarkeit",
"Schiedsgericht", "Schiedsrichter", "Schiedsklausel" oder dergleichen (vgl.
WERNER WENGER/CHRISTOPH MÜLLER, in: Basler Kommentar, Internationales
Privatrecht, 2. Aufl. 2007, N. 32 zu Art. 178 IPRG), erklärt jedoch alternativ
zwei internationale Fussballverbände für zuständig, im Falle einer Streitigkeit
aus dem Vertrag zu entscheiden. Entgegen dem, was der Beschwerdeführer
vorzubringen scheint, kann die Wortwahl "competent instance" sowie "decide the
dispute" nicht so verstanden werden, dass die zwei erwähnten privaten
Sportorganisationen, die beide mit der Welt des professionellen Fussballs
vertraut sind, bei allfälligen Streitigkeiten aus dem Vertrag bloss vermitteln
oder beraten sollen. Vielmehr ist nach Treu und Glauben davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer als international bekannter Fussballverband und die
Beschwerdegegnerin als Vermittlerin professioneller Fussballspieler einen
allfälligen Rechtsstreit aus ihrem Transfervertrag verbindlich durch eine der
beiden internationalen Fussballverbände entscheiden lassen wollten, ohne sich
gleichzeitig den Gang an die staatlichen Gerichte in ihren jeweiligen
Sitzstaaten offen zu halten. Der Beschwerdeführer geht im Übrigen selbst davon
aus, dass ein Entscheid der FIFA-Kommission für den Status von Spielern mit
Berufung beim TAS hätte angefochten werden können. Unter diesen Umständen ist
hinsichtlich des Verzichts auf die staatliche Gerichtsbarkeit nicht von einem
Zweifelsfall auszugehen, der eine restriktive Auslegung gebieten würde.
Die Rüge des Beschwerdeführers, eine Auslegung der Willenserklärungen der
Parteien nach dem Vertrauensprinzip führe nicht zu einem Ausschluss der
staatlichen Gerichtsbarkeit, ist unbegründet. Das TAS ist ohne Verletzung von
Bundesrecht vom Zustandekommen einer Schiedsvereinbarung ausgegangen.
2.3.2 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Bezeichnung der zuständigen
"Kommission der UEFA" sei offensichtlich fehlerhaft, denn es sei allgemein
bekannt, dass sich kein Organ der UEFA Streitigkeiten zwischen
Spielervermittlern und Fussballclubs annehme. Entsprechende Streitigkeiten
fielen ausschliesslich in den Kompetenzbereich der FIFA-Kommission für den
Status von Spielern, die sich im konkreten Fall jedoch als nicht zuständig
erklärte, da sie praxisgemäss nur Streitigkeiten zwischen Spielervermittlern
und Fussballclubs entscheidet, wenn es sich beim Spielervermittler um eine
natürliche Person handelt. Nachdem sich die erwähnte FIFA-Kommission der
Streitigkeit nicht angenommen habe, so der Beschwerdeführer, sei die
Schiedsklausel als erloschen bzw. anfänglich unmöglich zu betrachten.
Der Beschwerdeführer weist zwar zutreffend darauf hin, dass sich die
Bezeichnung der beiden Kommissionen der FIFA bzw. der UEFA als ursprünglich
unmöglich (Art. 20 Abs. 1 OR) erwiesen haben, da beide Organisationen aufgrund
ihrer internen Regeln auf die Klage nicht eintreten können. Daraus folgt jedoch
nicht bereits die Nichtigkeit der abgeschlossenen Schiedsklausel; vielmehr hat
das TAS zutreffend geprüft, ob die in Ziffer 4 der Vereinbarung vom 19. Februar
2003 bezeichneten Organe von derart entscheidender Bedeutung waren, dass sich
die Parteien gegen die Schiedsgerichtsbarkeit entschieden hätten, falls ihnen
bewusst gewesen wäre, dass diese über einen Rechtsstreit gar nicht würden
entscheiden können (vgl. auch die in der Beschwerde erwähnten JEAN-FRANÇOIS
POUDRET/SÉBASTIEN BESSON, Comparative law of international arbitration, 2.
Aufl. 2007, Rz. 161, nach denen die Bezeichnung einer nicht existierenden
Schiedsinstitution nicht in jedem Fall, sondern nur unter bestimmten
Voraussetzungen, zur Nichtigkeit der Schiedsklausel führt). Damit hat es im
Ergebnis geprüft, was die Parteien nach ihrem hypothetischen Willen (vgl. BGE
131 III 467 E. 1.2 S. 470) vereinbart hätten, wenn ihnen die Nichtigkeit des
mangelhaften Teils schon bei Vertragsabschluss bewusst gewesen wäre (vgl. Art.
20 Abs. 2 OR).
Entgegen dem, was der Beschwerdeführer zu vertreten scheint, hat das TAS seine
Folgerung, dass eine Schiedsvereinbarung auch dann abgeschlossen worden wäre,
wenn den Parteien bewusst gewesen wäre, dass keines der bezeichneten Organe
über einen Rechtsstreit aus dem Transfervertrag entscheiden würde, nicht
einfach aus einer allgemeinen Prämisse abgeleitet. Vielmehr hat es unter
Berücksichtigung der individuellen Verhältnisse auch konkrete Hinweise für
diese Ansicht erkannt: So weise einerseits der Umstand der alternativen
Anrufung zweier Fussballverbände darauf hin, dass die Parteien nicht auf eine
bestimmte Institution fixiert waren, sondern in erster Linie ein Schiedsgericht
vorsehen wollten, das mit Fragen des Transfers professioneller Fussballspieler
vertraut ist. Zudem hat das TAS die Behauptung des Beschwerdeführers, er hätte
keine Schiedsvereinbarung abgeschlossen, wenn ihm die Unzuständigkeit der
FIFA-Kommission für den Status von Spielern bewusst gewesen wäre, auch mit dem
überzeugenden Hinweis darauf entkräftet, dass ein Entscheid dieser
FIFA-Kommission nach den massgebenden Regeln der FIFA noch beim TAS hätte
angefochten werden können, wovon auch der Beschwerdeführer ausgeht. In der Tat
leuchtet es nicht ein, dass die Parteien zwar einen Entscheid der
FIFA-Kommission für den Status von Spielern mit anschliessender
Berufungsmöglichkeit an das TAS vorsehen wollten, jedoch bei blosser Aussicht
auf eine direkte Klagemöglichkeit beim TAS oder einem anderen Schiedsgericht
auf die Zuständigkeit der jeweiligen nationalen Gerichte bestanden hätten.
Inwiefern Letzteres zutreffen soll, legt auch der Beschwerdeführer nicht dar.
Im Übrigen verkennt er, dass bei Zweifeln am Bestehen eines auf Ganznichtigkeit
gerichteten hypothetischen Parteiwillens nach den Regeln des allgemeinen
Vertragsrechts der Teilnichtigkeit der Vorzug zu geben ist (Urteil 4C.156/2006
vom 17. August 2006 E. 3.2).
Dem TAS ist keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, wenn es trotz nichtiger
Bezeichnung der in Ziffer 4 der Vereinbarung vom 19. Februar 2003 erwähnten
Institutionen von der Aufrechterhaltung der Schiedsklausel ausging.
2.3.3 Steht - wie im konkreten Fall - fest, dass die Vertragsparteien die
staatliche Gerichtsbarkeit zugunsten eines Schiedsgerichts ausgeschlossen
haben, ist entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht möglichst nach
einer Lösung zu suchen, die den grundsätzlichen Willen der Parteien beachtet,
sich einer Schiedsgerichtsbarkeit zu unterstellen (vgl. BGE 130 III 66 E. 3.2
S. 71 f.). Zu diesem Zweck ist neben der Auslegung auch eine Ergänzung des
Vertrags denkbar (BGE 130 III 66 E. 3.1 S. 71; vgl. WENGER/MÜLLER, a.a.O., N.
53 f. zu Art. 178 IPRG).
Die Teilnichtigkeit (Art. 20 Abs. 2 OR) der abgeschlossenen Schiedsvereinbarung
vom 19. Februar 2003 ist, soweit dies möglich ist, durch Vertragsergänzung
aufgrund des hypothetischen Parteiwillens zu beheben (vgl. BGE 120 II 35 E. 4a
S. 40 f.; 114 II 159 E. 2c S. 163; 107 II 216 E. 3a und b S. 318 f.). Es ist zu
fragen, was die Parteien vereinbart hätten, wenn ihnen der Teilmangel schon bei
Vertragsschluss bewusst gewesen wäre (vgl. zur Ermittlung des hypothetischen
Parteiwillens BGE 107 II 216 E. 3a S. 218; Urteile 4C.156/2006 vom 17. August
2006 E. 3.3; 4C.9/1998 vom 14. Mai 1998 E. 4b).
Das TAS hat ohne Verletzung von Bundesrecht erwogen, die Parteien hätten ihren
Streit einem Schiedsgericht mit Sitz in der Schweiz unterbreiten wollen, das
sich im Bereich des Sportrechts besonders auskennt. Die Bezeichnung der FIFA
sowie der UEFA weist darauf hin, dass die Parteien eine Sportorganisation über
allfällige Streitigkeiten aus ihrem Transfervertrag entscheiden lassen wollten,
die mit dem Transferwesen im internationalen Fussballgeschäft vertraut ist. Zu
beachten ist insbesondere, dass das TAS Entscheidungen der FIFA betreffend
Spielertransfers auf Berufung hin überprüfen kann, und der Beschwerdeführer
selbst anerkennt, dass gegen einen Entscheid der FIFA-Kommission für den Status
von Spielern - falls sie ihre Zuständigkeit im konkreten Fall bejaht hätte -
ein Rechtsmittel an das TAS zulässig gewesen wäre. Aufgrund dieser Umstände ist
davon auszugehen, dass die Parteien allfällige Streitigkeiten aus ihrem
Transfervertrag vom 19. Februar 2003 unmittelbar der Schiedsgerichtsbarkeit des
TAS unterstellt hätten, das sich regelmässig mit Transfers von Fussballspielern
auseinandersetzt, wäre ihnen die Unzuständigkeit der in Ziffer 4 aufgeführten
Institutionen bewusst gewesen.
Der Einwand des Beschwerdeführers, eine direkte Zuständigkeit des TAS sei für
ihn mit einem Rechtsverlust verbunden, da diesfalls eine Anfechtungsmöglichkeit
nach den einschlägigen FIFA-Regeln entfalle, verfängt nicht, ergibt sich der
angeführte Nachteil doch unmittelbar aus der Unzuständigkeit der bezeichneten
FIFA-Kommission. Er bestreitet im Übrigen lediglich in allgemeiner Weise die
Zuständigkeit des TAS, zeigt jedoch nicht auf, inwiefern die Parteien in jedem
Fall auf der Möglichkeit eines zweistufigen Verfahrens bestanden hätten.
Ebenfalls nicht stichhaltig ist der Verweis in der Beschwerde auf zwei
Entscheide des TAS, in denen jeweils ein Nichteintretensentscheid der FIFA
geschützt worden ist, zumal in diesen Berufungsfällen über die Zuständigkeit
der FIFA zu entscheiden war und nicht eine direkte Klage an das TAS zur
Diskussion stand.
Das TAS hat sich demnach ohne Verletzung von Bundesrecht als zuständig erklärt,
über den zwischen den Parteien bestehenden Rechtsstreit im Zusammenhang mit dem
Transfer des Fussballspielers A.________ zu entscheiden.

3.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der
Beschwerdeführer kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art.
68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 12'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS)
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. November 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann