Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.364/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_364/2011

Urteil vom 7. Februar 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Widmer.

Verfahrensbeteiligte
X.________ Versicherung AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Hunziker-Blum,
Beschwerdeführerin,

gegen

A. und B. Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Urs Schaffhauser,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Haftpflichtrecht; Vorfrage,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, I.
Zivilabteilung, vom 10. Mai 2011.

Sachverhalt:

A.
Am 1. November 2002 starb der 17-jährige C. Y.________ bei einem von D.________
verursachten Verkehrsunfall auf der Autobahn A 14 in Z.________. Die Eltern des
Unfallopfers, A. und B. Y.________ (Beschwerdegegner), wurden noch in der
Unfallnacht von Bekannten über den Unfalltod ihres Sohnes informiert.

B.
Am 20. Mai 2009 erhoben die Beschwerdegegner beim Kantonsgericht Zug eine
Teilklage gegen die X.________ Versicherung AG (Beschwerdeführerin), den
Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers. Mit präzisiertem Rechtsbegehren
vom 10. Mai 2010 beantragten sie unter Vorbehalt des Nachklagerechts sowie der
Präzisierung nach dem Beweisverfahren, die Beschwerdeführerin sei zu
verpflichten, für die 12 Monate vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2005
dem Beschwerdegegner Fr. 37'436.55 zu bezahlen (Fr. 17'783.95 für
Erwerbsausfall, Fr. 15'616.25 für Haushaltschaden, Fr. 4'036.35 als
Genugtuungsrente) und der Beschwerdegegnerin Fr. 38'544.70 (Fr. 22'995.65 für
Erwerbsausfall, Fr. 12'451.70 für Haushaltschaden, Fr. 3'097.35 als
Genugtuungsrente), je nebst Zins zu 5 % seit 30. Juni 2005. Zur Begründung
führten sie im Wesentlichen aus, der schmerzhafte und unvermittelte Verlust
ihres Sohnes und die aufwühlenden Begleitumstände hätten bei ihnen zu einem
Schock geführt, von dessen Folgen sie sich bis heute nicht mehr hätten erholen
können. Sie seien beide in eine Depression gefallen, arbeitsunfähig geworden
und würden heute eine IV-Rente beziehen.

Die Beschwerdeführerin stellte sich u.a. auf den Standpunkt, Art. 58 SVG, auf
den die Beschwerdegegner ihre Ansprüche stützen, verlange eine direkte
Schädigung durch den Betrieb eines Motorfahrzeuges. Damit werde der Kreis der
Schadenersatzberechtigten vom SVG auf die direkt Unfallbeteiligten beschränkt.
Denn nur sie kämen in die Reichweite der Betriebsgefahr. Die Schädigung durch
die Nachricht vom Tod eines Angehörigen reiche im Strassenverkehrsrecht nicht,
um eine Haftpflicht zu begründen.

Das Kantonsgericht machte die Frage der Haftung "im Sinne der Einrede der
Beschwerdeführerin" zum Gegenstand eines Vorentscheids und stellte mit Urteil
vom 25. Oktober 2010 fest, dass die Beschwerdeführerin gemäss Art. 58 Abs. 1
SVG für einen allfälligen Schockschaden der Beschwerdegegner hafte.
Eine von der Beschwerdeführerin gegen dieses Urteil erhobene Berufung wies das
Obergerichts des Kantons Zug am 10. Mai 2011 ab, bestätigte den
erstinstanzlichen Entscheid und wies die Sache zur weiteren Entscheidung an das
Kantonsgericht zurück.

C.
Die Beschwerdeführerin beantragt mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des
Obergerichts vom 10. Mai 2011 aufzuheben und die Klage abzuweisen.

Die Vorinstanz schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegner
beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.

Erwägungen:

1.
Der angefochtene Beschluss weist die Sache zur weiteren Prüfung der mit der
Teilklage verfolgten Ansprüche an das Kantonsgericht zurück. Ein
Rückweisungsentscheid schliesst das Verfahren nicht ab; es handelt sich dabei
um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG (BGE
137 V 314 E. 1 S. 315; 135 III 212 E. 1.2, 329 E. 1.2; 135 V 141 E. 1.1 mit
Hinweis).

Gegen selbständig eröffnete Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit
noch den Ausstand betreffen, ist die Beschwerde zulässig, wenn die Gutheissung
der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren
ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die erste Voraussetzung, dass das
Bundesgericht, sollte es die Rechtsauffassung der Beschwerdeführerin teilen,
einen verfahrensabschliessenden Endentscheid fällen könnte, ist im vorliegenden
Fall erfüllt. Die Beschwerdeführerin verlangt die Abweisung der Klage der
Beschwerdegegner, indem sie die von der Vorinstanz im kantonalen Verfahren
geprüften und bejahten Haftungsvoraussetzungen bestreitet. Bei Gutheissung
ihres Standpunkts wäre die Klage in einem Endurteil abzuweisen.

Die Vorinstanz sprach sich im angefochtenen Entscheid nicht über die
Anspruchsvoraussetzungen des Bestehens und des Umfangs des behaupteten (Schock)
Schadens und des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem schädigenden
Ereignis und dem Schaden aus. Die Beschwerdeführerin tut überzeugend dar, dass
nach den seitens der Beschwerdegegner zu diesen Fragen gestellten
Beweisanträgen bei einer Weiterführung des Prozesses voraussichtlich ein
umfangreiches Beweisverfahren mit Gutachten und Zeugeneinvernahmen
durchzuführen wäre (vgl. BGE 133 IV 288 E. 3.2). Die Beschwerdegegner
bestreiten dies nicht substanziiert und räumen zumindest für das bisherige
Verfahren ein, dass die Fällung eines Zwischenentscheids über die
grundsätzliche Frage der Haftung durch die Vorinstanz prozessökonomisch
sinnvoll gewesen sei, um ein aufwändiges Beweisverfahren zu vermeiden. Die
Voraussetzungen nach Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG sind demnach zu bejahen.

Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Beschwerde unter Vorbehalt ihrer rechtsgenüglichen Begründung (Art. 42 BGG)
einzutreten.

2.
Prozessthema des angefochtenen Entscheids bildet einzig, ob es sich bei der
behaupteten gesundheitlichen Beeinträchtigung (Schädigung) der Beschwerdegegner
um einen direkten Schaden handelt, für den der Unfallverursacher bzw. die
Beschwerdeführerin als dessen Versicherung nach Art. 58 in Verbindung mit Art.
65 SVG grundsätzlich ersatzpflichtig ist, oder ob ein blosser Reflexschaden aus
der Schädigung des Sohnes behauptet ist, für den keine Ersatzpflicht besteht.
Noch nicht entschieden ist dagegen, ob der behauptete Schaden tatsächlich
besteht und die adäquat-kausale Folge des für den Sohn der Beschwerdegegner
tödlichen Unfalls ist.

2.1 Nach der Beschwerdeführerin ist die angebliche gesundheitliche
Beeinträchtigung bzw. der daraus resultierende Vermögensschaden der
Beschwerdegegner ein indirekter Schaden bzw. ein Reflexschaden, da er nicht
Folge einer direkten Beteiligung der Beschwerdegegner am Unfall sei, sondern
bloss Folge der Nachricht über den Tod ihres Sohnes. Dafür habe der Halter des
unfallverursachenden Fahrzeugs nicht aufzukommen.

Die Vorinstanz verwarf diese Auffassung und folgte dem gegenteiligen Standpunkt
der Beschwerdegegner, diese seien, da in ihrer Gesundheit und damit in einem
absolut geschützten Rechtsgut beeinträchtigt, als durch den Betrieb eines
Motorfahrzeuges im Sinne von Art. 58 SVG direkt Geschädigte anzusehen, so dass
die Beschwerdeführerin hafte. Sie stützte sich dabei massgeblich auf das in BGE
112 II 118 ff. publizierte Urteil des Bundesgerichts (sog. "Hunterurteil").

2.2 In diesem Entscheid beurteilte das Bundesgericht den Fall eines Vaters, der
wegen der Nachricht über den Unfalltod zweier Söhne und die Verletzung seiner
Ehefrau und eines weiteren Sohnes infolge des Absturzes eines Militärflugzeugs
vom Typ "Hunter" in den Obstgarten, in dem diese arbeiteten, einen Nervenschock
erlitten hatte und darob 50 % invalid geworden war. Es kam zum Schluss, dass
der Vater durch das Unfallereignis bzw. die Nachricht über dieses in seiner
körperlichen Integrität, mithin widerrechtlich, verletzt worden und damit ein
direkt aus dem Unfallereignis Geschädigter sei, auch wenn der Schockschaden
nicht die unmittelbare Folge des schädigenden Ereignisses sei. Demzufolge
sprach es ihm über die Genugtuung für den Verlust der zwei Söhne hinaus
Schadenersatz für seinen Erwerbsausfall und eine Genugtuung für seine eigene
psychische Beeinträchtigung zu.

In der Begründung erinnerte das Bundesgericht zunächst daran, dass nach den
Grundsätzen des schweizerischen Haftpflichtrechtes, die der Haftung vernünftige
Grenzen setzen wollen, nur derjenige einen ersatzpflichtigen Schaden erlitten
hat, der durch eine unerlaubte Handlung direkt betroffen ist und dem dadurch
ein direkter Schaden in seinem Vermögen zugefügt worden ist; der Dritte, der
nur aufgrund einer besonderen Beziehung zum Direktgeschädigten einen
Reflexschaden - bzw. indirekten Schaden - erleidet, besitzt grundsätzlich
keinen Anspruch gegen den Schadensverursacher. Ausnahmen bestehen zum einen
hinsichtlich der gesetzlichen Ansprüche auf Versorgerschaden (Art. 45 Abs. 3
OR) und auf Genugtuung (Art. 47 OR) bei Tod oder Körperverletzung eines
Angehörigen. Zum anderen hat der Drittbetroffene einen Ersatzanspruch, wenn der
Urheber der schädigenden Handlung eine Verhaltensnorm verletzt hat, die Dritte
nach ihrem Zweck vor Beeinträchtigungen der eingetretenen Art schützen soll;
die Frage, ob ein direkter (ersatzfähiger) oder ein indirekter Schaden
(Reflexschaden, nicht ersatzfähiger Schaden) vorliegt, deckt sich insoweit mit
der Frage nach der Widerrechtlichkeit der Schädigung (vgl. BGE 112 II 118 E. 5b
/c S. 124 f. mit Hinweisen; ferner: BGE 131 III 306 E. 3.1.1; 127 III 403 E. 4b
/aa S. 407; 126 III 521 E. 2a; 125 III 86 E. 3b).

Im zu beurteilenden Fall erkannte das Bundesgericht, dass der mittelbar
Geschädigte prinzipiell als widerrechtlich und mithin direkt Geschädigter
betrachtet werden müsse, wenn er durch ein Schreckerlebnis in seinen absoluten,
von der Rechtsordnung geschützten Rechten verletzt sei, wie in casu seiner
psychischen bzw. körperlichen Integrität, die in allgemeiner Weise durch die
den Art. 122 ff. StGB zugrunde liegenden Verbote geschützt sei; in einem
solchen Fall müsse nicht abgeklärt werden, ob ein Verstoss gegen eine
spezifische Verhaltensnorm vorliege (BGE 112 II 118 E. 5e; vgl. dazu auch BGE
112 II 220 E. 2a; ferner BGE 119 II 127 E. 3 S. 128; 115 Ia 175 E. 2b S. 181).
Es verwies zuvor auf ein Urteil aus dem Jahre 1897 (BGE 23 II 1033 E. 6), in
dem es bereits in ähnlichem Sinn entschieden hatte, indem es bei der
Schadenersatzbemessung berücksichtigte, dass die Ehefrau des Klägers als Folge
eines tödlichen Unfalls ihres einzigen Kindes einen Nervenschock erlitten
hatte, der einen materiellen und einen immateriellen Schaden nach sich ziehe
(BGE 112 II 118 E. 5b S. 124). Sodann führte es aus, es könne nicht an einen
Entscheid aus dem Jahre 1928 (BGE 54 II 138 E. 3) angeknüpft werden, in dem
eine Entschädigung für einen entsprechenden Schaden mit dem Argument verweigert
worden war, es handle sich dabei nicht um einen nach Art. 45 (und 47) OR
ersatzfähigen Schaden. Denn die Beschränkung ersatzfähiger Schäden nach Art. 45
OR beziehe sich nicht auf Schäden als Folge der Beeinträchtigung Dritter in
ihrer eigenen körperlichen Integrität, die durch die Rechtsordnung geschützt
sei, sondern nur auf reine Vermögensschäden Dritter, die nur ersatzfähig seien,
wenn der Urheber der schädigenden Handlung eine Verhaltensnorm verletzt hat,
die nach ihrem Zweck vor derartigen Schädigungen schützen soll (BGE 112 II 118
E. 5e S. 128; vgl. auch BGE 119 II 127 E. 3 S. 128 f.; 125 III 86 E. 3b). Die
Person, die als Folge des Unfalls in ihrer körperlichen Integrität und damit in
einem absolut geschützten Rechtsgut verletzt ist, sei im Lichte der allgemeinen
Grundsätze des Haftpflichtrechts direkt durch eine widerrechtliche Handlung
Geschädigter und könne vom Verursacher des daraus resultierenden Schadens
Ersatz verlangen, unabhängig davon, ob die Kausalkette kürzer oder länger sei,
d.h. ob die Beeinträchtigung direkt durch den Unfall verursacht sei oder bloss
indirekt eine Person betreffe, die mit dem direkten Unfallopfer verbunden sei
(BGE 112 II 118 E. 5e S. 127 f.).

3.
3.1 Diese Rechtsprechung stellt die Beschwerdeführerin nicht grundsätzlich in
Frage. Insoweit ist denn auch zu bemerken, dass das Hunterurteil in der Lehre
einhellig begrüsst oder zumindest kritiklos gebilligt wurde. Soweit darüber
eine Diskussion stattfindet, betrifft diese praktisch ausschliesslich die
Begrenzung der Haftung in verschiedenen Konstellationen, die sich von
derjenigen im Hunterfall unterscheiden (vgl. ERNST A. KRAMER, Schockschäden mit
Krankheitswert - noch offene Fragen?, in: Festschrift für Helmut Koziol, Peter
Apathy und weitere [Hrsg.], Wien 2010, S. 743 ff., 744; derselbe, Die
Kausalität im Haftpflichtrecht, ZBJV 1987 S. 289 ff., 310 ff., 312; PETER
GAUCH, Grundbegriffe des ausservertraglichen Haftpflichtrechts, recht 1996 S.
225 ff., 231; ROLAND BREHM, Berner Kommentar, 3. Aufl. 2006, N. 24, 33a f. zu
Art. 41 OR, N. 39c f. zu Art. 45 OR, N. 5b zu Art. 46 OR, N. 147a f. zu Art. 47
OR; HARDY LANDOLT, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2007, N. 114 in Vorbem. zu Art.
45/46 OR, N. 137 zu Art. 47 OR; derselbe, Ersatzpflicht für Schockschäden, in:
Innovatives Recht, Festschrift für Ivo Schwander, 2011, S. 361 ff., 364, 377;
derselbe, Angehörigenschaden, Reflex- oder Direktschaden - oder sogar beides?,
HAVE 1/2009 S. 3 Rn. 34; HEINZ REY, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 4.
Aufl. 2008, Rz. 225, 353; OFTINGER/STARK, Schweizerisches Haftpflichtrecht,
Besonderer Teil, Bd. II/1, 4. Aufl. 1987, § 16 Fn. 151, Bd. II/2, 4. Aufl.
1989, § 25 Fn. 525; ALFRED KELLER, Haftpflicht im Privatrecht, Bd. I, 6. Aufl.
2002, S. 74 und Bd. II, 2. Aufl. 1998, S. 53; INGEBORG SCHWENZER,
Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 5. Aufl. 2009, Rz. 14.21;
ALFRED KOLLER, in: Guhl/Koller/Schnyder/Druey, Das Schweizerische
Obligationenrecht, 9. Aufl. 2000, § 24 Rz. 17; HEIERLI/SCHNYDER, in: Basler
Kommentar, Obligationenrecht, Bd. I, 5. Aufl. 2011, N. 9 zu Art. 41 OR, N. 1 zu
Art. 47 OR; BEAT SCHÖNENBERGER, in: Kurzkommentar Obligationenrecht Art. 1-529,
2008, N. 11 zu Art. 41 OR; VITO ROBERTO, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 2010
S. 34 f. Rz. 116 ff.; LANDOLT/ROBERTO, Haftpflichtrecht, 2010, S. 17 f.; KIESER
/LANDOLT, Unfall - Haftung - Versicherung, 2012, S. 528; SCHNYDER/PORTMANN/
MÜLLER-CHEN, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2008, S. 23 f. Rz. 63;
HEINRICH HONSELL, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 4. Aufl. 2005, § 1 Rz. 46,
§ 3 Rz. 31, § 4 Rz. 12; FRANZ WERRO, La responsabilité civile, 2. Aufl. 2011, §
2 Rz. 305; BEATRICE GURZELER, Beitrag zur Bemessung der Genugtuung, 2005, S.
198 f.; WILLI FISCHER, Ausservertragliche Haftung für Schockschäden Dritter,
1988, S. 7 f.; ROLAND SCHAER, Schockschäden und psychische Überlagerungen, in:
relazioni tra diritti civile e assicurazione sociali, Giordano Beati und andere
[Hrsg.], 1993, S. 30 ff., der ein Begründungsdefizit in BGE 112 II 118 beklagt
und die Frage aufwirft, wie ersatzfähige und nicht ersatzfähige psychische
Einwirkungen abzugrenzen wären [vgl. auch die Gegenmeinung dazu bei GURZELER,
a.a.O., S. 145 ff. und 199 ff.]; SCHAFFHAUSER/ZELLWEGER, Grundriss des
schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. II, 1988, Rz. 954; CHRISTOPH
KARCZEWSKI, Die Haftung für Schockschäden, Frankfurt am Main 1992, S. 116; vgl.
ferner: WIDMER/WESSNER, Erläuternder Bericht zur Revision und Vereinheitlichung
des Haftpflichtrechts, 1999, S. 75 f., 98 f.).

3.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet indessen, dass sich ihre Haftung im
vorliegenden Fall auf das Hunterurteil abstützen lässt. Sie rügt im
Wesentlichen, die Vorinstanz habe Art. 58 SVG verletzt, indem sie den
Beschwerdegegnern den "Direktgeschädigten-Status" gewährt habe. Art. 58 SVG
statuiere nur dann eine Haftung des Halters, wenn und soweit der Schaden "durch
den Betrieb" eines Motorfahrzeugs verursacht werde, was eine direkte Beziehung
im Dreieck Betrieb - Opfer - Schaden voraussetze. Die Vorinstanz habe nicht
Art. 58 SVG angewandt, sondern aus Art. 45 Abs. 3 OR und BGE 112 II 118 ff.
direkt auf eine generelle Haftpflicht für Schockschäden im Strassenverkehr
geschlossen und dabei die in Art. 58 SVG vorausgesetzte Betriebsursächlichkeit
übergangen; diese Betriebsursächlichkeit sei im Hunterfall aufgrund des
Wortlauts von Art. 64 des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 1948 über die
Luftfahrt (Luftfahrtgesetz, LFG; SR 748.0) nicht erforderlich gewesen. Die
Vorinstanz habe zu Unrecht keine Differenzierung zwischen der Luftfahrt- und
Motorfahrzeughaftpflicht vorgenommen.

Diese Argumentation überzeugt nicht. Zunächst trifft es nicht zu, dass die
Vorinstanz ihr Urteil auch auf Art. 45 Abs. 3 OR gestützt hätte. Vielmehr zog
sie als Haftungsnorm einzig Art. 58 SVG heran und bejahte in Anlehnung an BGE
112 II 118, dass nach den allgemeinen Grundsätzen des schweizerischen
Haftpflichtrechts das Widerrechtlichkeitserfordernis und damit die
grundsätzliche Ersatzfähigkeit des geltend gemachten Schockschadens gegeben
sei.

Dies ist nicht zu beanstanden. Im Hunterfall bestanden keinerlei Zweifel daran,
dass der Tod der primär geschädigten Söhne des Klägers im Sinne von Art. 64
Abs. 1 LFG vom herabgestürzten Luftfahrzeug verursacht worden war und damit
grundsätzlich die Schadenersatzpflicht der Eidgenossenschaft als Halterin des
Luftfahrzeugs begründete. Die zu entscheidende Frage war, ob die Ersatzpflicht
des Halters des Luftfahrzeuges gegenüber dem damaligen Kläger auch für dessen
eigene, ihm über die wegen des Verlusts seiner Kinder erlittene immaterielle
Unbill hinaus zugefügte Beeinträchtigung in seiner psychischen Gesundheit
bestand, obwohl diese nicht direkt durch den Flugunfall, bei dem er nicht
zugegen war, verursacht wurde, sondern bloss mittelbar durch die Nachricht über
das schreckliche Ereignis der Tötung seiner zu ihm in einer besonders nahen
Beziehung (Eltern - Kind) stehenden Angehörigen bei diesem Unfall. Dies bejahte
das Bundesgericht, wie dargelegt, da der Kläger als Folge des Flugunfalls in
seinen durch die Rechtsordnung geschützten absoluten Rechten verletzt und damit
widerrechtlich und direkt geschädigt worden sei (vgl. BGE 112 II 118 E. 5e S.
128).

Im vorliegenden Fall verhält es sich nicht anders. Auch vorliegend bestehen
keine Zweifel und ist unbestritten, dass der tödliche Verkehrsunfall des Sohnes
der Beschwerdegegner durch den Betrieb des Motorfahrzeuges im Sinne von Art. 58
SVG verursacht wurde, dessen Halter bei der Beschwerdeführerin versichert ist,
und dass der Halter nach Art. 58 SVG grundsätzlich für den daraus
adäquat-kausal entstandenen Schaden haftet. Die hier strittige Frage, ob die
Beschwerdeführerin auch für den geltend gemachten Schockschaden haftet, den die
beim Unfall nicht anwesenden Beschwerdegegner durch die Nachricht über den
Unfalltod ihres Sohnes, mithin als mittelbare Folge des Unfalls, erlitten haben
sollen, stellt sich damit in genau gleicher Weise wie beim Hunterfall und ist
nach den allgemeinen Grundsätzen des Haftpflichtrechts auch in gleicher Weise
zu beantworten, was die Vorinstanz zutreffend erkannte. Wenn die
Beschwerdeführerin geltend macht, aus BGE 112 II 118 könne für den vorliegenden
Fall nichts abgeleitet werden, weil sich die Haftung damals auf Art. 64 LFG
abgestützt habe, vermischt sie die Frage der grundsätzlichen Haftung für die
Folgen des Unfalls mit derjenigen, ob eine Haftung auch für einen Schockschaden
von nicht unmittelbar unfallbeteiligten Angehörigen besteht. Indem die
Vorinstanz die Grundsätze, die im Hunterfall zur Bejahung der Haftung für den
Schockschaden des Vaters führte, auf den vorliegenden Fall anwandte, nahm sie
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keine "fundamentale
Praxisänderung in der Motorfahrzeughaftpflicht" vor. So wird denn auch in der
Literatur zum SVG davon ausgegangen, dass im Lichte der Rechtsprechung in BGE
112 II 118 E. 5 eine Haftung des Motorfahrzeughalters nach Art. 58 SVG auch für
Schockschäden von Angehörigen unmittelbarer Unfallopfer in Betracht kommt
(SCHAFFHAUSER/ZELLWEGER, a.a.O., Rz. 954; HARDY LANDOLT, Immaterielle Unbill
nach Verkehrsunfall, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2011, S. 67 ff.,
72; OFTINGER/STARK, a.a.O., Bd. II/2, § 25 Fn. 525).

In diesem Zusammenhang ist auf den von der Beschwerdeführerin angerufenen BGE
106 II 75 einzugehen. In diesem Urteil war ein Fall zu beurteilen, in dem ein
Traktor die Leitung einer öffentlichen Elektrizitätsversorgung beschädigt
hatte. Dies führte zu einem Stromausfall, der in zwei Unternehmen verschiedene
Schäden zur Folge hatte, für welche die Unternehmen als mittelbar aus dem
schädigenden Ereignis Geschädigte gestützt auf Art. 58 Abs. 1 SVG Ersatz
verlangten. Im vorangegangenen kantonalen Verfahren war die Haftung für den von
einem der beiden Unternehmen erlittenen Sachschaden, mithin ein Schaden aus der
mittelbaren Beeinträchtigung absoluter Rechtsgüter des Unternehmens, anerkannt
worden, so dass dieser Punkt nicht mehr strittig und nicht mehr zu beurteilen
war (dies wird von SCHAFFHAUSER/ZELLWEGER, a.a.O., Rz. 955 wohl übersehen). Das
Bundesgericht verneinte eine Haftung für den weiteren, aus dem Betriebsausfall
resultierenden Schaden mit der Begründung, es handle sich dabei um einen reinen
Vermögensschaden bzw. "sonstigen Schaden", für den nach Art. 58 Abs. 1 SVG
angesichts der darin vorgesehenen Beschränkung auf Personen- und Sachschäden
keine Haftung bestehe (kritisch dazu: ERNST A. KRAMER, "Reine Vermögensschäden"
als Folge von Stromkabelbeschädigungen, recht 1984 S. 128 ff.; WIDMER/WESSNER,
a.a.O., S. 76). Bemerkenswert und im vorliegenden Zusammenhang von Interesse
ist, dass das Bundesgericht eine Haftung für den Schaden aus Betriebsausfall
allein mit dieser Begründung ablehnte, und nicht etwa weil Art. 58 SVG eine
Haftung für die mittelbare Schädigung Dritter, die nicht unmittelbar vom auf
den Betrieb des Motorfahrzeugs zurückzuführenden Unfallereignis betroffen
waren, prinzipiell ausschliessen würde. Die Beschwerdeführerin kann demnach aus
diesem Urteil nichts für ihren Standpunkt ableiten. Im Gegenteil spricht dieser
Entscheid eher dafür, eine Haftung im vorliegenden Fall grundsätzlich zu
bejahen.

Der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie aus dem Wortlaut von
Art. 58 SVG eine Beschränkung der Haftung auf Schäden, die den direkt am
Unfallgeschehen Beteiligten erwachsen sind, herleiten will, die sich aus dem
Wortlaut von Art. 64 LFG im Vergleich nicht ergebe, zumal sie dabei nur einen
Teil des Wortlauts von Art. 64 LFG zitiert; eine entsprechende Beschränkung
lässt sich aus dem Wortlaut von Art. 58 SVG genauso wenig entnehmen wie aus
demjenigen von Art. 64 LFG. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin ist
auch für eine Haftung nach Art. 64 LFG schon dem Wortlaut dieser Bestimmung
nach eine "Betriebsursächlichkeit" erforderlich. So verlangt dieser, was die
Beschwerdeführerin übergeht, dass der Schaden von einem im Fluge befindlichen
Luftfahrzeug (...) zugefügt wird. Darauf weiter einzugehen erübrigte sich im
Hunterurteil, da keine Zweifel daran bestanden, dass die Tötung der unmittelbar
bzw. primär geschädigten Kinder durch ein im Flug befindliches Luftfahrzeug,
mithin durch den Betrieb eines solchen zugefügt worden war, und dass damit auch
die weitere Folge des Schockschadens ihres Vaters indirekt auf den Betrieb des
Luftfahrzeugs zurückzuführen war.
Wie bereits die Erstinstanz zutreffend erwogen hat, weisen die
Gefährdungshaftungen nach Art. 58 SVG und nach Art. 64 LFG identische Züge auf,
indem damit dem Umstand Rechnung getragen wird, dass sich der Mensch beim
Betrieb von Motorfahrzeugen und von Luftfahrzeugen grosse Energien dienstbar
macht, um grosse Massen fortzubewegen, wodurch bedeutende Schäden verursacht
werden können (OFTINGER/STARK, a.a.O., Bd. II/2, 4. Aufl. 1989, § 24 Rz. 9).
Die Beschwerdeführerin zeigt keinerlei Gründe auf, die eine grundsätzliche
Beschränkung der "Betriebshaftung" nach SVG im Gegensatz zu derjenigen nach dem
LFG auf Schäden von unmittelbar Unfallbeteiligten rechtfertigen könnten; solche
können namentlich nicht darin gesehen werden, dass das Risiko, einen
Angehörigen bei einem Verkehrsunfall zu verlieren, statistisch gesehen viel
höher ist als dasjenige, dass ein Angehöriger durch die Auswirkungen eines
Flugunfalls auf der Erde den Tod findet.

3.3 Zuzugestehen ist der Beschwerdeführerin, dass der Betriebsbegriff nach Art.
58 SVG nicht so weit geht, dass dem Betrieb des unfallverursachenden Fahrzeugs
auch die behaupteten Vorgänge in Q.________ und auf dem Polizeiposten
R.________ zuzurechnen wären, womit sie wohl die von der Vorinstanz
wiedergegebenen Behauptungen der Beschwerdegegner über belastende
Begleitumstände meint, die über die blosse Nachricht vom Tod des Kindes
hinausgehen und die psychische Schädigung der Beschwerdegegner mitverursacht
haben sollen. Diese Vorgänge wären als weitere Teilursachen für die Schädigung
zu betrachten, für die der Verursacher des Verkehrsunfalls nicht zur
Verantwortung gezogen werden kann. Das Bestehen solcher weiterer Teilursachen
ist indessen für die von der Vorinstanz entschiedene Frage über die
grundsätzliche Haftung des Unfallverursachers für die geltend gemachten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdegegner ohne Belang. Denn für
eine solche genügt es, dass der durch den Betrieb des Fahrzeugs verursachte Tod
des Kindes der Beschwerdegegner und die Nachricht darüber eine Teilursache für
den behaupteten Schockschaden ist (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f.; 133 III 462
E. 4.4.2 S. 470; 129 V 177 E. 3.1 S. 181; 115 V 359 E. 4b S. 360).

3.4 Zusammenfassend ist es nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die
Haftung des Unfallverursachers für den von den Beschwerdegegnern behaupteten
Schockschaden nach Art. 58 SVG nicht schon deshalb ausschloss, weil diese nicht
unmittelbar vom Verkehrsunfall betroffen waren. Die Beschwerde erweist sich als
unbegründet.

4.
Bei der Qualifizierung eines "reflektorischen" Schockschadens der vorliegenden
Art als grundsätzlich ersatzfähiger Schaden ist - wie von der
Beschwerdeführerin mehrfach angesprochen - die Gefahr einer Ausuferung der
Haftung nicht von der Hand zu weisen und stellt sich die Frage nach einer
vernünftigen Haftungsbegrenzung. In der Lehre wird bei der Ausdehnung der
Haftung für indirekte (reflektorische) Schädigungen Dritter bzw. für Schäden
von bloss mittelbar durch ein schädigendes Ereignis Betroffenen allgemein zur
Vorsicht gemahnt, um eine Ausuferung der Haftung zu vermeiden (BREHM, a.a.O.,
N. 24a zu Art. 41 OR). Entsprechende Stimmen wurden in der Lehre insbesondere
im Anschluss an zwei Urteile erhoben, in denen das Bundesgericht die Haftung
für reine Vermögensschäden Dritter bejaht hatte, die indirekt als Folge der
Beschädigung von Stromleitungen entstanden waren (BGE 101 Ib 252 E. 2; 102 II
85 E. 6). Diese Entscheide stiessen in der Lehre allerdings namentlich deshalb
auf Kritik, weil das Bundesgericht die Bestimmung von Art. 239 StGB als Norm
qualifiziert hatte, die Dritte vor den Folgen der Beschädigung einer
Stromleitung schützen will (vgl. insbesondere ERNST A. KRAMER, recht 1984,
a.a.O., S. 133 f.; HANS MERZ, Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, SPR Bd. VI/
1, 1984, S. 191 f.; derselbe in: ZBJV 1978 S. 129 ff.; PIERRE GIOVANNONI, Le
dommage indirect en droit suisse de la responsabilité civile, comparé aux
droits allemand et français, ZSR 1977 I 31 ff., 60; PIERRE TERCIER, La
réparation du préjudice réfléchi en droit suisse de la responsabilité civile,
in: Gauch/Schyder [Hrsg.], Gedächtnisschrift Peter Jäggi, 1977, S. 262 f.;
ROBERTO, a.a.O., Rz. 145; REY, a.a.O., Rz. 700). Die Frage der Verletzung einer
spezifischen Schutznorm stellt sich indessen im vorliegenden Fall, in dem eine
Beeinträchtigung der körperlichen Integrität als mittelbare Folge des
schädigenden Ereignisses geltend gemacht wird, nicht; auch ist in der Lehre im
Anschluss an das Hunterurteil unbestritten geblieben, dass bei einer
mittelbaren Schädigung Dritter in ihrer körperlichen Integrität, die in
allgemeiner Weise durch die Rechtsordnung, namentlich durch die den Art. 122
ff. StGB zugrunde liegenden Verbote und durch Art. 28 ZGB geschützt ist, ohne
weiteres ein Schutznormverstoss anzunehmen ist.

Allerdings wurde in der Lehre auch im Anschluss an den Hunterfall über eine
vernünftige Haftungsbegrenzung bei Schockschadenfällen mit Hilfe der
Adäquanztheorie, d.h. mittels Prüfung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs
zwischen dem unfallverursachenden Verhalten und dem eingetretenen Erfolg
diskutiert. Im Vordergrund der Diskussion steht dabei insbesondere, wie eng die
Beziehung zwischen dem direkten Unfallopfer und dem Schockgeschädigten sein
muss (bzw. wie weit der Kreis der Ersatzberechtigten gezogen werden darf), wie
schwer die Betroffenheit des direkten Unfallopfers sein muss (genügt nur eine
Tötung oder reicht auch eine blosse Verletzung oder Bedrohung desselben aus?)
und wie nahe das schockauslösende Miterleben sein muss (unmittelbares
Miterleben des primären Schadensereignisses durch den Dritten, allenfalls mit
Selbstgefährdung desselben [vgl. dazu BGE 51 II 73 E. 2 S. 79 f.] oder blosse
Benachrichtigung darüber, allenfalls auch über die Medien), damit der vom
Dritten erlittene Schaden dem Unfallverursacher billigerweise zugerechnet
werden kann (vgl. GAUCH, a.a.O., recht 1996 S. 231; KRAMER, a.a.O., ZBJV 1987
S. 312 ff.; SCHAER, a.a.O., S. 32 ff.; FISCHER, a.a.O., S. 17 ff., 43;
SCHWENZER, a.a.O., Rz. 50.10; vgl. zur Begrenzung der Haftung mit dem
"Adäquanzkriterium" bei indirekten Schädigungen Dritter bzw. bei Schockschäden
ferner: BREHM, a.a.O., N. 31g zu Art. 41 OR; KOLLER, a.a.O., § 24 Rz. 17;
KELLER, a.a.O., Bd. I, S. 81; GURZELER, a.a.O., S. 198 ff.; TERCIER, a.a.O., S.
266; HONSELL, a.a.O., § 3 Rz. 31; ERNST A. KRAMER, a.a.O., recht 1984 S. 128
ff., 134; PIERRE CAVIN, Le dommage indirect dans le droit de la responsabilité
civile, Revue générale d'assurances terrestres 1975 S. 101 ff., 111; MERZ, ZBJV
1978 S. 131).

Im Hunterfall war weder der Schaden noch die natürliche Kausalität bestritten;
das Bundesgericht bejahte die Adäquanz in der Folge angesichts der besonderen
Umstände des Falles ohne eingehende Erwägungen darüber anzustellen (BGE 112 II
118 E. 5e S. 127 unten; der Entscheid wurde insoweit durch SCHAER, a.a.O., S.
31 f. und 35, kritisiert). Vorliegend zieht die Beschwerdeführerin in ihrer
Argumentation verschiedentlich in Zweifel, ob bei den Beschwerdegegnern
überhaupt ein Schaden mit Krankheitswert vorliegt, der adäquat-kausal auf den
tödlichen Verkehrsunfall ihres Sohnes zurückzuführen ist, wenn auch diese
Fragen noch nicht Thema des angefochtenen Entscheids und damit der
bundesgerichtlichen Beurteilung bilden. Dem wird die Vorinstanz bzw. die
Erstinstanz im Rahmen des fortzuführenden Verfahrens gebührend Rechnung zu
tragen haben.

5.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die
Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art.
68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 3'500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit insgesamt Fr. 4'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug, I.
Zivilabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. Februar 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Widmer