Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.413/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_413/2011

Urteil vom 1. November 2011
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichterinnen Rottenberg Liatowitsch, Kiss,
Gerichtsschreiber Kölz.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Jermann,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian Schmid,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Rechenschaftsablegung,

Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 19.
Oktober 2009.

Sachverhalt:

A.
Die X.________ AG (Beschwerdeführerin) mit Sitz in Z.________ und die
Y.________ AG (Beschwerdegegnerin) mit Sitz in Q.________ schlossen am 18./19.
Dezember 2002 eine Vereinbarung, wonach die Beschwerdeführerin der
Beschwerdegegnerin für das per 31. Dezember 2002 von der S.________ AG in die
Beschwerdeführerin eingebrachte Versicherungsportefeuille eine Entschädigung
von 17 % der eingegangenen Courtagen und Erfolgsbeteiligungen, die auf dieses
Portefeuille entfallen, solange ausrichtet, bis der Betrag von Fr. 545'000.--
abgegolten ist.

B.
B.a Am 26. März 2008 reichte die Beschwerdegegnerin gegen die
Beschwerdeführerin beim Handelsgericht Zürich Klage ein. Damit verlangte sie
die Zahlung von Fr. 65'985.70 nebst Zins (Rechtsbegehren 1) sowie die
Herausgabe detaillierter Provisionsabrechnungen für die Jahre 2003, 2004, 2005
und 2007 und die Einsichtnahme in die entsprechenden Unterlagen (Rechtsbegehren
2), wobei von einem allfälligen Nachklagevorbehalt Vormerk zu nehmen sei. Sie
machte geltend, dass gewisse Kunden aufgrund unsorgfältiger Mandatsführung
durch die Beschwerdeführerin ihre Mäklerverträge mit dieser gekündigt hätten,
und verlangte wegen verlorener Courtagen Schadenersatz. Zudem forderte sie
bezüglich bestimmter Kunden ihre Courtageanteile für das Jahr 2007, welche die
Beschwerdeführerin ungerechtfertigt zurückbehalten habe. Dieser Forderung
stellte die Beschwerdeführerin eine Verrechnungseinrede gegenüber. In der
Replik änderte die Beschwerdegegnerin ihre Rechtsbegehren wie folgt:

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 64'490.55 nebst 5% Zins
ab 19. Oktober 2007 zu bezahlen.
2. a) Die Beklagte sei unter Androhung der Bestrafung gemäss Art. 292 StGB im
Widerhandlungsfall zu verpflichten, für die Jahre 2003-2007 detaillierte
jährliche Provisionsabrechnungen gemäss Vereinbarung vom 18./19. Dezember 2002
(act. 4/5) zu erstellen und innerhalb von 4 Wochen ab Rechtskraft des
Entscheids der Klägerin herauszugeben, unter genauer Angabe, welche
Versicherungsgesellschaft im betreffenden Jahr für welche Versicherungsverträge
wie hohe Courtagen und anderweitige Entschädigungen bezahlt hat, und zwar für
die Kunden gemäss Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5).

b) Sodann sei die Beklagte unter Androhung der Bestrafung gemäss Art. 292 StGB
im Widerhandlungsfall zu verpflichten, der Klägerin oder einem von ihr
beauftragten Treuhänder Einsicht in sämtliche Mäklerverträge mit den Kunden
gemäss Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5), in sämtliche
Prämienabrechnungen dieser Kunden, in sämtliche Verträge der Beklagten mit
denjenigen Versicherungen, bei welchen diese Kunden versichert sind resp. waren
sowie in sämtliche Courtagenabrechnungen bezüglich dieser Kunden zu gewähren,
alles im Zeitraum vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2007.

c) Schliesslich sei die Beklagte unter Androhung der Bestrafung gemäss Art. 292
StGB im Widerhandlungsfall zu verpflichten, der Klägerin Einsicht in die im
Zeitraum 2003 und 2004 mit der T.________ Versicherungen AG und der U.________
Versicherungen geführte Korrespondenz betreffend die Auflösung von
Versicherungsverträgen mit den Kunden gemäss Kundenliste der S.________ AG
(act. 4/5) zu gewähren.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

Alles unter Nachklagevorbehalt."
Am 19. Oktober 2009 fällte das Handelsgericht folgendes Urteil:

"1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 10'125.69 zuzüglich 5 %
Zins seit dem 20. Oktober 2007 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.

2. a) Die Beklagte wird in teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren Ziff. 2 a)
unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Busse gemäss Art. 292 StGB im
Widerhandlungsfall verpflichtet, für die Jahre 2003-2007 detaillierte jährliche
Provisionsabrechnungen gemäss Vereinbarung vom 18./19. Dezember 2002 (act. 4/5)
zu erstellen und innerhalb von 4 Wochen ab Rechtskraft des Entscheids der
Klägerin herauszugeben, unter genauer Angabe, welche Versicherungsgesellschaft
im betreffenden Jahr für welche Versicherungsverträge wie hohe Courtagen und
anderweitige Entschädigungen bezahlt hat, und zwar für die Kunden gemäss
Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5).
Ausgenommen hiervon sind von der Dispositivziffer 1 erfasste Sachverhalte,
nämlich (a): Geltend gemachter Schadenersatz bis zum 31. Dezember 2007 wegen
unsorgfältiger Mandatsführung betreffend folgende Kunden: V.________ und 16
weitere; sowie (b): geltend gemachte Erfüllungsklage wegen "Ausschluss gewisser
Courtagen" für das Jahr 2007 betreffend folgende Kunden (vgl. act. 4/35):
W.________ und 27 weitere.
b) Die Beklagte wird in teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren Ziff. 2 b)
unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Busse gemäss Art. 292 StGB im
Widerhandlungsfall verpflichtet, der Klägerin oder einem von ihr beauftragten
Treuhänder Einsicht in sämtliche Mäklerverträge mit den Kunden gemäss
Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5), in sämtliche Prämienrechnungen dieser
Kunden, in sämtliche Verträge der Beklagten mit denjenigen Versicherungen, bei
welchen diese Kunden versichert sind resp. waren sowie in sämtliche
Courtagenabrechnungen bezüglich dieser Kunden zu gewähren, alles im Zeitraum
vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2007.
Ausgenommen hiervon sind von der Dispositivziffer 1 erfasste Sachverhalte,
nämlich (a): Geltend gemachter Schadenersatz bis zum 31. Dezember 2007 wegen
unsorgfältiger Mandatsführung betreffend folgende Kunden: V.________ und 16
weitere; sowie (b): geltend gemachte Erfüllungsklage wegen "Ausschluss gewisser
Courtagen" für das Jahr 2007 betreffend folgende Kunden (vgl. act. 4/35):
W.________ und 27 weitere.

c) Die Beklagte wird in teilweiser Gutheissung von Rechtsbegehren Ziff. 2 c)
unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Busse gemäss Art. 292 StGB im
Widerhandlungsfall verpflichtet, der Klägerin Einsicht in die im Zeitraum 2003
und 2004 erfolgten Kündigungsschreiben von oder an die T.________
Versicherungen AG und die U.________ Versicherungen betreffend die Kunden
gemäss Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5) zu gewähren.
Ausgenommen hiervon sind von der Dispositivziffer 1 erfasste Sachverhalte,
nämlich (a): Geltend gemachter Schadenersatz bis zum 31. Dezember 2007 wegen
unsorgfältiger Mandatsführung betreffend folgende Kunden: V.________ und 16
weitere; sowie (b): geltend gemachte Erfüllungsklage wegen "Ausschluss gewisser
Courtagen" für das Jahr 2007 betreffend folgende Kunden (vgl. act. 4/35):
W.________ und 27 weitere.

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 11'000.--.
4. Die Kosten werden zu 4/5 der Klägerin und zu 1/5 der Beklagten auferlegt.
5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von
CHF 7'800.-- zu bezahlen.
[...]"
B.b Gegen dieses Urteil erhob die Beschwerdeführerin kantonale
Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Zürich. Dieses wies
die Beschwerde mit Zirkulationsbeschluss vom 30. Mai 2011 ab, soweit es darauf
eintrat. Der Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts wurde nicht
angefochten.

C.
Die Beschwerdeführerin stellt mit Beschwerde in Zivilsachen die folgenden
Anträge:
"1. Es seien die Ziff. 2a, 2b und 2c des Dispositivs des Urteils des
Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Oktober 2009 ersatzlos aufzuheben
und es sei auf die Klage in diesem Umfang nicht einzutreten beziehungsweise die
Klage sei in diesem Umfang abzuweisen und es seien die Ziff. 4 und 5 des
Dispositivs dieses Urteils ausgangsgemäss anzupassen.

2. Eventualantrag:
Es sei an Stelle der Ziff. 2a, 2b und 2c des Dispositivs des Urteils des
Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Oktober 2009 eine
vollstreckungsfähige Anordnung zu erlassen, welche sich nicht auf die mittels
Büroklammer an die Klagebeilage act. 4/5 angeheftete Liste angeblicher Kunden
der S.________ AG stützt und mit welcher genau bestimmt wird, hinsichtlich
welcher namentlich genannter ehemaliger Kunden der S.________ AG bezüglich
welches Zeitraumes welche vertraglich geschuldeten Auskunfts- und
Rechenschaftsablegungen von der Beschwerdeführerin zu erbringen sind.

3. Subeventualantrag:
Es seien die Ziff. 2a, 2b und 2c des Dispositivs des Urteils des
Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 19. Oktober 2009 aufzuheben und es sei
die Frage des genauen Umfangs der Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur
Auskunfts- und Rechenschaftsablegung im Sinne des Eventualantrages Ziff. 2 an
die Vorinstanz zurückzuweisen."

Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie
einzutreten sei. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Die Parteien reichten eine Replik und eine Duplik ein.
Mit Präsidialverfügung vom 15. August 2011 wurde der Beschwerde aufschiebende
Wirkung erteilt.

Erwägungen:

1.
1.1 Die gegen das Urteil des Handelsgerichts vom 19. Oktober 2009 gerichtete
Beschwerde wurde innert 30 Tagen seit Eröffnung des Zirkulationsbeschlusses des
Kassationsgerichts beim Bundesgericht eingereicht. Da der angefochtene
Entscheid des Handelsgerichts noch vor der Aufhebung von aArt. 100 Abs. 6 BGG
per 1. Januar 2011 eröffnet worden ist, findet diese Bestimmung Anwendung auf
das vorliegende Verfahren (vgl. Art. 405 Abs. 1 ZPO). Die Beschwerde an das
Bundesgericht wurde somit rechtzeitig erhoben.

1.2 Sodann ist auch das Streitwerterfordernis erfüllt. Die Beschwerde richtet
sich zwar einzig gegen die Verpflichtung zur Auskunftserteilung und
Rechenschaftsablegung (Dispositivziffern 2a-2c; klägerische Rechtsbegehren
2a-2c), deren Streitwert vom Handelsgericht mit Fr. 10'000.-- beziffert wird.
Dispositivziffer 1, mit der die Forderungsklage beurteilt wurde, ist nicht
angefochten. Indessen bestimmt sich der Streitwert für die Beschwerdefähigkeit
nach den Rechtsbegehren, die vor der Vorinstanz streitig geblieben waren (Art.
51 Abs. 1 lit. a BGG). Dazu zählt auch das Rechtsbegehren 1 auf Bezahlung von
Fr. 64'490.55. Die Streitwertgrenze von Fr. 30'000.-- ist demnach überschritten
(Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG).

2.
Das Urteil des Handelsgerichts ist nur insofern der Beschwerde zugänglich, als
es das Erfordernis der Letztinstanzlichkeit erfüllt, mithin für die gegen das
Urteil erhobenen Rügen kein kantonales Rechtsmittel mehr offen stand (Art. 75
Abs. 1 BGG; BGE 134 III 524 E. 1.3 S. 527). Gegen das Urteil des
Handelsgerichts konnte kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an das
Kassationsgericht nach § 281 aZPO/ZH erhoben werden. Von dieser Möglichkeit hat
die Beschwerdeführerin vorliegend denn auch Gebrauch gemacht. Nach § 281 aZPO/
ZH konnte mit Nichtigkeitsbeschwerde geltend gemacht werden, der angefochtene
Entscheid beruhe zum Nachteil des Nichtigkeitsklägers auf einer Verletzung
eines wesentlichen Verfahrensgrundsatzes (Ziff. 1), auf einer aktenwidrigen
oder willkürlichen tatsächlichen Annahme (Ziff. 2) oder auf einer Verletzung
klaren materiellen Rechts (Ziff. 3). Ausgeschlossen war die kantonale
Nichtigkeitsbeschwerde, wenn der Entscheid dem Weiterzug an das Bundesgericht
unterlag und das Bundesgericht den geltend gemachten Mangel frei überprüfen
konnte. Stets war die Nichtigkeitsbeschwerde aber zulässig, wenn eine
Verletzung von Art. 8, 9, 29 oder 30 BV oder von Art. 6 EMRK geltend gemacht
wurde (Art. 285 Abs. 1 und 2 aZPO/ZH).
Das angefochtene Urteil des Handelsgerichts stellt daher insoweit keinen
letztinstanzlichen Entscheid dar, als geltend gemacht wird, das Handelsgericht
habe darin willkürliche tatsächliche Feststellungen getroffen, den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt (Art. 29 Abs. 2 BV) oder
kantonales Recht willkürlich angewendet (Art. 9 BV). Solche Rügen konnte die
Beschwerdeführerin dem Kassationsgericht unterbreiten. Wenn sie mit deren
Beurteilung durch das Kassationsgericht nicht einverstanden gewesen wäre, hätte
sie dies in einer Beschwerde gegen den Zirkulationsbeschluss des
Kassationsgerichts beim Bundesgericht rügen können (vgl. BGE 137 III 268 E. 1.2
S. 278). Diesen Entscheid hat sie indessen nicht angefochten. Auf entsprechende
Rügen gegen das Urteil des Handelsgerichts ist mangels Letztinstanzlichkeit
nicht einzutreten.

3.
Für Rügen der Verletzung von Bundesrecht ist das Urteil des Handelsgerichts ein
letztinstanzlicher Entscheid. Diesbezüglich sind aber die gesetzlichen
Begründungsanforderungen zu beachten, andernfalls auf solche Rügen nicht
eingetreten wird: In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG).
Unerlässlich ist im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 BGG, dass die Beschwerde auf
die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt,
worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Der Beschwerdeführer soll in der
Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen
Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit seiner Kritik an den
als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE
134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.; 121 III 397 E. 2a S. 400; 116 II 745 E. 3 S. 748
f.).

Diesen Anforderungen wird die Beschwerdeführerin kaum gerecht. Sie wiederholt
über weite Strecken ihre bereits im kantonalen Verfahren vertretenen
Auffassungen. Dabei erweitert sie den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt
nach Belieben. Ihre weitgehend appellatorischen Ausführungen lassen kaum
hinlänglich begründete Rügen einer Verletzung von Bundesrecht erkennen. Im
Einzelnen ist zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin Folgendes zu bemerken:

4.
In Ziffer 9 ihrer Beschwerde wirft sie der Vorinstanz vor, "Bundesrecht und
insbesondere auch das rechtliche Gehör" verletzt zu haben, indem sie ohne jede
Einschränkung eine vertragliche Auskunfts- und Rechenschaftspflicht der
Beschwerdeführerin bezüglich sämtlicher Kunden, welche auf der act. 4/5
angehefteten Liste aufgeführt seien, angeordnet habe.

Mit dem unspezifischen Vorwurf einer Verletzung von "Bundesrecht" genügt die
Beschwerdeführerin den Begründungsanforderungen nicht, kann ihren
diesbezüglichen Ausführungen doch nicht entnommen werden, worin welche
Bundesrechtsverletzung bestehen soll. Soweit sie insbesondere ihren Anspruch
auf rechtliches Gehör verletzt sieht, kann auf die Rüge mangels
Letztinstanzlichkeit nicht eingetreten werden (Erwägung 2).

Nach den Feststellungen der Vorinstanz ist in der Vereinbarung der Parteien vom
18./19. Dezember 2002 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin "eine
monatliche Abrechnung" zugunsten der Beschwerdegegnerin vornehme. Sodann
verfügt die Beschwerdegegnerin "über ein jederzeitiges Einsichtsrecht in
entsprechende Unterlagen". Aufgrund dieser Vereinbarung bejahte die Vorinstanz
die Pflicht der Beschwerdeführerin zur Rechnungslegung und Einsichtsgewährung.
Inwiefern sie damit Bundesrecht verletzt haben soll, legt die
Beschwerdeführerin nicht dar.

Mit ihren Vorbringen, die letztlich alle dahingehen, es könne nicht auf die
Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5) abgestellt werden, da sie zu
verschiedenen auf dieser Liste aufgeführten Kunden nie in einer
Vertragsbeziehung gestanden habe (oder nicht mehr stehe) und diese Liste nie
einen Bestandteil des Vertrags zwischen den Parteien gebildet habe, wendet sich
die Beschwerdeführerin nicht gegen den grundsätzlichen Bestand der ihr
auferlegten Auskunfts- und Rechenschaftspflicht, sondern gegen deren Umfang.
Dazu hat die Vorinstanz aber in Berücksichtigung der Vorbringen der
Beschwerdeführerin klar festgehalten, es verstehe sich von selbst und gehe
unzweifelhaft aus der Vereinbarung vom 18./19. Dezember 2002 hervor, dass die
Beschwerdeführerin nur bezüglich solcher Kunden auskunfts- und
abrechnungspflichtig sei, die sie auch tatsächlich von der S.________ AG
übernommen habe. Zudem bestehe die Auskunfts- und Rechenschaftspflicht nur
bezüglich solcher Kunden, die auf der act. 4/5 angehängten Kundenliste
namentlich aufgeführt seien. Soweit diese Kunden nicht mehr existierten,
bestehe die Auskunftspflicht über die Tatsache der Auflösung (bei juristischen
Personen) bzw. des Todes (bei natürlichen Personen) sowie eine Auskunfts- und
Rechenschaftspflicht bis zum Zeitpunkt der Auflösung bzw. dem Tod. Die Änderung
der Rechtsform sei jedoch grundsätzlich unbeachtlich, soweit es sich um eine
Rechtsnachfolge handle.

Dabei ging die Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht davon aus, dass die besagte
Kundenliste das von der S.________ AG in die Beschwerdeführerin eingebrachte
Versicherungsportefeuille wiedergebe. Daran ist das Bundesgericht gebunden
(Art. 105 Abs. 1 BGG und Erwägung 2). Die Vorinstanz bezog die Auskunfts- und
Rechenschaftspflicht der Beschwerdeführerin demnach folgerichtig grundsätzlich
auf alle (nicht durchgestrichenen) Kunden der besagten Liste, wobei sie aber
ausdrücklich festhielt, dass diese Pflicht nur im Rahmen der tatsächlichen
Übernahme der Kunden von der S.________ AG bestehe. Den Detaillierungsgrad der
Auskunfts- und Rechenschaftspflicht bestimmte sie im Hinblick darauf, dass der
Beschwerdegegnerin die Überprüfung ihres vertraglichen Entschädigungsanspruchs
von 17 % möglich sein müsse. Dies impliziert die Angabe, welche
Kundenbeziehungen in welchem Zeitpunkt allenfalls geendet haben. Dass die
Vorinstanz mit dieser Festlegung des Umfangs der Auskunfts- und
Rechenschaftspflicht Bundesrecht verletzt hätte und inwiefern, zeigt die
Beschwerdeführerin nicht auf, jedenfalls nicht rechtsgenüglich.

5.
In Ziffer 10 der Beschwerde wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die
Verpflichtung gemäss Dispositivziffer 2c, Einsicht in die im Zeitraum 2003 und
2004 erfolgten Kündigungsschreiben von oder an die T.________ Versicherungen AG
und die U.________ Versicherungen betreffend die Kunden gemäss Kundenliste der
S.________ AG (act. 4/5) zu gewähren. Die Vorinstanz habe "zu Unrecht und in
Verletzung des rechtlichen Gehörs" eine vertragliche Grundlage zur Einsicht in
Kündigungsschreiben von und an Versicherungsgesellschaften angenommen. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Courtageanspruch als
Versicherungsbrokerin (und damit der vertragliche Courtageanteil der
Beschwerdegegnerin) hänge "einzig vom Bestand des Maklervertrages zwischen der
Beschwerdeführerin und dem jeweiligen Kunden und nicht von den (wechselnden)
Versicherungsverträgen zwischen Kunde und Versicherungsgesellschaft" ab. Der
Beschwerdeführerin komme hinsichtlich der Vertragsbeziehung zwischen dem
Versicherungskunden und der Versicherungsgesellschaft keine Passivlegitimation
zu.

Die Vorinstanz verkannte nicht, dass sich das Einsichtsrecht der
Beschwerdegegnerin nicht schlechthin auf Unterlagen beziehen kann, welche das
Verhältnis zwischen dem Kunden und der jeweiligen Versicherungsgesellschaft
betreffen, da die Beschwerdeführerin in diesem Versicherungsverhältnis nicht
Partei ist. Das Einsichtsrecht dient der Überprüfung des vertraglichen
Anspruchs der Beschwerdegegnerin auf einen Anteil an den eingegangenen
Courtagen und Erfolgsbeteiligungen. Nun hängen Entstehung und Fortbestand des
Courtageanspruchs aber nicht nur vom Mandatsverhältnis zwischen
Versicherungsnehmer und Makler, sondern auch von der Erfüllung des
Versicherungsvertrags ab (BGE 124 III 481 E. 4b S. 485 f.). Der Bestand von
Versicherungsverträgen spielt mithin indirekt für den Courtageanspruch der
Beschwerdeführerin und damit für den vertraglichen Anteil der
Beschwerdegegnerin eine Rolle und musste demnach nicht vollständig vom
Einsichtsrecht ausgenommen werden. Richtigerweise beschränkte die Vorinstanz
das Einsichtsrecht der Beschwerdegegnerin aber auf Dokumente, welche die
Tatsache der Vertragsauflösung betreffen. Nach dem Gesagten ist die in
Dispositivziffer 2c der Beschwerdeführerin auferlegte Pflicht zur Gewährung von
Einsicht in die dort genannten Kündigungsschreiben bundesrechtlich nicht zu
beanstanden.

Auf die in diesem Kontext erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs
gemäss Ziffer 10.5 der Beschwerde kann mangels Letztinstanzlichkeit nicht
eingetreten werden (Erwägung 2).

6.
In den Ausführungen unter Ziffer 11 der Beschwerde kann die Rüge erblickt
werden, die Vorinstanz habe gegen das Bestimmtheitsgebot von Dispositiven
verstossen (vgl. dazu betreffend Unterlassungsbegehren BGE 131 III 70; Urteil
4A_106/2009 vom 1. Oktober 2009 E. 11.3, nicht publ. in: BGE 136 III 23; Urteil
4C.361/2005 vom 22. Februar 2006 E. 3).

Die Beschwerdeführerin scheint der Auffassung zu sein, das Bestimmtheitsgebot
werde dadurch verletzt, dass in den Dispositivziffern 2a-2c auf die Kundenliste
der S.________ AG (act. 4/5) verwiesen wird, ohne dass diese Liste in das
Dispositiv aufgenommen oder diesem als integrierter Anhang beigefügt worden
sei. Es ist indessen nicht unzulässig, im Dispositiv auf weitere Unterlagen zu
verweisen, aus denen die für die Vollstreckung nötigen Angaben mit der
erforderlichen Bestimmtheit hervorgehen. Dass Letzteres auf die besagte
Kundenliste nicht zutreffen soll, zeigt die Beschwerdeführerin nicht
hinlänglich auf. Namentlich ist entgegen ihren Andeutungen ohne weiteres klar,
dass die in dieser Liste durchgestrichenen Kunden nicht erfasst sind. Wie schon
das Kassationsgericht in plausibler Weise hervorhob, ergibt sich dies auch aus
dem handschriftlichen Vermerk am Ende der Kundenliste "Total 63 Kunden", welche
Anzahl mit der Anzahl aufgelisteter Kunden abzüglich der durchgestrichenen
übereinstimmt.

Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, auf der besagten Liste befänden sich
Namen, die nicht oder nicht mehr ihre Kunden seien bzw. diese Liste sei nie
Vertragsbestandteil geworden, so sind das materielle Einwände gegen den
angeordneten Umfang der Auskunfts- und Rechenschaftspflicht (dazu Erwägung 4),
beschlagen aber nicht das Bestimmtheitsgebot von Dispositiven. Mithin wird auch
unter diesem Titel keine Bundesrechtsverletzung dargetan.

7.
Ziffer 12 der Beschwerde enthält Ausführungen zu Darstellungen, welche die
Beschwerdeführerin in den kantonalen Rechtsschriften gemacht und welche die
Vorinstanz in Verletzung des Gehörsanspruchs der Beschwerdeführerin angeblich
ausser Acht gelassen habe. Einmal mehr kann auf die Rüge der Gehörsverletzung
mangels Letztinstanzlichkeit indessen nicht eingetreten werden (Erwägung 2).

8.
In Ziffer 13 der Beschwerde kritisiert die Beschwerdeführerin das prozessuale
Vorgehen der Beschwerdegegnerin. Sie begründet aber nicht, worin eine
Verletzung von Bundesrecht durch die Vorinstanz in diesem Zusammenhang bestehen
soll. Namentlich ist die vorinstanzliche Beurteilung des Rechtsschutzinteresses
der Beschwerdegegnerin an ihren Rechtsbegehren nicht zu beanstanden. Die
Vorinstanz hielt ausdrücklich fest, dass bezüglich der gemäss Rechtsbegehren 1
geltend gemachten Forderungsklage kein rechtliches Interesse an einer
Rechenschaftsablage bzw. Auskunftserteilung mehr besteht. Folgerichtig nahm sie
einen entsprechenden Ausnahmekatalog in die Dispositivziffern 2a-2c auf. Die
Vorinstanz erkannte aber auch zu Recht, dass bezüglich der von Dispositivziffer
1 nicht erfassten Sachverhalte das Rechtsschutzinteresse an der verlangten
Rechenschaftsablage bzw. Auskunftserteilung bestehen blieb.

9.
In Ziffer 14 der Beschwerde befasst sich die Beschwerdeführerin mit den
Rechtsbegehren gemäss Replik der Beschwerdegegnerin, worin sie eine unzulässige
Klageänderung erblickt. Sie rügt, mit der Zulassung der Klageänderung habe die
Vorinstanz § 61 Abs. 1 aZPO/ZH verletzt. Mit dieser Rüge der Verletzung
kantonalen Rechts kann die Beschwerdeführerin vor Bundesgericht nicht gehört
werden (Art. 95 BGG). In Betracht käme vielmehr einzig die Rüge, die Anwendung
kantonalen Rechts führe zu einer Bundesrechtswidrigkeit, insbesondere zu einem
Verstoss gegen das Willkürverbot von Art. 9 BV (BGE 135 V 94 E. 1 S. 95; 133 I
201 E. 1 S. 203). Eine Willkürrüge erhebt und begründet die Beschwerdeführerin
indessen nicht. Ohnehin könnte vorliegend auf die Rüge einer willkürlichen
Anwendung kantonalen Rechts mangels Letztinstanzlichkeit nicht eingetreten
werden (Erwägung 2). Nicht einzutreten ist auch auf die pauschale, nicht weiter
begründete Rüge, "die Grundsätze der Rechtssicherheit und des Schutzes der
beklagten Partei" seien verletzt.

10.
In Ziffer 15 behauptet die Beschwerdeführerin, die in den Dispositivziffern
2a-2c mit Strafdrohung versehenen Anordnungen könnten nicht vollstreckt werden,
weil sie das Bestimmtheitsgebot und das Legalitätsprinzip verletzten. Zur
Begründung wiederholt sie im Wesentlichen ihre bereits vorgetragenen Einwände,
insbesondere betreffend die Kundenliste der S.________ AG (act. 4/5), mit denen
sie aber hier über weite Strecken nicht gehört werden konnte und die sich im
Übrigen als unbegründet herausstellten. Diesbezüglich kann auf das zuvor
Gesagte, namentlich die Erwägungen 4 und 6, verwiesen werden. Soweit die
Beschwerdeführerin zusätzlich geltend macht, der Ausnahmekatalog in den
Dispositivziffern 2a-2c sei unbestimmt, enthalte unmögliche Inhalte und sei
teilweise nicht verständlich, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Die von
der Auskunfts- und Rechenschaftspflicht ausgenommenen Sachverhalte werden
entgegen den Spekulationen und "Auslegungsvarianten", welche die
Beschwerdeführerin anstellt, im Dispositiv hinlänglich klar definiert, nämlich:
geltend gemachter Schadenersatz bis zum 31. Dezember 2007 und geltend gemachte
Erfüllungsklage wegen "Ausschluss gewisser Courtagen" für das Jahr 2007,
jeweils betreffend die namentlich aufgezählten Kunden. Sollten im
Ausnahmekatalog tatsächlich Kunden aufgeführt sein, die in der Kundenliste der
S.________ AG nicht enthalten sind, wie die Beschwerdeführerin geltend macht,
so würde ihr dies nicht helfen. Denn aus der Aufführung von Kunden im
Ausnahmekatalog kann der Beschwerdeführerin von vornherein kein Nachteil
erwachsen.

11.
Auf die Beschwerde kann grösstenteils nicht eingetreten werden. Im Übrigen ist
sie abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin
kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Zürich
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. November 2011

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Kölz