Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.614/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_614/2011

Urteil vom 20. März 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichterinnen Rottenberg Liatowitsch, Kiss,
Gerichtsschreiber Gelzer.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Advokat Dr. Michael Kull,
Beschwerdeführerin,

gegen

X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Sigrist,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitsstreitigkeit; Gleichstellung,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung
Zivilrecht, vom 30. August 2011.

Sachverhalt:

A.
A.________ (Beschwerdeführerin) war vom 21. November 2005 bis zum 31. August
2008 bei der X.________ AG (Beschwerdegegnerin) angestellt. Gemäss
Arbeitsvertrag hatte sie die Abteilung "Vertragswesen" zu leiten. Ihr
Anfangslohn betrug pro Monat CHF 6'000.-- zuzüglich CHF 500.-- Pauschalspesen
und CHF 500.-- Anteil 13. Monatslohn. Nach verschiedenen Lohnerhöhungen bezog
die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 CHF 10'208.30 pro Monat (Bruttolohn CHF
8'500.--, Anteil 13. Monatslohn CHF 708.30, Pauschalspesen CHF 500.--, Auto CHF
500.--).

B.
Am 2. April 2009 klagte die Beschwerdeführerin beim Bezirksgericht Arlesheim
gegen die Beschwerdegegnerin auf Zahlung von Lohn in der Höhe von CHF
117'674.50 nebst 5 % Zins seit dem 1. Januar 2006 sowie auf Ausstellung eines
Arbeitszeugnisses gemäss beigelegtem Entwurf. Die Lohnforderung begründete die
Beschwerdeführerin mit einer Verletzung des Diskriminierungsverbots gemäss Art.
3 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann vom 24. März
1995 (Gleichstellungsgesetz, GlG; SR 151.1), weshalb ihr nach Art. 5 Ziff. 1
lit. d GlG die Differenz zum geschuldeten Lohn nachzuzahlen sei.

Das Bezirksgericht kam zum Ergebnis, eine Lohndiskriminierung sei nicht
glaubhaft und ein Anspruch auf Neuformulierung des Arbeitszeugnisses nicht
gegeben. Es wies daher die Klage mit Urteil vom 14. Dezember 2010 ab und
verpflichtete die Beschwerdeführerin zur Zahlung einer Parteientschädigung von
CHF 17'216.-- (inkl. Spesen und MwSt.).

Die dagegen gerichtete Appellation der Beschwerdeführerin wies das
Kantonsgericht Basel-Landschaft am 30. August 2011 in der Sache ab, reduzierte
jedoch die der Beschwerdegegnerin erstinstanzlich zugesprochene
Parteientschädigung auf CHF 12'912.-- (inkl. Spesen und MwSt.).

C.
Die Beschwerdeführerin erhebt Beschwerde in Zivilsachen mit den Anträgen, das
Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 30. August 2011 bezüglich der
Abweisung der Lohnforderung aufzuheben, diese gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin gerichtlich zu bestimmende Parteientschädigungen für beide
Instanzen zuzusprechen. Eventuell sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
eingetreten werden kann. Die Vorinstanz beantragt unter Hinweis auf die
Begründung des angefochtenen Urteils die Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdeführerin hat unaufgefordert eine Replik, die Beschwerdegegnerin eine
Duplik eingereicht.

Erwägungen:

1.
1.1 Das angefochtene Urteil ist ein verfahrensabschliessender Endentscheid
(Art. 90 BGG) einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 BGG). Da auch
die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde in Zivilsachen grundsätzlich einzutreten.

1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des
Sachverhaltes kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist
oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich"
(BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130, 397 E. 1.5 S. 401; 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252).
Der Beschwerdeführer, welcher sich auf eine Ausnahme von der Bindung des
Bundesgerichts an die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz beruft und
den Sachverhalt gestützt darauf berichtigt wissen will, kann sich nicht damit
begnügen, den bestrittenen Feststellungen eigene tatsächliche Behauptungen
gegenüberzustellen oder darzulegen, wie die Beweise seiner Ansicht nach zu
würdigen gewesen wären. Vielmehr muss er substanziiert darlegen, inwiefern die
Voraussetzungen gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben sind (BGE 136 I 184 E. 1.2
S. 187; 133 III 462 E. 2.4 S. 466). Soweit der Beschwerdeführer den Sachverhalt
ergänzen will, hat er mit Aktenhinweisen darzulegen, dass er entsprechende
rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den
Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9. Juli
2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_526/2008 vom 21. Januar 2009
E. 3.2). Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz,
die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (BGE 133 II 249 E.
1.4.3 S. 254 f.; 133 III 462 E. 2.4 S. 466 f.).

2.
Die Beschwerdeführerin hat sich bezüglich der Abweisung ihrer Forderung auf
Ausstellung eines Arbeitszeugnisses nach ihren Vorgaben mit dem angefochtenen
Urteil abgefunden. Es ist diesbezüglich nicht zu überprüfen.

3.
3.1 Macht eine Person namentlich bezüglich der Entlöhnung eine
geschlechtsspezifische Diskriminierung glaubhaft, wird diese gemäss Art. 6 GlG
vermutet. Diese Vermutung, welche zu einer Umkehr der Beweislast führt, kann
durch den Gegenbeweis des Fehlens einer Diskriminierung entkräftet werden (vgl.
BGE 127 III 207 E. 3). Hat die betroffene Person zum Beispiel gestützt auf eine
Lohndifferenz eine geschlechtsspezifische Diskriminierung glaubhaft gemacht,
obliegt dem Arbeitgeber, den vollen Beweis zu erbringen, dass die
unterschiedliche Behandlung auf sachlichen Gründen ohne
geschlechtsdiskriminierende Wirkung, wie zum Beispiel Ausbildung, Dienstalter,
Qualifikation, Erfahrung, Aufgabenbereich oder Leistung beruht (BGE 130 III 145
E. 5.2 S. 164; 125 III 368 E. 5 S. 373; je mit Hinweisen).

3.2 Die Vorinstanz schloss sich zunächst der Argumentation des Bezirksgerichts
an, nach welcher die Beschwerdeführerin den eingeklagten Anspruch auf
Lohngleichheit aus ihrer individuellen Benachteiligung bezüglich ihrer Lohnhöhe
ableite. Sodann stellte die Vorinstanz fest, der Nachfolger habe
teuerungsbereinigt einen um 25 % höheren Anfangslohn als die Beschwerdeführerin
erhalten. Damit sei ihr gelungen, die Diskriminierung aufgrund ihres
Geschlechts glaubhaft zu machen, weshalb eine Umkehr der Beweislast stattfinde.

In einem zweiten Schritt prüfte die Vorinstanz, ob die Beschwerdegegnerin den
vollen Beweis dafür erbringen könne, dass die unterschiedliche Entlöhnung
aufgrund objektiver Gründe gerechtfertigt war. Nach Auffassung der Vorinstanz
hat die Beschwerdegegnerin diesen Beweis erbracht, da sie habe nachweisen
können, dass die unterschiedlichen Berufserfahrungen die Lohndifferenzen
begründeten.
Zum Werdegang und der Berufserfahrung der Beschwerdeführerin und ihres
Nachfolgers stellte die Vorinstanz fest, beide hätten ein gleichwertiges
Jusstudium absolviert. Der Nachfolger habe zusätzlich zwei Semester Wirtschaft
studiert, und die Beschwerdeführerin habe eine Wirtschaftsmatura, so dass auch
diesbezüglich die Ausbildungen als ebenbürtig zu werten seien. Die
Beschwerdeführerin habe während ihres Studiums drei Jahre lang als
Sachbearbeiterin im Inkasso- und Mahnwesen bei einer Immobilienverwaltung
gearbeitet, während des Semesters jeweils zu 40 % und in den Ferien zu 80 %,
was einem durchschnittlichen Pensum von ca. 50 % für drei Jahre entspreche. Der
Nachfolger habe bis zum Studienabschluss während 10 Monaten an einem
UBS-Projekt mitgearbeitet, und er sei während 2,5 Monaten bei der ÖKK tätig
gewesen sowie während zweier Sommersaisons als Bademeister. Während gut drei
Monaten habe er im Militär als Zugführer gedient. Seine Erfahrungen aus dem
UBS-Projekt sowie die administrativen Erfahrungen bei der ÖKK und die
Führungserfahrung aus dem Militär habe der Nachfolger in die Stelle bei der
Beschwerdegegnerin einbringen können, während der Beschwerdeführerin ihre
Kenntnisse im Miet- sowie im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, die sie bei
ihrer Tätigkeit für die Immobilienverwaltung erworben habe, zu Gute gekommen
seien. Insgesamt bewertete die Vorinstanz die von den beiden Arbeitnehmern bis
zum Studienabschluss erworbenen Arbeitserfahrungen mit Blick auf die Tätigkeit
für die Beschwerdegegnerin als etwa gleichwertig.
Zur Praxis der beiden Angestellten nach dem jeweiligen Studienabschluss führte
die Vorinstanz aus, die Beschwerdeführerin habe ein fünfmonatiges Volontariat
bei der Justiz-, Polizei- und Militärdirektion Basel-Landschaft absolviert und
anschliessend ein 21-monatiges Volontariat in einem Anwaltsbüro. Sie habe nach
dem Lizenziat also 26 Monate Volontariat als Berufserfahrung vorzuweisen.
Anschliessend habe sie sich auf die Anwaltsprüfung vorbereitet und hernach ihre
erste feste Anstellung als Juristin bei der Beschwerdegegnerin angetreten.
Demgegenüber gestaltete sich das Volontariat des Nachfolgers wie folgt: Drei
Monate bei der kantonalen Schiedskommission für Arbeitslosenversicherung
Basel-Stadt, neun Monate Praktikum beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau,
sieben Monate Anwaltspraktikum und drei Monate Praktikum bei der
Schlichtungsstelle für Mietangelegenheiten Basel-Landschaft, insgesamt 22
Monate. Zusätzlich sei er 8,5 Monate Legal Trainee bei der ABB Schweiz AG und
drei Monate bei der Cytrix Systems International GmbH gewesen, insgesamt 11,5
Monate. Anschliessend sei er als Legal Counsel tätig gewesen, 8 Monate für die
Swissgrid AG und 13 Monate für die Daniel Swarovski Corporation AG, insgesamt
21 Monate.
Ein Gesamtvergleich der berufsspezifischen Erfahrungen nach dem Lizenziat
zeige, dass die Beschwerdeführerin 26 Monate Volontariat absolviert habe,
während ihr Nachfolger insgesamt 54,5 Monate als Volontär, Legal Trainee und
Legal Counsel gearbeitet habe. Ungeachtet der Frage, ob das Legal
Trainee-Programm einem Volontariat gleichzusetzen sei oder nicht, habe bei
Stellenantritt die Berufserfahrung des Nachfolgers 28,5 Monate mehr als jene
der Beschwerdeführerin betragen. Zudem habe der Nachfolger zu Beginn seiner
Tätigkeit für die Beschwerdegegnerin bereits während insgesamt 21 Monaten als
Legal Counsel, als Unternehmensjurist in zwei internationalen Firmen
gearbeitet. Diese Erfahrung habe er bei der Beschwerdegegnerin einbringen
können. Die grössere Berufserfahrung des Nachfolgers stelle ein objektives
Kriterium dar, das einen höheren Anfangslohn gegenüber jenem der
Beschwerdeführerin rechtfertige.

Abgesehen davon sei der Nachfolger bei Stellenantritt 10 Jahre älter als die
Beschwerdeführerin gewesen, welchem Kriterium allerdings nur zweitrangige
Bedeutung zukomme.

3.3 Die Beschwerdeführerin erklärt vor Bundesgericht, die diesbezüglich von der
Vorinstanz aufgeführten Tatsachen nicht in Abrede zu stellen, wohl aber deren
Bewertung. Sie stützt jedoch ihre Ausführungen zum Teil auf
Tatbestandselemente, die sich nicht im angefochtenen Urteil finden, ohne
zugleich hinlänglich begründete Sachverhaltsrügen zu erheben (vgl. E. 1.2
hiervor).
3.3.1 Das gilt für ihre Behauptungen, der Nachfolger sei bei der UBS lediglich
mit der Bearbeitung bzw. Indexierung elektronisch abgefasster Dokumente
beschäftigt gewesen, was keinen Bezug zu seiner Tätigkeit bei der
Beschwerdegegnerin aufweise, wogegen die Beschwerdeführerin durch ihre Arbeit
bei der Immobilienverwaltung fundierten Einblick in die Praxis des Mietrechts
und des SchKG gewonnen habe, welche Rechtsgebiete den Grossteil der Arbeit der
Beschwerdeführerin für die Beschwerdegegnerin ausgemacht hätten.
3.3.2 Aus dem angefochtenen Urteil geht auch nicht hervor, dass sich die
Beschwerdeführerin auf zusätzlich 6 bis 9 Monate Berufserfahrung aufgrund ihrer
Vorbereitung für das Anwaltsexamen berufen hätte. Die auf diesen Behauptungen
aufgebaute neue Berechnung der zu vergleichenden Berufserfahrungen läuft somit
auf unzulässige appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil hinaus, mit
welcher sich weder eine Willkürrüge noch eine Verletzung des
Gleichstellungsgesetzes begründen lässt. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
3.4
3.4.1 Die Vorinstanz kam gestützt auf die Aussagen des Zeugen B.________ zum
Ergebnis, der Nachfolger der Beschwerdeführerin habe den gleichen Aufgabenkreis
gehabt wie sie. Bezüglich der Würdigung dieser Aussage erwog die Vorinstanz, es
lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Zeuge noch für die
Beschwerdegegnerin tätig wäre. Auch aus seiner Aussage, dass er am Vorabend der
Gerichtsverhandlung noch mit dem Geschäftsführer der Beschwerdeführerin
gegessen, aber praktisch nicht über den Fall gesprochen habe, lasse sich nicht
auf eine Beeinflussung oder Abhängigkeit schliessen. Seine Angaben seien
widerspruchsfrei und glaubwürdig, weshalb darauf abgestellt werden könne.
3.4.2 Hierin erblickt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 9 (recte: 12) aGlG, des rechtlichen Gehörs
und des richterlichen Ermessens nach Art. 4 ZGB. Der Zeuge, der bis Ende 2010
noch als Freelancer für die Beschwerdegegnerin tätig gewesen sei und am
Vorabend der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung mit dem Geschäftsführer
diniert hatte, müsse aufgrund seiner engen Verbindung zur Beschwerdegegnerin
bei objektiver Betrachtung als befangen gelten.
3.4.3 In allen Fällen von Diskriminierungsprozessen gilt von Bundesrechts wegen
der Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 12 Abs. 2 aGlG in
Verbindung mit Art. 343 Abs. 4 aOR, welche im kantonalen Verfahren noch
massgebend waren, da die Schweizerische Zivilprozessordnung noch nicht zur
Anwendung kam). Auch wenn die Tatsachen, dass der Zeuge mit einem Mitarbeiter
der Beschwerdegegnerin am Vorabend der Verhandlung zusammengekommen ist und der
Zeuge nach seinem Ausscheiden aus der Beschwerdegegnerin für diese noch
Aufträge ausgeführt hat, eine Befangenheit indizieren könnte, verfällt die
Vorinstanz nicht in Willkür, wenn sie in einer Gesamtwürdigung seine Aussagen
als glaubwürdig einstuft. Dass die Vorinstanz die Aussagen oder das
Aussageverhalten des Zeugen auf unhaltbare Weise gewürdigt hätte, zeigt die
Beschwerdeführerin nicht auf. Somit ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz trotz Umbenennung der Abteilung während des Arbeitsverhältnisses mit
der Beschwerdeführerin in "Rechtsabteilung" und Rückbenennung in "Abteilung
Vertragswesen" nach Ausscheiden der Beschwerdeführerin aufgrund der Aussagen
des Zeugen davon ausging, damit sei keine Änderung des Aufgabenkreises in der
betreffenden Abteilung einhergegangen und Gleichwertigkeit der verglichenen
Arbeitsstellen annahm.
3.5
3.5.1 Die Beschwerdeführerin wollte im kantonalen Verfahren den Umstand, dass
sie nach Antritt der Stelle das Anwaltspatent erlangt hatte, als wichtige
Qualifikation berücksichtigt haben, die ihrem Nachfolger nicht zukam. Die
Vorinstanz hielt dazu in Übereinstimmung mit dem Bezirksgericht fest, die
Beschwerdegegnerin habe das Anwaltspatent nicht als Voraussetzung für die
Anstellung betrachtet, da es für die Ausübung der konkreten Arbeitstätigkeit
nicht erforderlich gewesen sei. Dass die Beschwerdeführerin in zwei von ihr
erwähnten Fällen die Beschwerdegegnerin vor Gericht vertreten habe, stelle
keine Besonderheit dar, träten doch Sachbearbeiter, auch ohne über spezielle
juristische Kenntnisse oder gar ein Anwaltspatent zu verfügen, in
arbeitsrechtlichen oder anderen einfacheren Zivilprozessen oft als Vertreter
ihres Arbeitgebers auf. Das eine der beiden von der Beschwerdeführerin
bezeichneten Verfahren sei zudem als Einigungsverhandlung (Tentative de
conciliation) dokumentiert. Diese Tätigkeiten, die auch von ihrem Nachfolger
erledigt worden seien, hätten kein bestandenes Anwaltsexamen erfordert. Aus der
Sicht der Beschwerdegegnerin erweise sich das Anwaltspatent zwar als eine gute
Zusatzausbildung, jedoch nicht als unabdingbare und verwertbare zusätzliche
Qualifikation für die zu erbringende Arbeit. Dessen Bedeutung werde durch die
grössere Berufserfahrung des Nachfolgers in international tätigen Betrieben
relativiert.
3.5.2 Die Beschwerdeführerin hält vor Bundesgericht daran fest, dass sie mit
der Erlangung des Anwaltspatents auch ihren Tätigkeitsbereich erweitert und
somit über einen weiteren Aufgabenkreis als ihr Nachfolger verfügt habe. Sie
habe die Beschwerdegegnerin nachweislich in Gerichtsverfahren vertreten, und
dies nicht "in kleineren Fällen", welche jeder Sachbearbeiter hätte besorgen
können. Aus diesem Grunde seien die Arbeitsstellen der Beschwerdeführerin und
ihres Nachfolgers nicht gleichwertig gewesen, weshalb sich ein Lohnvergleich
verbiete. Unerheblich sei, dass der Nachfolger im November 2010 noch dasselbe
Salär wie bei seinem Eintritt am 1. August 2008 bezogen habe und er seinen
Anfangslohn damit nicht wie die Beschwerdeführerin habe steigern können, weil
die Anpassungen ihres Lohnes wegen ihrer ausserordentlichen Leistungen,
namentlich wegen der Erlangung des Anwaltspatents, erfolgt sei.
3.5.3 Inwiefern die Vorinstanz in Willkür verfallen sein soll, indem sie
annahm, die Beschwerdeführerin habe keine eigentliche Anwaltstätigkeit für die
Beschwerdegegnerin entfaltet, ist der Beschwerde nicht ansatzweise zu
entnehmen. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ist auch nicht
festgestellt, dass ihre erste Lohnerhöhung um Fr. 1'000.-- nach sechs Monaten
bei den Vertragsverhandlungen im Hinblick auf das erhoffte Bestehen der
Anwaltsprüfung in Aussicht genommen wurde. Zwar könnte das nachträglich
erworbene Anwaltspatent im Sinne einer Zusatzqualifikation tatsächlich eine
Lohnerhöhung begründen. Wenn die Vorinstanz aber festhält, in Tat und Wahrheit
sei die Lohnerhöhung nicht deswegen, sondern wegen der Vertiefung der
Berufserfahrung gewährt worden, ist dies nicht weniger wahrscheinlich als das
von der Beschwerdeführerin angeführte Motiv für die Lohnsteigerung. Auch wenn
die Erlangung des Anwaltspatents der Beschwerdegegnerin zum Nutzen gereichte,
legt eine grössere Gewichtung der praktischen Erfahrung im Beruf keine
Geschlechtsdiskriminierung nahe. Eine Rechtsverletzung ist insoweit nicht
auszumachen.

4.
4.1 Die Vorinstanz hat es abgelehnt, Ermittlungen über die Gleichwertigkeit der
Funktion der Beschwerdeführerin mit jener von Abteilungsleitern bei der
Beschwerdegegnerin anzustellen, da sie zum Schluss gelangte, die Arbeitsstellen
der Beschwerdeführerin und ihres Nachfolgers hätten den gleichen Aufgabenkreis
umfasst und seien daher offensichtlich gleichwertig. Unter diesen Umständen
genügt nach Auffassung der Vorinstanz der direkte Lohnvergleich zwischen diesen
beiden Arbeitnehmenden unterschiedlichen Geschlechts, und es bedarf keiner
Expertise zur Gleichwertigkeit der Stellen der Verkaufsleiter, Abteilungsleiter
und Angestellten der Managementstufe.

4.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, für den Rechtfertigungsnachweis des
Arbeitgebers sei der volle Beweis zu erbringen, weshalb das Gericht das gesamte
Lohnspektrum innerhalb des Unternehmens auf die Frage der Lohngleichheit
zwischen den Geschlechtern zu untersuchen habe. Um ein beweiskräftiges Ergebnis
zu erlangen, seien dabei drei bis fünf Vergleichsmöglichkeiten erforderlich.
Eine einzige Vergleichsperson des anderen Geschlechts reiche zwar aus, um eine
geschlechtsbezogene Diskriminierung durch eine Lohndifferenz trotz
vergleichbarer Position gemäss Art. 6 GlG glaubhaft zu machen, nicht aber für
den der Arbeitgeberin obliegenden vollen Beweis der fehlenden Diskriminierung.
Im Übrigen habe die Vorinstanz zu Unrecht festgestellt, dass die Arbeitsstellen
der Beschwerdeführerin und ihres Nachfolgers gleichwertig seien. Die Vorinstanz
habe daher Art. 12 aGlG in Verbindung mit Art. 343 Abs. 4 aOR sowie Art. 9 und
29 BV verletzt, indem sie in antizipierter Beweiswürdigung weitere Abklärungen,
namentlich die Anordnung einer Expertise über die Lohnstruktur bei der
Beschwerdegegnerin unterlassen habe.

4.3 In zivilrechtlichen Streitigkeiten über Diskriminierungen im Erwerbsleben
schreibt das Gesetz ungeachtet des Streitwerts den Gerichten vor, den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 12 Abs. 2 aGlG und Art. 343
Abs. 4 aOR; ab 1. Januar 2011 Art. 243 Abs. 1 lit. a und 247 Abs. 2 lit. a ZPO;
BGE 133 III 545 E. 4.2). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat ein
Gericht gemäss dem Untersuchungsgrundsatz im Einzelfall zu prüfen, ob ein zur
Rechtfertigung eines Lohnunterschiedes angerufenes objektives Kriterium
tatsächlich der Grund für die Ungleichbehandlung bildete. Dieser Nachweis
ergibt sich, wenn für eine ganze Berufsgruppe eine Einstufungsregelung
existiert, am ehesten aus der Betrachtung der Gesamtpraxis, weshalb
grundsätzlich alle Angestellten mit der gleichen Tätigkeit in die Abklärung
einzubeziehen sind (BGE 118 Ia 35 E. 3b S. 40, der noch vor dem Inkrafttreten
des Gleichstellungsgesetzes erging). Ein vollständiger Vergleich der Löhne der
Arbeitnehmenden mit gleicher Arbeit ist aber hinreichend, wenn sich daraus klar
ergibt, dass für Angestellte beiden Geschlechts gleiche Lohnkriterien gelten.
Diesfalls darf der Nachweis der Lohngleichheit als erbracht erachtet werden,
ohne dass gleichwertige Arbeit im Betrieb zu ermitteln und zum Vergleich
heranzuziehen ist. Ergäbe nämlich ein Gutachten, dass andere gleichwertige
Stellen im Betrieb lohnmässig höher eingestuft sind als die klägerische, und
steht fest, dass in der Position der Klägerin Frauen und Männern ein nach
denselben Kriterien bemessener Lohn bezahlt wird, kann aufgrund der Expertise
nicht mehr ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die im Gutachten
ermittelte Lohndiskriminierung auf dem Geschlecht beruht. Unter diesen
Voraussetzungen kann die Einholung einer arbeitswissenschaftlichen Expertise
mangels Entscheidrelevanz unterbleiben (vgl. FLORENCE AUBRY in: Aubert/Lempen
[Hrsg.], Commentaire de la loi fédéreale sur l'égalité, 2011, N. 49 zu Art. 3
GlG, mit Hinweisen). Die Parteien haben jedoch Anspruch auf Einholung eines von
ihnen beantragten Gutachtens, wenn dem Gericht die zur Beantwortung einer
hinsichtlich der Lohndiskriminierung erheblichen Frage erforderlichen
Kenntnisse fehlen. Dies trifft bezüglich der Frage zu, ob statistisch
nachweisbar zum Nachteil eines geschlechtstypisch identifizierten Berufs
Lohnunterschiede bestehen, welche nicht sachbezogen in der Arbeit selber
begründet sind (vgl. BGE 124 II 409 E. 8a S. 425; 124 II 436 E. 7a S. 441; 130
II 393 E. 6.1 und 6.2 S. 399 f.).

4.4 Dass neben der Beschwerdeführerin und ihrem Nachfolger weitere Arbeitnehmer
in gleicher Stellung in derselben Abteilung tätig gewesen wären, deren Löhne
zur Erweiterung der Vergleichsbasis hätten dienen müssen, bringt die
Beschwerdeführerin nicht vor, und sie behauptet nicht, dass in der von ihr
versehenen Position typischerweise, das heisst statistisch markant überwiegend,
Frauen tätig sind. Insoweit erübrigten sich daher weitere Abklärungen.
Da gemäss den vorstehenden Erwägungen zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem
Nachfolger mit gleichem Aufgabenkreis keine Lohndiskriminierung aufgrund des
Geschlechts bestand, war die Vorinstanz nicht gehalten, weitere
Beweismassnahmen anzuordnen, zumal die in der Beschwerde wiedergegebenen
Zeugenaussagen der ehemals bei der Beschwerdegegnerin angestellten
Verkaufsleiterin C.________ allenfalls ihre eigene Diskriminierung glaubhaft
machten können, jedoch keine Rückschlüsse auf eine mögliche Diskriminierung der
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Geschlechts zulassen. Ebenso wenig ist der
Beschwerde zu entnehmen, inwiefern ein Gutachten unter der Voraussetzung, es
sei dargetan, dass die Beschwerdegegnerin männliche und weibliche Inhaber der
von der Beschwerdeführerin versehenen Stelle gleich behandelt hat, deren
geschlechtsspezifische Diskriminierung zu indizieren vermöchte. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz demnach ihre
Untersuchungspflicht nicht verletzt, wenn sie keine Expertise zur
Gleichwertigkeit der Arbeit der Verkaufsleiter oder anderer Angestellter der
Managementstufe einholte.

5.
Schliesslich kritisiert die Beschwerdeführerin die nach kantonalem Prozessrecht
erfolgte Bemessung der Prozessentschädigungen für das erst- und
zweitinstanzliche Verfahren. Sie ist der Meinung, die Vorinstanz habe § 210
aZPO/BL willkürlich angewandt, weil sie die Parteikosten nicht wettgeschlagen
habe. Inwiefern die Vorinstanz von ihrem Ermessen willkürlich Gebrauch gemacht
haben soll, indem sie die erstinstanzlich auf Fr. 17'216.-- festgesetzte
Parteientschädigung mit Rücksicht auf die Glaubhaftmachung der Diskriminierung
und die zufolge fehlender Belege schwierige Abschätzbarkeit der Forderungssumme
auf Fr. 12'912.-- reduzierte und auch von der an sich geschuldeten
Parteientschädigung für das Appellationsverfahren einen Abzug von 40 % vornahm,
zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, zumal sie sich nicht mit der Begründung
der Vorinstanz auseinandersetzt, sondern dem Bundesgericht losgelöst davon ihre
eigene Sicht der Dinge unterbreitet. Darauf ist nicht einzutreten.

6.
Insgesamt erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des bundesgerichtlichen
Verfahrens wird die Beschwerdeführerin dafür kosten- und
entschädigungspflichtig (vgl. Art. 13 Abs. 5 GlG in Verbindung mit Art. 65 Abs.
4 lit. b BGG; KATHRIN ARIOLI in: Kaufmann/Steiger-Sackmann [Hrsg.], Kommentar
zum Gelichstellungsgesetz, 2. Aufl. 2009, N. 115 zu Art. 13 GlG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 5'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft,
Abteilung Zivilrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. März 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Gelzer