Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.654/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_654/2011

Urteil vom 23. Mai 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz,
Bundesrichterin Rottenberg Liatowitsch,
Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte
Serbischer Fussballverband, (Football Association of Serbia),
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Mráz,
Beschwerdeführer,

gegen

M.________,
vertreten durch Rechtsanwälte
Antonio Rigozzi, Andreas Zagklis und Christian Keidel,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Internationales Schiedsgericht,

Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom
23. September 2011.

Sachverhalt:

A.
A.a M.________ (Kläger, Beschwerdegegner) ist ein professioneller
Fussballtrainer. Nach Beendigung seiner aktiven Fussballkarriere begann er im
Jahr 1988 seine Trainerlaufbahn und war lange in Spanien tätig, unter anderem
als Trainer von Real Saragossa, Real Madrid, Atlético Madrid und FC Barcelona.
M.________ hat seinen gesetzlichen Wohnsitz seit beinahe 30 Jahren in Spanien
und hat - zusätzlich zu seiner serbischen Nationalität - die spanische
Staatsbürgerschaft angenommen.
Der Serbische Fussballverband (Beschwerdeführer, Beklagter) mit Sitz in Belgrad
ist der Nationalverband für den Fussballsport der Republik Serbien und als
solcher Mitglied der Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
sowie der Union des Associations Européennes de Football (UEFA).
A.b Am 25. August 2008 schloss M.________ mit dem Serbischen Fussballverband
einen Arbeitsvertrag ab, mit dem er während der Qualifikationsrunde (1.
September 2008 - 30. November 2009) für die FIFA-Weltmeisterschaft 2010 als
Cheftrainer der serbischen Nationalmannschaft angestellt wurde.
Nachdem sich das Nationalteam in der Folge für die Weltmeisterschaft in
Südafrika qualifiziert hatte, verhandelten die Parteien im Dezember 2009 über
eine Weiterführung der Zusammenarbeit. Am 16. Dezember 2009 unterzeichneten sie
einen neuen Arbeitsvertrag für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 30. Juni
2012, der die Vereinbarung vom 25. August 2008 ersetzte. Der neue Vertrag sah
für die Zeitperiode von Januar 2010 bis Oktober 2011 eine monatliche
Entschädigung von EUR 70'000.-- und für die restliche Vertragsdauer ein
monatliches Gehalt von EUR 100'000.-- vor, zahlbar in der serbischen
Landeswährung Dinar (RSD), berechnet nach dem Verkaufskurs der serbischen
Nationalbank am Zahlungstag. Vereinbart war zusätzlich ein Bonus in Form einer
Marketinggebühr ("marketing fee"), welche die bisherigen Bemühungen des Klägers
im Hinblick auf die erfolgreiche Positionierung des Serbischen Fussballverbands
sowie dessen Einkünfte infolge der Qualifikation für die FIFA-Weltmeisterschaft
2010 abgelten sollte. Die Marketinggebühr war auf EUR 660'000.-- festgesetzt,
zahlbar in zwei Raten, jeweils per Ende 2009 und 2010.

In Bezug auf die Streiterledigung sieht Ziffer 13 des Arbeitsvertrags vom 16.
Dezember 2009 Folgendes vor:
"In case of a dispute arising out of this contract, the competent bodies of the
FAS, UEFA and CAS (Court of Arbitration for Sports) in Lausanne, Switzerland
shall have jurisdiction thereof. The parties hereto agree that the party
initiating the procedure shall be entitled to choose the competent body before
which the procedure will be instituted".
A.c Aufgrund einer Beschimpfung des Schiedsrichters anlässlich eines Spiels
gegen Australien im Rahmen der Weltmeisterschaft wurde der Kläger am 3. Juli
2010 von der FIFA-Disziplinarkommission für vier Spiele mit einer Sperre (sog.
"touchline bar") belegt und mit einer Busse von Fr. 14'000.-- bestraft. Die
Beschwerdekommission der FIFA bestätigte diesen Entscheid am 29. Juli 2010. Am
15. August 2010 bezahlte der Beklagte die dem Kläger auferlegte Busse.
Die Parteien verhandelten in der Folge erfolglos über eine Abänderung der
vertraglich vereinbarten Entschädigung. Unter anderem unterbreitete der
Beklagte dem Kläger am 10. September 2010 einen Zusatz zum Arbeitsvertrag mit
einer neuen Entschädigungsregelung, zusammen mit der Aufforderung zur
Unterzeichnung innert fünf Tagen nach Empfang des Dokuments.
Am 15. September 2010 liessen die Rechtsvertreter des Klägers dem Beklagten per
E-Mail ihre Bemerkungen zum vorgeschlagenen Vertragszusatz zukommen. Noch am
gleichen Tag kündigte der Beklagte den Arbeitsvertrag mit dem Kläger per
sofort, unter anderem wegen angeblicher grober Verletzung vertraglicher
Pflichten.

B.
B.a Am 20. September 2010 reichte M.________ beim Tribunal Arbitral du Sport
(TAS) Schiedsklage ein, im Wesentlichen mit dem (im Laufe des Verfahrens
geänderten) Antrag, es sei der Serbische Fussballverband zur Zahlung von netto
EUR 2'150'000.-- zu verurteilen, zu überweisen in Dinar nach dem
Durchschnittskurs der serbischen Nationalbank, und zur Zahlung einer
Entschädigung im Gegenwert von EUR 280'000.-- nach Art. 337c Abs. 3 des
schweizerischen Obligationenrechts, jeweils zuzüglich Zins zu 5 %:
"1. to order the Respondent to pay to the Claimant a net amount of EUR
2,150,000 in Dinar counter value at the average rate of the National Bank of
Serbia on the following due dates:
a. EUR 70,000 in Dinar counter value of 11 August 2010;
b. EUR 70,000 in Dinar counter value of 11 September 2010;
c. EUR 300,000 in Dinar counter value of 15 September 2010;
d EUR 1,710,000 in Dinar counter value of 15 September 2010.
2. to order Respondent to pay interest at the Swiss statutory rate of 5 per
cent per annum as follows:
a. as of 11 August 2010, on the amount of EUR 70,000 in Dinar counter value;
b. as of 11 September 2010, on the amount of EUR 70'000 in Dinar counter value;
c. as of 15 September 2010, on the amount of EUR 300,000 in Dinar counter
value;
d. as of 15 September 2010, on the amount of EUR 1,710,000 in Dinar counter
value.
3. to order Respondent to pay to Claimant an indemnity of EUR 280,000 in Dinar
counter value at the average rate of the National Bank of Serbia on the date of
CAS' decision (Article 337c para. 3 of the Code of Obligations);
..."
B.b Mit Schiedsentscheid vom 23. September 2011 erachtete das TAS die Kündigung
des Arbeitsverhältnisses durch den Beklagten als unrechtmässig und hiess die
Klage weitgehend gut:
"1. The relief requested by M.________ against the Football Association of
Serbia is partially upheld.
2. The Football Association of Serbia is ordered to pay to M.________, net of
any taxes, the following amounts in RDS counter value at the selling exchange
rate of the National Bank of Serbia prevailing on the dates indicated herein
below:
a. EUR 70,000 plus 5% interest p.a. as of 11 August 2010 until the date of
effective payment;
b. EUR 70,000 plus 5% interest p.a. as of 11 September 2010 until the date of
effective payment;
c. EUR 1,710,000 plus 5% interest p.a. as of 15 September 2010 until the date
of effective payment.
d. EUR 140,000 plus 5% interest p.a. as of 15 September 2010 until the date of
effective payment.
3. The Football Association of Serbia is ordered to pay to M.________, net of
any taxes, EUR 300,000 plus 5% interest p.a. as of 15 September 2010 until the
date of effective payment.
..."

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beklagte dem Bundesgericht, es sei
der Schiedsentscheid des TAS vom 23. September 2011 aufzuheben.
Der Beschwerdegegner beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei. Das TAS beantragt die Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer reichte dem Bundesgericht am 17. Februar 2012 eine Replik,
der Beschwerdegegner am 7. März 2012 eine Duplik ein.

D.
Mit Verfügung vom 16. Januar 2012 wies das Bundesgericht das Gesuch des
Beschwerdeführers um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab.

Erwägungen:

1.
Nach Art. 54 Abs. 1 BGG ergeht der Entscheid des Bundesgerichts in einer
Amtssprache, in der Regel derjenigen des angefochtenen Entscheids. Wurde dieser
Entscheid in einer anderen Sprache abgefasst, bedient sich das Bundesgericht
der von den Parteien verwendeten Amtssprache. Der angefochtene Entscheid ist in
englischer Sprache abgefasst. Da es sich dabei nicht um eine Amtssprache
handelt und sich die Parteien vor Bundesgericht verschiedener Sprachen
bedienen, ergeht der Entscheid des Bundesgerichts praxisgemäss in der Sprache
der Beschwerde.

2.
Im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ist die Beschwerde in
Zivilsachen unter den Voraussetzungen der Art. 190-192 IPRG (SR 291) zulässig
(Art. 77 Abs. 1 lit. a BGG).

2.1 Der Sitz des Schiedsgerichts befindet sich vorliegend in Lausanne. Beide
Parteien hatten im relevanten Zeitpunkt ihren Sitz bzw. Wohnsitz ausserhalb der
Schweiz. Da die Parteien die Bestimmungen des 12. Kapitels des IPRG nicht
schriftlich ausgeschlossen haben, gelangen diese zur Anwendung (Art. 176 Abs. 1
und 2 IPRG).

2.2 Zulässig sind allein die Rügen, die in Art. 190 Abs. 2 IPRG abschliessend
aufgezählt sind (BGE 134 III 186 E. 5 S. 187; 128 III 50 E. 1a S. 53; 127 III
279 E. 1a S. 282). Nach Art. 77 Abs. 3 BGG prüft das Bundesgericht nur die
Rügen, die in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden sind; dies
entspricht der in Art. 106 Abs. 2 BGG für die Verletzung von Grundrechten und
von kantonalem und interkantonalem Recht vorgesehenen Rügepflicht (BGE 134 III
186 E. 5 S. 187 mit Hinweis). Appellatorische Kritik ist unzulässig (BGE 134
III 565 E. 3.1 S. 567; 119 II 380 E. 3b S. 382).

2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den das
Schiedsgericht festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung des Schiedsgerichts weder berichtigen noch ergänzen,
selbst wenn diese offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 77 Abs. 2 BGG, der die Anwendbarkeit
von Art. 97 BGG sowie Art. 105 Abs. 2 BGG ausschliesst). Allerdings kann das
Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen des angefochtenen
Schiedsentscheids überprüfen, wenn gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen
zulässige Rügen im Sinne von Art. 190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder
ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE 138 III 29 E. 2.2.1 S. 34; 134
III 565 E. 3.1 S. 567; 133 III 139 E. 5 S. 141; je mit Hinweisen). Wer sich auf
eine Ausnahme von der Bindung des Bundesgerichts an die tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz beruft und den Sachverhalt gestützt darauf
berichtigt oder ergänzt wissen will, hat mit Aktenhinweisen darzulegen, dass
entsprechende Sachbehauptungen bereits im vorinstanzlichen Verfahren
prozesskonform aufgestellt worden sind (vgl. BGE 115 II 484 E. 2a S. 486; 111
II 471 E. 1c S. 473; je mit Hinweisen).

3.
Der Beschwerdeführer bringt vor, das Schiedsgericht habe sich zu Unrecht für
zuständig erklärt (Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG), da es sich bei der beurteilten
Angelegenheit um eine nicht schiedsfähige Streitsache handle.

3.1 Er bringt hierzu vor, er habe bereits im Schiedsverfahren darauf
hingewiesen, dass nach Art. 49 Abs. 1 des serbischen Gesetzes über das
Internationale Privatrecht zwei Parteien nur dann eine Zuständigkeit eines
ausländischen Gerichts vereinbaren könnten, wenn mindestens eine von ihnen eine
ausländische natürliche oder juristische Person sei.
Im zu beurteilenden Fall seien beide Parteien in der Republik Serbien
domiziliert, wie sich aus der ersten Seite des Arbeitsvertrags ohne weiteres
ergebe. Die Vereinbarung eines ausländischen (Schieds-)Gerichts sei diesen
somit nach zwingendem serbischem Recht verboten, weshalb sie für Streitigkeiten
aus ihrem Arbeitsvertrag kein ausländisches Schiedsgericht hätten vereinbaren
können. Die zu beurteilende Angelegenheit beschlage eine ausschliesslich
interne serbische Streitsache; beide Parteien hätten ihren Sitz bzw. Wohnsitz
"zur fraglichen Zeit" in Serbien gehabt, "und der Hintergrund - die Ausübung
des Amtes als Trainer der serbischen Fussball-Nationalmannschaft durch den
Beschwerdegegner - könnte trotz internationaler Turniere 'serbischer' nicht
sein".
Im Übrigen stehe ausser Zweifel, dass der angefochtene Schiedsentscheid zufolge
klarer Verletzung von Art. 49 Abs. 1 des serbischen IPR-Gesetzes aufgrund von
Art. V(1) (a) und V(2) (a) des New Yorker Übereinkommens über die Anerkennung
und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche (SR 0.277.12) in Serbien nicht
vollstreckbar sein werde. Mit einem nicht vollstreckbaren Schiedsentscheid sei
keiner der Parteien gedient; damit würde der Grundsatz verletzt, dass ein
(Schieds-)Gerichtsverfahren den Parteien eine effektive Justiz, d.h. eine
tatsächliche Lösung ihres Streits, bringen müsse.

3.2 Der Einwand der mangelnden Schiedsfähigkeit der Streitsache ist im Rahmen
der Zuständigkeitsbeschwerde (Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG) zu prüfen (BGE 133
III 139 E. 5 S. 141; 118 II 353 E. 3a S. 355). Das Bundesgericht prüft die
Zuständigkeitsrüge nach Art. 190 Abs. 2 lit. b IPRG einschliesslich materieller
Vorfragen, von deren Beantwortung die Zuständigkeit abhängt, in rechtlicher
Hinsicht frei. Demgegenüber überprüft es die tatsächlichen Feststellungen des
angefochtenen Schiedsentscheids auch im Rahmen der Zuständigkeitsrüge nur, wenn
gegenüber diesen Sachverhaltsfeststellungen zulässige Rügen im Sinne von Art.
190 Abs. 2 IPRG vorgebracht oder ausnahmsweise Noven berücksichtigt werden (BGE
138 III 29 E. 2.2.1 S. 34 mit Hinweisen). Zu beachten ist im Weiteren, dass der
Einwand der fehlenden Schiedsfähigkeit nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung - wie die Einrede der Unzuständigkeit (vgl. Art. 186 Abs. 2
IPRG) - im frühest möglichen Zeitpunkt und vor der Einlassung auf die
Hauptsache zu erheben ist; andernfalls ist eine entsprechende Rüge vor
Bundesgericht nicht mehr zulässig (Urteile 4A_370/2007 vom 21. Februar 2008 E.
5.2.2; 4P.217/1992 vom 15. März 1993 E. 5, nicht publ. in BGE 119 II 271).

3.3 Die Vorbringen des Beschwerdeführers, mit denen er die angeblich fehlende
Schiedsfähigkeit der Streitsache begründet, lassen sich - worauf in der
Beschwerdeantwort zutreffend hingewiesen wird - nicht auf den im angefochtenen
Schiedsentscheid verbindlich festgestellten Sachverhalt stützen. Das
Schiedsurteil hält lediglich fest, dass der Beschwerdeführer seinen
gesetzlichen Wohnsitz seit 30 Jahren in Spanien habe und führt diesen auch im
Rubrum auf. Dem angefochtenen Entscheid lassen sich keine tatsächlichen
Feststellungen entnehmen, die auf einen serbischen Wohnsitz des
Beschwerdegegners zu einem bestimmten Zeitpunkt, geschweige denn im Zeitpunkt
des Vertragsschlusses schliessen liessen. Soweit der Beschwerdeführer vor
Bundesgericht behauptet, dies ergebe sich aus dem unterzeichneten
Vertragsdokument, ist er nicht zu hören, zumal er diese Behauptung nicht mit
einer Sachverhaltsrüge verbindet. Der Beschwerdeführer zeigt im Übrigen auch
nicht auf, inwiefern er sich im Schiedsverfahren auf den Umstand des
angeblichen Wohnsitzes des Beschwerdegegners in Serbien berufen und gestützt
darauf die Schiedsfähigkeit bestritten hätte.
Auf das Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund des serbischen Wohnsitzes
des Beschwerdegegners "zur fraglichen Zeit" sei das TAS unter Berücksichtigung
von Art. 49 Abs. 1 des serbischen IPR-Gesetzes mangels Schiedsfähigkeit nicht
zuständig gewesen, kann nicht eingetreten werden.

3.4 Die Rüge der fehlenden Schiedsfähigkeit wäre ohnehin unbegründet. Nachdem
er sich im Schiedsverfahren noch darauf berufen hat, es sei den Parteien
verwehrt, ihre Streitigkeit vor ein Schiedsgericht zu bringen, da ein
Rechtsstreit aus einem Arbeitsverhältnis zwingend von einem staatlichen Gericht
zu beurteilen sei, bestreitet er die Schiedsfähigkeit arbeitsrechtlicher
Streitigkeiten im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren zu Recht nicht mehr
(vgl. BGE 136 III 467 E. 4.2 S. 470 f.) und bestätigt überdies, dass solche
Streitigkeiten auch nach serbischem Rechts schiedsfähig seien. Er bringt auch
nicht etwa vor, der Beschwerdegegner oder er selbst sei nach serbischem Recht
nicht parteifähig bzw. generell nicht fähig, in einem gerichtlichen oder
schiedsgerichtlichen Verfahren Partei zu sein; vielmehr beruft er sich darauf,
als "reiner Binnensachverhalt" könne die vorliegende Angelegenheit nach
serbischem Recht nicht einem ausländischen Schiedsgericht zur Beurteilung
unterbreitet werden. Indem er seinen Einwand damit begründet, die konkrete
Streitigkeit weise keinerlei Bezugspunkte zu einem anderen Land oder einer
anderen Rechtsordnung auf, beruft er sich auf bestimmte Eigenschaften der
Streitsache. Ob solche die Schiedsfähigkeit ausschliessen, beurteilt sich - wie
bereits das TAS zutreffend erkannt hat und auch der Beschwerdeführer nicht
grundsätzlich in Abrede stellt - nach Art. 177 Abs. 1 IPRG.
Die erwähnte Bestimmung enthält eine materielle Regelung der Schiedsfähigkeit;
auf die Aufnahme einer Kollisionsnorm hat der Gesetzgeber bewusst verzichtet,
um die mit einer solchen Lösung verbundenen Schwierigkeiten bei der Bestimmung
des anwendbaren Rechts zu vermeiden (BGE 118 II 353 E. 3a S. 355). Dass es sich
bei der vom TAS beurteilten Schiedsklage auf Zahlung von Schadenersatz infolge
einer Verletzung des Arbeitsvertrags um einen vermögensrechtlichen Anspruch im
Sinne von Art. 177 Abs. 1 IPRG handelt, stellt der Beschwerdeführer zu Recht
nicht in Frage. Soweit diese Bestimmung nach den Voraussetzungen von Art. 176
Abs. 1 IPRG anwendbar ist, lässt sich die Schiedsfähigkeit nicht mit dem
Argument in Abrede stellen, es liege aus der Sicht eines anderen Staats ein
reiner Binnensachverhalt vor. Zwar hat das Bundesgericht in seiner
Rechtsprechung die Möglichkeit in Betracht gezogen, die Schiedsfähigkeit einer
konkreten Angelegenheit gegebenenfalls zu verneinen, sofern ausländische
Bestimmungen zwingend die staatliche Gerichtsbarkeit vorschreiben und deren
Berücksichtigung unter dem Blickwinkel des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit. e
IPRG) geboten ist (BGE 118 II 353 E. 3c S. 357; Urteil 4A_370/2007 vom 21.
Februar 2008 E. 5.2.2). Dass dies angesichts der von ihm ins Feld geführten
Bestimmung des serbischen IPR-Gesetzes der Fall wäre, zeigt der
Beschwerdeführer jedoch nicht auf. Er bringt im Gegenteil vor, die vorliegende
Streitigkeit könne auch von einem serbischen Schiedsgericht beurteilt werden;
ausgeschlossen sei nach zwingendem serbischem Recht lediglich die Beurteilung
durch ein ausländisches Gericht oder Schiedsgericht. Der Beschwerdeführer
vermag keine Verletzung eines Rechtsgrundsatzes aufzuzeigen, der dem Ordre
public angehört (vgl. BGE 132 III 389 E. 2.2.1 mit Hinweisen; Urteil 4A_558/
2011 vom 27. März 2012 E. 4.1, zur Publikation vorgesehen), und im konkreten
Fall eine Beurteilung des Rechtsstreits durch das TAS aufgrund der Bezugspunkte
zu einem bestimmten Staat ausschliessen würde.
Dem Beschwerdeführer kann auch nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, es sei
die angeblich fehlende Vollstreckbarkeit des angefochtenen Schiedsentscheids
des TAS in der Republik Serbien zu berücksichtigen. Dass Entscheide
internationaler Schiedsgerichte mit Sitz in der Schweiz, die gestützt auf Art.
177 Abs. 1 IPRG einen Streitgegenstand als schiedsfähig erachtet haben, in
einem bestimmten Land gegebenenfalls nicht vollstreckt werden können, ist nach
dem Willen des Gesetzgebers, der sich ganz bewusst für eine materielle Regelung
der Schiedsfähigkeit ausgesprochen hat, hinzunehmen (BGE 118 II 353 E. 3c S.
357 und E. 3d S. 358).

4.
Der Beschwerdeführer rügt hinsichtlich der Anwendung des schweizerischen Rechts
durch das Schiedsgericht eine Verletzung des Ordre public (Art. 190 Abs. 2 lit.
e IPRG).

4.1 Die materiellrechtliche Überprüfung eines internationalen Schiedsentscheids
durch das Bundesgericht ist auf die Frage beschränkt, ob der Schiedsspruch mit
dem Ordre public vereinbar ist (BGE 121 III 331 E. 3a S. 333). Gegen den Ordre
public verstösst die materielle Beurteilung eines streitigen Anspruchs nur,
wenn sie fundamentale Rechtsgrundsätze verkennt und daher mit der wesentlichen,
weitgehend anerkannten Wertordnung schlechthin unvereinbar ist, die nach in der
Schweiz herrschender Auffassung Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte. Zu
diesen Grundsätzen gehören die Vertragstreue (pacta sunt servanda), das
Rechtsmissbrauchsverbot, der Grundsatz von Treu und Glauben, das Verbot der
entschädigungslosen Enteignung, das Diskriminierungsverbot, der Schutz von
Handlungsunfähigen und das Verbot übermässiger Bindung (vgl. Art. 27 Abs. 2
ZGB), wenn diese eine offensichtliche und schwerwiegende
Persönlichkeitsverletzung darstellt. Zur Aufhebung des angefochtenen
Schiedsentscheids kommt es nur, wenn dieser nicht nur in der Begründung,
sondern auch im Ergebnis dem Ordre public widerspricht (BGE 132 III 389 E. 2.2
S. 392 ff. mit Hinweisen; Urteil 4A_558/2011 vom 27. März 2012 E. 4.1 sowie E.
4.3.1 und 4.3.2, zur Publikation vorgesehen).

4.2 Der Beschwerdeführer verkennt den Begriff des Ordre public, wenn er dem
Schiedsgericht vorwirft, es habe willkürlich angenommen, die Parteien hätten
sich auf die Anwendung des schweizerischen Rechts geeinigt, es wende Art. 187
Abs. 1 IPRG unzutreffend an oder seine Erwägungen stünden im Widerspruch zu den
eigenen Feststellungen. Weder ist der Ordre public mit Willkür gleichzusetzen (
BGE 132 III 389 E. 2.2.2 S. 393) noch bezweckt der Beschwerdegrund nach Art.
190 Abs. 2 lit. e IPRG, die fehlende bzw. unzutreffende Anwendung des in der
Sache anwendbaren Rechts (BGE 132 III 389 E. 2.2.2 S. 394) oder einen inneren
Widerspruch in der Begründung des Urteils zu sanktionieren (Urteile 4A_320/2009
vom 2. Juni 2010 E. 4.3; 4A_612/2009 vom 10. Februar 2010 E. 6.2.2; 4A_464/2009
vom 15. Februar 2010 E. 5.1).
Der Beschwerdeführer zeigt auch keine Missachtung des Grundsatzes von Treu und
Glauben auf, mit der eine Ordre public-Widrigkeit begründet werden könnte, wenn
er in appellatorischer Weise vorbringt, die konkrete Vereinbarung der Parteien
in Ziffer 13 des Arbeitsvertrags vom 16. Dezember 2009 könne entgegen dem
angefochtenen Entscheid nicht als Zustimmung zur Anwendung des Schweizer Rechts
interpretiert werden. Im Übrigen wirft er dem Schiedsgericht lediglich eine
unzutreffende Anwendung von Art. 187 Abs. 1 IPRG vor, zeigt jedoch nicht auf,
inwiefern die Annahme einer indirekten Rechtswahl der Parteien zugunsten des
schweizerischen Rechts, die sich gemäss dem angefochtenen Entscheid aus der von
den Parteien gewählten Schiedsordnung - konkret R45 des TAS-Code - ergibt,
gegen einen Rechtsgrundsatz verstösst, der zur wesentlichen, weitgehend
anerkannten Wertordnung gehört, die nach in der Schweiz herrschender Auffassung
Grundlage jeder Rechtsordnung bilden sollte.
Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht lässt auch der Umstand, dass
Ziffer 13 des Arbeitsvertrags alternativ die Zuständigkeit weiterer
Institutionen vorsieht, deren Verfahrensordnungen keine R45 TAS-Code
entsprechende Bestimmung über die Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts
kennen, womit sich das auf einen konkreten Rechtsstreit anwendbare Recht
womöglich je nach angerufener Instanz unterscheidet, nicht auf eine Missachtung
des Ordre public durch das Schiedsgericht schliessen. Nach der erwähnten
Vertragsbestimmung stand die Wahl der konkreten Schiedsinstitution ausdrücklich
der klagenden Partei zu. Die vom Beschwerdeführer ins Feld geführte
Unsicherheit hinsichtlich des anwendbaren Rechts liegt in der von den Parteien
konkret vereinbarten Regelung begründet, insbesondere der fehlenden direkten
Rechtswahl. Der Vorwurf, das Schiedsgericht habe den Grundsatz von Treu und
Glauben missachtet, ist nicht gerechtfertigt.
Die Rüge, der angefochtene Schiedsentscheid sei mit dem Ordre public
unvereinbar (Art. 190 Abs. 2 lit. e IPRG), ist unbegründet.

5.
Der Beschwerdeführer rügt, das Schiedsgericht habe über einen Streitpunkt
entschieden, der ihm nicht unterbreitet worden sei (Art. 190 Abs. 2 lit. c
IPRG).

5.1 Er bringt vor, das Schiedsgericht habe dem Beschwerdegegner mit
Dispositiv-Ziffer 3 seines Entscheids die Summe von EUR 300'000.-- zuzüglich
Zins seit dem 15. September 2010 zugesprochen, mithin einen Betrag in Euro.
Verlangt habe der Beschwerdegegner im Schiedsverfahren jedoch eine Zahlung in
serbischen Dinar. Damit verletze der Schiedsentscheid den Grundsatz "ne eat
iudex ultra petita partium".

5.2 Gemäss Art. 190 Abs. 2 lit. c IPRG kann entsprechend der französischen
Fassung des Gesetzestextes gegen einen Schiedsentscheid eingewendet werden, das
Schiedsgericht habe einer Partei mehr oder anderes zugesprochen, als verlangt
worden sei (BGE 116 II 639 E. 3a S. 642). Das Rechtsbegehren im Zusammenhang
mit der vertraglich vereinbarten Marketinggebühr lautete auf Zahlung von EUR
300'000.--, zu überweisen in serbischen Dinar ("EUR 300,000 in Dinar counter
value"). Das Schiedsgericht erwog, dass die "marketing fee" nach Ziffer 9 des
Arbeitsvertrags in Euro geschuldet und - im Gegensatz zum Lohn - auch in dieser
Währung zahlbar sei, weshalb eine Umrechnung in Landeswährung ausser Betracht
falle. Nachdem der Beschwerdegegner die Zahlung von EUR 300'000.-- beantragt
hatte, kann dem Schiedsgericht nicht vorgeworfen werden, sein Schiedsspruch sei
nicht mehr vom Rechtsbegehren gedeckt, wenn es den geforderten Euro-Betrag
zusprach, wenn auch ohne die zusätzlich beantragte Umrechnung.
Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht hat das Schiedsgericht dem
Beschwerdegegner weder mehr noch anderes zugesprochen, als dieser verlangte.
Der Vorwurf, das TAS habe die in Art. 190 Abs. 2 lit. c IPRG verankerten
Grundsätze missachtet, ist ungerechtfertigt.

6.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der
Beschwerdeführer kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art.
68 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 18'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 20'000.-- zu entschädigen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Tribunal Arbitral du Sport (TAS)
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Mai 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Leemann