Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.744/2011
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_744/2011

Urteil vom 12. Juli 2012
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Kolly, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Kölz.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt David Husmann,
Beschwerdeführer,

gegen

Versicherung X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Hürlimann,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Haftung des Motorfahrzeughalters; Zivilprozess,

Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 2.
November 2011.

Sachverhalt:

A.
A.________ (Beschwerdeführer) erlitt am 26. Juni 1989 eine erste
Heckauffahrkollision. Dabei kam es beim Beschwerdeführer zu einem "massiven
Whip lash Trauma", das zu einer - zumindest theoretischen - Arbeitsunfähigkeit
führte.

Am 31. Juli 1990 erfolgte eine zweite Heckauffahrkollision. Der
Beschwerdeführer hielt wegen einer auf Rot umschaltenden Ampel an, und ein
Versicherungsnehmer der Versicherung X.________ (Beschwerdegegnerin) fuhr auf
seinen Personenwagen auf. Der Beschwerdeführer macht geltend, beim zweiten
Unfall ein Schleudertrauma erlitten zu haben. Als Folge davon habe er diverse
Beschwerden zu ertragen, die zu einer dauernden Invalidität geführt hätten. Er
sei auf einen Rollstuhl angewiesen.

B.
B.a Am 27. November 1996 machte der Beschwerdeführer beim Handelsgericht des
Kantons Zürich eine Klage anhängig mit dem Antrag, die Beschwerdegegnerin sei
zu verpflichten, ihm einen nach richterlichem Ermessen festzusetzenden Betrag
nebst Zins zu 5 % seit dem 31. Juli 1990 zu bezahlen ("Streitwert: mindestens
Fr. 1'000'000.--"). Die Beschwerdegegnerin trug auf Abweisung der Klage an.
Zudem erhob sie Widerklage und verlangte die Verpflichtung des
Beschwerdeführers, die Anzahlungen im Betrag von Fr. 305'000.-- nebst Zins zu 5
% seit Klageeinleitung zurückzuerstatten.

Nach Durchführung eines Beweisverfahrens wies das Handelsgericht mit Urteil vom
5. Juli 2005 die Klage und die Widerklage ab. Gegen diesen Entscheid erhob der
Beschwerdeführer kantonale Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des
Kantons Zürich. Dieses hiess mit Beschluss vom 11. Juni 2006 die
Nichtigkeitsbeschwerde gut, hob das Urteil des Handelsgerichts vom 5. Juli 2005
auf und wies die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an das
Handelsgericht zurück.

Das Handelsgericht entschied am 2. November 2011 und wies die Klage und die
Widerklage erneut ab. Die Abweisung der Klage begründete es im Wesentlichen
damit, dass dem Beschwerdeführer der Beweis nach dem massgebenden Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für den natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen den Beschwerden bzw. der Arbeitsunfähigkeit und dem Unfall vom 31.
Juli 1990 nicht gelungen sei. Die Widerklage wies es zufolge Verjährung des
geltend gemachten Rückerstattungsanspruchs ab. Für den Kosten- und
Entschädigungsentscheid ging das Handelsgericht von einem Streitwert von Fr.
4'825'531.30 aus, da der Beschwerdeführer die geltend gemachten Schadensposten
in diesem Gesamtbetrag beziffert hatte.
B.b Unter anderem reichte der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren mehrere
Ausstandsgesuche gegen mitwirkende Richter ein bzw. er bestritt die
Unabhängigkeit und Verfassungs- bzw. Konventionskonformität des Handelsgerichts
Zürich. Die Gesuche wurden jeweils abgelehnt. Teilweise wurden sie - ohne
Erfolg - bis vor Bundesgericht gezogen (Verfahren 1P.335/2000, 4A_108/2007,
4A_25/2010).

C.
Der Beschwerdeführer beantragt mit Beschwerde in Zivilsachen, das Urteil des
Handelsgerichts vom 2. November 2011 aufzuheben, soweit damit die Klage des
Beschwerdeführers abgewiesen worden sei (Dispositiv-Ziffer 1) und damit
entsprechende Kosten- und Entschädigungsfolgen verbunden worden seien
(Dispositiv-Ziffern 4 und 5). Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer Fr. 4'825'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 31. Juli 1990
zu bezahlen. Eventualiter sei die Sache unter Feststellung, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Folgen des Unfalls vom 30. Juli
1990 leistungspflichtig ist, an die Vorinstanz zur Neubeurteilung
zurückzuweisen. Es sei festzustellen, dass die Klage des Beschwerdeführers von
der Vorinstanz nicht innert angemessener Frist beurteilt worden sei und damit
eine Missachtung des Rechtsverzögerungsverbots respektive des
Beschleunigungsgebots nach Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorliege.
Es sei festzustellen, dass die Vorinstanz trotz entsprechenden Antrags keine
öffentliche Verhandlung und keine öffentliche Urteilsverkündung durchgeführt
habe und damit Art. 30 Abs. 3 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt habe und es
sei die Sache zur Durchführung der öffentlichen Verhandlung und
Urteilsverkündung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei. Das Urteil des Handelsgerichts vom 2. November 2011 sei zu
bestätigen und die Klage des Beschwerdeführers vollumfänglich abzuweisen. Die
Vorinstanz verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Die Parteien reichten Replik und Duplik ein.

D.
Mit Verfügung vom 20. April 2012 wurde dem Beschwerdeführer für das
bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, und es
wurde ihm Rechtsanwalt lic. iur. David Husmann als unentgeltlicher
Rechtsbeistand beigegeben.

Erwägungen:

1.
Das angefochtene Urteil des Handelsgerichts ist ein Endentscheid, gegen den die
Beschwerde zulässig ist (Art. 90 BGG). Das Handelsgericht hat als einzige
kantonale Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 2 lit. b BGG entschieden. Sodann
übersteigt der Streitwert die Grenze nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG. Da auch
die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde -
unter Vorbehalt einer rechtsgenüglichen Begründung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106
Abs. 2 BGG) - grundsätzlich einzutreten.

2.
2.1 Mit Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96
BGG gerügt werden. Die Beschwerde ist hinreichend zu begründen, andernfalls
wird darauf nicht eingetreten. In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG).
Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
kann das Bundesgericht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der
Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG;
BGE 136 I 65 E. 1.3.1; 134 II 244 E. 2.2; 133 III 439 E. 3.2 S. 444).

Unerlässlich ist im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 BGG, dass die Beschwerde auf
die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt,
worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Der Beschwerdeführer soll in der
Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen
Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit seiner Kritik an den
als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE
134 II 244 E. 2.1). Die Begründung hat ferner in der Beschwerdeschrift selbst
zu erfolgen, und der blosse Verweis auf Ausführungen in andern Rechtsschriften
oder auf die Akten reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1).

2.2 Die Beschwerde ist innert der Beschwerdefrist vollständig begründet
einzureichen (Art. 42 Abs. 1 BGG). Eine Beschwerdeergänzung kommt einzig für
Beschwerden auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen in
Betracht (Art. 43 BGG). Eine Nachfrist zur Verbesserung einer ungenügenden
Begründung wird nicht angesetzt (BGE 134 II 244 E. 2.4). Kommt es zu einem
zweiten Schriftenwechsel, darf der Beschwerdeführer die Replik nicht dazu
verwenden, seine Beschwerde zu ergänzen oder zu verbessern (vgl. BGE 132 I 42
E. 3.3.4).

Soweit der Beschwerdeführer dies missachtet und in seiner Replik ergänzende
Begründungen vorträgt oder weitere Rechtsverletzungen rügt, können seine
Ausführungen nicht berücksichtigt werden.

2.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie
offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei
"willkürlich" (BGE 135 III 397 E. 1.5). Überdies muss die Behebung des Mangels
für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG).

Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die gerügten
Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich
unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen
(BGE 136 II 508 E. 1.2; 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3 S. 351, 393 E.
7.1, 462 E. 2.4). Soweit er den Sachverhalt ergänzen will, hat er zudem mit
Aktenhinweisen darzulegen, dass er entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und
taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht
hat (Urteile 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III
570; 4A_470/2009 vom 18. Februar 2010 E. 1.2). Überdies ist in der Beschwerde
darzutun, inwiefern die Behebung des gerügten Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2).
Auf eine Kritik an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen
Anforderungen nicht genügt, ist nicht einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3).

Zu beachten ist, dass das Bundesgericht in die Beweiswürdigung des Sachgerichts
nur eingreift, wenn diese willkürlich ist. Willkür liegt nicht schon dann vor,
wenn eine andere Lösung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen
wäre, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar
ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm
oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender
Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 138 IV 13 E. 5.1; 134 II 124
E. 4.1; 132 III 209 E. 2.1; 131 I 57 E. 2, 467 E. 3.1). Die Beweiswürdigung ist
mithin nicht schon dann willkürlich, wenn vom Sachrichter gezogene Schlüsse
nicht mit der Darstellung des Beschwerdeführers übereinstimmen, sondern bloss,
wenn sie offensichtlich unhaltbar ist (BGE 135 II 356 E. 4.2.1; 129 I 8 E. 2.1
S. 9; 116 Ia 85 E. 2b). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das
Sachgericht offensichtlich unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise
übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.1;
120 Ia 31 E. 4b). Inwiefern die Beweiswürdigung willkürlich sein soll, ist in
der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 134 II 244 E. 2.2; 130 I
258 E. 1.3). Namentlich genügt es nicht, einzelne Beweise anzuführen, die
anders als im angefochtenen Entscheid gewichtet werden sollen, und dem
Bundesgericht in appellatorischer Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten,
als ob diesem freie Sachverhaltsprüfung zukäme (vgl. BGE 116 Ia 85 E. 2b).

3.
Vorab sind die Verfassungsrügen zu prüfen: Dabei hat der Beschwerdeführer die
Begründungsanforderungen nach Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG zu
beachten, andernfalls darauf nicht einzutreten ist (dazu Erwägung 2.1).

Der Beschwerdeführer beantragt, es sei "festzustellen, dass die Vorinstanz
trotz entsprechenden Antrags keine öffentliche Verhandlung und keine
öffentliche Urteilsverkündung durchgeführt habe und damit Art. 30 Abs. 3 BV und
Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt habe und es sei die Sache zur Durchführung der
öffentlichen Verhandlung und Urteilsverkündung an die Vorinstanz
zurückzuweisen."

3.1 In der Begründung dieses Antrags behauptet der Beschwerdeführer, er habe
einen direkt aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 30 Abs. 3 BV fliessenden Anspruch
"auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung und einer öffentlichen
Urteilsberatung". Entsprechend stellte er vor der Vorinstanz am 16. September
2010 das Gesuch, "es sei eine öffentliche Verhandlung und eine öffentliche
Urteilsberatung durchzuführen." Zur Begründung führte er namentlich aus, er
wolle von jedem einzelnen Richter und insbesondere den Fachrichtern wissen,
wieso sie überhaupt auf die Idee kommen könnten, dass seine mannigfaltigen
körperlichen Beeinträchtigungen und Beschwerden mit dem Unfall nichts zu tun
hätten. Diesem Ansinnen hätte nur mit einer öffentlichen Urteilsberatung
entsprochen werden können.

Indessen irrt der Beschwerdeführer, wenn er meint, er habe einen Anspruch auf
eine öffentliche Urteilsberatung. Weder Art. 6 Ziff. 1 EMRK noch Art. 30 Abs. 3
BV verleihen einen Anspruch auf öffentliche Urteilsberatung (BGE 122 V 47 E. 2c
S. 51). Ebenso wenig schreibt das hier noch anwendbare zürcherische
Prozessrecht öffentliche Urteilsberatungen des Handelsgerichts vor (vgl. § 135
Abs. 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes des Kantons Zürich vom 13. Juni 1976
[aGVG/ZH]). Die Vorinstanz verletzte mithin kein Recht, indem sie die
Durchführung einer öffentlichen Urteilsberatung ablehnte.

3.2 Anders ist die Rechtslage betreffend Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung:
3.2.1 Soweit der Beschwerdeführer die Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung gestützt auf Art. 30 Abs. 3 BV reklamiert, geht er fehl. Diese
Bestimmung verleiht kein Recht auf eine öffentliche (mündliche) Verhandlung;
sie garantiert nur, dass, wenn eine Gerichtsverhandlung stattfindet, diese -
von gesetzlichen Ausnahmen abgesehen - öffentlich sein muss (BGE 128 I 288 E.
2).
3.2.2 Mit der vorliegenden Zivilklage auf Schadenersatz wird indessen über
einen zivilrechtlichen Anspruch im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK entschieden.
Der Beschwerdeführer hat daher gestützt auf diese Bestimmung Anspruch auf eine
Parteiverhandlung im kantonalen Gerichtsverfahren; dies impliziert ein Recht
auf eine mündliche Verhandlung, denn die in dieser Konventionsbestimmung
verlangte Öffentlichkeit des Verfahrens kann nur im Rahmen einer mündlichen
Verhandlung hergestellt werden (BGE 128 I 288 E. 2.3; 122 V 47 E. 2c S. 51; 121
I 30 E. 5d).

Die Rechtsprechung zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK anerkennt, dass auf den sich aus
dieser Bestimmung ergebenden Anspruch auf Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung verzichtet werden kann. Insbesondere in Verfahren, die nach der
Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise schriftlich durchgeführt werden,
muss sich die Partei, die eine öffentliche Verhandlung wünscht, der
Notwendigkeit eines entsprechenden Antrags bewusst sein. Ein Verzicht wird in
diesem Fall regelmässig angenommen, wenn kein entsprechender Antrag gestellt
wird (BGE 134 I 331 E. 2.3 S. 333; 127 I 44 E. 2e/aa).
Liegt ein entsprechender Antrag vor, so kann unter anderem dann ausnahmsweise
doch von einer öffentlichen Verhandlung abgesehen werden, wenn er als schikanös
erscheint oder auf eine Verzögerungstaktik schliessen lässt und damit dem
Grundsatz der Einfachheit und Raschheit des Verfahrens zuwiderläuft oder gar
rechtsmissbräuchlich ist (BGE 134 I 331 E. 2.3 S. 333; 122 V 47 E. 3b S. 56).
Weiter ist zu beachten, dass der Antrag auf Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung frühzeitig gestellt werden muss. Nur so bleibt der geforderte
einfache und rasche Verfahrensablauf gewährleistet. Versäumt eine Partei die
rechtzeitige Geltendmachung des Anspruchs auf öffentliche Verhandlung, hat
dieser deshalb grundsätzlich als verwirkt zu gelten. Eine erst in einem
späteren Prozessstadium anbegehrte öffentliche Verhandlung lässt sich mit dem
Grundsatz von Treu und Glauben kaum vereinbaren. In diesem Sinne hat es auch
das Eidgenössische Versicherungsgericht abgelehnt, einer ausserhalb des
ordentlichen Schriftenwechsels erfolgten Antragstellung Folge zu leisten (vgl.
BGE 122 V 47 E. 3b S. 56). Ein während des ordentlichen Schriftenwechsels
gestellter Antrag ist grundsätzlich rechtzeitig (BGE 134 I 331 E. 2.3.2).
3.2.3 Vorliegend stellte der Beschwerdeführer im Rahmen seiner schriftlichen
Stellungnahme vom 16. September 2010 zu den beiden Ergänzungsgutachten und zum
gesamten Beweisergebnis auch das Gesuch, es sei eine öffentliche Verhandlung
und Urteilsberatung durchzuführen. Es liegt somit ein Antrag auf Durchführung
einer öffentlichen Verhandlung vor.

Das Handelsgericht wies diesen Antrag mit Beschluss vom 25. Februar 2011 ab.
Zur Begründung führte es aus, das Gericht habe den Parteien nach § 147 des
Gesetzes des Kantons Zürich über den Zivilprozess vom 13. Juni 1976 (aZPO/ZH)
Gelegenheit gegeben, schriftlich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen. Es
bleibe daher kein Raum mehr für eine mündliche Verhandlung. Die Prozessordnung
gebe dem Beschwerdeführer keinen Anspruch, seine Schadenersatzforderung
"persönlich vor dem Gesamtgericht" geltend zu machen. Die Begehren seien im
Hauptverfahren zu begründen gewesen, das längst abgeschlossen sei.

Der Beschwerdeführer focht diesen ablehnenden Beschluss nicht an. Dies hindert
ihn nicht, in der Beschwerde gegen den Endentscheid die Nichtdurchführung einer
öffentlichen Gerichtsverhandlung zu rügen (Art. 93 Abs. 3 BGG).
3.2.4 Die Begründung des ablehnenden Beschlusses des Handelsgerichts erscheint
nicht stichhaltig. So ändert der Umstand, dass die Zürcher Prozessordnung dem
Kläger keinen Anspruch gibt, seinen Schadenersatzanspruch persönlich vor dem
Gesamtgericht geltend zu machen, nichts daran, dass der Beschwerdeführer direkt
gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK grundsätzlich einen Anspruch darauf hat, dass
in seiner Zivilsache eine öffentliche (mündliche) Verhandlung durchgeführt
wird. Ein diesbezüglicher ausdrücklicher Antrag wurde zudem gestellt.

Es fragt sich einzig, ob dieser Antrag vom 16. September 2010 als frühzeitig
genug gestellt zu betrachten ist. Dies ist zu verneinen. Der Beschwerdeführer
legt selber dar, er habe fast 14 Jahre nach der Klageeinleitung das Gesuch um
Durchführung einer öffentlichen Verhandlung gestellt. Im Hauptverfahren, von
der Klageschrift bis zur Widerklageduplik und Stellungnahme zu allfälligen
Noven in der Hauptklageduplik, beantragte der Beschwerdeführer keine mündliche
Verhandlung, ebenso wenig im nachfolgenden Beweisverfahren. Entsprechend erging
das erste Urteil des Handelsgerichts vom 5. Juli 2005, ohne dass eine
öffentliche Verhandlung durchgeführt wurde. Eine diesbezügliche Rüge erhob der
Beschwerdeführer in seiner dagegen gerichteten Nichtigkeitsbeschwerde an das
Kassationsgericht nicht. Auch im auf den Aufhebungsbeschluss des
Kassationsgerichts vom 11. Juni 2006 folgenden ergänzenden Beweisverfahren
stellte der Beschwerdeführer keinen Antrag auf Durchführung einer
Parteiverhandlung. Erst nachdem die Parteien eingeladen worden waren,
schriftlich zu den beiden Ergänzungsgutachten und zum gesamten Beweisergebnis
Stellung zu nehmen, verlangte er eine öffentliche Verhandlung und
Urteilsberatung. Dieser erst kurz vor Abschluss des Verfahrensstadiums nach
Aufhebung des ersten Urteils und Rückweisung der Sache zur Ergänzung des
Beweisverfahrens gestellte Antrag muss als verspätet betrachtet werden. Nachdem
der Beschwerdeführer im Hauptverfahren keine öffentliche Verhandlung verlangte
und dementsprechend ein erstes Urteil (unangefochten) ohne eine solche erging,
durfte geschlossen werden, der Beschwerdeführer verzichte auf eine öffentliche
Verhandlung. Es lässt sich mit Treu und Glauben nicht vereinbaren und führt zur
Verwirkung, dass der Beschwerdeführer erst 14 Jahre nach Klageeinleitung im
besagten Verfahrensstadium einen Antrag auf Durchführung einer öffentlichen
Verhandlung stellte, zumal er auf der anderen Seite die lange Verfahrensdauer
monierte. Die Vorinstanz verletzte daher Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht, indem sie
diesen verspäteten Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung
ablehnte.

3.3 Der Beschwerdeführer behauptet auch eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK
und Art. 30 Abs. 3 BV, weil die Vorinstanz das Urteilsdispositiv nicht
öffentlich verlesen habe. Die Rüge wird nicht weiter begründet.

Art. 30 Abs. 3 BV garantiert wie Art. 6 Ziff. 1 EMRK eine öffentliche
Urteilsverkündung. Weder die Bundesverfassung noch die EMRK legen aber fest,
auf welche Art und Weise die öffentliche Verkündung erfolgen muss. Insbesondere
wird nicht verlangt, dass das Urteil an einer öffentlichen Verhandlung mündlich
verlesen oder gar begründet wird. Nach der Rechtsprechung ist das
Öffentlichkeitsgebot gewahrt, wenn das Publikum auf andere Weise (Publikation
in Periodika oder auf Internet; Möglichkeit, den Urteilstext auf der
Gerichtskanzlei zu verlangen oder einzusehen) die Gelegenheit hat, von den
Urteilen Kenntnis zu nehmen (Urteil 4P.74/2006 vom 19. Juni 2006 E. 8.4.1 mit
Hinweisen).

Dass eine solche Gelegenheit vorliegend nicht bestanden haben soll und
inwiefern eine Verfassungs- oder Konventionsverletzung vorliegen soll, wird in
der Beschwerde nicht darlegt, was mangels (hinreichender) Begründung
Nichteintreten auf diese Rüge nach sich zieht (Erwägung 2.1).

4.
Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs.
2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK), weil die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer in
der Eingabe vom 12. Dezember 2007 dem Experten Prof. B.________ zu stellenden
Zusatzfragen nicht aufgenommen habe, ohne dies zu begründen.

Die Vorinstanz ging im Beschluss vom 30. Januar 2008 u.a. auf die Eingabe des
Beschwerdeführers vom 12. Dezember 2007 ein. Sie lehnte dessen Antrag, dem
Experten Prof. B.________ weitere Zusatzfragen zu stellen, ab. Sie begründete
dies damit, dass das Thema des Beweisverfahrens ausschliesslich durch den
Beweisauflage- und den Beweisabnahmebeschluss bestimmt werde. Die am 3.
Dezember 2007 dem Experten Prof. B.________ gestellten Ergänzungsfragen
gründeten auf der vom Kassationsgericht vertretenen Auffassung, ob und
inwiefern Ergänzungsfragen des Beschwerdeführers zuzulassen seien. Diese
Ergänzungsfragen seien im heutigen Verfahrensstadium allein zulässig. Die
weiteren, in der Eingabe vom 12. Dezember 2007 vom Beschwerdeführer beantragten
Ergänzungsfragen befänden sich nicht mehr innerhalb des durch den
Beweisauflage- und Beweisabnahmebeschluss sowie durch das Kassationsgericht
abgesteckten Rahmens.
Die Vorinstanz führte damit unter Beachtung der aus Art. 29 Abs. 2 BV
fliessenden Begründungspflicht aus, weshalb sie die in der Eingabe vom 12.
Dezember 2007 vom Beschwerdeführer beantragten weiteren Ergänzungsfragen als
unzulässig betrachtete und folglich dem Experten nicht unterbreitete. Sie
musste dies nicht nochmals im angefochtenen Urteil tun. Dass die Begründung
inhaltlich willkürlich wäre, wird nicht aufgezeigt.

Wenn der Beschwerdeführer weiter moniert, dass sich das Urteil mit keinem Wort
mit der Stellungnahme vom 16. September 2010 und den dort gestellten Anträgen
auseinandersetze, begründet er damit nicht in rechtsgenüglicher Weise eine
Gehörsrüge (vgl. Erwägung 2.1). So ist nicht ersichtlich, welche Anträge der
Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 16. September 2010 gestellt haben
will, die nicht behandelt worden wären. Ebenso wenig präzisiert er, welche
konkreten entscheiderheblichen Vorbringen unberücksichtigt geblieben seien.
Eine Gehörsverletzung ist daher nicht dargetan. Im Allgemeinen aber hat die
Vorinstanz die Stellungnahme zu den beiden Ergänzungsgutachten sowie zum
gesamten Beweisergebnis beachtet. Der verfassungsrechtliche Gehörsanspruch
erfordert nicht, dass sich das Gericht mit allen Parteistandpunkten einlässlich
auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136
I 184 E. 2.2.1 S. 188 mit Hinweisen).

Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6
Ziff. 1 EMRK) erweist sich als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.

5.
In der Sache machte der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin habe
mit ihrem Schreiben vom 12. September 1995 den natürlichen Kausalzusammenhang
bezüglich der cervicalen Symptomatik anerkannt, was diese in Abrede stellte.
Die Vorinstanz verwarf in Auslegung des genannten Schreibens den Standpunkt des
Beschwerdeführers, was dieser als Verletzung des Vertrauensprinzips sowie der
Auslegungsregeln von Art. 1 und 18 OR rügt.

5.1 Die Vorinstanz hielt fest, die Beschwerdegegnerin habe am 12. September
1995 geschrieben: "Aufgrund des Gesagten und in Würdigung aller Umstände können
wir uns bereit erklären, Unfallfolgen und damit verbundene Erwerbsunfähigkeit
bis Ende März 1991 anzuerkennen." Zwei Sätze später folge die Einschränkung:
"Gerne erwarten wir Ihre Stellungnahme und sehen Ihrem Erledigungsvorschlag
unter Berücksichtigung unserer Einwände mit Interesse entgegen." Gemäss
Vorinstanz kann der objektive, unvoreingenommene Leser schon aufgrund des
Wortlauts nicht auf eine vorbehaltlose Anerkennung schliessen, sondern nur auf
eine grundsätzliche Bereitschaft, vergleichsweise eine Entschädigung zu
leisten. Zudem sei zu berücksichtigen, dass dieses Schreiben im Umfeld von
umfangreichen Vergleichsgesprächen abgefasst worden sei. Die Parteien hätten
mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, die von ihnen im Rahmen der
Vergleichsgespräche gewürdigt worden seien. Auch aufgrund dieser äusseren
Umstände könne nicht auf eine Anerkennung durch die Beschwerdegegnerin
geschlossen werden. Weiter erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe den
Beweis dafür nicht erbringen können, dass die Beschwerdegegnerin den
natürlichen Kausalzusammenhang habe anerkennen wollen. Die zu dieser Frage
angehörten Zeugen C.________ und D.________ bestätigten vielmehr das normative
Auslegungsergebnis.

5.2 Der Beschwerdeführer vermag dasselbe durch seine Vorbringen nicht
umzustossen. Er beharrt auf seinem Standpunkt, schon aus dem Wortlaut ergebe
sich, dass die Beschwerdegegnerin den Kausalzusammenhang bis März 1991
anerkenne, zumal die Stellungnahme "endgültig" und "nach eingehender Prüfung"
des Gutachtens von Dr. E.________ sowie "in Würdigung aller Umstände" erfolgt
sei, was nicht auf einen unverbindlichen Vergleichsvorschlag hinweise.

Dem kann nicht gefolgt werden. Vielmehr ist der Vorinstanz beizupflichten, dass
in Berücksichtigung der Umstände, unter denen dieses Schreiben erging, nämlich
im Rahmen der umfangreichen Vergleichsbemühungen, der besagte Passus nach Treu
und Glauben so zu verstehen war, dass die Beschwerdegegnerin vergleichsweise
bereit gewesen wäre, bis März 1991 Unfallfolgen anzunehmen und eine
Entschädigung zu leisten. Dass sie aber unabhängig von einer vergleichsweisen
Erledigung den natürlichen Kausalzusammenhang für die cervikale Symptomatik bis
März 1991 anerkannte, konnte und durfte der Beschwerdeführer aus diesem
Schreiben nicht schliessen.

Die Rüge einer Verletzung des Vertrauensprinzips sowie der Auslegungsregeln von
Art. 1 und 18 OR erweist sich als unbegründet, soweit darauf einzutreten ist.

Nicht zu hören ist die Kritik des Beschwerdeführers an der Würdigung der
Zeugenaussagen C.________ und D.________, da er keine Willkür aufzeigt, sondern
appellatorische Ausführungen unter Ergänzung des vorinstanzlichen Sachverhalts
vorbringt (vgl. Erwägung 2.3).

6.
Der Beschwerdeführer moniert eine Verletzung von Art. 8 ZGB durch unrichtige
Beweislastverteilung. Er ist der Meinung, durch die Anerkennung der
Unfallkausalität für den Zeitraum 31. Juli 1990 bis Ende März 1991 als
rechtsbegründende Tatsache liege die Beweislast, dass ab Ende März 1991 keine
Unfallkausalität mehr gegeben sei, bei der Beschwerdegegnerin.

Diese Rüge entbehrt der Grundlage und ist von vornherein zu verwerfen, nachdem
sich ergeben hat (Erwägung 5), dass die Vorinstanz zu Recht davon ausging, es
liege keine Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs durch die
Beschwerdegegnerin vor.

7.
Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Handhabung der Verhandlungsmaxime
gemäss § 133 aZPO/ZH und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nach Art. 29
Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK, weil die Vorinstanz in der Instruktion der
medizinischen Experten Dr. med. F.________ und Prof. Dr. med. B.________ von
durch den Beschwerdeführer "behaupteten" statt von "bestehenden" Beschwerden
bzw. Diagnosen geschrieben habe, obwohl sie auf Seite 20 ihres Urteils
körperliche Beeinträchtigungen und Beschwerden aufliste, welche die
Beschwerdegegnerin nicht bestritten habe.

Inwiefern das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden sein soll,
wird nicht begründet, weshalb auf diese Rüge nicht eingetreten werden kann
(Erwägung 2.1). Auch eine willkürliche Handhabung der Verhandlungsmaxime nach §
133 (respektive § 54 Abs. 1) aZPO/ZH kann von vornherein nicht angenommen
werden, da der Beschwerdeführer jedenfalls nicht aufzeigt, inwiefern der
angefochtene Entscheid infolge der von ihm gerügten Experteninstruktion im
Ergebnis willkürlich sein soll, zumal die besagten Gutachten zum Beweis der -
bestrittenen - natürlichen Kausalität der Beschwerden des Beschwerdeführers mit
dem zweiten Unfall herangezogen wurden. Es kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer Einwände gegen die Experteninstruktion rechtzeitig bei der
Vorinstanz hätte vortragen müssen. Dass er dies getan hätte oder nicht hätte
tun können, legt er nicht dar.

8.
Der Beschwerdeführer beanstandet die von der Vorinstanz aus dem von der
Arbeitsgruppe für Unfallmechanik erstatteten Gutachten vom 10. Februar 2001
gezogene Schlussfolgerung, es sei auf jeden Fall nicht erwiesen, dass die
Kollision vom 31. Juli 1990 ein heftiger Unfall gewesen sei, sondern es habe
sich eher um einen leichten Unfall gehandelt. Laut Beschwerdeführer ist diese
Annahme offensichtlich unzutreffend und willkürlich. Ausserdem rügt er eine
bloss selektive Würdigung dieses Gutachtens und greift einzelne Passagen
heraus, die nicht berücksichtigt worden seien. Die Vorinstanz habe damit "das
Beweisergebnis willkürlich gewürdigt, ja übergangen".

Weder die Rüge willkürlicher Beweiswürdigung noch diejenige einer
offensichtlich unrichtigen oder unvollständigen Sachverhaltsfeststellung ist
hinlänglich begründet (vgl. dazu Erwägung 2.3). Es wird nicht nachvollziehbar
aufgezeigt, weshalb es geradezu unhaltbar oder aktenwidrig sein soll, wenn die
Vorinstanz aus diesem Gutachten den Schluss zog, es habe sich eher um einen
leichten Unfall gehandelt. Namentlich hilft es dem Beschwerdeführer nicht, wenn
er darauf hinweist, dass der technische Experte eine Aufprallgeschwindigkeit
von lediglich 6-8 km/h mit grosser Wahrscheinlichkeit habe ausschliessen können
und für den Volvo eine Aufprallgeschwindigkeit von rund 13-21 km/h eingegrenzt
habe. Diese Aussage des technischen Experten macht den Schluss der Vorinstanz
nicht unhaltbar. Denn der technische Experte führte weiter aus, die
Aufprallgeschwindigkeit eines Fahrzeuges ermögliche ohne weitere technische
Analyse (Fahrzeugmassen etc.) keinerlei Aussagen bezüglich der
Fahrzeugbelastung geschweige denn der Insassenbelastung. In der Folge gelangte
der Experte zur Beurteilung, die Fahrzeugbelastung sei aus technischer Sicht
als gering zu bezeichnen, respektive aus technischer Sicht habe es sich um
einen eher leichten Aufprall gehandelt.

Namentlich in Berücksichtigung letzterer Aussagen des Experten ist nicht
dargetan, dass es willkürlich oder aktenwidrig wäre, aufgrund des Gutachtens
vom 10. Februar 2001 von einem eher leichten Unfall auszugehen.

9.
Weiter rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht bzw.
eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs durch unzureichende Begründung der
entscheidleitenden Aussagen, welche die Vorinstanz den medizinischen Gutachten
entnehme.

9.1 Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst die Pflicht
der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst
sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten
kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das
Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Nicht
erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188 mit Hinweisen).

9.2 Die Vorinstanz befasste sich auf den Seiten 26-40 ihres Urteils mit dem
neurologischen/neuropsychologischen Gutachten von Prof. Dr. med. B.________ vom
20. August 2001 und dessen zwei Ergänzungsgutachten vom 8. Juli 2004 und vom
31. Dezember 2008, und sodann auf den Seiten 48-76 mit dem psychiatrischen
Gutachten von Dr. med. F.________ vom 28. Februar 2001 sowie dessen
Ergänzungsgutachten vom 23. Oktober 2009. Dabei entfällt der weitaus grösste
Teil der vorinstanzlichen Darlegungen auf die blosse Wiedergabe der
Ausführungen der Gutachter. Der Beschwerdeführer hebt dies zutreffend hervor.
Indessen fehlt doch nicht jegliche Würdigung der wiedergegebenen Gutachten.
Dieselbe fiel zwar in der Tat etwas kurz aus. Die eigentliche Begründung der
Vorinstanz ist aber dennoch nicht bloss eine "Leerformel", wie der
Beschwerdeführer moniert, sondern lässt hinlänglich erkennen, weshalb die
Vorinstanz auf die genannten Gutachten abstellte und gestützt darauf zu einer
Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs gelangte. Die Begründung des
angefochtenen Entscheids kann daher unter verfassungsrechtlichen Aspekten als
genügend betrachtet werden, womit eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV
ausscheidet.

10.
In einem weiteren Rügenbündel kritisiert der Beschwerdeführer eine "unrichtige
Zugrundelegung des Rechtsbegriffs des natürlichen Kausalzusammenhangs im Sinne
einer conditio sine qua non".

10.1 Ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht dann, wenn das pflichtwidrige
Verhalten für den eingetretenen Schaden eine notwendige Bedingung (conditio
sine qua non) bildet (BGE 133 III 462 E. 4.4.2; 132 III 715 E. 2.2).
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit
andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).

Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beschlägt die tatsächlichen
Verhältnisse und beruht auf Beweiswürdigung (BGE 133 III 462 E. 4.4.2 S. 470;
132 III 715 E. 2.2; 130 III 591 E. 5.3). Für den natürlichen Kausalzusammenhang
gilt nach ständiger Rechtsprechung das Beweismass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 133 III 81 E. 4.2.2 S. 88, 462 E. 4.4.2 S. 470, je mit
Hinweisen). Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der
Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige Gründe
sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise nicht
massgeblich in Betracht fallen (BGE 133 III 81 E. 4.2.2 S. 89; 132 III 715 E.
3.1. S. 720; 130 III 321 E. 3.3 S. 325).

10.2 Die Vorinstanz verneinte den natürlichen Kausalzusammenhang. Dieser
Feststellung könnte der Beschwerdeführer nur mit einer rechtsgenüglich
begründeten Willkürrüge (dazu BGE 134 II 349 E. 3 S. 352) entgegentreten. Eine
solche präsentiert er nicht. Ebenso wenig ist dargetan, dass die Vorinstanz
ihren Erwägungen zum natürlichen Kausalzusammenhang unrichtige rechtliche
Kriterien zugrunde gelegt hätte:
10.2.1 Die unter dem Titel "keine gutachterliche Diagnose als Voraussetzung für
Aussagen zum Kausalzusammenhang" vorgetragene Kritik des Beschwerdeführers kann
anhand des angefochtenen Urteils nicht nachvollzogen werden, und es wird nicht
klar, welche Rechtsverletzung der Beschwerdeführer damit geltend machen möchte.
So kann dem angefochtenen Urteil nicht entnommen werden, die Vorinstanz habe
"medizinisch klar hervortretende Diagnosen" als "conditio sine qua non für das
Vorliegen des rechtserheblichen Kausalzusammenhangs" vorausgesetzt. Die
Vorinstanz stützte sich vielmehr auf die Aussage des Gutachters Dr. F.________
in seinem Ergänzungsgutachten, wonach die Möglichkeit des Vorliegens einer
artifiziellen Störung nicht zu verneinen sei, doch sei aus gutachterlicher
Sicht überwiegend wahrscheinlich, dass die diagnostische Annahme einer beim
Beschwerdeführer vorliegenden, durch innerseelische Konflikthaftigkeiten und
Bedürfnisse bestimmten psychogenen Störung berechtigt sei. Sie weise Elemente
der Konversionsstörung, einer somatoformen Störung und einer Entwicklung
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen auf. Der Gutachter gab damit aus
psychiatrischer Sicht eine diagnostische Erklärung für die Beschwerden des
Beschwerdeführers ab, die nicht für eine Unfallkausalität sprach. Entsprechend
verneinte der Gutachter Dr. F.________ einen Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall vom 31. Juli 1990 und den Beschwerden des Beschwerdeführers. Inwiefern
das Abstellen auf diese gutachterlichen Aussagen willkürlich sein soll, zeigt
der Beschwerdeführer nicht auf.

Es gelingt ihm auch nicht, das Gutachten F.________ als widersprüchlich
auszuweisen, indem er dem Gutachter ein unzutreffendes Kausalitätsverständnis
vorwirft, weil dieser zwischen (nicht kausalitätsbegründender) "Gelegenheit"
und "Ursache" unterscheide. Auch hier kann es wiederum nur darum gehen, dass
der Gutachter die Beschwerden des Beschwerdeführers zu erklären sucht und dabei
zum Schluss gelangt, dass sie nicht durch den Unfall vom 31. Juli 1990
verursacht wurden. "Widersprüchlichkeiten", wie sie der Beschwerdeführer
proklamiert und die seines Erachtens der Vorinstanz verwehrten, auf das
Gutachten abzustellen, sind nicht dargetan und nicht erkennbar.
10.2.2 Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, übersehen zu haben, dass
auch indirekte Folgen des Unfalls, nämlich Folgen der wegen des Unfalls
notwendigen Operation, in der relevanten Kausalkette anzusiedeln seien.
Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers ergibt sich indessen aus den
Gutachten von Prof. B.________ nicht, dass mit dem erforderlichen Grad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit die Operation wegen des Unfalls vom 31. Juli
1990 notwendig wurde, und die Operation die festgestellten Beschwerden des
Beschwerdeführers zur Folge hatte. Weder die vom Beschwerdeführer für seine
Behauptung angerufenen Antworten auf die Fragen 2 und 12 des Gutachtens vom 20.
August 2001 noch die zitierte Aussage im Ergänzungsgutachten vom 31. Dezember
2008, S. 5 Mitte, indizieren eine solche Annahme. Jedenfalls ist es nicht
willkürlich, wenn die Vorinstanz aus diesen gutachterlichen Aussagen nicht auf
eine Kausalkette schloss, wie sie der Beschwerdeführer postuliert, nachdem der
Gutachter Prof. B.________ in seinen einlässlichen gutachterlichen
Stellungnahmen die klägerischen Beschwerden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 31. Juli 1990, auch nicht im Sinne einer
Teilursächlichkeit, zurückzuführen vermochte.
10.2.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz habe die
Wahrscheinlichkeitsaussagen des neurologischen Gutachters Prof. B.________
nicht richtig interpretiert und damit ein unzutreffendes Beweismass angewendet.
Zu Unrecht. Die Vorinstanz hat im Nachgang zum Beschluss des Kassationsgerichts
Prof. B.________ über die Begriffe "möglich", "wahrscheinlich" und "überwiegend
wahrscheinlich" aufgeklärt und ihn angefragt, ob ihn diese Präzisierung der
unterschiedlichen Begriffe veranlasse, seine im Gutachten vom 20. August 2001
sowie jene im Ergänzungsgutachten vom 8. Juli 2004 gegebenen Antworten zu
ergänzen oder zu berichtigen. Daraufhin führte der Gutachter im
Ergänzungsgutachten vom 31. Dezember 2008 namentlich aus, er bleibe beim
Ausdruck "wahrscheinlich" und bringe diesen mit der Definition des Gerichts in
Einklang. Damit waren allfällige Unklarheiten hinsichtlich der
"Wahrscheinlichkeitsaussagen" des neurologischen Gutachters ausgeräumt. Von der
Anwendung eines unzutreffenden Beweismasses, wie es der Beschwerdeführer rügt,
kann mithin keine Rede sein.

10.3 Insgesamt vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen die
Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht durchzudringen, weshalb
sich die Klageabweisung als bundesrechtskonform herausstellt.

11.
Schliesslich verlangt der Beschwerdeführer, es sei festzustellen, dass seine
Klage von der Vorinstanz nicht innert angemessener Frist beurteilt worden sei
und damit eine Missachtung des Rechtsverzögerungsverbots resp. des
Beschleunigungsgebots nach Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorliege.

11.1 Der Beschwerdeführer muss ein aktuelles praktisches Interesse an der
Behandlung der Beschwerde haben. Nach der Rechtsprechung fehlt es an einem
aktuellen Rechtsschutzinteresse an einer Rechtsverzögerungsbeschwerde, wenn in
der Zwischenzeit der angeblich verzögerte Entscheid ergangen ist (BGE 130 I 312
E. 5.3; 125 V 373 E. 1; Urteil 9C_773/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 4.3). Unter
Umständen behandelt das Bundesgericht eine Beschwerde auch bei fehlendem
aktuellen Interesse trotzdem. Dies ist etwa dann der Fall, wenn der
Beschwerdeführer hinreichend substanziiert und in vertretbarer Weise eine
Verletzung der EMRK behauptet ("grief défendable"). Mit der Behandlung der
Beschwerde kann zudem Art. 13 EMRK in jedem Fall Genüge getan werden (BGE 137 I
296 E. 4; 136 I 274 E. 1.3).

Auf das Begehren des Beschwerdeführers um Feststellung einer Rechtsverzögerung
ist daher einzutreten, obwohl das Handelsgericht in der Zwischenzeit
entschieden hat. Der Beschwerdeführer behauptet in substanziierter und
vertretbarer Weise eine Verletzung des Beschleunigungsgebots nach Art. 6 Ziff.
1 EMRK. Würde das Bundesgericht diese Rüge nicht behandeln, könnte der
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) allenfalls auf eine
Verletzung von Art. 13 EMRK erkennen (vgl. BGE 137 I 296 E. 4; 136 I 274 E. 1.3
S. 277). Zudem vermag auch die blosse Feststellung einer unzulässigen
Rechtsverzögerung, wie sie der Beschwerdeführer beantragt, eine Art Genugtuung
zu verschaffen (BGE 129 V 411 E. 1.3; vgl. z.B. Urteil 6B_801/2008 vom 12. März
2009 E. 3.5). Daran kann dem Beschwerdeführer ein Interesse nicht abgesprochen
werden.

11.2 Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (sog.
Beschleunigungsgebot oder Verbot der Rechtsverzögerung). Der gleiche Anspruch
ergibt sich in zivilrechtlichen Streitigkeiten und Strafsachen aus Art. 6 Ziff.
1 EMRK. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren
Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter den
konkreten Umständen als angemessen erweist. Der Streitgegenstand und die damit
verbundene Interessenlage können raschere Entscheide erfordern oder längere
Behandlungsperioden erlauben. Die Rechtsprechung berücksichtigt folgende
Kriterien: Bedeutung des Verfahrens für den Betroffenen, Komplexität des Falles
(Art des Verfahrens, Umfang und Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und
Rechtsfragen), Verhalten der Verfahrensbeteiligten, Behandlung des Falles durch
die Behörden (BGE 135 I 265 E. 4.4; 130 I 269 E. 3.1, 312 E. 5.2; FROWEIN/
PEUKERT, EMRK, 3. Aufl. 2009, S. 238 ff.; HAEFLIGER/SCHÜRMANN, Die EMRK und die
Schweiz, 2. Aufl. 1999, S. 201 ff.; VILLIGER, Handbuch der EMRK, 2. Aufl. 1999
S. 290 ff., je mit Hinweisen auf die Strassburger Rechtsprechung).

11.3 Das vorliegende Verfahren wurde am 27. November 1996 anhängig gemacht und
am 5. Juli 2005 entschieden. Dieses Urteil wurde allerdings vom
Kassationsgericht am 11. Juni 2006 aufgehoben. Daraufhin dauerte es nochmals
rund 5 1/2 Jahre, bis das Handelsgericht am 2. November 2011 sein erneutes
Urteil fällte, mithin insgesamt knapp 15 Jahre nach Einreichung der Klage. Die
Gesamtdauer des Verfahrens ist beträchtlich.

Zieht man die massgeblichen Kriterien in Betracht, wird der aufgrund der
Gesamtlänge erweckte Eindruck, dass die angemessene Verfahrensdauer
überschritten wurde, nicht ausgeräumt:

Die Bedeutung der Sache ist für den Beschwerdeführer gross, geht es doch darum,
ob er neben anderen Schadensposten eine Entschädigung für Erwerbsunfähigkeit
erlangen kann. Er macht denn auch geltend, das Verfahren sei für ihn von
existenzieller Bedeutung. Dies würde es nahelegen, das Verfahren beförderlich
abzuschliessen.

Während die Angelegenheit in rechtlicher Hinsicht keine besonderen
Schwierigkeiten bot, war sie in tatsächlicher Hinsicht von erheblicher
Komplexität. So war ein ausgedehntes Beweisverfahren mit Einholung mehrerer
Gutachten, darunter eine technische Unfallanalyse, ein betriebswirtschaftliches
Gutachten und umfangreiche medizinische Gutachten, notwendig. Dass dies
erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, versteht sich von selbst, zumal das
Beweisverfahren namentlich vom Beschwerdeführer genutzt wurde, um diverse
Eingaben zur Person der Experten und zur Experteninstruktion etc. zu machen.
Auch wurde zuvor zur Klage und Widerklage ein ausgedehnter doppelter
Schriftenwechsel durchgeführt.

Beim Verhalten des Beschwerdeführers fällt ins Gewicht, dass dieser durch
mehrere nutzlose Vorkehren selbst zur Verzögerung beigetragen hat. Namentlich
seine Ausstandsbegehren gegen Handelsrichter Nigg und Ersatzoberrichter Raschle
sowie später gegen die am Urteil vom 5. Juli 2005 mitwirkenden Richter bzw. die
Infragestellung des Handelsgerichts als unabhängiges Gericht überhaupt, aber
auch die Ablehnungsbegehren gegen den Experten Prof. B.________, die (vom
Beschwerdeführer teilweise bis ans Bundesgericht weitergezogen) allesamt
erfolglos blieben, verzögerten das Verfahren unnötig. Diese Verzögerungen sind
vom Beschwerdeführer selber zu vertreten. Demgegenüber kann der Zeitverlust
durch den Umstand, dass der Beschwerdeführer gegen das erste Urteil vom 5. Juli
2005 Nichtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht erhob, welches das Urteil
aufhob, so dass das Verfahren von der Vorinstanz erneut aufzunehmen war, nicht
dem Beschwerdeführer angelastet werden, da er damit sein Recht, Rechtsmittel zu
ergreifen, erfolgreich ausübte.

Was das Verhalten der Vorinstanz anbelangt, so ist der Vorwurf des
Beschwerdeführers, bei der Vorinstanz bestehe nicht "die geringste
Fristenkontrolle sowie Überwachung des jeweiligen Fallbearbeiters", allzu
pauschal und nicht hinlänglich begründet. Die Kritik könnte einzig allenfalls
betreffend die Experteninstruktion als nicht ganz grundlos erscheinen. Es ist
notorisch, dass die Erstattung von Gutachten längere Zeit dauern kann. Gerade
deshalb liegt es im Interesse der zügigen Abwicklung des Verfahrens, den
Sachverständigen eine Frist zur Vorlage des Gutachtens zu setzen und die
Einhaltung dieser Frist soweit möglich sicherzustellen (vgl. FROWEIN/PEUKERT,
a.a.O., S. 242). Der Hinweis des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe den
Sachverständigen keine Fristen gesetzt, scheint zuzutreffen. Immerhin findet
sich in den Akten eine Mahnung des Handelsgerichts an Prof. B.________ mit
Fristansetzung auf Ende Januar 2009. Diese Mahnung erging allerdings erst als
Reaktion auf entsprechende Interventionen des Beschwerdeführers, der das lange
Ausbleiben des Gutachtens moniert hatte. Hier hätte die Vorinstanz eine etwas
straffere Instruktion der Experten anwenden dürfen. Der Beschwerdeführer nennt
sodann Phasen, in denen die Vorinstanz bzw. der jeweilige Instruktionsrichter
grundlos untätig geblieben sei, so namentlich die Zeit vom 18. November 2002
(Übertragung der Stellungnahmen zu den fünf erstatteten Gutachten an den
Referenten zur Bearbeitung) bis 12. November 2003 (interne Beratung). Auch in
der Folge habe es jeweils Monate gedauert, bis der Referent einen weiteren
Prozessschritt vorgenommen habe, so dass das erste Urteil erst am 5. Juli 2005
gefällt worden sei. In der Tat sind namentlich für die Phase vom 18. November
2002 bis zum 12. November 2003 kaum Gründe ersichtlich, weshalb der Fall nicht
vorangetrieben wurde.

Der Beschwerdeführer hatte am 16. Februar 2004 Rechtsverzögerungsbeschwerde
erhoben. Das Gesamtobergericht wies dieselbe mit Beschluss vom 21. Mai 2004 ab,
soweit es darauf eintrat. Immerhin erwog es, das Verfahren habe - mit damals
fast 7 Jahren - "sehr lange" gedauert. Das Bild, das sich bei einer
gesamthaften Betrachtung des Prozessverlaufs selbst dem objektiven Betrachter
biete, sei unvorteilhaft. Zwar könnten die für die eingetretene Verzögerung
relevanten Gründe im Einzelfall nicht dem Handelsgericht oder den Referenten
angelastet werden, doch erscheine es angezeigt, das Handelsgericht anzuhalten,
den grundsätzlich nicht beeinflussbaren Faktoren wie Richter- und
Sekretärenwechsel durch eine langfristige und vorausschauende Planung im Rahmen
des Möglichen vermehrt Rechnung zu tragen.

Wenn mit dem Gesamtobergericht die lange Dauer bis zum ersten Urteil allenfalls
durch das sehr umfangreiche und komplexe Beweisverfahren sowie die teilweise
unnötigen Vorkehren des Beschwerdeführers noch gerechtfertigt werden könnte, so
erscheint es doch fraglich, weshalb nochmals mehr als fünf Jahre verstrichen,
bis nach dem Aufhebungsbeschluss des Kassationsgerichts das zweite Urteil
gefällt wurde. Wohl mussten bei den Experten Prof. B.________ und Dr.
F.________ Ergänzungsgutachten eingeholt werden, wobei dies zeitlich gestaffelt
zu erfolgen hatte, weil zufolge vom Kassationsgericht festgestellter
Interdependenzen der psychiatrische Gutachter Kenntnis von der neurologischen
Begutachtung haben musste. Trotzdem bleibt namentlich offen, weshalb die
Vorinstanz vom 20. September 2010 (Eingang der Stellungnahmen zu den
Ergänzungsgutachten) bis zum 2. November 2011 Zeit brauchte, um das gegenüber
dem ersten Urteil nicht in grossen Strecken geänderte Urteil zu erlassen. Die
Vorinstanz führt nichts zur Rechtfertigung der aufgelaufenen Verfahrensdauer
an; sie verzichtete auf eine Vernehmlassung.

Der Beschwerdeführer vermochte mithin einige Perioden namhaft zu machen, in
denen die Vorinstanz unnütz Zeit verstreichen liess ("phases d'inactivité").
Vor allem kann die Gesamtdauer von knapp 15 Jahren im Lichte der Strassburger
Praxis kaum mehr als angemessen betrachtet werden. Laut Kommentatoren nimmt der
EGMR (wegen der hohen Zahl von Rechtsverzögerungsbeschwerden) eine summarische
Überprüfung der Gesamtdauer vor (VILLIGER, a.a.O., S. 298). Auch wenn es keine
festen Zeitgrenzen gibt, deren Überschreitung automatisch eine Verletzung des
Beschleunigungsgebots darstellt, so würden Verfahrensdauern von zehn und mehr
Jahren grundsätzlich als nicht angemessen bewertet (FROWEIN/PEUKERT, a.a.O., S.
239 mit Hinweisen).

In Würdigung der gegebenen Umstände wurde mit der Verfahrensdauer von knapp 15
Jahren die Schwelle des unrechtmässigen Verzögerns eines Entscheids
überschritten.

11.4 Als Rechtsfolge einer festgestellten Verfahrensverzögerung kommt, wenn das
Verfahren in der Zwischenzeit abgeschlossen ist, eine entsprechende
Feststellung im Dispositiv in Betracht. Eine solche kann für den Betroffenen
eine ausreichende Genugtuung darstellen (vgl. Erwägung 11.1). Der
Beschwerdeführer beantragt denn auch eine entsprechende Feststellung.

Diesem Antrag ist nach dem Gesagten stattzugeben.

11.5 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde in der Sache als unbegründet,
soweit darauf einzutreten ist. Hingegen ist das Begehren um Feststellung einer
Verletzung des Rechtsverzögerungsverbots berechtigt. Einzig in diesem Punkt ist
die Beschwerde gutzuheissen.

Der Beschwerdeführer wird im Umfang seines Unterliegens, der in Anbetracht des
allein betreffend Rechtsverzögerung erlangten Erfolges auf neun Zehntel
festgesetzt wird, kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art.
68 Abs. 2 BGG). Die Beschwerdegegnerin, welche die Abweisung der Beschwerde
auch bezüglich der gerügten Rechtsverzögerung beantragte, wird im Umfang von
einem Zehntel kosten- und entschädigungspflichtig.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gehen die dem
Beschwerdeführer obliegenden Kosten allerdings zulasten des Staates, und es
wird dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
lic. iur. David Husmann, aus der Gerichtskasse ein Honorar ausgerichtet, das
ermessensweise auf Fr. 27'000.-- festzusetzen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG).

Die unentgeltliche Rechtspflege entbindet im Falle des Unterliegens nicht von
der Ausrichtung einer Parteientschädigung. Diese beträgt in Anbetracht des
Streitwertes von rund Fr. 4,8 Mio. Fr. 30'000.--. Nachdem der Beschwerdeführer
zu neun Zehntel unterliegt, wird er im entsprechenden Umfang
entschädigungspflichtig (Fr. 27'000.--). Umgekehrt hat er im Umfang von einem
Zehntel Anspruch auf eine Entschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Fr.
3'000.--). Nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche resultiert eine
Parteientschädigung zugunsten der Beschwerdegegnerin von Fr. 24'000.--.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass das
Beschleunigungsgebot (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) im kantonalen
Verfahren verletzt wurde.

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 25'000.-- werden im Umfang von Fr. 2'500.-- der
Beschwerdegegnerin auferlegt und im Umfang von Fr. 22'500.-- zufolge der dem
Beschwerdeführer gewährten unentgeltlichen Rechtspflege auf die Gerichtskasse
genommen.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin mit Fr. 24'000.-- für das
bundesgerichtliche Verfahren zu entschädigen.

4.
Rechtsanwalt lic. iur. David Husmann wird aus der Gerichtskasse ein Honorar von
Fr. 27'000.-- ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Zürich
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. Juli 2012

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Kölz