Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.104/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_104/2012

Urteil vom 11. Mai 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter L. Meyer, von Werdt,
Gerichtsschreiber von Roten.

Verfahrensbeteiligte
X.________ (Ehefrau),
vertreten durch Fürsprecher Dr. Urs Oswald,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________ (Ehemann),
vertreten durch Fürsprecher Gino Keller,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ehescheidung (Güterrecht/Vorsorgeausgleich),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht,
2. Kammer, vom 30. November 2011.

Sachverhalt:

A.
X.________ (Ehefrau, Beschwerdeführerin), Jahrgang 1948, und Y.________
(Ehemann, Beschwerdegegner), Jahrgang 1944, heirateten am xxxx 1970. Sie wurden
Eltern von vier, heute volljährigen Kindern. Die Beschwerdeführerin besorgte
den Haushalt, betreute die Kinder und arbeitete zusätzlich im familieneigenen
Landwirtschaftsbetrieb mit. Sie nahm ab Oktober 1991 ihre Berufstätigkeit als
Primarlehrerin mit einem Teilpensum von zunächst 13 % wieder auf und
unterrichtet seit 1997 ein volles Pensum. Der Beschwerdegegner ist diplomierter
Ingenieur Agronom HTL/SLT und arbeitet als selbstständiger Landwirt auf dem
1974 gekauften und danach auf über 20 Hektaren erweiterten Betrieb. Als
Alleininhaber eines während der Ehe gegründeten Treuhand- und Beratungsbüros
erbringt er Dienstleistungen vorab im Bereich der Landwirtschaft. Die Ehegatten
leben seit Juli 2001 getrennt. Sie schlossen eine Vereinbarung über das
Getrenntleben, das später gleichwohl durch die Gerichte geregelt werden musste
(vgl. Urteil 5P.98/2006 vom 15. Juni 2006). Die Ehegatten unterzeichneten am
29. November 2001 einen Ehevertrag, in dem sie sich mit Wirkung ab 30. Juni
2001 dem Güterstand der Gütertrennung unterstellten und auf diesen Termin hin
die güterrechtliche Auseinandersetzung nach den Bestimmungen ihres bisherigen
Güterstandes der Errungenschaftsbeteiligung vorzunehmen vereinbarten.

B.
Am 27. September 2002 beantragte der Beschwerdegegner die Ehescheidung, mit der
sich die Beschwerdeführerin einverstanden erklärte. Das Gerichtspräsidium
P.________ schied die Ehe der Parteien (Dispositiv-Ziff. 1). Es wies das
Begehren der Beschwerdeführerin auf Leistung von nachehelichem Unterhalt ab
(Dispositiv-Ziff. 2), verpflichtete den Beschwerdegegner zur Zahlung von Fr.
170'300.-- an die Beschwerdeführerin aus Güterrecht (Dispositiv-Ziff. 3.1) und
regelte die güterrechtliche Auseinandersetzung und weitere damit
zusammenhängende Fragen (Dispositiv-Ziff. 3.2 - 5). Einer Einrichtung der
beruflichen Vorsorge war die Beschwerdeführerin, nicht hingegen der
Beschwerdegegner angeschlossen. Das Gerichtspräsidium stellte fest, dass die
während der Ehe angesparten Freizügigkeitsguthaben der Parteien hälftig zu
teilen sind, und wies die Sache zur Ermittlung der Höhe des Betrags an das
zuständige Gericht (Dispositiv-Ziff. 6 des Urteils vom 13. Dezember 2010).

C.
Gegen die Dispositiv-Ziff. 3.1 und 6 des bezirksgerichtlichen Urteils legte die
Beschwerdeführerin eine Berufung ein mit den Begehren, die güterrechtliche
Ausgleichszahlung auf Fr. 1'573'028.55 zu erhöhen und die Teilung ihres
Freizügigkeitsguthabens zu verweigern. Der Beschwerdegegner schloss auf
Abweisung der Berufung. Das Obergericht des Kantons Aargau hiess die Berufung
teilweise gut und verpflichtete den Beschwerdegegner, der Beschwerdeführerin
aus Güterrecht eine Ausgleichszahlung von Fr. 280'800.-- zu leisten. Es
auferlegte die Gerichtskosten im Berufungsverfahren zu 9/10 der
Beschwerdeführerin und zu 1/10 dem Beschwerdegegner und sprach dem
Beschwerdegegner zulasten der Beschwerdeführerin eine im gleichen Verhältnis
herabgesetzte Parteientschädigung zu (Urteil vom 30. November 2011).

D.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2012 beantragt die Beschwerdeführerin dem
Bundesgericht, die güterrechtliche Ausgleichszahlung auf Fr. 1'143'022.--
festzulegen und die Teilung ihres Freizügigkeitsguthabens zu verweigern,
eventuell die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zurückzuweisen. Für
das kantonale Berufungsverfahren sei der Beschwerdegegner, eventuell der
Kanton, als kosten- und entschädigungspflichtig zu erklären. Es sind die
kantonalen Akten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.
Das angefochtene Urteil betrifft die güterrechtliche Auseinandersetzung nach
den Vorschriften über die Errungenschaftsbeteiligung (Art. 120 i.V.m. Art. 196
ff. ZGB) und die Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge (Art. 122 f. ZGB). Es
geht um eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer vermögensrechtlichen
Angelegenheit, deren Streitwert gemäss den obergerichtlichen Feststellungen
rund 1.5 Mio. Fr. beträgt (E. 11 S. 30) und den gesetzlichen Mindestbetrag von
Fr. 30'000.-- übersteigt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Das Urteil des
Obergerichts ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75 Abs. 2 BGG), heisst die
Berufungsbegehren der Beschwerdeführerin nur teilweise gut (Art. 76 BGG) und
schliesst das kantonale Verfahren ab (Art. 90 BGG). Auf die - im weiteren
rechtzeitig erhobene (Art. 100 Abs. 1 BGG) - Beschwerde kann eingetreten
werden.

2.
In der güterrechtlichen Auseinandersetzung ist die Bewertung des Grundstücks
G.________ streitig.

2.1 Mit der Vereinbarung des Güterstandes der Gütertrennung haben die Parteien
ihren Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung aufgelöst (Art. 204 Abs. 1
ZGB). Massgebend für den Wert der bei der Auflösung des Güterstandes
vorhandenen Errungenschaft ist der Zeitpunkt der Auseinandersetzung (Art. 214
Abs. 1 ZGB). In ihrem Ehevertrag vom 29. November 2001 haben die Parteien als
Zeitpunkt für die Auflösung des Güterstandes und für die güterrechtliche
Auseinandersetzung den 30. Juni 2001 bestimmt. Die Bewertung hat danach nicht
im Urteilszeitpunkt, sondern rund zehn Jahre vorverlegt bezogen auf den 30.
Juni 2001 zu erfolgen. Diese Auslegung des Ehevertrags (E. 3.3 S. 9 ff. des
angefochtenen Urteils) hat die Beschwerdeführerin ausdrücklich nicht mehr
anzufechten erklärt (S. 12 Ziff. 1.9 der Beschwerdeschrift). Desgleichen ist
nicht streitig, dass das Grundstück G.________ zur Errungenschaft des
Beschwerdegegners gehört. Es erübrigt sich, auf diese Fragen einzugehen (vgl.
BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400; 137 III 580 E. 1.3 S. 584).

2.2 In tatsächlicher Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdegegner das
Grundstück an der betreibungsamtlichen Versteigerung vom 7. März 2000 nach
dreimaligem Aufruf zum höchsten Angebot für 1.15 Mio. Fr. zugeschlagen erhalten
hat. Der Beschwerdegegner hat den Wert des Grundstücks in der Steuererklärung
2001 mit Fr. 546'900.-- und in den Bilanzen mit Fr. 1'268'569.35 (2000) bzw.
mit Fr. 1'282'542.45 (2001) angegeben. Das Gerichtspräsidium hat auf den
Mittelwert der Bilanzen von Fr. 1'275'555.90 abgestellt und festgehalten, für
den von der Beschwerdeführerin behaupteten Wert von 3.5 Mio. Fr. bestünden
keinerlei Anhaltspunkte (E. 6.4.7 S. 36 f.). Die Beschwerdeführerin hat vor
Obergericht dagegen eingewendet, die Bewertung gestützt auf Bilanzen verletze
Art. 211 ZGB, wonach die Vermögensgegenstände zu ihrem Verkehrswert einzusetzen
sind. Sie hat ihren Antrag erneuert, den Verkehrswert der Baulandparzelle durch
ein Gerichtsgutachten bestimmen zu lassen. Das Obergericht hat eingeräumt, dass
der Beweiswert von Bilanzen zu relativieren sei. Gewichtiger als Bilanz- und
Steuerwerte sei aber der kurz vor dem massgebenden Zeitpunkt (30. Juni 2001)
anlässlich der Steigerung vom 7. März 2000 bezahlte Kaufpreis, der angesichts
der zeitlichen Nähe zwischen Kauf und Bewertungszeitpunkt zuverlässig darüber
Auskunft geben könne, welcher Preis für das fragliche Objekt in jenem Zeitpunkt
zu bezahlen gewesen sei. Vom Zeitpunkt der Steigerung bis zum massgeblichen
Bewertungszeitpunkt habe sich nichts ereignet, was auf eine massive Erhöhung
des Landwertes hindeute. Das Gerichtspräsidium habe in antizipierter
Beweiswürdigung auf die Einholung eines Gutachtens verzichten dürfen.
Dementsprechend sei auch im vorliegenden Verfahren kein Gutachten einzuholen,
dies umso mehr als die Beschwerdeführerin keinerlei Gründe vorzubringen
vermöge, die eine derart massive Wertsteigerung im Verhältnis zu dem vom
Beschwerdegegner anlässlich der Steigerung vom 7. März 2000 bezahlten Betrag
von Fr. 1'150'000.-- auf von ihr behauptete Fr. 3'500'000.-- erklärten (E.
4.1.3 S. 12 f. angefochtenen Urteils). Die Beschwerdeführerin wendet ein, der
bezahlte Steigerungserlös an der Zwangsverwertung eines Grundstücks könne nicht
mit dessen Verkehrswert im Sinne von Art. 211 ZGB gleichgesetzt werden. Die
obergerichtliche Auffassung sei falsch und ihr form- und fristgerecht
gestellter Beweisantrag auf Einholung eines Verkehrswertgutachtens deshalb zu
Unrecht abgewiesen worden. Sie erneuert ihren Beweisantrag vor Bundesgericht
(S. 8 ff. Ziff. 1.5-1.9 der Beschwerdeschrift).

2.3 Fallbezogen zeigt sich die rechtliche Ausgangslage für die Bewertung wie
folgt:
2.3.1 Unter Vorbehalt der Sonderregelung in Art. 212 f. ZGB für
landwirtschaftliche Gewerbe sind die Vermögensgegenstände bei der
güterrechtlichen Auseinandersetzung zu ihrem Verkehrswert einzusetzen (Art. 211
ZGB). Gemeint ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt
realisierbar wäre (vgl. BGE 136 III 209 E. 6.2.1 S. 215). Rechtsfragen
betreffen dabei der Begriff des Verkehrswertes sowie die Grundsätze und die
Methode der Bewertung von Vermögensgegenständen, Tatfrage ist hingegen die
danach vorzunehmende Wertermittlung und die Schätzung des wirklichen Wertes
(vgl. BGE 121 III 152 E. 3c S. 155; 132 III 489 E. 2.3 S. 491).
2.3.2 Zu den Methoden der Verkehrswertbestimmung halten die Kommentatoren fest,
dass der Schätzung im Pfändungs- und Pfandverwertungsverfahren nur
untergeordnete Bedeutung zukomme, weil es sich dabei um lediglich summarische
Bewertungen mit vorläufiger Bedeutung handle (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, Basler
Kommentar, 2010, N. 9, und HAUSHEER/REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, 1992, N.
12 Abs. 5, je zu Art. 211 ZGB). Gleichwohl darf die Bedeutung der Schätzung von
Grundstücken in der Zwangsvollstreckung nicht unterbewertet werden. Der
Betreibungsbeamte schätzt die gepfändeten Gegenstände bzw. das Pfand,
nötigenfalls mit Zuziehung von Sachverständigen (Art. 97 Abs. 1 und Art. 155
Abs. 1 SchKG). Nach den Bestimmungen der Verordnung des Bundesgerichts vom 23.
April 1920 über die Zwangsverwertung von Grundstücken (VZG, SR 281.42) soll die
Schätzung, die das Betreibungsamt anordnet (Art. 99 Abs. 1 VZG), den
mutmasslichen Verkaufswert des Grundstückes und seiner Zugehör, unabhängig von
einer allfälligen Kataster- oder Brandassekuranzschätzung, bestimmen (Art. 9
Abs. 1 VZG). Gegen Vorschuss der Kosten kann jeder Beteiligte innert zehn Tagen
bei der Aufsichtsbehörde eine Neuschätzung durch einen Sachverständigen
verlangen. Streitigkeiten über die Höhe der Schätzung werden endgültig durch
die kantonale Aufsichtsbehörde beurteilt (Art. 9 Abs. 2 i.V.m. Art. 99 Abs. 2
VZG). Das Bundesgericht kann lediglich prüfen, ob das massgebende Verfahren
eingehalten sei und ob die kantonale Aufsichtsbehörde das ihr zustehende
Ermessen überschritten oder missbraucht habe (vgl. BGE 134 III 42 E. 3 S. 43).
Die Schätzung erfolgt nach den allgemein gültigen Methoden der
Liegenschaftsbewertung (vgl. BGE 134 III 42 E. 4 S. 43 f.), die auch in der
güterrechtlichen Auseinandersetzung massgebend sind (vgl. Urteil 5A_591/2009
vom 22. Oktober 2009 E. 2.3, in: FamPra.ch 2010 S. 170 f.). In seiner
Rechtsprechung hat das Bundesgericht nicht beanstandet, dass ein Grundstück,
das zwischen der Auflösung des Güterstandes und der güterrechtlichen
Auseinandersetzung in einer Pfandverwertung öffentlich versteigert worden war,
mit seiner betreibungsamtlichen Schätzung (Fr. 350'000.--) in die
güterrechtliche Auseinandersetzung einbezogen wurde. Es ist dabei auf die Rüge
des Ehemannes, es sei der Steigerungserlös (Fr. 215'000.--) anzurechnen, nicht
eingetreten, weil der Zuschlagspreis oder der Kaufpreis im Fall einer
Veräusserung lediglich Elemente der Wertermittlung (Tatfrage) bilden und nicht
die Bewertungsmethode (Rechtsfrage) betreffen (Urteil 5C.48/1995 vom 20. Juli
1995 E. 3).
2.3.3 Als zweifelhaft erscheint den Kommentatoren, ob der an einer
Versteigerung oder der im Rahmen einer amtlichen Liquidation erzielte
Nettoerlös als Verkehrswert betrachtet werden kann, zumal der Erlös bei einer
verhältnismässig raschen Gesamtversilberung erfahrungs-gemäss eher bescheiden
bleibe (vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 13 Abs. 3 und Abs. 4 zu Art.
211 ZGB). Vorzubehalten sei eine Korrektur zufolge besonderer Umstände der
Veräusserung (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 211 ZGB). Damit
übereinstimmend hat das Bundesgericht in einem Fall, wo ein Grundstück nach der
Einleitung des Scheidungsverfahrens und vor der güterrechtlichen
Auseinandersetzung zwangsversteigert worden war, in die Berechnung der
Errungenschaft den Wert im Zeitpunkt der Zwangsversteigerung eingesetzt und
festgehalten, dass auf den Erlös aus der Zwangsversteigerung abgestellt werden
muss, wenn kein höherer Wert festgestellt ist (Urteil 5C.81/2001 vom 14. Januar
2002 E. 3b, in: Praxis 91/2002 Nr. 69 S. 395 und ZBGR 84/2003 S. 254). Als
Grundsatz kann gelten, dass während des Scheidungsverfahrens verkaufte
Liegenschaften mit ihrem Wert im Zeitpunkt der Veräusserung einzusetzen sind,
d.h. mit dem tatsächlich erzielten Nettoerlös, es sei denn, aufgrund der
konkreten Umstände des Einzelfalls erweise sich, dass ein zu niedriger Preis
bezahlt worden ist. Diesfalls muss die Differenz zwischen tatsächlichem
Verkaufserlös und höherem Verkehrswert berücksichtigt werden (vgl. BGE 135 III
241 E. 5.3 S. 246 f., betreffend einen freiwilligen Verkauf).

2.4 Dass das Obergericht in der Bestimmung des Verkehrswertes den Preis
berücksichtigt hat, den der Beschwerdegegner an der Zwangsversteigerung für das
Grundstück hat bezahlen müssen, verletzt aus den dargelegten Gründen den
Begriff des Verkehrswertes im Sinne von Art. 211 ZGB nicht. Wie der
Steigerungserlös dabei berücksichtigt worden ist, betrifft nicht die
Bewertungsmethode als Rechtsfrage, sondern die Wertermittlung und damit eine
Tatfrage. Deren Beantwortung beruht auf Beweiswürdigung, die das Bundesgericht
lediglich auf Willkür hin überprüfen kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 137 I
58 E. 4.1.2 S. 62; 137 III 226 E. 4.2 S. 234).

2.5 Zur konkreten Wertermittlung ergibt sich im Einzelnen Folgendes:
2.5.1 Die Schätzung des Grundstücks G.________ ist gerichtsnotorisch. Die
betreibungsamtliche Schätzung hat gemäss Expertise Fr. 1'072'000.-- betragen
(Amtsblatt des Kantons Aargau Nr. xxxx). Es hat sich dabei um die Neuschätzung
durch einen Experten nach einer ersten betreibungsamtlichen Schätzung auf Fr.
1'022'000.-- gehandelt. Die Neuschätzung ist bis vor Bundesgericht angefochten
worden. Die damalige Schuldbetreibungs- und Konkurskammer hat die Schätzung
nicht beanstandet und insbesondere keinen Verfahrensfehler darin erblickt, dass
die künftige Erschliessung des Grundstücks in der Schätzung nicht
berücksichtigt worden ist. Den von den Beschwerdeführern, zu denen der heutige
Beschwerdegegner gehört hat, behaupteten Verkehrswert von Fr. 2'144'822.-- hat
die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als "nicht nachvollziehbar und nicht
nachprüfbar" und als "offensichtlich von Zweckoptimismus diktiert" bezeichnet
(E. 3b S. 4 f. des Urteils 7B.258/1999 vom 10. Dezember 1999). Auf das
anschliessende Revisionsgesuch ist die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des
Bundesgerichts nicht eingetreten (Urteil 7B.290/1999 vom 26. Januar 2000). Der
mutmassliche Verkaufswert hat gemäss der Schätzung des Sachverständigen im
Zwangsvollstreckungsverfahren somit Fr. 1'072'000.-- betragen. Seine Schätzung
darf als zuverlässige Bestimmung des Verkehrswertes betrachtet werden (E. 2.3.2
hiervor).
2.5.2 An der Versteigerung des Grundstücks G.________ vom 7. März 2000 hat der
Beschwerdegegner für Fr. 1'150'000.-- den Zuschlag erhalten. Er hat damit mehr
bezahlt als den durch Sachverständigengutachten bestimmten Schätzungspreis. Die
kantonalen Gerichte haben - entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin -
allerdings nicht auf den Zuschlagspreis von Fr. 1'150'000.-- abgestellt,
sondern zugunsten der Beschwerdeführerin den höheren, vom Beschwerdegegner
angegebenen Betrag von Fr. 1'275'555.90 als Verkehrswert in der
güterrechtlichen Auseinandersetzung eingesetzt. Mit Blick auf diesen Betrag von
Fr. 1'275'555.90 fällt zudem auf und kann aufgrund der Akten ergänzt werden
(Art. 105 Abs. 2 BGG), dass sich der sog. Belehnungswert nach damaliger und
heutiger Bankpraxis auf rund 1 Mio. Fr. (80 %) beliefe und dass die
Kantonalbank zugunsten des Beschwerdegegners eine Bankgarantie über 1 Mio. Fr.
geleistet hat (Schreiben vom 6. April 2000, Register 8 der Beilagen zur Eingabe
des Beschwerdegegners vom 10. Dezember 2010 an das Gerichtspräsidium).
Anscheinend hat die von der Bank intern veranlasste und in der Regel
aussagekräftige Verkehrswertschätzung ebenfalls einen Betrag von rund 1.25 Mio.
Franken ergeben (vgl. EMCH/RENZ/ARPAGAUS, Das schweizerische Bankgeschäft, 6.
Aufl. 2004, S. 286 N. 880-882, und 7. Aufl. 2011, S. 350 f. N. 1023-1026).
2.5.3 Dass zwischen der Versteigerung vom 7. März 2000 und dem 30. Juni 2001
als massgebendem Zeitpunkt für die güterrechtliche Auseinandersetzung
wertverändernde Ereignisse eingetreten seien, haben die kantonalen Gerichte
nicht feststellen können und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht
behauptet. Als aktenkundig kann vielmehr ergänzt werden (Art. 105 Abs. 2 BGG),
dass das Grundstück bis 2003 unverändert blieb, d.h. weder verkehrsmässig noch
versorgungstechnisch erschlossen und somit nicht baureif war, und dass erst der
regierungsrätlich genehmigte Gestaltungsplan vom 3. Juli 2002 die Grundlage für
das am 2. September 2003 behördlich bewilligte Erschliessungsvorhaben bildete
(vgl. Auszug aus dem Protokoll des Gemeinrates R.________, Sitzung vom 2.
September 2003, Register 8 der Beilagen zur Eingabe des Beschwerdegegners vom
10. Dezember 2010 an das Gerichtspräsidium).

2.6 Insgesamt kann die Ermittlung eines Verkehrswertes von Fr. 1'275'555.90
unter Willkürgesichtspunkten nicht beanstandet werden (Art. 9 BV; vgl. zum
Begriff: BGE 136 III 552 E. 4.2 S. 560). Dass das Obergericht aufgrund der
abgenommenen und im Ergebnis willkürfrei gewürdigten Beweise die Einholung
eines Verkehrswertgutachtens abgelehnt hat, verletzt weder Art. 211 ZGB noch
den bundesrechtlichen Beweisanspruch der Beschwerdeführerin (Art. 8 ZGB; vgl.
BGE 114 II 289 E. 2a S. 290 f.; 134 I 140 E. 5.3 S. 148). Die Beschwerde
erweist sich als unbegründet. In Anbetracht dessen kann dem vor Bundesgericht
erneut gestellten Beweisantrag, ein Verkehrs-wertgutachten anzuordnen, nicht
entsprochen werden (vgl. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege,
BBl 2001 4202, S. 4344).

3.
Streitig ist die Regelung der Ansprüche aus beruflicher Vorsorge.

3.1 In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin einer
Einrichtung der beruflichen Vorsorge im Sinne von Art. 122 ZGB angehört,
während der Beschwerdegegner als Selbstständigerwerbender über keine Ansprüche
aus der 2. Säule verfügt (E. 10.3.2 S. 28 f. des angefochtenen Urteils). Laut
Angaben der Beschwerdeführerin beträgt ihre Austrittsleistung Fr. 431'288.10
per 13. Februar 2011 (S. 13 Ziff. 2.2 der Beschwerdeschrift).

3.2 Die Art. 122 ff. ZGB regeln die Scheidungsfolgen betreffend "Berufliche
Vorsorge" (Marginalie). Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer
Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein
Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der
nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 (FZG; SR 831.42) für die
Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten (Art. 122 Abs.
1 ZGB). Die Teilung der Austrittsleistung setzt somit nicht voraus, dass beide
Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angehören. Gehört nur ein
Ehegatte einer Vorsorgeeinrichtung an, der andere Ehegatte hingegen nicht, so
gibt es nur die Austrittsleistung eines Ehegatten, die hälftig zu teilen ist.
Aufgrund der gesetzlichen Regelung kann von einer Teilung einseitig und nur
zulasten der Beschwerdeführerin (S. 13 Ziff. 2.2 der Beschwerdeschrift) nicht
gesprochen werden. Die Teilung trifft manchmal beide Ehegatten (z.B. BGE 129 V
251 E. 2.3 S. 254 f.) oder nur den Ehemann (z.B. BGE 136 III 449 E. 3.4 S. 451)
oder auch ausschliesslich die Ehefrau (z.B. Urteil 5A_701/2009 vom 3. März 2010
E. 3.2, in: Revue jurassienne de jurisprudence, RJJ 20/2010 S. 150 f.).

3.3 Gemäss Art. 123 Abs. 1 ZGB kann ein Ehegatte in der Vereinbarung auf seinen
Anspruch auf die Austrittsleistung des anderen Ehegatten ganz oder teilweise
verzichten, wenn eine entsprechende Alters- und Invalidenvorsorge auf andere
Weise gewährleistet ist. Das Vorliegen eines Verzichts hat das Obergericht
verneint. Es ist davon ausgegangen, der Beschwerdegegner habe in einem
Zeitpunkt, in dem er noch nicht anwaltlich vertreten gewesen sei, zwar
Erklärungen abgegeben, die als Verzicht gedeutet werden könnten, sei dann aber
darauf zurückgekommen und habe förmlich Antrag auf hälftige Teilung der
Austrittsleistung gestellt (E. 10.3.1 S. 28 des angefochtenen Urteils). Die
Beschwerdeführerin will heute offenbar nicht mehr geltend machen, der
Beschwerdegegner habe im Sinne von Art. 123 Abs. 1 ZGB auf seinen Anspruch
verzichtet. Sie verlangt hingegen, die Erklärungen des Beschwerdegegners, die
er als renommierter Treuhänder abgegeben habe, dürften in der Gesamtbeurteilung
nicht einfach unberücksichtigt gelassen werden. Sie seien ein unmittelbarer
erster Hinweis dafür, dass selbst der Beschwerdegegner eine Teilung der der
Beschwerdeführerin zustehenden Austrittsleistung als unangemessen und ungerecht
betrachtet habe (S. 13 f. Ziff. 2.3 der Beschwerdeschrift). Die Darstellung
beschönigt den wirklichen Inhalt der Prozesserklärungen des Beschwerdegegners.
Danach hat der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin ihr
Pensionskassenguthaben lediglich unter Anrechnung in der güterrechtlichen
Auseinandersetzung überlassen wollen. Die Feststellung des Obergerichts über
das Parteivorbringen im kantonalen Verfahren ist für das Bundesgericht
verbindlich (vgl. BGE 125 III 305 E. 2e S. 311), zumal die Beschwerdeführerin
dagegen keine begründeten Sachverhaltsrügen erhebt (Art. 97 Abs. 1 BGG). Zu
einer Berücksichtigung einer Erklärung dieses Inhalts hat deshalb auch in der
Gesamtbeurteilung kein Anlass bestanden.

3.4 Das Gericht kann die Teilung der Austrittsleistung gemäss Art. 123 Abs. 2
ZGB ganz oder teilweise verweigern, wenn sie aufgrund der güterrechtlichen
Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Scheidung
offensichtlich unbillig wäre. Das Obergericht hat eine offensichtliche
Unbilligkeit verneint, und die Austrittsleistung der Beschwerdeführerin hälftig
geteilt. Die Beschwerdeführerin rügt die Beurteilung als bundesrechtswidrig.
3.4.1 Der Anspruch des einen Ehegatten auf die Hälfte der Austrittsleistung des
andern Ehegatten (Art. 122 ZGB) besteht voraussetzungslos (vgl. BGE 136 III 449
E. 4.3 S. 452 f. und 455 E. 4.1 S. 458). Der gesetzliche Verweigerungsgrund von
Art. 123 Abs. 2 ZGB erfordert, dass - erstens - die Teilung offensichtlich
unbillig ist und - zweitens - die offensichtliche Unbilligkeit ihren Grund in
der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder den wirtschaftlichen Verhältnissen
nach der Scheidung hat. Die Bestimmung ist restriktiv anzuwenden, um das
Prinzip der hälftigen Teilung der Vorsorgeguthaben nicht auszuhöhlen. Bei der
Beurteilung der offensichtlichen Unbilligkeit ist das Sachgericht auf sein
Ermessen verwiesen. Das Bundesgericht übt deshalb bei der Überprüfung solcher
Entscheide eine gewisse Zurückhaltung (vgl. BGE 136 III 449 E. 4.4.1 S. 453).
Der Begriff "offensichtlich unbillig" meint absolut stossend, äusserst
ungerecht und völlig unhaltbar. Die Tatsache, dass der anspruchsberechtigte
Ehegatte über beträchtliches Vermögen verfügt und deshalb für die Zukunft
finanziell abgesichert ist, rechtfertigt den Ausschluss der Teilung für sich
allein nicht (vgl. BGE 136 III 455 E. 4.2 S. 458 f.). Offensichtlich unbillig
könnte die hälftige Teilung etwa sein, wenn die Ehefrau als Verkäuferin und der
Ehemann als selbständig erwerbender Anwalt oder Arzt (ohne zweite, aber mit
guter dritter Säule) tätig ist, wenn die Ehefrau bereits arbeitstätig ist und
dem Ehemann ein Studium finanziert, das ihm später ein hohes Einkommen und den
Aufbau einer besseren Vorsorge ermöglichen wird, oder wenn der eine Teil
bereits rentenberechtigt ist und der andere, kurz vor dem Rentenalter stehende
Teil voraussichtlich eine kleinere Rente erhalten wird (vgl. BGE 136 III 449 E.
4.4.2 S. 453 f.).
3.4.2 Das Obergericht ist von den zutreffenden Grundsätzen ausgegangen. Es hat
festgehalten, das angeblich hohe Nettovermögen des Beschwerdegegners
rechtfertige eine ganze oder teilweise Verweigerung der hälftigen Teilung der
Austrittsleistung nicht. Im Rahmen des Güterrechts sei die Beschwerdeführerin
an der Altersvorsorge des Beschwerdegegners zur Hälfte beteiligt, da die
Lebensversicherungen mit Rückkaufswerten von Fr. 1'109'700.-- zur
Errungenschaft des Beschwerdegegners gehörten. Auch sei zu berücksichtigen,
dass die Beschwerdeführerin nach der Scheidung erwerbstätig bleiben werde und
ihr Vorsorgeguthaben weiter werde äufnen können (E. 10.3.3 S. 29 f. des
angefochtenen Urteils).
3.4.3 Was die Beschwerdeführerin einwendet, vermag keine unrichtige Beurteilung
der offensichtlichen Unbilligkeit zu belegen (S. 14 ff. Ziff. 2.4-2.7 der
Beschwerdeschrift). Ihre Zahlenangaben treffen nur bedingt zu. Zwar hat der
Landwirtschaftsbetrieb des Beschwerdegegners einen Verkehrswert von beinahe 2
Mio. Fr., doch handelt es sich dabei um ein landwirtschaftliches Gewerbe, das
im Rechtsverkehr zum Ertragswert einzusetzen ist (Art. 212 Abs. 1 ZGB) und
zugunsten der Beschwerdeführerin aufgrund der Investitionen während der Ehe zum
doppelten Ertragswert (Art. 213 ZGB) angerechnet wurde (E. 6.1 S. 19 ff. des
angefochtenen Urteils). Gemäss der Schlussabrechnung betragen die hälftig zu
teilenden Vorschläge (Art. 215 ZGB) Fr. 776'200.-- für den Beschwerdegegner und
Fr. 214'600.-- für die Beschwerdeführerin (E. 9 S. 25 des angefochtenen
Urteils). Von einem exorbitanten Vermögensgefälle zwischen den Parteien kann
insoweit nicht ausgegangen werden. Mit Bezug auf die Altersvorsorge ist die
Feststellung richtig, dass in der Errungenschaft des Beschwerdegegners die
Rückkaufswerte von Lebensversicherungen mit mehr als 1 Mio. Fr. enthalten sind.
Von der Errungenschaft und damit von der Altersvorsorge des Beschwerdegegners
hat die Beschwerdeführerin somit die Hälfte erhalten. Da den genannten
Rückkaufswerten und weiteren Aktiven der Errungenschaft von rund 1.2 Mio. Fr.
aber Schulden des Beschwerdegegners von über 1.7 Mio. Fr. gegenüberstehen (vgl.
E. 6.6 S. 47 f. des erstinstanzlichen Urteils), erscheint die Behauptung der
Beschwerdeführerin, die Vorsorgeverhältnisse auf Seiten des Beschwerdegegners
seien bedeutend besser als die eigenen, als schwer nachvollziehbar.

3.5 Insgesamt kann weder aufgrund der güterrechtlichen Auseinandersetzung noch
mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Scheidung davon
ausgegangen werden, die hälftige Teilung der Austrittsleistung der
Beschwerdeführerin sei offensichtlich unbillig. Die Beschwerde erweist sich als
unbegründet.

4.
Angefochten ist schliesslich die Verlegung der Gerichtskosten und der
Parteientschädigungen für das kantonale Berufungsverfahren.

4.1 Das Gerichtspräsidium hat sein Urteil am 13. Dezember 2010 gefällt und am
12. Januar 2011 der Beschwerdeführerin und am 13. Januar 2011 dem
Beschwerdegegner eröffnet (E. 1 S. 7 des angefochtenen Urteils). Anwendbar ist
im obergerichtlichen Verfahren damit die am 1. Januar 2011 in Kraft getretene
Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) gewesen (Art. 405 Abs. 1 ZPO;
vgl. BGE 138 III 41 E. 1.2.2 S. 43). In den Art. 104 ff. ZPO ist die
"Verteilung und Liquidation der Prozesskosten" (2. Kapitel) geregelt. Die
Bestimmungen gelten für die erste Instanz wie auch für die Rechtsmittelinstanz
(vgl. BGE 137 III 470 E. 6.5.3 S. 473 f.).

4.2 Das Obergericht hat die Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten und
der Parteientschädigung (Art. 105 ZPO), nach dem Ausgang des Verfahrens
verlegt, da die Berufung teilweise gutzuheissen war und somit keine Partei
vollständig obsiegt hatte (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Es ist davon ausgegangen, eine
Kostenauflage von 9/10 zulasten der Beschwerdeführerin und von 1/10 zulasten
des Beschwerdegegners und eine im gleichen Verhältnis herabgesetzte
Parteientschädigung der Beschwerdeführerin an den Beschwerdegegner sei mit
Rücksicht auf den Ausgang des Berufungsverfahrens gerechtfertigt (E. 11 S. 30
des angefochtenen Urteils).

4.3 Die Beschwerdeführerin beantragt, die Gerichtskosten des obergerichtlichen
Verfahrens dem Beschwerdegegner, eventuell dem Kanton aufzuerlegen, und den
Beschwerdegegner, eventuell den Kanton zu einer vollen Parteientschädigung zu
verpflichten. Zur Begründung des Antrags hält sie dafür, es seien die
Grundsätze gemäss Art. 107 ZPO zu beachten. Sie macht geltend, die Bezifferung
der Begehren sei mit Blick auf das Baugrundstück G.________ ausserordentlich
schwierig gewesen. Dies sei vom Beschwerdegegner zu vertreten, habe er doch
keinerlei Vergleichszahlen bezüglich anderer Grundstücke in ähnlicher Lage in
R.________ vorgelegt. Andererseits müsse die Weigerung, ein einfaches Gutachten
über ein Baugrundstück einzuholen, als gerichtliche Unterlassung gerügt werden
(S. 18 Ziff. 4 der Beschwerdeschrift).

4.4 Der angerufene Art. 107 ZPO gestattet dem Gericht, von den
Verteilungsgrundsätzen abzuweichen und die Prozesskosten nach Ermessen zu
verteilen. Die Bestimmung zählt verschiedene Fälle auf, in denen das Gericht
eine "Verteilung nach Ermessen" vornehmen kann.
4.4.1 Die geltend gemachten Schwierigkeiten der Bezifferung der Begehren sind
gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO zu berücksichtigen, wenn die Klage zwar
grundsätzlich, aber nicht in der Höhe der Forderung gutgeheissen wurde und
diese Höhe vom gerichtlichen Ermessen abhängig oder die Bezifferung des
Anspruchs schwierig war. Der Tatbestand ist hier nicht erfüllt, zumal die
Berufung nicht grundsätzlich, sondern nur in Nebenpunkten gutgeheissen wurde.
Hauptstreitpunkte im Berufungsverfahren waren, ob die Vermögensgegenstände auf
den im Ehevertrag festgelegten Termin (30. Juni 2001) oder auf den Tag der
Urteilsfällung zu bewerten seien (E. 3.1.2 S. 8 f.) und wie der Verkehrswert
des Baugrundstücks G.________ zu bestimmen sei (E. 4.1.1 S. 11 des
angefochtenen Urteils). In beiden Fragen ist die Beschwerdeführerin mit ihrer
Berufung unterlegen. Sie hat obsiegt, was die Bewertung des Treuhand- und
Beratungsbüros (E. 4.3.1.2 S. 14 und E. 4.3.3 S. 16 f.) und ihre
Eigengutsforderung gegen die Errungenschaft angeht (E. 5.1.2 S. 17 f. und E.
5.3 S. 18 f. des angefochtenen Urteils). Fehlt es an einem Obsiegen im
Grundsatz, kommt Art. 107 Abs. 1 lit. a ZPO nicht zum Tragen (vgl. für
Anwendungsfälle: Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) vom
28. Juni 2006, BBl 2006 7221 S. 7297 zu Art. 105 E-ZPO).
4.4.2 Im Eventualstandpunkt verlangt die Beschwerdeführerin, es sei der Kanton
für kosten- und entschädigungspflichtig zu erklären. Gemäss Art. 107 Abs. 2 ZPO
kann das Gericht die Gerichtskosten, die weder eine Partei noch Dritte
veranlasst haben, aus Billigkeitsgründen dem Kanton auferlegen. Ob diese
Billigkeitshaftung des Kantons auch die Parteientschädigung umfasst, kann
dahingestellt bleiben, zumal die Voraussetzungen des Tatbestands nicht erfüllt
sind. Die Gerichtskosten im Berufungsverfahren haben die Parteien, namentlich
die Beschwerdeführerin selber veranlasst. Im Güterrechtsprozess gilt die
Verhandlungsmaxime (vgl. Art. 277 Abs. 1 ZPO). Das Gericht ist deshalb nicht
verpflichtet gewesen, von Amtes wegen ein Gutachten zur Bestimmung des
Verkehrswertes eines Grundstücks einzuholen. Der daherige Vorwurf der
Beschwerdeführerin erweist sich als unberechtigt. Eine regelrechte
"Justizpanne", die eine Kostenauflage an den Kanton allenfalls rechtfertigen
könnte (vgl. Urteil 5A_61/2012 vom 23. März 2012 E. 4), ist weder ersichtlich
noch dargetan.
4.4.3 Andere Ausnahmetatbestände, die ein Abweichen vom Erfolgsprinzip (Art.
106 ZPO; vgl. BGE 119 Ia 1 E. 6b S. 2 f.) und eine Verteilung der Prozesskosten
nach Ermessen gestatteten (Art. 107 ZPO), nennt die Beschwerdeführerin nicht
und sind deshalb auch nicht zu prüfen (Art. 42 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 134 III 102
E. 1.1 S. 104 f.).

4.5 Aus den dargelegten Gründen kann die obergerichtliche
Prozesskostenverlegung nicht beanstandet werden.

5.
Insgesamt muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit darauf einzutreten ist.
Die Beschwerdeführerin wird damit kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG),
hingegen nicht entschädigungspflichtig, da keine Vernehmlassungen eingeholt
wurden (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Mai 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: von Roten