Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.115/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_115/2012

Urteil vom 20. April 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Herrmann,
Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte
X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Franz Szolansky,
Beschwerdeführerin,

gegen

Z.________ GmbH in Liquidation,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Konkurseröffnung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, vom 3. Januar 2012.

Sachverhalt:

A.
Am 25. Oktober 2011 verlangte die Z.________ GmbH in Liquidation als
Gläubigerin die Eröffnung des Konkurses über die X.________ AG für eine
Forderung von Fr. 12'032.-- nebst Zins und für Fr. 41.40 sowie
Betreibungskosten. Das Konkursgericht Zürich eröffnete den Konkurs am 24.
November 2011.

B.
Gegen dieses Urteil erhob die X.________ AG am 5. Dezember 2011 Beschwerde an
das Obergericht des Kantons Zürich. Der Beschwerde wurde antragsgemäss
aufschiebende Wirkung erteilt. Mit Urteil vom 3. Januar 2012 wies das
Obergericht die Beschwerde ab und eröffnete den Konkurs über die X.________ AG
mit Wirkung ab diesem Tag, 17.35 Uhr.

C.
Am 2. Februar 2012 hat die X.________ AG (Beschwerdeführerin) gegen dieses
Urteil Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Sie beantragt die Aufhebung der
Konkurseröffnung und eventualiter die Rückweisung an das Obergericht zu neuer
Entscheidung. Zudem ersucht sie um aufschiebende Wirkung.

Die Z.________ GmbH in Liquidation (Beschwerdegegnerin) hat sich hinsichtlich
des Gesuches um aufschiebende Wirkung nicht vernehmen lassen und das
Obergericht hat auf Vernehmlassung verzichtet. Mit Präsidialverfügung vom 22.
Februar 2012 ist der Beschwerde in dem Sinne aufschiebende Wirkung zuerkannt
worden, als Vollstreckungsmassnahmen zu unterbleiben haben, allenfalls bereits
getroffene Sicherungsmassnahmen jedoch aufrechterhalten bleiben.

Das Bundesgericht hat die Akten beigezogen, in der Sache aber keine
Vernehmlassungen eingeholt.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist binnen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) ein kantonal
letztinstanzlicher Endentscheid des als Rechtsmittelinstanz urteilenden
Obergerichts (Art. 75 und Art. 90 BGG) in einer Konkurssache (Art. 72 Abs. 2
lit. a BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen steht ohne Rücksicht auf den
Streitwert zur Verfügung (Art. 74 Abs. 2 lit. d BGG).

1.2 Mit der Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen gemäss Art. 95
f. BGG gerügt werden. In der Beschwerdebegründung ist in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dies setzt voraus,
dass sich der Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids auseinandersetzt (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 134 II
244 E. 2.1 S. 245 f.; 134 V 53 E. 3.3 S. 60).

Der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt ist für das Bundesgericht
grundsätzlich verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG). Seine Feststellung kann nur
gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig - d.h. willkürlich (BGE 135
III 127 E. 1.5 S. 130 mit Hinweis) - ist oder auf einer Rechtsverletzung im
Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels für den
Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Inwiefern diese
Voraussetzungen erfüllt sein sollen, muss in der Beschwerde substantiiert
begründet werden (BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234; 137 II 353 E. 5.1 S. 356).
Dabei ist zu beachten, dass bei der Rüge der offensichtlich unrichtigen
Sachverhaltsfeststellung das strenge Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG) gilt und
demnach anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids klar und detailliert
darzulegen ist, inwiefern die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung
willkürlich sein soll. Demzufolge genügt es nicht, einen von den tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten (BGE 133 II
249 E. 1.4.2 und 1.4.3 S. 254 f.). Auf solche rein appellatorische Kritik am
Sachverhalt tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356 mit
Hinweis).

2.
Nach Art. 174 Abs. 1 SchKG kann der Entscheid des Konkursgerichts innert zehn
Tagen mit Beschwerde gemäss ZPO angefochten werden. Die Parteien können dabei
(im Gegensatz zu Art. 99 BGG [unten E. 4.2.2]) neue Tatsachen geltend machen,
wenn diese vor dem erstinstanzlichen Entscheid eingetreten sind. Gemäss Abs. 2
kann die Rechtsmittelinstanz die Konkurseröffnung aufheben, wenn der Schuldner
seine Zahlungsfähigkeit glaubhaft macht und durch Urkunden beweist, dass sich
inzwischen einer der Aufhebungsgründe gemäss Ziff. 1-3 dieser Norm verwirklicht
hat.

2.1 Die Vorinstanz hat den Verzicht der Gläubigerin (Beschwerdegegnerin) auf
Durchführung des Konkurses gemäss Art. 174 Abs. 2 Ziff. 3 SchKG als
nachgewiesen erachtet. Dem Verzicht lag eine Vereinbarung vom 29. November 2011
/ 1. Dezember 2011 zwischen der Y.________ AG und der Beschwerdegegnerin
zugrunde. Darin verpflichtete sich die Y.________ AG, die Forderung der
Beschwerdegegnerin gegen die Beschwerdeführerin zu begleichen, und die
Beschwerdegegnerin verzichtete bei Einhaltung gewisser Bedingungen (Überweisung
von Fr. 10'000.-- bis 29. November 2011 und Abschluss einer
Garantievereinbarung) auf die Durchführung des Konkurses.

2.2 Hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit hat sich das Obergericht zunächst zu
Bilanz und Erfolgsrechnung der Beschwerdeführerin geäussert: Das bilanzierte
Umlaufvermögen von Fr. 851'218.81 übersteige das kurzfristige Fremdkapital von
Fr. 839'869.77 und das Aktienkapital von Fr. 50'000.-- sei zu mehr als der
Hälfte gedeckt. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, in der Bilanzposition
"Beteiligungen" seien stille Reserven enthalten, sei nicht glaubhaft gemacht
worden. Die Beschwerdeführerin sei zu 100 % an der Y.________ AG beteiligt,
gegenüber der sie gemäss Bilanz über eine Forderung von Fr. 438'798.34 verfüge.
Die Y.________ AG sei gemäss der genannten Vereinbarung vom 29. November / 1.
Dezember 2011 offenbar nicht in der Lage gewesen, die Forderung der
Beschwerdegegnerin gegen die Beschwerdeführerin ohne Ratenzahlung zu
begleichen. Die behauptete stille Reserve erscheine deshalb bezüglich dieser
Gesellschaft mehr als fraglich und es dränge sich die Frage auf, ob die
Forderung von Fr. 438'798.34 erfüllt werden könne. Der Liquiditätsgrad 2 (Quick
Ratio) der Beschwerdeführerin betrage 101.35 % ([liquide Mittel + kurzfristige
Forderungen] x 100 : kurzfristiges Fremdkapital). Diese Kennzahl drücke die
Zahlungsbereitschaft aus und sollte 100 % ergeben. Insofern spreche nichts
gegen die Liquidität der Beschwerdeführerin. Der Anlagedeckungsgrad 2, der über
100 % liegen sollte und die Kennzahl zur Finanzierung des Anlagevermögens
darstelle, betrage jedoch nur 94.11 % ([Eigenkapital + langfristiges
Fremdkapital] x 100 : Anlagevermögen). Dies bedeute, dass ein Teil des
Anlagevermögens mit kurzfristigem Fremdkapital finanziert werde, was negativ zu
werten sei. Aufgrund der Bilanz erscheine die Beschwerdeführerin jedoch nicht
als illiquid.
Nichts zu Gunsten ihrer Zahlungsfähigkeit vermöge die Beschwerdeführerin aus
einer Bestätigung der Revisionsstelle W.________ AG abzuleiten. Die
Zahlungsfähigkeit sei von ihr nicht geprüft worden.

Das Obergericht hat schliesslich den eingereichten Betreibungsregisterauszug
berücksichtigt. Dieser umfasse die Periode vom 1. Januar 2009 bis Ende November
2011 und weise dreizehn Betreibungen für einen Gesamtbetrag von Fr. 428'462.--
aus. Fünf Betreibungsforderungen im Umfang von Fr. 12'143.15 seien bezahlt. Die
der Konkurseröffnung zugrunde liegende Forderung sei durch die Y.________ AG im
Umfang von Fr. 10'000.-- beglichen. Bezüglich der Betreibungsforderung des
Steueramtes der Stadt A.________ über Fr. 52'567.25 seien eine
Abzahlungsvereinbarung und eine Schuldentilgung im Betrag von Fr. 36'528.80
glaubhaft. Die Forderungen der V.________ GmbH Deutschland von Fr. 50'434.90
und der U.________ AG in Liquidation von Fr. 8'306.25 und Fr. 282'913.60 habe
die Beschwerdeführerin bestritten. Selbst wenn die bestrittenen Forderungen
ausser Acht gelassen würden, blieben berechtigte und unbeglichene Forderungen
von rund Fr. 30'000.--, was nicht für eine positive Zahlungsbereitschaft und
-fähigkeit spreche. Zudem gelinge es der Beschwerdeführerin nicht, den Bestand
der Forderungen der U.________ AG in Liquidation in Zweifel zu ziehen. Vielmehr
habe sich die Beschwerdeführerin in einer Vereinbarung vom 13. Januar 2009 zur
Zahlung von Fr. 263'175.45 zuzüglich Zins verpflichtet. In diesem Vertrag sei
von Gegenforderungen nicht die Rede. Die Darstellung der Beschwerdeführerin,
wonach kurz nach Vertragsschluss eine mündliche Saldovereinbarung getroffen und
eventuell die Forderung durch Verrechnung getilgt worden sei, habe sie in
keiner Weise glaubhaft gemacht. Demgemäss sei von offenen Forderungen von rund
Fr. 300'000.-- auszugehen. Selbst wenn die Beschwerdeführerin ihren Gewinn von
Fr. 21'823.33 verdoppeln könnte, würde dies nicht ausreichen, um ihre Schulden
in absehbarer Zeit zu tilgen. Die Zahlungsfähigkeit erscheine somit nicht als
glaubhaft.

3.
Vor Bundesgericht ist einzig die Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit
umstritten.

Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache dann, wenn für deren Vorhandensein gewisse
Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet,
dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (BGE 132 III 715 E. 3.1 S. 720
mit Hinweis). Im Hinblick auf die Aufhebung der Konkurseröffnung heisst dies,
dass die Zahlungsfähigkeit des Konkursiten wahrscheinlicher sein muss als seine
Zahlungsunfähigkeit. In diesem Bereich dürfen keine zu strengen Anforderungen
gestellt werden, insbesondere wenn die wirtschaftliche Lebensfähigkeit des
schuldnerischen Unternehmens nicht von vornherein ausgeschlossen werden kann.
Es liegt am Schuldner, Beweismittel vorzulegen, die geeignet sind, seine
Zahlungsfähigkeit als glaubhaft erscheinen zu lassen (Urteil 5A_328/2011 vom
11. August 2011 E. 2 mit Hinweisen, in: SJ 2012 I 25; Botschaft vom 8. Mai 1991
über die Änderung des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG],
BBl 1991 III S. 112). Der Schuldner muss namentlich nachweisen, dass gegen ihn
kein Konkursbegehren in einer ordentlichen Konkurs- oder in einer
Wechselbetreibung hängig ist und dass keine weiteren vollstreckbaren
Betreibungen vorliegen (Urteile 5A_640/2011 vom 4. Januar 2012 E. 3.1; 5A_529/
2008 vom 25. September 2008 E. 3.1; 5P.456/2005 vom 17. Februar 2006 E. 5.1;
5P.80/2005 vom 15. April 2005 E. 3.2). Zahlungsfähigkeit bedeutet, dass
ausreichend liquide Mittel zur Begleichung der fälligen Schulden vorhanden
sind. Grundsätzlich als zahlungsunfähig erweist sich ein Schuldner, der
beispielsweise Konkursandrohungen anhäufen lässt, systematisch Rechtsvorschlag
erhebt und selbst kleinere Beträge nicht bezahlt. Bloss vorübergehende
Zahlungsschwierigkeiten lassen den Schuldner noch nicht als zahlungsunfähig
erscheinen, ausser wenn keine wesentlichen Anhaltspunkte für eine Verbesserung
seiner finanziellen Situation zu erkennen sind und er auf unabsehbare Zeit als
illiquid erscheint. Die Beurteilung der Zahlungsfähigkeit beruht auf einem
aufgrund der Zahlungsgewohnheiten eines Konkursiten gewonnenen Gesamteindruck
(Urteile 5A_328/2011 vom 11. August 2011 E. 2, in: SJ 2012 I 25; 5A_642/2010
vom 7. Dezember 2010 E. 2.4; 5A_350/2007 vom 19. September 2007 E. 4.3).

Ob das kantonale Gericht das richtige Beweismass (Glaubhaftmachung) angewandt
hat, ist dabei eine vom Bundesgericht frei zu prüfende Rechtsfrage.
Demgegenüber beschlägt die Bewertung der dem Gericht vorgelegten Beweismittel
die Beweiswürdigung, die vom Bundesgericht nur unter dem eingeschränkten
Gesichtspunkt von Art. 97 BGG geprüft wird (vgl. oben E. 1.2; Urteil 5A_328/
2011 vom 11. August 2011 E. 3.3, zusammengefasst in: SJ 2012 I 25).

4.
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung von Art. 174 Abs. 2 SchKG (unten E.
4.1-4.5) und von Art. 56 ZPO (unten E. 4.6) sowie Willkür in der
Beweiswürdigung (Art. 9 BV). Soweit letztgenannter Rüge eigenständige Tragweite
zukommt, wird sie im Sachzusammenhang behandelt.
4.1
4.1.1 Hinsichtlich der stillen Reserven auf ihren Beteiligungen führt die
Beschwerdeführerin aus, bei zwei operativen Gesellschaften, die ein voll
liberiertes Aktienkapital von Fr. 50'000.-- bzw. Fr. 90'000.-- aufwiesen,
entspreche es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass der mit Fr. 1.--
veranschlagte Bilanzposten stille Reserven enthalte.

4.1.2 Die Vorinstanz hat sich detailliert bloss zu einer der beiden
Gesellschaften (der Y.________ AG) geäussert, bei dieser allerdings konkret
ausgeführt, weshalb das Vorliegen einer stillen Reserve nicht glaubhaft sei
(oben E. 2.2). Damit setzt sich die Beschwerdeführerin nicht auseinander und
sie genügt folglich ihrer Begründungspflicht nicht (oben E. 1.2). Die Berufung
auf eine angebliche allgemeine Lebenserfahrung geht mithin an der Sache vorbei.
Auf die stille Reserve auf der Beteiligung an der anderen Gesellschaft (der
T.________ AG) ist die Vorinstanz nicht konkret eingegangen, so dass der
Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz schliesse willkürlich aus der
Situation der Y.________ AG auf die finanzielle Lage der T.________ AG, nicht
zutrifft. Im Übrigen hat die Vorinstanz nicht entscheidend auf die Bilanz
abgestellt, sondern die Zahlungsunfähigkeit aus dem im
Betreibungsregisterauszug dokumentierten Zahlungsverhalten abgeleitet.
4.2
4.2.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet die vorinstanzliche Feststellung, dass
sie (unter Ausklammerung der Forderungen der V.________ GmbH Deutschland und
der U.________ AG in Liquidation) Schulden von rund Fr. 30'000.-- habe.

Sie macht zum einen geltend, in ihrer Buchhaltung eine Zahlung von Fr. 6'000.--
vom 3. Oktober 2011 an das Steueramt nicht verbucht zu haben, was sie erst beim
Jahresabschluss 2011 bemerkt habe. Sie belegt dies unter anderem mit einem
Kreditoren-Kontoauszug vom 11. Januar 2012. Den bestehenden
Abzahlungsvereinbarungen sei sie weiterhin nachgekommen, so dass die
Beschwerdegegnerin derzeit noch über eine Forderung von Fr. 73.40 und das
Steueramt A.________ von Fr. 2'083.45 verfüge. Zum Beweis führt sie
E-Banking-Aufträge vom 6. Januar 2012 an. Die Vorinstanz habe verkannt, dass
die offenen Forderungen stets ratenweise getilgt worden seien und kein Grund
zur Annahme bestand, dass dies zukünftig nicht mehr der Fall sein werde, zumal
sie gemäss Bilanz per 30. November 2011 über flüssige Mittel von Fr. 69'332.59
verfügt habe.

Die Beschwerdeführerin macht zum anderen geltend, sie habe in ihrer Beschwerde
an das Obergericht zwar ausgeführt, dass ihr gegenüber weitere drei Forderungen
im Gesamtbetrag von Fr. 10'023.45 bestünden und dass sie diese noch im Jahr
2011 begleichen werde. Effektiv seien diese Forderungen allerdings bei der
Einreichung der kantonalen Beschwerde bereits beglichen gewesen, was aus den
Beilagen zur kantonalen Beschwerde hervorgehe.

Die gesamte offene Forderungssumme betrage damit bloss Fr. 2'111.85. Insgesamt
erscheine die Zahlungsfähigkeit weitaus wahrscheinlicher als ihre
Zahlungsunfähigkeit.

4.2.2 Die Beschwerdeführerin stützt sich auf neue Tatsachen und Beweismittel.
Die Zulässigkeit von erst im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichten
Dokumenten richtet sich nicht nach Art. 174 SchKG, sondern ausschliesslich nach
Art. 99 Abs. 1 BGG (Urteil 5A_826/2010 vom 1. März 2011 E. 3.6). Demgemäss
dürfen neue Tatsachen und Beweismittel vor Bundesgericht nur soweit vorgebracht
werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt. Art. 99 Abs. 1
BGG zielt auf Tatsachen ab, die erst durch das angefochtene Urteil
rechtserheblich werden. So darf sich der Beschwerdeführer auf neue Tatsachen
berufen, wenn er der Vorinstanz eine Verfahrensverletzung vorwirft. Dasselbe
gilt, wenn sich das Urteil der Vorinstanz auf ein neues rechtliches Argument
stützt, mit dem die Parteien zuvor nicht konfrontiert worden waren.
Schliesslich gehören dazu auch Tatsachen, die erst für das bundesgerichtliche
Verfahren erheblich werden, z.B. die Einhaltung der Beschwerdefrist (BGE 136
III 123 E. 4.4.3 S. 129). Unzulässig sind hingegen neue Tatsachen, die bereits
der Vorinstanz hätten vorgelegt werden können (BGE 136 III 123 E. 4.4.3 S.
129). Dies trifft vorliegend für die angeblich bereits im Oktober 2011 - und
damit vor der Konkurseröffnung - ausgelöste Zahlung zu. Unzulässig ist auch die
Berufung der Beschwerdeführerin auf Tatsachen, die erst nach dem angefochtenen
Urteil eingetreten sind (BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f.). Auf alle
diesbezüglichen Ausführungen ist nicht einzutreten.

Dass drei weitere Forderungen im Umfang von Fr. 10'023.45 entgegen der
vorinstanzlichen Würdigung bereits bezahlt gewesen seien, mag zutreffen oder
auch nicht, spielt jedoch vorliegend keine Rolle, da die Vorinstanz die
mangelnde Glaubhaftigkeit der Zahlungsfähigkeit auch - bzw. bezüglich der Höhe
der offenen Schulden sogar überwiegend - auf weitere Gründe gestützt hat, mit
denen sich die Beschwerdeführerin allerdings nicht genügend auseinandersetzt
(vgl. sogleich E. 4.3).
4.3
4.3.1 Die Beschwerdeführerin wendet sich des Weiteren gegen die vorinstanzliche
Beurteilung der Forderungen der U.________ AG in Liquidation. Sie macht
geltend, ausreichend glaubhaft gemacht zu haben, dass an diesen Forderungen
Zweifel bestünden und es erscheine naheliegend, dass sich der Sachverhalt so
zugetragen habe, wie sie ihn in der kantonalen Beschwerde geschildert habe. Zum
Beleg der Sachverhaltsschilderung reicht sie eine als eidesstattliche Erklärung
bezeichnete und öffentlich beurkundete Stellungnahme des einzigen
Verwaltungsratsmitglieds der Beschwerdeführerin vom 30. Januar 2012 ein. Sie
legt zudem einen neuen Betreibungsregisterauszug vom 16. Januar 2012 vor, aus
dem - im Gegensatz zum vor der Vorinstanz eingereichten - hervorgeht, dass sie
in beiden Betreibungen, mit denen die U.________ AG in Liquidation ihre
Forderungen geltend macht, Rechtsvorschlag erhoben hat. Die Forderungen der
U.________ AG in Liquidation seien bestritten, als zahlungsunfähig könne aber
nur ein Schuldner gelten, der unbestrittene und fällige Forderungen nicht
begleiche. Es gehe nicht an, dass der Konkurs- und nicht ein Rechtsöffnungs-
bzw. ordentlicher Richter über den Bestand der Forderung urteile. Die
Vorinstanz habe zudem ohne Begründung verschiedene Beweismassstäbe angewandt:
Sie habe zunächst die Bestreitung der Forderung der V.________ GmbH Deutschland
wie auch diejenige der Forderungen der U.________ AG in Liquidation als blosse
Behauptungen bezeichnet, danach aber nur die Letztere näher behandelt und damit
zum Ausdruck gebracht, dass die Bestreitung der Forderung der V.________ GmbH
Deutschland glaubhaft sei.

4.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin sich in diesem Zusammenhang wiederum auf
neue Belege stützt, kann auf bereits Gesagtes verwiesen werden (oben E. 4.2.2).
Auf die entsprechenden Ausführungen ist nicht einzutreten. Der Konkursrichter
hat auch nicht über den Bestand der Forderung der U.________ AG in Liquidation
entschieden, sondern lediglich über die Zahlungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, bestrittene Forderungen dürften zur
Beurteilung der Zahlungsfähigkeit nicht herangezogen werden. Dies trifft so
nicht zu. Zunächst war aus dem der Vorinstanz vorliegenden
Betreibungsregisterauszug - wie die Beschwerdeführerin selber zugibt - nicht
ersichtlich, dass gegen die grössere der beiden Forderungen der U.________ AG
in Liquidation Rechtsvorschlag erhoben und die Betreibung damit eingestellt
worden war. Die Vorinstanz hat lediglich festgestellt, dass beide Forderungen
bestritten seien, nicht aber, dass Rechtsvorschlag erhoben worden sei. Die
Beschwerdeführerin führt zwar aus, die Rechtsvorschlagserhebung bereits in
ihrer kantonalen Beschwerde behauptet zu haben, rügt aber keine willkürliche
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz. Zumindest die grössere der beiden
Forderungen erschien deshalb als vollstreckbar (oben E. 3), auch wenn sie
bestritten wurde. Selbst wenn damals bereits Rechtsvorschlag erhoben worden
wäre, durfte der Konkursrichter in der gebotenen Gesamtwürdigung die
betreffende Forderung berücksichtigen, da die Zahlungsunfähigkeit - wie gesagt
(oben E. 3) - auch in der systematischen Rechtsvorschlagserhebung zum Ausdruck
kommen kann.

Im Übrigen beschränkt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen darauf, ihren
im kantonalen Verfahren eingenommenen Standpunkt zu wiederholen. Sie geht aber
nicht auf die konkreten Umstände ein, welche die Vorinstanz dazu geführt haben,
ihre Bestreitung der Forderung nicht als glaubhaft zu erachten. Insoweit genügt
sie den Begründungsanforderungen nicht (oben E. 1.2). Schliesslich geht der
Vorwurf fehl, die Vorinstanz habe bei den Forderungen der U.________ AG in
Liquidation und der V.________ GmbH Deutschland unterschiedliche
Beweismassstäbe angelegt. Die Vorinstanz hat sich nicht zur Forderung der
V.________ GmbH Deutschland geäussert. Ob sie die Bestreitung dieser Forderung
durch die Beschwerdeführerin als glaubhaft erachtet oder nicht, lässt sich dem
Urteil nicht entnehmen.

4.4 Ausserdem rügt die Beschwerdeführerin eine willkürliche Würdigung der
Bestätigung der Revisionsstelle W.________ AG. Die Beschwerdeführerin gibt
selber zu, dass sich dieser Bericht nicht zu ihrer Zahlungsfähigkeit äussert,
so dass nicht ersichtlich ist, was sie mit ihrer - im Übrigen den
Begründungsanforderungen nicht genügenden - Kritik an ebendieser
vorinstanzlichen Feststellung erreichen möchte.
4.5
4.5.1 Die Beschwerdeführerin geht davon aus, die Vorinstanz sei der
gerichtlichen Fragepflicht gemäss Art. 56 ZPO nicht nachgekommen. Sowohl
hinsichtlich der stillen Reserven wie auch der Forderungen der U.________ AG in
Liquidation hätte die Vorinstanz ihr Gelegenheit zur Klarstellung und Ergänzung
ihrer Vorbringen geben müssen. Zudem habe die Vorinstanz in der
Urteilsbegründung zum Ausdruck gebracht, dass der Betreibungsregisterauszug
einen Zeitraum von fünf Jahren hätte abdecken sollen. Nachdem die
Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz einen Auszug für den Zeitraum vom 1.
Januar 2009 bis Ende November 2011 vorgelegt hatte, hätte die Vorinstanz
diesbezüglich von ihrer Fragepflicht Gebrauch machen müssen.

4.5.2 Ist das Vorbringen einer Partei unklar, widersprüchlich, unbestimmt oder
offensichtlich unvollständig, so gibt ihr das Gericht durch entsprechende
Fragen Gelegenheit zur Klarstellung und zur Ergänzung (Art. 56 ZPO).

Ob diese Norm im Rahmen von Art. 174 Abs. 2 SchKG überhaupt anwendbar ist,
vermag offenzubleiben, denn die Rüge ist so oder anders unbegründet.
Hinsichtlich der fehlenden Glaubhaftmachung des Bestands stiller Reserven und
des Nichtbestands der Forderungen der U.________ AG in Liquidation schliesst
die Beschwerdeführerin lediglich aus dem für sie ungünstigen Beweisergebnis,
ihre Vorbringen seien mangelhaft im Sinne von Art. 56 ZPO gewesen. Dies ist
unzulässig. Sie legt nicht konkret dar, inwiefern ihre diesbezüglichen
Vorbringen im kantonalen Verfahren mangelhaft gewesen sein sollen. Im Übrigen
soll die richterliche Fragepflicht weder die zumutbare Mitwirkung der Parteien
bei der Feststellung des Sachverhalts ersetzen (vgl. oben E. 3) noch dazu
dienen, prozessuale Nachlässigkeiten auszugleichen (Urteile 5A_586/2011 vom 20.
Oktober 2011 E. 2.4.2; 4A_169/2011 vom 19. Juli 2011 E. 5.4 mit Hinweisen;
4P.229/1999 vom 21. Dezember 1999 E. 1c). Weshalb die Vorinstanz einen
Betreibungsregisterauszug hätte nachfordern müssen, der fünf Jahre
zurückreicht, ist nicht ersichtlich. Sie hat zwar festgehalten, es falle auf,
dass der eingereichte Auszug nicht fünf Jahre umfasse. Daraus hat sie aber
offenbar keine entscheidenden nachteiligen Schlussfolgerungen gezogen. Vielmehr
hat sie aus dem Inhalt des eingereichten Auszugs, der rund die letzten beiden
Jahre vor der Konkurseröffnung umfasst, und der darin ausgewiesenen
Betreibungen geschlossen, dass die Zahlungsfähigkeit nicht glaubhaft gemacht
sei.

4.6 Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden
kann.

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig
(Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Handelsregisteramt des Kantons Zürich, dem
Grundbuch- und Konkursamt B.________, dem Betreibungsamt C.________ und dem
Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. April 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Zingg