Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.299/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_299/2012

Urteil 21. Juni 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Marazzi, von Werdt,
Gerichtsschreiber V. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Advokatin Claudia Stehli,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Abänderung Eheschutz,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 5. Kammer, vom 5. März 2012.

Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1972) und Y.________ (geb. 1975) sind die Eltern der
A.________ (geb. 1999) und des B.________ (geb. 2002). Nachdem die Ehegatten
den gemeinsamen Haushalt aufgehoben hatten, musste das Getrenntleben
gerichtlich geregelt werden.
Mit Eheschutzurteil vom 21. September 2009 hatte das Gerichtspräsidium
Rheinfelden den Ehemann verpflichtet, ab 1. März 2009 monatlich je Fr. 950.--
(zzgl. Kinderzulagen) an den Unterhalt seiner Kinder und Fr. 1'193.-- an
denjenigen seiner Ehefrau zu bezahlen. Dieses Urteil basierte u.a. auf einem
monatlichen Einkommen des Ehemannes von Fr. 6'831.--.
Weil er von seiner Arbeitgeberin in seiner Funktion herabgestuft wurde und
nurmehr Fr. 6'175.-- verdiente, beantragte der Ehemann dem Gerichtspräsidium
Rheinfelden am 2. Dezember 2010 eine Herabsetzung der Kinderalimente auf je Fr.
756.-- (zzgl. Kinderzulagen) und des Ehegattenunterhalts auf Fr. 568.-- pro
Monat. Mit Urteil vom 12. Juli 2011 gab das Gericht den Begehren teilweise
statt; nach Ermittlung des aktualisierten Bedarfs beliess es zwar den
Kinderunterhalt auf Fr. 950.-- je Kind (zzgl. Kinderzulagen), reduzierte aber
den Ehegattenunterhalt ab 1. Dezember 2010 auf Fr. 444.-- pro Monat.

B.
Beide Ehegatten führten Berufung. Die Ehefrau verlangte die Abweisung des
Abänderungsbegehrens und der Ehemann eine Reduktion des Ehegattenunterhalts auf
Fr. 344.--. Mit Urteil vom 5. März 2012 wies das Obergericht des Kantons Aargau
die Berufung des Ehemannes ab. Diejenige der Ehefrau hiess es dagegen insofern
gut, als es den monatlich geschuldeten Ehegattenunterhalt auf der Basis eines
hypothetischen Einkommens des Ehemannes von Fr. 6'831.-- und einer
aktualisierten Bedarfsrechnung wie folgt festsetzte: Fr. 1'000.-- vom 1.
Dezember 2010 bis 31. Dezember 2011; Fr. 964.-- vom 1. Januar 2012 bis 30. Juni
2012; Fr. 1'164.-- ab 1. Juli 2012.

C.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 26. April 2012 gelangt X.________
(nachfolgend Beschwerdeführer) an das Bundesgericht, dem er beantragt, den
Ehegattenunterhalt mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 auf monatlich Fr. 444.-- und
ab 1. Februar 2012 auf Fr. 100.-- festzusetzen; zudem ersucht er um die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren vor Bundesgericht.
Es wurden die Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt.

Erwägungen:

1.
1.1 Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid in einer
Zivilsache mit Fr. 30'000.-- übersteigendem Streitwert (Art. 51 Abs. 4, Art. 72
Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 lit. b, Art. 75 Abs. 1 und Art. 90 BGG). Die Beschwerde
in Zivilsachen ist somit im Grundsatz gegeben.

1.2 Eheschutzentscheide unterstehen nach der Rechtsprechung der Vorschrift von
Art. 98 BGG (BGE 133 III 393 E. 5.2 S. 397), so dass nur die Verletzung
verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht werden kann. Hierfür gilt das
strenge Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass das Bundesgericht
nur klar und detailliert erhobene und soweit möglich belegte Rügen prüft,
während es auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am
angefochtenen Entscheid nicht eintritt. Wird die Verletzung des Willkürverbots
gerügt, reicht es sodann nicht aus, die Rechtslage aus Sicht des
Beschwerdeführers darzulegen und den davon abweichenden angefochtenen Entscheid
als willkürlich zu bezeichnen; vielmehr ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern
das kantonale Gericht willkürlich entschieden haben soll und der angefochtene
Entscheid deshalb an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (
BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).

1.3 Neue Begehren sind unzulässig (Art. 99 Abs. 2 BGG). Soweit der
Beschwerdeführer erstmals vor Bundesgericht mit Wirkung ab 1. Februar 2012 eine
Herabsetzung des Ehegattenunterhalts auf Fr. 100.-- beantragt, erweist sich
sein Begehren als neu und daher unzulässig.

1.4 Neue Sachverhaltsvorbringen oder Beweismittel sind unzulässig, soweit nicht
erst der Entscheid der letzten kantonalen Instanz dazu Anlass gegeben hat (Art.
99 Abs. 1 BGG). In diesem Sinne sind die beantragten Beweismassnahmen (amtliche
Erkundigung) unstatthaft und bleiben sämtliche Ausführungen über Tatsachen, die
sich erst nach dem angefochtenen Urteil zugetragen haben, für das vorliegende
Verfahren unbeachtlich.

2.
2.1 Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft bzw. vorsorgliche
Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens können abgeändert werden,
wenn nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils eine wesentliche und dauernde
Änderung eingetreten ist oder die tatsächlichen Umstände, die dem
Massnahmeentscheid zu Grunde lagen, sich nachträglich als unrichtig erwiesen
haben. Andernfalls steht die formelle Rechtskraft des Eheschutz- bzw. des
Präliminarentscheides einer Abänderung entgegen. Eine Abänderung ist ferner
ausgeschlossen, wenn die Sachlage durch eigenmächtiges, widerrechtliches,
mithin rechtsmissbräuchliches Verhalten herbeigeführt worden ist (Urteil 5P.473
/2006 vom 19. Dezember 2009 E. 3 mit Hinweisen, publiziert in FamPra.ch 2007 S.
373).

2.2 Das Obergericht stellte fest, dass der Beschwerdeführer zufolge Rückstufung
beim bisherigen Arbeitgeber seit November 2010 wohl weniger verdiene als im
Zeitpunkt des abzuändernden Eheschutzurteils; es rechnete ihm indessen ein
hypothetisches Einkommen in der bisherigen Höhe an, weil er keinen Versuch
unternommen habe, bei einem anderen Arbeitgeber eine seiner ursprünglichen
Position entsprechende Stelle zu suchen. Deshalb sei nicht dargetan, dass er
keine neue Stelle zum bisherigen Lohn habe finden können. Folglich sei punkto
Einkommen keine Änderung glaubhaft gemacht.
Weil er seine Kinder nicht mehr zu sich auf Besuch nehme, gestand das
Obergericht dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2012 anstelle der bisherigen
Wohnkosten von Fr. 1'300.-- nur noch Fr. 1'100.-- zu, anerkannte demgegenüber
ab 1. Januar 2012 höhere Krankenkassenprämien (bisher: Fr. 381.--; neu: Fr.
416.70).

3.
Der Beschwerdeführer wirft dem Obergericht in mehrfacher Hinsicht Willkür vor.
3.1
3.1.1 Zunächst rügt der Beschwerdeführer eine willkürliche Anwendung von Art. 8
ZGB. Zu Unrecht halte ihm das Obergericht vor, er hätte behaupten und belegen
müssen, dass er zumindest versucht habe, eine andere Anstellung im
Sicherheitssektor mit der bisherigen Entlöhnung zu finden; damit werde die
Beweislastregel gemäss Art. 8 ZGB, wonach derjenige eine behauptete Tatsache zu
beweisen hat, der aus ihr Rechte ableitet, in gröbster Weise verletzt. Die
Beschwerdegegnerin habe sowohl in erster wie in zweiter Instanz lediglich
geltend gemacht, die eingetretene Einkommensreduktion sei auf ein
Selbstverschulden des Beschwerdeführers zurückzuführen, nicht jedoch, dass er
eine andere Stelle finden und dort gleich viel wie bisher verdienen könne.
Dieser Einwand hätte jedoch vorgebracht werden müssen, damit überhaupt zu
diesem Thema eine Bestreitungspflicht mit Beweislast entstanden wäre. Selbst
die Beschwerdegegnerin sei nie davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
eine andere Anstellung mit dem bisherigen Einkommen finden könne. Tatsachen,
welche von einer Partei weder eingewendet noch bestritten werden, seien weder
zu behaupten noch zu beweisen.
3.1.2 Im Eheschutzverfahren genügt es, die behaupteten Tatsachen glaubhaft zu
machen. Art. 8 ZGB kommt daher in seinem eigentlichen Ausmass nicht zum Tragen
(BGE 118 II 376 E. 3 S. 377). Die Grundregel, wonach jene Partei das
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen hat, die aus ihr Rechte
ableitet, gilt indes mutatis mutandis auch in Verfahren betreffend vorsorgliche
Massnahmen, freilich mit der Abweichung, dass es nicht um einen eigentlichen
Beweis, sondern um Glaubhaftmachung geht. Wer einen Anspruch geltend macht, hat
die rechtsbegründenden Tatsachen glaubhaft zu machen. Demgegenüber liegt die
Last der Glaubhaftmachung für die rechtsvernichtenden oder rechtshindernden
Tatsachen bei der Partei, welche den Untergang des Anspruchs behauptet oder
dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (im Zusammenhang mit Art. 8
ZGB: BGE 128 III 271 E. 2a/aa S. 273).
Verlangt der Unterhaltsschuldner in einem Abänderungsprozess die Herabsetzung
der Unterhaltsbeiträge, hat nicht die Unterhaltsgläubigerin die
Anspruchsgrundlagen für eine Unterhaltsrente zu belegen, sondern es obliegt dem
Unterhaltsschuldner, die tatbeständlichen Voraussetzungen glaubhaft zu machen,
aus denen auf die Abänderbarkeit des rechtskräftigen Urteils - hier: desjenigen
vom 21. September 2009 - bzw. auf den (teilweisen) Untergang des
Unterhaltsanspruchs der Beschwerdegegnerin geschlossen werden muss (Urteil
5A_117/2010 vom 5. März 2010 E. 3.4). Mithin war es am Beschwerdeführer,
glaubhaft zu machen, dass sein Einkommen unwiederbringlich gesunken ist. Soweit
sich der Beschwerdeführer den Vorwurf verbittet, nicht glaubhaft gemacht zu
haben, keine andere Stelle zum bisherigen Lohn finden zu können, und damit eine
Verletzung von Art. 8 ZGB rügt, erweist sich die Beschwerde als unbegründet.
Bei diesem Ergebnis kommt der Rüge, das Obergericht habe das rechtliche Gehör
des Beschwerdeführers verletzt, indem es von Tatsachen ausgegangen sei, die von
keiner Partei je behauptet geschweige denn thematisiert worden seien, keine
eingeständige Bedeutung zu.

3.2 Ausserdem wirft der Beschwerdeführer dem Obergericht vor, in Willkür
verfallen zu sein, indem es ihm ein hypothetisches Einkommen anrechne, obwohl
er unfreiwillig und unverschuldet von seinem Arbeitgeber in seiner Anstellung
herabgestuft worden sei, dort aber immer noch zu 100% arbeite und damit seine
Arbeitskraft ausschöpfe.
Bei der Festsetzung der zu leistenden Unterhaltsbeiträge ist grundsätzlich vom
tatsächlich erzielten Einkommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit
dieses Einkommen allerdings - wie hier - nicht ausreicht, um den ausgewiesenen
Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, sofern
dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 120 f.
mit Hinweisen). Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ
erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres Einkommen
als das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es nicht, dass der
betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss
es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres Einkommen zu
erzielen. Mit Bezug auf das hypothetische Einkommen ist Rechtsfrage, welche
Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint. Tatfrage bildet hingegen, ob die
als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das angenommene Einkommen effektiv
erzielbar ist (a.a.O.).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann selbst bei unverschuldeter
Einkommensverminderung ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, denn
die gesetzliche Unterhaltspflicht hat zur Folge, dass der Pflichtige alles
Zumutbare unternehmen muss, um das erforderliche Einkommen zu generieren.
Rechtsprechungsgemäss hängt die Zulässigkeit der Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens nur davon ab, ob der Pflichtige bei gutem Willen bzw.
bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr zu verdienen vermöchte als er effektiv
verdient (BGE 128 III 4 E. 4a S. 5). In diesem Punkt erweist sich die
Beschwerde als unbegründet.

3.3 Ferner beanstandet der Beschwerdeführer, das Obergericht habe in
willkürlicher Weise angenommen, es sei ihm tatsächlich möglich, eine neue
Stelle zum bisherigen Lohn zu finden. Diese Feststellung sei realitätsfern; ihr
fehle jede realitätsbezogene Begründung. Zwar verfüge der Beschwerdeführer mit
Fähigkeitsausweisen im Objekt- und Personenschutz über zusätzliche
Qualifikationen. Tatsache sei aber, dass er schon lange bei der C.________ AG
arbeite, weshalb er bereits als "gewöhnlicher" Mitarbeiter einen höheren Lohn
erhalte als bei Antritt einer neuen Stelle. Hinzu komme, dass auf dem Gebiet
der qualifizierten Sicherheitsarbeit die Anzahl an Anstellungen erheblich
eingeschränkter sei als bei "gewöhnlichen" Anstellungen ohne besondere
Qualifikationen. Daher sei die Annahme des Obergerichts weltfremd. Man könne
nicht einfach davon ausgehen, jemand könne mehr verdienen, ohne Grundlagen zu
benennen, nur weil gar keine solchen bestünden.
Die Einwendungen des Beschwerdeführer gehen an der Sache vorbei. Wie in E. 3.1
dargelegt, oblag es ihm, glaubhaft zu machen, dass sein Einkommen
unwiederbringlich gesunken ist. Glaubhaft zu machen waren mithin sämtliche
Umstände, aus denen abgeleitet werden müsste, dass es dem Beschwerdeführer
tatsächlich nicht möglich ist, gleichviel zu verdienen wie bisher. Derartige
Umstände hat er unbestrittenermassen keine behauptet, weshalb auf den
Willkürvorwurf nicht eingetreten werden kann.

3.4 Unbegründet ist sodann die in diesem Sachzusammenhang erhobene Rüge, für
das Rechtsmittelverfahren gelte gemäss Art. 272 ZPO die Untersuchungsmaxime und
das Obergericht habe diese Bestimmung willkürlich angewendet, weil es entgegen
seiner Pflicht den Beschwerdeführer nicht zu Stellenbewerbungen bzw. Absagen
darauf befragt habe.
Wer sich auf die Untersuchungsmaxime beruft bzw. eine Verletzung derselben
geltend macht, muss zunächst aufzeigen, dass das Gericht den Sachverhalt
unvollständig und daher willkürlich festgestellt hat. Sodann muss der
Beschwerdeführer diejenigen Tatsachen behaupten, die das Gericht festzustellen
bzw. abzuklären unterlassen hat. Schliesslich obliegt es ihm darzutun,
inwiefern die behaupteten Tatsachen für den Ausgang des Verfahrens entscheidend
sind.
Nun behauptet der Beschwerdeführer selbst vor Bundesgericht nicht, sich bei
Dritten für Stellen beworben und ausschliesslich Absagen erhalten zu haben.
Folglich vermag er nichts aus der behaupteten Verletzung der
Untersuchungsmaxime zu seinen Gunsten abzuleiten.

3.5 Weiter hält der Beschwerdeführer es für unhaltbar, dass das Obergericht ein
hypothetisches Einkommen rückwirkend ab 1. Dezember 2010 annimmt, ihm also
nicht einmal eine zeitlich befristete Reduktion der Unterhaltsbeiträge
zugestehe. Nach der Rechtsprechung sei eine rückwirkende Anrechnung eines
höheren als des tatsächlich erzielten Einkommens unzulässig, sofern die
rückwirkende Erzielung unmöglich ist, weshalb ihm das Obergericht eine
Übergangsfrist hätte einräumen müssen.
Die Rechtsprechung, auf welche der Beschwerdeführer Bezug nimmt, gilt
grundsätzlich für Sachverhalte, in denen einer Partei die Aufnahme oder
Ausweitung der Erwerbstätigkeit zugemutet wird, damit diese hinreichend Zeit
hat, um die Umstellung der Lebensverhältnisse in die Tat umzusetzen (BGE 129
III 417 E. 2.2 S. 421; 114 II 13 E. 5 S. 17). Anders verhält es sich
demgegenüber, wenn der Unterhaltsschuldner - wie hier - schon bis anhin einer
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und seine vorbestehende
Unterhaltspflicht erfüllt hat. Denn in diesem Fall bedarf es keiner Übergangs-
oder Anpassungsfrist, damit der Schuldner eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder
ausweiten und hierzu seine Lebensverhältnisse umstellen kann. Vielmehr muss
dieser alles in seiner Macht stehende tun und insbesondere seine
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiterhin voll ausschöpfen, um seiner
Unterhaltspflicht nachzukommen. Begnügt sich der Unterhaltspflichtige selbst
bei einem unfreiwilligen Stellenwechsel bzw. einer unfreiwilligen Herabstufung
beim gleichen Arbeitgeber wissentlich mit einer nur ungenügend einträglichen
Erwerbstätigkeit, so hat er sich anrechnen zu lassen, was er unter den
gegebenen Umständen zu erwirtschaften vermöchte (Urteil 5A_341/2011 vom 20.
September 2011 E. 2.5.1). Nach dem Gesagten gibt der Umstand, dass das
Obergericht dem Beschwerdeführer keine Umstellungsfrist eingeräumt hat, unter
dem Gesichtspunkt von Art. 9 BV keinen Grund zur Beanstandung.

3.6 Steht nach all diesen Erwägungen fest, dass das Obergericht dem
Beschwerdeführer willlkürfrei ein hypothetisches Einkommen in der Höhe von Fr.
6'831.-- anrechnen durfte, ist der Rüge, jenes habe zu Unrecht eine weitere
Lohnreduktion von Fr. 6'175.-- auf Fr. 5'959.-- nicht berücksichtigt, die
Grundlage entzogen; darauf ist nicht einzutreten.

4.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, das Obergericht sei in Willkür
verfallen, indem es die im Bedarf berücksichtigten Wohnkosten von Fr. 1'300.--
auf Fr. 1'100.-- gesenkt habe.

4.1 Das Obergericht erwog, der Beschwerdeführer habe sein Besuchsrecht
gegenüber seinen beiden Kindern unstrittig seit Ende Dezember 2010 nicht mehr
wahrgenommen und in seiner Berufungsantwort fänden sich keinerlei Anhaltspunkte
dafür, dass die Besuche in absehbarer Zeit wieder aufgenommen würden.
Entsprechende Mitteilungen seien dem Obergericht selbst zwischenzeitlich nicht
zugegangen. Demzufolge seien dem Beschwerdeführer ab dem nächsten ortsüblichen
Kündigungstermin für seinen Einpersonenhaushalt nur die nach obergerichtlicher
Praxis auch in Mankofällen gängigen Fr. 1'100.-- zuzugestehen.

4.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, diese Erwägungen führten zum völlig
stossenden Ergebnis, dass ihm und den Kindern die Ausübung des Besuchsrechts
quasi verunmöglicht werde, wenn er eine noch kleinere Wohnung suchen müsse und
die Kinder nicht mehr bei ihm übernachten könnten. Das Besuchsrecht sei ja
nicht aufgehoben, sondern werde nur aktuell seitens der Kinder nicht ausgeübt.
Hinzu komme, dass bereits ein Mietzins von Fr. 1'300.-- sehr tief und daher
eine Kürzung desselben unangemessen sei.

4.3 Angesprochen ist hier die vorinstanzliche Ermessensausübung. In
Eheschutzstreitigkeiten kann das Bundesgericht die Ausübung des Ermessens
freilich nur auf die Verletzung verfassungsmässiger Rechte, insbesondere auf
die Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) hin überprüfen (s. E. 1.2). Nach
ständiger bundesgerichtlicher Praxis liegt Willkür in der Rechtsanwendung nicht
schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder
sogar vorzuziehen wäre; sie ist erst gegeben, wenn ein Entscheid auf einem
offensichtlichen Versehen beruht, mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE
135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.; 136 III 552 E. 4.2 S. 560). Dabei genügt es nicht, wenn
der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhaltbar erweist.
Eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis
verfassungswidrig ist (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 5; 136 I 316 E. 2.2.2 S. 319).
Die Argumentation des Beschwerdeführer beschränkt sich darauf, Hypothesen
aufzustellen (Verunmöglichung des Besuchsrechts, falls die Kinder ihren Vater
wieder besuchen sollten; mit dem zugestandenen Mietkosten könne keine
anständige Wohnung gemietet werden). Mit einer solchen Begründung lässt sich
keine willkürliche Rechtsanwendung durch das Obergericht dartun.

5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Der Beschwerdeführer unterliegt und wird kostenpflichtig (Art. 66
Abs. 1 BGG). Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, muss die Beschwerde als
von Anfang an aussichtslos gelten, weshalb es an den materiellen
Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (Art. 64 Abs. 1 BGG) und
das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. Hingegen ist keine Parteientschädigung
geschuldet, denn der Beschwerdegegnerin ist kein entschädigungspflichtiger
Aufwand entstanden.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Juni 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: V. Monn