Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.332/2012
Zurück zum Index II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2012
Retour à l'indice II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 2012



Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_332/2012

Verfügung vom 25. Juni 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Roman Bögli,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Vollstreckungsaufschub (Eheschutz),

Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen die Verfügung vom 24. April 2012 des
Kantonsgerichts St. Gallen (Einzelrichter im Familienrecht).

Nach Einsicht
in die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG gegen die Verfügung vom 24. April 2012
des Kantonsgerichts St. Gallen, das (im Rahmen eines Berufungsverfahrens) die
Vollstreckung von Ziffern 2 und 4 des Eheschutzentscheids des Familienrichters
des Kreisgerichts St. Gallen vom 2. März 2012 aufgeschoben hat,
in den Entscheid vom 11. Mai 2012 des Kantonsgerichts St. Gallen (Einzelrichter
im Familienrecht), das im erwähnten Berufungsverfahren u.a. den
Beschwerdegegner zu Unterhaltsbeiträgen an die Beschwerdeführerin verpflichtet,
Ziffer 2 des Entscheids des Familienrichters des Kreisgerichts St. Gallen vom
2. März 2012 aufgehoben, im Übrigen jedoch diesen Entscheid bestätigt und die
Berufung abgewiesen hat,
in die Stellungnahme der Beschwerdeführerin, welche die Gegenstandslosigkeit
des bundesgerichtlichen Verfahrens im jetzigen Zeitpunkt anerkennt, am Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege festhält und die Kostenauflage an das
Kantonsgericht beantragt,
in die Stellungnahme des Beschwerdegegners, welcher ebenfalls die
Gegenstandslosigkeit des bundesgerichtlichen Verfahrens anerkennt und Kosten-
sowie Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin beantragt,
in die mit eingeschriebener Post versandte, jedoch unbeantwortet gebliebene
Aufforderung an die Beschwerdeführerin zur Einreichung allfälliger Bemerkungen
zur Stellungnahme des Beschwerdegegners innerhalb von 5 Tagen seit Zustellung,

in Erwägung,
dass das Kantonsgericht mit dem Entscheid vom 11. Mai 2012 in der Sache selbst
entschieden hat, weshalb die gegen den Zwischenentscheid betreffend
Vollstreckungsaufschub im kantonalen Berufungsverfahren gerichtete Beschwerde
5A_332/2012 gegenstandslos geworden, das Verfahren abzuschreiben und über die
Kosten nach dem mutmasslichen Prozessausgang zu entscheiden ist (Art. 71 BGG
i.V.m. Art. 72 BZP),
dass auf Grund einer summarischen Beurteilung bei urteilsmässiger
Verfahrenserledigung auf die Beschwerde nach Art. 72 ff. BGG, die sich gegen
einen vorsorglichen Massnahmeentscheid im Sinne von Art. 98 BGG richtet,
wahrscheinlich nicht eingetreten worden wäre, weil die Beschwerdeführerin nicht
rechtsgenüglich anhand der entscheidenden kantonsgerichtlichen Erwägungen
Verfassungsverletzungen aufzeigt (Art. 106 Abs. 2 BGG),
dass im Übrigen auch keine Verfassungsverletzung ersichtlich ist, weil sich der
angefochtene Vollstreckungsaufschub wegen der Gefahr der Uneinbringlichkeit
allenfalls zu Unrecht bezahlter Beträge aufgedrängt hat,
dass daher das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege
(einschliesslich Rechtsverbeiständung) infolge Aussichtslosigkeit der
Beschwerde abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen
Verfahrens zu tragen und den Beschwerdegegner für die Stellungnahme zur Frage
der Gegenstandslosigkeit zu entschädigen hat,
dass die Verfahrensabschreibung in die Zuständigkeit der Abteilungspräsidentin
fällt (Art. 32 Abs. 2 BGG),

verfügt die Präsidentin:

1.
Das bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren 5A_332/2012 wird als gegenstandslos
geworden abgeschrieben.

2.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege
(einschliesslich Rechtsverbeiständung) wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 200.-- zu entschädigen.

5.
Diese Verfügung wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen schriftlich
mitgeteilt.

Lausanne, 25. Juni 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Füllemann