Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.394/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_394/2012

Urteil vom 21. Juni 2012
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, als Instruktionsrichter,
Gerichtsschreiber Zbinden.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Regierungsstatthalteramt Y.________.

Gegenstand
Fürsorgerische Freiheitsentziehung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern,
Zivilabteilung, Rekurskommission für fürsorgerische Freiheitsentziehungen, vom
10. Mai 2012.

Erwägungen:

1.
Mit Verfügung der Stellvertreterin II des Regierungstatthalters Y.________ vom
24. April 2012 wurde die Beschwerdeführerin im Psychiatriezentrum A.________
zurückbehalten und die Kompetenz zur Entlassung der Betroffenen der Direktion
des Psychiatriezentrums A.________ übertragen. Dagegen gelangte die
Beschwerdeführerin an das Obergericht des Kantons Bern, Rekurskommission für
fürsorgerische Freiheitsentziehungen, mit dem Ersuchen um Entlassung. Das
Obergericht hörte die Betroffene an, nahm von den Akten Kenntnis und wies mit
Entscheid vom 10. Mai 2012 den Rekurs ab. Die Beschwerdeführerin hat am 18. Mai
2012 beim Obergericht des Kantons Bern gegen den vorgenannten Entscheid
Beschwerde in Zivilsachen erhoben, die am 25. Mai 2012 beim Bundesgericht
eingegangen ist. In dieser Eingabe ersucht die Beschwerdeführerin um Entlassung
aus dem Psychiatriezentrum A.________.

2.
In der Beschwerde ist in Auseinandersetzung mit den Erwägungen des
angefochtenen Entscheids darzulegen, welche Rechte der beschwerdeführenden
Partei durch das kantonale Gericht verletzt worden sind (Art. 42 Abs. 2 BGG;
BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245), wobei eine allfällige Verletzung
verfassungsmässiger Rechte vom Bundesgericht nicht von Amtes wegen geprüft
wird, sondern nur dann, wenn solche Rügen in der Beschwerdeschrift ausdrücklich
erhoben und begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 135 III 232 E. 1.2 S.
234).

3.
3.1 Das Obergericht hat erwogen, nach der Stellungnahme von Dr. B.________ vom
7. Mai 2012 leide die Beschwerdeführerin an einer schweren, rezidivierenden
depressiven Störung, teils mit psychotischen Symptomen (F 33.3 ICD-10; DD:
histrionische Persönlichkeitszüge). Ihre Normalisierung setze im stationären
Rahmen erst ein, wobei eine Krankheitseinsicht nur in Ansätzen bestehe und die
Beschwerdeführerin ihre Medikamente lediglich mit Nachdruck einnehme. Die
Beschwerdeführerin sei ausserhalb der Klinik ohne Tagesstruktur, lebe
obdachlos, in chaotischen finanziellen Verhältnissen und sei sozial isoliert.
Das Ziel des Klinikaufenthaltes sei eine weitere medikamentöse Stabilisierung,
der Aufbau einer Tagesstruktur, die Suche nach einer betreuten Wohnform und die
Errichtung einer kombinierten Beistandschaft. Das Obergericht hält im Weiteren
dafür, da die Beschwerdeführerin keine Krankheitseinsicht zeige, könne nicht
damit gerechnet werden, dass sie einer ambulanten Behandlung Hand bieten werde.
Die weitere Zurückbehaltung im Rahmen fürsorgerischer Freiheitsentziehung sei
daher verhältnismässig.

3.2 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin lediglich vor, die Aussagen der Ärzte
entsprächen nicht der Wahrheit; die Kinder hätten ihr nicht helfen können; sie
habe keine Klinik nötig, brauche aber eine Wohnung, deren Mietkosten finanziert
werden müssten; die Medikation mache sie müde. Mit diesen Ausführungen legt die
Beschwerdeführerin allerdings nicht den obgenannten Anforderungen entsprechend
dar, inwiefern die weitere Zurückbehaltung Bundesrecht verletzen könnte.

4.
Auf die offensichtlich unzulässige Beschwerde ist somit im vereinfachten
Verfahren (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG) durch den Instruktionsrichter nicht
einzutreten. Unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse wird auf die
Erhebung von Kosten verzichtet (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Instruktionsrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, dem Regierungsstatthalteramt
Y.________, der Direktion des Psychiatriezentrums A.________ und dem
Obergericht des Kantons Bern, Zivilabteilung, Rekurskommission für
fürsorgerische Freiheitsentziehungen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Juni 2012
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Instruktionsrichter: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Zbinden