Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.618/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
5A_618/2012

Urteil vom 27. Mai 2013

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Bundesrichter Marazzi, Schöbi,
Gerichtsschreiber von Roten.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Martin Kuhn,
Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________
vertreten durch Fürsprecher Dr. Urs Oswald,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ehescheidung (Güterrecht),

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 1. Kammer, vom 19. Juni 2012.

Sachverhalt:

A.
X.________ (Beschwerdeführerin), Jahrgang 1944, und Y.________
(Beschwerdegegner), Jahrgang 1943, heirateten am 26. Juni 1970. Aus ihrer Ehe
gingen drei Söhne hervor, geboren in den Jahren 1971, 1972 und 1981. Die
Ehegatten sind mit mehreren Firmen an verschiedenen Standorten im Handel mit
Metallen sowie in der Verarbeitung und im Recycling von Metallen tätig. Am 31.
Oktober 1985 erwarben sie das gesamte Aktienkapital (300 Inhaberaktien) der
A.________ AG, für die sie bis heute als Präsident und als Vizepräsidentin mit
Einzelunterschrift zeichnen. Ihre drei Söhne arbeiten im
Familienunternehmen mit. Die Beschwerdeführerin erhob im Dezember 1998 eine
Scheidungsklage, die sie wieder zurückzog. Seit Februar 2005 leben die
Ehegatten getrennt.

B.

B.a. Am 4. Februar 2009 klagte die Beschwerdeführerin vor Bezirksgericht
B.________ erneut auf Scheidung, mit der sich der Beschwerdegegner
einverstanden erklärte. Die Ehegatten verzichteten auf nachehelichen Unterhalt
und auf Ansprüche aus beruflicher Vorsorge. Streitig blieben in der
güterrechtlichen Auseinandersetzung namentlich die Zuweisung der Aktien der
A.________ AG sowie Ersatzforderungen für Investitionen der Errungenschaften
beider Ehegatten in eine Eigengutsliegenschaft der Beschwerdeführerin in
C.________ und des Eigenguts der Beschwerdeführerin in ihre Errungenschaft. Die
je anwaltlich vertretenen Ehegatten stellten Forderungen aus Güterrecht in der
Höhe von 2.62 Mio. Fr. (Beschwerdeführerin) und von 2.55 Mio. Fr.
(Beschwerdegegner).

B.b. Das Bezirksgericht schied die Ehe, stellte fest, dass kein nachehelicher
Unterhalt geschuldet ist, und sah von einer Teilung der Gelder aus der
beruflichen Vorsorge ab (Dispositiv-Ziff. 1-3 des Urteils vom 7. September
2011).

B.c. Nebst einem Eigengut von über 2 Mio. Fr. (E. 6.5.2.18 S. 42) stellte das
Bezirksgericht für die Beschwerdeführerin eine Errungenschaft von Fr.
1'717'159.13 fest (E. 6.6.2.9 S. 51). Das Eigengut des Beschwerdegegners
bestand im Wesentlichen aus Ackerland und einer hypothekarisch belasteten
Wohnliegenschaft (E. 6.5.3.2 S. 42 f.). Seine Errungenschaft belief sich auf
Fr. 1'797'745.95 (E. 6.6.3.5 S. 55). Das Bezirksgericht verpflichtete die
Beschwerdeführerin, dem Beschwerdegegner 100 Aktien der A.________ AG zu
übergeben (Dispositiv-Ziff. 4.1). Es ordnete an, dass der hälftige Anteil der
Beschwerdeführerin an der einfachen Gesellschaft X.________ und Y.________ auf
den Beschwerdegegner übertragen wird, und wies die im gemeinschaftlichen
Eigentum der Parteien stehenden Grundstücke Nrn. xxxx und yyyy (Grundbuch
D.________ und E.________) unter gleichzeitiger Übernahme der Hypotheken dem
Beschwerdegegner zu Alleineigentum zu (Dispositiv-Ziff. 4.2 - 4.4). Das
Bezirksgericht verpflichtete den Beschwerdegegner, der Beschwerdeführerin aus
Güterrecht eine Ausgleichszahlung von Fr. 10'473.40 zu leisten
(Dispositiv-Ziff. 4.5), wies den Antrag auf Herausgabe eines Tresorschlüssels
ab (Dispositiv-Ziff. 4.6) und erklärte die Parteien bei ihrem heutigen
Besitzstand per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche güterrechtlich für
auseinandergesetzt (Dispositiv-Ziff. 4.7 des Urteils vom 7. September 2011).

C.
Der Beschwerdegegner legte am 10. Oktober 2011 eine Berufung ein und
beantragte, in Abänderung von Dispositiv-Ziff. 4.1 und 4.5 sei die
Beschwerdeführerin zu verpflichten, ihm 151 Aktien der A.________ AG zu
Eigentum zu übergeben und aus Güterrecht Fr. 739'527.-- zu bezahlen. Die
anwaltlich nicht mehr vertretene Beschwerdeführerin opponierte den Anträgen mit
Eingabe vom 5. Dezember 2011 und verlangte eine Änderung des Urteils nach der
Anschlussberufung. In seiner Anschlussberufungsantwort vom 25. Januar 2012
schloss der Beschwerdegegner auf Nichteintreten, eventuell auf Abweisung der
Anschlussberufung. Das Obergericht des Kantons Aargau hiess die Berufung
teilweise gut und ordnete die interne Versteigerung der Aktien unter den
Parteien an (Dispositiv-Ziff. 1/4.1.1). Für den Fall, dass innert sechs Monaten
seit Rechtskraft des Urteils die interne Steigerung nicht sollte vollzogen
werden können, ordnete das Obergericht an, dass jede Partei beim Betreibungsamt
B.________ die öffentliche Versteigerung der Aktien verlangen kann und der
Steigerungserlös der Beschwerdeführerin zu 66.16 % und dem Beschwerdegegner zu
33.84 % zuzuweisen ist (Dispositiv-Ziff. 1/4.1.2). Das Obergericht
verpflichtete die Beschwerdeführerin, dem Beschwerdegegner aus Güterrecht eine
Ausgleichszahlung von Fr. 589'526.60 zu leisten (Dispositiv-Ziff. 1/4.5). Auf
die Anschlussberufung der Beschwerdeführerin trat das Obergericht nicht ein
(Dispositiv-Ziff. 2). Es auferlegte die Gerichtsgebühr den Parteien je zur
Hälfte und schlug die Parteikosten wett (Dispositiv-Ziff. 3 und 4 des
Entscheids vom 19. Juni 2012).

D.
Mit Eingabe vom 27. August 2012 beantragt die Beschwerdeführerin dem
Bundesgericht, den obergerichtlichen Entscheid wegen Verfahrensmängeln
aufzuheben und die Sache zur Wiederholung des Berufungsverfahrens
zurückzuweisen. Im Eventualstandpunkt verlangt sie, ihr sämtliche Aktien der
A.________ AG zu Eigentum zuzuweisen und den Beschwerdegegner zu verpflichten,
ihr aus schuld- und güterrechtlicher Ausgleichung Fr. 1'135'657.90 bzw. Fr.
1'391'587.90 im Fall einer hälftigen Zuweisung der Aktien zu bezahlen. Für den
Fall, dass Steuernachzahlungen in der Neuberechnung der Güterrechtsforderung
nicht berücksichtigt würden, stellt die Beschwerdeführerin den Antrag, nach dem
4. Februar 2009 vom einen dem anderen Ehegatten aus privater Schuldpflicht
nachweislich bezahlte Einkommens- und Vermögenssteuern der Veranlagungsperioden
bis 31. Dezember 2008 intern je zur Hälfte aufzuerlegen und im bezahlten
Mehrbetrag nebst Verzugszins von 5 % eine Rückforderung zuzusprechen. Im
kantonalen Berufungsverfahren sei dem Beschwerdegegner die Gerichtsgebühr und
eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- aufzuerlegen. Weiter ersucht die
Beschwerdeführerin, ihrer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren.
Während das Obergericht auf eine Stellungnahme verzichtet hat, schliesst der
Beschwerdegegner auf Abweisung, soweit auf das Gesuch um aufschiebende Wirkung
eingetreten werden könne. Das Präsidium der II. zivilrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichts hat der Beschwerde gegen den obergerichtlichen Entscheid, aber
nicht mit Bezug auf das bezirksgerichtliche Urteil die aufschiebende Wirkung
zuerkannt (Verfügung vom 12. September 2012). Es sind die kantonalen Akten
eingeholt worden. Mit Eingabe vom 4. April 2013 hat die Beschwerdeführerin
einen Beleg betreffend Steuerzahlungspflicht eingereicht. Während das
Obergericht auf eine Vernehmlassung in der Sache verzichtet hat, schliesst der
Beschwerdegegner innert erstreckter Frist auf Abweisung, soweit auf die
Beschwerdeeingetreten werden könne. Von den Eingaben wurde den Parteien
jeweilen Kenntnis gegeben.

Erwägungen:

1.
Der angefochtene Entscheid betrifft die güterrechtliche Auseinandersetzung nach
den Vorschriften über die Errungenschaftsbeteiligung (Art. 120 i.V.m. Art. 196
ff. ZGB) und damit eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer
vermögensrechtlichen Angelegenheit, deren Streitwert den gesetzlichen
Mindestbetrag von Fr. 30'000.-- übersteigt (Art. 74Abs. 1 lit. b BGG). Er ist
kantonal letztinstanzlich (Art. 75 Abs. 1 BGG), lautet zum Nachteil der
Beschwerdeführerin (Art. 76 Abs. 1 BGG) und schliesst das kantonale Verfahren
ab (Art. 90 BGG). Die - im weiteren rechtzeitig erhobene (Art. 100 Abs. 1 und
Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG) - Beschwerde ist zulässig. Auf formelle Einzelfragen
wird im Sachzusammenhang einzugehen sein.

2.
Da das Bezirksgericht sein Urteil am 7. September 2011 gefällt hat, ist für das
kantonale Rechtsmittelverfahren die am 1. Januar 2011 in Kraft getretene
Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) massgebend gewesen (Art. 405
Abs. 1 ZPO).

3.
Ihren Hauptantrag, die Sache zur vollständigen oder teilweisen Wiederholung des
Berufungsverfahrens zurückzuweisen, begründet die Beschwerdeführerin damit,
dass sie vor Obergericht nicht mehr anwaltlich vertreten gewesen sei und dass
das Obergericht seiner Fürsorge- und Aufklärungspflicht nicht nachgekommen sei
und sie insbesondere nicht aufgefordert habe, einen Rechtsvertreter zu
bezeichnen. Sie rügt die Verletzung von Prozessrechtsvorschriften und der
verfassungsrechtlichen Ansprüche auf rechtliches Gehör und Waffengleichheit (S.
9 ff. Ziff. III/1-9 der Beschwerdeschrift; vgl. dazu S. 4 ff. der
Beschwerdeantwort).

3.1. Die Rügen der Beschwerdeführerin betreffen die Anwendung von Art. 69 ZPO
mit dem Randtitel "Unvermögen der Partei". Ist danach eine Partei
offensichtlich nicht imstande, den Prozess selbst zu führen, so kann das
Gericht sie auffordern, eine Vertreterin oder einen Vertreter zu beauftragen.
Leistet die Partei innert der angesetzten Frist keine Folge, so bestellt ihr
das Gericht eine Vertretung (Art. 69 Abs. 1 ZPO). Die Bestimmung beschränkt die
im Zivilprozess anerkannte Freiheit jeder Partei, persönlich und ohne
Vertretung vor Gericht die im Prozessrecht vorgezeichneten Rechte wahrzunehmen,
prozessuale Anträge zu stellen, schriftliche oder mündliche Parteivorträge zu
halten usw. (sog. Postulationsfähigkeit: BGE 132 I 1 E. 3.2 S. 5). Ähnlich
lauten der bisherige § 66 Abs. 2 ZPO/AG und die Regelung in der
Bundesrechtspflege (Art. 41 Abs. 1 BGG und Art. 29 Abs. 5 OG), die in Art. 69
ZPO übernommen wurde ( Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO]
vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221, S. 7280 zu Art. 67 des Entwurfs). Die
Voraussetzung, dass die Partei "offensichtlich" ausserstande sein muss, den
Prozess selber zu führen, gebietet, eine Unfähigkeit dazu nicht leichthin
anzunehmen. Grundsätzlich ist jede Partei selbst dafür verantwortlich, dass
ihre Eingabe den gesetzlichen Anforderungen genügt (Urteile 1B_163/2012 vom 28.
März 2012 E. 3 und 6B_355/2008 vom 15. Januar 2009 E. 3.2). Dass die Eingabe
eines Laien als lückenhaft erscheint, rechtfertigt die Annahme einer
Postulationsunfähigkeit für sich allein nicht (Urteil 8C_1033/2010 vom 10. Juni
2011 E. 2 und Verfügung 4A_377/2011 vom 18. August 2011). Zu berücksichtigen
sind vielmehr die Komplexität der Streitsache, die sich stellenden rechtlichen
und technischen Fragen und das Verhalten der Partei (Urteil 1E.4/2004 vom 1.
März 2004 E. 8).

3.2. Eine offensichtliche Unfähigkeit der Beschwerdeführerin, das
Berufungsverfahren selbst zu führen, musste das Obergericht aus folgenden
Gründen nicht annehmen:

3.2.1. Zum Verfahrensablauf ergibt sich aus den kantonalen Akten (Art. 105 Abs.
2 BGG), dass das bezirksgerichtliche Urteil am 8. September 2011 der Post
aufgegeben und am 16. ds. vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
entgegengenommen wurde, der mit Schreiben vom 9. September 2011 dem
Bezirksgericht mitgeteilt hat, er nehme die Interessen der Beschwerdeführerin
mit sofortiger Wirkung nicht mehr wahr (act. 550 und 552 der
bezirksgerichtlichen Akten). Die Beschwerdeführerin hat am 15. Oktober 2011
persönlich einen Brief an das Obergericht geschrieben und erläutert, ihr
bisheriger Rechtsvertreter habe das Mandat niedergelegt und der ihr empfohlene
Rechtsanwalt habe eine Übernahme des Mandats abgelehnt. Weiter heisst es in dem
Brief, die Beschwerdeführerin habe keine Möglichkeit gehabt, in acht
Arbeitstagen einen anderen Anwalt zu finden. Sie habe nun selber versucht, eine
Einsprache zu verfassen, und wäre froh um die Mitteilung, ob eine von ihr
verfasste Eingabe überhaupt akzeptiert werde. Sie werde dann eine
Anschlussberufung erheben.

3.2.2. Aufgrund des Briefs durfte das Obergericht davon ausgehen, dass die
Beschwerdeführerin um die Möglichkeit anwaltlicher Vertretung gewusst, das
Verfahren aber selber zu führen beabsichtigt hat. Das Obergericht hat deshalb
seiner Aufklärungspflicht mit der Auskunft genügt, die Beschwerdeführerin könne
selbst - ohne anwaltlichen Beistand - gegen das Scheidungsurteil eine Berufung
einlegen, doch dürfte die Berufungsfrist inzwischen abgelaufen sein. Es bestehe
die Möglichkeit, im Rahmen der Berufungsantwort mittels Anschlussberufung
eigene Anträge auf Abänderung des Scheidungsurteils zu stellen. Zu einem
späteren Zeitpunkt werde ihr die Frist zur Einreichung einer Berufungsantwort
und allfälligen Anschlussberufung angesetzt (Schreiben der
Instruktionsrichterin an die Beschwerdeführerin vom 18. Oktober 2011).

3.2.3. Rund zwei Wochen später wurde der Beschwerdeführerin die Frist von
dreissig Tagen zur Erstattung der Berufungsantwort angesetzt und darauf
hingewiesen, dass in der Berufungsantwort Anschlussberufung erhoben werden
könne (Verfügung vom 2. November 2011). Die Beschwerdeführerin hätte somit -
wie es auch das bundesgerichtliche Verfahren belegt - ausreichend Zeit gehabt,
eine anwaltliche Vertretung zu bestellen, hat aber am 5. Dezember 2011 dem
Obergericht eine selbst verfasste, elfseitige mit "Berufungsantwort"
überschriebene Eingabe mit Belegen eingereicht.

3.2.4. Die Berufungsantwort ist strukturiert und nimmt mit Hinweis auf die
Erwägungen des bezirksgerichtlichen Urteils und auf die Seitenzahlen der
Berufungsschrift zu den Vorbringen des Beschwerdegegners einzeln Stellung. Dass
die Beschwerdeführerin nicht einfach auf Abweisung schliesst, sondern die
Berufungsanträge des Beschwerdegegners in ihr Gegenteil umformuliert ("darf
nicht verpflichtet werden"), wäre in formeller Hinsicht nicht erforderlich
gewesen, dient aber der Klarheit und belegt deshalb keine Unbeholfenheit der
Beschwerdeführerin.

3.2.5. Keinerlei Anhaltspunkte bestehen dafür, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihres Alters, ihrer fehlenden Geschäftserfahrung und ihrer emotionalen
Verfangenheit unfähig gewesen wäre, den Prozess selber zu führen. Ihre
Berufungsantwort, aber auch ihre Ausführungen an der Parteibefragung (act. 420
ff. der bezirksgerichtlichen Akten) bestätigen vielmehr den Eindruck, dass die
Beschwerdeführerin gut orientiert war und genau wusste, was sie wollte, und
dass ihre Willensbildung und -äusserung weder durch die Scheidungssituation
noch durch eine Art emotionaler Verfangenheit beeinträchtigt war. Von
Geschäftsunerfahrenheit kann auch deshalb nicht ausgegangen werden, weil die
Beschwerdeführerin im Familienunternehmen mitgearbeitet hat, bevor der
Beschwerdegegner sie nach ihren Angaben hinausgeworfen hat. Dass die
Beschwerdeführerin zudem Eigengutserträge von jährlich rund Fr. 220'000.-- bei
einem Ausgangskapital von rund 1.8 Mio. Fr. erwirtschaftet hat, belegt
ebenfalls ihre Geschäftserfahrung, sei es, dass sie selber eine ausgezeichnete
Vermögensverwalterin ist, oder sei es, dass sie sich mit guten Beratern zu
umgeben weiss. Schliesslich weist der Beschwerdegegner zutreffend darauf hin,
dass die Beschwerdeführerin gemäss dem mit Eingabe vom 4. April 2013 neu
eingereichten Beleg wiederum ein Verfahren selbstständig und ohne anwaltliche
Hilfe geführt und mit ihrem Rekurs vor dem kantonalem Spezialgericht für
Steuern teilweise obsiegt hat (act. 17).

3.3. Insgesamt musste das Obergericht weder den Entschluss der
Beschwerdeführerin, das Berufungsverfahren selber zu führen, hinterfragen noch
irgendwelche Vorkehren treffen, weil sich die Beschwerdeführerin nicht hat
anwaltlich vertreten lassen wollen. Die handlungsfähige und geschäftserfahrene
Beschwerdeführerin darf sich dafür entscheiden, einen Prozess selber zu führen.
Der Entscheid ist von den Gerichten zu respektieren, sollte er sich für den
Betroffenen später auch nachteilig auswirken.

4.
Die Beschwerdeführerin will das bundesgerichtliche Verfahren auf Fragen
ausdehnen, über die das Obergericht nicht entschieden hat, weil ihre
Berufungsantwort zu Unrecht nicht als Anschlussberufung behandelt worden sei
(S. 11 f. Ziff. III/5, S. 17 f. Ziff. IV/1 und S. 24 f. Ziff. IV/3a der
Beschwerdeschrift). Mit Bezug auf Steuerschulden legt sie dem Bundesgericht ein
nach dem angefochtenen Entscheid ergangenes Urteil des kantonalen
Spezialverwaltungsgerichts vom 21. März 2013 vor, wonach die interne
Steuerpflicht unverändert offen sei (Eingabe vom 4. April 2013). Der
Beschwerdegegner bestreitet die Rechtzeitigkeit der Vorbringen im kantonalen
Verfahren und macht eine Verletzung des Novenverbots geltend (S. 19 ff. der
Beschwerdeantwort).

4.1. Gemäss Art. 315 Abs. 1 ZPO hemmt die Berufung die Rechtskraft und die
Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge. In der
Berufungsantwort kann die Gegenpartei Anschlussberufung erheben (Art. 313 Abs.
1 ZPO). Die Anschlussberufung ist nicht auf den Gegenstand der Berufung
beschränkt und kann sich auf einen beliebigen, mit diesem nicht notwendig in
Zusammenhang stehenden Teil des angefochtenen Urteils beziehen (BGE 138 III 788
E. 4.4 S. 790 f.). Berufung und Anschlussberufung bestimmen mit ihren
jeweiligen Anträgen insoweit über Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des
angefochtenen Entscheids (so bereits Art. 54 Abs. 2 Satz 2 OG) und legen
gleichzeitig den Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens fest (BGE 131 III
189 E. 2.7.3 S. 198). Werden in der Berufungsantwort materielle Anträge
gestellt, die über die blosse Bestätigung des angefochtenen Urteils
hinausgehen, erscheint es als zulässig, die Eingabe als Anschlussberufung
entgegenzunehmen (BGE 121 III 420 E. 1 S. 423). Vorausgesetzt ist freilich,
dass die auf Geldzahlung gerichteten Anträge - wie in der Berufung selbst -
beziffert sind oder dass sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit
dem angefochtenen Urteil, ergibt, welcher Geldbetrag gefordert wird (BGE 137
III 617 E. 4.3 S. 619 und E. 6.2 S. 622).

4.2. Von diesen Grundsätzen ist das Obergericht ausgegangen. Es hat
festgehalten, die Beschwerdeführerin habe eine Berufungsantwort erstattet,
darin aber nicht gleichzeitig und förmlich eine Anschlussberufung erhoben. Nach
Ablauf der Frist zur Berufungsantwort könne eine Anschlussberufung nicht mehr
eingereicht werden (E. 1.4.1.2 S. 8). Soweit die Beschwerdeführerin in der
Berufungsantwort eine neue Berechnung der güterrechtlichen Ausgleichszahlung
verlange, sei der Antrag zwar zulässig, doch lasse sich weder dem Antrag noch
der Begründung entnehmen, welcher Betrag anstelle des vom Bezirksgericht
festgesetzten zuzusprechen sei. Auf die Anschlussberufung sei auch insoweit
nicht einzutreten (E. 1.4.2.2 S. 9 des angefochtenen Entscheids).

4.3. Was die Beschwerdeführerin heute dagegenhält, ist unbehelflich:

4.3.1. Aus beiden Mitteilungen der Instruktionsrichterin an die
Beschwerdeführerin geht hervor, dass "im Rahmen der Berufungsantwort" bzw. "in
der Berufungsantwort" Anschlussberufung zu erheben ist (Schreiben vom 18.
Oktober 2011 und Verfügung vom 2. November 2011). Die Auskunft kann von einem
Laien nicht dahin gehend verstanden werden, er könne die Berufungsantwort
einreichen und werde dann nochmals zur Erhebung einer Anschlussberufung
eingeladen. Beides hat innert der gleichen Frist zu geschehen.

4.3.2. In ihrer Berufungsantwort hat die Beschwerdeführerin erwähnt, sie
verlange auch Anschlussberufung. Die Instruktionsrichterin hat dem
Beschwerdegegner eine Frist zur Beantwortung der Anschlussberufung angesetzt
(Verfügung vom 12. Dezember 2011). Daraus kann die Beschwerdeführerin nichts zu
ihren Gunsten ableiten. Es trifft zwar zu, dass die Rechtsmittelinstanz die
Anschlussberufung der Gegenpartei zur schriftlichen Stellungnahme zustellt, es
sei denn, die Anschlussberufung sei offensichtlich unzulässig oder
offensichtlich unbegründet (Art. 312 Abs. 1 i.V.m. Art. 313 Abs. 1 ZPO; BGE 138
III 568 E. 3.1 S. 569 f.). Dass in derart offensichtlichen Fällen auf die
Einholung einer Stellungnahme verzichtet werden kann, schliesst es nicht aus,
auf eine Berufung oder Anschlussberufung auch nach Einholung einer
Stellungnahme nicht einzutreten (vgl. Urteil 5A_872/2012 vom 22. Februar 2013
E. 4.3).

4.3.3. Die obergerichtliche Auslegung des in der Berufungsantwort enthaltenen
materiellen Antrags betreffend die güterrechtliche Ausgleichszahlung
beanstandet die Beschwerdeführerin nicht (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Beurteilung
des Obergerichts entspricht der bundesgerichtlichen Praxis. Geht es um die
güterrechtliche Auseinandersetzung, ist dazutun, wie die Ehegatten im Ergebnis
güterrechtlich auseinanderzusetzen sind. Anträge auf Geldzahlung sind zu
beziffern. Auf eine Eingabe mit formell mangelhaftem Rechtsbegehren kann
ausnahmsweise dann eingetreten werden, wenn sich aus der Begründung, allenfalls
in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, zweifelsfrei bzw. ohne weiteres
ergibt, was in der Sache verlangt wird (Urteile 5A_477/2012 vom 11. Januar 2013
E. 4.1.1 und 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1).

4.4. Die Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid betreffend die
Anschlussberufung erweist sich als unbegründet. Soweit sich die
Beschwerdeführerin auch in diesem Zusammenhang auf ihre angebliche
Unbeholfenheit beruft, ist sie darauf hinzuweisen, dass ihr - in Kenntnis aller
anderen Möglichkeiten - gefasster Entschluss, das Berufungsverfahren selbst und
ohne anwaltliche Hilfe zu führen, vom Obergericht zu respektieren gewesen ist
und dass sie die Folgen des Risikos, die sich teilweise verwirklicht haben,
auch selber zu tragen hat (E. 3 hiervor).

4.5. Für die vorliegende Beschwerde bedeutet dieses Ergebnis, dass
Streitfragen, die - wie namentlich die interne Steueraufteilung - nicht
Berufungsgegenstand vor Obergericht waren, nicht zum Gegenstand des
bundesgerichtlichen Verfahrens gemacht werden können. Aufgrund der zulässigen
Anträge und Vorbringen hat das Obergericht lediglich die Ersatzforderungen für
Investitionen in das Ferienhaus in C.________ (E. 2.1 S. 10 ff.), die
Massenzugehörigkeit und die Zuweisung der Aktien der A.________ AG (E. 2.2 S.
16 ff.) und die Ersatzforderungen des Eigenguts der Beschwerdeführerin von 1.2
Mio. Fr. gegen ihre Errungenschaft (E. 2.3 S. 23 ff.) zu beurteilen gehabt.
Soweit die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen und Vorbringen darüber
hinausgeht (S. 17 Ziff. III/10 und S. 24 ff. Ziff. IV/3 der Beschwerdeschrift
und Eingabe vom 4. April 2013), kann darauf nicht eingetreten werden (BGE 136
II 165 E. 5 S. 174 und 457 E. 4.2 S. 462 f.). Insbesondere kann die
Beschwerdeführerin keine höhere Ausgleichszahlung aus Güterrecht beantragen als
die vom Bezirksgericht zuerkannte, die sie selbstständig vor Obergericht nicht
angefochten hat (BGE 95 II 312 E. 1 S. 315; 119 II 227 E. 3b S. 232; 135 III
513 E. 8.3 S. 530).

5.
Die Vermögenswerte, die einem Ehegatten zu Beginn des Güterstandes gehören oder
ihm später durch Erbgang oder sonstwie unentgeltlich zufallen, sind von
Gesetzes wegen Eigengut (Art. 198 Ziff. 2 ZGB). In tatsächlicher Hinsicht steht
fest, dass die Beschwerdeführerin im Jahre 1986 aufgrund eines
Erbverzichtsvertrags unter anderem Fr. 1'873'176.-- in bar erhalten hat.
Streitig ist, ob und in welchem Betrag aus dem Barvermögen in Liegenschaften
und in das Familienunternehmen investiert wurde. Die Beschwerdeführerin hat
eine Ersatzforderung ihres Eigenguts gegen die Errungenschaft beider Ehegatten
geltend gemacht (S. 22 f. Ziff. IV/2c der Beschwerdeschrift und S. 18 f. der
Beschwerdeantwort).

5.1. Das Bezirksgericht hat festgestellt, die Beschwerdeführerin habe gestützt
auf den Erbverzichtsvertrag nebst zwei Mehrfamilienhäusern eine Barzahlung von
Fr. 1'873'176.-- erhalten und Erträge aus dem Eigengut von mindestens Fr.
220'000.-- jährlich erwirtschaftet. Die Steuererklärungen wiesen ein
steuerbares Vermögen der Parteien über 7.2 Mio. Fr. (2001), 7.7 Mio. Fr. (2002
und 2003), 8.6 Mio. Fr. (2004), 9.1 Mio. Fr. (2006) und 5.7 Mio. Fr. (2007)
aus. Im Jahre 2008 habe sich das Vermögen der Beschwerdeführerin allein auf 6.6
Mio. Fr. belaufen. Im Lichte dieser über Jahre andauernden äusserst guten
finanziellen Verhältnisse rechtfertige es sich auch ohne Nachweis des
Geldflusses, von am Stichtag noch vorhandenem, aus dem Eigengut stammendem,
investiertem oder liquiden Mitteln bestehendem Eigengutsvermögen der
Beschwerdeführerin von 1.2 Mio. Fr. auszugehen. Ihrem Eigengut stehe eine
Ersatzforderung gegenüber ihrer Errungenschaft von 1.2 Mio. Fr. zu (E.
6.5.2.17.3 S. 41 des bezirksgerichtlichen Urteils).

5.2. Auf Berufung des Beschwerdegegners hin hat das Obergericht beweismässig
festgehalten, die Geldmittel von Fr. 1'873'176.-- seien auf das Bankkonto der
Beschwerdeführerin bei der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt überwiesen,
in mehreren Teilbeträgen auf das Konto der Beschwerdeführerin bei der
Migros-Bank weitergeleitet und in erheblichem Umfang für Börsengeschäfte und
für Darlehen verwendet worden. Die behaupteten Investitionen in
Betriebsliegenschaften und Privatliegenschaften sowie die angeblichen Darlehen
an die A.________ AG habe das Bezirksgericht unangefochten als nicht bewiesen
erachtet. Bei dieser Sachlage aber habe das Bezirksgericht gegen die
Beweisregel von Art. 8 ZGB hinsichtlich des Bestandes von Ersatzforderungen
verstossen, wenn es allein aufgrund eines Vermögensvergleichs eine
Ersatzforderung des Eigenguts gegen die Errungenschaft der Beschwerdeführerin
von 1.2 Mio. Fr. anerkannt habe. Die Berufung des Beschwerdegegners sei in
diesem Punkt gutzuheissen, die Ersatzforderung des Eigenguts gegen die
Errungenschaft zu streichen und der Errungenschaft der Betrag von 1.2 Mio. Fr.
hinzuzurechnen. Damit resultiere eine güterrechtliche Ausgleichsforderung des
Beschwerdegegners von Fr. 600'000.-- (= ½ von 1.2 Mio. Fr.) bzw. von Fr.
589'526.60 nach Abzug der bezirksgerichtlich zuerkannten güterrechtlichen
Ausgleichsforderung der Beschwerdeführerin von Fr. 10'473.40 (E. 2.3.2.2 S. 24
f. des angefochtenen Entscheids).

5.3. Das Obergericht hat die Beweislast für Investitionen des Eigenguts in die
Errungenschaft im Vermögen eines Ehegatten zutreffend verlegt. Diese
Ersatzforderungen werden in Art. 209 ZGB geregelt. Der Ehegatte, der - wie hier
die Beschwerdeführerin - zu Gunsten seines Eigenguts eine Ersatzforderung
behauptet, hat deren tatsächliche Voraussetzungen zu beweisen (Art. 8 ZGB). Die
in Art. 200 Abs. 3 ZGB enthaltene Vermutung, dass alles Vermögen bis zum Beweis
des Gegenteils als Errungenschaft gilt, beschränkt sich auf die
Massenzugehörigkeit eines Vermögenswertes, enthält aber keine Aussage darüber,
wer die Beweislast dafür trägt, dass die eine güterrechtliche Masse in einen
Vermögenswert der anderen investiert hat (BGE 131 III 559 E. 4.3 S. 565). Im
Falle von Investitionen gehören zum Beweisthema die Tatsache der Leistung an
sich und der Leistung aus einer bestimmten Gütermasse sowie der tatsächliche
Umfang dieser Leistung. Bei Investitionen durch Geldzahlungen ist nicht bloss
der Vergleich der jeweiligen Vermögen oder eine Finanzierungsmöglichkeit zu
beweisen, sondern der Zahlungsfluss von der einen in die andere Gütermasse im
Einzelfall (Urteil 5A_822/2008 vom 2. März 2009 E. 3.3; BGE 138 III 193 E. 6.2
S. 203).

5.4. Was die Beschwerdeführerin gegen die obergerichtliche Beurteilung
einwendet, vermag nicht zu überzeugen:

5.4.1. Entgegen ihrer heutigen Darstellung hat die Beschwerdeführerin im
kantonalen Verfahren Investitionen aus ihrem Eigengut in Betriebs- und
Privatliegenschaften sowie in das Familienunternehmen behauptet. Dass die
Ehegatten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung zur Deckung der laufenden Bedürfnisse der ehelichen
Gemeinschaft nicht die Substanz des Eigenguts angreifen (Urteil 5A_37/2011 vom
1. September 2011 E. 3.2.1, in: FamPra.ch 2012 S. 168 f.), ist in Anbetracht
der behaupteten geschäftlichen Investitionen der Beschwerdeführerin
bedeutungslos.

5.4.2. Ebenso wenig geht es gemäss den obergerichtlichen Feststellungen -
anders als im zit. Urteil 5A_37/2011 - um einen Fall von "Vermischung" von
Eigengut und Errungenschaft auf einem Bankkonto. Der Beschwerdegegner hat schon
deshalb weder substantiiert zu behaupten noch nachzuweisen gehabt, wofür die
Beschwerdeführerin ihre Eigengutsmittel verwendet hat. Eine derartige
Beweisauflage, wie sie die Beschwerdeführerin fordert, bedeutete eine
unzulässige Umkehrung der Beweislast (Urteil 5A_662/2009 vom 21. Dezember 2009
E. 2.3, in: FamPra.ch 2010 S. 427).

5.4.3. Schliesslich verfängt der Hinweis auf Art. 165 Abs. 2 ZGB nicht. Danach
hat ein Ehegatte einen Anspruch auf angemessene Entschädigung, wenn er aus
seinem Einkommen oder Vermögen an den Unterhalt der Familie bedeutend mehr
beigetragen hat, als er verpflichtet war. Für allfällige Beiträge im Sinne von
Art. 165 Abs. 2 ZGB trägt die Beschwerdeführerin die Beweislast (Art. 8 ZGB;
Urteile 5C.290/2006 vom 9. März 2007 E. 2.2, in: FamPra.ch 2007 S. 636 f., und
5A_733/2009 vom 10. Februar 2010 E. 3.3.2, nicht veröffentlicht in BGE 136 IIII
209, wohl aber in: ZBGR 93/2012 S. 182). Dabei wird wie für die
Ersatzforderungen grundsätzlich der strikte Beweis verlangt (Urteil 5A_822/2008
vom 2. März 2009 E. 7). Diesen Beweis hat die Beschwerdeführerin laut den
obergerichtlichen Feststellungen nicht erbracht, so dass dahingestellt bleiben
kann, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch gemäss Art. 165 Abs. 2 ZGB
"zumindest sinngemäss" erhoben hat.

5.5. Aus den dargelegten Gründen kann nicht beanstandet werden, dass das
Obergericht eine Ersatzforderung des Eigenguts der Beschwerdeführerin von 1.2
Mio. Fr. gegen ihre Errungenschaft nicht als bewiesen anerkannt hat. Es besteht
somit eine güterrechtliche Ausgleichsforderung von Fr. 589'526.60 zu Gunsten
des Beschwerdegegners.

6.
Die Ehegatten haben das Ferienhaus in C.________ 1989 zu hälftigem Miteigentum
erworben und am 9. Dezember 1996 aufgrund einer internen güterrechtlichen
Auseinandersetzung als Eigengut in das Alleineigentum der Beschwerdeführerin
überführt. Die kantonalen Gerichte haben das Eigengut der Beschwerdeführerin an
der Liegenschaft anerkannt. Streitig sind nach dem 9. Dezember 1996 erfolgte
Investitionen in die Liegenschaft. Der Beschwerdegegner hat Ersatzforderungen
der Errungenschaften beider Ehegatten gegen das Eigengut der Beschwerdeführerin
geltend gemacht (S. 21 f. Ziff. IV/2b der Beschwerdeschrift und S. 18 der
Beschwerdeantwort).

6.1. Das Bezirksgericht hat auch die auf der Liegenschaft lastende Hypothek dem
Eigengut der Beschwerdeführerin zugeordnet. Die ab 1996 noch vorhandene
Hypothekarschuld von Fr. 50'000.-- will die Beschwerdeführerin durch
Eigengutsmittel amortisiert haben, was der Beschwerdegegner bestritten hat. Das
Bezirksgericht ist davon ausgegangen, mangels Eigengutsnachweis der
Beschwerdeführerin stehe den Errungenschaften der Parteien je eine
Ersatzforderung von Fr. 25'000.-- (x 2 = Fr. 50'000.--) zu (E. 6.5.2.7.3 S. 26
f.). Der Beschwerdegegner hat weitere Investitionen von Fr. 567'202.85 nach
1996 in die Liegenschaft in C.________ behauptet. Das Bezirksgericht hat dazu
festgehalten, die Parteien hätten sich auf den Wert einer neu gebauten Garage
von Fr. 25'000.-- einigen können. Den aktuellen Wert der weiteren Investitionen
hat das Bezirksgericht anhand der Auflistung des Beschwerdegegners auf Fr.
150'000.-- beziffert. Den Errungenschaften beider Parteien hat damit je eine
Ersatzforderung gegen das Eigengut der Beschwerdeführerin von Fr. 87'500.-- (=
½ von Fr. 175'000.-- [= Fr. 25'000.-- + Fr. 150'000.--]) unter dem Titel
"Investitionen" (E. 6.5.2.7.5.2 S. 27 f.) und insgesamt von Fr. 112'500.-- (=
Fr. 25'000.-- [Hypothek] + Fr. 87'500.-- [Investitionen]) zugestanden (E.
6.5.2.7.7 S. 28 des bezirksgerichtlichen Urteils).

6.2. Gemäss den obergerichtlichen Feststellungen hat der Beschwerdegegner mit
Berufung eingewendet, die Garage im Wert von Fr. 25'000.-- sei nicht in den
weiteren Investitionen von Fr. 567'202.85 enthalten und die Bewertung der
Investitionen mit Fr. 175'000.-- sei falsch (E. 2.1.1.2 S. 11). Die
Beschwerdeführerin soll in der Berufungsantwort unter anderem geltend gemacht
haben, auf die Investitionen dürfe nicht eingetreten werden, weil es sich dabei
nicht um Errungenschaft handle (E. 2.1.1.3 S. 11 f.). Das Obergericht ist davon
ausgegangen, die Beweislast für Ersatzforderungen der Errungenschaft gegen das
Eigengut trage der Ehegatte, der die Vorschlagsbeteiligung geltend mache.
Beweisthema im Falle von Investitionen durch Geldzahlungen sei der
Zahlungsfluss von der einen in die andere Gütermasse im Einzelfall (E. 2.1.2.2
S. 12 f.). Das Obergericht hat festgehalten, mit Bezug auf die Amortisation der
Hypothek von Fr. 50'000.-- habe das Bezirksgericht die Beweislast falsch
verteilt, indem es von einem fehlenden Eigengutsnachweis der Beschwerdeführerin
ausgegangen sei (E. 2.1.3.2.1 S. 14), und mit Bezug auf die weiteren
Investitionen könne der dem Beschwerdegegner obliegende Nachweis einer
Ersatzforderung der Errungenschaft gegen das Eigengut nicht als erstellt gelten
(E. 2.1.3.2.2 S. 14 f. des angefochtenen Entscheids).

6.3. Die Beschwerdeführerin stimmt der obergerichtlichen Beurteilung zu, rügt
aber als unverständlich und offensichtlich falsch, dass das Obergericht die zu
Unrecht berücksichtigte Ersatzforderung der Errungenschaft gegen ihr Eigengut
von insgesamt Fr. 225'000.-- nicht gestrichen habe. Diese Korrektur hätte sich
selbst dann aufdrängt, wenn nicht von einer Anschlussberufung, sondern nur von
einer Berufungsantwort mit Abweisungsantrag auszugehen sei. Im Rahmen ihrer
Berufungsantwort habe sie jegliche Ansprüche gegen ihre Eigengutsliegenschaft
bestritten. Spreche das Obergericht dem Beschwerdegegner in anderem
Zusammenhang eine Mehrforderung zu, hätte es auch einen Minderanspruch
berücksichtigen müssen.

6.4. Der Einwand ist aus folgenden Gründen berechtigt:

6.4.1. In ihrer Berufungsantwort darf die Beschwerdeführerin einzelne
Erwägungen des bezirksgerichtlichen Urteils beanstanden, auch wenn sie nur
dessen Bestätigung beantragt (BGE 120 II 128 E. 2a S. 129; 124 III 277 E. 2 S.
282; 133 III 61 E. 2.1 S. 66). Die Beschwerdeführerin hat in der
Berufungsantwort unmissverständlich eine Ersatzforderung der Errungenschaft
bestritten und geltend gemacht, sämtliche Zahlungen seien aus ihrem ererbten
Barvermögen erfolgt und damit aus ihrem Eigengut. Davon ist auch das
Obergericht ausgegangen (E. 6.2 soeben).

6.4.2. Die Begründetheit der in der Berufungsantwort erhobenen Einwände kann
allerdings nicht dazu führen, dass das Urteil zu Ungunsten des
Beschwerdegegners als alleinigem Berufungskläger abgeändert wird, ausser es
liege eine Anschlussberufung vor oder die streitigen Ansprüche unterstünden der
Offizialmaxime (BGE 110 II 113 E. 3 und 4 S. 114; 129 III 417 E. 2.1.1 S. 419
f.; 134 III 151 E. 3.2 S. 158). Die beiden Voraussetzungen sind hier nicht
erfüllt. Weder hat die Beschwerdeführerin eine Anschlussberufung erhoben (E. 4
hiervor), noch unterstehen die güterrechtlichen Ansprüche der Offizialmaxime
(Urteile 5A_283/2011 vom 29. August 2011 E. 2.2 Abs. 3 und 5A_54/2011 vom 23.
Mai 2011 E. 2.2, in: FamPra.ch 2011 S. 968 und S. 981). Zu einer Bezahlung von
mehr als dem bezirksgerichtlich festgelegten Betrag von Fr. 10'473.40 kann der
Beschwerdegegner somit nicht verpflichtet werden.

6.4.3. In der güterrechtlichen Auseinandersetzung erfolgt zuerst die
Ausscheidung von Errungenschaft und Eigengut jedes Ehegatten (Art. 207 Abs. 1
ZGB), dann die Berechnung des Vorschlags unter Berücksichtigung namentlich von
Ersatzforderungen (Art. 210 ZGB), anschliessend die Festlegung des Anteils der
Ehegatten am Vorschlag (Art. 215 ZGB) und zuletzt die Erfüllung der Ansprüche,
insbesondere durch die Bezahlung der Beteiligungsforderung (Art. 218 ZGB).
Allein das Ergebnis der güterrechtlichen Auseinandersetzung unterliegt dem
Verschlechterungsverbot, hingegen nicht die einzelne Ersatzforderung oder
Mehrwertbeteiligung, die lediglich Zwischenschritte bzw. Abrechnungspositionen
bedeuten (BGE 119 II 396, betreffend Schadenersatz; Urteil 5A_310/2010 vom 19.
November 2010 E. 6.4.3, in: FamPra.ch 2011 S. 451, betreffend nachehelichen
Unterhalt). Gebunden ist das Obergericht lediglich an den Betrag von von Fr.
10'473.40, zu dessen Bezahlung das Bezirksgericht den Beschwerdegegner an die
Beschwerdeführerin verpflichtet hat. Es verletzt das Verschlechterungsverbot
deshalb nicht, wenn von der obergerichtlich neu dem Beschwerdegegner
zugesprochenen güterrechtlichen Ausgleichsforderung von Fr. 589'526.60 gegen
die Beschwerdeführerin (E. 5.5 hiervor) die vom Obergericht - im Gegensatz zum
Bezirksgericht - nicht als erstellt betrachtete Ersatzforderung der
Errungenschaft des Beschwerdegegners von Fr. 112'500.-- gegen das Eigengut der
Beschwerdeführerin (E. 6.1-6.3 soeben) in Abzug gebracht wird.

6.5. Insgesamt beträgt die güterrechtliche Ausgleichsforderung des
Beschwerdegegners gegen die Beschwerdeführerin Fr. 477'026.60 (= Fr. 589'526.60
- Fr. 112'500.--). Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen.

7.
Streitig ist schliesslich die güterrechtliche Auseinandersetzung mit Bezug auf
die 300 Inhaberaktien der A.________ AG (S. 19 ff. Ziff. IV/2a der
Beschwerdeschrift und S. 16 f. der Beschwerdeantwort).

7.1. Das Obergericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass für die Zuordnung
eines Vermögenswertes zum Mannesgut oder zum Frauengut nicht die Herkunft der
für die Finanzierung eingesetzten Mittel massgebend ist, sondern die dingliche
oder obligatorische Rechtsträgerschaft am betreffenden Vermögenswert, bei
Sachen also das Eigentum (E. 2.2.2.1.1 S. 18 des angefochtenen Entscheids). Die
ZGB-Revision von 1984/88 hat die sachen- und güterrechtliche Ordnung
harmonisiert. Ein bestimmter Vermögensgegenstand gehört immer und
ausschliesslich zum Vermögen des Ehegatten, der rechtlich Eigentümer ist (BGE
112 II 384 E. 5c S. 389/390 mit Hinweisen; Urteil 5C.90/2004 vom 15. Juli 2004
E. 2.3, in: FamPra.ch 2005 S. 124). Weiter hat das Obergericht festgehalten,
wer behaupte, ein bestimmter Vermögenswert sei Eigentum des einen oder andern
Ehegatten, müssedies beweisen (Art. 200 Abs. 1 ZGB), und im Falle von
Beweislosigkeit sei gemäss Art. 200 Abs. 2 ZGB Miteigentum beider Ehegatten
anzunehmen (E. 2.2.2.1.1 S. 18). Obwohl die Beschwerdeführerin die 300
Inhaberaktien der A.________ AG in ihrem Besitz habe, sei ihr Alleineigentum
nicht erwiesen. Mit dem Beschwerdegegner sei vielmehr davon auszugehen, dass
die Aktien zu gleichen Teilen je im Miteigentum der Parteien stünden (E.
2.2.2.1.2 S. 18 f. des angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführerin bejaht
Miteigentum an den Aktien und wendet sich ausschliesslich gegen die gewählte
Methode zur Liquidation des Miteigentums.

7.2. Steht ein Vermögenswert im Miteigentum und weist ein Ehegatte ein
überwiegendes Interesse nach, so kann er gemäss Art. 205 Abs. 2 ZGB neben den
übrigen gesetzlichen Massnahmen verlangen, dass ihm dieser Vermögenswert gegen
Entschädigung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird. Das Obergericht
hat dazu festgestellt, dass im Rechtsmittelverfahren von keiner Partei die
ungeteilte Zuweisung sämtlicher Aktien verlangt werde (E. 2.2.2.2.2 S. 19 des
angefochtenen Entscheids). Die Beschwerdeführerin rügt die Feststellung als
aktenwidrig. Sie habe in ihrer Berufungsantwort unverändert geltend gemacht,
Alleineigentümerin aller Aktien zu sein bzw. Anspruch auf alle Aktien zu haben.
Sie habe mithin die Zuweisung aller Aktien verlangt (S. 19 Ziff. IV/2a der
Beschwerdeschrift). Eine offensichtlich unrichtige Feststellung (Art. 97 Abs. 1
BGG) liegt nicht vor. An der angegebenen Stelle der Berufungsantwort (S. 9
Ziff. 4) spricht die Beschwerdeführerin schon deshalb nicht von einer Zuweisung
der Aktien, weil sich sämtliche Aktien ohnehin in ihrem Besitz befunden haben.
Sie hat dortselbst vielmehr unverändert geltend gemacht, aufgrund der
Finanzierung der Aktien sei von ihrem Alleineigentum auszugehen. Zum Fall, dass
die Aktien im Miteigentum beider Ehegatten stünden, wie sie das heute anerkennt
(E. 7.2 soeben), hat sich die Beschwerdeführerin in ihrer Berufungsantwort und
auch vor Bezirksgericht nicht geäussert. Durfte das Obergericht somit annehmen,
dass keiner der Ehegatten eine ungeteilte Zuweisung der Aktien beantragt hat,
erfolgt die Aufhebung des Miteigentums nach den sachenrechtlichen Bestimmungen.
Eine Zuweisung an einen Ehegatten gemäss Art. 205 Abs. 2 ZGB ohne
Parteibegehren und gleichsam von Amtes wegen darf das Gericht nicht anordnen (
BGE 119 II 197 E. 2 S. 198). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur
ungeteilten Zuweisung der Aktien gehen damit an der Sache vorbei.

7.3. Können sich die Miteigentümer - wie hier - nicht darüber einigen, wie die
Aufhebung des Miteigentums erfolgen soll, sieht Art. 651 Abs. 2ZGB vor, dass
nach Anordnung des Gerichts die Sache körperlich geteilt oder, wenn dies ohne
wesentliche Verminderung ihres Wertes nicht möglich ist, öffentlich oder unter
den Miteigentümern versteigert wird.

7.3.1. Das Gericht entscheidet über die Teilungsart aufgrund sämtlicher
Sachumstände des konkreten Einzelfalls nach Billigkeit. Es ist frei, das
Miteigentum an der Sache durch deren körperliche Teilung oder durch
Versteigerung aufzuheben (BGE 100 II 187 E. 2e S. 192 f.; Urteil 5C.212/1992
vom 12. März 1993 E. 5b, in: SJ 115/1993 S. 532 f.). Auch der Entscheid, ob die
Aufhebung des Miteigentums an einer Sache auf dem Wege der öffentlichen
Versteigerung oder der privaten Versteigerung zwischen den Miteigentümern zu
erfolgen hat, betrifft eine Ermessensfrage. Handelt es sich bei den
Miteigentümern um Familienmitglieder, die sich über die Zuweisung der Sache
nicht einigen können, deren Übergang an Aussenstehende aber eigentlich nicht
wünschen, so kommt zunächst nur die Versteigerung unter ihnen in Frage. Geht es
ausschliesslich um den grösstmöglichen Gewinn kann auch sofort die öffentliche
Versteigerung angeordnet werden (BGE 80 II 369 E. 4 S. 376; Urteil 5A_600/2010
vom 5. Januar 2011 E. 4.1, in: FamPra.ch 2011 S. 420). Haben die Miteigentümer
keine Vereinbarung getroffen und keine übereinstimmenden Anträge hinsichtlich
der Teilungsart gestellt, so ist das Gericht im Rahmen von Art. 651 Abs. 2 ZGB
in seinem Ermessen frei und an Parteianträge nicht gebunden (zit. Urteil 5C.212
/1992 E. 2, in: SJ 115/1993 S. 531).

7.3.2. Das Obergericht ist von den zutreffenden Beurteilungskriterien
ausgegangen. Es hat dafürgehalten, eine körperliche Teilung der 300
Inhaberaktien der A.________ AG sei grundsätzlich möglich, doch sei dem
Beschwerdegegner beizupflichten, dass eine hälftige Aufteilung der Aktien eine
Pattsituation für das Unternehmen zur Folge hätte und jede Partei in die Lage
versetzte, eine Entscheidfindung zu blockieren und einen Funktionszusammenbruch
des Unternehmens zu bewirken. Eine vernünftige Teilung sei somit nicht möglich.
Auch die beantragte Zuteilung einer zusätzlichen Aktie an den Beschwerdegegner
zeitigte ein unbilliges Ergebnis, da sie ihn in die Lage versetzte, mit der
Aktienmehrheit das Unternehmen auszuhöhlen und das Aktienpaket der
Beschwerdeführerin wertlos zu machen. Es bleibe nur die Versteigerung. Da es
sich bei der A.________ AG um einen Familienbetrieb handle, in dem die Parteien
als Präsident und Vizepräsidentin mit Einzelunterschrift zeichneten und die
Söhne über Kollektivunterschrift verfügten, sei davon auszugehen, dass die
Parteien den Betrieb in Familienbesitz erhalten und später ihren Söhnen
übertragen wollten. Die Versteigerung sei deshalb vorerst unter den Parteien
und erst im Falle eines Scheiterns öffentlich durchzuführen (E. 2.2.2.2.3 S. 20
f. des angefochtenen Entscheids).

7.3.3. Zum Steigerungserlös hat das Obergericht festgehalten, sachenrechtlich
entfalle er hälftig auf die beiden Miteigentumsanteile an den Aktien, doch
seien güterrechtlich allfällige Ersatzforderungen des Eigenguts gegen das zur
Errungenschaft gehörende Familienunternehmen zu berücksichtigen (E. 2.2.2.3.1
S. 21). Das Obergericht hat die Ersatzforderungen berechnet und festgehalten,
dass der Erlös bei einer internen Versteigerung wie auch bei einer öffentlichen
Versteigerung (nach Abzug der Steigerungskosten) im Verhältnis von 66.16 %
zugunsten der Beschwerdeführerin und 33.84 % zugunsten des Beschwerdegegners
zuzuweisen sei (E. 2.2.2.3.2 S. 21 f. des angefochtenen Entscheids mit
Rechenbeispielen).

7.4. Gegen den Verteilschlüssel für den Steigerungserlös wendet die
Beschwerdeführerin nichts ein (S. 19 Ziff. IV/2a). Sie macht zur Hauptsache
geltend, sie habe keinerlei Kenntnisse über den Geschäftsgang und den inneren
Wert der Aktien und könne deshalb ihren Steigerungsanspruch faktisch gar nicht
geltend machen (S. 20 f. Ziff. IV/2a der Beschwerdeschrift). Das Vorbringen ist
widersprüchlich, hat doch die Beschwerdeführerin klare Vorstellung über den
Wert der Aktien, wie ihn auch der Beschwerdegegner im Beweisverfahren
zugestanden hat. Sie selber ist in der Lage, den Wert in ihren Rechtsbegehren
zu beziffern und nennt entsprechende Zahlen in der Beschwerdeschrift. Das
Obergericht hat deshalb die Preisbestimmung für die interne Versteigerung den
Parteien überlassen dürfen (E. 2.2.2.2.3 S. 21 des angefochtenen Entscheids).
Bei der öffentlichen Versteigerung wird Angebot und Nachfrage über den Preis
entscheiden.

7.5. Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
sie sich gegen die güterrechtliche Auseinandersetzung mit Bezug auf die Aktien
der A.________ AG richtet.

8.
Die Beschwerdeführerin wendet sich gegen die Verlegung der Gerichts- und
Parteikosten im Berufungsverfahren (S. 29 Ziff. IV/4 der Beschwerdeschrift). Da
ihre Beschwerde teilweise gutzuheissen ist, wird über die Kosten und
Entschädigungen des kantonalen Verfahrens das Obergericht neu zu befinden haben
(Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG). Ihre Rüge erweist sich damit als
gegenstandslos.

9.
Mit Bezug auf die Ersatzforderungen zwischen den Errungenschaften beider
Parteien und dem Eigengut der Beschwerdeführerin muss die Beschwerde teilweise
gutgeheissen werden. Die Beschwerdeführerin hat sich mit ihren Begehren vor
Bundesgericht überklagt und obsiegt gemessen am streitigen Betrag nur in
untergeordneten Umfang. Es rechtfertigt sich deshalb, ihr vier Fünftel der
Gerichtskosten aufzuerlegen und sie zu einer entsprechend herabgesetzten
Parteientschädigung an den Beschwerdegegner zu verpflichten. Der Ausgang des
Gesuchsverfahrens betreffend aufschiebende Wirkung ändert daran nichts (Art. 66
Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die Dispositiv-Ziff. 1/4.5, 3 und 4
des Entscheids des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 1. Kammer,
vom 19. Juni 2012 werden aufgehoben, und Dispositiv-Ziff. 1/4.5 wird wie folgt
neu gefasst:

Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten aus Güterrecht eine
Ausgleichszahlung von Fr. 477'026.60 zu leisten.

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 5'000.-- werden mit Fr. 4'000.-- der
Beschwerdeführerin und mit Fr. 1'000.-- dem Beschwerdegegner auferlegt.

3.
Die Beschwerdeführerin hat den Beschwerdegegner für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen.

4.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und Entschädigungen des kantonalen
Verfahrens an das Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 1. Kammer,
zurückgewiesen.

5.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau,
Zivilgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Mai 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: von Roten

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