Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.924/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 1/2}
                   
5A_924/2012

Urteil vom 29. Mai 2015

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Bundesrichterin Escher,
Bundesrichter Marazzi, Herrmann, Bovey,
Gerichtsschreiber Levante.

Verfahrensbeteiligte
Masse en faillite ancillaire de Sabena SA,
p.a. Office des faillites, vertreten durch
Fürsprecher Aurelio A. Ferrari und/oder
Rechtsanwalt Stefan Rutgers,
Beschwerdeführerin,

gegen

Nachlassmasse der SAirLines AG in Nachlassliquidation, vertreten durch
Koliquidatoren Karl Wüthrich, und Prof. Dr. Roger Giroud,
diese vertreten durch Rechtsanwälte
Dr. Stephan Kesselbach und/oder Karin Graf,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Kollokation,

Beschwerde gegen das Urteil und den Beschluss des Obergerichts des Kantons
Zürich, I. Zivilkammer, vom 8. November 2012 (NE110009-O/U).

Sachverhalt:

A.

A.a. Die Masse en faillite ancillaire de Sabena SA ist die schweizerische
Konkursmasse im Sinne von Art. 170 IPRG ("IPRG-Konkursmasse Sabena") der am 7.
November 2001 in Konkurs geratenen belgischen Luftfahrtgesellschaft Sabena SA
("Sabena"). Die SAirLines AG ("SAirLines") war eine im Jahr 1997 gegründete
Tochtergesellschaft der SAirGroup AG ("SAirGroup"), der ehemaligen "Swissair"
Schweizerische Luftverkehr-Aktiengesellschaft. Am 5. Oktober 2001 wurde der
SAirLines die provisorische Nachlassstundung bewilligt. Sodann wurde am 20.
Juni 2003 der Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (Art. 317 SchKG)
bestätigt.

A.b. Im Nachlassverfahren der SAirLines gab die IPRG-Konkursmasse Sabena
Forderungen von insgesamt über Fr. 4,2 Mia. ein, welche von den Liquidatoren
der SAirLines im Umfang von Fr. 397'115'192.55 zugelassen wurden. Die
zugelassene Forderung beruht auf einem Vertrag vom 2. August 2001 ("Astoria
Agreement") bzw. dessen Nichterfüllung, der u.a. von der Sabena und der
SAirLines unterzeichnet worden war.

A.c. Mit Kollokationsklage vom 9. August 2006 gelangte die IPRG-Konkursmasse
Sabena an das Bezirksgericht Zürich. Sie verlangt damit die Kollokation von
Forderungen von weiteren Fr. 230'835'000.--. Sie begründet die zusätzliche
Forderung mit dem Schaden, der ihr aus der Nichterfüllung der von der SAirLines
im Vertrag vom 2. August 2001 und in den "Januarverträgen" desselben Jahres
eingegangenen Verpflichtungen entstanden seien; sie verlangt damit das
vertragliche Erfüllungsinteresse aus der Vereinbarung, welche bei richtiger
Erfüllung ihren Konkurs verhindert und zur kostenlosen Übernahme von neuen
Airbus-Flugzeugen geführt hätte. Zudem stützt die Klägerin ihre Klage
unabhängig von dieser vertraglichen Grundlage auf Art. 530 des Code Belge des
Sociétés (  belg. CdS), wonach u.a. der faktische Geschäftsführer einer
Gesellschaft, die in Konkurs gefallen ist, bis zur Höhe des Konkursausfalles
haftbar gemacht werden könne.

A.d. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich (Einzelgericht) vom 22. Februar 2011
(FB060046) wurde die Klage abgewiesen.

A.e. Während des erstinstanzlichen Verfahrens hat die IPRG-Konkursmasse Sabena
den Bezirksrichter Ziltener mit Begehren vom 20. Dezember 2010 abgelehnt. Die
Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich, an welches das
Ablehnungsbegehren weitergeleitet wurde, trat darauf am 18. März 2011 nicht
ein, da in Fällen, in welchen der Endentscheid bereits gefallen sei, über die
Ablehnungsgründe im Rechtsmittelverfahren bzw. in der Berufung zu befinden sei.

B.

B.a. Gegen das bezirksgerichtliche Urteil vom 22. Februar 2011 erhob die
IPRG-Konkursmasse Sabena Berufung. Sie verlangte die Aufhebung des
bezirksgerichtlichen Urteils und die Rückweisung der Sache an die Erstinstanz
zur Neubeurteilung. Eventuell sei das Urteil vom 27. Januar 2011 der Cour
d'Appel de Bruxelles (R.G. 2004/ AR1114 und 2004/AR1190) anzuerkennen.
Eventuell sei die Kollokation im Umfang gemäss Klagebegehren vorzunehmen.

B.b. Am 10. Januar 2012 wurde die Sistierung des Berufungsverfahrens bis zum
Zwischenentscheid über das Ablehnungsbegehren abgelehnt. Mit Urteil vom 8.
November 2012 wies das Obergericht des Kantons Zürich das Ablehnungsbegehren
ab. Es trat auf den Antrag auf Anerkennung des belgischen Urteils nicht ein und
wies die Klage ab.

C.

 Am 12. Dezember 2012 ist die IPRG-Konkursmasse Sabena mit Beschwerde in
Zivilsachen und subsidiärer Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht gelangt.
Die Beschwerdeführerin verlangt die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils und
(sowohl betreffend Ablehnungsbegehren als auch Kollokation) die Rückweisung der
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz (en). Eventuell sei die
Kollokation im Umfang gemäss Klagebegehren vorzunehmen. Weiter wird um
Gewährung der aufschiebenden Wirkung ersucht.

 Mit Präsidialverfügung vom 15. Januar 2013 ist der Beschwerde aufschiebende
Wirkung gewährt worden.

 Mit Eingabe vom 28. Februar 2013 beantragt die IPRG-Konkursmasse Sabena die
Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis zur Erledigung des Beschwerdeverfahrens
4A_740/2012.

 In der Sache sind keine Vernehmlassungen eingeholt worden.

Erwägungen:

1.

1.1. Das Verfahren 4A_740/2012 ist mit Urteil vom 8. Mai 2014 (BGE 140 III 320)
und das dagegen erhobene Revisionsverfahren 4F_16/2014 ist mit Urteil vom 27.
Februar 2015 erledigt worden. Das Gesuch um Sistierung des vorliegenden
Verfahrens kann demnach zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden.

1.2. Angefochten ist ein Urteil, welches die Beurteilung der mit Klage nach
Art. 250 Abs. 1 SchKG verlangten Kollokation zum Gegenstand hat; das Urteil
unterliegt der Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff. BGG; BGE 135 III 127 E.
1.1 S. 128). In der vorliegenden vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die für
kollokationsrechtliche Streitigkeiten (BGE 65 III 28 E. 2 S. 31; 135 III 127 E.
1.2 S. 129) massgebende Streitwertgrenze (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG) von Fr.
30'000.-- offensichtlich erreicht.

1.3. Das obere Gericht hat als letzte kantonale Instanz über ein Rechtsmittel
entschieden (Art. 75 Abs. 1 und 2 BGG). Das Prinzip der  double instance
 betreffend die Ausstandsfrage ist gewahrt. Die Beschwerdeführerin hat (nicht
nur mit dem Ausstandsbegehren vom 20. Dezember 2010 [Lit. A.e], sondern) durch
den erstinstanzlichen (Sach-) Entscheid vom 22. Februar 2011 "erst manifest
gewordene weitere Ausstandsgründe" gegen den Bezirksrichter Ziltener geltend
gemacht hat; der Verdacht der Ausstandsgründe habe sich gerade bestätigt.
Hiergegen stand als Rechtsmittel die Berufung nach ZPO offen, und in der
Berufung hat die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen die Ausstandsgründe
des Bezirksrichters erneuert, worüber das Obergericht entschieden hat. Nicht
Anfechtungsobjekt sind schliesslich der Entscheid der Verwaltungskommission des
Obergerichts, auf das Ablehnungsbegehren infolge des erstinstanzlichen
Sachentscheides nicht einzutreten, sowie der Präsidialentscheid des
Obergerichts, keinen Zwischenentscheid über den Ausstand des Bezirksrichters zu
fällen, weshalb die betreffende Kritik der Beschwerdeführerin unbehelflich ist.

1.4. Die Beschwerdeführerin ist ohne weiteres zur Beschwerdeerhebung befugt
(Art. 76 Abs. 1 BGG). Der angefochtene Entscheid schliesst das Verfahren ab
(Art. 90 BGG). Die Beschwerde in Zivilsachen ist grundsätzlich zulässig. Die
subsidiäre Verfassungsbeschwerde fällt ausser Betracht (Art. 113 BGG).

1.5. Der angefochtene Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht (Art. 95
lit. a BGG) und von ausländischem Recht im Rahmen von Art. 96 BGG gerügt
werden. Die Anwendung von ausländischem Recht kann vorliegend nur unter dem
Blickwinkel der Willkür überprüft werden (Art. 96 lit. b BGG e contrario; BGE
133 III 446 E. 3.1 S. 447). Das Gleiche gilt für die Anwendung von kantonalem
Recht (BGE 134 III 379 E. 1.2 S. 382, 383).

 Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid
offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das
Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die
Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist; dass eine andere Lösung
ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (BGE 134
II 124 E. 4.1 S. 133; 131 I 217 E. 2.1 S. 219).

1.6. In der Beschwerdebegründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern
der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); blosse Verweise auf
die Akten und andere Rechtsschriften sind unzulässig (vgl. BGE 126 III 198 E.
1d). Die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten ist in der
Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begründen (Art. 106 Abs. 2 BGG), wobei
das Rügeprinzip gilt (BGE 133 III 589 E. 2 S. 591). Das Bundesgericht ist an
den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Zulässig ist einzig die Rüge, dass eine Tatsachenfeststellung auf einer
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhe oder eine Tatsache
offensichtlich unrichtig festgestellt worden sei (Art. 97 Abs. 1 BGG), wobei
"offensichtlich unrichtig" mit "willkürlich" gleichzusetzen ist (BGE 133 III
393 E. 7.1 S. 398 mit Hinweisen).

1.7. Das Gutachten vom 4. Dezember 2012, welches die Beschwerdeführerin vor
Bundesgericht zum Thema Schadensbegriff (nebst zahlreichen Beilagen) neu
einreicht, soll die Rechtsgutachten komplettieren, welche sie bereits vor der
Erstinstanz eingereicht hat. Bei der Prüfung, ob ausländisches Recht
willkürlich angewendet wurde, kann ein nach Erlass des angefochtenen Urteils
erstelltes Rechtsgutachten nur berücksichtigt werden, soweit damit die im
kantonalen Verfahren verfochtene Auffassung unterstützt werden soll (vgl.
Urteil 5P.422/1999 vom 13. März 2000 E. 2a; zuletzt bestätigt in BGE 135 III
608, nicht publ. E. 1.3, publ. in: SJ 2010 I 247). Soweit die
Beschwerdeführerin die im kantonalen Verfahren vertretene Auffassung zum
ausländischen Recht unterstützen will, muss sie - wie erwähnt - darlegen, dass
die vom kantonalen Gericht vorgenommene Anwendung in entscheiderheblichen
Punkten willkürlich sei.

1.8. Das Obergericht hat auf das Verfahren der Berufung die ZPO angewendet und
für das erstinstanzliche (vor dem 1. Januar 2011 eingeleitete) Verfahren das
kantonale Recht für massgeblich erklärt. Die Anwendung von Art. 404 Abs. 1 und
Art. 405 Abs. 1 ZPO wird nicht in Frage gestellt und gibt zu keinen
Erörterungen Anlass.

2.

 Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt zunächst die Ablehnung des
Bezirksrichters Ziltener. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor,
Gründe für den Ausstand des Bezirksrichters übergangen zu haben.

2.1. Art. 30 Abs. 1 BV gewährleistet den Anspruch auf einen unparteiischen,
unbefangenen und unvoreingenommenen Richter. Für eine Ablehnung genügen
tatsächliche Gegebenheiten, die Misstrauen in die Unparteilichkeit eines
Richters erwecken, den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit
begründen und den Verfahrensausgang nicht mehr als offen erscheinen lassen (BGE
139 III 120 E. 3.2.1 S. 124 f.). Das Misstrauen muss in objektiver Weise
begründet erscheinen (BGE 139 III 433 E. 2.1.2 S. 436).

2.2. Das Obergericht hat gestützt auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin im
Wesentlichen geprüft, ob dem Bezirksrichter krasse Fehler in der Prozessführung
vorzuwerfen sind, welche den Anschein seiner Voreingenommenheit begründen. Es
hat festgehalten, der Bezirksrichter habe (mit Verfügung vom 3. September 2010)
den Parteien das rechtliche Gehör zu den Presseartikeln gewährt. Ob der
Gehörsanspruch wirkungsvoll gewährt worden sei, sei für die Frage der
Voreingenommenheit nicht ausschlaggebend. Aus der Zusendung der Presseartikel
zur Stellungnahme könne nicht auf eine Vorbefassung des Bezirksrichters
geschlossen werden. Der Bezirksrichter habe das Verfahren trotz
Ablehnungsbegehren weiterführen dürfen (unter Hinweis auf ZR 101 Nr. 98), und
die Kautionserhöhung im Parallelverfahren (FB060144) sei im
Rechtsmittelverfahren geschützt worden (mit Hinweis auf Urteil 5A_385/2011 vom
25. Oktober 2011). Wenn der Prozess am 22. Februar 2011 spruchreif gewesen sei,
habe der Bezirksrichter nicht zuwarten dürfen. Wohl hätte die Erstinstanz
angeblich unbestrittene Tatsachen und Urkunden aus dem Parallelprozess, welche
sie in den vorliegenden Prozess habe einführen wollen, den Parteien zur
Stellungnahme unterbreiten müssen; ein krasser Verfahrensfehler liege indessen
nicht vor. Weder aus einer antizipierten Beweiswürdigung noch dem Grundsatz,
dass sich der Bezirksrichter mit den Tatsachenbehauptungen der Parteien nur
auseinanderzusetzen habe, soweit sie zur Feststellung der massgeblichen
Tatbestandselemente überhaupt notwendig sind, noch aus dem Umstand, dass
Elemente aus dem Parallelprozess - alles Parteien des Astoria Agreements -
herangezogen worden seien, könne eine "Urteilsbegründung von hinten her" und
insgesamt eine Befangenheit begründet werden.

2.3. Richterliche Rechtsfehler sind im Rechtsmittelverfahren zu beheben und
vermögen keinen hinreichenden Anschein der Befangenheit zu begründen, wie die
Beschwerdeführerin zu Recht bestätigt. Vorbehalten bleiben besonders krasse und
wiederholte Irrtümer, die einer schweren Amtspflichtverletzung gleichkommen und
sich einseitig zu Lasten einer der Prozessparteien auswirken (BGE 138 IV 142 E.
2.3 S. 146; vgl. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, Die Schweizerische
Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, N. 16 ff., 19 zu Art. 30 BV). Was die
Beschwerdeführerin vorbringt, vermag keine Befangenheit des Bezirksrichters
darzutun.

2.3.1. Bei der Verfügung (vom 3. September 2010) ging es darum, dass der
Bezirksrichter den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zu aus seiner Sicht
gerichtsnotorischen Tatsachen gewährt hat. Ein krasser Irrtum oder eine
Amtspflichtverletzung kann darin nicht erblickt werden. Das Gleiche gilt für
die Kautionserhöhung vom 7. Januar 2011 im Parallelverfahren (FB060144). Die
Beschwerdeführerin übergeht, dass die Kautionserhöhung (wie sich aus dem Urteil
5A_385/2011 vom 25. Oktober 2011, Lit. B und E. 3.2, ergibt) als Folge der von
ihr eingereichten Klageergänzung erging. Davon, dass das Obergericht eine - wie
die Beschwerdeführerin meint - "Retorsionsmassnahme" verkannt habe, kann nicht
gesprochen werden.

2.3.2. Nach kantonaler Praxis (ZR 101/2002 Nr. 98 S. 312) ist grundsätzlich
angebracht, dass über ein Ausstandsgesuch noch vor Fällung des (hier:
erstinstanzlichen) Endentscheides entschieden werden soll, sofern die
Beurteilung nicht zu erheblichen sachlichen Verzögerungen führt. Dass
Ausstandsgesuche in ein Spannungsverhältnis zum Beschleunigungsgebot treten,
ist anerkannt (BGE 127 I 196 E. 2d S. 199). Die Beschwerdeführerin hat die
angebliche persönliche Befangenheit des Bezirksrichters jedoch einzig mit
richterlichen Rechtsfehlern begründet, welche aber in erster Linie im
Rechtsmittelverfahren zu beheben sind. Wenn das Obergericht im Umstand, dass
der Bezirksrichter trotz Ablehnungsbegehren den Prozess im konkreten Fall
fortgesetzt und den Akzent auf die Vermeidung einer weiteren erheblichen
Verzögerung des ohnehin schon seit 2006 hängigen Verfahrens gelegt hatte, und
daher eine Befangenheit "wegen Verfahrensfortsetzung" verneint hat, ist weder
eine Verletzung von Bundesrecht noch eine willkürliche Anwendung von kantonalem
Recht ersichtlich.

2.3.3. Die Beschwerdeführerin leitet die Befangenheit des Bezirksrichters
weiter u.a. daraus ab, dass er "ohne zeitliche Dringlichkeit" am 22. Februar
2011 entschieden habe, und dass eine "auffällige zeitliche Kohärenz" mit dem
belgischen Urteil vom 27. Januar 2011 vorliege. Wenn das Obergericht aus der
vom Bezirksrichter positiv beurteilten Spruchreife des Prozesses - entgegen der
Meinung der Beschwerdeführerin - eine Befangenheit verneint hat, ist dies ohne
weiteres vertretbar; ein objektiv begründetes Misstrauen gegen die
Gerichtsperson kann im Vorgehen des Bezirksrichters nicht erblickt werden.
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, das Obergericht habe "komplett
übersehen", dass nach kantonalem Prozessrecht eine antizipierte Beweiswürdigung
erst nach Erlass eines formellen Beweisauflagebeschlusses zulässig sei. Dass
sich der langjährige und erfahrene Bezirksrichter darüber hinweggesetzt habe,
lasse das Misstrauen objektiv nachvollziehen. Dass ein Beweisverfahren nur
bezüglich erheblicher und bestrittener Tatsachen (und nach früherem kantonalem
Recht durch Beweisauflagebeschluss) zu eröffnen ist, hat das Obergericht
bereits ausgeführt, indem es darauf hingewiesen hat, dass das Bezirksgericht
grundsätzlich  lege artis vorgegangen sei. Der Bezirksrichter habe sich mit den
Tatsachenbehauptungen der Parteien nur insoweit auseinanderzusetzen, als diese
zur Feststellung der massgeblichen Tatbestandselemente überhaupt notwendig
seien. Das Obergericht hat sich zu diesem angeblichen Verstoss gegen
beweisrechtliche Grundsätze geäussert. Die Beschwerdeführerin wertet das
Vorgehen des Bezirksrichters als parteiisch, weil er den Prozess möglichst
weitgehend mit antizipierter Beweiswürdigung erledigen habe wollen. Wenn das
Obergericht indes ein sachfremdes Vorgehen des Bezirksrichters verneint hat und
ein solches - selbst im Falle eines Fehlers - nicht als persönliche
Befangenheit gewertet werden könne, sondern die Vorbringen als Kritik der
Beschwerdeführerin am formellen Vorgehen des Bezirksrichters gewertet hat,
erscheint dies nicht als Verletzung der Regeln über den Ausstand. Das Gleiche
gilt mit Bezug auf den Vorwurf der Beschwerdeführerin, der Bezirksrichter habe
in parteiischer Haltung Elemente aus dem Parallelprozess Staat Belgien et al.
 gegen SAirLines und SAirGroup verwendet. Das Obergericht hat das Argument des
Bezirksrichters - "Parteien des Astoria Agreements" - als sachlich, d.h. als
Verfahrensfrage gewertet bzw. darin keinen in objektiver Weise gerechtfertigten
Verdacht auf Voreingenommenheit oder gar persönliche Ressentiments erkannt.
Diese Sichtweise ist ohne weiteres vertretbar.

2.3.4. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin laufen im Wesentlichen auf die
Kritik jedes einzelnen Prozessschrittes des Bezirksrichters hinaus. Mit der
Tätigkeit des Richters ist indessen untrennbar verbunden, dass er über Fragen
zu entscheiden hat, die oft kontrovers oder weitgehend in sein Ermessen
gestellt sind. Im konkreten Fall sind gesamthaft betrachtet keine Verletzungen
der Richterpflicht erstellt, in denen sich eine den Vorwurf mangelnder
Unvoreingenommenheit rechtfertigende Haltung des Bezirksrichters manifestiert,
welche vom Obergericht zu Unrecht gebilligt worden ist. Dass sich aus den
kantonalen Regeln oder Art. 6 EMRK etwas anderes oder weitergehendes als aus
Art. 30 BV ableiten lässt, wird nicht dargelegt.

2.4. Soweit sich die Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts über das
Ablehnungsbegehren des Bezirksrichters Ziltener richtet (und die Ausführungen
den Begründungsanforderungen genügen), ist sie abzuweisen.

3.

 Das Obergericht hat weiter überprüft, ob das Bezirksgericht die Begründetheit
der (über den bereits kollozierten Betrag hinausgehenden) Forderungen verneinen
durfte.

3.1. Die Vereinbarung vom 2. August 2001 bzw. "Astoria Agreement" wurde gemäss
Obergericht von folgenden Parteien unterzeichnet: Staat Belgien, Zephyr-Fin
S.A., Société fédérale des Participations S.A. (SFP), Société fédérale
d'Investissment S.A. (SFI), SAirGroup, SAirLines und Sabena. Die SAirGroup und
SAirLines verpflichteten sich in der Vereinbarung, an der ausserordentlichen
Generalversammlung der Sabena vom 1. Oktober 2001 Aktien und
Partizipationsscheine von EUR 258 Mio. zu zeichnen, wobei 51,16 % des
Ausgabepreises am Subskriptionstag und je 16,28 % am 2. April 2002, 1. Oktober
2002 und 2. April 2003 zur Zahlung fällig waren. Die SAirGroup verpflichtete
sich weiter, neun von Sabena bei Airbus Industries bestellte Flugzeuge zu
übernehmen und auf die Rückforderung von 50 % eines im Jahre 1995 der SFI
gewährten Darlehens im Betrag von BEF 4 Mia. zu verzichten. Der Vertrag sah die
Aufhebung der Vereinbarungen vom Januar 2001 vor. Die belgischen Aktionäre und
Sabena verpflichteten sich überdies, ihre gegen SAirLines und SAirGroup
gerichtete Klage vom 3. Juli 2001 zurückzuziehen. In der Vereinbarung legten
die Parteien fest, dass belgisches Recht anwendbar sei.

3.1.1. In der Folge blieben gemäss Vorinstanz die SAirLines und SAirGroup der
Generalversammlung vom 3. Oktober 2001 fern und leisteten keine Zahlung; die
geplante Kapitalerhöhung fand nicht statt. Das Obergericht hat erwogen, dass
die vertraglich geschuldete Leistung am 3. Oktober 2001 nicht erbracht worden
sei und die SAirLines nach belgischem Recht (Art. 1146 des belgischen Code
Civil [  belg.CC]) eine Vertragsverletzung begangen habe. Es hat sämtliche
Einwände gegen eine Vertragsverletzung verworfen. Weiter hat das Obergericht
die Vorwerfbarkeit (Art. 1147 belg.CC) der Vertragsverletzung bejaht.

3.1.2. Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren als Schaden die
Unmöglichkeit der Sabena, ihre wirtschaftliche Tätigkeit weiterzubetreiben,
verstanden (wie Verkauf der Aktiven zum Liquidations- statt Betriebswert,
Schaden aus Vertragsverletzung und Verzug gegenüber eigenen Gläubigern). Die
zusätzlichen Passiven, welche die plötzliche Stilllegung der Sabena generiert
habe ("passif de discontinuité"), seien zu ersetzen.
Das Obergericht hat festgehalten, für den Schaden aus Vertragsverletzung gelte
nach belgischem Recht, dass der Gläubiger bei nicht gehöriger Erfüllung des
Vertrages so zu stellen sei, wie wenn der Schuldner seinen Verpflichtungen
nachgekommen wäre. Die Schadensermittlung bedinge die Gegenüberstellung der
Vermögenssituationen und bestehe nicht in einer Auflistung von angeblich
konkursbedingten zusätzlichen Passiven. Der belgische Kassationshof habe (im
Urteil vom 5. Dezember 1997 i.S. "SEPP") festgehalten, dass nur die
Vermögenssituation des Konkursiten (Differenz zwischen Aktiven und Passiven)
und die Auswirkungen des schuldhaften Verhaltens eines Drittens darauf zu
beurteilen sei. Nach Auffassung des Obergerichts hat die Beschwerdeführerin den
Schaden zufolge Verletzung der Vereinbarung vom 2. August 2001 - vorbehältlich
des Schadens mit den ausgebliebenen Flugzeugübernahmen - mangelhaft
substantiiert; die Schadenselemente seien nicht exakt aufgeführt.
In ihrer Teilklage sei die Beschwerdeführerin ihrer Begründungsobliegenheit
nicht nachgekommen, da sie (vom insgesamt angegebenen Schaden von EUR 2 Mia.)
die betragsmässige Angabe der Schadenersatzansprüche unterlassen habe. Die
Kollokation der Forderung auf Ersatz des "Konkursschadens" sei abzuweisen. Dass
die SAirLines die Sabena wissentlich über ihren Willen zur Erfüllung ihrer
Verpflichtungen getäuscht habe (gemäss Art. 1150 belg. CC), wurde verneint.

3.1.3. In der Folge hat das Obergericht den Kausalzusammenhang zwischen
Vertragsverletzung und geltend gemachten Schaden geprüft. Es hat die Kausalität
nicht einfach mit der Konkurseröffnung über die Sabena (am 7. November 2001)
als erfüllt betrachtet. Aus der Darstellung der Beschwerdeführerin ergebe sich,
dass die Sabena weder vor der Konkurseröffnung die Zahlungen dauerhaft
eingestellt hatte, noch ihre Kreditwürdigkeit beeinträchtigt war. Offenbar wäre
die Konkurseröffnung bei umfassender Kenntnis des belgischen Konkursgerichts
über die finanziellen Verhältnisse nicht bewilligt worden. Dann fehle es aber
auch am Kausalzusammenhang zwischen der Vertragsverletzung und dem geltend
gemachten Schaden.

3.1.4. Mit Bezug auf die Übernahme der neun Airbus-Flugzeuge hat das
Obergericht überprüft, ob gemäss der Vereinbarung vom 2. August 2001 die
SAirLines als Verpflichtete anzusehen sei, und bestätigt, dass die SAirLines
und die SAirGroup nicht umfassend als Einheit zu betrachten sein. Es liege kein
Rechtsmissbrauch der SAirLines vor, wenn sich diese auf den klaren Wortlaut der
Vereinbarung berufe, wonach sich im Zusammenhang mit den Airbus-Flugzeugen nur
die SAirGroup verpflichtet habe. Die Beschwerdegegnerin hafte diesbezüglich
nicht.

3.2. Bei den " Januarverträgen " geht es - gemäss Obergericht nach der
Darstellung der Beschwerdeführerin in der Klagebegründung - um die Vereinbarung
vom 22. Januar 2001, wonach die SAirGroup in eigenem und im Namen der
Tochtergesellschaften (d.h. auch der SAirLines) sich verpflichtete, an der
nächsten Kapitalerhöhung der Sabena EUR 150 Mio. und der belgische Staat EUR
100 Mio. zu zeichnen. In der (Zusatz-) Vereinbarung vom 25. Januar 2001 habe
die SAirGroup ihre Verpflichtung wiederholt, für die Deckung des Kapitalbedarfs
der Sabena in der Höhe von EUR 419 Mio. aufzukommen. Weiter sei u.a. der
Verkauf von 85 % des Aktienkapitals der mit einer Ausgliederung verbundenen
neuen Tochtergesellschaften an die SAirGroup und die Beschwerdegegnerin
vereinbart worden. In der Vereinbarung vom 24. Januar 2001 sei beschlossen
worden, die Beteiligung der SAirGroup und SAirLines an der Sabena auf 85 % zu
erhöhen. In der Folge hätten sich die SAirGroup und die SAirLines (mit Ausnahme
der Bezahlung von EUR 150 Mio.) mangels Liquidität geweigert, ihre
vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, was gemäss Beschwerdeführerin zu
Schaden (wegen der Auflösung von Airbus-Kaufverträgen) und zum nahezu
unmittelbaren Konkurs geführt habe.

3.2.1. Das Obergericht hat erwogen, dass die Beschwerdeführerin aus der
Verletzung der Januarverträge keine anderen Schadenersatzansprüche geltend
mache als aus der Verletzung des Astoria Agreements (E. 3.1). Auch betreffend
Januarverträge sei der Schaden mangelhaft substantiiert und es fehle der
Kausalzusammenhang. Der weitere vertragliche Schadenersatzanspruch aus der
Auflösung von Airbus-Kaufverträgen betreffe ausdrücklich die SAirGroup, nicht
die SAirLines.

3.2.2. Laut dem angefochtenen Urteil wird im Astoria Agreement (Vereinbarung
vom 2. August 2001) in Art. 6 unter dem Titel "Cancellation of Certain
Agreements and Settlement of Claims" vereinbart, dass das Share Transfer
Agreement und das Supplementary Agreement vom 25. Januar 2001 aufgehoben werden
sollen (Art. 6.1) und keine Partei zusätzliche, nicht im Astoria Agreement
geregelte Verpflichtungen habe (Art. 6.4). Der Vertrag solle (gemäss Art. 6.6)
eine vollständige und endgültige Einigung (im Sinne von Art. 2044 belg. CC)
darstellen. Diese Bestimmungen sollen indes nur Gültigkeit erlangen, wenn
SAirGroup und SAirLines anfangs Oktober 2001 Aktien bzw. Partizipationsscheine
der Sabena gemäss Vereinbarung zeichnen und liberieren würden. Bei
Nichterfüllung dieser Bedingung nähmen der belgische Staat, die  Public
Institutions (Zephyr-Fin S.A., SFP, SFI) und Sabena das Verfahren am
Handelsgericht Brüssel wieder auf (Art. 6.7). Gemäss Obergericht steht fest,
dass die Zeichnung und Liberierung anfangs Oktober 2001 nicht erfüllt worden
sei; die Vertragsleistung der SAirGroup und SAirLines sei nicht unter einer
Bedingung gestanden. Die Beschwerdeführerin könne Schadenersatz für die
ausgebliebene Zeichnung und Liberierung unter Aufrechterhaltung des Vertrages
verlangen, wobei ihre bedingt geschuldete Leistung (Verzicht auf Ansprüche aus
den Januarverträgen und aus Verantwortlichkeit) zufolge Ausfall der Bedingung
weggefallen sei.

3.2.3. Vor dem Obergericht hatte die Beschwerdegegnerin geltend gemacht, wenn
der Haftungsausschluss gemäss Art. 6.1 bis 6.6 des Astoria Agreements aufgrund
von Art. 6.7 (welcher die Bedingung enthält) entfalle, würde diese
Vertragsklausel für den Insolvenzfall (der Beschwerdegegnerin) bezwecken, der
Sabena eine höhere Dividende zu ermöglichen. Das Obergericht hat festgehalten,
dass mangels substantiierter Bestreitung (seitens der Beschwerdeführerin) davon
auszugehen sei, dass es sich bei Art. 6.7 um eine Vertragsklausel für den
Insolvenzfall handle. Diese stelle indes eine (gesetzesumgehende und daher)
unzulässige Insolvenzklausel dar, weil offensichtlicher Grund für den Verzug
die Zahlungsunfähigkeit der SAirGroup und SAirLines war und die Sabena sowie
auch der belgische Staat im Mai 2001 erfahren hätten, dass Sabena keine
weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden könnten. Da Art. 6.7 im
Nachlassverfahren keine Gültigkeit beanspruchen könne, könne die
Beschwerdeführerin keinen Schadenersatz- und andere Ansprüche aus den
Januarverträgen geltend machen.

3.3. Das Obergericht hat die gesellschaftsrechtliche Verantwortlichkeit der
SAirLines als faktische Geschäftsführerin der Sabena gestützt auf Art. 530 belg
.CdS verneint. Die Beschwerdeführerin habe nicht bestritten, dass derartige
Haftungsansprüche gemäss Art. 6.3 des Astoria Agreements ausgeschlossen seien;
entgegen ihrer Meinung sei die Vereinbarung jedoch in Art. 6.3 wirksam. Zudem
lege die Beschwerdeführerin nicht dar, dass die von ihr behaupteten
Pflichtverletzungen seitens der SAirLines/SAirGroup zur Zahlungseinstellung und
zum Verlust der Kreditwürdigkeit der Sabena geführt hätten; die blosse
Bilanzverschlechterung als Folge fehlerhafter Führungsentscheidungen genüge
nicht, eine Haftung nach Art. 530 belg. CdS zu begründen.

3.4. Schliesslich hat das Obergericht keinen Grund gesehen, um das Urteil des
belgischen Appellationsgerichts vom 27. Januar 2011 zu berücksichtigen. Zum
einen sei es im Berufungsverfahren als Novum unzulässig bzw. verspätet, zum
anderen könne das betreffende Urteil nicht als Kollokationsurteil anerkannt
werden, sondern habe einzig das Kollokationsgericht in der Schweiz über die
eingegebenen Forderungen zu entscheiden.

4.

 Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, den Sachverhalt nicht bzw.
nicht in einer Weise festgestellt zu haben, welche den Anforderungen von Art.
112 BGG genüge. Das Vorgehen der Vorinstanz betreffend Sachverhalt (wie
Nichtberücksichtigung relevanter Tatsachen, Verweigerung eines
Beweisverfahrens, Berücksichtigung von lediglich von der Gegenpartei
behaupteten, nicht bewiesenen Tatsachen) verletze das aus Art. 8 ZGB
abgeleitete Recht auf den Beweis, das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 1 BV)
sowie das Willkürverbot (Art. 9 BV).

4.1. Im erstinstanzlichen Urteil hat das Bezirksgericht unter dem Titel
"Sachverhalt" festgehalten, was sich zwischen den Parteien zugetragen hat, und
zwar in einzelnen Abschnitten (Ziff. 1 bis 13) :

 Der Hintergrund und die Anfänge der Kooperation zwischen Swissair und Sabena,
die Integration der Sabena in die Swissair-Gruppe, die Neuregelung der
vertraglichen Basis 1999 bis 2001 (Integrationskonzept "Diamond", Term Sheet
vom 26. April 2000 und AMP-Vereinbarung vom 31. Juli 2000, Share Transfer
Agreement [STA]/ Shareholders Agreement [SA] von 2001), die Kapitalerhöhung
Sabena im Januar 2001, der Entscheid zum Ausstieg (Entscheid, die
Verschlechterung der finanziellen Situation SAir-Konzern und Medienberichte,
Kommunikation gegenüber Belgien), die Verhandlungen Mai bis Juni 2001, die
Mahnung durch den Staat Belgien, die Einleitung des Gerichtsverfahrens in
Belgien am 3. Juli 2003, die Vereinbarung vom 2. August 2001 (Astoria
Agreement), der Streik bei Sabena, Terroranschlag vom 11. September 2001 und
die gescheiterte Bundes (rats) hilfe vom 17. September 2001, die Weigerung der
SAirGroup und SAirLines zur Zeichnung der Kapitalerhöhung bei der Sabena, die
Liquidationsverfahren Sabena und SAirGroup und schliesslich die Klage vom
November 2001 und die Entscheidungen in Belgien.

4.2. Von einer "simplen Zusammenfassung" kann nicht gesprochen werden. Das
Bezirksgericht hat sich beim Festhalten der Umstände, die sich zwischen den
Parteien zugetragen haben, auf deren Behauptungen - in Klagebegründung,
Klageantwort, Replik - abgestützt und präzisiert, wo Bestreitungen (in
Klageantwort oder Replik) nicht substantiiert wurden. Es handelt sich um die
klar umrissene Zusammenstellung der Tatsachen, auf deren Grundlage die
massgeblichen Rechtssätze angewendet werden sollen. Wenn die Vorinstanz auf
diesen Sachverhalt betreffend "Astoria Agreement als Forderungsgrund" verwiesen
und ihn zu seinem eigenen gemacht hat, ist dies mit Art. 112 Abs. 1 BGG - d.h.
den grundsätzlichen Anforderungen an ein vor Bundesgericht anfechtbares Urteil
- durchaus vereinbar.

4.3. Vorliegend ergibt sich aus der Beschwerde selbst, dass sich die
Beschwerdeführerin umfassend und sachgerecht gegen den angefochtenen Entscheid
wehren konnte; von einer Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. der
Begründungspflicht (BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237) kann nicht gesprochen werden.
Das Obergericht hat nicht nur betreffend das Astoria Agreement als
Forderungsgrund, sondern auch die weiteren Anspruchsgrundlagen deutlich
unterschieden und im Wesentlichen die Tatsachen herausgearbeitet, welche von
der Beschwerdeführerin als Klägerin sowie von den Parteien übereinstimmend
geschildert werden, um das Recht anzuwenden. Was die Beschwerdeführerin als
"Problematik der Tatsachenwürdigung" vorbringt, läuft im Wesentlichen auf eine
allgemeine Kritik an der Arbeitsweise der Gerichte hinaus. Entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin müssen nicht ihre sämtlichen Darlegungen Eingang im
Urteil finden.

4.4. Die Beschwerdeführerin bestätigt (was auch in der Vereinbarung der
Parteien festgelegt worden ist), dass in der Sache - d.h. in der Frage der
Begründetheit der Forderungen - belgisches Recht anwendbar ist. Entgegen ihrer
Meinung kann sie daher keine Verletzung von Art. 8 ZGB, aus dem sie den
Beweisanspruch ableitet, rügen. Diese Bestimmung ist anwendbar auf
Rechtsverhältnisse, die auf dem Bundeszivilrecht beruhen, nicht aber auf dem
ausländischen Recht (BGE 124 III 134 E. 2/bb S. 143; 129 III 18 E. 2.6 S. 24).
Richtig ist hingegen, dass der Beweisanspruch auch aus Art. 29 Abs. 2 BV
abgeleitet werden kann (allgemein BGE 124 I 208 E. 4a S. 211; 130 II 425 E. 2.1
S. 428; vgl. Urteil 5A_193/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.1; Brönnimann, in: Berner
Kommentar, ZPO, Bd. II, 2012, N. 1, 4, 27 ff. zu Art. 152). Allgemein sind
Voraussetzung eines Beweisverfahrens insgesamt schlüssige Sachvorbringen der
beweisbelasteten Partei; sodann ist ein Beweisverfahren nur dann notwendig,
wenn behauptete, rechtserhebliche Tatsachen von einer Partei bestritten werden
und das Gericht nicht aus eigener, sicherer Kenntnis über die Tatsachen Wissen
hat. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, dass "überhaupt" kein Beweisverfahren
eröffnet wurde, oder aus dem "äusserst komplexen Verfahren" schliesst, es müsse
zwingend ein Beweisverfahren durchgeführt werden, geht sie daher fehl. Ob im
Zusammenhang mit dem Forderungsgrund "Astoria Agreement" der rechtserhebliche
Sachverhalt festgestellt worden ist bzw. Sachverhaltsrügen berechtigt sind, ist
an besonderer Stelle zu erörtern. Das Gleiche gilt für die Massgeblichkeit von
Vorbringen der Beschwerdeführerin betreffend die weiteren Forderungsgründe.

5.

 Weiter rügt die Beschwerdeführerin unter verschiedenen Titeln, dass das
Obergericht das Urteil vom 27. Januar 2011 der Cour d'Appel de Bruxelles nicht
berücksichtigt hat. Mit dem belgischen Urteil wurde (u.a.) über die von der
Sabena SA en faillite gegen die Beschwerdegegnerin erhobene Klage entschieden.
Die Beschwerdeführerin hat indessen am 24. März 2011 beim Einzelrichter des
Bezirksgerichts ein (separates) Verfahren um Anerkennung und
Vollstreckbarerklärung des betreffenden Urteils eingeleitet. Das Bundesgericht
hat dieses Gesuch mit Urteil 4A_740/2012 vom 8. Mai 2014 (BGE 140 III 320)
abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin kann dem Obergericht daher nicht vorgeworfen werden, es
hätte das belgische Urteil berücksichtigen müssen. Ob die Vorinstanz
(betreffend "Schaden" aus Verletzung des Astoria Agreements) in
widersprüchlicher Weise - wie die Beschwerdeführerin vorbringt - dennoch auf
das belgische Urteil abgestellt habe, und ob der Hinweis überhaupt
entscheiderheblich ist, bleibt an entsprechender Stelle zu erörtern.

6.

 Nach dem Urteil des Obergerichts hat die Beschwerdegegnerin das Astoria
Agreement gemäss belgischem Vertragsrecht schuldhaft verletzt, indem sie die
vertragliche Leistung am 3. Oktober 2001 nicht erbracht hatte (vgl. oben E.
3.1.1). Aus der Verletzung des Vertrages vom 2. August 2001 ("Astoria
Agreement") bzw. dessen Nichterfüllung sind von den Liquidatoren denn auch
knapp 400 Mio. Franken zugelassen worden (Lit. A.b). Streitpunkt verbleibt im
Wesentlichen, dass das Obergericht die Kollokationsklage für Forderungen für
zusätzlichen Schaden der Sabena aus Vertrags- sowie Gesellschaftsrecht
abgewiesen hat.

6.1. Die Beschwerdeführerin rügt die Anwendung des belgischen Rechts betreffend
den Begriff des Schadens. Das Obergericht sei in willkürlicher Weise zum
Schluss gekommen, dass der Schaden nicht aus dem "passif de discontinuité"
bestehe, sondern "nur" in der "Differenz zwischen Aktiven und Passiven, und den
Auswirkungen des schuldhaften Verhaltens eines Drittens". Ob das Obergericht
den Schadensbegriff (u.a. gestützt auf die zitierte Rechtsprechung des
belgischen Kassationshofes und das Gutachten Van Ommeslaghe vom 11. März 2010)
in unhaltbarer Weise verstanden habe, wenn es geschlossen hat, dass der
"Konkursschaden" nicht in der Auflistung von angeblich konkursbedingten
zusätzlichen Passiven bestehe, sondern die Schadensermittlung die
Gegenüberstellung der Vermögenssituationen bedinge, was indes nicht in
substantiierter Weise erfolgt sei, muss hier nicht näher geprüft werden. Das
Gleiche gilt für die Kritik der Beschwerdeführerin, das Obergericht habe in
widersprüchlicher Weise auf das belgische Urteil abgestellt und zu Unrecht eine
"Teilklage" angenommen. Das ergibt sich - aus dem Folgenden - mit Blick auf den
Kausalzusammenhang als weitere Haftungsvoraussetzung.

6.2. Das Obergericht hat (unter Hinweis auf die Rechtsprechung des belgischen
Kassationshofes, Urteil C.07.0199.N vom 5. Juni 2008, Ziff. III.1, sowie die
von der Beschwerdeführerin erkannten belgischen Rechtsgrundsätze) erwogen, dass
nach belgischem Recht der Beschwerdeführerin obliege, den Kausalzusammenhang
zwischen der Vertragsverletzung und dem geltend gemachten Schaden zu beweisen.
Dieser Zusammenhang setze voraus, dass ohne die Vertragsverletzung sich der
Schaden nicht so verwirklicht hätte, wie er sich verwirklicht hat. In diesem
Sinne müsse die Vertragsverletzung  conditio sine qua non für den
Schadenseintritt sein. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des belgischen Konkursgesetzes vom
8. August 1997 befinde sich ein Kaufmann, der seine Zahlungen auf dauerhafte
Weise eingestellt hat und dessen Kreditwürdigkeit beeinträchtigt ist, im
Konkurs. Diese beiden Voraussetzungen seien eng miteinander verbunden.
Insbesondere die Gesellschaft, welche ihre fälligen Schulden nicht bezahlen
oder die Schulden nicht innert kurzer Frist begleichen könne, indem sie weder
auf eigene Mittel noch auf einen Kredit zurückgreifen könne, sei konkursit. Das
Gleiche gelte, wenn die Gläubiger es ablehnten, eine Nachfrist oder einen
Schuldenerlass zu gewähren und der Schuldner keinen neuen Kredit erhältlich
machen könne. Geniesse der Schuldner aber nach wie vor das Vertrauen der
Gläubiger oder eines wesentlichen Teils derselben, so dass der Schuldner seine
Kreditwürdigkeit bewahre, befinde er sich nicht im Konkurs.

6.2.1. Die Ausführungen des Obergerichts zum belgischen Recht halten vor dem
Willkürverbot stand. Die Beschwerdeführerin kritisiert die Zusammenfassung der
belgischen Regeln als "ganz kurz". Dass die Zusammenfassung falsch sei, wird
nicht dargelegt.

6.2.2. Das Bezirksgericht hat den Kausalzusammenhang (zwischen
Vertragsverletzung und dem durch Konkurseröffnung geltend gemachten
zusätzlichen Schaden) verneint. Es hat dargelegt, dass die Sabena aus
verschiedenen Gründen selbst bei Erhalt des von der Beschwerdegegnerin und der
SAirGroup geschuldeten Betrages "allenfalls nicht" am 7. November 2001 (Datum
der Konkurseröffnung), aber doch "mit Sicherheit später" in den Konkurs
gegangen wäre.

6.2.3. Das Obergericht hat die Frage, ob die Sabena langfristig
"überlebensfähig" gewesen sei, offen gelassen. Es hat dabei nicht - wie das
Bezirksgericht - den Blick darauf gerichtet, welche verschiedenen anderen
Gründe zum Konkurs geführt haben, sondern darauf, ob die Vertragsverletzung 
conditio sine qua non (E. 6.2) gewesen sei. Dazu hat das Obergericht vorab die
Vorbringen untersucht, mit welchen die Beschwerdeführerin die Kausalität
zwischen Vertragsverletzung und Schadenseintritt vor dem Bezirksgericht
dargestellt hat:

 Die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, die Januarverträge hätten der
Sabena ermöglichen sollen, ihre Liquiditätsbedürfnisse zu decken, welche von
allen Parteien für das Jahr 2001 auf EUR 519 Mio. und für das Jahr 2002 auf EUR
260 Mio. geschätzt worden seien. Der Vertrag vom 2. August 2001 habe keinen
anderen Zweck gehabt. Er sei jedoch einer anderen Philosophie, nämlich
derjenigen des kontrollierten Ausstiegs, gefolgt. Alle Beteiligten seien sich
darüber einig gewesen, dass eine Kapitalerhöhung von EUR 430 Mio. genügen
sollte, um der Sabena die Weiterführung der Geschäfte zu ermöglichen. Überdies
sei vorgesehen gewesen, dass ihr im Rahmen der Übernahme der neun
Airbus-Flugzeuge durch SAirGroup/ SAirLines Gelder zufliessen und Einsparungen
entstehen sollten, was zusammen ihre Liquiditätsbedürfnisse um rund USD 45 Mio.
spürbar entlastet hätte. Die Verpflichtung, neue finanzielle Mittel in die
Sabena einzuschiessen, habe dazu dienen sollen, deren Konkurs zu verhindern. Es
sei also völlig unbehelflich, wenn die Beklagte den Konkursrichter glauben
machen wolle, der Konkurs der Sabena stehe nach belgischem Recht nicht in einem
kausalen Verhältnis zu der schuldhaften Nichterfüllung der vertraglichen
Verpflichtungen von SAirGroup/ SAirLines. Denn fraglos hätte Sabena den Gang
zum Nachlassrichter und in den Konkurs nicht machen müssen, wenn die
Beschwerdegegnerin und SAirGroup ihre Verpflichtungen eingehalten hätten. Auch
das Tribunal de Commerce von Brüssel habe in seinem Urteil vom 30. Juni 2003
festgehalten, dass es den Konkurs nicht eröffnet hätte, wenn es gewusst hätte,
dass Sabena sich zusätzliche EUR 80 Mio. beschaffen könnte. Dies bedeute wohl
nichts anderes, als dass das Tribunal de Commerce erst recht den Konkurs über
Sabena nicht eröffnet hätte, wenn Sabena ein viel höherer Betrag, nämlich EUR
258 Mio., von SAirGroup/SAirLines zugeflossen wäre. Ob auch andere Ursachen zum
Entstehen des Schadens geführt haben, spiele nach belgischem Recht keine Rolle.

 Es sei - so die Beschwerdeführerin gemäss Obergericht mit Hinweis auf deren
Beschreibung der finanziellen Situation - sehr unwahrscheinlich gewesen, dass
die flüssigen Mittel am Ende des ersten Trimesters 2002 negativ ausgefallen
waren; Sabena hätte daher eine Übergangsphase bis zum Verkauf der flugnahen
Aktivitäten wie Handling oder Catering usw. überstanden. Die Beschwerdeführerin
habe bestätigt, dass sie im Oktober 2001 vom belgischen Staat einen
Überbrückungskredit von EUR 125 Mio. zugesprochen erhalten hatte, den sie aber
nicht beanspruchte. Sie habe sodann auf die Kreditlinie hingewiesen, gemäss
welcher Sabena im Oktober 2001 vom Sabena Interservice Center (SIC) bis EUR 173
Mio. hätte abrufen können. Das SIC habe Sabena im Laufe des Oktobers 2001 EUR
114 Mio. zur Verfügung gestellt und habe danach noch über Bankguthaben von
ungefähr EUR 45 Mio. verfügt. Zudem habe das SIC per 9. November 2001
unbenutzte Kreditlinien von EUR 14 Mio. gehabt. Auch im Berufungsverfahren habe
die Beschwerdeführerin betont, Sabena habe gegebenenfalls auf die Hilfe von SIC
zahlen können, welches noch über genügend finanzielle Mittel verfügt habe;
Sabena habe noch über Kreditlimiten in der Höhe von EUR 298 Mio. verfügt.

6.2.4. Das Obergericht hat festgehalten, dass sich aus der Darstellung der
Beschwerdeführerin weder ergebe, dass die Sabena vor der Konkurseröffnung ihre
Zahlungen dauerhaft eingestellt hatte, noch dass ihre Kreditfähigkeit
beeinträchtigt gewesen sei. Der Schluss der Vorinstanz, die Sabena sei vor dem
7. November 2001 - nach eigenem Bekunden - gar nicht konkursit und die
Vertragsverletzung sei für den Konkurs nicht  conditio sine qua non gewesen und
daher könne die Beschwerdegegnerin für den weiteren Schaden wegen Konkurses
nicht verantwortlich gemacht werden, erscheint nicht als unhaltbar:

 Nach der Darstellung der Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin mit den
im Astoria Agreement (Vertrag vom 2. August 2001) versprochenen Leistungen (wie
der Kapitalerhöhung) versucht, kontrolliert auszusteigen und der bedrängten,
aber noch nicht in aussichtsloser Lage befindlichen Sabena das Durchhalten zu
ermöglichen. Die Beschwerdeführerin selber geht davon aus, dass die
wirtschaftliche Lage der Sabena im Zeitpunkt des Vertragsschlusses ein
Durchhalten ermöglicht hat, andernfalls hätte die Beschwerdegegnerin nach
allgemeiner Lebenserfahrung wohl keine Geldzahlungen versprochen. Um den
vorausgesetzten Kausalzusammenhang vollständig und ausreichend zu
substantiieren, hätte die Beschwerdeführerin folglich vorbringen müssen, dass
sich die wirtschaftliche Lage zwischen dem Vertragsabschluss und der
vereinbarten Vertragserfüllung (3. Oktober 2001) rapide verschlechtert habe und
die Vertragserfüllung der Beschwerdegegnerin die Konkursanmeldung verhindert
hätte. Nach der Darstellung der Beschwerdeführerin ist indessen die
wirtschaftliche Lage auch im Erfüllungszeitpunkt nicht wesentlich anders wie
bei Vertragsabschluss, d.h. bedrängt, aber nicht aussichtslos (keine
Zahlungseinstellung, bestehende Kreditwürdigkeit), so dass auch die
Vertragsverletzung nicht als  conditio sine qua non für den Schaden, der über
die versprochene Vertragsleistung hinausgeht, erscheinen kann. Wenn also die
Vorinstanz den Vorbringen der Beschwerdeführerin willkürfrei entnehmen durfte,
dass die Sabena "vor der Konkurseröffnung" noch kreditwürdig war, kann der
Schluss, die Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus dem Astoria
Agreement habe den geltend gemachten weiteren Schaden nicht herbeigeführt,
nicht als geradezu stossend bezeichnet werden.

6.2.5. Was die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, überzeugt
nicht. Sie legt nicht dar, inwiefern eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
(Beweisanspruch) vorliegen soll, wenn der Sachvortrag nicht die erforderliche
Schlüssigkeit aufweist (vgl. Brönnimann, Die Behauptungslast, in: Der Beweis im
Zivilprozess, 2000, S. 53 f.). Was die Beschwerdeführerin als "lange Übernahme"
von Argumenten bezeichnet, stellt das Zusammentragen ihrer eigenen Vorbringen
durch die Vorinstanz dar. Auf diese hat das Obergericht abgestellt. Soweit die
Beschwerdeführerin rügt, dass Tatsachen willkürlich gewürdigt (Art. 9 BV
verletzt) sein sollen, oder "kein relevanter Sachverhalt" (Art. 29 Abs. 2 BV)
festgestellt worden sei, geht sie daher fehl. Dass sich die Vorinstanz auf
diese für den Entscheid über den Kausalzusammenhang wesentlichen vorgebrachten
Punkte beschränkte, ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88).
Unbehelflich ist ferner der Einwand der Beschwerdeführerin, dass die
Beschwerdegegnerin selber argumentiert habe, die zusätzlichen Mittel gemäss
Astoria Agreement hätten den Konkurs der Sabena nicht verhindern können.
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin hat das Obergericht nicht
festgehalten, dass die Sabena ohne zusätzliche Mittel gemäss Astoria Agreement
hätte überleben können. Die Frage, ob die Sabena langfristig "überlebensfähig"
gewesen wäre, konnte gerade offen bleiben. Ferner legt die Beschwerdeführerin
nicht dar, inwiefern im Fall von fehlenden schlüssigen Sachvorbringen eine
Erörterung der Tatsachenvorbringen (wie betreffend BDO-Rapport) der nicht
beweisbelasteten Beschwerdegegnerin notwendig sei.

6.2.6. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin hat das Obergericht weder
die (nach Art. 166 ff. IPRG erfolgte) Anerkennung des belgischen
Konkursdekretes in der Schweiz, noch die Existenz des belgischen Konkurses in
Frage gestellt. Es obliegt indes der Beschwerdeführerin, den Kausalzusammenhang
zwischen Vertragsverletzung (Nichterfüllung) und dem durch die Konkurseröffnung
zusätzlich geltend gemachten Schaden zu beweisen. Anders als die
Beschwerdeführerin meint, hat die Vorinstanz willkürfrei festgehalten, dass die
Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtungen den Konkurs herbeigeführt
haben muss, und es ist nicht unhaltbar, wenn - wie die Vorinstanz erwogen hat -
mit Bezug auf den Kausalzusammenhang zwischen Vertragsverletzung und Schaden
nicht einfach argumentiert werden könne, "wenn die belgische Justiz den Konkurs
verhängt habe, dann doch wohl deshalb, weil die Voraussetzungen dafür gegeben
gewesen seien". Mit der Konkurseröffnung ist nicht festgestellt, dass ohne die
Vertragsverletzung der Beschwerdegegnerin sich der Schaden nicht anders
verwirklicht hätte (E. 6.2), d.h. eben andere Gründe als  conditio sine qua non
 für den geltend gemachten Schaden vorliegen. Das Obergericht ist lediglich der
Darstellung der Beschwerdeführerin gefolgt, wonach sich nicht ergibt, dass die
Sabena vor Konkurseröffnung ihre Zahlungen eingestellt hatte und ihre
Kreditwürdigkeit beeinträchtigt war; es durfte dieser Darstellung folgen.
Bereits gesagt worden ist, dass mit dem belgischen Urteil vom 27. Januar 2011
für den vorliegenden Kollokationsprozess nichts entschieden wurde (E. 5).

6.2.7. Vor diesem Hintergrund ist nicht weiter zu erörtern, ob der Hinweis der
Vorinstanz auf den Bestätigungsentscheid des Tribunal de commerce von Brüssel
vom 30. Juni 2003 (Urkunde 49/150, Ziff. 2 am Ende) überhaupt
entscheiderheblich gewesen ist. Aus jenem Entscheid des Tribunal de Commerce
geht hervor, dass es der Sabena möglich gewesen wäre, Liquiditätsquellen zu
erschliessen, und dass es am 7. November 2001 den Konkurs nicht eröffnet hätte,
wenn ihm das Angebot der British Airways für die Heathrow-Slots bekannt gewesen
wäre. Die Vorinstanz hat hierzu festgehalten, "offenbar" wäre die
Konkurseröffnung bei umfassender Kenntnis des Konkursgerichts über die
finanziellen Verhältnisse der Sabena nicht bewilligt worden. Der Hinweis der
Vorinstanz auf den Bestätigungsentscheid des Tribunal de Commerce von Brüssel
vom 30. Juni 2003 erscheint indessen nicht ausschlaggebend, denn es hat für die
fehlende Kausalität auf die eigene Darstellung der Beschwerdeführerin abstellen
dürfen.

6.2.8. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht müssig,
"darüber zu diskutieren, ob sich die Sabena nach dem 3. Oktober 2001 noch
anderswo hätte refinanzieren können". Wenn die Sabena - wie es die
Beschwerdeführerin dargestellt hat - weder vor der Konkurseröffnung ihre
Zahlungen dauerhaft eingestellt hatte, noch ihre Kreditwürdigkeit
beeinträchtigt war, durfte dies die Vorinstanz für den Kausalzusammenhang
zwischen der Vertragsverletzung der Beschwerdegegnerin und dem geltend
gemachten weiteren Schaden als entscheidrelevant betrachten. Ebenso durfte sie
zum Ergebnis gelangen, dass gestützt auf die klägerische Darstellung sich nicht
ergebe, dass ohne die Vertragsverletzung sich der (weitere) Schaden nicht so
verwirklicht hätte, wie er sich verwirklicht hat (vgl. E. 6.2). Diese
Überlegung kann als nicht unhaltbar oder geradezu stossend bzw. willkürlich
bezeichnet werden. Wenn das Obergericht gestützt auf die Vorbringen der
Beschwerdeführerin den Kausalzusammenhang verneint hat, kann eine geradezu
unhaltbare Anwendung belgischen Rechts verneint werden.

6.3. Die Beschwerdeführerin wirft dem Obergericht vor, die Schadensposition aus
der Auflösung der Airbus-Flugzeugkaufverträge übergangen und aus diesem Grund
die Forderungen abgewiesen zu haben. Das Obergericht hat überprüft, ob gemäss
der Vereinbarung vom 2. August 2001 die SAirLines als Verpflichtete anzusehen
sei, und die Frage gestützt auf den klaren Wortlaut der Vereinbarung verneint.
Die Vorbringen der Beschwerdeführer betreffend Schadensposition gehen daher ins
Leere. Dass der Schluss der Vorinstanz, wonach die SAirLines nicht als
Verpflichtete anzusehen sei, gegen das in der Sache anwendbare Recht verstossen
soll, wird nicht dargetan.

6.4. Das Obergericht hat erwogen, dass betreffend die Schadenersatzansprüche
aus den Januarverträgen der Schaden mangelhaft substantiiert sei und der
Kausalzusammenhang fehle; die weiteren vertraglichen Schadenersatzansprüche aus
der Auflösung von Airbus-Kaufverträgen würden ohnehin die SAirGroup und nicht
die SAirLines betreffen (E. 3.2). Allein was die Vorinstanz zur
Haftungsvoraussetzung des Kausalzusammenhangs und der (fehlenden) Verpflichtung
der Beschwerdegegnerin betreffend Airbus-Kaufverträge erwogen hat, hält - wie
dargelegt - vor Bundesrecht stand. Inwiefern die Beschwerdeführerin aus den
Januarverträgen dennoch einen Schadenersatz- und andere Ansprüche geltend
machen könne, wird nicht dargelegt.

6.5. Mit Bezug auf die Forderung der Beschwerdeführerin aus Art. 530 belg.CdS
hat das Obergericht festgehalten, dass das Astoria Agreement (in Art. 6.3)
unbestrittenermassen eine entsprechende Haftung ausschliesse, und bestätigt,
dass dieser Haftungsausschluss in Kraft getreten sei. Es bestehe deshalb keine
Haftung der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 530 belg. CdS. Auf diese
Begründung geht die Beschwerdeführerin nicht ein; inwiefern hier das auf den
Vertrag anwendbare Recht unhaltbar angewendet worden sein soll, wird nicht
dargetan. Im Wesentlichen rügt sie, dass das Obergericht die
Tatsachenvorbringen betreffend faktische Kontrolle der SAirGroup und SAirLines
über die Sabena missachtet habe. Indes hat das Obergericht festgehalten, dass
bereits die Erstinstanz - in ihrer Eventualerwägung - die Eigenschaft der
Beschwerdegegnerin als faktische Geschäftsführerin der Sabena bezeichnet hatte.
Das Obergericht hat (wie bereits das Bezirksgericht) jedoch den
Kausalzusammenhang verneint: Die Beschwerdeführerin habe nicht dargelegt, dass
die von ihr behauptete Pflichtverletzung seitens der SAirGroup/SAirLines zur
Zahlungseinstellung und zum Verlust der Kreditwürdigkeit der Sabena geführt
oder nur schon beigetragen habe; die blosse Bilanzverschlechterung als Folge
fehlerhafter Führungsentscheidungen würde nicht genügen. Da nicht dargelegt
wird, inwiefern die vorangehende Begründung (betreffend Haftungsausschluss)
nicht hinreichend entscheidtragend sei, um die Haftung gestützt auf Art. 530
belg. CdS zu verneinen, kann mangels genügender Beschwerdebegründung auf die
Kritik am obergerichtlichen Urteil nicht eingegangen werden (vgl. BGE 133 IV
119 E. 6 S. 120 betreffend Mehrzahl von Entscheidbegründungen).

6.6. Die Beschwerdeführerin erhebt ferner unter dem Titel der "subsidiären
Verfassungsbeschwerde" mit Bezug auf die Anwendung kantonalen Verfahrensrechts
weitere auf Art. 9 und Art. 29 Abs. 2 BV gestützte Rügen (welche im Rahmen der
Beschwerde in Zivilsachen behandelt werden können, soweit sie sich nicht
ohnehin mit andernorts Vorgebrachtem überschneiden, vgl. Art. 113 BGG; E. 1.4).

6.6.1. Im Wesentlichen macht die Beschwerdeführerin geltend, die §§ 133 und 136
ZPO/ZH seien verletzt worden. Nach der entsprechenden Praxis des kantonalen
Kassationsgerichts sei es nicht zulässig, aufgrund einer Würdigung der bereits
im Hauptverfahren eingereichten Beweismittel behauptete streitige Tatsachen
abschliessend als erwiesen oder unbeweisbar zu erachten und aus diesem Grund
auf die Durchführung eines eigentlichen formellen Beweisverfahrens zu
verzichten, bevor den Parteien durch einen Beweisauflagebeschluss die
Möglichkeit zur abschliessenden Nennung ihrer Beweismittel gegeben worden sei.
Das Obergericht hat mit Bezug auf den rechtlichen Kausalzusammenhang - wie
erwähnt - indes aufgrund der Darstellung der Beschwerdeführerin verneint. Sie
legt nicht dar, inwiefern zwingend vor dem Bezirksgericht ein
Beweisauflagebeschluss ergehen soll, wenn der Sachvortrag der
Beschwerdeführerin nicht die erforderliche Schlüssigkeit aufweist (vgl. Lieber,
Die neuere kassationsgerichtliche Rechtsprechung zum Beweisrecht im
Zivilverfahren, in: Festschrift 125 Jahre Kassationsgericht des Kantons Zürich,
2000, S. 229 Fn. 42). Die Vorinstanz durfte - wie dargelegt - die
Sachdarstellung als nicht schlüssig erachten, um den Kausalzusammenhang
zwischen der Vertragsverletzung der Beschwerdegegnerin und dem geltend
gemachten weiteren Schaden anzunehmen. Inwiefern unter diesen Umständen Anlass
für ein Beweisverfahren bestanden hätte, andernfalls verfassungsmässige Rechte
verletzt würden, wird nicht dargetan.

6.6.2. Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass der erstinstanzliche Richter
auf Material eines Drittverfahrens und auf von ihm selbst beigezogene
Zeitungsartikel abgestellt habe, weshalb die Verhandlungsmaxime gemäss § 54
Abs. 1 ZPO/ZH verletzt worden sei. Wenn das Obergericht dieses Vorgehen "de
facto sanktioniert" habe, stelle dies ein Verstoss gegen das Willkürverbot dar.
Das Obergericht hat den Kausalzusammenhang - wie erwähnt - indes aufgrund der
Darstellung der Beschwerdeführerin verneint. Diese legt nicht dar, inwiefern
die von ihr dargelegten Tatsachenvorbringen, auf welche der erstinstanzliche
Richter abgestellt habe, für das Obergericht - für dessen Begründung -
entscheidrelevant sein sollen. Was die Beschwerdeführerin als Verletzung von
kantonalem Verfahrensrecht vorbringt, genügt insgesamt den
Begründungsanforderungen nicht.

6.7. Nach dem Dargelegten ist mit Bundesrecht vereinbar, wenn das Obergericht
die Klage auf Kollokation (über die bereits knapp Fr. 400 Mio. kollozierte
Forderung hinaus) im Umfang von weiteren Fr. 230'835'000.-- abgewiesen hat.

7.

 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde insgesamt abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die
Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu tragen. Eine Parteientschädigung ist
nicht zu bezahlen, da der Beschwerdegegnerin kein ersatzpflichtiger Aufwand
entstanden ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Das Gesuch um Sistierung des Verfahrens wird zufolge Gegenstandslosigkeit
abgeschrieben.

2. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 80'000.-- hat die Beschwerdeführerin zu bezahlen.

4. 
Eine Parteientschädigung ist nicht zu leisten.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I.
Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Mai 2015

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Levante

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