Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.932/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
5A_932/2012

Urteil vom 5. März 2013
II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Bundesrichter Marazzi, Schöbi,
Gerichtsschreiber V. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Sarah Mostafa,
Beschwerdeführerin,

gegen

Vormundschaftsbehörde der Stadt Y.________, neu: KESB Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde Bezirke Y.________ und Z.________.

Gegenstand
Besuchsrecht (Kindesschutz),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II.
Zivilkammer, vom 8. November 2012.

Sachverhalt:

A.
Die am 18. Juli 2001 geborene A.________ ist die Tochter von X.________ (geb.
1963) und B.________ (geb. 1946). In der am 14. August 2006 erfolgten Scheidung
wurde die elterliche Sorge der Mutter zugeteilt. Danach wohnte A.________ bei
ihrer Mutter und deren vormaligen Ehegatten C.________. Im Herbst 2007 ging
X.________ eine Beziehung mit dem aus Libyen stammenden D.________ ein. In der
Folge wandte sie sich vertieft dem muslimischen Glauben zu. Sie entschied sich
u.a. zum Tragen der Burka und hielt ihre Tochter an, in der Primarschule eine
Kopfbedeckung (Hijab) zu tragen. Im Mai 2009 zog X.________ zusammen mit ihrer
Tochter zu D.________ nach Y.________.

B.
Ab Januar 2010 kam es zu wiederholten Meldungen des Vaters an die
Vormundschaftsbehörde Y.________. Der Vater brachte seine Sorge um das
Wohlergehen seiner Tochter zum Ausdruck. Er warf der Mutter vor, ihre Tochter
ungenügend zu betreuen. Wiederholt sei die Mutter ins Ausland verreist und
niemand habe gewusst, wo sie sich aufhalte und wann sie zurückkehre. Auch
C.________ meldete sich bei der Vormundschaftsbehörde. Er berichtete von den
wirtschaftlichen Schwierigkeiten von X.________ und davon, dass ihre Beziehung
zu D.________ von häuslichen Gewaltszenen geprägt sei und zu einer starken
religiösen islamischen Ausrichtung geführt habe. A.________ leide stark
darunter. An Weihnachten 2009 sei die Mutter nach E.________ gereist, ohne dass
die Betreuung von A.________ gesichert gewesen sei. Ende Mai 2011 wurde
schliesslich die Lehrerin von A.________ bei der Vormundschaftsbehörde
vorstellig. Sie teilte dieser mit, A.________ habe ihr gegenüber erklärt, dass
sie es bei ihrer Mutter nicht mehr aushalte.

C.
Im Zuge der von der Vormundschaftsbehörde veranlassten Abklärungen durch das
Jugendsekretariat fand am 17. Juni 2011 ein Gespräch mit A.________ statt.
Dabei wiederholte sie, dass sie Angst habe, äusserte Suizidgedanken und
weigerte sich strikt, zur Mutter zurückzukehren. In einem Zwischenbericht hielt
das Jugendsekretariat fest, dass die Aussagen des Kindes auf eine Gefährdung
des Kindeswohls hindeuteten, was seine psychosoziale Entwicklung und physische
Unversehrtheit betreffe. Die Tiefe des Konflikts zwischen den Eltern, der
Umgang mit der fundamental gelebten Religion der Mutter und das
Auseinanderdriften der Lebenswelten der Eltern scheine das Kind in
traumatisierendem Masse zu überfordern. In Absprache mit der
Vormundschaftsbehörde wurde A.________ daher am 17. Juni 2011 notfallmässig in
einer SOS-Pflegefamilie untergebracht.

D.
D.a Mit Beschluss vom 24. Juni 2011 hob die Vormundschaftsbehörde Y.________ im
Rahmen superprovisorischer Massnahmen die mütterliche Obhut über A.________ auf
und errichtete eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB. Nach
Anhörung beider Elternteile und einem Gespräch mit A.________ bestätigte die
Behörde diese Massnahmen. Der entsprechende Beschluss vom 7. Juli 2011 blieb
unangefochten.
D.b Ende Oktober 2011 gingen bei der Vormundschaftsbehörde der
Abklärungsbericht des Jugendsekretariates Y.________ sowie eine diesen
ergänzende kinderpsychologische Abklärung ein. Beide Berichte stellen im
Ergebnis eine belastete und das Kind belastende Beziehung zu den Eltern fest,
weil die Trennung der Eltern unverarbeitet sei und A.________ die Mutter für
die damit verbundenen Wechsel des Umfelds verantwortlich zu machen scheine.
Vordergründig klar werde vom Kind eine eindeutige räumliche Distanzierung von
der Mutter gewünscht. Gleichzeitig zeige sich auf emotionaler Ebene aber das
Bedürfnis nach Unternehmungen mit der Mutter. Das Jugendsekretariat anerkannte
zwar grundsätzlich die Fähigkeit der Mutter zur Pflege der Tochter, hielt
allerdings fest, die Mutter sei den Erziehungsfragen und kommenden Themen unter
anderem aufgrund der Widerstände der Tochter nicht gewachsen. Daraus würden
gegenseitige Verletzungen resultieren. In der Folge wurde die therapeutische
Begleitung von A.________ an die Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. med.
F.________ delegiert. Ferner wurde A.________ über die Beiständin bei der
Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft (Frau G.________) in H.________
umplatziert.
D.c Mit Beschluss vom 14. Februar 2012 nahm die Vormundschaftsbehörde
Y.________ formell Kenntnis von A.________s Umplatzierung und traf die folgende
auszugsweise wiedergegebene Regelung der Besuchs- bzw. Kontaktrechte:
"[...]
2. Die Mutter, X.________, geb 1963, von I.________, wird vorläufig berechtigt
erklärt,
a) A.________ alle drei Wochen für zwei Stunden, nach Organisation und
Festlegung der Besuchsmodalitäten durch die Beiständin, begleitet zu sehen;
b) A.________ wöchentlich, Mittwoch abends, in der Sozialpädagogischen
Lebensgemeinschaft H.________ anzurufen.
[...]
6. Die Beiständin nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB erhält im Rahmen der
besonderen Befugnisse die zusätzlichen Aufträge,
a) den Besuchskontakt von A.________ zur Mutter gemäss Dispositiv Ziffer 2
sowie in Berücksichtigung der Erwägungen der Vormundschaftsbehörde zu
organisieren, sowie nach Rücksprache mit der Therapeutin und den weiteren
involvierten Fachpersonen die Kontaktzeit sowie -häufigkeit, nach Massgabe vom
Wohl von A.________, auszudehnen;
[...]
c) den durch die Therapeutin von A.________, Dr. med. F.________, Y.________,
erstellten Bericht zur Entwicklungsabklärung von A.________ an die
Vormundschaftsbehörde weiterzuleiten sowie eine schriftliche Einschätzung der
Therapeutin zur weiteren Besuchskontaktsituation sowie betreffend den
allfälligen weiteren therapeutischen Bedarf von A.________ sowie ihren Eltern,
einzuholen;
d) zuhanden der Vormundschaftsbehörde bis spätestens 30. April 2012 Bericht zur
Situation von A.________ zu erstatten und gleichzeitig Antrag für die weitere
Ausgestaltung des Besuchs- und Ferienrechts von A.________ zu ihren Eltern zu
stellen.
e) der ordentliche Berichtstermin - 30. Juni 2013 - bleibt unverändert.
[...]"

E.
X.________ beschwerte sich am 27. Februar 2012 beim Bezirksrat Y.________ gegen
Dispositiv-Ziffer 2/a des Beschlusses vom 14. Februar 2012. Sie beantragte,
ihre Tochter jedes zweite Wochenende unbegleitet zu sich auf Besuch nehmen zu
können. Eventuell sei sie für berechtigt zu erklären, A.________ jede zweite
Woche für drei Stunden unbegleitet zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Bezirksrat
wies die Beschwerde am 29. Juni 2012 ab. Das Obergericht des Kantons Zürich
wies die dagegen erhobene Berufung ab und bestätigte den Beschluss des
Bezirksrats (Urteil vom 8. November 2012).

F.
Gegen dieses Urteil reichte X.________ (im Folgenden: Beschwerdeführerin) am
14. Dezember 2012 Beschwerde in Zivilsachen und eventualiter subsidiäre
Verfassungsbeschwerde ein. Sie beantragt, das Urteil vom 8. November 2012 des
Obergerichts des Kantons Zürich vollumfänglich aufzuheben und sie in Abänderung
von Ziffer 2/a des Beschlusses der Vormundschaftsbehörde der Stadt Y.________
vom 14. Februar 2012 für berechtigt zu erklären, ihre Tochter jedes zweite
Wochenende unbegleitet zu sich auf Besuch zu nehmen. Eventualiter sei sie in
Abänderung von Ziffer 2/a des erwähnten Beschlusses für berechtigt zu erklären,
ihre Tochter jede zweite Woche für drei Stunden unbegleitet zu sich auf Besuch
zu nehmen. Subeventualiter verlangt die Beschwerdeführerin, das Verfahren zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung ihrer Anträge
legt die Beschwerdeführerin zusätzliche Schreiben von Bekannten und Zeichnungen
ihrer Tochter vor. Für das bundesgerichtliche Verfahren ersucht die
Beschwerdeführerin ausserdem um unentgeltliche Rechtspflege.
Es sind keine Vernehmlassungen eingeholt, wohl aber die Akten der Vorinstanz
beigezogen worden.

Erwägungen:

1.
Angefochten ist binnen Frist ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid im
Bereich des Kindesschutzes (Art. 75 Abs. 1, 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 7 und 100
BGG in der bis zum 31. Dezember 2012 gültigen Fassung). Die Beschwerde in
Zivilsachen ist somit gegeben. Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art.
113 BGG) ist nicht einzutreten.

2.
Der Rechtsmittelbelehrung des Obergerichts zufolge soll der angefochtene
Entscheid ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG
sein. Das würde bedeuten, dass die Beschwerdeführerin nur die Verletzung
verfassungsmässiger Recht rügen kann. Die vorinstanzliche Beurteilung der
Rechtslage ist nicht richtig.

2.1 Wohl kann Art. 98 BGG auch Massnahmen erfassen, die losgelöst von einem
Hauptverfahren angeordnet wurden. Voraussetzung ist aber, dass die Massnahme in
zeitlicher Hinsicht einen bloss vorübergehenden Charakter aufweist, das in
Frage stehende Rechtsverhältnis also lediglich vorläufig regelt (Urteil 4A_640/
2009 vom 2. März 2010 E. 3, nicht publ. in: BGE 136 III 178). Diese
Voraussetzung ist etwa dann erfüllt, wenn die zuständige Behörde den
persönlichen Verkehr zwischen Mutter und Kind für eine genau bestimmte
Höchstdauer sistiert und ausdrücklich anordnet, dass die Situation nach Ablauf
der Frist neu zu beurteilen sei (Urteil 5A_523/2012 vom 12. Oktober 2012 E.
1.3). Anders verhält es sich im vorliegenden Fall. Zwar verpflichtet die
Vormundschaftsbehörde in ihrem Beschluss vom 14. Februar 2012 die eingesetzte
Beiständin, der Vormundschaftsbehörde "bis spätestens 30. April 2012 Bericht
zur Situation von A.________ zu erstatten und gleichzeitig Antrag für die
weitere Ausgestaltung des Besuchs- und Ferienrechts ... zu stellen" (s.
Sachverhalt Bst. D.c). Zumindest implizite behält sich die
Vormundschaftsbehörde damit vor, die getroffene Regelung später je nach
Entwicklung der Situation abzuändern. Allein damit geht die zitierte Anordnung
aber nicht über das hinaus, was schon von Gesetzes wegen gilt, nämlich dass die
Kindesschutzmassnahmen der neuen Lage anzupassen sind, wenn sich die
Verhältnisse verändern (Art. 313 Abs. 1 ZGB ). Insbesondere lässt sich die
streitige Anordnung nicht dahin gehend verstehen, dass die Begleitung als
besondere Modalität des Besuchsrechts nach Eingang des Berichts ohne Weiteres
dahinfiele. Mithin ist angesichts der getroffenen Anordnungen letztlich nicht
absehbar, wie lange das "vorläufig" angeordnete begleitete Besuchsrecht konkret
gelten soll. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass der angefochtene Entscheid nur
eine von mehreren im Verfahren aufgeworfenen Fragen regeln würde, ein Entscheid
über andere Begehren noch ausstünde und die streitige Anordnung aus diesem
Grund lediglich vorsorglicher Natur wäre.

2.2 Nach dem Gesagten betrifft der angefochtene Entscheid keine vorsorgliche
Massnahme im Sinne von Art. 98 BGG. Das bedeutet, dass in rechtlicher Hinsicht
alle Rügen gemäss Art. 95 f. BGG zulässig sind. Das Bundesgericht wendet das
Recht in diesem Bereich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und prüft mit
freier Kognition, ob der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Demgegenüber
legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin kann
die Feststellung des Sachverhalts nur rügen, wenn sie offensichtlich unrichtig
ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn
die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willkürlich" (
BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252). Will die Beschwerdeführerin die
Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten, so muss sie darlegen,
inwiefern die Voraussetzungen einer Ausnahme gemäss Art. 105 Abs. 2 BGG gegeben
sind und das Verfahren bei rechtskonformer Ermittlung des Sachverhalts anders
ausgegangen wäre; andernfalls kann ein Sachverhalt, der vom im angefochtenen
Entscheid festgestellten abweicht, nicht berücksichtigt werden. Auf eine Kritik
an den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen
nicht genügt, ist nicht einzutreten (s. BGE 133 III 462 E. 2.4 S. 466 f.).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass das vorinstanzliche Urteil
willkürlich sei oder ihre verfassungsmässigen Rechte verletze, gilt ausserdem
das Rügeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Das Bundesgericht prüft in diesem Fall
nur klar und detailliert erhobene und belegte Rügen; auf rein appellatorische
Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein. Wird eine Verletzung des
Willkürverbots geltend gemacht, muss anhand der angefochtenen Subsumtion im
Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der Entscheid an einem qualifizierten und
offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 246; 133 III 585 E.
4.1 S. 588 f.).

3.
Gegenstand des vorinstanzlichen Urteils ist einzig der Beschluss des
Bezirksrats Y.________ vom 29. Juni 2012, nicht hingegen die späteren Probleme
bei der Ausübung des Besuchsrechts, die u.a. darin mündeten, dass der
Beschwerdeführerin ein Hausverbot auferlegt wurde und weitere Besuche
unterblieben. Sie sind Gegenstand eines neuen Verfahrens, das auf eine
Anpassung bzw. Abänderung des Beschlusses der Vormundschaftsbehörde vom 14.
Februar 2012 zielt.
Neu unterbreitet die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht sodann verschiedene
Zeichnungen und Schriftstücke. Gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG dürfen neue Tatsachen
und Beweismittel nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der
Vorinstanz dazu Anlass gibt. Zumindest das Schreiben von C.________ vom 19.
November 2012 ist erst nach dem angefochtenen Entscheid des Obergerichts
entstanden. Als echtes Novum ist das Schreiben unbeachtlich (BGE 133 IV 342 E.
2.1 S. 343 f.). Was die anderen, nicht datierten Beweisstücke angeht, macht die
Beschwerdeführerin geltend, die Voraussetzung gemäss Art. 99 Abs. 1 BGG sei
erfüllt, weil sie, der Vater und das Kind vor dem Obergericht erneut angehört
worden seien. Inwiefern die neuen Dokumente mit diesen Anhörungen in einem
Zusammenhang stünden, zeigt die Beschwerdeführerin indessen nicht auf und ist
auch nicht ersichtlich. Auch diese Urkunden kann das Bundesgericht daher nicht
berücksichtigen.

4.
Die Beschwerdeführerin beruft sich eingangs ihrer materiellen Beurteilung auf
eine ganze Reihe verfassungsmässiger Rechte: auf Art. 8 Abs. 2 BV
(Diskriminierungsverbot), Art. 9 BV (Schutz vor Willkür und Wahrung von Treu
und Glauben), Art. 10 BV (Recht auf Leben und auf persönliche Freiheit), Art.
14 BV (Recht auf Ehe und Familie) sowie Art. 15 BV (Glaubens- und
Gewissensfreiheit). Sie unterlässt es aber, im Einzelnen aufzuzeigen, weshalb
die Vorinstanz diese Bestimmungen missachtet haben soll. Damit genügt sie den
Begründungsanforderungen nicht (E. 2.2) Auf die entsprechenden Vorwürfe ist
deshalb nicht einzutreten. Dies gilt auch für die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Verstösse gegen Art. 8, 9 und 14 EMRK sowie Art. 9 Abs. 3 des
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (SR 107). Die
erwähnten Bestimmungen bleiben immerhin insoweit beachtlich, als das ZGB
verfassungs- und völkerrechtskonform auszulegen ist (vgl. BGE 135 III 66 E. 5
S. 72 f. und BGE 123 III 445 E. 2b/bb S. 449).

5.
In der Sache wehrt sich die Beschwerdeführerin gegen die Dauer und die
Modalitäten ihres Besuchsrechts. Dabei stützt sie sich auf Art. 273 Abs. 1 ZGB,
wonach auch Eltern ohne Obhut gegenseitig Anspruch auf angemessenen
persönlichen Verkehr mit ihrem Kind haben. Ihr Hauptantrag und ihr
Eventualantrag zielen auf eine Ausweitung des Besuchsrechts in zeitlicher
Hinsicht. Beiden gemeinsam ist die Forderung, das Besuchsrecht ohne Begleitung
ausüben zu können. Im Folgenden wird in einem ersten Schritt geprüft, ob die
Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts rechtens ist. In einem zweiten
Schritt wird der zeitliche Umfang des Besuchsrechts überprüft (unten E. 6).

5.1 Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben die
Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind
gekümmert oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann ihnen das Recht auf
persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Das
Wohl des Kindes ist gefährdet, wenn seine ungestörte körperliche, seelische
oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem
nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist. Als wichtige Gründe fallen
beispielsweise Vernachlässigung, physische Misshandlungen und übermässige
psychische Belastungen des Kindes in Betracht (5P.9/2005 vom 22. Februar 2005
E. 6.1). Anderseits ist zu berücksichtigen, dass das Besuchsrecht dem nicht
obhutsberechtigten Elternteil um seiner Persönlichkeit willen zusteht und ihm
daher nicht ohne wichtige Gründe ganz abgesprochen werden darf. Eine Gefährdung
des Kindeswohls ist daher unter diesem Gesichtspunkt nicht leichthin
anzunehmen. Sie kann nicht schon deswegen bejaht werden, weil beim betroffenen
Kind eine Abwehrhaltung gegen den nicht obhutsberechtigten Elternteil
festzustellen ist. Gewiss sind im Rahmen des Eltern-Kindverhältnisses die
Einstellung und die Persönlichkeit des Kindes zu respektieren. Grundsätzlich
untersteht das Kind aber der Autorität der Eltern; es schuldet ihnen Achtung
und Gehorsam (Art. 301 Abs. 2 ZGB; BGE 111 II 405 E. 3 S. 407 f.).
Aus dem Gesagten folgt, dass Kindesschutzmassnahmen zur Erreichung ihres Ziels
erforderlich sein müssen (Subsidiarität) und immer nur die mildeste Erfolg
versprechende Massnahme anzuordnen ist (Proportionalität); diese soll die
elterlichen Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität;
Urteil 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Entsprechend darf
die Vormundschaftsbehörde (seit dem 1. Januar 2013: Kindesschutzbehörde)
gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB ein begleitetes Besuchsrecht anordnen, dies
aber nur dann, wenn ein unbegleitetes Besuchsrecht aller Voraussicht nach nicht
zum Ziel führt. Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs unter Berücksichtigung
dieser Massstäbe angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt
umschreiben, sondern entscheidet sich im konkreten Einzelfall nach
richterlichem Ermessen (Urteil 5A_432/2011 vom 20. September 2011 E. 2.5; CYRIL
Hegnauer, in: Berner Kommentar, 1997, N 61 zu Art. 273 ZGB). Es ist in erster
Linie Aufgabe des kantonalen Sachgerichts, diese Interessenabwägung
vorzunehmen. Bei deren Überprüfung auferlegt sich das Bundesgericht
Zurückhaltung (Urteil 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1).

5.2 Die Vorinstanz hält die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer
Tochter aus verschiedenen Gründen für belastet. Diese Belastung resultiere
nicht allein aus dem religiösen Wandel der Beschwerdeführerin. Eine wesentliche
Rolle spiele ihre dominante Persönlichkeit. Die Beschwerdeführerin befasse sich
höchst ungern, wenn überhaupt, mit einer anderen als der eigenen Sicht. Das
vorhandene Mass an Egozentrik erschwere den Kontakt mit der Beschwerdeführerin
und störe massiv die Beziehung zu ihrer Tochter. Hinzu komme die emotionale und
zuweilen impulsive Art der Beschwerdeführerin, die sich in einem kaum zu
stoppenden Redefluss äussere. Im Verhältnis zu ihrer Tochter beschreibt die
Vorinstanz die Beschwerdeführerin als vereinnahmend. Daraus folgert die
Vorinstanz mit dem Bezirksrat, dass nur ein begleitetes Besuchsrecht in Frage
komme.

5.3 Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz in tatsächlicher Hinsicht vor,
dass der geschilderte Sachverhalt auf einer "zurecht gerückten und kreierten
Kindeswohlgefährdung" beruhe. In dieser allgemeinen Form genügt der Vorwurf den
Begründungsanforderungen (E. 2.2) nicht. Mit dem blossen Aneinanderreihen von
Superlativen ist weder Willkür noch sonst wie eine Bundesrechtswidrigkeit
dargetan. Darauf kann nicht eingetreten werden. Ins Leere geht auch der
Vorwurf, die Vorinstanz sei mit Blick auf einen anderslautenden Bericht von
Frau G.________ vom 5. Mai 2012 willkürlich zur Auffassung gelangt, dass das
Kind selbst keinen unbegleiteten Kontakt zu seiner Mutter wünsche. Fakt ist,
dass die Vertreterin des Kindes der Vorinstanz in dessen Namen beantragte, den
Beschluss des Bezirksrats und damit das begleitete Besuchsrecht zu bestätigen.
Vor diesem Hintergrund kann man es nicht als willkürlich bezeichnen, wenn die
Vorinstanz zur Auffassung gelangte, dass die Tochter mit dem begleiteten
Besuchsrecht einverstanden sei. Im Übrigen hat die Vorinstanz die ambivalente
Haltung des Kindes ihrer Mutter gegenüber nicht verschwiegen. Schliesslich gilt
es zu betonen, dass das mittlerweile zwölfjährige Kind zwar anzuhören und seine
Meinung zu berücksichtigen ist. Die Verantwortung für den Entscheid, ob das
Besuchsrecht mit oder ohne Begleitung ausgeübt wird, liegt aber bei der
Vormundschaftsbehörde. Sie hätte daher das Recht und die Pflicht, auch gegen
den Willen des Kindes auf einem begleiteten Besuchsrecht zu beharren, falls sie
dies zum Wohl des Kindes für nötig erachtet. Dies gilt umso mehr, als Frau Dr.
med. F.________ in ihrem Bericht vom 16. Mai 2012 betonte, dass man den
diesbezüglichen Entscheid nicht dem Kind überlassen dürfe.

5.4 Ohne Belang ist auch der Vorwurf der Beschwerdeführerin, dass die Behörden
sie in die Enge getrieben bzw. in einer Art und Weise auf das Kind eingewirkt
hätten, die dem Kindswohl nicht entspreche. Für die Anordnung von
Kindesschutzmassnahmen ist unerheblich, auf welche Ursachen die Gefährdung
zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des
Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine
Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft (Urteil 5C.258/
2006 vom 22. Dezember 2006 E. 2.1). Auch mit dem Argument, dass sie gegenüber
dem Kind nie gewalttätig geworden sei, vermag die Beschwerdeführerin nichts
auszurichten. Einschränkungen des persönlichen Verkehrs können ihren Grund
erklärtermassen auch in einer psychischen Belastung für das Kind haben (E.
5.1).

5.5 Schliesslich beruft sich die Beschwerdeführerin auf die Glaubens- und
Gewissensfreiheit (Art. 15 BV und Art. 9 EMRK) und erinnert an Art. 303 ZGB,
wonach die Eltern über die religiöse Erziehung ihres Kindes verfügen, bevor
dieses sein 16. Altersjahr zurückgelegt hat. Wohl steht dieses Recht auch jenen
Eltern zu, denen - wie im Fall der Beschwerdeführerin - die Obhut, nicht aber
die elterliche Sorge über ihr Kind entzogen wurde (BGE 129 III 689, E. 1.2 S.
691 f.). Daher kann der blosse Umstand, dass der sorgeberechtigte Elternteil
gegenüber seinem Kind religiöse Regeln durchsetzt, für sich allein genommen das
Kindeswohl grundsätzlich nicht gefährden. Ob diese Maxime ohne Einschränkung
auch dann gelten muss, wenn der betreffende Elternteil - wie hier - vom
angestammten religiösen oder kulturellen Milieu der Familie Abstand nimmt bzw.
sich mehr oder weniger unversehens einer anderen, aus der Sicht des Kindes
fremden Glaubensgemeinschaft zuwendet, kann an dieser Stelle offenbleiben. Dass
das Obergericht der Beschwerdeführerin ihre "ausgeprägte Zuneigung zu ihrer
Religion" und die "Weitergabe ihrer muslimischen Werte an ihre Tochter"
vorwirft, lässt sich dem angefochtenen Entscheid nicht entnehmen. Soweit die
Beschwerdeführerin das Gegenteil behauptet, genügt ihre Beschwerde den
Anforderungen an eine rechtsgenügliche Rüge nicht (E. 2.2).

5.6 Nach dem Gesagten erweisen sich die Einwände, mit denen die
Beschwerdeführerin die Rechtsmässigkeit der Überwachung des Besuchsrechts zu
erschüttern versucht, als unbegründet. Die angeordnete Kindesschutzmassnahme
hält vor Bundesrecht stand.

6.
Bleibt es beim begleiteten Besuchsrecht, stellt sich schliesslich die Frage
nach dem zeitlichen Umfang. Die Beschwerdeführerin möchte ihre Tochter jedes
zweite Wochenende zu sich auf Besuch nehmen oder zumindest alle vierzehn Tage
während dreier Stunden.
Auch bei der Festlegung von Besuchsdauer, -intervallen und -ort handelt es sich
um typische Ermessensfragen (E. 5.2). Deren Beantwortung ist letztinstanzlicher
Korrektur nur dort zugänglich, wo das kantonale Gericht das Ermessen
rechtsfehlerhaft ausgeübt hat, also Ermessensüberschreitung, -missbrauch oder
-unterschreitung vorliegt (Urteil 8C_7/2012 vom 4. April 2012 E. 4.1 mit
Hinweisen). Die Beschwerdeführerin äussert sich lediglich zur Frage der
angeordneten Überwachung des persönlichen Verkehrs. Hinsichtlich der zeitlichen
und örtlichen Modalitäten des Besuchsrechts zeigt sie nicht im Einzelnen auf,
worin eine Verletzung von Bundesrecht liegen soll. Ob ihr Schriftsatz den
Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG überhaupt genügt (vgl. BGE 121
III 397 E. 2a S. 400; Urteil 4A_22/2008 vom 10. April 2008 E. 1), kann indes
offenbleiben. Denn von einem Ermessensfehler kann schon deshalb keine Rede
sein, weil der Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 14. Februar 2012 nur den
minimalen Anspruch auf persönlichen Verkehr umschreibt und die Beiständin
verpflichtet wird, sich für eine Ausdehnung der Besuchszeiten einzusetzen.

7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdeführerin
kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
Bezirke Y.________ und Z.________ hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 68 Abs. 3 BGG). Wie den vorstehenden Ausführungen
entnommen werden kann, konnte der Beschwerde von Beginn weg kein Erfolg
beschieden sein, weshalb es an einer materiellen Voraussetzung für die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (Art. 64 Abs. 1 BGG) und das
Gesuch entsprechend abzuweisen ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege für das
bundesgerichtliche Verfahren wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde Bezirke Y.________ und Z.________, dem Obergericht des
Kantons Zürich, II. Zivilkammer, und A.________, vertreten durch Rechtsanwältin
Annegret Lautenbach-Koch, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. März 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: V. Monn