Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.209/2013
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
5A_209/2013

Urteil vom 9. Juli 2013

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Marazzi,
Gerichtsschreiber Bettler.

Verfahrensbeteiligte
X.________ (Ehemann),
vertreten durch Rechtsanwalt Lukas Wedekind-Schmid,
Beschwerdeführer,

gegen

Z.________ (Ehefrau),
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Ehescheidung (Güterrecht, nachehelicher Unterhalt),

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, 3. Abteilung,
vom 4. Februar 2013.

Sachverhalt:

A.
X.________ (geb. 1962) und Z.________ (geb. 1961) heirateten im September 1988.
Sie wurden Eltern von zwei mittlerweile volljährigen Kindern. Seit März 2006
leben sie getrennt.
Im Oktober 2008 leiteten die Ehegatten beim Bezirksgericht Kriens (damals
Amtsgericht Luzern-Land) das Scheidungsverfahren ein. Im Rahmen einer
vorsorglichen Massnahme während des Scheidungsverfahrens verpflichtete das
Bezirksgericht X.________ mit Entscheid vom 14. Mai 2009 unter anderem zu
monatlichen Unterhaltsbeiträgen an Z.________ von Fr. 2'000.-- pro Monat und
zur Überweisung von 2/3 des jeweils am Ende des Geschäftsjahres ausbezahlten
Bonus innerhalb von 10 Tagen nach dessen Erhalt. Die von Z.________ dagegen
erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos (vgl. Urteil 5A_559/2009 vom 21.
Oktober 2009).

B.
Mit Urteil vom 24. Mai 2012 schied das Bezirksgericht die Ehe der Parteien und
urteilte über die Nebenfolgen der Scheidung. Insbesondere verpflichtete es
X.________ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils zu monatlichen nachehelichen
Unterhaltsbeiträgen von Fr. 2'000.-- für die Zeit bis 31. Juli 2012, von Fr.
1'850.-- für die Zeit ab 1. August 2012 bis 30. November 2012 und von Fr.
580.-- für die Zeit ab 1. Dezember 2012 bis 30. Juni 2025. In güterrechtlicher
Hinsicht verurteilte das Bezirksgericht X.________ zu einer Ausgleichszahlung
an Z.________ von Fr. 93'739.60, wobei Fr. 10'000.-- innerhalb von 30 Tagen und
Fr. 83'739.60 innerhalb von vier Monaten nach der Rechtskraft des
Scheidungsurteils zu bezahlen sind.

C.

C.a. Dagegen erhob Z.________ am 28. Juni 2012 namentlich bezüglich des
nachehelichen Unterhalts und der güterrechtlichen Auseinandersetzung Berufung
an das Obergericht des Kantons Luzern.

X.________ beantragte in seiner Berufungsantwort vom 9. August 2012, die
Berufung sei abzuweisen. Beschränkt auf die güterrechtliche Auseinandersetzung
erhob er Anschlussberufung.

C.b. Mit Urteil vom 4. Februar 2013 hiess das Obergericht die Berufung von
Z.________ teilweise gut und änderte den bezirksgerichtlichen Entscheid wie
folgt ab: Es verpflichtete X.________ zu monatlichen nachehelichen
Unterhaltsbeiträgen von Fr. 2'080.-- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis
31. Dezember 2019 und von Fr. 1'580.-- vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2025
(Ziff. 1/5 des obergerichtlichen Dispositivs). Sodann verurteilte es X.________
zu einer güterrechtlichen Ausgleichszahlung von Fr. 111'785.20, wobei Fr.
10'000.-- innerhalb von 30 Tagen und Fr. 101'785.20 innerhalb von vier Monaten
nach der Rechtskraft dieses (obergerichtlichen) Urteils zu bezahlen sind (Ziff.
1/7 des obergerichtlichen Dispositivs). Die Anschlussberufung von X.________
wies es ab (Ziff. 2 des obergerichtlichen Dispositivs).
Sodann bestätigte es den bezirksgerichtlichen Kostenspruch. Für das
Berufungsverfahren auferlegte es X.________ die Gerichtskosten und
verpflichtete ihn zur Übernahme eines Teils der Anwaltskosten von Z.________
(Ziff. 3 des obergerichtlichen Dispositivs).

D.
Dem Bundesgericht beantragt X.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) in seiner
Beschwerde in Zivilsachen vom 18. März 2013, die Ziff. 1/5, 1/7 und 3 des
obergerichtlichen Entscheids vom 4. Februar 2013 seien aufzuheben. Er sei zu
einem nachehelichen Unterhaltsbeitrag an Z.________ (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) von Fr. 580.-- pro Monat vom 1. Dezember 2012 bis 30. Juni
2025 zu verpflichten. Sodann sei die von ihm zu leistende güterrechtliche
Ausgleichszahlung auf Fr. 93'739.60 festzusetzen, wobei Fr. 10'000.-- innerhalb
von 30 Tagen und Fr. 83'739.60 innerhalb von vier Monaten nach der Rechtskraft
dieses Urteils zu bezahlen seien. Schliesslich sei der bezirksgerichtliche
Kostenspruch zu bestätigen, im Übrigen seien die Verfahrenskosten und die
Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin festzulegen.
Das Bundesgericht hat die Vorakten, hingegen keine Vernehmlassungen eingeholt.

Erwägungen:

1.

1.1. Angefochten ist der Entscheid eines oberen Gerichts, das auf Rechtsmittel
hin kantonal letztinstanzlich in einer Scheidungs- und damit einer Zivilsache
entschieden hat (Art. 90, Art. 75 und Art. 72 Abs. 1 BGG). Einzig umstritten
sind der nacheheliche Unterhalt und güterrechtliche Ansprüche, weshalb es sich
um eine vermögensrechtliche Angelegenheit handelt, wobei der Streitwert den
gesetzlichen Mindestbetrag übersteigt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG; BGE 116 II
493 E. 2a S. 495). Die im Übrigen fristgerecht (Art. 100 Abs. 1 BGG)
eingereichte Beschwerde in Zivilsachen ist demnach grundsätzlich zulässig.

1.2.

1.2.1. Mit der Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen gemäss Art.
95 f. BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht in diesem
Bereich grundsätzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG; vgl. zu Art. 106
Abs. 2 BGG aber E. 1.2.2 unten) und prüft mit freier Kognition, ob der
angefochtene Entscheid Recht verletzt. Es befasst sich aber nur mit formell
ausreichend begründeten Einwänden (Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 134 III 102 E. 1.1
S. 104 f.). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der
angefochtene Akt Recht verletzt. Allgemein gehaltene Einwände, die ohne
aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidungsgründen
vorgebracht werden, genügen nicht (BGE 137 III 580 E. 1.3 S. 584).

1.2.2. Strengere Anforderungen gelten, wenn die Verletzung von Grundrechten
(einschliesslich der Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung) geltend gemacht
wird. Das Bundesgericht prüft die Verletzung von Grundrechten insofern, als
eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und begründet worden ist (Art.
106 Abs. 2 BGG; Rügeprinzip). Es prüft nur klar und detailliert erhobene und,
soweit möglich, belegte Rügen (BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246).

1.2.3. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Wird eine
Sachverhaltsfeststellung beanstandet, muss in der Beschwerdeschrift dargelegt
werden, inwiefern diese Feststellung offensichtlich unrichtig und damit
willkürlich (BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234) oder durch eine andere
Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG zustande gekommen ist und inwiefern
die Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG).

2.
Der Beschwerdeführer wendet sich in seinen Anträgen vor dem Bundesgericht gegen
die vom Obergericht auf Fr. 111'785.20 festgesetzte güterrechtliche
Ausgleichszahlung und verlangt deren Reduktion auf Fr. 93'739.60. In seiner
Beschwerde begründet er die beantragte Reduktion einzig mit dem Hinweis, es sei
der Berechnung des Bezirksgerichts "Folge zu geben" (S. 11 der Beschwerde, "zu
Erwägung Ziff. 6 Güterrecht").
Eine solche Begründung - ohne jegliche Auseinandersetzung mit dem angefochtenen
Entscheid - vermag den Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht zu genügen
(zur Unzulässigkeit des blossen Verweises auf Ausführungen in anderen
Rechtsschriften oder auf die Akten vgl. BGE 134 I 303 E. 1.3 S. 306; 133 II 396
E. 3.1 S. 399 f.). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

3.

3.1. Strittig ist sodann die Höhe und Dauer der vom Beschwerdeführer an die
Beschwerdegegnerin zu leistenden nachehelichen Unterhaltsbeiträge.

3.2. Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB besteht ein Anspruch auf nachehelichen
Unterhalt, soweit einem Ehegatten nicht zuzumuten ist, für den ihm gebührenden
Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst
aufzukommen. Diese Bestimmung basiert auf zwei Prinzipien: einerseits auf
jenem, wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der Scheidung die
wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen und für seinen Unterhalt selber
aufkommen soll, und andererseits auf jenem der nachehelichen Solidarität. In
Art. 125 Abs. 2 ZGB werden in nicht abschliessender Weise die Kriterien für die
Beurteilung aufgezählt, ob, in welcher Höhe und für welche Dauer eine
Unterhaltspflicht besteht (BGE 137 III 102 E. 4.1.1 S. 104 f.).

3.3. Die 1988 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tatsächlichen Trennung
(2006) knapp 18 Jahre und bis zur rechtskräftigen Scheidung (2012) rund 24
Jahre gedauert. Es sind aus ihr zwei Kinder hervorgegangen. Es ist damit
unbestrittenermassen von einer lebensprägenden Ehe auszugehen. Das Vertrauen
des ansprechenden Ehegatten auf Fortführung der Ehe und auf den Weiterbestand
der bisherigen, frei vereinbarten Aufgabenteilung ist objektiv schutzwürdig (
BGE 135 III 59 E. 4.1 S. 61).

3.4. Für die Berechnung des nachehelichen Unterhalts bei lebensprägenden Ehen
ist in drei Schritten vorzugehen: In einem ersten Schritt ist anhand der
Feststellung der zuletzt erreichten und gepflegten gemeinsamen Lebenshaltung
der gebührende Unterhalt eines jeden Ehegatten zu ermitteln. In einem zweiten
Schritt ist zu prüfen, inwieweit jeder Ehegatte seinen gebührenden Unterhalt
selbst finanzieren kann. Ist es einem Ehegatten nicht möglich oder nicht
zumutbar, dafür selbst aufzukommen und ist er auf Unterhaltsleistungen
angewiesen, ist schliesslich in einem dritten Schritt die Leistungsfähigkeit
des unterhaltsverpflichteten Ehegatten zu ermitteln und ein angemessener
Unterhaltsbeitrag festzusetzen (vgl. zum Ganzen BGE 137 III 102 E. 4.2 S. 106
ff.).

3.5. Das Gesetz schreibt dem Sachgericht keine bestimmte Methode zur
Unterhaltsbemessung vor (BGE 128 III 411 E. 3.2.2 S. 414 f.). Das Gericht ist
für die Unterhaltsfestsetzung in verschiedener Hinsicht auf sein Ermessen
verwiesen (Art. 4 ZGB) und das Bundesgericht übt bei der Überprüfung solcher
Entscheide eine gewisse Zurückhaltung aus (vgl. BGE 134 III 577 E. 4 S. 580;
127 III 136 E. 3a S. 141).

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die vom Obergericht festgelegten
monatlichen nachehelichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'080.-- ab Rechtskraft
des Scheidungsurteils bis 31. Dezember 2019 und von Fr. 1'580.-- vom 1. Januar
2020 bis 30. Juni 2025. Er beantragt die Reduktion des nachehelichen Unterhalts
auf monatlich Fr. 580.-- ab 1. Dezember 2012 bis 30. Juni 2025.

In den vom Obergericht festgelegten Unterhaltsbeiträgen ist jeweils ein
Vorsorgeunterhalt von Fr. 580.-- pro Monat enthalten, der nicht mehr strittig
ist. Der Beschwerdeführer verlangt demnach vor Bundesgericht, es sei der
Beschwerdegegnerin kein Verbrauchsunterhalt zuzusprechen.

4.2.

4.2.1. Das Obergericht hat erwogen, der Beschwerdeführer erziele
unbestrittenermassen ein Monatseinkommen von Fr. 7'458.90. Eine zusätzliche
Gewinnbeteiligung könne im Rahmen des Einkommens nicht berücksichtigt werden,
da die Höhe und der Auszahlungszeitpunkt solcher Gewinnbeteiligungen ungewiss
seien. Hingegen sei die Gewinnbeteiligung bei der Überschussteilung zu
berücksichtigen.

4.2.2. Das Obergericht hat sodann - teilweise unter Verweis auf das
bezirksgerichtliche Urteil (vgl. zur Zulässigkeit solcher Verweis BGE 123 I 31
E. 2c S. 34) - der Beschwerdegegnerin, die in einem Pensum von zirka 65% als
Sprachlehrerin arbeitet, ein hypothetisches Einkommen angerechnet. Es sei ihr
möglich und zumutbar, in einem vollen Pensum zu arbeiten. Das vom
Bezirksgericht - gestützt auf eine Aufrechnung des aktuellen Einkommens - für
ein volles Pensum errechnete hypothetische Einkommen von monatlich Fr. 3'800.--
sei nicht zu beanstanden. Der Beschwerdegegnerin sei demnach dieses
hypothetische Monatseinkommen zuzüglich des Vorsorgeunterhalts von Fr. 580.--
pro Monat anzurechnen, womit Einnahmen von monatlich Fr. 4'380.-- resultierten.

4.2.3. Die vom Bezirksgericht berechneten "Auslagen" des Beschwerdeführers von
Fr. 4'690.-- pro Monat (inkl. Vorsorgeunterhalt von Fr. 580.--) und der
Beschwerdegegnerin von Fr. 3'609.-- pro Monat waren vor dem Obergericht nicht
umstritten.

4.2.4. Das Obergericht hat sodann die Einkommen der Parteien ihren "Auslagen"
gegenübergestellt und so auf einen Überschuss von Fr. 3'539.-- pro Monat
(Beschwerdeführer Fr. 2'768.-- und Beschwerdegegnerin Fr. 771.--) geschlossen.
Diesen hat es "statt hälftig im Verhältnis von 2/3 und 1/3 zugunsten der
Beschwerdegegnerin" aufgeteilt, um so die Gewinnbeteiligungen zu
berücksichtigen, die dem Beschwerdeführer zukünftig wieder ausbezahlt werden
sollten. Es hat demnach auf einen monatlichen Unterhaltsbeitrag des
Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin von Fr. 1'500.-- pro Monat
geschlossen.

4.2.5. Was die Dauer der Unterhaltspflicht betrifft, hat es das Obergericht als
angemessen erachtet, der Beschwerdegegnerin den "vollen" (Verbrauchs-)
Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.-- pro Monat bis 31. Dezember 2019 zuzusprechen
und diesen anschliessend bis zum 30. Juni 2025 auf Fr. 1'000.-- pro Monat zu
reduzieren.

5.

5.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Höhe des der Beschwerdegegnerin
angerechneten hypothetischen Einkommens für ein Arbeitspensum von 100%.

Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2008 betrage das durchschnittliche
Bruttoeinkommen von Frauen in der Zentralschweiz für einfache und repetitive
pädagogische Tätigkeiten ohne Berufsabschluss in einem vollen Pensum zwischen
Fr. 4'402.-- und Fr. 5'937.-- pro Monat. Aufgrund dieser Erfahrungswerte, der
langjährigen Berufserfahrung der Beschwerdegegnerin und ihres aktuellen
Einkommens rechtfertige es sich, der Beschwerdegegnerin für ein Pensum von 100%
ab Rechtskraft des Scheidungsurteils ein (hypothetisches) Nettoeinkommen von
Fr. 4'500.-- pro Monat anzurechnen. Sodann sei es ihr zumutbar, nach Ablauf
eines Jahres nach Rechtskraft des Scheidungsurteils ein (hypothetisches)
Einkommen von Fr. 5'000.-- pro Monat zu erzielen.

5.2. Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen
Leistungsvermögen des Unterhaltsberechtigten (wie auch des
Unterhaltsverpflichteten) abgewichen und stattdessen von einem hypothetischen
Einkommen ausgegangen werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich
ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein
müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres Einkommen als das
tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es nicht, dass der
betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Vielmehr muss
es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein höheres Einkommen zu
erzielen.
Mit Bezug auf das hypothetische Einkommen ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit
aufzunehmen oder auszudehnen als zumutbar erscheint. Ob die als zumutbar
erkannte Tätigkeit möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar
ist, bildet hingegen eine Tatfrage, die durch entsprechende Feststellungen oder
durch die allgemeine Lebenserfahrung beantwortet wird (vgl. zum Ganzen BGE 137
III 118 E. 2.3 S. 121; 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 108).

5.3. Gemäss dem obergerichtlichen Entscheid - was der Beschwerdeführer nicht
bestreitet - basiert das der Beschwerdegegnerin für ein volles Pensum
angerechnete hypothetische Einkommen von Fr. 3'800.-- auf einer vom
Bezirksgericht vollzogenen Aufrechnung ihres (mit einem tieferen Pensum
erzielten) aktuellen Einkommens (S. 11 des obergerichtlichen Urteils).
Gegen das vom Obergericht derart berechnete hypothetische Einkommen der
Beschwerdegegnerin erhebt der Beschwerdeführer keine rechtsgenüglich begründete
Sachverhaltsrüge, sondern begnügt sich damit, den Sachverhalt aus seiner Sicht
darzustellen (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. E. 1.2.3 oben). Im Übrigen ist er
darauf hinzuweisen, dass allein aus der Statistik nicht ein erzielbares
Erwerbseinkommen abgeleitet werden kann (vgl. BGE 137 III 118 E. 3.2 S. 122;
128 III 4 E. 4c/cc S. 8; Urteil 5A_751/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 4.3.3).

6.

6.1. Der Beschwerdeführer wendet sich sodann gegen die Dauer seiner
Unterhaltspflicht. Während das Bezirksgericht für die Zeit ab 1. Dezember 2012
auf eine Teilung des Überschusses verzichtet und der Beschwerdegegnerin ab
diesem Zeitpunkt nur noch den Vorsorgeunterhalt zugesprochen habe, spreche das
Obergericht der Beschwerdegegnerin - neben dem Vorsorgeunterhalt - bis ins Jahr
2025 auch noch einen Verbrauchsunterhalt zu.

Einerseits lasse das Obergericht jegliche Begründung für die "Abänderung" des
bezirksgerichtlichen Urteils vermissen (E. 6.3 unten). Andererseits sei nicht
nachvollziehbar, völlig unbegründet und erweise es sich als willkürlich, wenn
das Obergericht im Widerspruch zu jeglicher Rechtsprechung der
Beschwerdegegnerin noch einmal während zwölf Jahren einen Verbrauchsunterhalt
zuspreche, zumal sie in den letzten Jahren bereits Ehegattenunterhalt von über
Fr. 150'000.-- erhalten habe (E. 6.4 unten).

6.2. Das Obergericht hat zur Dauer der Unterhaltspflicht des Beschwerdeführers
ausgeführt, es sei die Nachhaltigkeit der Lebensprägung zu berücksichtigen.
Vorliegend sei zweifellos von einer lebensprägenden Ehe auszugehen. Allerdings
sei diese nicht derart intensiv, dass eine Weiterführung des ehelichen
Lebensstandards noch während rund 12 Jahren (bis zur "Pensionierung" des
Beschwerdeführers) gerechtfertigt wäre. Es erscheine deshalb angemessen, den
Verbrauchsunterhalt ab dem 1. Januar 2020 auf Fr. 1'000.-- zu reduzieren und
bis zur "Pensionierung" des Beschwerdeführers (30. Juni 2025) zu befristen.

6.3.

6.3.1. Das Obergericht ist für das Rechtsmittelverfahren zu Recht von der
Anwendbarkeit der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen ZPO ausgegangen (Art.
405 Abs. 1 ZPO).

Mit Art. 53 ZPO wird der in Art. 29 Abs. 2 BV als verfassungsrechtliche
Minimalgarantie verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör für den
Anwendungsbereich der ZPO auf Gesetzesstufe geregelt. Die vom Bundesgericht zu
Art. 29 Abs. 2 BV entwickelte Praxis ist auch für die Auslegung von Art. 53 ZPO
zu berücksichtigen (vgl. Urteil 5A_805/2012 vom 11. Februar 2013 E. 3.2.3 mit
Hinweisen). Die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör ist damit im Lichte von Art. 53 ZPO zu prüfen.
Das rechtliche Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom
Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und
in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der
Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass
sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für
den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst
sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft
geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen
kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden,
von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid
stützt (BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237; 136 I 229 E. 5.2 S. 236).

6.3.2. Im angefochtenen Entscheid hat das Obergericht die massgebenden
Kriterien für die Dauer der Unterhaltspflicht dargelegt und auf den
vorliegenden Fall angewendet. Es hat sodann ausgeführt, weshalb es eine (ab dem
Jahr 2020 reduzierte) Unterhaltspflicht als angemessen erachtet. Es wäre dem
Beschwerdeführer denn auch ohne Weiteres möglich gewesen, den Entscheid
insoweit sachgerecht an das Bundesgericht weiterzuziehen. Der Einwand der
fehlenden Begründung des angefochtenen Entscheids erweist sich demnach als
unbegründet.

6.4.

6.4.1. Soweit der Beschwerdeführer sich gegen die vom Obergericht angeordnete
Dauer der Unterhaltspflicht (vgl. dazu BGE 132 III 593 E. 7.2 S. 595 f.; Urteil
5A_435/2011 vom 14. November 2011 E. 7.2, in: FamPra.ch 2012 S. 190) wendet,
begnügt er sich mit dem Hinweis, es widerspreche "jeglicher Rechtsprechung der
vergangenen Jahre" und sei unbegründet sowie willkürlich, wenn das Obergericht
der Beschwerdegegnerin bis zum 30. Juni 2025 nacheheliche Unterhaltsbeiträge
zuspreche. Das Obergericht weiche damit von "Grundsätzen in Lehre und
Rechtsprechung ab, ohne dass dazu Anlass" bestehe.

6.4.2. Der Beschwerdeführer vermag damit den Anforderungen an die
Beschwerdebegründung nicht zu genügen. Es fehlt jegliche Auseinandersetzung mit
dem angefochtenen Entscheid und der Beschwerdeführer legt nicht dar, weshalb
seiner Ansicht nach eine kürzere Unterhaltsdauer (beziehungsweise der völlige
Verzicht) angezeigt wäre (Art. 42 Abs. 2 BGG und für das ebenfalls angerufene
Willkürverbot Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. E. 1.2.1 f. oben).

7.

7.1. Schliesslich wendet sich der Beschwerdeführer gegen die vom Obergericht
(im Verhältnis von 2/3 und 1/3) vorgenommene Teilung des Überschusses.

7.2. Das Obergericht ist von einer hälftigen Teilung abgewichen, um damit der
(beim Einkommen des Beschwerdeführers nicht berücksichtigten)
Gewinnbeteiligung, die ihm künftig zusätzlich zu seinem Einkommen von der
Y.________ AG wieder ausbezahlt werden sollte, Rechnung zu tragen.

7.3.

7.3.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er müsse sein Aktienpaket
(Minderheitsbeteiligung von 15 Aktien) an der Y.________ AG verkaufen, um die
güterrechtlichen Ansprüche der Beschwerdegegnerin zu befriedigen. Mit der
Rückgabe der Aktien verliere er seine Funktion als Verwaltungsrat und
stellvertretender Geschäftsführer der Y.________ AG. Damit entfielen
Bonuszahlungen künftig gänzlich. Das Obergericht übe sein Ermessen
offensichtlich unbillig und in geradezu stossender Weise ungerecht aus, wenn es
dieses Aktienpaket nach der Festlegung der güterrechtlichen Ausgleichszahlung
ein zweites Mal bei der Zusprechung von nachehelichem Unterhalt berücksichtige.
Entfielen wie erwähnt diese Bonuszahlungen aufgrund des Verkaufs des
Aktienpakets, gehe es nicht an, ihm (durch die Teilung des Überschusses im
Verhältnis 2/3 zu 1/3) im Ergebnis ein höheres Einkommen anzurechnen, als das
tatsächlich erzielte (von Fr. 7'458.90 pro Monat).

7.3.2. Das Obergericht hat hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten der
güterrechtlichen Ausgleichszahlung festgestellt, es sei durch nichts dargetan,
dass sich der Beschwerdeführer die Mittel zur Bezahlung der güterrechtlichen
Ausgleichszahlung nur durch den Rück- oder Weiterverkauf des Aktienpakets
beschaffen könne (S. 19 des obergerichtlichen Entscheids).

7.3.3. Aus dem obergerichtlichen Entscheid geht demnach gerade nicht hervor,
dass der Beschwerdeführer zur Begleichung der güterrechtlichen
Ausgleichszahlung darauf angewiesen wäre, sein Aktienpaket (15 Aktien) zu
verkaufen. Die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers sind demnach neu
und damit unzulässig und unbeachtlich (Art. 99 Abs. 1 BGG).

8.
Der Beschwerdeführer ficht die obergerichtliche Kosten- und
Entschädigungsregelung für das kantonale Verfahren nicht selbstständig an,
sondern nur im Zusammenhang mit dem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens.
Da sich die Beschwerde als unbegründet beziehungsweise unzulässig erweist, hat
auch der Kostenspruch des Obergerichts Bestand und braucht darauf nicht
eingegangen zu werden.

9.
Aus den dargelegten Gründen muss die Beschwerde abgewiesen werden, soweit
darauf einzutreten ist. Der Beschwerdeführer wird kosten-, nicht hingegen
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, 3.
Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Juli 2013

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Bettler

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