Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

II. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 5A.319/2013
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
5A_319/2013

Urteil vom 17. Oktober 2013

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Bundesrichterin Hohl, Bundesrichter Schöbi,
Gerichtsschreiberin Friedli-Bruggmann.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
vertreten durch Rechtsanwältin Nicole Nobs,
Beschwerdeführer,

gegen

Y.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Schöbi,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Eheschutz,

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Einzelrichter im
Familienrecht, vom 2. April 2013.

Sachverhalt:

A. 
X.________ (Ehemann, geb. 1961) und Y.________ (Ehefrau, geb. 1982) heirateten
am 3. Mai 2002. Sie haben drei Töchter (geb. 2005, 2007, 2008).

B.

B.a. Am 25. August 2011 leitete die Ehefrau beim Kreisgericht Rheintal (SG) ein
Eheschutzverfahren ein. In dessen Verlauf schlossen die Parteien am 11./14.
Juni 2012 eine vorläufige Vereinbarung, namentlich über die Betreuung der
Töchter.

B.b. Das Gericht holte einen Sozialbericht bei der zuständigen
Vormundschaftsbehörde ein, welcher am 4. August 2012 einging. Der
Familienrichter des Kreisgerichts hörte am 23. August 2012 die älteste Tochter
persönlich an.

B.c. Mit Eheschutzurteil vom 14. November 2012 wies das Kreisgericht die
eheliche Liegenschaft der Ehefrau zu, wobei der Ehemann bis spätestens am 30.
November 2012 auszuziehen habe (Ziff. 2). Es stellte die Töchter unter die
Obhut der Mutter (Ziff. 3), sprach dem Vater ein 14-tägliches
Wochenendbesuchsrecht sowie drei Wochen Ferien pro Jahr zu (Ziff. 4) und
errichtete eine Beistandschaft gemäss Art. 308 ZGB (Ziff. 5). Weiter
verpflichtete das Gericht den Ehemann ab 1. Dezember 2012 zur Bezahlung eines
Unterhaltsbeitrags von Fr. 600.-- zuzüglich allfälliger Kinderzulagen an jede
Tochter sowie Fr. 715.-- an die Ehefrau (Ziff. 6).

C.

C.a. Hiergegen erhob der Ehemann am 26. November 2012 Berufung an das
Kantonsgericht St. Gallen. Er verlangte die Aufhebung der Ziffern 2, 3, 4 und 6
des erstinstanzlichen Urteils. Das Haus sei ihm zuzuweisen, wobei die Ehefrau
dieses innert 2 Wochen ab Rechtskraft des Entscheides zu verlassen habe. Die
Kinder seien unter seine Obhut zu stellen, der Ehefrau sei entsprechend ein
Besuchsrecht einzuräumen und diese sei zu verpflichten, an den Unterhalt der
Töchter einen Betrag in noch festzulegender Höhe zu entrichten. Im Hinblick auf
den letzten Punkt beantragte er, die Ehefrau sei zur Auskunft über ihre
Erwerbstätigkeit, ihr Einkommen und Vermögen sowie zur Edition entsprechender
Dokumente zu verpflichten. Seiner Berufung sei aufschiebende Wirkung zu
gewähren. Die Zuweisung der Liegenschaft, eventualiter auch ein ausgedehnteres
Besuchsrecht, sei überdies superprovisorisch anzuordnen. Schliesslich ersuchte
er um unentgeltliche Rechtspflege.

C.b. Mit Verfügung vom 29. November 2012 erteilte das Kantonsgericht in Bezug
auf die Ziffern 2, 3, 4 und 6 des erstinstanzlichen Urteils superprovisorisch
die aufschiebende Wirkung. Es wies darauf hin, dass weiterhin die
Parteivereinbarung vom 11./14. Juni 2012 gelte (vgl. B.a).

 In ihrer Berufungsantwort vom 10. Dezember 2012 schloss die Ehefrau auf
Abweisung der Berufung. Sie ersuchte ebenfalls um unentgeltliche Rechtspflege.
Beide Parteien reichten weitere Schriften ein.

C.c. Das Kantonsgericht gewährte beiden Parteien die unentgeltliche
Rechtspflege, wies aber die Berufung mit Entscheid vom 2. April 2013 ab, soweit
es darauf eintrat. Es setzte dem Ehemann Frist, bis spätestens 30. April 2013
aus der ehelichen Liegenschaft auszuziehen, und es verpflichtete ihn zur
Bezahlung einer Parteientschädigung zugunsten der Ehefrau.

D.

D.a. Vor Bundesgericht verlangt der Ehemann (Beschwerdeführer) die Aufhebung
dieses Entscheides und wiederholt im Wesentlichen die im kantonalen Verfahren
gestellten Anträge (Abänderung der Ziff. 2, 3, 4 und 6 des erstinstanzlichen
Urteils, vgl. C.a). Zudem seien die kantonalen Gerichts- und Parteikosten neu
zu verlegen. Seiner Berufung sei aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Die Obhut
für die Kinder sei ihm als vorsorgliche Massnahme per sofort zu übertragen oder
ihm zumindest ein ausgedehnteres Besuchsrecht zu gewähren. Nur eventualiter sei
die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Er
ersucht um unentgeltliche Rechtspflege.

D.b. Am 2. Mai 2013 gewährte das Bundesgericht bezüglich Auszug des
Beschwerdeführers aus der Liegenschaft vorerst superprovisorisch einen
Aufschub.

 Die Ehefrau (Beschwerdegegnerin) schloss mit Eingabe vom 8. Mai 2013 auf
Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung. Sie beantragte ihrerseits die
unentgeltliche Rechtspflege für das bundesgerichtliche Verfahren. Die
Vorinstanz verzichtete auf eine Stellungnahme zum beantragten Aufschub.

D.c. Mit Verfügung vom 16. Mai 2013 hat der Präsident der II. zivilrechtlichen
Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde für folgende Ziffern des
erstinstanzlichen Urteils die aufschiebende Wirkung erteilt: 2 (Nutzung der
ehelichen Liegenschaft), 3 (Zuteilung der Obhut über die Töchter), 4
(Besuchsrecht) und 6 (Unterhalt des Beschwerdeführers an die Kinder). Im
Übrigen wies er das Gesuch um aufschiebende Wirkung und vorsorgliche Massnahmen
ab.

 In der Sache selbst hat das Bundesgericht keine Vernehmlassungen eingeholt.

D.d. Mit Postaufgabe vom 16. August 2013 reichte der Beschwerdeführer
unaufgefordert weitere Beweismittel ein und stellte einen Zeugenantrag. Die
Beschwerdegegnerin nahm am 28. August 2013 dazu Stellung. Am 13. September 2013
erfolgte eine weitere unaufgeforderte Noveneingabe des Beschwerdeführers.

Erwägungen:

1.

1.1. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzliches Urteil in einer
streitwertunabhängigen Zivilsache (Art. 72 Abs. 1, Art. 74, Art. 75 Abs. 1,
Art. 90 BGG). Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 76 Abs. 1 BGG zur Beschwerde
berechtigt und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG), womit
die Beschwerde in Zivilsachen grundsätzlich zulässig ist.

1.2. Weil Eheschutzentscheide vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG
darstellen (BGE 133 III 393 E. 5.2 S. 397), kann einzig die Verletzung
verfassungsmässiger Rechte gerügt werden. Hierfür gilt das strenge Rügeprinzip
(Art. 106 Abs. 2 BGG). Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und
detailliert erhobene und soweit möglich belegte Rügen prüft, während es auf
ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen
Entscheid nicht eintritt. Wird die Verletzung des Willkürverbots gerügt, reicht
es sodann nicht aus, die Lage aus Sicht des Beschwerdeführers darzulegen und
den davon abweichenden angefochtenen Entscheid als willkürlich zu bezeichnen;
vielmehr ist im Einzelnen darzulegen, inwiefern das kantonale Gericht
willkürlich entschieden haben soll und der angefochtene Entscheid deshalb an
einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet (BGE 134 II 244 E. 2.2
S. 246). Die Aufhebung eines angefochtenen Entscheids rechtfertigt sich erst,
wenn sich dieser nicht nur in der Begründung als unhaltbar erweist, sondern er
auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 135 V 2 E. 1.3 S. 5; 136 I 316 E.
2.2.2 S. 319).

1.3. Im Übrigen dürfen bei der Beschwerde in Zivilsachen keine neuen Tatsachen
und Beweismittel vorgebracht werden, es sei denn, erst der Entscheid der
Vorinstanz habe dazu Anlass gegeben (Art. 99 Abs. 1 BGG). In der Beschwerde ist
darzutun, inwiefern die Voraussetzung für eine nachträgliche Einreichung von
Tatsachen und Beweismitteln erfüllt sein soll (BGE 133 III 393 E. 3 S. 395).

 Der Beschwerdeführer beruft sich in seiner Eingabe vom 16. August 2013 auf
Tatsachen, welche sich nach dem Entscheid der Vorinstanz zugetragen haben
(Gespräch mit Beistand, Zwischenverdienst) und die damit zum Vornherein nicht
zu berücksichtigen sind. Dasselbe gilt für die nachträglich eingereichten
Beweismittel und den Antrag auf Anhörung des Beistands als Zeuge, welche
überdies bereits infolge der abgelaufenen Beschwerdefrist unzulässig sind.
Ebenso unzulässig ist die zweite unaufgeforderte Eingabe vom 13. September
2013. Die dort vorgebrachten Noven sind im Übrigen auch nicht
entscheidrelevant.

2. 
Umstritten ist vorliegend in erster Linie die Obhutszuteilung.

2.1. Das mit der "Regelung des Getrenntlebens" (Marginalie zu Art. 176ZGB)
befasste Eheschutzgericht trifft nach den Bestimmungen über die Wirkungen des
Kindesverhältnisses die nötigen Massnahmen, wenn die Ehegatten minderjährige
Kinder haben (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Für die Zuteilung der Obhut an einen
Elternteil gelten grundsätzlich die gleichen Kriterien wie im Scheidungsfall.
Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des Kindes Vorrang vor allen anderen
Überlegungen, insbesondere vor den Wünschen der Eltern. Vorab muss die
Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Ist diese bei beiden
Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige
Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und dazu
bereit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese
Voraussetzung ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und
familiären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Schliesslich ist - je nach Alter
der Kinder - ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien
lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft
eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten oder
die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer persönlichen Bindung
undechter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGE 136 I 178 E. 5.3 S. 180 f.;
115 II 206 E. 4a S. 209; zuletzt Urteil 5A_157/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.1
mit weiteren Hinweisen, in: FamPra.ch 2012, 1094).

 Bei der Beurteilung der für die Obhutszuteilung massgebenden Kriterien verfügt
das Sachgericht über grosses Ermessen (BGE 115 II 317 E. 2 und E. 3 S. 319
ff.). Auf Willkürbeschwerde hin kann das Bundesgericht deshalb nur eingreifen,
wenn das Sachgericht grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten
Grundsätzen abgewichen ist, wenn es Gesichtspunkte berücksichtigt hat, die
keine Rolle hätten spielen dürfen, oder wenn es umgekehrt rechtserhebliche
Umstände ausser Acht gelassen hat. Der Ermessensentscheid muss sich als im
Ergebnis offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerechterweisen (
BGE 132 III 97 E. 1 S. 99 mit weiteren Hinweisen; vgl. zum Ganzen zuletzt
Urteil 5A_157/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.1, in: FamPra.ch 2012, 1094).

2.2. Die Vorinstanz hat festgestellt, dass die Parteien während desehelichen
Zusammenlebens eine klassische Rollenteilung lebten. Der Ehemann ging einer
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nach, während die Ehefrau die Kinder betreute.
Die Parteien trennten sich am 25. August 2011, was aus der
Trennungsvereinbarung sowie den ersten übereinstimmenden Aussagen der Parteien
hervorgehe. Die Beschwerdegegnerin zog in der Folge zu ihrem neuen
Lebenspartner. Ab Oktober 2011 bis April 2012 war der Beschwerdeführer
krankgeschrieben und in der Folge arbeitslos. Für diese Zeit stellte die
Vorinstanz sich widersprechende Aussagen der Parteien in Bezug auf die
Betreuung der Kinder fest. Ab diesem Zeitpunkt wolle der Vater - mit Hilfe
seiner Eltern - praktisch alleine für die Kinder gesorgt haben. Die
Beschwerdegegnerin behaupte aber ihrerseits, die Kinder weiterhin grösstenteils
alleine betreut zu haben. Mit Vereinbarung vom 11./14. Juni 2012 einigten sich
die Parteien dann auf eine Kinderbetreuungsregelung, wonach die Töchter im Haus
in A.________ wohnen und die Eltern sie dort abwechslungsweise betreuen sollten
(Vater: Sonntag Abend bis Mittwoch Morgen und Freitag Abend bis Samstag Morgen;
Mutter: Mittwoch Morgen bis Freitag Abend; Wochenenden abwechslungsweise),
wobei diese Regelung bis heute praktiziert werde.

 Die Vorinstanz erwog, dass gemäss Sozialbericht der Jugendhilfekommission
B.________-A.________-C.________ vom 4. August 2012 beiden Eltern die
Voraussetzungen für eine angemessene Erziehung der Kinder zu attestieren seien.
Beide erzögen die Kinder entsprechend ihrer eigenen persönlichen Neigung gut.
Es bestünden normale Eltern-Kind-Beziehungen; eine extreme Bindungsneigung zum
einen oder anderen Elternteil sei nicht erkennbar. Im Resultat spreche sich der
Sozialbericht für eine Zuteilung der Obhut an den Vater aus, weil dieser auf
die Weiterentwicklung der Kinder mehr Wert als auf das Ausleben der eigenen
Interessen lege, seine soziale Verankerung in der Dorfgemeinschaft als
Einheimischer höher sei, er bisher die Schulkontakte wahrgenommen habe und
zudem über bessere Drittbetreuungsmöglichkeiten verfüge (Grosseltern). Wie die
erste Instanz kam die Vorinstanz dann aber zum Schluss, dass die Obhut aufgrund
der Möglichkeit der persönlichen Betreuung der Mutter zuzuweisen sei. Sie
verwies hierzu auch auf die Ausführungen der ersten Instanz, welche die
Abweichung vom Sozialgutachten ausführlich begründet habe.

 Zusammengefasst befand die Vorinstanz, dass es der Beschwerdegegnerin nicht
als mangelndes Interesse an den Kindern ausgelegt werden könne, wenn sie sich
vermehrt nach C.________ (zum Lebenspartner) zurückgezogen habe, sondern dies
in den ehelichen Spannungen wurzle. Es bestünden auch keine Anhaltspunkte, dass
sie der Weiterentwicklung der Kinder nicht genügend Bedeutung zumesse. Sie
lasse sie beispielsweise einen Thai-Kurs besuchen und im Übrigen gebe es
externe Unterstützungsangebote. Die vom Ehemann ins Feld geführten Vorfälle,
welche zu einem Strafbefehl gegen die Ehefrau wegen Tätlichkeit geführt hätten,
schienen auf Überforderung mit der Trennungssituation und dem darauf folgenden
Unvermögen zur sachlichen Kommunikation beider Ehegatten zurückzuführen sein,
und stellten daher die Erziehungsfähigkeit keines der Ehegatten in Frage. Die
Ehefrau wolle die während des Ehelebens praktizierte Aufgabenteilung
beibehalten und für die Kinder da sein. Der zur Zeit arbeitslose Ehemann wolle
die Kinder zwar ebenfalls selbst betreuen und suche deshalb lediglich eine
60%-Stelle; während seiner Arbeitszeit sollten sich die Grosseltern um die
Kinder kümmern. Im Eheschutzverfahren sei indes grundsätzlich an der
Rollenteilung während des Zusammenlebens anzuknüpfen. Für einseitige
Änderungen, wie dies der Ehemann vorhabe, bestehe kein Raum. Dieser könne wie
früher vollzeitlich arbeiten, für eine Reduktion des Pensums auf 60% bestehe
keine Rechtfertigung. Im Übrigen könnte dieser die Kinder selbst bei
teilzeitlicher Beschäftigung nur unter Mitwirkung seiner Eltern, also
Drittpersonen, umsetzen. Die Mutter anderseits verfüge über keine Ausbildung
und es sei fraglich, ob sie eine Arbeit finden würde. Dies könne von ihr mit
drei Kindern auch nicht verlangt werden. Die persönliche Betreuung durch eine
einzige Hauptbezugsperson, was die Mutter gewährleisten könne, sei im Blick auf
das Kindeswohl vorzuziehen.

 Eine geteilte Obhut mit abwechselnder (hälftiger) Betreuung falle ausser
Betracht, weil die Parteien nicht in dem Masse zusammenarbeiten könnten, wie
dies hierfür nötig wäre.

2.3. Der Beschwerdeführer rügt den Obhutsentscheid in verschiedener Hinsicht
als willkürlich.

2.3.1. Willkür sieht er namentlich darin, dass die Vorinstanz von der
Empfehlung des Sozialberichts abgewichen ist.

 Der vom Beschwerdeführer ins Feld geführte Sozialbericht beschränkt sich auf
eine knapp 4-seitige Kurzeinschätzung der familiären Verhältnisse und der
verschiedenen Zuteilungskriterien. Die eigentliche Empfehlung bezüglich
Obhutszuteilung erfolgt in wenigen Zeilen und ohne fundierte
Interessenabwägung. Die Vorinstanzen nahmen demgegenüber eine detaillierte
Abwägung vor und begründeten entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers
ausführlich, weshalb sie dabei zu einem anderen Schluss kamen als der
Sozialbericht. Auf die (per se einleuchtenden) Erwägungen der Vorinstanz geht
der Beschwerdeführer nicht ein, er zeigt namentlich nicht auf, inwiefern diese
qualifiziert falsch sein sollen (E. 1.2). Damit ist jedenfalls keine Willkür
dargetan.

2.3.2. Weiter rügt er die Beurteilung seiner Eigenbetreuungskapazität als
willkürlich. Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass er arbeitslos sei
und die Kinder vollumfänglich betreuen könne. Es müsse von einer langfristigen
Arbeitslosigkeit ausgegangen werden, da er mehrere Risikofaktoren auf sich
vereine (Alter 52, fehlender Fachausweis, Burnout vor eineinhalb Jahren). Damit
sei er auf lange Frist in der Lage, persönlich für die Kinder zu sorgen.

 Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht hervor, dass er diese Argumente
bereits vor der Vorinstanz vorgebracht hätte, er behauptet dies auch nicht.
Entsprechend sind die Vorbringen neu und nicht zu hören (Art. 99 Abs. 1 BGG).
Überdies übergeht er die Feststellung der Vorinstanz, dass er bisher wohl auch
deshalb keine neue Arbeitsstelle gefunden habe, weil er sich nur um eine
60%-Stelle bemüht habe. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht
auseinander, womit er auch seiner Rügepflicht nicht nachkommt (E. 1.2).

2.3.3. Auch die Beurteilung der Eigenbetreuungskapazität der Beschwer
degegnerin empfindet er als willkürlich. Die Ehefrau könne und müsse arbeiten
gehen, da alle drei Kinder bereits in den Kindergarten oder die Schule gehen.
Sie lebe seit zehn Jahren in der Schweiz, sei Schweizer Bürgerin und es sei ihr
ohne weiteres möglich, Hilfsarbeiten in einer Küche oder im Pflege- oder
Putzbereich etc. auszuführen, respektive könne sie an einem Integrations- oder
Beschäftigungsprogramm teilnehmen, um ihre Vermittelbarkeit zu erhöhen.

 Auch hier geht der Beschwerdeführer nicht auf die Begründung des angefochtenen
Entscheides ein, wonach im Eheschutzverfahren grundsätzlich an der vor der
Trennung gelebten Rollenteilung (d.h. vorliegend der klassischen
Aufgabenteilung) auszugehen sei. Die Tatsache (Art. 105 Abs. 1 BGG), dass die
Beschwerdegegnerin während des Zusammenlebens nicht erwerbstätig, sondern für
die Kinder zuständig war, ist indes entscheidend.

 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt selbst bei einer Scheidung als
Richtlinie, dass dem betreuenden Elternteil die (Wieder-) Aufnahme einer
Erwerbsarbeit im Umfang von 50% erst zumutbar ist, sobald das jüngste Kind
10-jährig ist (BGE 115 II 6 E. 3c S. 10; Rechtsprechung bestätigt im Urteil
5A_210/2008 vom 14. November 2008 E. 3.2, nicht publ. in BGE 135 III 158). Eine
darüber hinausgehende Tätigkeit ist zumutbar, wenn sie bereits während des
ehelichen Zusammenlebens ausgeübt worden ist oder das Kind fremdplatziert ist
und deshalb den Inhaber der elterlichen Sorge bzw. der Obhut nicht an einer
Erwerbsarbeit hindert. Umgekehrt kann eine Erwerbsarbeit auch länger unzumutbar
bleiben, etwa bei einem behinderten Kind oder wenn zahlreiche Kinder zu
betreuen sind (vgl. Urteil 5A_177/2010 vom 8. Juni 2010 E. 8.2.1 mit weiteren
Hinweisen, in: FamPra.ch 2010, 914).

 Vorliegend geht es erst um ein Eheschutzverfahren, die Ehefrau hat während des
Zusammenlebens nicht gearbeitet und nicht nur ist das jüngste Kind erst
5-jährig, sondern alle drei Kinder haben das 10. Altersjahr noch nicht
zurückgelegt. Damit ist auch darin keine Willkür ersichtlich, dass die
Vorinstanz befand, von der Beschwerdegegnerin könne vorderhand keine
Erwerbstätigkeit verlangt werden.

 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, es gebe Anhaltspunkte,
dass die Beschwerdegegnerin bereits wieder arbeite, bleiben die Ausführungen
appellatorisch. Er zeigt namentlich nicht auf, weshalb eine teilzeitliche
Arbeitstätigkeit der Beschwerdegegnerin nicht mit einer Obhutszuteilung an
diese vereinbar sein sollte. Wenn sie nicht zu einer Arbeit  verpflichtet
 werden kann, so heisst das noch nicht, dass sie nicht arbeiten  darf. Seine
Verdächtigung, dass die Beschwerdegegnerin im Dancingbereich arbeiten könnte,
hat diese bestritten; der Vorwurf hat sich im vorinstanzlichen Verfahren nicht
konkretisiert. Aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin (vor über 10
Jahren) in Thailand als Prostituierte gearbeitet hatte - und dass der
Beschwerdeführer sie gemäss seinen Aussagen dort kennen lernte - lässt sich im
Übrigen kein Rückschluss ziehen auf die heutige Erziehungsfähigkeit der einen
oder der anderen Partei (vgl. hierzu auch Urteil 5A_693/2010 vom 29. Dezember
2010 E. 3, in: FamPra.ch 2011, 494).

2.3.4. Im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung macht der Beschwerdeführer
sodann eine formelle Rechtsverweigerung resp. eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) geltend.

 Soweit er beanstandet, die Vorinstanz sei in keiner Weise auf sein Vorbringen
eingegangen, dass er in mindestens gleichem Masse wie die Ehefrau in der Lage
sei, die Kinder vollumfänglich selbst zu betreuen, ist die aus dem rechtlichen
Gehör fliessende Begründungspflicht der Vorinstanz betroffen (zum Umfang der
Begründungspflicht ausführlich BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88). Der Beschwerdeführer
übergeht dabei, dass die Vorinstanz sich mit seinem Argument sehr wohl
ausführlich auseinandergesetzt hat (vgl. auch E. 2.2). Die Rüge ist damit
unbegründet.

 Soweit er die Nichtberücksichtigung mehrerer Beweismittel resp. Beweisanträge
(Dokument betreffend Betreuungssituation, Auszüge aus dem Tagebuch seiner
Mutter, Befragung seiner Eltern, Parteibefragung von ihm selbst) beanstandet,
ist demgegenüber das Beweisführungsrecht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs
betroffen. Dieses steht ge mäss der Rechtsprechung einer vorweggenommenen
Beweiswürdigung nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen
ver zichten, wenn es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung
gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, seine Überzeugung werde durch
weitere Beweiserhebungen nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148 mit
weiteren Hinweisen). Auch die Tatsache, dass ein Verfahren - wie vorliegend -
der Untersuchungsmaxime unterliegt, steht einer antizipierten Beweiswürdigung
nicht entgegen (BGE 130 III 734 E. 2.2.3 S. 735; Urteil 5A_361/2010 vom 10.
September 2010 E. 4.2.1, in: FamPra.ch 2011 S. 218). Nur wenn die
Beweiswürdigung offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation
in klarem Widerspruch steht, auf einem offenkundigen Versehen beruht oder in
stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft, ist durch die
Nichtabnahme eines Beweismittels das rechtliche Gehör verletzt (BGE 130 II 425
E. 2.1 S. 428 f.; 124 I 208 E. 4a S. 211).

 Vorliegend stellte die Vorinstanz fest, dass die Parteien in der für die
Zuweisung entscheidenden Zeitperiode gemäss übereinstimmenden Aussagen der
Parteien eine klassische Rollenteilung gelebt hatten. Der Beschwerdeführer hält
dem nichts entgegen. Nach dem oben Gesagten durfte die Vorinstanz ausserdem
willkürfrei davon ausgehen, dass die Beschwerdegegnerin die Kinder selbst
betreuen kann, während dem Beschwerdeführer eine Arbeit möglich und zumutbar
ist (E. 2.3.2 und E. 2.3.3). Damit ist im vorinstanzlichen Verzicht auf weitere
Beweiserhebungen keine Willkür zu erblicken. Entsprechend ist dem Vorwurf der
Verletzung des rechtlichen Gehörs die Grundlage entzogen.

2.4. Nach dem Gesagten lag die getroffene Obhutsregelung im Ermessensspielraum
der Vorinstanz (vgl. vorstehend E. 2.1 letzter Abschnitt). Die Beschwerde ist
insofern abzuweisen.

 Der Beschwerdeführer stellte für diesen Fall keine Anträge zum Besuchsrecht
zwischen ihm und den Kindern, womit dieses nicht weiter zu prüfen ist.

3. 
Sodann rügt der Beschwerdeführer Willkür bei der Zuweisung der Liegenschaft in
A.________ an die Beschwerdegegnerin.

3.1. Nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB regelt das Eheschutzgericht auf Begehren
eines Ehegatten die Benützung der Wohnung und des Hausrats, wenn die Aufhebung
des gemeinsamen Haushalts begründet ist.

 Es entscheidet über die vorübergehende Zuteilung der ehelichen Liegenschaft
und des Hausrats an eine der Parteien mit freiem Ermessen (Urteil 5A_766/2008
vom 4. Februar 2009 E. 3.1, 3.3 mit weiteren Hinweisen, in: FamPra.ch 2009,
422) nach Zweckmässigkeit und unabhängig davon, wer Eigentümer oder Mieter ist
(BGE 120 II 1 E. 2d S. 4). In erster Linie hat das Gericht dabei zu bestimmen,
wem die bisherige Wohnstatt den grösseren Nutzen bringt.  Im Vordergrund der
Beurteilung stehen dabei das Interesse der Kinder, in der gewohnten und
vertrauten Umgebung bleiben zu dürfen, und die Erfahrungstatsache, dass der
alleinstehende Ehegatte als Einzelperson rascher eine Wohnung findet als der
andere Ehegatte mit den Kindern, sowie Gründe beruflicher und gesundheitlicher
Art, wenn ein Ehegatte in der ehelichen Liegenschaft seinen Beruf ausübt oder
ein Geschäft betreibt oder wenn die Wohnverhältnisse auf besondere Bedürfnisse
eines gebrechlichen oder invaliden Familienmitglieds zugeschnitten sind.  In
zweiter Linie werden Affektionsinteressen berücksichtigt wie z.B. die
Beziehungsnähe zur ehelichen Liegenschaft, deren höherer zeitlicher
Nutzungswert oder die Möglichkeit für einen Ehegatten, den Unterhalt persönlich
zu besorgen. Führt die Interessenabwägung zu keinemeindeutigen Ergebnis, ist
schliesslich im Zweifel den Eigentums- oder anderen rechtlich geordneten
Nutzungsverhältnissen Rechnung zu tragen, denen auch bei voraussehbarer
längerer Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes ein zusätzliches Gewicht
beigemessen wird.  Nur ausnahmsweise (z.B. bei unausweichlich notwendigem
Verkauf, in offensichtlichen Mangelfällen u.ä.) können finanzielle Gründe für
die Zuweisung des ehelichen Wohnhauses entscheidend sein (zum Ganzen Urteil
5A_78/2012 vom 15. Mai 2012 E. 3.1, in: FamPra.ch 2012, 1104; mit Verweis auf
Urteile 5A_766/2008 vom 4. Februar 2009 E. 3.3, in: FamPra.ch 2009, 422 und
5A_575/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 5.1).

3.2. Die Vorinstanz hielt fest, dass sich die Liegenschaft im Alleineigen tum
des Beschwerdeführers befindet. Im Juni 2011 seien die Parteien gemeinsam dort
eingezogen, es handle sich damit um eine Familienwohnung im Sinne von Art. 162
und Art. 176 ZGB. Anlässlich der Eheschutzverhandlung habe der Beschwerdeführer
ausgesagt, die Ehefrau sei kurz nach dem Erwerb der Liegenschaft ausgezogen und
habe praktisch nie dort gelebt (Trennung im August 2011, E. 2.2).

 Die Vorinstanz erwog sodann, dass die Kinder auch seit der Trennung der Eltern
im Haus wohnen. Die Übertragung der Obhut über die Kinder an die
Beschwerdegegnerin spreche für eine Zuteilung des Hauses an diese. Den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten affektiven Interessen käme keine vorrangige
Bedeutung zu, zumal er auch erst seit zwei Jahren dort wohne. Seine
finanziellen Bedenken (allfällige Abzahlungsschwierigkeiten; mögliche Kündigung
von Darlehen durch seine Eltern) könnten ebenfalls nicht ausschlaggebend sein,
da deren Eintritt noch ungewiss sei. Im Resultat sprach sich die Vorinstanz
füreine Zuweisung der ehelichen Liegenschaft an die Beschwerdegegnerin aus.

3.3. Der Beschwerdeführer bringt nun vor, die Vorinstanz habe willkürlich
angenommen, dass es sich überhaupt um eine "eheliche" Wohnung im Sinne von Art.
176 ZGB gehandelt habe.

 Die Ehefrau habe nie in diesem Haus gewohnt. Sie sei im Frühjahr 2011 mit
ihrem neuen Freund zusammengezogen. Er habe im Mai 2011das Haus gekauft und sei
dann im Juni 2011 alleine mit den Kindern dort eingezogen. Das habe er bereits
vor der Vorinstanz erklärt. Auf das Trennungsdatum in der Vereinbarung dürfe
nicht abgestützt werden, da es sich quasi um einen Kompromiss gehandelt habe.
Er sei von einer Trennung im Frühjahr 2011 "ausgegangen", während die Ehefrau
geltend gemacht habe, sie wohne nach wie vor in A.________ und damit mit dem
Ehemann zusammen. Auch aus seiner Aussage anlässlich der Eheschutzverhandlung
(die Ehefrau sei kurz nach dem Umzug ausgezogen) könne nicht abgeleitet werden,
dass die Ehefrau je in die Liegenschaft eingezogen sei. Die Vorinstanz habe
einseitig auf die Aussagen der Beschwerdegegnerin abgestellt. Dabei habe diese
selbst zugegeben, dass sie mit ihrem Partner in C.________ wohne und im Haus in
A.________ über kein eigenes Zimmer verfüge.

3.3.1. Die Ausführungen des Beschwerdeführers gehen über weite Strecken an der
Sache vorbei und erschöpfen sich in Behauptungen. Wäre die Trennung tatsächlich
vor dem Umzug erfolgt, hätte der Beschwerdeführer nach dem allgemeinen
Kenntnisstand Belege vorlegen können (z.B. hätte aus der Anmeldung bei der
Gemeinde A.________ hervorgehen müssen, dass er sich alleine mit den Kindern
angemeldet hat). Vorliegend tragen aber vom Beschwerdeführer selbst
eingereichte amtliche Dokumente auch für die Beschwerdegegnerin die Anschrift
der ehelichen Liegenschaft (z.B. Einstellungsverfügung des Untersuchungsamts
C.________ vom 6. Dezember 2011, Beschwerdebeilage 1;
Steuerveranlagungsberechnung der Gemeinde B.________ vom 13. Juli 2011 an beide
Ehegatten, Beschwerdebeilage 15). Weiter lauten diverse vom Beschwerdeführer
eingereichte Kontoauszüge von Konti der Beschwerdegegnerin bei der Bank
D.________ und der Bank E.________, welche von der zweiten Jahreshälfte 2011
datieren, ebenfalls auf die Adresse in A.________ (Beschwerdebeilage 6). Die
Beschwerdegegnerin hätte ihre Adresse kaum auf A.________ ändern lassen, wenn
die Trennung bereits vor dem Umzug stattgefunden hätte. Überdies sprechen auch
die von der Vorinstanz genannte Vereinbarung und die Aussagen des
Beschwerdeführers anlässlich der Eheschutzverhandlung klar gegen dessen heutige
Version. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann er schliesslich aus der
Tatsache, dass die Ehefrau im Haus über kein eigenes Zimmer verfüge. Daraus
lässt sich kein Rückschluss auf das Trennungsdatum ziehen.
Vor diesem Hintergrund ist keine Willkür ersichtlich, wenn die Vorinstanz die
Liegenschaft in A.________ als eheliche Wohnung qualifizierte.

3.3.2. Seine zusätzliche Kritik, sein rechtliches Gehör sei verletzt worden,
indem auf gewisse Eingaben (in welchen er dargelegt haben will, dass die
Ehefrau freiwillig aus- und zu ihrem Freund gezogen sei), istebenfalls
unbegründet. Aus der Freiwilligkeit oder Nichtfreiwilligkeit des Auszugs allein
lässt sich weder auf ein bestimmtes Trennungsdatum schliessen noch sagt es
etwas darüber aus, ob die Parteien ursprünglich in A.________ ehelichen
Wohnsitz nahmen. Entsprechend brauchte sich die Vorinstanz dazu nicht zu
äussern (vgl. auch vorstehend E. 2.3.4).

3.3.3. Unbegründet ist auch seine Rüge, die Vorinstanz habe Art. 8 ZGB
willkürlich angewendet. Die Beschwerdegegnerin sei in Bezug auf den Charakter
der Liegenschaft in A.________ als Familienwohnung und den effektiven Einzug
beweisbelastet gewesen. Mangels Beweis hätte ihr die Wohnung nicht zugewiesen
werden dürfen.

 Da die Vorinstanz nach dem oben Gesagten willkürfrei darauf schliessen durfte,
dass die Parteien im Juni 2011 gemeinsam die neue eheliche Liegenschaft bezogen
haben, stellt sich die Frage der Beweislastverteilung gemäss Art. 8 ZGB nicht
mehr. Die Rüge wird damit gegenstandslos.

3.4. Sodann rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe die zu
berücksichtigenden Zuweisungskriterien willkürlich angewendet.

 Das Haus müsse selbst dann ihm zugewiesen werden, wenn die Obhut über die
Kinder der Frau anvertraut würde. Er sei - anders als die Ehefrau - in
A.________ integriert. Sie habe nie Interesse daran gezeigt, mit den Kindern
Zeit im Haus zu verbringen. Weiter müsse er befürchten, dass ihr Partner mit
einziehen werde. Aus finanzieller Sicht habe die Vorinstanz nicht
berücksichtigt, dass seine Eltern für den Kauf des Hauses Darlehen von
insgesamt Fr. 148'000.-- gewährt hatten, welche diese zurückfordern würden,
wenn die Ehefrau ins Haus einziehe. Die in diesem Zusammenhang von ihm
angebotenen Beweise habe die Vorinstanz übergangen und sei damit nicht nur in
Willkür verfallen, sondern habe dadurch auch sein rechtliches Gehör verletzt.

3.4.1. Zu den von der Rechtsprechung herausgearbeiteten Kriterien ist auf
vorstehende E. 3.1 zu verweisen. Vorliegend ist unbestritten, dass die drei
Kinder seit Juni 2011 in der Liegenschaft zu Hause sind. Sie besuchen am Ort
den Kindergarten resp. die Schule. In solchen Fällen ist es grundsätzlich
gerechtfertigt, schwergewichtig auf das Interesse der Kinder, in ihrem
gewohnten Umfeld bleiben zu können, abzustützen.

3.4.2. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Argumente betreffen die erst in
zweiter Linie zu berücksichtigenden Kriterien (sein persönliches
Affektionsinteresse, sein Alleineigentum). Was zudem die von ihm vorgebrachten
finanziellen Gründe betrifft, so wiederholt er in seiner bundesgerichtlichen
Beschwerde im Wesentlichen seine bereits im kantonalen Verfahren eingebrachten
Argumente. Mit der Begründung der Vorinstanz, weshalb diese Gründe nicht
berücksichtigt werden könnten, setzt er sich nicht in rechtsgenüglicher Weise
auseinander (E. 1.2), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Er legt auch
nicht dar, weshalb es willkürlich sein sollte, auf die vorrangigen Interessen
der Kinder abzustützen.

 Damit ist keine Willkür ersichtlich, wenn die Vorinstanz dem Kindeswohl den
Vorrang gegeben und gestützt darauf die Liegenschaft der Beschwerdegegnerin
zugewiesen hat.

3.4.3. Ebenfalls nicht zu folgen ist ihm schliesslich, soweit er beanstandet,
die Vorinstanz habe sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie von ihm
angebotene Beweise zu den Zuweisungskriterien, welche zu seinen Gunsten
gesprochen hätten (namentlich Zeugenbefragung seiner Eltern), stillschweigend
übergangen habe.

 Gegenstand des Beweises sind rechtserhebliche, streitige Tatsachen (vgl. Art.
150 Abs. 1 ZPO). Die Eltern des Beschwerdeführers hätten nur zu Kriterien
aussagen können, welche im vorliegenden Fall angesichts des Vorrangs der
Kindesinteressen für die Zuweisung nicht (mehr) entscheidend sein konnten.
Entsprechend verletzte die Vorinstanz das Beweisführungsrecht des
Beschwerdeführers nicht, indem sie auf das Beweisangebot nicht näher einging.
Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

3.4.4. Nicht einzutreten ist sodann auf seine Kritik im Zusammenhang damit,
dass der Beschwerdeführerin mit der Liegenschaft auch die Wohnungsausstattung
zugewiesen wurde. Die Beschwerde genügt hier den Rügeanforderungen nicht (E.
1.2).

4. 
Zu prüfen bleibt der Eventualantrag des Beschwerdeführers, im Falle der
Obhutszuteilung an die Ehefrau seien die von ihm geschuldeten
Kinderunterhaltsbeiträge ab Rechtskraft des Beschwerdeentscheids auf Fr. 125.--
pro Monat und Kind zu reduzieren; der Unterhaltsbeitrag an die Ehefrau sei ganz
zu streichen.

4.1. Die Vorinstanz hielt bezüglich Unterhalt fest: "Für den Fall der
Obhutszuteilung an die Mutter stellt er (der Beschwerdeführer) kein - und damit
auch kein beziffertes - Rechtsbegehren". Auch nachdem die Ehefrau die von ihm
verlangten Unterlagen eingereicht habe, sei von seiner Seite kein bezifferter
Antrag erfolgt. Die Vorinstanz erwog, dies genüge nicht für ein Eintreten auf
die Berufung in diesem Punkt. Weiter befand sie: "Selbst wenn man auf das
Begehren eintreten wollte, würde sich nichts zu Gunsten des Ehemanns ändern,
wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen". Aus dieser Formulierung erhellt, dass
die Vorinstanz die materiellen Kritikpunkte des Beschwerdeführers nicht
einlässlich prüfte.

 In formeller Hinsicht ist die Vorinstanz - aufgrund des ihrer Ansicht nach
fehlenden Rechtsbegehrens - auf die Beschwerde bezüglich Unterhalt nicht
eingetreten. Entsprechend müsste der Beschwerdeführer vor Bundesgericht
aufzeigen, dass der Nichteintretensentscheid willkürlich erfolgte.

4.2. Im Berufungsverfahren sind Rechtsbegehren zu stellen. Auf Geldzahlungen
gerichtete Anträge sind zu beziffern und zwar unabhängig von einer allfälligen
Anwendbarkeit der Untersuchungs- und Offizialmaxime und unter Gewärtigung der
Nichteintretensfolge (ausführlich BGE 137 III 617 E. 4.2 bis 4.5 S. 618 ff.).
Werden die Rechtsbegehren erstmals vor dem Bundesgericht beziffert, haben diese
als neu im Sinne von Art. 99 Abs. 2 BGG zu gelten und sind entsprechend
unzulässig (Urteil 5A_807/2012 vom 6. Februar 2013 E. 4.2 und 4.3).

4.3. Vorliegend hatte der Beschwerdeführer in der Berufung eine Übertragung der
Obhut an sich selbst verlangt. Weiter beantragte er:

 " (...) die Ehefrau sei zu verpflichten, an den Unterhalt von F.________,
G.________ und H.________ monatlich im Voraus zahlbare Beiträge in nach Erhalt
der Auskünfte und Urkunden gemäss Ziff. 3 festzulegender Höhe, pro Kind,
zuzüglich allfälliger an sie ausbezahlter Kinderzulagen, zu leisten;

 Auf die Zusprechung von vom Ehemann zu bezahlenden Beiträgen an den
persönlichen Unterhalt der Ehefrau sei zu verzichten."

4.4. Der Beschwerdeführer führt nun aus, mit vorgenanntem Rechtsbegehren habe
er hinsichtlich des Unterhalts ein von der Obhutszuteilung unabhängiges
Rechtsbegehren gestellt, welches auch für den Fall einer Obhutszuteilung an die
Ehefrau gelte. Somit liege auch für diesen Fall ein formell gültiges
Rechtsbegehren vor. Die Vorinstanz sei folglich willkürlich nicht eingetreten.

4.5. Gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB wird der Unterhalt eines Kindes durch Pflege
und Erziehung oder, wenn das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch
Geldzahlung geleistet. Nachdem das Gesetz davon ausgeht, dass die Eltern
entweder Geld oder Pflege und Erziehung leisten - und da der anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer nicht explizit etwas anderes verlangte -, musste
die Vorinstanz nicht davon ausgehen, dass der Antrag (die Mutter müsse
Kindesunterhalt bezahlen) auch für den Fall gelten sollte, dass die Obhut der
Mutter zugeteilt würde. Keine andere Auslegung ergibt sich für den
Ehegattenunterhalt. Dieses zweite Begehren war lediglich durch einen
Strichpunkt vom Antrag zum Kindesunterhalt abgegrenzt und damit den selben
Voraussetzungen unterworfen. Weshalb die Vorinstanz zu einem anderen Schluss
hätte kommen müssen, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Dass allenfalls auch
eine andere Auslegung des Begehrens möglich gewesen wäre, rechtfertigt eine
Aufhebung des Nichteintretensentscheids nicht (vgl. E. 1.2).

5.

5.1. Infolge der Abweisung der Beschwerde hat der Beschwerdeführer die eheliche
Liegenschaft der Beschwerdegegnerin und den Kindern zu überlassen. Nachdem ihm
im bundesgerichtlichen Verfahren aufschiebende Wirkung gewährt wurde, ist indes
diesbezüglich eine neue Frist anzusetzen.

5.2. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und er hat die
Beschwerdegegnerin für ihre Stellungnahme zur beantragten aufschiebenden
Wirkung zu entschädigen, da sie diesbezüglich zumindest teilweise obsiegt hat
(Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um unentgeltliche
Rechtspflege wird somit gegenstandslos.

 Das Armenrechtsgesuch des Beschwerdeführers ist abzuweisen. Die vorstehenden
Erwägungen zeigen auf, dass die Beschwerde von Beginn weg keinen Erfolg haben
konnte (Art. 64 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

 Der Beschwerdeführer hat bis spätestens 30. November 2013 aus der Liegenschaft
K.________strasse xx, in A.________ auszuziehen.

2. 
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wird
abgewiesen.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. 
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 200.-- zu entschädigen.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen,
Einzelrichter im Familienrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Oktober 2013
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Die Gerichtsschreiberin: Friedli-Bruggmann

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